Seit der ersten Mondlandung im Juli 1969 gehört der Satz des ersten Menschen auf dem Mond, dem US-Astronauten Neil Armstrong, zu den großen historischen Zitaten: "Das ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, ein riesiger Sprung für die Menschheit." Jahrzehnte lang hatte Armstrong selbst immer wieder behauptet, er habe sich diesen Satz erst auf dem Mond überlegt. Nun rüttelt gerade der Bruder des erst im vergangenen Jahr verstorbenen Mondfahrers am Mythos Neil Armstrong und versichert, sein Bruder habe sich den Ausspruch schon Monate vor der Mondlandung überlegt. Jetzt fragen sich gerade Vertreter von Verschwörungstheorien rund um die Mondlandung, worüber Armstrong noch so alles die Unwahrheit gesagt haben könnte.
Neil Armstrong
© NASA
Offizielles NASA-Portrait von Neil Armstrong vor der Mondlandung.
Washington (USA) - Wie schon in zahlreichen Interviews so hatte Armstrong nicht zuletzt auch in seiner eigenen Autobiografie erklärt, er habe sich erst in den Stunden nach der Ankunft auf dem Mond und vor dem Ausstieg Gedanken darüber gemacht, was er beim ersten Mondgang sagen würde.

In einer aktuellen Dokumentation der BBC mit dem Titel "Neil Armstrong - First Man on the Moon" erklärte Neils Bruder Dean Armstrong nun jedoch, dass er den besagten Ausspruch schon Monate zuvor mit seinem Bruder besprochen habe und er von Neil sogar eine schriftliche Notiz erhalten habe. "Auf diesem Zettel stand: 'Das ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, ein riesiger Sprung für die Menschheit' bestätigte Dean Armstrong auch gegenüber der britischen Tageszeitung Telegraph. Von diesem Gespräch und der Notiz, wie sie den Aussagen des Mondastronauten widersprechen, hatte Neil Armstrong selbst nie etwas erwähnt.

"Beabsichtigt oder nicht, Dean Armstrongs Aussage legt nun nahe, dass sein Bruder mehr als 40 Jahre lang (immer wieder) gelogen hat", kommentiert denn auch der Weltraumexperte Robert Pearlman die aktuelle Diskussion gegenüber "Space.com".

Ebenfalls beabsichtigt oder unbeabsichtigt stützt Pearlman damit frühere Vorwürfe gegenüber Neil Armstrong von Seiten der Vertreter jener Verschwörungstheorien, die grundsätzlich an den Apollo-Mondlandungen zweifeln. Diese hatten unter anderem immer wieder darauf hingewiesen, dass Armstrong sich zur eigentlichen Mondlandung immer wieder auffallend zurückhaltend gezeigt und geäußert hatte.

Als Hinweis darauf, dass schon bei der ersten Mondlandung 1969 etwas nicht mit rechten Dingen zugegangen sein soll und Armstrong gemeinsam mit seinen Kollegen Buzz Aldrin und Michael Collins darüber nicht nur zum Schweigen sondern auch zu Falschaussagen gezwungen worden sein sollen, führen entsprechende Kritiker der Mondlandung neben zahlreichen kontrovers diskutierten angeblichen technischen Ungereimtheiten, wie sie aus den offiziellen NASA-Dokumenten und Foto- und Filmaufnahmen der Mondlandungen ersichtlich sein sollen, auch die erste Pressekonferenz der Apollo-11-Crew nach der Rückkehr zur Erde an. Tatsächlich wirken die Mondfahrer hierbei alles andere als enthusiastisch - stattdessen jedoch geradezu verschämt, abgeklärt und benommen. Die meisten Beobachter erklären dies allerdings mit dem Umstand, dass das Interview unmittelbar nach der Quarantäne der Mondfahrer durchgeführt wurde, ohne dass sich sie Männer zuvor von den Strapazen der Mondreise und der Quarantäne hätten erholen können und sie noch nicht einmal zuvor ihre Frauen und Kinder sehen durften.

Armstrongs erste Worte auf der Pressekonferenz nach der Rückkehr zur Erde:


Mitschnitt der vollständigen Pressekonferenz nach der Mondlandung. Dauer 1 Std., 23 Min.:


Zum Vergleich: Mitschnitt der vollständigen Pressekonferenz vor dem Apollo-11-Start. Dauer: 1 Std., 24 Min.:



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Quellen: NASA, telegraph.co.uk, space.com