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Bauarbeiten im Westjordanland: Israel hat beschlossen, den Ausbau der Siedlungen zu genehmigen.
Kaum wurde Palästina als Beobachterstaat von der UN-Vollversammlung anerkannt, reagiert Israel mit einer Provokation: In Ost-Jerusalem und dem Westjordanland sollen 3000 neue Wohnungen entstehen.

Israel wird den Bau von 3000 neuen Wohnungen in den jüdischen Siedlungsgebieten in Ost-Jerusalem und im Westjordanland genehmigen. Ein israelischer Verantwortlicher bestätigte am Freitag in Jerusalem entsprechende Informationen eines Korrespondenten der israelischen Tageszeitung Haaretz. Zum genauen Standort der künftigen Wohnungen machte er keine Angaben.

Die Organisation "Frieden jetzt" hatte im November berichtet, geplant seien ein massiver Ausbau der Siedlung Itamar im nördlichen Westjordanland sowie jeweils gut 600 Wohnungen in den Vierteln Pisgat Seev und Ramot im besetzten Ostteil von Jerusalem.

Die Ankündigung erfolgte einen Tag, nachdem die UN-Vollversammlung den Palästinensern unter dem Protest Israels einen aufgewerteten Beobachterstatus als Nicht-Mitgliedstaat zubilligte. Mit einer überwältigenden Mehrheit von 138 Ja-Stimmen bei nur 9 Gegenstimmen und 41 Enthaltungen votierte die Versammlung dafür. Die Siedlungs- und Wohnungsfrage gehört zu den zentralen Streitpunkten im Nahostkonflikt. Die israelisch-palästinensischen Friedensgespräche liegen seit Jahren auf Eis.

mlr/AFP/DPA