Die Wissenschaft des Geistes
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Forscher decken vier deutliche Persönlichkeitsmerkmale von Internet-Trollen auf

Bei Internet-Trollen handelt es sich um Personen, die in der Regel anonym bleiben, und die sich dadurch auszeichnen, Onlinediskussionen, -berichte, -artikel usw. zu kommentieren, ohne sich dabei auf das wesentliche Thema zu beziehen. Stattdessen möchten Trolle die anderen User mit ihren Kommentaren provozieren.

Eine Forschergruppe hat sich nun mit den Charakterzügen dieser Kommentatoren bschäftigt und vier Persönlichkeitsmerkmale aufgelistet, welche zu ihnen passen. Dies wäre einmal der Narzissmus, also die Selbstverliebtheit und starke Ichbezogenheit, des Weiteren der Sadismus - die Freude am Leid anderer Menschen, zudem die Psychopathie, die sich durch fehlende Empathie und Reue auszeichnet und schließlich der Machiavellismus mit der Bereitschaft andere zu manipulieren und zu betrügen.

Als Forenmoderator mit Verboten etc. gegen die Trolle angehen zu können, halten die Experten für schwierig, da diese durch die Faszination an ihrem eigenen Tun immer wieder eine Möglichkeit finden, ihr Treiben fortzusetzen.
Snakes in Suits

Forscher entdecken Erfolgsmodell von Psychopathen

messer psychopath
© picture-alliance
Psychopathen gehen nicht immer bis zum Äußersten. Mancher wetzt die Klinge subtil
Psychopathen sitzen nicht nur in Kliniken oder Gefängnissen, sondern beispielsweise im Jura-Hörsaal oder an der Börse. Experten sagen: Eine Prise Psychopathie kann für die Karriere förderlich sein.

Ein Hörsaal der Universität Regensburg: Rund hundert Jura-Studenten sitzen auf Holzbänken und schauen hinter ihren Büchern hervor. Eben noch ging es noch um Verwaltungsrecht, jetzt übernimmt Hedwig Eisenbarth: "Ich möchte Sie bitten, Ihr eigenes Denken und Verhalten einzuschätzen", fordert die Psychopathie-Forscherin der Uni die Jura-Studenten auf. Die Psychologin schlängelt sich durch die Reihen und verteilt Fragebögen.

"Ich mache mir Gedanken, ob ich jemandem mit meinem Verhalten schade", lautet ein Punkt des Fragebogens. Die Studenten kreuzen an: falsch, eher falsch, eher richtig oder richtig. "Wenn ich will, kann ich Leute dazu bringen, zu tun, was ich will, ohne dass sie es jemals bemerken", lautet eine weitere Aussage. Insgesamt kreisen die Fragen darum, wie stressresistent oder wie furchtlos jemand ist, wie skrupellos er seine Interessen verfolgt und wie wichtig er die Gefühle anderer Menschen nimmt. Anhand der Antworten verortet Eisenbarth die Teilnehmer dann auf einer Psychopathie-Skala.
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So züchtet man Psychopathen

Vor einigen Wochen machte eine Studie der Uni St. Gallen die Runde. Dabei ging es um die Frage, ob sich Trader (also Börsenhändler und ähnliche Berufe) in etwa so verhalten wie Psychopathen (also Leute mit gestörten Beziehungen zu anderen Berufen). Ich habe mir die Studie besorgt (auf Anregung von Michael Blume) - und die Ergebnisse sind in der Tat interessant: Die Annahme, dass sich Trader wie Pychopathen verhalten, hat sich als falsch erwiesen - sondern sie sind eigentlich noch schlimmer. Interessant vor allem: Ihre Spielergebnisse waren noch schlechter als die Psychopathen.

Ich will hier nicht auf die genaue Methodik der Autoren Thomas Noll und Pascal Scherrer eingehen. Sie beruhte auf einer eingehenden Befragung und von 28 Tradern, gefolgt von einer Spielsituation. Als Kontrollgruppen wurden 24 diagnostizierte Psychopathen aus zwei Kliniken und 24 "normale" Menschen eingesetzt. Das Ergebnis war, kurz gefasst: Die Trader ticken zwar in mancher Beziehung anders als die Psychopathen. Letztlich sind sie aber noch rücksichtsloser nicht nur auf den eigenen Gewinn, sondern vor allem auch auf die Schädigung anderer Spielpartner fixiert. Und gerade diese Aggressivität gegenüber anderen führt dazu, dass ihre Spielergebnisse nicht optimal sind. Man könnte das auch so interpretieren: Die Banken züchten in ihren Handelsräumen Psychopathen, die aber dann nicht einmal optimal den Zielen der Banken dienen.
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Banker und Börsenhändler sind Psychopathen oder Angsthasen

Auf Banker prügelt jeder gern ein, also auch wir. Streng wissenschaftlich, natürlich. Zwei Studenten aus der Schweiz haben schließlich schon vor drei Jahren eine seitdem nirgendwo veröffentlichte Abschlussarbeit vorgelegt, die "Tradern" (Börsenhändler, Fondsmanagern, derlei Volk) nach Spieltheorieexperimenten bescheinigte, psychopathischer als Psychopathen zu sein: Sie treiben Gewinnmaximierung auf Kosten anderer rücksichtsloser als eine Kontrollgruppe, die zum Zwecke der Studie extra aus dem geschlossenen Hochsicherheitstrakt einer Nervenklinik rekrutiert wurde. Und machen dabei dann auch noch weniger Gewinn. Banker haben damit Werte auf der Psychopathie-Skala wie Jura-Studenten. Aber wir schweifen ab: Denn eigentlich hat ja auch der gemeine Banker irgendwann einmal einfach nur Angst, meint jetzt ein Ökonomenteam der University of Cambridge.
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Psychopathie im Alltag: Chefs zwischen Genie und Wahnsinn

Sie gelten als charismatisch und wortgewandt, aber auch als impulsiv und unberechenbar: Menschen mit psychopathischen Zügen. Jede zehnte Führungskraft zählt zu ihnen, sagen Experten. Für die Mitarbeiter ist die Zusammenarbeit oft schwierig. Wie mit ihnen zurechtkommen?

Gewissenlos, aber wortgewandt jubelt er ahnungsloslosen Käufern Schrottpapiere unter: Leonardo DiCaprio begeistert im Kino als Jordan Belfort die Zuschauer. Die Hauptfigur in Martin Scorseses Film "The Wolf of Wall Street" ist vor allem an Macht und Geld interessiert. Auf den ersten Blick mag es nur ein Film sein. Viele Eigenarten der Filmfigur decken sich mit den Charakterzügen von psychopathischen Menschen: impulsiv, skrupellos, aber auch charmant und eloquent. Eigenschaften, auf die man auch im realen Leben treffen kann. Häufig in der Chefetage, sagen Experten.
TV

Psychologie mit Hollywood

Filme über romantische Beziehungen anzugucken und dann darüber mit dem Partner zu diskutieren, senkt genauso effektiv die Scheidungsrate wie teure Beziehungstherapie-Workshops, so das Ergebnis einer neuen Studie.

Psychologie-Professor Ronald Rogge von der University of Rochester beobachtete für die Untersuchung drei Jahre lang 174 verlobte oder frisch verheiratete Paare. Am Ende gab es jeweils nur elf Prozent Scheidungen bei denen, die entweder bei Therapie-Workshops waren oder Filme diskutierten.
Book 2

Studie: Bonusprogramme verändern Kaufverhalten

Einer aktuellen repräsentativen Umfrage zufolge ändern Konsumenten willentlich und wissentlich ihr Kaufverhalten, um an Bonusprogrammen teilzunehmen. Der Trend geht bei Bonusprogrammen immer stärker zur Nutzung auf dem Smartphone.

Das Marktforschungsinstitut Dr. Grieger & Cie. hat im Rahmen einer repräsentativen Umfrage 2.035 Verbraucher zu Bonus- und Vorteilsprogrammen befragt. Dabei wurden 45 Programme hinsichtlich Erfolgsfaktoren, Bekanntheit, Nutzung und Teilnehmererfahrungen untersucht.
Display

Brutale Videospiele schmälern Selbstkontrolle

Gewalt-Videospiele führen bei Jugendlichen nicht nur zu einem höheren Konsum von Schokolade, sondern auch zur größeren Bereitschaft für kleinene Betrügereien wie das Stehlen von Gewinnlosen. Dies geht aus einer Studie der Ohio State University hervor. Dafür wurden 172 italienische Teenager im Alter von 13 bis 19 Jahren untersucht. Laut Co-Autor Brad Bushman, Professor für Kommunikationswissenschaft und Psychologie, setzen aggressive Games die Selbstbeherrschung der jungen Spieler herab.
Blackbox

Parapsychologische Phänomene: Dinge, die man sich nicht erklären kann

Walter von Locadou
© unbekannt
Walter von Locadou
Spuk, Gespenster, Geistererscheinungen: Walter von Locadou kennt sich aus mit dem vermeintlich Übersinnlichen. Der promovierte Physiker und Psychologe untersucht die wissenschaftlichen Hintergründe parapsychologischer Phänomene. Bei einem Vortrag im Matthias-Grünewald-Gymnasium gab er einen Einblick in seine Forschungen. In der Veranstaltungsreihe „Forum MGG“ hinterfragte und erklärte er scheinbar Unerklärliches.

Walter von Locadou leitet seit 1989 die Parapsychologische Beratungsstelle in Freiburg. Deren Aufgabe ist es, Menschen zu helfen, die durch ungewöhnliche Erfahrungen oder den Umgang mit Psychotechniken, okkulten Glaubenssystemen oder Psychogruppen Probleme bekommen haben. Die vom Land Baden-Württemberg finanziell unterstützte Beratungsstelle versteht sich nach von Locadous Angaben als „Dienstleistungszentrum“. Verunsicherte Menschen sollen in die Lage versetzt werden, ihre Probleme selbst zu lösen. Hierzu gehört auch die gezielte psychotherapeutische Beratung von „Aussteigern“ aus sogenannten Psychosekten. Rund 5000 Anfragen erreichen die Beratungsstelle im Jahr. Menschen erkundigen sich nach Hellsehern, schildern Wahrträume oder erzählen von Erscheinungen und Mitteilungen Verstorbener. Viele Phänomene lassen sich, so von Locadou, recht schnell konventionell erklären. Wie jene Stimmen aus dem Teekessel. In der Nähe war ein starker Radiosender, der den Teekessel zum Schwingen brachte.
Question

Online-Exorzist treibt den Teufel via Skype aus

In 30 Jahren hat Bob Larson angeblich 20'000 Leute von bösen Dämonen befreit - und er geht mit der Zeit: Neuerdings bietet er seine Dienste auch im Internet an.

Die Exorzisten rüsten technologisch auf - und verdienen gut damit: 295 Dollar kostet der Online-Service von Bob Larson, den Scott Bixby, Redaktor bei der US-Website The Daily Beast, im Selbstversuch in Anspruch genommen hat. Dafür erhielt er eine volle Stunde, in der Larson mit silbernem Kreuz und Bibel versuchte, Bixbys Dämonen zu vertreiben - erfolglos, allerdings. «Ihr Glaube ist nicht dort, wo er sein sollte», war das Fazit des Priesters.

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