UFO-Akten
© National Archives of Australia, naa.gov.au
Akten über eine UFO-Sichtung über dem einstigen britischen Nuklear-Testgelände Wewak (Northern Territory) im Juli 1965.
Canberra (Australien) - Mindestens 30 Jahre nach den darin dokumentierten Vorfällen hat nun auch Australien einst geheime offizielle UFO-Akten veröffentlicht. Darin finden sich neben einem Bericht über einen falschen UFO-Alarm 1983, auch die Beschreibung möglicher kreisrunder Landespuren, sonstiger UFO-Sichtungen durch Zivilisten und durch Polizeibeamte, auch der Bericht über eine UFO-Sichtung über einem auch für Atomtest genutzten Areal im Juli 1965.

Freigegeben wurden die Akten aktuell im Rahmen des Ablaufs der 30jährigen Sperrfrist auf ehemals geheime militärische und Regierungsunterlagen. Die Dokumente sind fortan auch Online auf den Seiten der "National Archives of Australia", dem australischen Nationalarchiv einzusehen.

Den Dokumenten zufolge meldete Constable H. D. Scarborough am Abend des 15. Juli 1960 den Verlust eines zu Messzwecken verwendeten Ballons in Wewak, einem Gelände, das im Rahmen britischer Atomtests im australischen Northern Territory verwendet wurde. Bei einer Überprüfung stellte sich jedoch heraus, dass alle Ballons intakt und vorhanden waren. Aus den Aussagen Scarboroughs zum Vorfall geht allerdings hervor, dass er von seinem Observationspunkt ein Objekt von der Helligkeit eines klaren Vollmondes wahrnehmen konnte und es dabei beobachtete, wie es sich in Bodennähe bewegte. Als er seine Station verließ, stellte er fest, dass es sich um einen weißen Lichtpunkt handelte, der sich von Osten nach Westen bewegte. Als das Objekt näher kam und größer wurde, änderte sich seine Farbe zu einem rötlichen Ton. Aufgrund seiner Position und Größe vermutete Constable Scarborough zuerst, einer der Messballons habe Feuer gefangen und meldete den Zwischenfall. Im Nachhinein konnte keine genaue Größe des Objekts ermittelt werden. Scarborough gab jedoch an, das Objekt für ungefähr 30 Sekunden beobachtet zu haben.

Das Licht wurde außerdem von weiteren Zeugen (hauptsächlich Techniker und Militärangehörige), die sich sowohl nahe dem Testgelände, als auch in der nahe gelegenen Siedlung Maralinga aufhielten, gesehen. Auch nach gründlichen Untersuchungen, so die Akten, konnte keine zufrieden stellende Erklärung für das Phänomen gefunden werden.

Anders verhielt es sich hingegen angesichts von Radarortungen im Juni 1983, durch die im Rahmen der Operation "Close Encounter" (Nahebegegnung) die australische Flugabwehr in die zweithöchste Alarmstufe versetzt wurde. Eingeleitet wurde die Operation am 30. Juni 1983 von der 3. Kontroll- und Berichtseinheit der Air Force Base in Williamtown, nachdem jeweils 130 bis 280 Kilometer nördlich von Sydney Mitte Juni immer wieder Objekte mit Geschwindigkeiten zwischen 1100 und 6500 km pro Stunde vom Radar registriert wurden. Die Militärflugzeuge sollten im Fall weiterer Radarkontakte unmittelbar aufsteigen, um die Objekte abzufangen. Dazu sollte es jedoch nie kommen, da ein hochrangiger Mitarbeiter der Air Force die Signale durch eine Störung des Radars - sogennante "running rabbits" - erklären konnte.

In einem anderen in den Akten beschriebenen Fall, soll 1982 ein nahe Adavale in Queensland gelandetes Objekt Landespuren hinterlassen haben. Wie der Polizeibeamte Geoffrey Russel in seinem Bericht an die Amberley Air Force Base darlegte, dachte er zuerst an Spuren eines Motorrads, verwarf diese Möglichkeit aber schnell wieder und stellte fest: “Ich habe das starke Gefühl, dass dies kein Scherz ist, auch wenn ich die Ursache für das Phänomen nicht kenne.“ Im weiteren Verlauf beschreibt Russel die Abdrücke als einen großen Kreis (Ring) mit einem Durchmesser von ca. 23 Metern der einen inneren Kreis von knapp 20 Metern umschließt. Die Kreise hatten eine breite von 16 cm und waren 15-20 mm tief. Die Erde um den äußeren Kreis machte den Eindruck, als sei sie weggeblasen worden. In den Akten ist auch von Bildern der Spuren die Rede - diese Lagen den Akten jedoch nicht bei.

Ebenfalls aus Queensland stammt der Bericht des Milchfarmers Robin Priebe und seiner Frau, die sich an einem frühen Julimorgen 1983 an die Polizei in Imbil gewandt hatten, um von der Sichtung eines ungewöhnlichen Objekts nördlich der Stadt zu berichten. Durch ein Fernglas konnten die beiden beobachten, dass das erst rote und im weiteren Verlauf weiß leuchtende Objekt scheibenförmig war und an der Außenseite neben einem sehr hellen Licht auch mehrere blinkende Lichter besaß. Das beschriebene Objekt wurde auch von Constable R. Keys und Sergeant Waterson gesehen. Beide hielten das Objekt nicht für ein herkömmliches Fluggerät.

UFO-Foto
© National Archives of Australia
Falschfarbenabbildung des einzigen UFO-Fotos in den jetzt veröffentlichten australischen UFO-Akten.
Die einzige Fotografie die den Akten beigelegt war, zeigt ungewöhnliche Lichter über der Stadt Bendigo. Im Mai 1983 erhielt der damals 17jährige Radio-DJ Mike Evans mehrere Anrufe die das Phänomen beschrieben. Als er die Lichter schließlich selber sah, gelang es ihm einige Bilder zu machen. In den Akten wurden für den fraglichen Abend "ungewöhnliche Wetterbedingungen" vermerkt.

Die Leiterin der Abteilung für Digitalen- bzw. Onlinezugriff des Nationalarchivs Zoe D’Arcy kommentiert die Freigabe der Akten gegenüber der australischen Zeitung The Age (theage.com.au) wie folgt: "Wo sie und ich denken - ein UFO, ein Raumschiff - gehen verantwortliche der Luftwaffe und anderer Dienste viel mehr von einer Bedrohung für die nationale Sicherheit aus."

"Bei den meisten Akten die man ließt, denkt man, das könnte eventuell ein Meteorit oder so etwas sein, aber es gibt auch einige Akten die man liest und sich fragt - Hmm, was könnte das denn nur gewesen sein?"

Abschließend stellt D’Arcy fest: "Diese Dinge kann ich mit meinem Wissensstand nicht erklären. Was war es was diese Leute beobachtet haben? Diese Frage ist einfach vollkommen offen und das fasziniert mich daran."

Quellen: naa.gov.au, theage.com.au, exopolitik.de