An dieser Stelle haben wir zahlreiche Beiträge zu gefährlichen Pestiziden in der Landwirtschaft veröffentlicht. Jetzt hat die »Internationale Agentur für Krebsforschung« (IARC) den Krebsverdacht für das Pestizid »Glyphosat« vor etwa sechs Wochen bestätigt.

Bild
Das Pestizid Glyphosat soll Embryonen schädigen sowie zu hormonellen Störungen führen. Das hat den US-Konzern Monsanto bislang nicht davon abgehalten, es weltweit zu exportieren. Auch die Landwirte in Deutschland haben dankbar zugegriffen. Hoffentlich hören sie bald zumindest auf die Weltgesundheitsorganisation (WHO) beziehungsweise deren »Internationale Agentur für Krebsforschung«. Glyphosat wird immer noch eingesetzt.

Wie leichtfertig Landwirte damit umgehen, zeigt ein Bericht aus dem Gebiet Niedersachsen/Nordhessen, der dieser Tage publiziert wurde. Danach hat Hofgeismars Kreislandwirt Reinhardt Rudolph abgeschwächt: (Wenn die entsprechenden Studien erhärtet würden ...), »muss Glyphosat vom Markt genommen werden«. 2012, so heißt es im aktuellen Bericht der »HNA«, hatte die Universität Leipzig das Glyphosat bereits im Urin von Menschen und Tieren nachgewiesen.

Das Pestizid wird aber unverändert sowohl in Amerika als auch innerhalb der EU verwendet. Getreide, Mais und Raps würden damit zu »marktüblichen« Preisen produziert werden können. Er empfehle, Glyphosat nicht jedes Jahr einzusetzen.

Ein Musterbeispiel also für das, was sich gerade bei den TTIP-Verhandlungen abspielt. Verniedlichen, verharmlosen und bloß nicht an den (hier: US-)Standards herumdoktern. Monsanto hat seinerseits natürlich jeden Verdacht von sich gewiesen. Das ist vor dem Hintergrundinteressant, als die US-Amerikaner beim TTIP »wissenschaftsbasierte« Verbote fordern, also im Nachhinein nachweisbare Schäden.

Vorweg-Verbote, wie sie inzwischen bei uns in Europa üblich sind, wird es im Rahmen von TTIP nicht geben. Es müsste bei erfolgreichen TTIP-Verhandlungen also in jedem Einzelfall durch die Praxis und jahrelange Verseuchung erst nachgewiesen werden - auf »wissenschaftlichem Niveau«, was auch immer dies bedeutet −, dass Schäden entstehen.

Damit ist auch das Schicksal von Glyphosat beziehungsweise der Abermillionen Konsumenten des Pestizids in Deutschland faktisch fast schon geklärt. Wir werden es weiter in uns aufnehmen.

Mehr als 90 Produkte in Deutschland sollen bereits Glyphosat enthalten. Äcker werden verunreinigt, Parks, Privatgärten, Kinderspielplätze bis hin zu Bahngleisen. Monsanto jedoch wird sich mit Haut und Haaren dagegen wehren, dass Nachteile entstehen. Wie weit das Unternehmen gehen kann, demonstrierte es jüngst auch in Australien.

Dort wurde ein Bio-Bauer 800 000 australische Dollar los, weil er einen Gerichtsprozess gegen seinen Nachbarn, ebenfalls Bauer, verloren hatte. Er musste seine Bio-Zertifizierung abgeben, weil seine Produkte plötzlich GVO-kontaminiert waren. Der Bauer nebenan hatte Gen-Raps angebaut, es kam zu einer ungewollten Verseuchung der Felder beim Bio-Bauern.

Der beklagte »Gen«-Bauer indes hatte einen prominenten Unterstützer: Monsanto sowie auch der Bauernverband vor Ort. Es ging um die horrenden Anwaltskosten.

Das zeigt wiederum, an wie vielen Fronten Monsanto bereits unterwegs ist. Dass das Pestizid Glyphosat von deutschen Äckern verschwindet, und das auch noch gegen den Willen örtlicher Landwirte, wird selbst nach den jüngsten Feststellungen der Weltgesundheitsorganisation WHO ein frommer Wunsch bleiben.

Alles Wissenswerte zur »Saat der Zerstörung« hat F. William Engdahl zusammengetragen. Niemand bei gesundem Menschenverstand könnte so weit gehen, das Saatgut zu manipulieren.Aber nicht jedermann ist bei gesundem Menschenverstand. Dies ist die zentrale Erkenntnis ...