Rangelei unter Schülern löst Alarm aus. Polizei umstellt Schule mit Großaufgebot.
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Ein versehentlich ausgelöster Amokalarm versetzte am Mittwochmorgen Schüler und Lehrer am Friedrich-Wöhler-Gymnasium (FWG) kurzzeitig in Angst und Schrecken. Nur wenige Minuten später war die Ursache gefunden: Bei einer saloppen Rangelei unter zwei Schülern hatte einer mit seinem Schulranzen nichtsahnend einen Alarmknopf eingedrückt und ausgelöst.

Es geschah in der Schulpause um 11.25 Uhr. Plötzlich hallte durch das Schulgelände aus den Lautsprechern wiederholt die automatische Ansage: "Achtung Gefahr!" Die Schüler wurden angewiesen, sofort in ihre Klassenzimmer zu gehen und die Ruhe zu bewahren. Erst noch ratlos und unsicher, wussten nicht alle Schüler, wie sie sich verhalten sollten. Auch Lehrer und Schulleitung wussten nichts von einem Testlauf. "Wir haben die Situation sofort ernst genommen", berichtet Schulrektor Horst Scheu.

Schüler informieren Eltern über Amokalarm

Mit einer persönlichen Ansage durch die Lautsprecher bestätigte Scheu, dass es sich um einen Ernstfall handeln würde. Daraufhin eilten die Schüler in die Klassenzimmer und verhielten sich größtenteils sehr still. Einige benachrichtigten ihre Eltern mit ihren Handys über den Amokalarm. Nur kurze Zeit später rückte die Polizei mit einem Großaufgebot an. Zu dem Zeitpunkt war dem für den Fehlalarm verantwortlichen Schüler das Malheur mit dem Alarmknopf bewusst geworden, sein Lehrer hatte bereits die Schulleitung informiert, die wiederum hatte den Grund des Fehlalarms sofort über die Lautsprecher an die rund 1200 Schüler und ihre Lehrer weitergeleitet.

Die Polizei rückte nach einer kurzen Einsatzbesprechung wieder ab. "Das war ein sehr unfreiwilliger Testlauf" kommentierte Pressesprecher Andreas Dammert wenig später den Vorfall. Schulleiter Horst Scheu beteuerte: "Das war kein Problem mit Trittbrettfahrern." Anfang der Woche hatte es in einer Konstanzer Schule einen Fehlalarm gegeben. Davon wussten die meisten Schüler am FWG nichts. Vielen von ihnen steckte der Schrecken noch eine Stunde nach dem Alarm in den Knochen. "Ich hatte richtig Angst und dachte, da kommt gleich jemand mit einem Gewehr ins Klassenzimmer gestürmt, und das war es dann", erzählt einer von ihnen.

"Ein sehr unfreiwilliger Testlauf"

Andere lobten das sichere Auftreten der Polizei. "Als ich die im Schulgebäude sah, wusste ich, die haben alles im Griff", sagt Jonas Zumkeller aus der 12. Klasse. Kritik von Schülern gab es an bisher fehlenden Übungen zu einem möglichen Amokalarm. "Fachleute und Polizei haben uns davon abgeraten", entgegnet Horst Scheu den Vorwürfen. "Außerdem kann ein tatsächlicher Amoklauf nicht geübt werden." Doch der Schulleiter kann dem Fehlalarm auch etwas Gutes abgewinnen: "Wir haben ein paar Schwachstellen in unserem Sicherheitskonzept entdeckt. Die werden wir jetzt beseitigen. Der Echtsituation durch den Falschalarm habe bewiesen, dass die eingerichteten Sicherheitssysteme funktionierten, schlussfolgerte in einer Ausschusssitzung am Abend auch Bürgermeister Bernd Häusler.