In Israel rästelt man über ein streng geheimes Gebäude, welches die Amerikaner errichten: Unter dem reichlich seltsamen Decknamen "911" - offenbar eine Anspielung auf den 11. September - müssen sich alle Arbeiter einem strengen Sicherheits-Clearing unterziehen. Niemand weiß, welchem militärischen Zweck das Gebäude dienen soll.
Site 911
© US Army
„Site 911“ ist das bisher teuerste Projekt der US-Armee in Israel.
Auf einer israelischen Luftwaffenbasis in der Nähe von Tel Aviv soll ein neuer Gebäudekomplex entstehen. Dabei plant die US-Armee den Bau eines fünfstöckigen unterirdischen Gebäudeteils, hat Pulitzer-Preisträger Walter Pincus in der Washington Post herausgefunden. Pincus stieß auf das merkwürdige Projekt, weil er eine öffentliche Ausschreibung (RFP) gefunden hatte. Die Erfordernisse erschienen im seltsam - und sind in der Tat schwer nachzuvollziehen, für ein Gebäude in Israel, gebaut von den Amerikanern: Die Bauarbeiten würden mindestens zwei Jahre dauern und Kosten in Höhe von 100 Millionen Dollar verursachen.

Der Gebäudekomplex mit dem Namen „Site 911“ werde über Unterrichtsräume, ein Auditorium, ein Labor, schlagfeste Türen, Schutz vor nichtionisierender Strahlung und schärfste Sicherheitsvorkehrungen verfügen. Alle Bauarbeiter würden Sicherheitschecks unterzogen, Absperrungen würden die Baustelle vom Rest der Militärbasis abtrennen und von israelischem Sicherheitspersonal bewacht. Nur US-Unternehmen dürfen am Bau mitwirken, zitiert die Washington Post aus einer Mitteilung der US-Armee.

„Site 911“ ist das bisher größte Projekt der USA in Israel. Die ersten drei unterirdischen Stockwerke haben eine Fläche von je knapp 4.000 Quadratmetern. Die anderen beiden sind kleiner. Die Sicherheitsbedenken seien so groß, dass die Bauarbeiter nur aus „den USA, Kanada, Westeuropa, Polen, Moldawien, Thailand, den Philippinen, Venezuela, Rumänien und China“ an dem Projekt mitarbeiten dürfen, verlangt die US-Armee. Außerdem werde die Baustelle aus Sicherheitsgründen nur einen einzigen stark bewachten Zugang haben. Auch ist „das Sammeln von Informationen jeglicher Art im Zusammenhang mit Tätigkeiten auf der Militärbasis verboten“, warnt die US-Armee.

Das US-Militär hat seit 1998 allein für die israelischen Streitkräfte eine halbe Milliarde Dollar verbaut. Dabei sind drei Militärbasen zur Unterstützung von 20.000 Soldaten entstanden, berichtet die US-Armee. Im Verlauf der Jahre hat die US-Armee unterirdische Flugzeughallen für israelische Kampfbomber, Kommandozentralen, Einrichtungen und Simulatoren für Nachrichtendienste und Anlagen für Nuklearwaffen errichtet. Israel bestreitet den Besitz von Nuklearwaffen dennoch. Aktuell werde die israelische Luftwaffenbasis Nevatim nahe Be’er Sheva gebaut mit einer 4 Kilometer langen Startbahn, 100 neuen Gebäuden und 16 Kilometer Straßen. Auch seien dort bereits mehrere Flugzeughallen für 30 Millionen Dollar errichtet worden, zählt die US-Armee auf. Kein Land der Welt gibt so viel Geld für militärische Zwecke aus wie die USA und erst recht nicht für ausländische Streitkräfte. Die Militärausgaben der US-Regierung sind im dritten Quartal um 13 Prozent angestiegen, während die übrige Wirtschaft weiter stagniert. (Lesen Sie bitte dazu morgen bei den DWM ein auführliches Interview mit dem Sicherheitsexperten Armin Krishnan, der erklärt, wie die USA durch Provokationen den Terror im eigenen Land fördern - und warum die Welt ein Recht auf Antworten darauf hat, was am 11. September 2001 wirklich geschehen ist.)