Wissenschaft und Technologie
Karte


Meteor

Killer-Asteroiden könnten irdisches Leben im Sonnensystem und zu nahen Sternen verteilt haben

Einschlag Killerasteroid
© Donald Davis, gemeinfrei
Archiv: Künstlerische Darstellung des Einschlags eines Killer-Asteroiden auf die Erde (Illu.).
Kyoto/ Japan - Vor rund 65 Millionen Jahren wurde die Erde von einem mehr als 10 Kilometer großen Asteroiden getroffen - ein Ereignis, dessen globale Auswirkungen zum Aussterben der Dinosaurier geführt haben soll. Bislang standen hauptsächlich die negativen Auswirkungen solcher kosmischer Kollisionen auf das Leben im Fokus der Wissenschaft. In einer aktuellen Studie konzentrierten sich japanische Wissenschaftler nun aber auf die Frage, wie viel Erdmaterial ein solcher Einschlag ins All katapultiert haben und wie weit auf diese Weise Wasser, organisches Material und Leben von der Erde im All verteilt worden sein könnte. Das Ergebnis ist erstaunlich und hat auch Auswirkungen auf unser Verständnis vom Ursprung des Lebens auf der Erde selbst.

Wie die Astrophysiker um Tetsuya Hara von der Kyoto Sangyo University vorab auf "arxiv.org" berichten, würde ein entsprechend großer in etwa die gleiche Menge seines Eigengewichts und damit Milliarden an Tonnen Erdmaterial ins All schleudern.

Wie der "The Physics Arxiv Blog" (technologyreview.com) berichtet, zeigen die neuen Berechnungen erstaunlicherweise, dass große Mengen an Erdmaterial nicht nur bis zum Mond und Mars gelangt sein sondern dass die Trümmer des Einschlags ihren Weg auch weit über diese vergleichsweise nahen Ziele hinaus gefunden haben könnten. Zu diesen fernen Zielen gehören jedoch nicht nur die wahrscheinlich lebensfreundlichen Jupiter- und Saturnmonde Europa und Enceladus sondern auch Exoplaneten, die andere sonnennahe Sterne umkreisen.
Network

Akustische Pflanzenkommunikation erstmals wissenschaftlich belegt

Getreidefeld
© grewi.de
Archivbild: Junges Getreidefeld
Perth / Australien - Menschen, die mit ihren Pflanzen sprechen, sind nichts Ungewöhnliches. Wissenschaftlern in Australien ist es nun jedoch erstmals gelungen nachzuweisen, dass Pflanzen tatsächlich auf Töne reagieren und wahrscheinlich sogar selbst durch Klickgeräusche miteinander kommunizieren.

Seit spätestens 1973, als der südafrikanische Botaniker Lyall Watson in seinem Bestseller Supernature behauptet hatte, Pflanzen hätten Gefühle, die durch einen Lügendetektor nachweisbar seien, wird die Vorstellung empfindsamer und mitteilsamer Pflanzen ebenso hitzig wie kontrovers diskutiert.

Wie Dr. Monica Gagliano, wissenschaftliche Mitarbeiterin der University of Western Australia (UWA), gemeinsam mit Professor Daniel Robert von der University of Bristol und Professor Stefano Mancusovon der Università degli Studi di Firenze im der Fachzeitschrift Trends in Plant Science beschreiben, können die Wurzeln junger Pflanzen gewisse Geräusche machen und auf eben solche reagieren.
Bug

Riesiger Silberfisch in Portugal entdeckt

silberfisch, insekt
© unbekannt
Bei Spinnen und Insekten denken die meisten Menschen an kleine, unscheinbare Krabbler und Brummer. Doch auch unter diesen Winzlingen der Tierwelt gibt es wahre Riesen: In Portugal haben Forscher nun einen Silberfisch entdeckt, der sage und schreibe zehn Zentimeter groß ist. Und er ist bei weitem nicht der einzige kleine Gigant, den die Natur hervorgebracht hat...

In Portugal haben Forscher einen Silberfisch entdeckt, der zehn Zentimeter lang ist - zumindest, wenn man die Fühler mitrechnet. Das augenlose und pigmentfreie Tier lebt in unterirdischen Höhlen und hat, bis auf seinen Namen, nur wenig mit den winzigen Krabblern gemein, die wir aus unseren Badezimmern kennen. Nach Angaben der portugiesischen Wissenschaftler handelt es sich bei der Neu-Entdeckung um das größte unterirdisch lebende Insekt Europas.
Meteor

Kam das Leben per Komet?

Asteroideneinschläge sollen der Zündfunke für die Evolution gewesen sein

Wie kam das Leben auf die Erde? Seit Beginn der Geschichte arbeiten sich die Menschen an dieser fundamentalen Frage ab. Lange Zeit lieferten religiöse Schöpfungsmythen die Antworten darauf. Später machte die moderne Wissenschaft die Ursuppe als Keimzelle des Lebens aus. Jetzt haben Forscher eine neue These: Das Leben kam per Komet zu uns.
Binoculars

Unbekanntes Gen kann Wachstum von Gehirntumoren bremsen

Inaktivierung von Erbanlage in Geschwulst weist auf schützende Funktion hin

Hannover - Ein Forscherteam von der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) hat entdeckt, dass ein Gen mit bislang unbekannter Funktion dem Wachstum von Hirntumoren entgegenwirkt. Möglicherweise spielt seine tumorunterdrückende Wirkung bei Brust- oder Darmkrebs ebenfalls eine Rolle. Die Funktionsweise des neu entdeckten Gens könne in Zukunft bei der Entwicklung von Krebsmedikamenten berücksichtigt werden, teilte die Hochschule am Dienstag mit. Ihre Erkenntnisse veröffentlichten die Wissenschafter vom Institut für Humangenetik der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) in der Fachzeitschrift Brain.

Auf die Spur des Gens kam das Team um Ruthild Weber bei der Untersuchung von Zellen, die von bösartigen Hirntumoren abstammen - von sogenannten Glioblastomen. In vielen dieser Glioblastomen lag das Gen verändert vor. "Wenn ein Gen in einem Tumor inaktiviert ist, ist das ein Hinweis darauf, dass es tumorunterdrückend wirkt", erklärte Weber. Die Genveränderungen wurde auch in Tumoren anderer Organe entdeckt.
Telescope

Neunter Planet im Sonnensystem-Zwilling entdeckt

Planetensystem um
© ESO/L. Calçada
Illustration einer Detailansicht des Planetensystems um "HD 10180".
Hatfield/ England - Im Herbst 2010 vermeldeten Astronomen an der Europäischen Südsternwarte (ESO) in Chile die Entdeckung des bis dahin komplexesten Planetensystems fernab der Sonne, in dem bis zu sieben Planeten den sonnenähnlichen Stern "HD 10180" umkreisen (...wir berichteten). Neue Auswertungen der Beobachtungsdaten des 127 Lichtjahre von der Erde entfernten Systems legen nun nahe, dass dieser Stern sogar von neun Planeten umkreist wird. Damit gäbe es um den gelben Zwergstern mehr Planeten als um die Sonne. Bei drei der Planeten handelt es sich um sogenannte Super-Erden.

Mittels der Radialgeschwindigkeitsmethode fanden eindeutige Belege für sechs und einen Hinweis auf einen siebten Planeten von 1,4 bis 65 Erdenmassen, deren Größen jedoch noch nicht bekannt sind.

Während fünf dieser Planeten zwischen 12 und 25 Erdenmassen aufweisen und damit der Klasse der neptunartigen Planeten angehören, benötigt der sechste - ein saturnartiger Planet von 65 Erdenmassen - rund 2.200 Tage, um seinen Stern zu umkreisen.
Info

Sitz des Bewusstseins erwacht zuletzt aus der Narkose

Gehirn
© Hemera
Halbbewusste Wachzustände bei Operationen können deshalb nur schwer entdeckt werden

Forscher haben aufgeklärt, warum Patienten nach einer Narkose oft verwirrt sind und erst langsam zu sich kommen: Nach der Narkose wacht zuerst der primitivste Teil des Gehirns auf. Erst danach wird auch die Großhirnrinde - der Sitz unseres Bewusstseins - aktiv. Das zeigen Hirnscans, die die Wissenschaftler in der Aufwachphase von Probanden aufzeichneten. Diese Entdeckung könnte auch erklären, warum Anästhesisten manchmal nicht bemerken, dass Patienten während einer Operation wach werden: Ihre Messgeräte fragen nur die Aktivität der Großhirnrinde ab - und reagieren daher zu spät oder gar nicht auf diese nur halbbewussten Wachzustände. Das berichten die Forscher im Fachmagazin "The Journal of Neuroscience".

"Wir haben erwartet, dass sich die Großhirnrinde als erstes nach einer Narkose wieder einschaltet", sagt Studienleiter Harry Scheinin von der Universität Turku in Finnland. Überraschenderweise aber hätten die Aufnahmen etwas anders gezeigt: Gehirnstrukturen wie der Hirnstamm, der Thalamus und Teile des limbischen Systems seien zuerst aktiv geworden. Sie gehören zu den evolutionär ältesten Hirnteilen und verarbeiten unter anderem ursprüngliche Gefühle wie Angst und Lust, aber auch die Reaktion auf äußere Reize
Info

Erster Riesen-Dinosaurier mit Federn entdeckt

Früher Tyrannosaurus-Verwandter hatte bis zu 20 Zentimeter lange Federn
Dino mit Federn
© Brian Choo
So könnte der vor 125 Millionen Jahren lebende Yutyrannus huali ausgesehen haben: diese Zeichnung zeigt eine Gruppe dieser gefiederten Raubsaurier (mit gelbem Nasenkamm), vorne links sind zwei kleine Beipiaosaurier zu sehen, sie galten vor der Entdeckung des Yutyrannus als die größten Dinosaurier mit einem Gefieder.

In China haben Forscher erstmals Fossilien einer gigantischen gefiederten Dinosaurierart entdeckt. Der frühe Verwandte des Tyrannosaurus rex lebte vor 125 Millionen Jahren und wog ausgewachsen fast eineinhalb Tonnen. Er gehörte damit zu den größten Raubsauriern seiner Zeit. Sein Körper war dicht mit mehr als 15 Zentimeter langen, fadenartigen Federn bedeckt. Das belegen gut erhaltene Federreste an drei Skeletten der neuen Art. Die Wissenschaftler tauften den gefiederten Raubsaurier daher Yutyrannus huali - Mandarinchinesisch für "schöner Federtyrann". Die Entdeckung des Yutyrannus liefere den ersten Beleg dafür, dass es auch sehr große Dinosaurierarten mit einem Federkleid gab, berichten die Forscher im Fachmagazin "Nature".

Der größte bisher bekannte gefiederte Dinosaurier war der in der frühen Kreidezeit lebende Beipiaosaurus, der nur etwa 2,20 Meter lang wurde und 80 Kilogramm wog. "Es gab zuvor keine Fossilien, die die Präsenz von Federn bei den großen Tyrannosauriern zeigten", schreiben Xing Xu vom Institut für Wirbeltierpaläontologie und Paläoanthropologie der chinesischen Akademie der Wissenschaften in Peking und seine Kollegen. Daher sei man davon ausgegangen, dass die großen Raubsaurier nicht gefiedert waren. Der Fund des Yutyrannus werfe nun ein neues Licht auf die Entwicklung der Federn bei den Dinosauriern.
Holly

Cannabisähnliche Substanz hilft beim Vergessen

Berner Wissenschafter finden neuen Mechanismus

Eigentlich sollte man es wissen, aber das Vokabel will einem einfach nicht einfallen: Was beim Vergessen von Informationen im Gehirn abläuft ist bis heute nicht vollständig geklärt. Schweizer Wissenschafter haben nun einen Mechanismus entdeckt, der möglicherweise Licht in die Frage bringt. Eine Hauptrolle bei ihrer Erklärung spielt ein vom Gehirn selbst produzierter cannabisähnlicher Stoff.

Das Phänomen des Vergessens ist uns wohlbekannt. Doch was passiert dabei im Gehirn? Die Forscher Thomas Nevian und Rogier Min vom Institut für Physiologie der Universität Bern sind dem zugrunde liegenden Mechanismus einen Schritt näher gekommen: Sie haben herausgefunden, dass Sternzellen - sogenannte Astrozyten -, denen bislang nur eine passive Rolle als Stütz- und Versorgungszellen für die Nervenzellen zugeschrieben wurde, womöglich eine entscheidende Rolle beim Vergessen spielen. Die Sternzellen greifen durch einen körpereigenen Stoff, der dem Cannabis sehr ähnlich ist, in die Chemie des Gehirns ein. Die Ergebnisse sind nun im Wissenschaftsjournal Nature Neuroscience publiziert.

Aufgabe des Gehirns ist es, Informationen über die Sinnesorgane aufzunehmen, zu verarbeiten, Informationen zu speichern und schließlich durch Impulse an die Muskeln unser Verhalten zu steuern. Das Aufnehmen, Aussenden, Verarbeiten und Speichern von Informationen findet in den Nervenzellen statt. Diese Nervenzellen sind über Kontaktstellen, die Synapsen, jeweils mit unzähligen anderen Nervenzellen verbunden. Über diese Synapsen werden Informationen auf elektrisch- chemischem Weg von einer Nervenzelle an die nächste weitergegeben.
Mr. Potato

Hoffnung für unfruchtbare Frauen

Pregnant Woman
© Live Science
Die Wissenschaft feiert eine kleine Sensation. Forscher entdeckten in weiblichen Stammzellen neu entstandene Eizellen. Zunächst gingen sie davon aus, dass die Eizellen mit dem Alter abnehmen.

Die Entdeckung könnte zu ganz neuen Methoden führen, um Unfruchtbarkeit bei Frauen zu behandeln. Damit stösst die Studie der Forscher um Professor Jonathan Tilly vom Massachusetts General Hospital in Boston ein medizinisches Dogma um. Bisher galt: Frauen kommen mit einer festgelegten Zahl von Eizellen zur Welt. Diese nimmt mit dem Alter ab und sie können nicht neu gebildet werden.

Das US-Team isolierte aber aus Eierstöcken von Frauen im gebärfähigen Alter Stammzellen und setzte diese in unreife Eizellen ein. Die Stammzellen wurden anschliessend mit einem fluoreszierenden grünen Protein gekennzeichnet und in menschliches Eierstockgewebe eingepflanzt. Daraufhin entstanden neue Eizellen, von denen einige grün leuchteten. Das deutete darauf hin, dass sie von den Stammzellen abstammten. Andere wiederum leuchteten nicht, was vermuten liess, dass sie bereits zuvor im Gewebe vorhanden waren.
Top