Die Besetzung des Gasfeldes In Amenas ist gewaltsam beendet worden: Algerien meldet, dass bei einem Militärsturm sowohl Geiseln als auch Entführer gestorben sind.

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Gasförderanlage des norwegischen Unternehmens Statoil in In Amenas
Algerische Einsatzkräfte haben die Gasanlage In Amenas gestürmt und damit die Geiselnahme gewaltsam beendet. Dabei starben laut Regierungsseite elf Dschihadisten. Sieben ausländische Geiseln seien offenbar von den Entführern getötet worden. Es sei ein "finaler Angriff" gewesen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur APS.

Das Gelände sei von den Geiselnehmern vermint worden, teilte das algerische Öl- und Gasunternehmen Sonatrach mit. Soldaten seien dabei, die Sprengsätze zu entschärfen.

Die algerische Zeitung El Watan berichtete, dass die Entführer am Samstagmorgen begonnen hätten, ihre Geiseln hinzurichten. Die Armee habe dann die Anlage gestürmt. Für die sieben Ausländer - laut Berichten drei Belgier, zwei US-Amerikaner, ein Brite und ein Japaner - war es jedoch zu spät. Laut El Watan hätten die Geiselnehmer ihren kollektiven Selbstmord vorbereitet. Sie seien aber von algerischen Spezialkräften neutralisiert worden.

Insgesamt seien bei der Geiselnahme 25 bis 27 Geiseln gestorben, hieß es von algerischer Seite. Mehrere ausländische Regierungen hatten in den vergangenen Tagen an die Regierung in Algier appelliert, dem Schutz der Geiseln höchste Priorität einzuräumen.

Das Außenministerium in Berlin bekräftigte, dass es keine deutschen Geiseln gegeben habe. Es reagierte auf eine Meldung der Nachrichtenagentur Reuters, derzufolge unter den befreiten Entführungsopfern auch zwei Deutsche gewesen seien.

Die schwer bewaffneten Islamisten hatten die Anlage am Mittwoch besetzt und zunächst mehr als 600 Geiseln genommen. Am Donnerstag griff das Militär die Anlage an. Die Dschihadisten hatten unter anderem das Ende des von Frankreich angeführten internationalen Militäreinsatzes in Mali verlangt.

dpa, AFP, Reuters, rav