Heute, vor einhundert Jahren, in der Nacht von 30. Juni auf 1. Juli 1908, ereignete sich eines der ungewöhnlichsten Dinge der modernen Geschichte.
komet, comet graphic
Die ersten Nachrichten eines merkwürdigen Leuchtens im Himmel kamen von ganz Europa. Londoner waren kurz nach Mitternacht des 1. Juli 1908 verwundert, als sie ein rosa Leuchten am Nachthimmel der Hauptstadt sahen. Leute, die schon zu Bett waren, wachten auf, verwirrt von dem eigenartigen rosa Lichtschein, der in ihr Schlafzimmer eindrang. Der gleiche rötliche Schimmer wurde auch von Belgien berichtet. Der Himmel über Deutschland wurde merkwürdigerweise als leuchtendes Grün bezeichnet, während der Himmel über Schottland als unglaublich intensiv weiß leuchtend beschrieben wurde, was die Fauna glauben ließ, es sei schon Morgen. Die Vögel fingen zu singen an und die Hähne krähten - um zwei Uhr morgens. Der Himmel über Moskau war so hell, dass man auf der Straße ohne Blitzlicht fotographieren konnte. Ein Kapitän auf einem Schiff auf der Wolga sagte, er könnte in dieser fremdartigen himmlischen Beleuchtung andere Schiffe, die zwei Meilen entfernt waren, klar sehen. Ein Golfspiel in England ging in dieser nächtlichen Beleuchtung bis vier Uhr morgens, und in der folgenden Woche wurde die Times of London mit Leserbriefen von ganz England überflutet, die alle von dem ,falschen' Morgenrot berichteten. Eine Frau in Huntington schrieb, dass sie bei diesem rosigen Licht in ihrem Schlafzimmer ein Buch lesen konnte. Es gab hunderte von Briefen in den folgenden Wochen von Leuten, die identische Umstände dieser Lichterscheinung berichteten... [Tom Slemen, http://www.slemen.com/tunguska.html]
Keiner der Zeugen dieses merkwürdigen Phänomens hatte auch nur die geringste Ahnung, dass in dem zentralsibirischen Plateau kurz nach 7:15 Uhr Ortszeit die Erde von einem Kometen getroffen wurde, der über der Erdoberfläche in der Atmosphäre explodierte - was in den meisten Fällen eines Kometeneinschlages geschieht.

Tunguska objekt
© unbekannt
Wie das Tunguska-Objekt ausgesehen haben könnte
Zu jener Zeit gab es natürlich eine Menge Kommentare über diesen fremdartig leuchtenden Himmel, die in den Zeitungen und den wissenschaftlichen Journalen veröffentlicht wurden. Eine Theorie schlug vor, dass sich Eispartikel irgendwie hoch in der Atmosphäre gebildet hätten, die dann das Sonnenlicht reflektierten. Eine andere Theorie besagte, dass es eine Störung in der Aurora sei. Der dänische Astronom Kohl wies darauf hin, dass neulich mehrere große Meteore über Dänemark beobachtet wurden, und dass der Meteorstaub in der hohen Atmosphäre das Phänomen erklären könnte. Er kam einer wirklichen Erklärung nahe, aber im Allgemeinen gab es keine Übereinstimmung, was genau sich ereignet - hatte.

Eine Zeitung in Irkutsk vom 2. Juli berichtete, dass die Bauern eines Dorfes, ca. 320 km vom Tunguska Fluss entfernt, einen Feuerball sahen, der heller als die Sonne war und sich der Erde näherte, gefolgt von einer riesigen Wolke schwarzen Rauchs, einer gespalteten Flammenzunge und einem lauten Knall wie Kanonenfeuer.
Alle Bauern rannten in Panik auf die Straße. Eine alte Frau weinte und jedermann dachte, das Ende der Welt sei gekommen.
Beinahe 640 Kilometer südwestlich der Explosion, um 7:17 am 30. Juni, hatte der Zugführer des Transsibirischen Eisenbahn seinen Zug angehalten, da er eine Entgleisung aufgrund des Bebens der Erde fürchtete. In Städten, die 500 bis 700 Kilometer weit entfernt waren, rüttelten Orkan-ähnliche Winde die Türen, Fenster und das Geschirr. Wenige Minuten später folgten Schockwellen, die Pferde umwarfen und Leute, die in Booten auf dem Fluß waren, ins Wasser schleuderte.

Über 900 Kilometer südlich der Explosion in der Stadt Irkutsk in der Nähe des Baikal Sees, an der Grenze zur Mongolei, registrierte ein Seismograph starke Erdbeben.

Die örtlichen Zeitungen in Sibirien druckten Berichte von einem Feuerball am Himmel und von einer furchterregenden Explosion. Aber als es Herbst im Jahre 1908 wurde, hörten die Berichte auf und in St. Peterburg, Moskau und im Westen wurden sie nicht weiter beachtet. Die Gegend war ja in einem der fast völlig unzugänglichen Gebiete der Erde, in der Mitte von Sibirien.

Rentier-Hirten waren der Explosion am nächsten. Sie schliefen in ihren Zelten in verschiedenen Lagern ca. 30 km vom Zentrum der Explosion entfernt. Sie wurden in die Luft geschleudert und waren nach dem Einschlag bewusstlos. Ein Mann landete in einem Baum und starb später an seinen Verletzungen.
Früh morgens, als alle noch in ihren Zelten schliefen, wurde das Zelt gemeinsam mit ihren Bewohnern in die Luft geschleudert. Einige waren bewusstlos. Als sie wieder zu sich kamen, hörten sie ein lautes Geräusch und sahen den Wald in Flammen. Viele Bäume waren umgefallen.

Die Erde bebte und ein unglaublich lang andauerndes Dröhnen war zu hören. Alles rundherum war in Rauch und Nebel gehüllt von brennenden und gefallenen Bäumen. Nach einiger Zeit ließ der Lärm und Wind nach, aber der Wald brannte weiter. Viele Rentiere rannten weg und waren verloren.

[earthsci.org, http://earthsci.org/fossils/space/tunguska/tunguska.html]
Tausende der Rentiere, die sich in der Nähe der Explosion befanden, wurden getötet. Auch viele der Zeltlager und Vorratshütten der Hirten in dieser Gegend wurden zerstört. Gerüchte eines außerordentlichen Ereignisses dauerten an. Sie kamen von Geologen und anderen Forschern, die in dieser Gegend arbeiteten. Diese Geschichten gelangten zu den Ohren eines Meteoriten-Forschers namens Leonard Kulik. Aber es dauerte bis 1927, bis er endlich eine Expedition zur Stelle der Explosion von 1908 führen konnte.
Kulik reiste mit der Transsibirischen Eisenbahn nach Taishet und begann eine schwierige, drei Tage lange Odyssee über 560 Kilometer über Eis und Schnee auf von Pferden gezogenen Schlitten bis zu dem Dorf Kezhma, das am Fluss Angara liegt. Im Dorf versorgten sich Kulik und seine Gesellschaft mit Nahrungsmitteln und kämpften weitere drei Tage durch wilde und unerforschte Gegenden Sibiriens, bis sie am 25. März das Blockhausdorf Vanavara erreichten.

Kulik versuchte dann in den sibirischen Urwald einzudringen, den die Russen ,Taiga" nennen, aber wurde gezwungen umzukehren, nachdem seine Pferde beinahe in einer Schneewechte erforen wären. Drei Tage hielt Kulik der Schnee in dem Dorf Vanavara gefangen, aber in dieser Zeit befragte er viele der Evenki-Jäger, die Zeugen der Ankunft des sibirischen Feuerballs auf unserem Planeten waren.

Die Geschichten von einer fallenden Sonne, die den Himmel aufriss und von dem großen Donner, der den Boden erbeben ließ, machten Kulik noch neugieriger und entschlossener, die Taiga in der Suche nach seinem ,heiligen Gral' zu durchdringen.

Als sich das Wetter allmählich besserte, machte sich Kulik auf den Weg zum Tunguska Tal. Als er endlich die Stelle der mysteriösen Explosion erreichte, war er nahezu sprachlos. Von einer Hügelkette schaute sich Kulik die Landschaft an. Er beschrieb in seinem Notizbuch seine ersten Eindrücke von der Zerstörung, die der kosmische Vandale angerichtet hatte:
Tunguska Folgen
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Folgen des Tunguska Ereignisses
Von unserem Beobachtungspunkt ist kein Wald zu sehen, denn alles war verwüstet und verbrannt; am Rande des toten Bereichs sehen wir den jungen Wald in seiner Suche nach Licht und Leben aufwachsen. Man hat ein unheimliches Gefühl, wenn man 50 Zentimeter dicke Baumstämme abgebrochen sieht wie kleine Zweige und ihre Kronen über viele Meter weggeschleudert sind.
Kulik unternahm noch drei weitere Expeditionen zu der Stelle der Tunguska Explosion. 1941 griff Hitler Russland an. Der zu diesem Zeitpunkt 58 Jahre alte Leonid Kulik meldete sich als Freiwilliger zur Verteidigung von Moskau. Er wurde verwundet und von den deutschen Soldaten gefangen genommen. Er wurde in ein Gefangenenlager geworfen, wo er seinen Verletzungen erlag.

[Tom Slemen]
Aufgrund der Flächenausdehnung der umgeschlagenen Bäume und der ruckartigen Druckwellen, die sich mit Schallgeschwindigkeit ausbreiteten und vielerorts von Barometern aufgezeichnet wurden, konnte die Energie der Explosion berechnet werden. Die Barometerstationen lagen zwischen Cambridge (80 km nördlich von London) und Petersfield (88 km südlich). Es ist schon interessant, dass die Meteorologen in England zwanzig Jahre brauchten, um ihre Aufzeichnungen mit der Verwüstung in Tunguska in Verbindung zu bringen. Die Druckwellen unterschieden sich von allen, die man bis dahin aufgezeichnet hatte. Heute wissen wir, dass sie den Wellen der Explosion einer Wasserstoffbombe ähnlich sind. Es scheint, als ob die Stärke der Explosion der Energie von 30 bis 40 Megatonnen entsprach; das ist die Stärke von einigen Dutzend Wasserstoffbomben.

John Baxter und Thomas Atkins schrieben in ihrem Buch The Fire came By, dass die Explosion eine riesige ,Feuersäule" produzierte und dass das blendende Licht dieser Säule über hunderte von Kilometern sichtbar war.

Das Geräusch der Explosion war ohrenbetäubend für die Menschen in der Umgebung. Danach kam ein brennend heißer, thermaler Luftstrom, der sich über den Himmel und den Wald ausbreitete. Große Nadelbäume wurden in Brand gesetzt, der tagelang fegte. Die Einwohner von Vanavara, ca. 60 Kilometer entfernt, fühlten die Hitze des Windes. Als die Schockwelle das Dorf erreichte, wurden Einige in die Luft geschleudert, Grasstücke wurden aus dem Boden gerissen, Zimmerdecken brachen zusammen und Fenster zersplitterten.

Tunguska Ereignisses
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Folgen des Tunguska Ereignisses
Das Datum dieses Ereignisses, der 30. Juni, korrespondiert ,zufälligerweise' mit der Bewegung der Erde durch das Maximum des Beta Taurid Meteorstroms. Aufgrund dieser Tatsache und aufgrund der Flugbahn des Objektes erscheint es, dass der Meteor von eben diesem Taurid Komplex kam.

Die wissenschaftlichen Untersuchungen von Kulik, die er 1927 durchführte, zeigten, dass die Bäume in der Nähe des Zentrums der Explosion noch aufrecht standen, aber Blätter und Zweige abgerissen waren. Etwas weiter entfernt waren die Bäume umgeblasen und verbrannt. Sie lagen in konzentrischen Kreisen und die Wurzeln zeigten in Richtung des Zentrums. Diese Tatsachen bezeugen mit Sicherheit, dass die Explosion in der Luft über dem Erdboden stattfand.

Druckwelle
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Richtungen der Druckwelle
Es gibt uns zu denken, dass ein Meteoriteneinschlag mit einer Energie einer wirklich großen Wasserstoffbombe vor nur einhundert Jahren stattgefunden hat. Hätte es sich heute ereignet, würde wahrscheinlich der 3. Weltkrieg ausbrechen. Aber das war nicht der Fall. Wie schon bemerkt, es dauerte 20 Jahre bis man wirklich nur eine Ahnung hatte, was wirklich geschehen war. Das lag zum Teil daran, dass die Russen im Jahre 1908 ziemlich mit Politik befasst waren. Im vorhergehenden Jahr 1907 war Zar Nicholas mit dem neu gewählten Parlament, der Duma, beschäftigt, dem auch eine große Zahl von Revolutionären angehörte. Die Revolution begann im Jahre 1918. Man könnte beinahe sagen, dass das Tunguska Ereignis ein Vorbote der kommenden Geschehnisse gewesen war. Und vielleicht im einem tieferen Sinn, als allgemein angenommen.

Tunguska-Schäden
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Ausmaße der Tunguska-Schäden
86 Jahre später, im Juli 1994, gab es einen weiteren Vorboten: Teilstücke des Kometen Shoemaker-Levy schlugen auf Jupiter ein.

Shoemaker-Levy auf Jupiter
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Computerbild des Einschlags von Shoemaker-Levy auf Jupiter
Während Wissenschaftler das Tunguska Ereignis noch Zufall nennen konnten, war es nicht so einfach, dieses Schauspiel einer ganzen Reihe von Kometen, die auf dem Planeten Jupiter einschlugen, beiseite zu schieben. Noch vor diesem Ereignis wurde im selben Jahr ein Buch mit dem Titel Hazards due to Comets and Asteroids veröffentlicht. Dieses Buch enthält eine Sammlung von Abhandlungen, auf die ich in dieser Serie schon hingewiesen habe. Eine der Abhandlungen dieses Buches hat Folgendes zu sagen:
Unser Verständnis der Geschichte der Erde und ihrer Bewohner ist in einem radikalen Wandel. Es ist heute klar, dass die langzeitigen geologischen Änderungen und die Evolution allgemein von natürlichen Katastrophen kolossalen Ausmaßes unterbrochen sind. Diese Katastrophen sind die Folge des Einschlagens von großen Asteroiden und Kometen. Das bedeutet, um ein oft benutztes wort zu gebrauchen, einen ,Paradigmenwandel".

Dieser ,Neue Katastrophismus' ist anderen Revolutionen ähnlich, die uns das heliozentrische Sonnensystem des Kopernikus, Darwins Evolutionstheorie oder den ,Urknall" brachten. In der Rückschau erscheinen diese Revolutionen immer ziemlich offensichtlich. Thomas Huxley bemerkt im Buch Origin of Species folgendes: ,Warum ist mir das nicht eingefallen?" Heute, wenn wir uns den Mond anschauen, wundern wir uns, warum es so lange gedauert hat die Frage zu stellen, ob nicht die Ursachen, die die Krater auf dem Mond verursachten, auch jetzt noch aktiv sind.

[Robert L. Park, American Physical Society, Lori B. Garver, National Space Society und Terry Dawson, ein Mitarbeiter des House Committee on Science, Technology and Space unter dem Vorsitzenden George Brown]
Lassen Sie mich die wichtigste Bemerkung wiederholen:
Unser Verständnis der Geschichte der Erde und ihrer Bewohner ist in einem radikalen Wandel. Es ist heute klar, dass die langzeitigen geologischen Änderungen und die Evolution allgemein von natürlichen Katastrophen kolossalen Ausmaßes unterbrochen sind.
Das ist möglicherweise die Untertreibung des Jahrtausends.

Es wurde von einigen Wissenschaftern vorgeschlagen, das die heutigen Probleme des ,Klimawandels" in der Tat darauf beruhen, dass sich die Erde durch kosmische Staubwolken bewegt und das all das Getöse über die globale Erwärmung nur dazu dient, diese Tatsache zu verschleiern. Der Astrophysiker Victor Clube schlägt vor, dass diese kosmische Staubwolke aus Resten eines riesigen Kometen besteht, der in Stücke zersplittert ist. Dieser Komet hat während langer Perioden der Erdgeschichte unseren Planeten mit seinen unbeschreiblich gräßlichen, Zivilisationen auslöschenden Fragmenten bedroht und bombardiert. Er ist der Vorgänger des Taurid Meteorstroms; einschließlich des Tunguska Kometen. Clube argumentiert weiters, das diese Ereignisse die Grundlage für die Ideen der Menschheit lieferten, die sie über den Kosmos, Gott und Religion und sogar Astrologie formulierten. Als dieser riesige Komet im Lauf der Zeit einen großen Teil seiner Masse durch seine titanische Raserei verlor und nur noch gelegentlich abgeschwächte Einschläge verursachte, die nicht mehr ganze Zivilisationen zerstörten, änderte sich unsere Vorstellung der Götter. Die Wirklichkeit wirft man seit damals aus dem Fenster und bevorzugt Märchen - sowohl in der Wissenschaft als auch in der Religion und natürlich auch in der Astrologie. Clube schreibt:
Vor dreitausend Jahren setzten die Könige von Babylon gemäß uralter Tradition Priester ein, die in der Astronomie geschult waren, um sie vor kosmischen Besuchern zu warnen. Noch vor eintausend Jahren vertrauten die Herrscher Chinas ähnlichen Beratern, während in Europa der Papst Zeichen im Himmel sah und zum Heiligen Krieg drängte. Aber das letztere war wohl eine Verirrung, denn während der letzten zweieinhalb Jahrtausende haben wir den Abstieg und den Sturz der Götter des Himmels gesehen und eine wachsende selbstgefällige Annahme, dass der Kosmos stabil und regulär sei. Diese Verschiebung des Paradigmas war unbewusst, bequem, heimtückisch und durchdringend. Wahrscheinlich konnte die Wiederentdeckung einer verlorenen Tradition himmlischer Katastrophen nicht allein durch eine Analyse antiker Texte erreicht werden, sondern ein weiterer Schlüssel mußte gefunden werden. Er wurde von der modernen Wissenschaft geliefert. Es ist eine heilsame Lektion sowohl für die Fähigkeit menschlichen Denkens, die eine lange Zeit auf dem falschen Weg war, als auch für die grundsätzliche Einheit des Wissens.

Es wäre jedoch naiv zu denken, dass man lediglich auf die tief gehenden Risse in der Struktur modernen Wissens hinweisen müsste, um die Wissenschafter zu veranlassen, ein besseres Bauwerk des Wissens zu errichten, auf dem die Menschheit ihre Zukunft planen könnte. Man hat beachtliches intellektuelles Kapital in den Status Quo investiert, genug um sicherzustellen, dass diejenigen, die eine Interesse daran haben, ihn fortzuführen - das sind die ,Erleuchteten' und die ,Etablierten' - , alles unternehmen werden, uns den Kosmos weiterhin in einer gefälligen und nicht-gewalttätigen Form zu präsentieren. Die Geschichte der Ideen zeigt, dass einige sogar noch weiter gehen und als eine Art Gedankenpolizei auftreten werden, die mögliche Abwegige wieder zurück in die Schlange zwingen werden. Für diese Menschen hat ihre vorübergehende Macht immer höheren Vorrang als das Schicksal der gesamten Spezies.

[Clube in The Cosmic Winter]
Das Problem des Status Quo und der ,Gedankenpolizei" ist kein Geringes. In dieser Artikelserie, die von Mike Baillies Buch New Light on the Black Death inspiriert wurde, sind wir häufig der offensichtlichen Tatsache begegnet, dass diejenigen in Stellungen der Macht und Autorität in der Regel eher die Menschheit belügen als ausnahmsweise die Wahrheit zu sagen.

Immer wieder haben wir in dieser Artikelserie auf die geschichtliche Bombardierung von Kometen hingewiesen. Die Konsequenzen waren für die Menschheit schlimm genug, aber sie wurden noch verschärft durch die pathologisch Abweichenden, die daraus noch Kapital schlugen. Danach wurden die Tatsachen wieder mit Lügen verhüllt. Noch schlimmer ist die wiederkehrende Beobachtung, dass die Menschheit, die am meisten unter diesen Angriffen und Manipulationen leidet, so bereitwillig ist, betrogen zu werden, selbst wenn es zu ihrer Vernichtung und zum ihrem Tode führt (solange jemand ihr nur etwas Bequemes und Vertrautes zu glauben gibt und einen Sündenbock, den man beschuldigen kann). Heute sehen wir in Echtzeit, wie dieses Phänomen auf der globalen Bühne sich abspielt, und wir schütteln unsere Köpfe und fragen uns: Warum?! Was ist nur mit unserer Welt, mit der gegenwärtigen Kultur, mit den Menschen, die auf unserem Planeten leben, dass es dieses bizarre Phänomen hervorbringt, wo Lügen über Wahrheit, Tod über Leben bevorzugt wird?

Ich habe viele Spuren verfolgt, die dahin und dorthin führten und was ich wiederholt finde, ist eine kleine Gruppe von Leuten auf dem Planeten, die die Masse der Menschheit beherrschen und die keineswegs das Wohl der Menschheit im Sinne haben - eine weitere starke Untertreibung - , aber warum soll ich hier aufhören? Was ich sehe, ist eine andauernde und meist erfolgreiche Bestrebung von dieser kleinen Gruppe, einen Totalitarismus, in einer oder anderen Form, in der Politik, Religion und in allen Bereichen der Wissenschaft und letztlich in der ganzen Welt zu erzwingen. Und immer wieder benutzen sie Katastrophen, um ihre Macht zu konsolidieren. Lesen Sie Naomi Kleins Buch The Shock Doctrine, um genau zu erfahren, wie das gemacht wird und wie es immer schon funktioniert hat. Es gibt nichts Neues unter der Sonne!

Parallel zu dem anwachsenden Wissen über die Pathologischen an der Macht läuft eine immer umfangreicher werdende Forschung einiger vereinzelter Wissenschaftler und Forscher, die eindeutig aufzeigt, dass durch Kometen verursachte Katastrophen zyklisch sind, und dass es durchaus möglich ist, dass noch ein paar ,große Brocken' im Taurid Meteorstrom vorhanden sind. Es kann auch sein, dass neue Schwärme von Kometen auf uns zukommen, wie jüngste Ereignisse von ,globaler Erwärmung" auf anderen Planeten und dem Einfangen von neuen Monden anderer Planeten anzudeuten scheinen. Auf alle Fälle ist es sicher, dass etwas in unserem Sonnensystem im Gange ist, und wir müssen wissen, was das ist. Falls eine Katastrophen in unserer Zukunft warten, ist es nur anzunehmen, dass die Elite dies als gute Gelegenheit für ihren Versuch nutzen wird, mittels Schock-Taktiken ihre Macht über die ganze Welt auszuweiten, obwohl es möglich ist, dass nur wenige Menschen übrig bleiben und die Elite dann nicht mehr ausmachen würde wie ,ein großer Frosch in einem kleinen Teich" - in einem, der dann vielleicht sogar zugefrorenen ist.

Hannah Arndt ringt in ihrem Buch The Origins of Totalitarianism erbittert mit diesem Problem, kommt aber auf keine vollständige Erklärung oder Lösung. Nach Allem, was sie gesehen und erlebt hatte, nach ihrer Forschungsarbeit, schrieb sie in der Einführung zu ihrem Buch:
Nach zwei Weltkriegen in einer Generation - nur durch eine ununterbrochene Reihe von örtlichen Kriegen und Revolutionen voneinander getrennt - , wonach es keinen Friedensvertrag für die Besiegten und keine Ruhe für den Sieger gibt, erwarten wir jetzt den dritten Weltkrieg zwischen den zwei übrig gebliebenen Weltmächten. Dieser Augenblick der Erwartung ist wie die Ruhe, die einsetzt, nachdem alle Hoffnung gestorben ist. Wir hoffen nicht mehr auf eine etwaige Wiederherstellung der alten Weltordnung mit all ihren Traditionen, oder auf die Wiedervereinigung der Menschen aller fünf Kontinente, die durch die Gewalttätigkeiten der Kriege und Revolutionen und den darauffolgenden Zerfall aller überlebenden Werte in chaotische Zustände getrieben wurden. Unter komplett verschiedenen Bedingungen und Umständen beobachten wir die Entwicklung der gleichen Phänomene: Obdachlosigkeit in einem noch nie gesehenen Umfang und Entwurzelung einer noch nie gesehenen Tiefe.

Noch nie war unsere Zukunft so unvorhersehbar, noch nie waren wir so sehr von politischen Einflüssen abhängig - denen man jedoch nicht trauen kann, weil sie nicht den Regeln des gesunden Menschenverstandes oder des Gemeinwohls folgen - ; Einflüsse, die wie reiner Wahnsinn aussehen, wenn man sie nach den Maßstäben anderer Jahrhunderte beurteilt. Es ist, als ob sich die Menschheit in zwei Stücke geteilt hat; auf der einen Seite stehen diejenigen, die an die unbegrenzte Macht eines Menschen glauben (sie denken alles sei möglich, wenn man nur die Massen entsprechend organisiert) und auf der anderen Seite stehen diejenigen, für die ihre eigene Machtlosigkeit die Haupterfahrung ihres Lebens geworden ist.


Hannah Arendt
Auf der Ebene des historischen und politischen Denkens herrscht eine allgemeine aber schlecht definierte Übereinstimmung, dass die fundamentale Struktur aller Zivilisationen dem Einstürzen nahe ist. Obwohl diese Struktur in einigen Teilen der Welt etwas besser erhalten scheint, kann sie auf dieser Grundlage jedoch nirgendwo Führung für die mögliche Entwicklung dieses Jahrhundert geben, noch eine angemessene Antwort auf ihre Untaten geben. Verzweifelte Hoffnung und Furcht sind solchen Ereignisse oft näher als ausgewogenes Urteil und Einsicht. Diese Ereignisse unserer Zeit werden von den Anhängern des unausweichlichen Weltuntergangs ebenso schell vergessen, wie von denen, die sich einem unbekümmerten Optimismus hingegeben haben. [...]

Dieses Buch [...] wurde auf Grund der Überzeugung geschrieben, dass es möglich sein müsste, den verborgenen Mechanismus zu entdecken, der es möglich machte, dass alle traditionellen Elemente unserer politischen und geistigen Welt in einem gleichmäßigen Gemisch aufgelöst wurden, wo Alles seine echten Werte zu verlieren scheint und unerkenntlich wird für menschliches Verstehen und unbrauchbar für menschliche Zwecke. Sich diesem Prozess des Verfalls hinzugeben ist zu einer unwiderstehlichen Verführung geworden, nicht nur weil es den flüchtigen Glanz ,historischer Notwendigkeit' angenommen hat, sondern auch weil alles Andere begonnen hat, leblos, blutlos, bedeutungslos und unwirklich zu erscheinen.

Die Überzeugung, dass alles, was auf Erden geschieht, dem Menschen verständlich sein muss, kann zu einer zu herkömmlichen Betrachtung der Geschichte führen. Verständnis bedeutet nicht die Leugnung des Unerhörten, die Ableitung des Unbekannten vom Bekannten, oder die Erklärung von Phänomenen mittels Analogien und Allgemeinheiten, die den Schock des Erlebens mildern. Im Gegenteil, es verlangt genaue Untersuchung und ein bewusstes Tragen der Lasten, die uns unser Jahrhundert auferlegt hat - weder deren Existenz zu leugnen, noch demütig dieser Last zu unterliegen. Verständnis bedeutet, unvoreingenommen und aufmerksam der Wirklichkeit ins Gesicht zu schauen.

In diesem Sinne muss es möglich sein, die schrecklichen Tatsachen zu verstehen und klar zu sehen, wie z.B. das unscheinbare (und im Rahmen der Weltpolitik so unwichtige) Phänomen der ,Judenfrage" und des Antisemitismus zur Entstehung des Nazismus führen konnte, dann zum Weltkrieg und letztlich zur Errichtung der Todesfabriken [...] oder der merkwürdige Widerspruch zwischen erklärtem zynischen ,Realismus' der totalitären Anhänger und ihrer offensichtlichen Verachtung der gesamten Wirklichkeit. [...]

Der Versuch des Totalitarismus, die Welt zu erobern und total zu beherrschen war eine verwüstende Flucht aus der Sackgasse. Sein Sieg könnte gleichzeitig den Untergang der Menschheit herbeiführen; wo immer auch Totalitarismus herrschte, folgte die Zerstörung des menschlichen Geistes.

[Hannah Arendt, Sommer 1950]
Hannahs Bemerkungen und Beobachtungen, die sie von ihrem eigenen Schmerz und von ihrer Erfahrung ausgewrungen hat, waren nie zutreffender als heute, da wir genau dem gegenüberstehen, was sie beschrieben hat: Globaler Totalitarismus erhebt sich wie ein mächtiger Moloch mit dem Ende der Menschheit in Sicht. Und noch nie haben wir mit größerer Klarheit die Eigenschaften des autoritären Typus gesehen, den Hannah ebenfalls beschrieb: ,erklärter zynischer Realismus und [...] offensichtliche Verachtung der gesamten Wirklichkeit." Wenn Sie eine ausgezeichnete Darstellung dieses Typus sehen wollen, dann schauen Sie sich den Film Von Löwen und Lämmern an. Tom Cruise liefert darin eine hervorragende schauspielerische Leistung.

Hier bei SOTT.net diskutieren wir regelmäßig das Problem der pathologisch Abweichenden und wie Pathologie ein Individuum dazu treiben kann, Macht über Andere gewinnen zu wollen. Wir haben das Werk von Andrzej Lobaczewski, Politische Ponerologie neu veröffentlicht; es bietet einen weitreichenden Rahmen zum Verständnis des Bösen - insbesondere des politischen Bösen.

Soweit ich sehen kann, hat Hannah Arendt das Problem der [psychologischen] Pathologie und ihren verderblichen Einfluß auf die Gesellschaft nicht erwogen und sie beachtete auch nicht, dass Judaismus und seine Abkömmlinge, Christentum und Islam, die Überträger der Krankheit Totalitarismus sein könnten. In diesem Zusammenhang ist es außerordentlich wichtig zu verstehen, wie und von wem Religionen erschaffen wurden - im Allgemeinen von pathologisch Abweichenden - und wie sie in Verbindung mit Politik benutzt wird, um die Menschenmassen zu kontrollieren. Das bringt uns zurück zu dem Problem der Kometen in unserem Himmel und ihre Einschläge auf unserem Planeten.

Als ich den vielen Spuren folgte, die mit diesem Thema zusammenhängen, fiel mir auf, dass Kometen in der Tat sehr viel mit den gesellschaftlichen Problemen auf unserem Planeten zu tun haben: Psychopathen.

Man könnte berechtigterweise fragen: Ist hier ein evolutionärer Vorgang am Werk? Es ist klar, dass eine unglaublich große Zahl Menschen immer wider sterben, wenn sie ihr Vertrauen auf Lügen und Lügner setzen. Und beinahe genauso oft geraten die Lügner, die an der Macht sind, in Schwierigkeiten, wenn sie zu weit gehen und Fakten ignorieren. Falls es sich hier um Evolution handelt, wäre es nur logisch, dass diese Individuen mitsamt ihren Nachkommen - die allesamt Lügen glauben - sich dadurch aus dem Erbgut eliminieren. Was mit jenen passiert, die - wie Arendt es formuliert - versuchen, Verständnis zu erlangen und den Tatsachen unserer Wirklichkeit ins Auge zu sehen, wird sich wohl im Lauf der Zeit noch zeigen. Sie stellt weiterhin fest, dass dieses Verständnis weder das Außerordentliche leugnen darf, noch das Unbekannte von Bekanntem ableiten darf.

Höhlenmalerei
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Eine Höhlenmalerei von Händen und Vögeln, gefunden in Rio Pinturas, Argentinien
Wie Sie sehen, sollten nach den Regeln der Evolution Psychopathen nicht existieren. Im Verlauf der Geschichte kann man sehen, dass die Menschheit zusammenarbeiten und füreinander sorgen musste, damit sie überleben und eine weitere Generation zeugen konnte, um die Entwicklung der Gesellschaft fortzuführen. Die meisten menschlichen Dynamiken sind grundsätzlich Versuche, Probleme auszuarbeiten und zu einer Lösung zu kommen, mit der die Mehrzahl einverstanden ist; zumindest geschieht das zwischen zwei Personen. Vertrauen ist dabei am wichtigsten. Wenn dich jemand betrügt, dann kannst du mit dieser Person weder leben noch arbeiten. Daher folgt, dass Psychopathen, die nicht vertrauenswürdig sind, schon lange ausgestorben sein müssten. Aber das ist nicht der Fall, denn es scheint, dass Psychopathie am Wachsen ist!

Im Verlauf der Geschichte bis hin auf den heutigen Tag können wir sehen, dass es für den Psychopathen äußerst vorteilhaft ist, wenn er der Einzige in einer Gruppe vertrauensseliger Leute ist. Wenn die Gruppe wächst, kann sie mehr Psychopathen aufnehmen. Wenn die Anzahl der Menschen, die Psychopathie-Gene tragen, klein genug ist, können sie sich in phänomenal guter Weise vermehren. Glenn Whitman erläutert dies:
Diese Erklärung zeigt nicht nur warum Psychopathen existieren, sondern auch warum wir nicht alle Psychopathen sind. Wenn es nur eine geringe Anzahl von Psychopathen in der Bevölkerung gibt, dann ist es vorteilhaft ein Psychopath zu sein, weil man dann meistens gewinnbringende Begegnungen mit wohlgesonnenen Leuten hat. Aber wenn es zu viele Psychopathen gibt, dann werden die Gewinne der Ausnutzung der wohlgesonnenen Leute durch die Verluste der Auseinandersetzungen mit anderen Psychopathen stark vermindert. Herrscht Gleichgewicht, gibt es Psychopathie und wohlgesonnene Leute, deren jeweiliges Verhalten ungefähr gleich große Gewinne bringt; die präzise Balance wird durch den relativen Profit der verschiedenen Konfrontierungen bestimmt.
Das Problem ist jedoch, wie schon bemerkt, dass wir in einer Zeit leben, in der die Psychopathie scheinbar exponentiell im Anwachsen ist. Und mehr noch - wie Hannah Arendt festgestellt hat, und was heute mehr denn je gilt - , die Geschichte in der Gesamtschau zeigt uns, dass die Psychopathen gewinnen; und das bedeutet den Untergang für Alle, einschließlich der Psychopathen.

Das bringt uns zu dem folgenden Problem: Psychopathie mit ihren gegebenen Eigenschaften und Wirkungen hätte lange schon die völlige Vernichtung der menschlichen Species erreicht, FALLS sie - als ein Taxon - während der gesamten Evolution der Menschheit existiert hätte. Und das führt uns zu der Folgerung, dass es nicht so war. Die Nachforschungen von Marija Gimbutas weisen darauf hin, dass es eine Zeit gab, in der die Psychopathie nicht ,an der Spitze' war.

Wie weit auch archäologische Funde in die Vergangenheit reichen - sprich ,harte wissenschaftliche Fakten" - wir finden überall die Verehrung der Großen Himmlischen Göttin; eine Einstellung, bei der das gesamte Universum als der lebende Körper der Göttin/Mutter/Creatrix verehrt wurde. Diese Göttin wurde durch die doppelten Wellenlinien des Wassers symbolisiert - sowohl im Sinne des kosmischen Sees von Potenzial/Aktivierung, als auch im Sinne der lebenspendenden Feuchtigkeit; eine Emanation des Körpers der Göttin und gleichzeitig aller Frauen als ihre Vertreterinnen auf Erden; die Meere und Seen, Flüsse und Quellen.

Sie war die Göttin des Himmels, und die Erde war ihr Mutterleib, und alle auf Erden waren ihre Kinder. Der ,Sohn/Sonnen-König" starb jedes Jahr und wurde im Laufe der Jahreszeiten wiedergeboren. Zeremonien und Rituale wurden durchgeführt, um die Wiedergeburt des ,Sohnes/Sonne" durch den ,Mutterleib der Erde" - das fruchtbare Organ der Kosmischen Mutter - sicherzustellen. Damals gab es eine Reinheit und Unschuldigkeit... eine pastorale, arkadische Einfachheit und Symmetrie des Lebens. Männer und Frauen waren als ,Zwillingskinder" der Göttin gleichwertig.

Frauen wurden geehrt und geliebt in ihren dreifachen Erscheinungen: die Jungfrau/zukünftige Mutter; die Mutter/Ernährerin; und die Alte/Weise. Männer waren Partner und Beschützer der Frauen und dadurch gleichzeitig Schützer ihres eigenen Seins, denn sie alle waren geboren und aufgezogen von Frauen. Die männliche Energie diente der weiblichen, weil das Weibliche dem Männlichen diente; es herrschte ein Kreislauf der Energie, Synergie, Symmetrie und Gleichgewicht.

An einem Punkt jedoch wurden die Wellenlinien des Wassers, das Kosmische Meer der Mutter, in das Symbol der Schlange geändert; die Frau wurde mit der Schlange anstatt mit den Sternen verbunden; und von da an ging alles bergab. Dieses Ereignis wird in Genesis 3:19 beschrieben, wo Yahweh Adam befiehlt: ,Im Schweiße deines Angesichts / sollst du dein Brot essen, / bis du zurückkehrst zum Ackerboden; / von ihm bist du ja genommen. / Denn Staub bist du, zum Staub musst du zurück."

An dieser Stelle wird der ,Staub" bzw. die Erde verleumdet und als wertlos verschmäht; im demselben Kapitel, wo auch die Frau verleumdet und als Verführerin bezichtigt wird. Aber in der früher existierenden Religion der Göttin ist die Erde, aus der alles Leben geboren wurde, NICHT Staub, sondern so lebendig wie der Mutterleib der Göttin! Gemäß den massiven Beweisen, die Marija Gimbutas gesammelt hat, war das ein äußerst alter und weltweiter Gedanke, der allen anderen Mythen zu Grunde liegt und um viele tausend Jahre älter ist als das vor dem männlichen Göttern dominierte Pantheon!
Das Hauptthema des Symbolismus der Göttin ist das Mysterium von Geburt und Tod und der Erneuerung des Lebens; nicht nur des menschlichen Lebens, sonder allen Lebens auf der Erde und im ganzen Kosmos. Symbole und Bilder umgeben die parthenogenetische Göttin und ihre Funktion als Spenderin des Lebens, Bringer des Todes und nicht zuletzt als Regeneratrix; Symbole und Bilder umgeben sie auch als Mutter Erde, als Göttin der Fruchtbarkeit, sowohl jung als alt, wachsend und sterbend mit allem Pflanzenleben. Sie war die einzige Quelle allen Lebens, die ihre Energie aus Quellen und Brunnen schöpfte, von der Sonne, dem Mond und der feuchten Erde. Dieses System der Symbole repräsentiert die zyklische, nichtlineare Zeit. In der Kunst wird das durch die Zeichen dynamischer Bewegung und drehende, tanzende Spiralen dargestellt [...]. [Gimbutas 1989]
An irgendeinem Punkt wurde die Göttin bzw. die Spenderin der Feuchtigkeit und allen Lebens mit der Schlange-als-Verführer identifiziert und wurde damit die böse Verführerin selbst. Es ist schwierig, das heute bekannte Knäuel von symbolischen Schnüren zu entwirren. Es sind heute zwei: eine stellt die von Frauen geleitete Schlangenkultur, die andere eine von Männern dominierte militaristische Schlangenkultur dar. Mann und Frau, die früher als die ursprünglichen ,Zwillinge der Schöpfung" vereint waren und die durch ihre Einheit die Schlange ,bezwingen" konnten, wurden in Gegenspieler verwandelt: nicht mehr im Gleichgewicht, Gegner anstelle von Partnern. Der wohltätige ,Sohn-König", der Anführer seiner Schar, wurde nicht mehr von der weiblichen Energie unterstützt und erhalten - von der Göttin kanalisiert durch den ,Baum", in Gestalt ihrer Repräsentantin auf Erden, die Frau - , sondern verwandelte sich in den männlichen ,Schlangentöter" UND den Aufseher und Unterdrücker der Göttin, die zum Hinhaltebeispiel der Verführung und gelegentlich auch Gefährtin der Schlange wurde!

Etwas später, so erzählen uns die Alten, verführte Eva Adam, erschlug Kain seinen Bruder Abel, und Psychopathie war auf unserem Planeten losgelassen.

Cain und Abel
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Cain und Abel -- zugerechet zu Vouet und zu Pietro Novelli
Wer war diese Schlange? Welche Spuren gibt es, die zu ihrem Erscheinen auf der Weltbühne führen? Wo? Wann?

Tunguska war der erste Schlüssel zu diesem Problem.

Falls die Kometeneinschläge in Tunguska vor einhundert Jahren sowie auf Jupiter von Shoemaker-Levy 86 Jahre später nicht stattgefunden hätten, wäre unsere Aufmerksamkeit weder auf bestimmte Aspekte unserer Geschichte gelenkt worden, die gründlich vertuscht wurden, noch auf die Auswirkungen dieser Lügen und Verzerrungen, die unsere Welt noch heute beeinflussen. Auf irgendeine Weise sind Psychopathen und Kometen unweigerlich miteinander verbunden; es ist sogar möglich, dass die gleichen kosmischen Kräfte, die Kometen in unsere Richtung schicken, auch die Psychopathen ,erschaffen' haben. Das möchte ich in dem letzten Artikel dieser Serie erforschen.

Fortsetzung folgt. Unser nächster Artikel bringt uns zum Ende der letzten Eiszeit, als die kosmische Schlange auf der Bühne erschien, und auch zu den Ereignissen, die dazu führten, dass wir uns mit dem Sechsten Aussterben befassten.