Mehr als 600 Festnahmen in vier Provinzen
Unruhen Argentinien
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Im Skiort Bariloche begannen die Unruhen.
Buenos Aires - Bei sozialen Unruhen und Plünderungen sind in argentinischen Städten im Vorfeld der Weihnachtsfeiertage zwei Menschen ums Leben gekommen. Mindestens 63 wurden verletzt, wie die Nachrichtenagentur DyN am Freitag berichtete. In vier verschiedenen Provinzen des südamerikanischen Landes seien über 600 Menschen festgenommen worden.

Geschäfte leergeräumt

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Vorwiegend Jugendliche beteiligten sich an den Ausschreitungen.
Die Plünderungen hatten am Donnerstag in einem Armenviertel in Bariloche in Patagonien begonnen und sich auf Rosario 300 Kilometer nördlich von Buenos Aires ausgeweitet. Am Freitag wurden dann auch in zahlreiche Vororten der argentinischen Hauptstadt sowie in Posadas im Norden und Viedma im Süden Supermärkte und Geschäfte geplündert. Vor allem Jugendlichen warfen Steine in die Schaufenster und räumten die Geschäfte leer.

Eines der Todesopfer in Rosario sei erschossen worden, das andere durch eine Stichwaffe getötet worden, teilten die Behörden in der drittgrößten Stadt Argentiniens mit. Die genauen Umstände waren unklar. Plünderungen gab es am Freitagnachmittag unter anderem auch in San Fernando, einer Vorstadt der Hauptstadt Buenos Aires. Der Sicherheitsminister der Provinz Santa Fe, Raul Lamberto, bezeichnete die Plünderer als "sehr jung", sie würden "vor allem alkoholische Getränke" stehlen und von "Anstiftern" angetrieben.

Regierung: Gewerkschaften sind Anstifter

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Die Polizei setzte Tränengas ein.
Ministerpräsident Juan Manuel Abal Medina warf den Gewerkschaften vor, die Plünderungen zu organisieren. Mehrere Gouverneure hätten mitgeteilt, dass hinter ihnen Gruppen steckten, die Verbindungen zur Lkw-Fahrer-Gewerkschaft hätten, sagte er. Der Vorsitzende der Gewerkschaft CGT, Hugo Moyano, wies dies zurück. Die Unruhen zeigten die wirtschaftliche Not der Bevölkerung in dem inflationsgeplagten Land, sagte er. "Es gibt Menschen, die schlafen unter Autobahnen oder Bäumen."

Vor genau zwölf Jahren hatten in Argentinien mit Plünderungen soziale Unruhen begonnen, die schließlich zum Rücktritt des damaligen Präsidenten Fernando De la Rua führten.

(APA)