Wissenschaft und Technologie
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Phoenix

Großer Sonnenfleck feuert gewaltige Plasmafackel knapp an der Erde vorbei

Ausbruch Sonnenfleckenregion
© NASA
Ausbruch der Sonnenfleckenregion 1476 am 17. Mai 2012.
Washington/ USA - Tagelang war die auffallend große aktive Sonnenfleckenregion AR 1476 (...wir berichteten) direkt auf die Erde ausgerichtet. Jetzt verschwindet zusehends am westlichen Rand der Sonnenscheibe. Noch gestern, am 17. Mai 2012, hatte die Sonnenfleckenregion jedoch noch eine Eruption der mittleren Kategorie M5,1 abgegeben, die von einem koronalen Masseauswurf noch größerer Stärke gefolgt wurde. Da die Sonnenfleckenregion jedoch nicht mehr in Richtung Erde gerichtet war, dürfte die ins All abgefeuerte Plasmafackel lediglich für stärkere Polarlichter in den nördlichen und südlichen Regionen der Erde sorgen.

Der koronale Massenauswurf aus der explodierenden aktiven Sonnenfleckenregion 1476 am 17. Mai 2012:

HAL9000

Chatbots, die vorgeben Menschen zu sein

Turing-Test zeigt: Computer sind keine vollwertigen Gesprächspartner

IT.- Ein sogenannter Turing-Test, benannt nach dem Mathematiker Alan Turing, fand nun im britischen Bletchley statt. Dabei simulierten Computerprogramme Chat-Partner und wollten den Usern am anderen Ende vorgaukeln, dass diese mit echten Menschen kommunizieren.


Hugh Loebner erklärt der Jury, was sie zu tun hat: Per Tastatur und Bildschirm chatten und dann entscheiden: Welcher Chatpartner war ein Mensch, welcher war ein Computer?

Im Raum gegenüber sitzen vier menschliche Chatpartner, daneben stehen vier weitere Rechner, auf denen die Chatbots laufen. Und um die geht es hier. Die vier Programme versuchen der Jury vorzugaukeln, sie seien Menschen. Gelingt die Täuschung, gilt der Turing-Test als bestanden - und die Maschine als intelligent. 1950 hatte Turing postuliert, dass das im Jahr 2000 eine Maschine schaffen würde. Doch im Jahr 2012 sind Chatbots weit davon entfernt:

Mensch: "Ich unterhalte mich gerne. Du auch?"
Maschine: "Mir gefällt unser Gespräch auch."
Mensch: "Was gefällt dir an unserem Gespräch?"
Maschine: "Da bin ich neutral. Was denkst du?"

Kommentar: Ob solche Programme bereits bei Facebook im Einsatz sind? Eventuell bessere, die mit finanziellen Mitteln unterstützt werden können.

Question

Mysteriöse gigantische Wasserstrudel im Mittelmeer entdeckt

NEMO Unterwasserteleskop
© INFN
Künstlerische Interpretation des NEMO Unterwasserteleskops.
Die Wissenschaftler, die an einem Unterwasser-Neutrino-Observatorium arbeiten, haben kürzlich ihre zweite Entdeckung bekannt gegeben, und das, obwohl ihre Detektoren noch nicht einmal installiert worden sind.

Um zu entscheiden, wo das geplante Neutrino Mittelmeer-Observatorium, oder NEMO, positioniert werden soll, maßen die Forscher Wasserströmungen und -temperaturen, als sie auf eine unerwartetes Muster im Wasser stießen. Sie fanden Ketten mariner Wasserstrudel
- Wasserstrukturen, von etwa sechs Meter im Durchmesser, die bei etwa einem Zoll pro Sekunde rotieren - fast zwei Meilen tief im Ionischen Meeer, einem Arm des Mittelmeers.

Ozeanographen hatten nicht erwartet, dass sich Wasserstrudel in einem geschlossenen Bassin wie dem Mittelmeer bilden würden. Ihr Ursprung könnte lokal sein, jedoch könnten die Wasserstrudel laut der Simulationen auch Hunderte von Meilen aus dem Adriatischen oder Ägäischen Meer zurückgelegt haben.
Beaker

Pflanze wächst im Dunkeln durch chemische Manipulation

Ausgetauschtes Sensormolekül gaukelt Ackerschmalwand die Gegenwart von Licht vor

Pflanze wächst im Dunkeln
© P. Lamparter/KIT
Der manipulierte Keimling (rechts) entfaltet seine Blätter auch im Dunkeln
Mit einem chemischen Trick haben Forscher eine Pflanze so manipuliert, dass diese im Stockdunkeln völlig normal wuchs. Sie ersetzten dafür einen Bauteil des pflanzlichen Lichtsensors und gaukelten der Ackerschmalwand so die Gegenwart von Licht vor. "Die Pflanzen haben sich quasi im Dunkeln so entwickelt, als ob sie im Licht wären", sagt Studienleiter Tilman Lamparter vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Trotz Dunkelheit keimten und wuchsen die Modellpflanzen in ähnlicher Weise wie die normal bei Licht gehaltene Kontrollgruppe. Das zeige erstmals, dass synthetische Stoffe Lichteffekte in der ganzen Pflanze hervorrufen können, berichten die Forscher im Fachmagazin "The Plant Cell".


Normalerweise sind Pflanzen für ihr Wachstum von der Sonne abhängig. Denn das Sonnenlicht versorgt sie nicht nur mit Energie, sondern steuert auch viele Entwicklungsschritte vom Keimen, über die Blattentwicklung bis hin zur Knospenbildung und dem Blühen. Angestoßen werden diese Prozesse durch spezielle Lichtsensoren in den Zellen. Um herauszufinden, ob sich dieses Sensorsystem überlisten lässt, führten die Wissenschaftler Experimente mit der Ackerschmalwand (Arabidopsis thaliana) durch. Dieses unscheinbare, weißlich blühende Gewächs ist genetisch sehr gut untersucht und wird daher häufig als Modellorganismus genutzt.
Beaker

Stromerzeugung mit Viren

Biologisches Bauteil wandelt Fingerdruck in elektrische Energie um

Forscher haben erstmals einen Stromgenerator aus Viren konstruiert: Ein Fingerdruck reicht und das nur briefmarkengroße Gerät wandelt diese Kraft in elektrische Energie um. Möglich wird dies, weil in dem Generator stäbchenförmige Viren in mehreren Schichten angeordnet sind. Sie verändern unter Druck ihre Lage und damit auch die elektrischen Ladungen in den Generatorschichten. Dies erzeugt Strom.

Bereits ein Quadratzentimeter großer Generator produziere sechs Nanoampere Strom und 400 Millivolt Spannung. Das reiche aus, um ein kleines LCD-Display zu steuern, berichten die Wissenschaftler im Fachmagazin Nature Nanotechnology. Die Größe und Leistung des Virengenerators ließe sich noch erhöhen, wenn man mehrere dieser Bauteile parallel oder in Reihe zusammenkoppele.

"Dies ist ein vielversprechender erster Schritt hin zu der Entwicklung von miniaturisierten Stromlieferanten, beispielsweise für nanoelektronische Bauteile", schreiben Byung Yang-Lee von der University of California in Berkeley und seine Kollegen. Aber auch Alltagselektronik könnte ihrer Ansicht nach zukünftig durch solche Virengeneratoren mit Strom versorgt werden. Eingebaut in die Schuhsohle oder in andere mechanisch beanspruchte Objekte, liefere der Virengenerator genügend Energie, um ein Handy oder andere kleine Geräte anzutreiben.
Bell

Gedanken steuern Roboterarm: Hoffnung für Gelähmte

Es ist eine Versuch, der Hoffnung macht: Eine kleine Elektrode direkt im Gehirn nimmt das Kommando auf und leitet es an den Roboter weiter. Auf diese Weise konnten zwei Querschnittsgelähmte Gegenstände greifen oder sogar einen Becher packen und trinken.
© DPA/ Nature/ John Donoghue
Cathy Hutchinson manvöriert den Roboterarm, um einen Schluck Kaffee zu trinken: Im Wissenschaftsmagazin Nature berichten Forscher von zwei querschnittsgelähmten Patienten, die über ins Hirn implantierte Elektroden einen Cursor und einen Roboterarm steuern können.
Cathy Hutchinson streckt den Arm aus, greift nach einem Becher, führt ihn zum Mund und trinkt durch einen Strohhalm einen Schluck Kaffee. Was banal klingt, ist für viele Wissenschaftler und die Frau selbst eine Sensation: Denn sie ist seit 15 Jahren vom Hals abwärts gelähmt. Für die Bewegung nutzt die 58-Jährige einen Roboterarm, den sie über eine in ihr Gehirn eingesetztes Elektrode kontrolliert, "BrainGate" genannt. Von diesem und einem weiteren Versuch mit einem 66-jährigen Mann berichtet ein Forscherteam aus Deutschland und den USA nun im Wissenschaftsmagazin Nature.

"Damit sind wir unserem Ziel einen entscheidenden Schritt näher gekommen, eine Technologie zu schaffen, die gelähmten Menschen ihre Bewegungsfähigkeit und Unabhängigkeit zurückbringt", sagt John Donoghue von der Brown University, der das Projekt zusammen mit Patrick van der Smagt vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) leitete. Am DLR wurde der im Kaffee-Experiment eingesetzte Roboterarm entwickelt.
Phoenix

Gefahr aus dem All: Superflares sind bis zu 10.000 Mal stärker als eine gewöhnliche Sonneneruption

Superflare/gewaltige Sonnenflecken
© Hiroyuki Maehara (Kwasan and Hida Observatories, Graduate School of Science, Kyoto University
Künstlerische Interpretation von "Superflares" aus gewaltigen Sonnenflecken auf der Sonne (Illu.).
Kyoto/ Japan - Sterne wie unsere Sonne können regelrechte "Superflares", also explosionsartige Eruptionen von der bis zu 10.000-fachen Energie der stärksten bislang auf der Sonne dokumentierten Eruptionen erzeugen. Dennoch, so beschwichtigen die Forscher zugleich, sei es derzeit unwahrscheinlich, dass unsere Sonne derartig gewaltige Eruptionen hervorbringen kann.

Superflares, deren Kraft die der stärksten bislang bekannten Sonneneruptionen um das 10 bis 10.000-Fache übertrifft, wurden schon auf einer Vielzahl von Sternentypen nachgewiesen. Ob und wie oft sich solche Megaausbrüche auch auf sonnenähnlichen Sternen ereignen können, war bislang jedoch noch unklar.

Wie Astronomen um Hiroyuki Maehara von der japanischen Kyoto University aktuell im Fachmagazin "Nature" berichtet, konnten bislang nur wenige Superflares auf sonnenähnlichen Sternen entdeckt werden - ein Umstand, der detaillierten Analysen bislang im Wege stand. Mit dem NASA-Weltraumteleskop "Kepler" steht Wissenschaftlern nun jedoch ein Instrument zur Verfügung, mit dem zahlreiche sonnenähnliche Sterne zugleich beobachtet werden können.
Meteor

4.700 Asteroiden sind uns gefährlich nahe

Asteroiden, erdnah
© NASA
Simulation der erdnahen Asteroiden: Potentiell bedrohliche Asteroiden (PHAs) sind orange, weniger gefährliche Asteroiden in blau markiert. Die Umlaufbahn der Erde scheint grün hindurch. Die Sonne befindet sich im Zentrum. (Klicken Sie auf die Bildmitte, um zu einer vergrößerten Darstellung zu gelangen.)
Washington/ USA - Durch Beobachtungen der fortgesetzten Mission des Infrarot-Weltraumteleskops WISE (Wide-field Infrared Survey Explorer) sind NASA-Forscher zu einer neuen und der bislang besten Einschätzung der Anzahl jener großen Asteroiden gekommen, die der Erde zumindest potentiell gefährlich werden könnten, wenn ihre Umlaufahnen sie zukünftig auf eine Entfernung von weniger als acht Millionen Kilometer an unseren Planeten heranführen werden.

Mehr als 100 Meter und damit groß genug, um den Höllenritt durch die Erdatmosphäre zu überstehen, stellen sie sogenannten PHAs, also "potentially hazardous asteroids" eine potentielle Gefahr für die Erde dar. Sollten sie unseren Planeten treffen, könnten sie zumindest regional - aber auch in größerem Ausmaß - beträchtliche Schäden anrichten.

Im Rahmen der Mission NEOWISE, untersuchten die Forscher um Lindley Johnson, vom "Near-Earth Object (NEO) Observation Program" am Hauptquartier der NASA 107 PHAs, um so die Gesamtmenge dieser Asteroiden genauer einschätzen zu können. Die Ergebnisse haben die Forscher aktuell im Fachmagazin Astrophysical Journal veröffentlicht.
Sun

Venus verursacht Mini-Sonnenfinsternis

Anfang Juni gibt es ein seltenes Spektakel am Himmel zu bewundern: Dann zieht die Venus vor der Sonnenscheibe vorbei. Aber aufgepasst: Wer seine Augen beim Beobachten nicht schützt, kann erblinden.
venus, sonnenfinsternis
© Stephan Jansen/DPA
Die Bildserie (v.l.o.) zeigt den Durchgang des Planeten Venus (als schwarzer Punkt in den Bildern unten) wie er im Jahr 2004 seine Bahn zwischen Sonne und Erde durchlief
Unser Nachbarplanet Venus beschert irdischen Beobachtern Anfang Juni eine sehr seltene Mini-Sonnenfinsternis: Zum Sonnenaufgang am 6. Juni zieht die Venus vor der Sonnenscheibe vorbei - ein kosmisches Schauspiel, für das wohl kaum jemand eine zweite Beobachtungschance bekommt. Denn ein solcher sogenannter Venus-Transit findet erst im Jahr 2117 wieder statt. Nicht nur Hobbyastronomen, auch Profiforscher sollten das seltene Ereignis sorgfältig beobachten, schreibt Jay Pasachoff von der Internationalen Astronomischen Union (IAU) in einem Kommentar im britischen Fachjournal Nature. Denn die Daten könnten auch bei der Suche nach Planeten anderer Sterne helfen.

Venus ist die innere Nachbarin der Erde, der zweite Planet von der Sonne aus gesehen. Zu einem Transit kommt es, wenn sie die Erde, den dritten Planeten, auf der Innenbahn überholt und sich dabei genau zwischen uns und die Sonne schiebt. Zwar überrundet Venus die Erde regelmäßig. Da jedoch die Umlaufbahnen beider Planeten leicht gegeneinander gekippt sind, zieht die Venus am irdischen Himmel fast immer nördlich oder südlich an der Sonnenscheibe vorbei. Nur wenn das Überholmanöver zufällig gerade am Kreuzungspunkt beider Bahnebenen stattfindet, schiebt sich die Venus vor die Sonne.
Camera

Mikrodrohnen in Österreich erhältlich

Der IT-Dienstleister Koschier bietet Mini-Drohnen des Herstellers microdrones nun auch in Österreich an. Die leichten Flugobjekte, die weniger als ein Kilogramm wiegen, sind vorwiegend als Ersatz für Hubschraubereinsätze gedacht.
drohne
© unbekannt
Mikrodrohne
Mit der microdrone md4-200 bringt der IT-Dienstleister Koschier als offizieller Alleinvertriebspartner die professionellen Quadrokopter nach Österreich. microdrones ist einer der bekanntesten Hersteller der gleichnamigen Mikrodrohnen. Darunter versteht man verkleinerte VTOL-Quadrokopter (Vertical Take Off and Landing), die per Fernbedienung gesteuert werden oder mit Hilfe einer GPS Wegpunkt Navigation autonom fliegen. Selbst Anfänger sind in der Lage, die microdrones nach weniger als einer Stunde Training kontrolliert zu steuern. Durch die vier separaten Rotoren sind die "Unbemannten Flugobjekte" auch dazu in der Lage - wie ein Helikopter - aus jeder Position abzuheben.
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