Von tödlicher Kälte in Russland, bis zu Überschwemmungen in Großbritannien und lauen Bedingungen, die im Südwesten Frankreichs die Einwohner nach ihren Badeanzügen greifen lassen - das Wetter in ganz Europa hat in den Tagen vor Weihnachten verrückt gespielt.
Das Thermometer in Moskau ist auf Minus 25 Grad Celsius gefallen - eine saisonunübliche Kälte in einem Land, wo solche Frostschauer normalerweise nicht vor Januar und Februar eintreffen. Die Kälte hat seit Mitte Dezember zu 90 Todesfällen in Russland und zu 83 in der Ukraine geführt, während das östliche Eurasien sich im Griff eines ungewöhnlich eisigen Monats befindet, der einen Abfall der Temperaturen bis zu Minus 50 Grad Celsius in Ost-Sibirien gesehen hat.

Weitere 57 Menschen sind in diesem Monat auf Grund der Kälte in Polen gestorben, und offizielle Stellen sagen, dass die eisige Front wahrscheinlich "die schwerwiegenste der letzten 70 Jahre" ist; laut Regis Crepet, einem Wettervorhersager der Meteo-Consult.

Während der ehemalige Ostblock zittert und Großbritannien mit schwerwiegende Überschwemmungen nach heftigen Regenfällen kämpft, haben Urlauber und Einwohner im Süden Frankreichs und in Italien ihre Badehosen und Badebekleidung herausgeholt, um eine unerwartete Bö von Strandwetter willkommen zu heißen.

In Biarritz an der atlantischen Küste stiegen die Temperaturen am Sonntag auf 24,3 Grad Celsius, fast 12 Grad wärmer als der saisonale Durchschnitt, und den Rekord von 1983 mit 24.4 Grad Celsius anstoßend. "Dies sind bemerkenswerte Temperaturen, die wir nicht jedes Jahr sehen", sagte der französische Wettervorhersager Patrick Galois.

An der italienischen sizilianischen Küste in Catania wurden die Strandtemperaturen am Weihnachtstag vorhergesagt an einigen Orten bis auf 22 Grad Celsius zu klettern, während in Österreich, im kleinen Dorf namens Brand, das sich auf einer Höhenlage von mehr als 1,000 Metern befindet, am 24. Dezember einen Rekord von 17,7 Grad Celsius verzeichnete.

Jim Palmer, Professor für klimatische Physik an der Oxford Universität, sagte gegenüber der AFP, dass sich die Wetterextreme durch den "Jet Stream" der nördlichen Hemisphäre erklären, einem Luftband, das sich hoch in der Atmosphäre über den Planeten bewegt. Der Strom ist ähnlich der Länge eines Seils, "das man ein wenig hin und her wackelt", sagte Palmer - und seine Wellenbewegungen sind von Jahr zu Jahr unterschiedlich.

In diesem Winter ist der Jet Stream ganz besonders schwankend und zieht aus dem fernen Norden kalte Luft über Russland, bringt wärmere Luft aus dem Süden hoch über Frankreich und seine Nachbarn. "Die Frage ist: Sind die Schwankungen und die ungewöhnliche Konfiguration des Jet Streams das Resultat eines Klimawandels? Wir wissen es nicht. Die Modelle sind wahrscheinlich nicht unbedingt gut genug um das auszusagen", sagte Palmer, obwohl es "einige Beweise" gebe, dass dies der Fall sein könnte.

Quelle: TD

Übersetzung de.sott