
Das Geheimnis seiner genauen Entstehung gibt der Komet "67P/Tschurjumow-Gerassimenko" noch nicht preis. Wissenschaftler konnten aber zumindest ausschließen, dass Magnetismus eine große Rolle bei der Bildung des Himmelskörpers gespielt hat, berichten sie im Fachmagazin Science.
Bislang galt es als denkbar, dass in einer bestimmten Entstehungsphase des Kometen magnetische Kräfte beteiligt waren. Laut Hans-Ulrich Auster von der Technischen Universität Braunschweig, der an der aktuellen Studie beteiligt war, gibt es viele weitere Theorien, die es noch zu prüfen gilt.
Die Forscher hatten mit speziellen Messgeräten, die in Braunschweig entwickelt und auf der Raumsonde "Rosetta" und dem Landeroboter "Philae" installiert sind, den Magnetismus des Kometenkerns vermessen. "Die Frage war völlig offen. Man war noch nie auf einem Kometen", so Auster. Dann das Ergebnis: Nichts. "Tschuris" Kern hat kein Magnetfeld.
"Philaes" Hüpfer als Glücksfall
Nachdem "Philae" nach zehnjähriger Reise im November auf Komet "Tschuri" gelandet war, hatte das Labor mehrere Hüpfer gemacht und war etwa einen Kilometer vom ursprünglichen Ziel entfernt zum Stehen gekommen. Eine Katastrophe für einige Experimente, für Auster und seine Kollegen ein Glücksfall. "Uns kam die Sache natürlich entgegen, dass der mehrfach gehopst ist", erklärt der Forscher. Dadurch konnte an vier verschiedenen Stellen von "Tschuri" gemessen werden.
Solange kein weiterer Komet untersucht sei, müsse man davon ausgehen, dass die Messungen auch für andere Kometen seiner Klasse repräsentativ seien, sagte Auster. "Tschuri", der einem kilometergroßen Quietscheentchen ähnelt, wurde 1969 entdeckt.
Derzeit schläft "Philae". An seinem schattigen Platz auf dem Kometen, an dem er nach den Hüpfern fälschlicherweise gelandet war, bekommt das Labor zu wenig Licht, nach zwei Tagen, in denen das Labor noch einige Daten sendete, ging ihm der Strom aus. Da "Tschuri" derzeit auf die Sonne zurast, hoffen Forscher, den Lander nun wieder aufwecken zu können. Der zweite Versuch läuft seit Sonntag.
jme/dpa



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Pierre Lescaudron beschreibt unter anderem auch diese Körper ausführlich in seinem neuen Buch: