Die Wissenschaft des Geistes
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Piggy Bank

Kumaré: Dokumentation über einen falschen Propheten

Um zu zeigen, welch leichtes Spiel Scharlatane haben, verwandelt sich der Filmemacher Vikram Gandhi aus Brooklyn in den weisen indischen Yogi Kumaré und kann rasch eine Gemeinde echter Anhänger um sich scharen. Auf dem Höhepunkt seiner Popularität muss der selbst ernannte Guru jedoch seine wahre Identität preisgeben und das satirische Experiment findet ein unerwartetes Ende.


Magic Wand

Esoterik - Ein Magnet für Narzissten?

Esoterik-Angebote boomen. Anscheinend ist der Bedarf an Selbstoptimierung und Sinnsuche noch lange nicht gestillt. Während die Menschen die Kirchen fliehen, erfreuen sich die Marktplätze für Selbstdesign regen Zulaufs. Esoterikexperte Johannes Fischler im Gespräch mit Klaus Buttinger.
© pa/dpa/Chromorange/Getty
Esoterik in allen Ausprägungen ist das Fach des Tiroler Psychologen Johannes Fischler, der darüber das Buch „New Cage“ geschrieben hat (siehe unten).

Klaus Buttinger: Bevor wir uns mit Energiekristallen, Quantenheilung und Auraspray beschäftigen - wie definieren Sie Esoterik?

Johannes Fischler: „Esoterikos“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie „auf das Innere verweisend“. Es wird oft so abgewandelt, dass ein okkultes Wissen nur einem inneren, elitären Kreis zugänglich sei, quasi die Lehre vom Geheimen.

Kommentar: Das Kind darf dabei nicht mit dem Bade ausgeschüttet werden - nicht alles in der Esoterik ist Humbug. Wie der Buchautor, Johannes Fischler, schrieb, sollten Sachen intensiv hinterfragt werden.

Und wie Carl Jung sagte:
Man wird nicht erleuchtet, indem man sich Figuren des Lichts vorstellt, sondern indem man sich der Dunkelheit bewusst wird.

Carl G. Jung
Es gibt auch eine sehr interessante Dokumentation zu einem selbsternannten Guru oder Propheten:




Snakes in Suits

Männer sind die größten Narzissten

Studie zeigt klare Unterschiede zwischen den Geschlechtern

Spieglein, Spieglein.... Männer sind die größten Narzissten im ganzen Land, das hat eine Studie nun ergeben. Gerade im Anspruchsdenken und Machtstreben sind Männer demnach deutlich narzisstischer veranlagt als Frauen, unabhängig von Lebensalter und Generation.In puncto Ichbezogenheit und Eitelkeit allerdings nehmen sich beide Geschlechter nichts, wie die Forscher im "Psychological Bulletin" berichten.

Sie lieben sich selbst am meisten - das behauptet man von Narzissten. Aber Narzissmus ist sehr facettenreich. Er kann von einer gesunden Selbstsicherheit bis dahin reichen, dass man sich selbst über alle anderen stellt. Aber wer ist narzisstischer? Männer oder Frauen? Auch wenn Männer schon länger als selbstbezogener gelten, schließlich stammt das Wort auch von dem Jüngling Narziss aus der griechischen Mythologie ab, eine Studie über das Ausmaß, die Variabilität und Stabilität über mehrere Generationen und Dekaden hinweg, gab es noch nicht.

Fast eine halbe Millionen Daten analysiert

Um das zu klären, analysierten Emily Grijalva von der University at Buffalo School of Management und ihre Kollegen mehr als 355 Veröffentlichungen, Dissertationen, Manuskripte und Handbücher aus drei Jahrzehnten. Insgesamt sammelten sie so Daten von über 475.000 Studienteilnehmern und arbeiteten hinsichtlich der Geschlechtsunterschiede drei Aspekte heraus: Anspruchsdenken, Größenwahn/Exhibitionismus und Führung/Autorität.

Kommentar: Zum Thema Narzissmus und Psychopathie können Sie auch die folgenden Artikel lesen: Ein weiterer interessanter Artikel zum Thema Narzissmus:


Attention

Overton-Fenster: Wie unsere Gesellschaft unannehmbare Ideen akzeptiert

Viele von uns wissen, mit welchen Methoden Politiker und Publizisten auf die öffentliche Meinung einwirken. In den sogenannten „westlichen Demokratien“ ist das längst zur Norm geworden, und so stehen wir politischen Ideen, die künstlich in Büros von Analyse- oder sonstigen „Brainstorming“-Zentren geschaffen werden, fast immer skeptisch gegenüber.

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Heute scheinen diese Technologien Kinderkram zu sein, vergleicht man sie mit einer in den 1990er Jahren erarbeiteten Methodik, die dazu da ist, in der Gesellschaft das annehmbar zu machen, was früher völlig unannehmbar und undenkbar war.

Es geht um ein Social-Engineering-Modell namens „Overton-Fenster“. Es wurde von Joseph P. Overton (1960-2003) entwickelt, dem ehemaligen Vizepräsidenten des amerikanischen Analyse-Zentrums Mackinac Center for Public Policy.

Overton schuf es, um zu zeigen, wie eine kleine Expertengruppe (think tank) in relativ kurzer Zeit die öffentliche Meinung qualitativ verändern kann. In der Theorie ist das „Overton-Fenster“ die Gesamtheit von „annehmbaren“ Ideen in einer bestimmten Gesellschaft zu einem bestimmten Zeitpunkt.

Die Abstufung oder die „Stufen“ der Ansichten einer Gesellschaft zu einem bestimmten Thema sehen nach Overton ungefähr so aus:

Kommentar:

Noam Chomsky - 10 Strategien der Medien-Manipulation im Klartext
Erforschung von Musik als bewusst eingesetztes Instrument zur Manipulation und Propaganda in der Geschichte
Manipulation durch subliminale Botschaften


Family

Wenn Traumata das Leben bestimmen

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© DPA
Eine schwierige Kindheit beeinflusst das ganze Leben.
Vernachlässigung, psychisch kranke oder alkoholsüchtige Eltern: Wer als Kind besonders belastende Situationen erlebt, spürt die gesundheitlichen Folgen oft noch im Erwachsenenalter.


Kommentar: Traumatische Erlebnisse haben tiefgreifende Wirkungen bis hinein in die Genetik:

Belastende Erlebnisse in der Kindheit haben erhebliche Folgen für die Gesundheit noch im Erwachsenenalter. Zu dem Ergebnis kommt eine Studie des französischen Nationalen Instituts für Gesundheit „Inserm“, die in den „Proceedings“ der amerikanischen nationalen Akademie der Wissenschaften veröffentlicht worden ist (doi:10.1073/pnas.1417325112).

Die Forscher untersuchten den Zusammenhang zwischen Kindheitserfahrungen und der sogenannten allostatischen Last, womit die Folgen aller Stressfaktoren gemeint sind, die ein Mensch im Leben erfährt. Die Wissenschaftler nutzten die Daten einer britischen Langzeitstudie mit 7500 Menschen. Sie konzentrierten sich auf Teilnehmer, die im Alter zwischen sieben und sechzehn Jahren mehr als zwei belastende Ereignisse erlebten, etwa Vernachlässigung, Alkoholismus oder psychische Krankheit der Eltern. Die allostatische Last war im Alter von 44 Jahren besonders hoch. Bei Männern hingen 59 Prozent der Last mit ungesundem Verhalten, geringer Bildung und Armut zusammen. Bei Frauen waren 76 Prozent mit Rauchen, Übergewicht, geringer Bildung und geringem Einkommen assoziiert.

Kommentar: Auch wenn die Meldung suggeriert, dies seien gänzlich neue Erkenntnisse, gibt es bereits einige, teils weit tiefere, Studien und Autoren, die sich mit diesem Thema beschäftigt haben.


People

Studie stellt fest: Regelmäßige Meditation verlangsamt deutlich den altersbedingten Verlust grauer Hirnsubstanz

Obwohl sich die durchschnittliche menschliche Lebenserwartung seit den 1970er Jahren um fast 10 Jahre verlängert hat, geht diese deutlich erhöhte Lebensspanne aber auch mit einem biologischen Problem einher: Ab Mitte 20 beginnt unser Gehirn zusehends abzubauen und mit dem Rückgang von Volumen und Inhalt verliert es nach und nach funktionale Fähigkeiten. Das Risiko mentaler und neurodegenerativer Krankheiten steigt. In einer neuen Studie zeigen US-Forscher nun jedoch, dass Meditation dem Verlust der sogenannten grauen Hirnsubstanz entgegenwirken kann.
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© Dr. Eileen Luders
Meditierende (unten) weisen deutlich weniger von Alterungsprozessen beeinträchtige Hirnareale (rot) auf als Personen, die nicht meditieren (oben).
Los Angeles (USA) - Wie das Team um Dr. Florian Kurth vom Brain Mapping Center der University of California in Los Angeles (UCLA) aktuell im Fachjournal Frontiers in Psychology berichtet, gründet die aktuelle Studie auf früheren Untersuchungen, die nahelegen, dass Menschen, die regelmäßig meditieren, weniger altersbedingte Schwund der weißen Hirnsubstanz aufweisen.

In Ihrer neuen Studie zeigen die Forscher um Kurth nun, wie durch Meditation auch die graue Hirnsubstanz, also jenes Gewebe, in dem sich mit den sogenannten Neuronen die Hirn-Nervenzellen befinden, vor der Degeneration geschützt werden kann.

Question

Forensische Untersuchung der gestohlenen "lebenden Mumie" des Lama Dashi-Dorzho Itigilov

Sie gehört zu den berühmtesten Mumien der Welt - nicht zuletzt weil von dem Körper des 1852 geborenen Lama Dashi-Dorzho Itigilov von Gläubigen Buddhisten behauptet wird, dass er gar nicht tot, sondern sich lediglich in einem tiefen Zustand der Meditation, dem sogenannten Tukdam, befindet. Erst kürzlich wurde der Körper des Lama gestohlen - und Ende Januar von mongolischen Polizeibeamten sichergestellt, noch bevor er außer Landes geschmuggelt werden konnte. Der Vorgang ermöglicht nun möglicherweise erstmals eine forensische Untersuchung des tatsächlich kaum verwesten Körpers, anhand der auch festgestellt werden soll, was es mit dem Mythos um die angeblich "lebende Mumie" auf sich hat.
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© Mongolische Morgenzeitung / siberiantimes.com
Die "Mumie" des Dashi-Dorzho Itigilov bei der Sicherstellung durch mongolische Polizeibehörden am 27. Januar 2015.
Ulaanbaatar (Mongolei) - Am 27. Januar 2015 stellten lokale Polizisten das wohl ungewöhnlichste "Diebesgut" ihrer Karriere sicher: Den mumifizierten Körper eines buddhistischen Mönchs. Schnell wurde klar, dass es sich zum den Körper des Lama Dashi-Dorzho Itigilov handelt. Der schon seit Jahren als lebende Mumie von Gläubigen verehrt wird.

Unter Berufung auf lokale Polizeibehörden berichtet die Siberian Times, dass sich immer noch erstaunlich gut erhaltene Körper des Mönchs immer noch in der meditierenden Lotus-Haltung befindet und mit Tierfellen umwickelt war. Wie die Polizei weiterhin erklärte, sollte die in der Songinokhairkhan-Provinz entdeckte Mumie wahrscheinlich schon bald auf dem Schwarzmarkt verkauft und außer Landes geschafft werden.

Kommentar: Unglaublich: In Russland lebt ein 162jähriger Mönch! Lebendiger Leichnam gibt Wissenschaftlern Rätsel auf


Family

Widersprüchliche negative Reaktionen bei freudigen Anlässen: Freudentränen schaffen Gefühlsausgleich

Psychologen erklären widersprüchliche negative Reaktionen bei freudigen Anlässen

Heulen vor Freude oder zu Tränen gerührt? Freudentränen scheinen zwar widersprüchlich, haben aber offenbar eine wichtige Funktion: Die negative Reaktion auf ein erfreuliches Ereignis hilft dabei, wieder zu einer ausgeglichenen Gefühlslage zu gelangen, wie US-Psychologen herausgefunden haben. Untersucht haben sie diesen Effekt mit Hilfe von niedlichen Babygesichtern - zusätzlich zum Beschützerinstinkt reagieren darauf viele Menschen mit eigentlich aggressivem Verhalten.
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Tränen bedeuten nicht immer Trauer - Freudentränen sind eine scheinbar widersprüchliche Reaktion.
Ein nach langer Zeit wiedervereintes Liebespaar, ein Sportler bei der Medaillenvergabe oder Eltern bei der Geburt eines Kindes - bei solchen Gelegenheiten fließen oft Tränen, die nichts mit Trauer oder Schmerz zu tun haben. Warum wir überhaupt weinen, ist nicht völlig geklärt. Als gesichert gilt aber, dass es vor allem eine Reaktion auf negative Emotionen ist. Warum also lassen auch intensive Glücksmomente Menschen in Tränen ausbrechen oder auf andere Art negativ reagieren?

People 2

Männer und Frauen verarbeiten ihre Emotionen auf unterschiedliche Weise

Geschlechtsspezifische Mechanismen zur Emotionsverarbeitung und Gedächtnisleistung

Freude hilft dem Gedächtnis auf die Sprünge: Frauen bewerten emotionale Bilder gefühlsmäßig stärker und können sich an sie besser erinnern als Männer. Der Grund dafür ist eine unterschiedliche Verarbeitung solcher Eindrücke im Gehirn, wie eine Studie nun belegt. Dies könnte auch erklären, warum Frauen ihren Gefühlen in der Regel größeren Ausdruck verleihen als Männer, schreiben die Forscher im Journal of Neuroscience.
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Frauen geben ihren Gefühlen größeren Ausdruck - und können sich deshalb besser an emotionale Ereignisse erinnern.
Ob Geburten oder Hochzeiten - Frauen reagieren angeblich oft emotionaler auf bewegende Ereignisse als Männer. Möglicherweise erinnern sie sich deshalb auch besser an solche Momente: Aus früheren Untersuchungen ist bekannt, dass Emotionen unsere Erinnerungen stark beeinflussen. Je emotionaler eine Situation ist, desto eher werden wir uns später daran erinnern. Forscher um Annette Milnik von der Universität Basel wollten überprüfen, ob Frauen aus diesem Grund bei vielen Gedächtnistests besser abschneiden als Männer.

Better Earth

Kölner Zoo: Orang-Utan imitiert eigenständig menschliche Laute

Während des Studiums der Orang-Utan-Dame Tilda im Kölner Zoo, haben niederländische Verhaltensforscher erstaunt festgestellt, dass diese sich selbst Vokallaute, Zungenklicks und das Pfeifen - und damit die Grundlagen der menschlichen Sprache beigebracht hat. Tildas Fähigkeit zur Imitation menschlicher Laute durch eigene Vokalisation legt nahe, dass möglicherweise alle Menschenaffenarten dazu in der Lage sind.
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© Lameira et al. / PLoS One
Sprachbegabter Orang-Utan Tilda.
Köln (Deutschland) - Wie die Forscher um den Biologen Adriano Lameira von der Universiteit van Amsterdam aktuell im Fachjournal "PLoS One" berichten, nutzt Tilda ihre ungewöhnliche Fähigkeit zudem ganz gezielt, um ihre Pfleger immer dann auf sich aufmerksam zu machen, wenn sie Hunger hat.

Obwohl die Menschenaffen sowieso schon für ihr großes Spektrum an einzigartigen Vokalisierungen bekannt sind, unterscheiden sich Tildas Laute doch deutlich von allem, was Verhaltensforscher bislang beobachtet und dokumentiert haben.

Zu den der menschlichen Sprache verwandten Lauten gehören Klicklaute, die Tilda mit der Zunge erzeugt und wie sie mit menschlichen stimmlosen Konsonanten vergleichbar sind. Ganz ähnliche Klicklaute sind ein charakteristisches Merkmal der Sprache der sogenannten Buschmänner (San) in der afrikanischen Kalahariwüste.