Vor einigen Tagen habe ich erfahren, dass Andrea Fornella Abbott, 41, am Dienstag wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses für schuldig befunden wurde, nachdem sie im July 2011 im Flughafen Nashville International festgenommen wurde. Ihr drohten 30 Tage im Gefängnis und eine 50 $ Geldstrafe, wobei der Richter die Strafe auf Bewährung aussetzte, weil sie noch nicht vorbestraft war. "Na und?" mögen Sie sich fragen. Was mich an der ganzen Sache stört ist ihre angebliche "Ruhestörung". Ihr "Verbrechen" bestand darin, mit den TSA-Angestellten zu streiten weil sie nicht zulassen wollte, dass diese die Intimzone ihrer 14-jährigen Tochter während einer "Routine-Durchsuchung" berührten, und die Durchsuchung schließlich auch für sich selbst ablehnte. Sehen Sie, die Erregung öffentlichen Ärgernisses kam nicht von einer Mutter, die zu Recht über den Privatbereich und die Intimsphäre ihrer Tochter und ihrer selbst besorgt war, sondern von den TSA-Beamten, die unziemliches und - nennen wir das Kind beim Namen - pathologisches Benehmen institutionalisiert haben, basierend auf der Großen Lüge des Krieges gegen den Terrorismus als Rechtfertigung.

Hier ist ein Video des Zwischenfalls. Obwohl kein Ton verfügbar ist, ist es offensichtlich, dass Andrea Fornella nur ihren Standpunkt verteidigte. So viel zur Illusion der freien Meinungsäußerung.


Dieser Fall ist im Kleinem repräsentativ für die Situation in der "Wir das Volk" uns zu diesem Zeitpunkt in Beziehung zu den Machthabern und ihren Handlangern befinden. Die Dinge haben sich weit über die grundlegende Verwaltung der Bürger, die man von einer Regierung erwarten würde, hinaus entwickelt. Ähnlich wie in einigen der düstereren Teile der Geschichte, stehen wir pathologischen Extremen gegenüber. Denken Sie nur einmal an die systematische Inhaftierung und Vernichtung eines ganzen Volkes als "Läuse", um Hitlers Begriff für Juden zu verwenden. Oder an die Exzesse der Römischen Kaiser. Oder an die Stasi in Ost-Berlin, die Haushalte verdächtigte deren Fernsehantennen nach Westen gerichtet waren. Zwar manifestieren sie sich nicht immer auf die gleiche Weise, doch die Natur und die Essenz von pathologischem Verhalten ist immer die selbe. Es geht darum, Menschen wie Objekte zu behandeln. Aber heutzutage, so denke ich, gehen wir durch eine besonders schlimme Phase des historischen Zyklus des Missbrauchs. Einige der Dinge die unschuldigen Menschen angetan werden, würde man nicht mal mit Wertgegenständen machen.

Die Geschichte ist eine Ansammlung von Verbrechen, deren größter und schlimmster Teil von Menschen in Machtpositionen gegen einfache Bürger ausgeübt wurde. Jene, die in einer normalen Welt damit beauftragt wären Gerechtigkeit, Gleichheit und Menschenrechte zu verteidigen, und damit allen zu dienen, sind stattdessen damit beschäftigt ihre Privilegien zu verteidigen und Ressourcen aus anderen herauszupressen, sei es durch Hinterlistigkeit, Propaganda, Gewalt oder einer Kombination aus all diesem. Die Resultate des Wirkens einer psychopathischen Elite - einer Pathokratie - sind es, was den Schrecken der Geschichte ausmacht. In ihrem neuen Buch - das bald erscheinen wird - schreibt Laura Knight-Jadczyk:
Wie die große Religionshistorikerin Mircea Eliade aufgezeigt hat, zeichnet das Studium der Geschichte, durch all seine Teilbereiche hindurch, ein Bild der Menschheit, welches geradezu unerträglich ist. Die Überfälle, Eroberungen und die Verwüstungen durch die räuberischen Wanderungen hungriger Stämme; die barbarischen Eindringlinge der Antike; das Blutbad welches die Kreuzzüge eines Katholischen Europa unter den "Ungläubigen" des Mittleren Ostens anrichtete; das bedrohliche "Mittags-Grauen" der Inquisition, wo Märtyrer die Flammen mit ihrem Blut löschten; und der wütende Holocaust des modernen Genozids. Kriege, Hunger, Seuchen; all diese Tatbestände erzeugen ein unerträgliches Gefühl von Hilflosigkeit gegen das, was Mircea Eliade den Schrecken der Geschichte nennt.
Studiert der Mensch die Geschichte SO WIE SIE IST, so sieht er sich gezwungen einzusehen, dass er sich im eisernen Griff einer Existenz befindet, die über seinen Schmerz und sein Leiden wenig bekümmert zu sein scheint. Wieder und wieder wird die Menschheit von den gleichen Plagen heimgesucht, millonenfach vervielfältigt, über viele Jahrtausende hinweg. Die Gesamtheit des menschlichen Leidens ist furchteinflößend. Ich könnte bis zum Ende der Welt schreiben, Ozeane von Tinte und ganze Wälder Papier aufbrauchen, und dennoch wäre ich nicht in der Lage diesen schrecklichen Zustand, in dem die Menschheit sich befindet, angemessen zu beschreiben.

Das Monster launenhafter Katastrophen hat uns immer begleitet. So lange menschliche Herzen heißes Blut durch ihre zu zerbrechlichen Körper gepumpt und vor unaussprechlicher Wonne des Lebens geglüht haben, sich sehnend nach allem was gut ist und recht und liebend, so lange hat das spottende, pirschende, geifernde und hinterhältige Monster des "wirklichen Lebens" sich die Lippen geleckt, in freudiger Erwartung auf sein nächstes Festmahl aus Schrecken und Leiden. Seit Anbeginn der Zeit hat dieses Mysterium des Erbe des Menschen, dieser Fluch des Kain, existiert. Und seit Anbeginn der Zeit war der Schrei: "Meine Strafe ist zu schwer, als dass ich sie ertragen könnte."[Mircea Eliade]
Wenn man jedoch dabei ertappt wird wie man so etwas sagt, dann wird man "ausgestoßen", man ist antisozial, und man wird von denen, die den Status Quo akzeptieren als unfähig erklärt, einen Sinn im Leben zu erkennen. Man ist ganz einfach nicht "konform mit dem Programm", man ist nicht obrigkeitshörig. Zeigt man auf, dass die Taten unserer Obrigkeiten nicht mit ihren Worten übereinstimmen, dass etwas in unserer Welt furchtbar schief läuft, dann wird man "ausgestoßen" und man man leidet unter einer "persönlichen Befangenheit" die sich nicht "im Einklang“ mit der Realität befindet. Schließlich ist unsere Welt doch prima: 2 Milliarden Tote in einem Jahrhundert der Kriege und Hungersnöte ist nunmal in dieser Realität der "Preis den man zahlen muß". (Das ist die sozio-politische Sichtweise, nicht die der kognitiven oder sozialen Wissenschaften, obwohl es auch hier Wissenschaftler gibt, die korrumpiert worden sind um solche Ansichten zu vertreten, einschließlich Psychologen die Arbeiten darüber verfassen, dass Folter eine wirksame Methode ist um an Informationen zu gelangen - kranke Schweine, allesamt.)
Für diejenigen unter uns, die nicht zu der Elite gehören, wird die Geschichte in "stiller Verzweiflung" gelebt, und in der Hoffnung, dass einem selbst und seiner Familie die schlimmsten Formen der Grausamkeit erspart bleiben. Wir nennen es "gute Zeiten" wenn unser Teil des Planeten nicht gerade vom Stiefel des Krieges zertreten oder von Armut geplagt wird, und wir tun oft so, als ob das Leid in weit entfernten Gegenden nicht wirklich existieren würde. Weghören und Wegsehen. Wenn sich uns eine Katastrophe nähert, dann leugnen wir sie anfangs; wenn sie uns dann gefährlich nahe kommt, dann erheben einige von uns ihre Stimmen, protestieren und rebellieren auf verschiedene Arten und die Autoritäten reagieren dann mit eiserner Faust. Das ist die Lage in der sich große Teile der Welt heute befinden, vor allem die sogenannten "freien" Länder wie die USA und die EU, im Gegensatz zu anderen Teilen der Welt die schon sehr viel länger unsägliches Leid erdulden mussten. (Denken sie nur einmal an Palästina oder einige Teile Afrikas, und nehmen Sie sich die Zeit sich diesen beeindruckenden Dokumentarfilm anzusehen um einen Eindruck davon zu bekommen, unter welchen Bedingungen einige Menschen leben müssen). Die Faust hat eine andere Qualität angenommen als sie noch vor einigen Jahren hatte. Wir sind an einem Punkt angelangt, der voll von Grausamkeit, Verachtung und Hohn ist.

Unter den Beispielen die mich besonders wütend gemacht und erschreckt haben, sind z.B. die von Leah-Lynn Plant, Matthew Kyle Duran und Katherine Olejnik - alle in ihren Zwanzigern - deren Wohnung in Portland, Oregon, von einer FBI Spezialeinheit gestürmt wurde; mit Rammbock, Blendgranaten und allem drum und dran. Berichten zufolge diente der FBI-Durchsuchungsbefehl der Suche nach schwarzer Kleidung, Farbe, Stöcken, Rechnern und Mobiltelefonen, sowie "anarchistischen Gegenständen oder Literatur." Sie haben richtig gehört, heutzutage kann Sie der Besitz von Büchern, Rechnern und schwarzer Kleidung eine "Einladung" zu einem Gespräch vor dem Großen Geschworenengericht einbringen, und verweigert man dann die Beantwortung ihrer (zweifellos absurden) Fragen, bringt einen das dann hinter Schloss und Riegel. Hier ist eine Aussage von Leah-Lynn Plant vor ihrer Inhaftierung:


Besuchen Sie diese Website um diesbezüglich auf dem neuesten Stand zu bleiben.

Und wo wir gerade beim FBI sind, die machten erst kürzlich Schlagzeilen mit dem Vereiteln eines Terroranschlags, den sie selbst geplant hatten (wieder einmal). Sie nahmen einen 21-jährigen Mann aus Bangladesch fest, dem vorgeworfen wurde, versucht zu haben die New Yorker Federal Reserve Bank mit dem, was er für eine 450kg Bombe hielt, in die Luft zu jagen. Die Fed war dabei niemals in wirklicher Gefahr (Gott bewahre!), weil... nun ja, der Sprengstoff eine Attrappe war und ihm von einem verdeckten Ermittler des FBI zur Verfügung gestellt wurde. Dies ist ein Trick den das FBI seid seiner Gründung schon oft angewandt hat, aber insbesondere seit der Krieg gegen den Terror aus Israel 2001 den Westen erreicht hat. Auch auf das Risiko hin das Offensichtliche auszusprechen: einen Anschlag zu planen nur um dann zu behaupten man hätte ihn vereitelt ist nichts anderes als purer Wahnsinn. Aber wir leben nun mal in einer verrückten Welt, und um dieser Art der Logik zu folgen, ist es interessant zu sehen, dass gerade in dieser Zeit der wirtschaftlichen Anspannung, in der immer mehr Menschen sich darüber bewusst werden welch eine schändliche Rolle die FED innerhalb des internationalen Geldsystems einnimmt, es die FED selbst war die zum 'Ziel' dieses ungefährlichen Anschlags wurde. Zweifellos sollen wir uns jetzt alle ganz furchtbar dafür schämen, dass wir die Bänker verflucht haben, während diese die Angst schüren, dass in jedem Occupy-Aktivisten etwas von einem Terroristen steckt.

Der Wahnsinn beschränkt sich aber nicht nur auf die USA. Erst kürzlich wurde in London ein blinder Mann von einem Polizeibeamten getasert, da dieser den weißen Stock des Mannes für ein Samurai Schwert hielt! Zwar gab es zu dieser Zeit eine Meldung über einen Mann, der mit einem solchen Schwert unterwegs war, und möglicherweise hatte der Beamte dies im Hinterkopf. Aber deswegen den Stock eines blinden Mannes mit einem Samurai Schwert zu verwechseln fällt wohl eher unter die Kategorie "viel zu viel Spaß daran zu haben, andere zu tasern". Im besten Fall spiegelt dies eine besorgniserregende Neigung wider, die heutzutage weite Verbreitung innerhalb der Ränge der Ordnungshüter zu genießen scheint. Im schlimmsten Fall ist es ganz einfach reine pathologische Grausamkeit - etwas das der Polizei nicht fremd ist, wie der Fall des Möchtegern-"Zombies" Gilberto Valle aus der New Yorker Polizeibehörde demonstriert. Valle plante Frauen zu entführen, zu vergewaltigen, zu foltern und zu töten, um sie dann zu kochen und ihre Körperteile zu essen." Beunruhigend dabei ist, dass er seine Pläne mit einem "nicht identifizierten Mitverschwörer" besprochen hatte, was meiner Meinung nach vermuten lässt, dass es mehrere Beteiligte gab.

Netanyahu
© Lucas Jackson/Reuters
Netanyahu: "Hier, seht ihr? Der Iran hat Atombomben um uns alle auszulöschen!"
Die Pathologie die wir erleben enthält ein Element von etwas, das ich nur als entweder Hohn oder Idiotie bezeichnen kann. Ich habe mich noch nicht entschieden, welches von beiden es am ehesten ist, aber es könnte durchaus eine Mischung aus beiden sein. Die besten Beispiele dafür sind Benjamin Netanyahus Klapsmühlen-Auftritt bei den Vereinigten Nationen und die Verleihung des 2012 Friedensnobelpreises an die Europäische Union. Wie Sie sich vielleicht erinnern können, entschloss sich Netanyahu dazu die Welt zu überreden, einem völlig ungerechtfertigten Krieg gegen den Iran zuzustimmen, ungeachtet der Gefahr damit einen weltweiten Konflikt von alptraumhaften Ausmaßen zu entfachen, indem er der UNO eine Graphik, die eines Wiley Coyote würdig wäre, präsentierte. Das Nobelpreiskomitee entschied sich dazu, einem Konglomerat von Ländern eine Anerkennung für Friedensbemühungen zukommen zu lassen - Ländern die neuerdings damit beschäftigt sind großzügig Prügel unter ihrer Bevölkerung zu verteilen; einer Bevölkerung die zu Recht verärgert ist, und von steigender Arbeitslosigkeit und sich häufenden Sparmaßnahmen doch schon "geschlagen" genug sein sollte.

Hier ist die "friedvolle" Behandlung die der EU-Mitgliedstaat Spanien seinen Bürgern zuteil kommen lässt:


Und genau hier bin ich ein wenig ratlos. Merken die Mitglieder des Nobelpreiskomitees nicht welche Art von Botschaft sie damit sowohl dem spanischen und griechischen Volk, als auch dem Rest von uns schicken? Glaubt Netanyahu im Ernst, dass er mit seiner kindischen Zeichentrickbombe ein stichhaltiges Argument hervorgebracht hat? Sind sie wirklich so dumm? Oder sind sie wirklich so von ihren Vorgehensweisen überzeugt, und davon, dass sie letzten Endes mit allem durchkommen können? Benutzen sie solche Gelegenheiten um sich über uns lustig zu machen? Oder aber versuchen sie uns zu "gaslighten" [durch psychologische Manöver in den Wahnsinn treiben - AdÜ] - auch bekannt als "Spielchen mit unseren Köpfen treiben"? Wie dem auch sei, ich finde es faszinierend, verstörend und besorgniserregend, denn es zeigt mir, dass sich die Elite auf der nächsten Stufe ihrer üblichen Kontrollmethoden befindet, und einen weiteren großen Schritt hin zu vollkommenen Wahnsinn gemacht hat. Es ist eine Sache zu unterdrücken und zu kontrollieren weil es das ist was man unter "business as usual" versteht, und dem was nun mal getan werden muss um an der Macht zu bleiben; es ist jedoch eine völlig andere Sache wenn man es mit Beleidigungen versetzt, die darauf abzielen zu verletzen, weil es ihnen Vergnügen bereitet, dem ganzen einen Hauch von Grausamkeit und Spott unterzumischen. Vielleicht ist es aber auch das, was normale Menschen in kannibalische Zombies verwandelt, das unsere Anführer in Karikaturen ihrer selbst verwandelt, eine Art Armee von George W. Bush'en die unsere Welt regieren?

Ich habe keine Antworten auf diese Fragen, aber ich fahre mit der Arbeitshypothese fort, dass dieser "neue Stil" der gesteigerten Kontrolle und Unterdrückung teilweise daher rührt, dass sie sich davon bestimmte Ergebnisse erhoffen, und teilweise daher, dass Psychopathen am Leid anderer regelrecht aufblühen. Das kalkulierte Ergebnis ist es, uns unserer Fähigkeit zu berauben, die Realität zu beurteilen und Entscheidungen zu treffen. Auf einer fundamentalen Ebene geht es ganz einfach um Angst und Einschüchterung. Beachten Sie dass, auch wenn die Rammböcke des FBI nicht jedermanns Tür einschlagen, so wirkt sich die Tatsache, dass dies sehr beliebig und willkürlich geschieht, insofern aus, dass in uns das Gefühl erweckt wird, dass wir alle potentielle Ziele sind. Und dass wir um auf Nummer sicher zu gehen gut daran tun, dem System Folge zu leisten. Bei einigen Leuten kann sich das als eine Art von Stockholm Syndrom manifestieren. Laura Knight-Jadczyk schreibt dazu:
Der Begriff Stockholm Syndrom wurde in den frühen 70ern geprägt, um die verwirrende Reaktion von vier Bankangestellten bezüglich ihrer Geiselnehmer zu beschreiben. Am 23. August 1973 wurden drei Frauen und ein Mann in einer der größten Banken Stockholms als Geiseln genommen. Sie wurden dort sechs Tage lang von zwei Ex-Sträflingen festgehalten, die ihr Leben bedrohten, aber ihnen auch Freundlichkeit zeigten. Zur großen Verwunderung der Außenwelt leisteten die Geiseln erbitterten Widerstand gegen die Bemühungen der Regierung sie zu befreien, und waren eifrig darum bemüht ihre Geiselnehmer zu verteidigen. Selbst mehrere Monate nach ihrer Befreiung durch die Polizei empfanden sie immer noch Gefühle der Zuneigung für die Männer die einst ihr Leben bedrohten. Zwei der Frauen verlobten sich letztendlich sogar mit ihren ehemaligen Geiselnehmern. Die Psychologin Dee Graham hat die Theorie aufgestellt, dass das Stockholm Syndrom auf einer gesellschaftlichen Ebene stattfindet. Da wir in einer patriarchialischen Gesellschaft leben, glaubt sie, dass jede Frau am Stockholm Syndrom leidet - in sehr variierendem Ausmaß natürlich. Sie hat ihre Theorie in ihrem Buch Loving to Survive: Sexual Terror, Men's Violence, and Women's Lives (dt. in etwa: Die Liebe um zu Überleben: Sexueller Terror, die Gewalt der Männer und das Leben der Frauen) ausgearbeitet, einem Buch das sich auf jeden Fall zu lesen lohnt.

Wo es ein von der Gesellschaft auferlegtes Gebot gibt, positiv über die Anführer zu denken und die Welt in einem positiven Licht zu sehen, so finden es Menschen selbst im Angesicht von Beweisen die das Gegenteil aufzeigen, notwendig sich möglichst genau an die Anerkennung oder Ächtung der sozialen Normen anzupassen, welche von den Herrschern und ihrer elitären Anhängerschaft erschaffen und verbreitet worden sind, die über die nötigen Ressourcen verfügen um den Großteil der entgegengesetzten Sichtweisen zu unterdrücken. Als Resultat davon werden die Massen der Autoritätshörigen dazu ermuntert nur innerhalb des Rahmens sozialer Normen zu denken, und zu lernen dass es gefährlich - ja sogar lebensbedrohlich - ist, ihre eigenen, authentischen Erfahrungen offen zu untersuchen. Als Opfer der gesellschaftlichen Form des Stockholm Syndroms werden wir dazu ermutigt, psychische Eigenschaften zu entwickeln die dem System gefällig sind. Diese beinhalten: Abhängigkeit, Mangel an Initiative, Unfähigkeit zu handeln, zu entscheiden, zu denken; Überlebensstrategien, einschließlich Leugnen, Verfügbarkeit für die Anforderungen und Nöte des Systems, sowie Lobpreisung für das System an sich. Des Weiteren wird uns beigebracht, sowohl Zuneigung für das System zu entwickeln, als auch Angst vor dem störenden Einfluss von jedem zu haben, der die Sichtweise des Systems herausfordert. Aber vor allem werden wir darauf konditioniert dem System gegenüber überwältigende Dankbarkeit dafür zu empfinden, dass es uns das Leben schenkt. Wir fokussieren uns auf die Güte des Systems, nicht auf seine Brutalität. Die Verleugnung von Angst und Wut sowie die Wahrnehmung des Systems als allmächtig halten uns in psychischer Abhängigkeit vom System fest.

Ein griechischer Demonstrant spürt die geballte Kraft der friedvollen Handlungsweise der EU.
Natürlich liefert uns diese Masse an Lügen einen Grund, um unsere Konformität zu rechtfertigen. Anstatt zuzugeben, dass wir unsere Peiniger lieben, bietet sich uns die Gelegenheit zu glauben, dass Polizeigewalt ja nicht falsch sein kann, da die EU immerhin Friedensnobelpreisträger ist. Eine Zeichentrickbombe mag für uns der Anlass sein zu glauben, dass Netanyahu einen Sinn für Humor hat, und gar nicht der üble kriegstreibende Politiker ist, für den ihn einige halten. Genauso belässt uns die Illusion der demokratischen Wahlen in der Hoffnung, dass alles gut wird wenn wir nur das Kreuz an der richtigen Stelle machen. Und wenn nicht, dann haben wir in ein paar Jahren vielleicht mehr Glück.

Für all jene die Opfer von andauernden und direkten negativen Erfahrungen sind (wie z.B. am empfangenden Ende der Polizeigewalt zu stehen, in einer Kriegszone zu leben, aus der Mülltonne essen zu müssen, oder ganz einfach empfindlicher auf schlechte Nachrichten zu reagieren), mag das erhoffte Resultat ein Nervenzusammenbruch sein, in anderen Worten eine Überlastungshemmung. Stellen Sie sich ein Leben unter der ständigen Bedrohung durch US Drohnen vor. Wie lange würde es dauern bis Sie der Druck in die Verzweiflung getrieben hat?
Die Menschen in den Vereinigten Staaten glauben, dass eine Drohne zu ihrem Zielpunkt fliegt, ihre tödlichen Raketen mit messerscharfer Präzision abfeuert und dann zu einem US-Stützpunkt zurückzufliegt, der hunderte oder tausende Meilen vom Ziel entfernt liegt. Doch die Drohnen sind über dem Stammesgebiet Nord Wasiristan in Pakistan eine ständige Präsenz: nicht weniger als sechs von ihnen überfliegen die Dörfer rund um die Uhr. Die Menschen dort hören sie Tag und Nacht. Sie sind eine unentrinnbare Präsenz, ein lauerndes Gespenst des Todes aus der Luft.
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Und diese Präsenz ist unaufhörlich dabei, eine Gemeinschaft zu zerstören, die doppelt so groß ist wie Rhode Island. Eltern haben Angst davor ihre Kinder zur Schule zu schicken. Die Frauen haben Angst davor den Markt zu besuchen. Familien haben Angst davor, sich zu Begräbnissen derer, die zuvor ungerechterweise von Drohnenangriffen getötet wurden, zu versammeln. Lastwagenfahrer haben Angst Lebensmittel aus anderen Teilen des Landes in die Region zu liefern.

Die Routine des Alltags wurde in Fetzen gerissen. Menschen, die ohne jeden Zweifel unschuldig sind, kauern in ihren Häusern, weil sie Angst haben auf die Straße zu gehen. Das Nachbomben auf bereits getroffene Ziele hält die Menschen davon ab sich um die Verletzten zu kümmern. Eine führende Menschenrechtsorganisation verzögert ihre Hilfsmaßnahmen mittlerweile um erstaunliche sechs Stunden.

Was die Situation noch schlimmer macht ist, dass niemand den Menschen in der Region sagen kann was sie tun können, um sich zu schützen. Niemand weiß wer auf der amerikanischen Todesliste steht, niemand weiß warum man darauf steht, und niemand weiß was man tun kann um von der Liste gestrichen zu werden. Das Ganze ist erschreckend willkürlich. Plötzlich und ohne Vorwarnung wird eine Rakete abgefeuert und vernichtet alles in einem Umkreis von 15 Metern.
Eine Frage die mich oft beschäftigt, ist, warum wir gerade zum jetzigen Zeitpunkt solch einer Grausamkeit und Verachtung ausgesetzt werden. Wenn wir bereits jetzt von der Gnade des globalen Systems abhängig sind, ohne den geringsten Ausblick darauf, es weder verändern zu können, noch irgendeinen wahren Kriminellen der Gerechtigkeit zuzuführen, warum drehen sie den Hahn des Faschismus gerade jetzt voll auf? Wie die Leser von Sott.net sicherlich wissen ist unsere bevorzugte Arbeitshypothese, dass wir kurz vor einer zyklischen Naturkatastrophe von weltweitem Ausmaß stehen (Bombardierung durch Kometen und/oder eine Eiszeit, zusammen mit Nahrungsmittelknappheit und Virenerkrankungen - alles Dinge die - oft gemeinsam - unzählige Male in der Geschichte der Menschheit aufgetreten sind). Diese Katastrophen ermutigen die Elite dazu die Schrauben fester zu ziehen bevor den Massen klar wird, dass sie, um ihre eigene Haut zu retten, die Kontrolle über ihr Leben wiedererlangen, die Strukturen der Macht auflösen und sich der Machthaber entledigen müssen. Dies scheint der eigentliche Grund hinter dem totalitaristischen Schub zu sein, der vor elf Jahren ernsthaft begann.

Schaut man sich allein die letzten paar Monate an - was hat sich - wenn überhaupt - verändert, um einen Anlass für diese groteske Zurschaustellung von Macht seitens der Pathokraten zu geben? Die einzige Antwort die mir einfällt ist, dass die Menschen auf viele verschiedene Arten Widerstand leisten, und das der Elite missfällt. Manchmal frage ich mich ob wir Zeugen der Anfänge einer globalen Revolution sind. Hier ist eine Liste von Artikeln, auch wenn sie bei weitem unvollständig ist [Links führen zu englischen Artikeln - AdÜ]: Falls Sie glauben, dass die Elite die weltweiten Proteste nicht ernst nimmt, dann schauen Sie sich nur einmal die erst kürzlich gegründete Privatarmee der Europäischen Union an, die Europäische Gendarmerietruppe (Eurogendfor):
Die Europäischen Regierungen wissen sehr genau was sie erwartet. Die EU hat still und heimlich die paramilitärische Gendarmerietruppe gegründet, damit die einzelnen EU-Länder sich nicht irgendwann gezwungen sehen müssen, ihre eigenen Armeen gegen die Zivilbevölkerung einzusetzen. Die Europäische Gendarmerietruppe kann theoretisch überall dort eingesetzt werden, wo die EU eine Krise sieht. Der Vertrag von Velsen, der die Aufgaben und Befugnisse der Eurogendfor regelt, sieht das so vor. Das Motto im Wappen besagt: "Lex paciferat" - das heißt übersetzt soviel wie: "Das Gesetz wird Frieden bringen." Er unterstreicht "die Prinzipien einer strikten Beziehung zwischen dem Durchsetzen von gesetzlichen Grundlagen und der Wiederherstellung einer sicheren Umgebung". Ein "Kriegsrat" in Form einer Kommission, welche aus den Verteidungs- und Sicherheitsministern der teilnehmen EU-Mitgliedsstaaten besteht, entscheidet über die Einsatzstrategien. Die Eurogendfor kann entweder durch Anfrage oder durch den Entschluß der EU mobilisiert werden.
Die Schweiz schlägt eine ähnliche Richtung ein: sie bereitet Notfallpläne für den Fall vor, dass es in Europa zu gewalttätigen Aufständen kommt.
Im September führte das Schweizer Militär Übungen unter der Bezeichnung "Stabilo Due" durch, welche Szenarien beinhalteten, in denen es in Europa zu mit Gewalt einhergehender Instabilität kommt.

Die Schweiz nimmt seit Jahrzehnten eine ausdrücklich neutrale Haltung ein, und lehnte es ab der Eurozone beizutreten als ihr dies angeboten wurde.

Die größte Angst in Bern ist vermutlich die Desorganisation der Armeen von benachbarten Staaten, die auf die allgemeine Instabilität folgen würde; die Krise in der Eurozone sowie die schwerwiegenden Sparmaßnahmen innerhalb der EU zwingen die Mitgliedsstaaten zu erheblichen Kürzungen in ihren Militärbudgets. Für den Fall dass sich die Unruhen in Europa weiter ausbreiten, wäre es denkbar, dass Polizei und Streitkräfte zu schlecht ausgestattet sind, um die Unruhen zu handhaben.

"Ich schließe nicht aus, dass wir in den kommenden Jahren auf die Armee angewiesen sein werden" sagte der Schweizer Verteidigungsminister Ueli Maurer am letzten Sonntag.
Ähnliches können wir in den U.S.A - immer ein Vorreiter in Sachen Faschismus - beobachten, wo das Heimatschutzministerium große Mengen an Munition bestellt hat - mehr als 750 Millionen Hohlspitzgeschosse des .40 Kalibers.


"Die Menschen sollten Wall Street nicht so sehr fürchten, wie die Wall Street die Menschen fürchten sollte."
Ja, es sieht schlecht aus, aber lassen Sie uns diesen Artikel mit einer positiveren Anmerkung abschließen. Ich bin mir dessen bewusst, dass sich all das hier Erörterte deprimierend anhört, aber seien Sie versichert, dass sowohl ich selbst als auch die anderen Sott.net Redakteure diese Dinge nicht etwa deshalb berichten und kommentieren, weil wir Schwarzmalerei mögen, sondern gerade weil wir uns angesichts der Realität einen grundlegenden Sinn des Optimismus bewahren. Für uns wäre gerade das Ignorieren der Realität mitsamt ihrer Dunkelheit das wahre Zeichen von Pessimismus, weil dies bedeuten würde, dass es nichts mehr gibt was man noch tun könnte. Den Fakten direkt ins Gesicht zu blicken ist ein Zeichen für den Glauben, dass es irgendwo einen Weg hinaus gibt oder dass das Ganze irgendeinen Sinn hat. Oder um es wie Samwise aus Der Herr der Ringe zu sagen: dass es etwas Gutes in der Welt gibt, und dass man etwas tun kann um es zu verteidigen.

Und es sind nicht nur wir, sondern jeder da draußen der den Mut hat etwas an seiner Situation zu verändern - sei es weil er auf die Straße geht, seine Sichtweise im Internet mit anderen teilt oder Geld für eine gute Sache spendet. Ich denke da an die Menschen die beharrlich versuchen die Gaza-Blockade zu durchbrechen, trotz der Gewissheit, dass die israelische Armee alles in ihrer Macht stehende tun wird um sie aufzuhalten - selbst wenn das bedeutet das Feuer auf die Mannschaft zu eröffnen. Es geht mir hier nicht darum zu beurteilen welche Art des Widerstandes angemessen oder sinnvoll ist - sicherlich, einige bewirken etwas, während andere dich zu einem sinnlosen Märtyrer machen können - sondern eher darum die Tatsache hervorzuheben, dass der menschliche Geist noch nicht gebrochen ist. Er ist lebendig, er sucht nach Antworten und Gerechtigkeit, und die Stimmen der Menschen die nach Veränderung rufen sind da, wo ich stehe, laut und deutlich hörbar.
Do not go gentle into that good night [Übersetzung siehe unten - AdÜ]
by Dylan Thomas

Do not go gentle into that good night,
Old age should burn and rave at close of day;
Rage, rage against the dying of the light.

Though wise men at their end know dark is right,
Because their words had forked no lightning they
Do not go gentle into that good night.

Good men, the last wave by, crying how bright
Their frail deeds might have danced in a green bay,
Rage, rage against the dying of the light.

Wild men who caught and sang the sun in flight,
And learn, too late, they grieved it on its way,
Do not go gentle into that good night.

Grave men, near death, who see with blinding sight
Blind eyes could blaze like meteors and be gay,
Rage, rage against the dying of the light.

And you, my father, there on the sad height,
Curse, bless, me now with your fierce tears, I pray.
Do not go gentle into that good night.
Rage, rage against the dying of the light.

Geh nicht sanftmütig in diese gute Nacht
von Dylan Thomas

Geh nicht sanftmütig in diese gute Nacht,
Hohes Alter soll brennen und toben am Ende des Tages
wüte, wüte über das Sterben des Lichtes.

Auch wenn Weise, wenn das Ende naht, wissen Dunkel ist recht,
weil ihre Worte keine Blitze hervorriefen, sie
gehen nicht sanftmütig in diese gute Nacht.

Gute Männer, die letzten schwinden, schreien wie hell
ihre zerbrechlichen Taten in grünen Buchten getanzt haben mögen
wüten, wüten über das Sterben des Lichtes.

Wilde Männer, die einfingen und besangen die Sonne im Flug,
und merkten, zu spät, sie schmerzten sie auf ihrem Weg
gehen nicht sanftmütig in diese gute Nacht.

Düstere Männer, dem Tode nah, mit erblindenden Augen sehend
blinde Augen könnten wie Meteoren aufblitzen und freudig sein
wüten, wüten über das Sterben des Lichtes.

Und du, mein Vater, dort auf dem traurigen Gipfel,
verdamme, segne mich jetzt mit deinen grimmigen Tränen,
Ich bitte dich, Geh nicht sanftmütig in diese gute Nacht,
wüte, wüte über das Sterben des Lichtes
Anhang

1 Aus Laura Knight-Jadczyks schon bald erscheinendem neuen Buch The Horns of Moses