Ignota nulla curatio morbi -- Versuche nicht zu heilen, was du nicht verstehst
Verstehen. Darum geht es in diesem Buch. Verstehen, was das Böse ist, und dass es wirklich existiert. Dass es Menschen unter uns gibt, die sich nicht um das Leid eines anderen Menschen kümmern, und es sogar aktiv verursachen. Dieses Buch hält auch für Sie Antworten bereit, um zu verstehen, warum sich die Gesellschaft in unserer heutigen miserablen Lage befindet: geprägt von Korruption, Egoismus, Terrorismus, Manipulation und Ignoranz.


Mit nur sehr wenigen Ausnahmen in unserer Menschheitsgeschichte sind Diskussionen über die moralische Philosophie -- das Studium des richtigen Benehmens -- immer daran gescheitert, den Ursprung, das Wesen und den Verlauf des Bösen ohne ein Herbeiholen von übernatürlichen Glaubensvorstellungen zu erklären. Das Böse wurde oft als etwas angesehen, das man einfach so ertragen müsse, anstatt es als etwas zu sehen, das durch die Vernunft verstanden und eingedämmt werden kann. Und es ist tatsächlich so -- wie das Buch Politische Ponerologie zeigt --, dass die Wurzel des Bösen jenseits der Grenzen der herkömmlichen Weltsicht dieser früheren Fragestellungen und literarischen Beschreibungen liegt. Das Böse gibt nur im Lichte einer wahrlich modernen und wissenschaftlichen Herangehensweise seine Geheimnisse preis. Diese Herangehensweise wird Ponerologie genannt -- ein Studium des Bösen -- abgeleitet von dem griechischen Wort poneros, 'böses'.

Direkt nach dem Ende des 2. Weltkrieges und während der jahrzehntelangen Auferlegung der sozialistischen Diktatur in den Ländern Westeuropas begann eine Gruppe von Wissenschaftlern -- hauptsächlich aus Polen, der Tschechoslovakei und Ungarn -- im Geheimen eine wissenschaftliche Studie über das Wesen des Totalitarismus durchzuführen. Weil ihre Kontakte in den Westen durch die staatlichen Sicherheitsdienste blockiert wurden, blieb ihre Arbeit unerkannt, obwohl zur gleichen Zeit amerikanische Wissenschaftler wie Hervey Cleckley und Gustave Gilbert mit denselben Fragestellungen rangen. [1] Der letzte Überlebende der Gruppe dieser Wissenschaftler, ein polnischer klinischer Psychologe und Experte in Psychopathie, Dr. Andrzej Łobaczewski (1921-2007), gab dieser neuen Wissenschaft -- einer Synthese aus psychologischen, psychiatrischen, soziologischen und geschichtlichen Untersuchungen -- schlussendlich einen Namen, Ponerologie, das ist ein Begriff, den er von Priestern des Benediktinerklosters im geschichtsträchtigen polnischen Ortschaft Tyniec borgte. Abgeleitet von dem Wort poneros, das im Griechischen des Alten Testaments zu finden ist, bedeutet es ein angeborenes Böses mit korrumpierenden Eigenschaften, und beschreibt passend Psychopathie und ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft. Łobaczewski beschreibt diese neue Wissenschaft in Politische Ponerologie folgendermaßen:
Meiner Meinung nach ist Ponerologie ein neuer Wissenschaftszweig, der aus historischen Gründen wie auch aus den jüngsten Erkenntnissen aus der Medizin und der Psychologie entsteht. Im Lichte einer objektiv naturalistischen Sprache studiert sie die kausalen Komponenten und die Vorgänge der Entstehung des Bösen, unabhängig seines sozialen Bezugs. Wir unternehmen, bewaffnet mit entsprechendem Wissen, eine Analyse dieser ponerogenen Prozesse, besonders im Bereich der Psychopathologie, die für menschliches Unrecht verantwortlich sind. Wie der geneigte Leser entdecken wird, werden wir in dieser Arbeit immer wieder mit den Auswirkungen der pathologischen Faktoren konfrontiert, deren Träger Menschen sind, die bis zu einem gewissen Ausmaß durch verschiedene psychologische Abweichungen oder Defekte charakterisiert werden.

[...]

Die Ponerogenese makrosozialer Phänomene -- die Entstehung des Bösen auf breiter gesellschaftlicher Basis -- , dessen Untersuchung das Hauptziel dieses Buches ist, scheint denselben Naturgesetzen unterworfen zu sein, wie sie innerhalb menschlicher Fragestellungen auf individueller Basis oder in Kleingruppen wirken. Die Rolle von Personen mit verschiedenen psychologischen Mängeln oder Anomalien in geringem Ausmaß ist offenbar ein konstantes Merkmal solcher Phänomene. Im makrosozialen Phänomen, das wir als Pathokratie bezeichnen werden, wirkt eine bestimmte angeborene Anomalie -- die wir als essenzielle Psychopathie isoliert haben -- als Katalysator und ist ursächlich wesentlich für die Entstehung und das Überleben des Bösen auf breiter Basis.
Das Meiste, was wir über dieses Forschungsgebiet wissen, kommt von erstaunlich wenigen Quellen. Łobaczewskis einzige Kontaktperson war Stefan Szuman (1889 - 1972), ein Professor im Ruhestand, der die anonymen wissenschaftlichen Ergebnisse der Gruppe vernetzte. Wenn man bei dieser verbotenen Forschung ertappt worden wäre, wären die Konsequenzen schwerwiegend gewesen; die Wissenschaftler standen Arrest, Folter und sogar Todesstrafen gegenüber. Daher war eine strikte Verschwörung unter ihrer Gruppe unbedingt notwendig. Sie schützten sich selbst und ihre Arbeit, indem sie sie anonym verrichteten. Auf diese Weise wurde sichergestellt, dass, wenn sie gefangen genommen und gefoltert würden, sie nicht die Namen und Aufenthaltsorte der Anderen verraten konnten. Das hätte eine echte Gefahr für ihre persönliche Sicherheit und die Fertigstellung ihrer Arbeit bedeutet. Łobaczewski gab nur die Namen von zwei polnischen Professoren der ihm vorangegangenen Generation bekannt, die sich in den frühen Stadien dieser Arbeit beteiligten -- Stefan Błachowski (1889 - 1962) und Kazimierz Dąbrowski (1902 - 1980). [2] Błachowski starb unter suspekten Umständen und Łobaczewski vermutete, dass er von der Staatspolizei wegen seiner Forschungsbeteiligung ermordet wurde. Dąbrowski emigrierte und -- unwillens, seine polnische Staatsbürgerschaft aufzugeben, nur um in den Vereinigten Staaten arbeiten zu können -- nahm eine Stelle an der University of Alberta in Kanada an, wo er eine doppelte Staatsbürgerschaft haben konnte. Ein sorgfältiges Lesen von Dąbrowski's veröffentlichten Arbeiten in Englischer Sprache macht die theoretischen Wurzeln dessen sichtbar, was später Ponerologie werden würde. [3]

Wie Łobaczewski sah auch Dąbrowski die Psychopathie als "größtes Hindernis in der Entwicklung der Persönlichkeit und Gesellschaftsgruppen" [4]. Er warnte:
Die allgemeine Unfähigkeit, die psychologische Art solcher Individuen [d.h., Psychopathen] zu erkennen, verursacht immenses Leiden, Massenterror, gewalttätige Unterdrückung, Völkermord und den Verfall der Zivilisation. [...] So lange die suggestive [d.h. hypnotische, charmante, redekünstlerische] Kraft der Psychopathen nicht mit Fakten und praktischen Konsequenzen ihrer Doktrin konfrontiert wird, können ganze Gesellschaftsgruppen ihren Hetzparolen unterliegen. [5]
Bei der wahrscheinlich ersten Erwähnung von "politischer Psychopathie" merkte er an, dass die Extreme von Ambition, Machtsüchtigkeit und finanziellem Gewinn "besonders in der kriminellen oder politischen Psychopathie vorhanden sind." [6]
Es werden Methoden entwickelt, wie man Meinungsverschiedenheiten zwischen Gruppen schüren kann (so wie unter der Maxime divide et impera [Teile und Herrsche]). Hochverrat und Täuschung in der Politik werden oft gerechtfertigt und als positive Werte dargestellt. Es werden auch Prinzipien entwickelt, wie man den Vorteil aus bestimmten Situationen zieht. Politischer Mord, Hinrichtung von Gegnern, Konzentrationslager und Völkermord sind das Produkt von politischen Systemen auf der Ebene der primären Integration [der Psychopathie]. [7]
In einer Textstelle, die ihrer Zeit Jahrzehnte voraus war, beobachtete er, dass man in Gefängnissen "weniger erfolgreiche" Psychopathen antreffen könne, während die "erfolgreichen" in Machtpositionen sind. (d.h. politische und militärische Staatschefs, Gewerkschaftspräsidenten, etc.). Er zitierte zwei Beispiele von Anführern, die durch diese "affektive Retardation" charakterisiert waren, nämlich Hitler und Stalin, auf die er in seinen Büchern [8] wiederholt verwies, und die sich beide durch "eine fehlende Empathie, emotionale Kälte, grenzenlose Ruchlosigkeit und Machthunger" auszeichneten. [9]

Dąbrowski und Łobaczewski erfuhren diesen Horror am eigenen Leib. Im September 1939 fielen die Nazis unter falscher Flagge in Polen ein, ein Ereignis, das als der Überfall auf den Sender Gleiwitz bekannt wurde. Dies war Teil eines größeren SS-Projekts, "Operation Himmler", dessen Zweck es war, die Illusion eines Polnischen Aggressors aufzubauen, aufgrund dessen man 'Vergeltung' ausüben konnte. In anderen Worten: Die Deutschen brauchten eine plausible Ausrede bzw. Schlagzeilen, um das Land überfallen zu können. Deutsche, die als Polen verkleidet waren, überfielen den Radiosender, sendeten Anti-Deutschland Propaganda, ermordeten den Deutsch-Schlesischen Sympathisanten der Polen, Franciszek Honiok, und brachten seinen Körper auf den Schauplatz. [10] Die Nazis nutzten diese Operationen, um die Invasion zu rechtfertigen, worauf sie ein Regime des Terrors aufbauten, das etwa sechs Millionen Polen den Tod brachte. Als Teil des Gesamtziels, Polens komplettes kulturelles Leben zu zerstören, wurden Schulen geschlossen, Professoren verhaftet, in Konzentrationslager geschickt, und manche sofort ermordet. Psychiatrie wurde verboten. Laut Jason Aronson der Harvard Medical School, ermordeten die Nazis den Großteil der praktizierenden Psychiater. Durch die Invasion überlebten nur etwa 38 von 400. [11] Während dieser tumultvollen Zeit arbeitete Łobaczewski als ein Soldat für die Heimatarmee, eine verdeckte polnische Widerstandsorganisation; sein Verlangen, Psychologie zu studieren, wuchs dort.

Die Schule, die er später besuchen würde, die Jagiellonen-Universität, litt während der Kriegsjahre enorm unter den Bemühungen, die intellektuelle Elite der Stadt Krakau auszuradieren. Am 6. November 1939 wurden 144 Professoren und Angestellte verhaftet und in Konzentrationslager verfrachtet. Ihnen wurde die Nachricht übermittelt, dass sie sich eine Zwangsvorlesung über deutsche Pläne zur polnischen Bildung anhören mussten. Bei ihrer Ankunft wurden sie im Hörsaal verhaftet, gemeinsam mit allen anderen Menschen im Gebäude. Dank dem öffentlichen Protest wurde die Mehrheit nach ein paar Monaten wieder freigelassen, und obwohl die Universität von den Nazis ausgeräumt und vandalisiert wurde, schafften es die Überlebenden dieser Operation, 1942 eine Untergrund-Universität zu formen. [12] Regelmäßige Vorlesungen begannen wieder im Jahr 1945 und wahrscheinlich begann Łobaczewski zu diesem Zeitpunkt seine Studien unter Professor für Psychologie, Edward Brzezicki [13, 14]. Zu jener Zeit traf Łobaczewski wahrscheinlich auch Stefan Szuman, ein renommierter Psychologe, der auf der Jagiellonen-Universität unterrichtete. Szuman agierte später als Vermittlungsstelle für geheimgehaltene Daten und Forschung.

Während die Jagiellonen-Universität und andere polnische Universitäten drei Jahre der Freiheit genossen, so endete diese Freiheit sehr schnell im Jahr 1948, als Polen ein Satelliten-Staat der Sovietunion wurde. Die Polnische Vereinigte Arbeiterpartei übernahm die volle Kontrolle des Universitätslebens. Mit der Einrichtung der demokratischen Republik Polens wurde Polen in den Sovietischen Einflussbereich gestellt; medizinische und psychiatrische Dienstleistungen wurden sozialisiert, und klinische Psychiatrie wurde auf strikte Pawlow'sche Konzepte reduziert. Somit setzte die 'Stalinisierung' der polnischen Bildung dort fort, wo Hitler aufgehört hatte. Łobaczewski's Klasse war die letzte, die von den prä-kommunistischen Professoren unterrichtet wurde, die von den Kräften an der Macht als 'ideologisch unpassend' beurteilt worden waren. Es war erst in ihrem letzten Unterrichtsjahr, dass sie die unmenschliche 'neue Realität' voll miterleben mussten, was Łobaczewski's Forschungen für den Rest seines Lebens prägte.

Während der drei Jahrzehnte, die er unter der kommunistischen Diktatur verbringen musste, arbeitete Łobaczewski in allgemeinen und psychiatrischen Krankenhäusern. Die Diktatur stellte intensivierte Bedingungen und Möglichkeiten dar, seine Fähigkeiten der klinischen Diagnose zu verbessern -- essenzielle Fähigkeiten, um mit dieser neuen sozialen Realität zurechtzukommen. So konnte er Psychotherapie auch jenen zukommen lassen, die am meisten unter der strengen Herrschaft litten. Bereits im Anfangsstadium, während andere Beteiligte an dieser geheimen Forschung sein Interesse an Psychopathologie und der Gesellschaftspsychologie des Totalitarismus erkannten, erfuhr Łobaczewski, dass er nicht der erste war, der solche Forschungen durchführte. Er wurde gebeten, ihrer Gruppe beizutreten. Zu Beginn trug er nur einen kleinen Teil der Forschungsdaten bei, und konzentrierte sich hauptsächlich auf Psychopathie. Der Name der Person, die für die Zusammenstellung der Endanalyse verantwortlich war, wurde geheimgehalten, aber die Arbeit kam niemals ans Tageslicht. Alle Kontakte Łobaczewski's wurden in der poststalinistischen Welle der Unterdrückung in den 1960ern still, und er hatte nur noch jene Daten zur Verfügung, die bereits in seinen Besitz gekommen waren. Der ganze Rest war für immer verloren, ob verbrannt oder in geheimen Polizeiarchiven versperrt.

Entgegen dieser hoffnungslosen Situation entschied er, die Arbeit selbst fertigzustellen. Aber trotz seiner Bemühungen hinsichtlich Geheimhaltung vermuteten die politischen Autoritäten, dass er 'gefährliches' Wissen habe, das ihre Macht gefährdete. Ein österreichischer 'Wissenschaftler', der mit Łobaczewski Kontakt aufnahm, stellte sich nachträglich als Agent der Geheimpolizei heraus, und Łobaczewski wurde während dieser Zeitperiode drei Mal verhaftet und gefoltert. Während er 1968 am ersten Entwurf arbeitete, warnten ihn die Bürger des Dorfes, in dem er lebte, vor einer unmittelbar bevorstehenden Polizei-Razzia. Łobaczewski hatte gerade genug Zeit, seine Arbeit im Ofen seiner Zentralheizung zu verbrennen, bevor die Polizei eintraf. [15] Einige Jahre später, im Jahr 1977, wurde Łobaczewski von dem römischen Berichterstatter von Radio Free Europe, dem Łobaczewski von seiner Arbeit erzählt hatte, bei den polnischen Autoritäten angezeigt. [16] Ihm wurde die Entscheidung zwischen einer vierten Verhaftung und einem 'freiwilligen' Exil in die Vereinigten Staaten angeboten, Łobaczewski wählte das letztere. All seine Publikationen, Bücher und Forschungsmaterialien wurden konfisziert und er verließ das Land mit Nichts.

Als er in New York City ankam, nutzte der polnische Sicherheitsapparat seine Kontakte, um Łobaczewski jeden Zugang zu Jobs in seinem Kompetenzgebiet zu verwehren. Er musste mit Schrecken feststellen, dass ...
... das offene System der Unterdrückung, dem ich erst kurz zuvor entkommen war, nach wie vor aktiv war; nur diesmal verdeckt und in den Vereinigten Staaten von Amerika. Es war demoralisierend zu sehen, wie dieses System mit bewussten und unbewussten Spielfiguren funktionierte; Leute zu beobachten, die ihren 'Freunden' blind vertrauten, nicht wissend, dass sie kommunistische Agenten waren. Sie unterstellten mir Aktivitäten und setzten mit patriotischem Eifer Maßnahmen gegen mich. Als Resultat erhielt ich keinerlei Unterstützung mehr und musste, um zu überleben, eine Arbeit als Hilfsarbeiter annehmen, und das obwohl ich bereits im Rentenalter war. Meine Gesundheit kollabierte und zwei Jahre waren verloren. [17]
Kurz gesagt, die USA war mit der gleichen Krankheit infiziert, und die 'Freiheit', die sie anboten, war nicht viel mehr als eine Illusion. Für alle Wissenschaftler, die Übersee arbeiteten, war der Modus Operandi der polnischen Geheimpolizei, den amerikanischen Parteimitgliedern Vorschläge zu unterbreiten, die sie dann leichtgläubig ausführten, aber gleichzeitig über die realen Motivationen für ihre Handlungen komplett im Dunklen verblieben. Łobaczewski musste daher eine Arbeit als Hilfsarbeiter annehmen und das Buch in den frühen Morgenstunden, bevor er zur Arbeit ging, erneut niederschreiben. Weil er die meisten statistischen Daten und Fallstudien gemeinsam mit seinen Unterlagen verlor, konnte er nur jene niederschreiben, an die er sich erinnerte, und konzentrierte sich daher primär auf die Beobachtungen und Schlussfolgerungen seiner jahrzehntelangen eigenen Studien und der von Anderen, und untersuchte Literatur von jenen, die unter pathokratischen Regimes litten.

Als das Buch im Jahr 1984 fertiggestellt und eine passende Übersetzung ins Englische angefertigt wurde, konnte er sie dennoch nicht veröffentlichen. Die Psychologie-Verlage sagten ihm , es sei "zu politisch", und die Politik-Verlage sagten ihm, es sei "zu psychologisch". Er wandte sich an seinen Landsmann Zbigniew Brzeziński, der erst kurz zuvor unter Präsident Jimmy Carter als nationaler Sicherheitsrat diente. Dieser lobte das Buch hoch und versprach, es zu veröffentlichen. Unglücklicherweise brach Brzeziński nach einigen Schriftverkehren den Kontakt ab, und schrieb nur mehr, dass er es bedauere, dass es nicht funktioniert habe. In Łobaczewski's eigenen Worten: "Er erdrosselte die Angelegenheit auf hinterhältige Art." [18] Schlussendlich schaffte er es, nur eine kleine Auflage für Akademiker zu drucken, und diese Akademiker scheiterten, irgend einen signifikanten Einfluss auf andere Akademiker oder Gutachter zu bewirken. Da er unter schwer beeinträchtigter Gesundheit litt, kehrte Łobaczewski im Jahr 1990 nach Polen zurück, wo er ein anderes Buch veröffentlichte und und das Papier-Manuskript von Politische Ponerologie: Eine Wissenschaft über das Wesen des Bösen und ihre Anwendung für politische Zwecke auf dem Computer abtippte.

Er sandte letztendlich diese Kopie an die Redakteure von Sott.net und Red Pill Press, die das Buch im Jahr 2006 veröffentlichten. Dafauffolgend wurde das Buch in die Sprachen Französisch, Spanisch und Deutsch übersetzt. Seine Gesundheit wurde wieder schlechter und er starb ein Jahr später, im November 2007. Während andere Wissenschaftler ebenfalls wichtige Forschung in diesen Bereichen unternahmen, bleibt Łobaczewskis Buch das umfassendste und detaillierteste. Es ist wahrlich ein Klassiker aus dem Untergrund.

Deutsche Publikation im Jahr 2011

politische ponerologie
© Pilulerouge.com
Sott.net's hauseigener Verlag, Les Editions Pilule Rouge, freut sich, die Veröffentlichung der deutschen Übersetzung von Politische Ponerologie bekanntgeben zu können. Nach fast 2 Jahren intensiver Übersetzungs- und Lektoratstätigkeiten ist das Buch nun auf dem Webshop von Pilule Rouge erhältlich. Bei den im Internet kursierenden und via Foren und Bit-Torrents verbreiteten PDF-Dokumenten von Politische Ponerologie handelt es sich um nicht autorisierte Kopien der nicht durchgesehenen und unkorrigierten Rohübersetzung, die im Oktober 2008 auf http://quantumfuture.net/gn/ponerologie vom Urheber veröffentlicht wurde.

Rezensionen:
„Nachdem ich dieses Buch gelesen hatte, begannen sich einige meiner nagenden Fragen über die Politik und Praktiken der Regierung und Firmenvertreter selbst zu beantworten. Łobaczewskis Analyse erläutert, warum die Regierung der Vereinigten Staaten zu einem kriminellen Unternehmen wurde, das wild entschlossen ist, die Welt zu dominieren und riesige Zahlen von Menschen sowohl global als auch im Heimatland zu vernichten. [...] Politische Ponerologie ist ein unbezahlbares Werk, dass jeder Mensch, der danach strebt, bewusst zu werden, lesen sollte; nicht nur wegen seiner Übersicht der Pathologie der Individuen, die im Moment in Kontrolle der US-Regierung sind, sondern auch wegen dem Licht, dass es auf Menschen in unserer Umgebung werfen kann, von denen einige Freunde, Aktivisten, Geschäftsleute oder Gemeindevertreter sind. Der Zweck dieses Buchs ist es [...] die Unterscheidungsgabe zu kultivieren und unser Vertrauen in die innewohnende Intuition zu stärken, damit wir durch die beängstigenden Manifestationen des Bösen, die uns im 21. Jahrhundert umgeben, navigieren können.
~ Carolyn Baker, Psychotherapeutin, Professor für Geschichte und Psychologie, Autorin von Sacred Demise: Walking the Spiritual Path of Industrial Civilisation‘s Collapse
„Dies ist ein außergewöhnliches Buch. Ich kann zwar nicht die biologischen Aspekte der tyrannischen Gruppe der politischen und wirtschaftlichen Elite der modernen Zeit beurteilen, aber intuitiv bin ich davon überzeugt, dass es ein pathologischer Zustand ist.“
~ Ilan Pappé, Professor für Geschichte, University of Exeter, Autor von The Ethnic Cleansing of Palestine
„Ich fand, dass [Politische Ponerologie] vollgestopft mit zutiefst nützlichen Einsichten ist, die informieren können, um unsere Situation zu verändern. [...] Politische Ponerologie ist ein Buch, das man am besten langsam liest. [...] Die Einsichten sind tief und reichhaltig - sie erfordern mentalen Fokus und Konzentration. Und der Punkt wird immer wieder gemacht: Ignotas nulla curatio morbid - versuche nicht zu Heilen, was du nicht verstehst.“
~ Catherine Austin Fitts, Gründerin der Solari Investment Advisory Services und Sekretärin für Wohnungswesen in der Bush-Administration
„Ich denke, jeder sollte dieses Buch lesen, weil es die notwendigen Schlüssel zur Verfügung stellt, um Ereignisse zu verstehen, die uns sonst unerklärlich sein würden. Dieses Buch beschreibt die Ursprünge des ‚Bösen‘, seine wahre Natur, und zeigt, wie es sich durch die Gesellschaft ausbreitet.“
~ Silvia Cattori, freie Journalistin
„Ich brauchte einen Monat, um [Politische Ponerologie] zu lesen. Es war die Mühe wert. [...] Ich gratuliere dem Autor, dass er diesem Unternehmen einen Namen verliehen hat. [...] Das Thema des Bösen hätte schon lange in wissenschaftlichen Begriffen studiert werden sollen, anstatt es in strikt theologischen oder moralischen Begriffen abzuhandeln (oder, wie es heute so gerne getan wird, in politischen Begriffen). [...] Ich glaube, dass der Ursprung der Ungleichheit der Menschen und die geschichtlichen Verläufe der Jahrtausende, wo Menschen viel Leid zugefügt wurde [...] nicht rein soziale Phänomene sind; ich glaube, dass es eine starke biologische Komponente für dieses Verhalten gibt. [...] Letztendlich werden nur Sozialwissenschaften mit einer großen Dosis an biologischen Wissenschaften fähig sein, diese menschliche Eigenschaft zu studieren und zu heilen. [...] Der Autor hat [...] wahrscheinlich recht, dass ein Untersuchungsgebiet namens Ponerologie auf viele andere Untersuchungsgebiete aus sowohl den humanistischen als auch wissenschaftlichen Disziplinen zurückgreifen muss, um ein wirksames Gegenmittel gegen diesen fortwährenden Fluch menschlicher Existenz zu werden.“
~ Glenn R. Storey, ordentlicher Professor für Altphilologie und Anthropologie, University of Iowa

Weiterführende Literatur:

Interview mit den Herausgebern von Politische Ponerologie: Der Trick Des Psychopathen: Uns glauben machen, dass Böses von anderswo kommt

Der Trick des Psychopathen: Uns glauben machen, dass Böses von anderswo kommt

Das verborgene Böse: Der psychopathische Einfluss

Der Psychopath - Teil 1: Die Maske der Vernunft

Der Psychopath - Teil 2: Psychopathen in der New Age Bewegung

Der Psychopath - Teil 3: Was ist ein Psychopath?

Der Psychopath - Teil 4: Wie Psychopathen die Welt sehen

Der Psychopath - Teil 5: Psychopathen und Beziehungen

Der Psychopath - Teil 6: Wie man mit Psychopathen umgeht

Der Psychopath - Teil 7: Symptome/Checklisten für Psychopathie

Fußnoten:

1. Cleckley schrieb das klassische Buch über Psychopathie, The Mask of Sanity, (etwa, "Die Maske der Vernunft") und Gilbert schrieb The Psychology of Dictatorship basierend auf seiner Analyse der Nazi-Kriegsverbrecher von Nüremberg.

2. Es ist nicht klar, ob Łobaczewski mehr kannte, oder ob er sich weigerte, ihre Namen zu ihrem eigenen Wohl bekanntzugeben.

3. Unglücklicherweise sind so wie Gilbert's Buch, Dąbrowski's Bücher alle vergriffen. Eine DVD mit Scans seiner Arbeit ist hier verfügbar

4. Übersetzt von Elizabeth Mika in "Dąbrowski's Views on Authentic Mental Health", in Mendaglio, S. (ed) Dąbrowski's Theory of Positive Disintegration (Scottsdale, AZ: Great Potential Press, 2008), S. 139 - 53.

5. Dąbrowski, K. (with Kawczak, A. & Sochanska, J.), The Dynamics of Concepts (London: Gryf, 1973), S. 40, 47.

6. Dąbrowski, K. 1996 [1977]. 'Multilevelness of Emotional and Instinctive Functions' (Lublin, Poland: Towarzystwo Naukowe Katolickiego Uniwersytetu Lubelskiego, 1996 [1977]), S. 33.

7. ebenda, S. 153.

8. ebenda, S. 21; 'The Dynamics of Concepts', S. 40; Dąbrowski, K. Personality-shaping Through Positive Disintegration (Boston: Little, Brown, 1967), S. 202; Dąbrowski, K. Psychoneurosis Is Not An Illness (London: Gryf, 1972), S. 159.

9. Dąbrowski, K. (with Kawczak, A. & Piechowski, M. M.) Mental Growth Through Positive Disintegration (London: Gryf, 1970), S. 29 - 30.

10. Siehe Wikipedia, Überfall auf den Sender Gleiwitz

11. Preface to Dąbrowski, K. Positive Disintegration. (Boston: Little, Brown, 1964), pp. ix - x.

12. Błachowski lehrte in einer solchen Untergrund-Universität in Warschau. Siehe Wikipedia "Stefan Błachowski".

13. Mehr Informationen zur Verhaftung der Universitätsangestellten in der "Sonderaktion Krakau", siehe hier: http://www.abs...opedia, http://de.wikip...au

14. Siehe Webseite der Jagiellonen Universität. http://www.uj.edu.pl/

15. Später, in Bulgarien, versuchte er eine zweite Kopie zu einem Kontakter im Vatikan mittels einem polnisch-amerikanischen Touristen zu senden, aber seinem Wissen nach kam sie niemals an.

16. Łobaczewski erfuhr die Identität seines Anklägers erst im Jahr 2005 durch das Polnische Institut für Nationales Gedenken.

17. Politische Ponerologie: Eine Wissenschaft über das Wesen des Bösen und ihre Anwendung für politische Zwecke (Pilule Rouge 2011), p. 23.

18. In Memoriam: Andrzej M Łobaczewski