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Hungerstoffwechsel wird Ketose auch genannt. Das liegt daran, dass sie nach einem längeren Hungerzustand eintritt. Allerdings gelangt der Mensch auch dann in Ketose, wenn er nur wenige Kohlenhydrate (unter 50g/Tag) zu sich nimmt, jedoch reichlich Fett und Eiweiß. Aber was passiert nun in der Ketose?

Normalerweise ist das Gehirn zur Energieversorgung auf Glucose angewiesen. Diese gewinnt der Körper primär aus Kohlenhydraten. Daher stammt übrigens auch das Märchen, der Mensch bzw. sein Gehirn brauche Zucker, um zu überleben. Tatsächlich kann der Körper auch zugeführte Proteine (zu rund 50%) und Fette (zu rund 10%) in Glucose umwandeln. Dies ist allerdings nicht besonders effizient und schon bald greift der Körper auf Glykogen (die Speicherform der Glucose) aus Muskeln und Leber zurück. Und wenn diese aufgebraucht sind? Keine Bange: Das Gehirn schaltet sich dann nicht einfach aus.

Her mit dem Fett!

Wenn keine Glucose mehr zur Verfügung steht, beginnt der Körper, sogenannte Ketonkörper aus Fettsäuren herzustellen. Diese Ketonkörper dienen dem gesamten Körper, besonders aber dem Gehirn, als Energiequelle. Damit diese Nutzung von Fettsäuren als Quelle von Ketonkörpern stattfinden kann, muss der Stoffwechsel allerdings erst einige Enzyme bilden. Dies dauert einige Tage, weswegen sich kurzfristig Symptome wie Kopfschmerzen, Müdigkeit oder Schwäche zeigen können - die sogenannte “Low Carb Flu” (Wenig-Kohlenhydrate-Grippe).

Einer der großen Vorteile der Ketose ist, dass der Körper nun einen sogenannten Fettstoffwechsel fährt. Er ist darauf optimiert, Fett als Energiequelle zu nutzen und das erklärt auch, warum sich in diesem Zustand hervorragend überschüssiges Körperfett abbauen lässt. Ein Umstand, den sich schon Dr. Atkins vor über 40 Jahren in seinem Diät-Konzept zu Nutze machte.

Dabei ist Ketose nicht zu verwechseln mit der Ketoazidose. Diese Übersäuerung des Körpers ist tatsächlich gesundheitsschädlich und kann auftreten, wenn der Mensch längere Zeit in Ketose oder gar extremer Ketose (gar keine Kohlenhydrate) verweilt. Sie kann auch dann auftreten, wenn eine Erkrankung an Diabetes Typ 1 vorliegt. Ketoazidose macht sich oftmals auch durch Mundgeruch bemerkbar.

Wir brauchen keinen Zucker

Es ist also, wie bereits erwähnt, keineswegs nötig, Zucker oder andere Kohlenhydrate zu essen. Darüber hinaus ergeben sich durchaus Vorteile daraus, seinen Kohlenhydratkonsum einzuschränken. Um in Ketose zu gelangen und darin zu bleiben, gibt es sogar Teststreifen, denn der Zustand lässt sich auch über den Urin feststellen. Da die Schwellwerte individuell variieren, kann es Sinn machen, sich genauer damit auseinander zu setzen. Tendenziell, und dies empfahl schon Dr. Atkins, reicht es wohl, eine kurze Zeit vollständig auf Kohlenhydrate zu verzichten und später den Konsum auf maximal 40-50g/Tag zu beschränken, um voll von der Ketose zu profitieren. Doch wie gesagt: Individuell kann dies unterschiedlich ausfallen.

Allerdings kann dauerhafte Ketose auch gesundheitliche Risiken bergen, weswegen dies nicht unbedacht praktiziert werden sollte.

Selbstverständlich ist es bereits sinnvoll, statt einem totalen Verzicht einfach nur den Kohlenhydratkonsum gegenüber den Durchschnittswerten in Industrienationen einzuschränken. Beschrieben habe ich dies im Artikel: Wie viel Kohlenhydrate soll ich essen?

Quellen und weiterführende Informationen: