
Zuvor hatten bereits Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier, Horst Seehofer und Ursula von der Leyden gefordert, Russland bei einer Syrien-Lösung einzubeziehen.
In der EU unterstützen Österreich und Spanien offiziell die russische Position und halten es für sinnvoll, Assad in einer Art Übergangsregelung nicht, wie von den USA geplant, zu stürzen.
Die USA lavieren in der Frage: Die Falken der Neocons wollen unter keinen Umständen mit Russland kooperieren. Die Obama-Administration dagegen will, wie in der Ukraine, eine Eskalation vermeiden.
Kommentar: Die US-Regierung will Eskalationen vermeiden? Die US-Regierung ist die treibende Kraft all der Kriege rund um den Globus!
US-Präsident Barack Obama hatte bei seinem ersten Versuch einer direkten militärischen Intervention in Syrien eine empfindliche Niederlage erlitten: Die eigenen Generäle verweigerten ihm den Gehorsam, weil ihnen nicht klar war, wie die US-Armee aus einem Krieg in Syrien sinnvoll wieder aussteigen hätte können.
Kommentar: Geschweige denn, was für einen Sinn es überhaupt hat, Syrien zu bombardieren - als ein weiteres Land auf der langen Liste der Opfer der US-Regierung.
Am Abend wollteAußenminister Frank-Walter Steinmeier in Berlin mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow zusammentreffen. Im Zentrum der Beratungen stand der Ukraine-Konflikt. Nach Angaben des Auswärtigen Amtes sollte die Entwicklung in Syrien aber ebenfalls Thema sein.
Russland hatte am Freitag die USA zu einer Militärkooperation aufgerufen, um „unbeabsichtigte Zwischenfälle“ zu vermeiden. Zuvor hatten die USA die Russen ihrerseits gewarnt, unbeabsichtigte Zwischenfälle zu vermeiden. Steinmeier rief zu einem gemeinsamen Vorgehen auf: „Es darf nicht mehr sein, dass jeder auf eigene Faust in Syrien herumfuhrwerkt„, sagte er. In einem Beitrag für die New York Times forderte er zudem den Aufbau einer Kontaktgruppe für Syrien, an der dann auch Staaten der Region wie der Iran eingebunden sein müssten. Der Iran ist neben Russland Hauptunterstützer der syrischen Regierung und gilt auch als Schutzpatron radikaler Gruppen der Region wie Hamas und Hisbollah.
Hintergrund ist das verstärkte russische militärische Engagement in Syrien. Ob die Russen am Ende Präsident Baschar al-Assad unterstützen werden, ist unklar. Moskau hatte in den vergangenen Wochen intensive Gespräche mit Vertretern der syrischen Opposition geführt. Einen „regime change“, wie von den USA ausgerufen und von der EU lange unterstützt, lehnen die Russen jedoch ab. Zuletzt hatten sich Österreich und Spanien der russischen Position angeschlossen und mitgeteilt, dass sie einen Frieden in Syrien nur unter Mitwirkung von Assad für realistisch halten.
Frankreich und Großbritannien wollen ihre Luftangriffe auf IS-Stellungen in Syrien ausweiten. Die Russen haben die unter Führung der US-Armee laufende Militäroperation für gescheitert und sich bereit erklärt, sich am Kampf auch militärisch zu beteiligen.
Die USA hatten sich in den vergangenen Tagen mehrfach besorgt über die wachsende Militärpräsenz Russlands in Syrien geäußert. Die russische Marine begann am Freitag vor der syrischen Küste, wo das Land eine Militärbasis unterhält, ein Militärmanöver. Am Samstag trafen nach syrischen Angaben zwei russische Transportflugzeuge in Syrien ein, die 80 Tonnen Hilfsgüter an Bord hatten.
Der UN-Hilfskoordinator Jakub al-Hillo warnte im Reuters-Interview, dass durch den anhaltenden Bürgerkrieg in Syrien bis Jahresende eine weitere Million Menschen zu Flüchtlingen würden. „Wenn nicht etwas Großes geschieht, um den Konflikt politisch zu lösen, wird der Zug der Menschen aus Syrien heraus noch viele Monate lang anhalten“, sagte er. Allein seit Jahresanfang hätten eine Million Syrer ihre Häuser verlassen. Seit Beginn des Bürgerkrieges 2011 wurden eine Viertelmillion Menschen getötet. Die Hälfte aller Syrer verließ ihre Häuser, vier Millionen Menschen flohen ins Ausland, 7,6 Millionen sind innerhalb Syriens auf der Flucht. Der größte Teil der Syrer, die sich im Land aufhalten, befinde sich in den Gebieten im Westen, die von der Regierung gehalten werden.



Kommentar: Sollte die deutsche Regierung tatsächlich umschwenken und mit Russland zusammenarbeiten, dann fragt sich, ob es nicht eine weitere und vielleicht viel heftigere "Warnung" seitens der US-Regierung dafür geben wird, das ihr Vasall es wagt, sich zu erheben:
- Gestutzte Flügel für Deutschland und Europa: Wer war daran interessiert die Germanwings-Maschine abstürzen zu lassen?
- Weiterer Germanwings Einschüchterungsversuch in Planung? Treffen mit Putin ist Merkel und Steinmeier "sehr wichtig" - BRD gehorcht US-Diktat nicht mehr? Das Richtige aus den falschen Gründen?
Jedenfalls handelt es sich um eine interessante Entwicklung mit dem Potential einige Wellen zu schlagen. Wie oben erwähnt, stellt sich die Frage, inwieweit Deutschland in eine russisch geführte Koalition verwickelt sein kann, ohne dass es zu einem neuen Germanwings-Vorfall kommt? Vielleicht war die nur einen Tag später folgende "Bombendrohung" in München genau so ein Warnschuss? Falls Deutschland diese Richtung beibehält, riskieren die USA eine Entblößung ihrer wahren Position gegenüber ISIS: wenn sie das Narrativ "Wir kämpfen gegen ISIS" aufrecht erhalten wollen, dann gibt es keinen vernünftigen Grund sich dieser Allianz entgegenzustellen. Wenigstens solange, bis sie sich eine neue Lüge für die Öffentlichkeit ausgedacht haben. Andererseits hat Deutschland bisher alles andere getan, als ein vertrauenswürdiger Verbündeter Russlands zu sein. Warten wir es also ab.