Wissenschaft und Technologie
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Der Rhein ist 5 Millionen Jahre älter als bisher angenommen

Rhein
© User2538 auf de.wikipedia, CC-BY-SA-2.0-DE
Blick auf den "Alten Rhein" bei Höchst.
Frankfurt/ Deutschland - Anhand von Fossilienfunden haben Wissenschaftler des Senckenberg Center for Human Evolution and Palaeoecology (HEP) an der Universität Tübingen und des Senckenberg Forschungsinstitutes in Frankfurt das Alter des Rheins untersucht und kommen zu dem Schluss, dass der Fluss fünf Millionen Jahre älter ist, als bislang angenommen.

Wie die Forscher um Professor Madelaine Böhme, Leiterin der HEP-Arbeitsgruppe "Terrestrische Paläoklimatologie" aktuell im Fachjournal PLoS ONE berichten, war das Alter des die Schweiz, Österreich, Deutschland und die Niederlande auf rund 1.233 Kilometern durchfließenden Stroms bislang umstritten.

"Bisher ist man davon ausgegangen, dass der Ur-Rhein etwa zehn Millionen Jahre alt ist. (...) Aufgrund unserer Untersuchungen an Fossilien einer Fundstelle nahe Sprendlingen gehen wir nun aber davon aus, dass der Fluss mindestens fünf Millionen Jahre älter ist.“
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Planet X: Hinweise auf unbekannten Planeten in unserem Sonnensystem

Planet
© NASA
Künstlerische Interpretation eines Planeten im äußersten Sonnensystem (Illu.).
Rio de Janeiro/ Brasilien - Anhand der ungewöhnlichen Umlaufbahnen einiger großer Objekte im Kuipergürtel vermutet ein brasilianischer Astronom, auf die Existenz eines weiteren Planeten am äußersten Rand des Sonnensystems schließen zu können. Tatsächlich, so seine Berechnungen, würde ein Planet von der Größe zwischen der von Mars und Neptun die stark elliptischen Orbits dieser Kuipergürtelobjekte am besten erklären. Die Entdeckung dürfte die Diskussionen um die Existenz des viel diskutierten "Planet X" oder gar um den angeblichen Alien-Götter-Planeten "Nibiru" erneut anheizen.

Wie Rodney Gomes vom brasilianischen Observatorio Nacional auf dem Treffen der Division on Dynamical Astronomy (DDA) der American Astronomical Society in Mount Hood im US-Bundesstaat Oregon berichtete, weisen etwa ein halbes Dutzend dieser Objekte im Kuipergürtel - darunter auch der Zwergplanet Sedna (s. f. Abb.) - merkwürdig stark elliptische Umlaufbahnen um die Sonne auf.

Laut Gomes gibt es für derartig abweichende Umlaufbahnen verschiedene mögliche Erklärungen. "Aber ich denke", so erläutert der Astronom, "dass ein Objekt mit der Masse eines Planeten die einfachste Erklärung darstellt."
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Placebo-Effekte mehr als angenommen: Spezifische kontextuelle Effekte, die noch wenig erforscht sind

Medizinische Präparate
© grewi.de
Medizinische Präparate (Illu.).
Essen/ Deutschland - Eine Expertenkonferenz hat sich vom 4. bis 6. Mai 2012 am Comer See mit dem Stand der Forschung zu sogenannten Placeboeffekt beschäftigt. Ziel der Konferenz war es, den negativen Konnotationen des Wortes "Placeboeffekt" Begriffe wie "Meaning response" oder "Context effects" gegenüberzustellen, weil diese dem Phänomen besser gerecht werden.

Es sollte deutlich werden, dass es sich nicht um willkürliche, zufällige Effekte handelt, sondern um spezifische Effekte. Diese Effekte werden allerdings durch Faktoren bedingt, die noch wenig erforscht sind, bspw. Zuwendung, Erwartung, Gespräch etc. Ein Vorteil vieler komplementärmedizinischer Behandlungen könnte sein, dass diese Faktoren solche Effekte besser auslösen können als das bloße Verabreichen eines Medikamentes in der konventionellen Behandlung.

Konferenzleiter Prof. Jütte von der Robert Bosch Stiftung zeichnete die historische Entwicklung des Begriffes "Placebo" nach und verwies dabei auf die erste Verwendung im medizinischen Kontext: Der englische Arzt Alex Sutherland hat unter dem Pseudonym "Placebo" seine ärztlichen Tätigkeiten beschrieben, die vom damaligen Standard abwichen.
Chalkboard

Sonne bewegt sich anders durch interstellaren Raum als bisher angenommen

Heliosphäre minus Bow Shock
© Southwest Research Institute
Aus den bisherigen Schaudiagrammen zu Aufbau und Eigenschaften der Heliosphäre muss die bislang vermutete Schockwelle (Bow Shock) zukünftig herausgestrichen werden (Illu.).
San Antonio/ USA - Neue Messungen der NASA-Sonde IBEX (Interstellar Boundary Explorer) widerlegen die von Astrophysikern seit rund 25 Jahren gehegte Vorstellung einer Schockwelle, wie sie - so die bisherigen Vorstellungen - von der Sonne, bzw. deren Heliosphäre, durch das interstellare Medium vor sich her getrieben werden soll.

Als Heliosphäre bezeichnen Sonnenforscher einen weiträumigen, blasenförmigen Bereich um die Sonne, in dem der Sonnenwind mit seinen mitgeführten Magnetfeldern gegen das von außen wirkende interstellare Medium aus Partikeln, Gas und Staub wirkt und so die Grenze des Sonnensystems, den sogenannten Termination Shock, bewirkt.
Hardhat

Wie Schimpansen Nüsse knacken

Auch Menschenaffen haben kulturelle Eigenheiten. In einer Gruppe knacken sie ihre Nüsse so, in der nächsten wieder auf ganz andere Art - obwohl die Verfügbarkeit der Werkzeuge identisch ist.
schimpansen
© Arco Images GmbH
Alles eine Frage der Kultur - auch bei Schimpansen. In einem westafrikanischen Nationalpark knacken die Affen gern Nüsse, nutzen dabei aber in den einzelnen Gruppen verschiedene Werkzeuge.

Das berichten Forscher des Leipziger Max-Planck-Instituts für Evolutionäre Anthropologie, die im Taï-Nationalpark an der westafrikanischen Elfenbeinküste drei benachbarte Schimpansen-Gruppen beobachtet hatten. Die Studie ist im Fachmagazin Current Biology veröffentlicht.

Das Team um Lydia Luncz hatte vor allem interessiert, ob die Schimpansengruppen unterschiedliches kulturelles Verhalten zeigen, obwohl sie unter ähnlichen Umweltbedingungen leben und genetisch kaum verschieden sind.
Shoe

Sonne bewegt sich langsamer als angenommen

Unsere Sonne ist langsamer als bislang vermutet. Das schließen Forscher aus der „Bugwelle“, die sie auf ihrem Weg durch die Milchstraße vor sich herschiebt.

Düsseldorf - Die Sonne fliegt langsamer durch das Gas der Milchstraße als bislang vermutet. Das zeigen Messungen der Nasa-Raumsonde Interstellar Boundary Explorer (IBEX).

Unser gesamtes Sonnensystem bewege sich rund 11.000 Kilometer pro Stunde langsamer durch das sogenannte interstellare Medium als angenommen, berichtet ein internationales Forscherteam um David McComas vom Southwest Research Institute in San Antonio (Texas) im US-Fachjournal Science.
Telescope

Erstmals direktes Licht einer fernen Super-Erde entdeckt

Supererde
© NASA/JPL-Caltech
Künstlerische Interpretation von "55 Cancri e" um seinen Stern "55 Cacri".
Cambridge/ USA - Mit dem NASA-Infrarot-Weltraumteleskop Spitzer ist es Astronomen erstmals gelungen, infrarotes Licht zu entdecken, dass von einer fernen sogenannten Super-Erde, also einem Planeten von der 1-10-fachen Masse der Erde abgegeben wird. Während der Planet aufgrund seiner großen Nähe zu seinem Stern viel zu heiß für Leben ist, stellt der Nachweis dennoch einen Meilenstein in der Suche nach Anzeichen für Leben auf fernen Planeten dar.

Für den Spitzer-Forscher Bill Danchi vom Hauptquartier der NASA erweist sich damit das Weltraumteleskop erneut als Pionierinstrument für die Untersuchung der Atmosphären ferner Planeten und gilt damit als Wegbereiter für das "James Webb Space Telescope", mit dem die NASA ab frühestens 2018 auf ähnliche Weise wie Spitzer lebensfreundliche Planeten entdecken will.

Der bereits 2004 entdeckte Planet "55 Cancri e" ist etwa zwei Mal so groß wie die Erde, besitzt deren achtfache Masse und umkreist den 41 Lichtjahre von der Erde entfernten Stern "55 Cancri" einmal in 18 Stunden rotationsgebunden - wie der Mond die Erde, so weist also eine Seite des Planeten ständig in Richtung des Sterns. Insgesamt sind um den Stern bislang fünf Planeten bekannt.
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Wassermenge der Erde ist erstaunlich klein

Ges.Wassermenge des Planeten
© Jack Cook, Woods Hole Oceanographic Institution / USGS)
Grafische Darstellung der gesamten Wassermenge der Erde im Vergleich zum trockengelegten Globus (Illu.).
Washington/ USA - Die Oberfläche unseres Planeten ist zu 70 Prozent von Wasser bedeckt. Insgesamt beträgt der Gesamtwassergehalt der Erde rund 1.386 Milliarden Kubikkilometer. Während beide Werte zunächst beeindruckend hoch erscheinen, offenbart sich diese Wassermenge als erstaunlich klein, wenn sie räumlich als Kugel und im Vergleich zum Planeten Erde dargestellt wird.

Wie Jack Cook von der Woods Hole Oceanographic Institution und der USGeological Survey (USGS) erläutert, beträgt der Durchmesser einer solchen Kugel gerade einmal 1.386 Kilometer (s. Abb.), was in etwa der Entfernung zwischen Paris und Warschau entspricht und weniger ist als die Hälfte des Durchmessers des Mondes.
Question

Sonderbares Tiefseewesen gefilmt

Tiefseewesen/Walplazenta
© youtube.com
Standbild aus dem Video.
Saarbrücken/ Deutschland - Aufnahmen einer Inspektionskamera (der genaue Ort an dem die Aufnahmen entstanden ist bislang noch unbekannt) zeigen auf rund 1,5 Kilometern Tiefe ein sonderbares gallertartiges Wesen. Lange war unklar, um was es sich handelt. Jetzt haben Meeresbiologen das seltene Tier identifiziert. Die Aufnahmen bleiben faszinierend.

Wie ein Alien aus einem Science-Fiction-Film gleitet das schier unförmige Wesen langsam am 24. April 2012 um das Licht der Kamera und ermöglicht den Forschern detaillierte Ansichten seines Körperbaus.
Beaker

Krebserkrankungen durch Infektionen?

Lyon - Helicobacter pylori, die Hepatitis B- und C-Viren, humane Papillomaviren und andere Keime sind weltweit für ein Sechstel aller Krebserkrankungen verantwortlich. Nach Berechnungen in Lancet Oncology (2012; doi: 10.1016/S1470-2045(12)70137-7) entfällt die Mehrzahl der Erkrankungen auf Entwicklungsländer.
zellen, viren,
© picture-alliance
Das Team um Catherine de Martel und Martyn Plummer von der International Agency for Research on Cancer (IARC) in Lyon hat für acht Regionen die populationsattributablen Risiken (PAR) für einzelne Krebserkrankungen ermittelt. Die PAR ist der Prozentsatz, um den die Zahl der Neuerkrankungen sinken würde, wenn ein auslösender Risikofaktor vermieden würde.

Bei einigen global gesehenen häufigen Krebserkrankungen ist der PAR von Krankheitserregern sehr hoch. Magenkrebs wird überwiegend durch H. pylori (PAR 75 Prozent) ausgelöst. Hepatitisviren (PAR 77 Prozent) sind die wichtigste Ursache für Leberkrebs. Das Zervixkarzinom der Frau gilt sogar als alleinige Folge einer Infektion mit humanen Papillomaviren (PAR 100 Prozent).
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