Die Wissenschaft des Geistes
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Unterricht lässt Pfunde schmelzen

In Schulklassen, die in Gesundheit unterrichtet werden, sinkt die Zahl übergewichtiger Kinder.

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Wenn Kinder in der Schule Gesundheitsunterricht haben, ernähren sie sich gesünder, ergab eine Studie.
HEIDELBERG (mm). Mit dem Unterrichtsfach "Gesundheit" haben Wissenschaftler der Universitätsklinik Heidelberg es geschafft, Schulkinder im Rhein-Neckar-Kreis zu einer gesünderen Ernährung anzuhalten.

Zwei Jahre nach Abschluss der ersten Studie in Grundschulen sind in der Projektgruppe deutlich weniger Kinder übergewichtig als in der Kontrollgruppe, die nicht am Programm teilgenommen hat. Das Projekt wurde von der Dietmar Hopp Stiftung mit 640.000 Euro gefördert.

Zwei Vergleichsgruppen

An der Studie nahmen 444 Erst- und Zweitklässler aus insgesamt neun Grundschulen im Rhein-Neckar-Kreis teil. Zu Beginn erfassten die Kinderärzte des Universitätsklinikums Gewicht, Größe, Blutdruck, Taillen- und Hüftumfang der Kinder.

Die Schüler wurden zufällig und klassenweise in zwei Gruppen eingeteilt: 249 Kinder durchliefen in ihrer Klasse das Präventionsprogramm, die übrigen 195 Schüler bildeten die Vergleichsgruppe, die nur an den Folgeuntersuchungen nach einem und nach zwei Jahren teilnahmen.
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Grosses internationales Konsortium identifiziert neue Gene für bipolare Störung und Schizophrenie

Einem Konsortium internationaler Forscher ist es gelungen, genetische Faktoren zu entdecken, die zum Risiko für die bipolare Störung (Manisch-depressive Erkrankung) und Schizophrenie beitragen.

Diese Studien, die viele Hunderttausend genetische Varianten im gesamten menschlichen Genom gleichzeitig in den Blick genommen haben. zeigen dass 11 Regionen im menschlichen Genom mit diesen häufigen psychiatrischen Erkrankungen assoziiert sind, darunter 6 Regionen, die bisher noch nicht bekannt waren. Die Wissenschaftler konnten zeigen, dass ein Teil dieser Regionen das Risiko für beide Erkrankungen beeinflusst.

Diese Befunde, die in zwei Artikeln durch das Psychiatric Genome-Wide Association Study Consortium (PGC) in der nächsten Ausgabe der Zeitschrift Nature Genetics berichtet werden, stellen große Fortschritte im Verständnis der Ursachen dieser schweren chronischen Erkrankungen dar. „Auf diese Durchbrüche hat die Forschung bei psychiatrischen Krankheiten seit langem gewartet” sagt Frau Prof. Marcella Rietschel vom Zentralinstitut für Seelische Gesundheit Mannheim, die zusammen mit Wissenschaftlern aus München und Bonn den deutschen Beitrag zu der internationalen Studie koordiniert hat. „Ausgehend von den identifizierten Regionen im Genom, wird man einen Einblick in die beteiligten Gene und deren Funktion erhalten”, sagt Prof. Dan Rujescu aus der Pychiatrischen Universitätsklinik der LMU München.
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Stadtluft schlägt auf die Psyche

Luftverschmutzung kann Lern- und Gedächtnisprobleme sowie depressive Symptome auslösen.

Hausbrand, Autoabgase, Feinstaub aus der Industrie - besonders in Großstädten sind wir täglich Partikeln und giftigen Verbindungen in der Luft ausgesetzt. Zu den bekannten Auswirkungen wie Lungen- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen kommt nun eine weitere hinzu: die psychische Belastung. Durch verschmutzte Luft ausgelöste Hirnveränderungen scheinen laut einer neuen Studie Lernen und Gedächtnis zu beeinträchtigen sowie depressionsähnliche Symptome zu verursachen - zumindest bei Mäusen.

Die Hirnforscherin Laura Fonken und ihre Kollegen von der Ohio State University in Columbus setzten Mäusemännchen über zehn Monate hinweg beinahe täglich mehrere Stunden lang entweder verschmutzter oder gefilterter Luft aus. Dieser Zeitraum entspricht etwa der Hälfte eines durchschnittlichen Mäuselebens. Der Laborsmog war dem einer Großstadt ähnlich.
Beer

Stressforschung: Wie wirkt Alkohol in Stresssituationen

Alkohol verändert die Stressreaktion, diese wiederum die Alkoholwirkung - je nach individuellem Trinkerleben.

Wer Stress hat, greift vermehrt zur Flasche. Nur warum? Dämpft Alkohol die Stressreaktion des Körpers - oder wirkt Stress umgekehrt der berauschenden Wirkung von Alkohol entgegen, so dass schlichtweg man mehr trinken muss, um den gleichen Effekt zu erzielen? Eine neue Studie deutet darauf hin, dass das Verlangen nach Alkohol in Stressituationen individuell verschieden ausfällt.

Ein Team um die Medizinerin Emma Childs von der University of Chicago (US-Bundeststaat Illinois) unterzog 25 gesunde Männer einem Standard-Stresstest: Die Probanden mussten vor Zuschauern je fünf Minuten lang frei sprechen und Rechenaufgaben lösen, während sie per Video gefilmt wurden. Anschließend verabreichten ihnen die Forscher intravenös Alkohol. Um dessen Wirkung ermessen zu können, bekamen die Probanden bei anderer Gelegenheit auch ein Placebo. Nach einem zweiten, diesmal stressfreien Kontrolltest bestimmten die Untersucher zudem die Alkoholwirkung unter normalen Bedingungen.
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Hirnforschung: Animalischer Reiz

Gefühlsareal des Gehirns reagiert auf Tierbilder.

Die Amygdala, eine paarige, mandelförmige Hirnregion auf der Innenseite des Schläfenlappens, ist vor allem bekannt für ihren Beitrag zur Gefühlswelt: Hier werden Reize auf ihren emotionalen Gehalt hin bewertet; es wird geprüft, ob eine Belohnung zu erwarten oder eher zur Flucht geraten ist.

Neben diesen allgemeinen Kategorien verarbeitet insbesondere die rechte Amygdala darüber hinaus auch auf einen ganz konkreten Reiz: Bilder von Tieren, seien es gefährliche oder süße, seltene oder verbreitete Arten, bringen immer einen gewissen Anteil der Amygdalazellen zum Feuern, beobachteten Florian Mormann von der Universität Bonn und seine Kollegen.

Nach Meinung der Forscher spiegelt sich darin die immense Bedeutung von Tieren in der Evolutionsgeschichte des Menschen wider. Dass das Gehirn bei der Verarbeitung von Sinnesreizen Lebewesen aller Art stark bevorzugt, zeigte sich auch schon bei anderen Experimenten.
Family

Schwarmintelligenz: Gemeinsam sind wir schlauer

Menschenmassen schätzen im Mittel besser als der Einzelne - solange ihre Mitglieder sich selbst oder den Besten vertrauen.

Nicht nur Quizkandidaten mit Publikumsjoker, sondern auch wer einen x-beliebigen Wert schätzen soll, darf getrost auf die Weisheit der Masse vertrauen. Denn der Durchschnitt aus vielen unabhängigen Urteilen liegt meist recht nah an der Wahrheit - etwa, wenn es sich um die Zahl der Tiere in einem Bienenvolk handelt. Doch häufig lassen wir uns von anderen zu Fehlschlüssen verleiten. Wie die durchschnittliche Schätzung ausfällt, wenn Probanden die vorherigen Urteile anderer kennen, hat nun ein Team um den Biowissenschaftler Andrew King von der University of London untersucht.

Die Forscher ließen über 400 Probanden die Anzahl an Süßigkeiten in einem Glas schätzen. Dabei variierten die Wissenschaftler die Information über vorherige Schätzungen, die sie den Probanden vor Beginn mitteilten: Während einige keinerlei Information erhielten, erfuhren andere entweder den Tipp des vorherigen Testteilnehmers, die durchschnittliche Schätzung aller bisherigen Personen oder den zufällig ausgewählten Wert eines anderen Kandidaten. In einer weiteren Gruppe informierten die Wissenschaftler jeden über die beste bisherige Schätzung, bevor es galt, ein eigenes Urteil zu fällen.
Display

TV macht dumm, dick und gewalttätig

Ein Auszug aus einem Vortrag des Hirnforschers Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer über die Auswirkungen steigenden Medienkonsums bei Kindern und Jugendlichen.
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Kaktus-Menschen: Wie gehe ich mit Ekelpaketen richtig um?

Umfragen ergaben, dass 36 Prozent der Befragten permanente Feindseligkeiten ihrer Mitmenschen erdulden müssen

aggressiv
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Umfragen ergaben, dass 36 Prozent der Befragten permanente Feindseligkeiten ihrer Mitmenschen erdulden müssen
Manchmal sind es ständige hämische Kommentare, mal ewiges Sticheln oder genervtes Augenrollen.

„Kaktus-Menschen“ nennen Psychologen den Typ, der andere durch „Stacheln“ abwehrt: verletzendes, demütigendes Verhalten (Beispiele siehe unten). Das kann der Chef sein, aber auch der Partner, der Nachbar oder ein Kollege.

Wie wehre ich mich gegen solche Ekel? BILD erklärt es Ihnen.

Wie wird jemand zum „Kaktus-Menschen“?

Es gibt viele Ursachen für dieses Verhalten: z. B. psychische Krankheiten, Burn-out, negative Erlebnisse in der Kindheit. Immer geht es darum, eigenen inneren Druck dadurch abzubauen, dass man andere herabsetzt und verletzt. Etwa durch Wutanfälle, Beleidigtsein, Schweigen, Spott oder Sarkasmus.

Wie weit verbreitet ist das Problem?

Laut Umfragen gaben 36 Prozent der Menschen an, permanenten Feindseligkeiten ausgesetzt zu sein. Bei einer Untersuchung unter Arbeitnehmern beklagen etwa 27 Prozent, ständig von Kollegen und/oder vom Chef schikaniert zu werden. Sie fühlen sich durch beleidigendes, aggressives Verhalten persönlich herabgesetzt.

Kommentar: SOTT.net empfiehlt das Éiriú Eolas Atemprogramm für Stressbewältigung und Stressabbau.

Erprobte Vorteile des Éiriú Eolas Programms sind:
  • sofortige Stresskontrolle während man in stressigen Situationen ist
  • Entgiftung des Körpers, was zu Schmerzbefreiung führt
  • Entspannung und das sanfte Aufarbeiten von vergangenem körperlichen
    oder psychischen Trauma
  • Regenerierung und Verjüngung des Körpers / des Geistes


Family

Wenn Mutter und Sohn ihre Bindung verlieren

Eine gestörte Beziehung in der Kindheit lässt Jungen als Teenager eher straffällig werden, wie eine US-Studie in Pennsylvania nun heraus fand.
Mutter und Sohn
© picture alliance / Bildagentur
Eine schlechte Beziehung zwischen Mutter und Sohn kann im Erwachsenenalter die Straffälligkeit erhöhen.

Hamburg. Ein "Muttersöhnchen" zu sein kann vor dem Gefängnis bewahren. So lässt sich zugespitzt das Ergebnis einer neuen US-Studie zusammenfassen. Ein enges, von Vertrauen und Verständnis geprägtes Verhältnis zwischen Mutter und Sohn ist offenbar wichtiger als bisher angenommen, wenn es darum geht, wie gut Jungen später negativen Einflüssen widerstehen können. Dabei spielen die ersten Lebensjahre eine Schlüsselrolle: Führen Sohn und Mutter schon früh eine gespannte, konfliktreiche Beziehung, würden die Jungen als Teenager eher straffällig, schreiben Forscher um Christopher Trentacosta im Fachblatt Child Development.

Für die Langzeitstudie begleitete Trentacosta, Psychologieprofessor an der Wayne State University, 265 sozial schwache Familien im US-Staat Pennsylvania. Über zehn Jahre untersuchte er mit seinem Team die Beziehung der Frauen zu deren Söhnen, die zu Beginn der Studie fünf Jahre alt waren. Mütter seien gerade in sozial schwachen Familien meist die wichtigste Bezugsperson für die Söhne, sagen die Wissenschaftler. Sie fanden heraus, dass die Bindung zur Mutter das Verhalten der Jungen bis ins Teenager-Alter hinein maßgeblich prägt. So hatten etwa Jungen mit einer engen Bindung an ihre Mutter als Jugendliche auch eine enge Bindung zu ihren Freunden.
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Nervenverbindung erleichtert Wiedererkennen: Hirngebiete für das Erkennen von Stimmen und Gesichtern sind verbunden

Gehirn
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Forschungslandschaft Gehirn

Das Erkennen von Stimmen und von Gesichtern ist in unserem Gehirn enger verknüpft als bisher gedacht. Zwischen den Arealen für beide Wahrnehmungen haben Forscher jetzt eine direkte Nervenverbindung entdeckt. Der dadurch ermöglichte intensivere Informationsaustausch könne uns im Alltag dabei helfen, vertraute Personen schnell und unter widrigen Bedingungen zu identifizieren, schreiben die Forscher im Journal of Neuroscience.

Für ihre Studie hatten die Forscher ein Verfahren eingesetzt, mit dem sich der genaue Verlauf von Nervenfaserbahnen im Gehirn ermitteln lässt. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen lieferten nun die anatomische Erklärung für frühere Beobachtungen, sagen die Forscher. In diesen habe man festgestellt, dass die Gehirnbereiche für Stimmen- und Gesichtserkennung häufig gemeinsam aktiv wurden. "Wir gehen inzwischen davon aus, dass Areale im Gehirn, die in Stimm- und Gesichtserkennung involviert sind, direkt miteinander interagieren und sich gegenseitig beeinflussen", sagt die Hauptautorin der Studie, Helen Blank vom Max-Planck-Institut (MPI) für Kognitions- und Neurowissenschaften.
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