Wissenschaft und Technologie
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Warnung vor gewaltigem Sonnensturm, wie er nur alle 1000 Jahre vorkommt

Sonneneruption 16. April 2012
© NASA/SDO/AIA
Diese Sonneneruption am 16. April 2012 war nicht in Richtung Erde gerichtet.
London/ England - Der britische Sonnenforscher Professor Mike Hapgood vom Weltraumlabor (RAL) des britischen Wissenschaftsrates "Science and Technology Facilities Council" (STFC) hat in einem Artikel die immer noch existente Anfälligkeit unserer technologisierten Gesellschaft vor den Auswirkungen von schweren Sonnenstürmen gewarnt. Die Menschheit müsse sich auf einen gewaltigen Sonnensturm vorbereiten, wie er nur alle 1.000 Jahre vorkomme.

Bereits in der Vergangenheit haben Sonneneruptionen und die damit einhergehenden erdgerichteten Sonnenstürme zu erheblichen Störungen und Ausfällen irdischer Kommunikations- und Energienetzwerke geführt. Doch trotz der verbesserten Fähigkeiten von Sonnenforschern, derartige Ausbrüche und ihre Auswirkungen auf die Erde vorherzusagen, sei - so Hapgood - unsere Zivilisation noch immer nur unzureichend auf ein solches Ereignis vorbereitet.

Zuletzt sorgte im März 1989 ein heftiger Sonnensturm für eines landesweiten Stromausfall in Kanada und damit einhergehenden Folgeschäden von mehren Milliarden Dollar - dabei war dieser Sonnensturm im Vergleich zu vorangegangenen Ereignissen in den Jahren 1859 und 1921 noch vergleichsweise milde. Da unsere Zivilisation damals jedoch noch kaum technologisiert war, führte etwa der Sturm des sogenannten Carrington-Ereignisses 1859 lediglich zum Durchbrennen irdischer Telegrafenleitungen.
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Raben können sich jahrelang an Qualität einer Beziehung zu Artgenossen erinnern

Sie wissen auch, wer früher ein Feind und wer ein Freund war

Rabe
© Markus Böckle (Universität Wien)
Kolkrabe (Corvus corax)
Raben erkennen auch nach langer Zeit ihre Artgenossen wieder. Sie erinnern sich auch daran, ob der andere ein Freund oder ein Feind war. Das berichten österreichische Forscher im Fachmagazin "Current Biology". Dazu müssen die Tiere ihre Artgenossen gar nicht persönlich treffen - sie erkennen sie an ihrem Rufen. Die Erinnerung reiche mindestens drei Jahre zurück, berichten die Forscher.


Wenn die Raben einen Artgenossen rufen hörten, antworteten sie darauf, indem sie ebenfalls zu rufen begannen. Die Stimmlage der Antwort verriet dabei, wie gut sich der Rabe mit dem anderen früher einmal verstanden hatte, schreiben Markus Böckle und Thomas Bugnyar von der Universität Wien. Wenn Raben einen ehemaligen Freund hörten, dann riefen sie auch mit freundlicher Stimme zurück. War die Bekanntschaft früher allerdings eher feindselig, antworteten sie mit tiefen und rauen Lauten. "Damit versuchen sie, ihre akustisch wahrnehmbare Körpergröße zu übertreiben", erklärt Markus Böckle. Auch bei verärgerten Menschen klinge die Stimme rauer als bei freundlichen, schreiben die Forscher.

Die Forscher hatten Kolkraben die Laute von Artgenossen vom Tonband vorgespielt, mit denen die Vögel Jahre zuvor in Zoos oder privater Haltung eine gemeinsame Voliere geteilt hatten. Dabei war bekannt, mit welchen Artgenossen sich die Tiere gut verstanden hatten und mit welchen nicht.
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Eisbären älter als gedacht

Wie eine Erbgutanalyse zeigt, ist die Art fünf Mal so alt wie bisher gedacht

Eisbär
© US Fish and Wildlife Service
Eisbären sind entwicklungsgeschichtlich fünf Mal älter als ursprünglich gedacht. Die Art spaltete sich von ihren nächsten Verwandten, den Braunbären, bereits vor 600.000 Jahren ab, berichtet ein internationales Forscherteam im Fachmagazin "Science". Diese Erkenntnis könne bedeuten, dass es den Eisbären noch schwerer fällt, mit dem Klimawandel umzugehen, als ohnehin bereits vermutet. Denn die Art habe damals sehr viel Zeit gehabt, sich an arktische Bedingungen anzupassen, schreiben die Forscher.


Beim Alter der Eisbären hat man sich bisher geirrt, entdeckten die Wissenschaftler um Frank Hailer von der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung in Frankfurt am Main. Sie haben Teile des Erbguts von Eisbär, Braunbär und Schwarzbär entschlüsselt und miteinander verglichen. Demnach sind Schwarzbären etwa 952.000 Jahre alt; die Eisbären spalteten sich als Art vor etwa 603.000 Jahren ab und der moderne Braunbär, so wie wir ihn heute kennen, entstand vor etwa 125.000 Jahren.

Die ältesten Eisbärfossilien stammen aus Zeiten vor etwa 130.000 Jahren, schreiben die Forscher. Das untermauerte das Ergebnis früherer Erbgutanalysen: Diese hatten ergeben, dass die Art der Eisbären etwa 150.000 Jahre alt ist. Bei den älteren Erbgutanalysen hatte man allerdings nicht wie jetzt das Haupt-Erbgut im Zellkern analysiert, sondern das in den Mitochondrien, erläutert das Team um Hailer. Mitochondrien sind die Kraftwerke der Zelle, die eigenes Erbmaterial besitzen.
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Vulkanaktivität und Tsunamis könnten Griechenland bedrohen

Aachen - Die Tsunami-Gefahr in Griechenlands Nordosten wird nach Einschätzung deutscher Wissenschaftler unterschätzt. Im Norden habe es in den vergangenen 5000 Jahren immer wieder Tsunamis gegeben, sagte der Geologe an der RWTH Aachen, Professor Klaus Reicherter.

Das hätten zahlreiche Bodenuntersuchungen an der Nordküste in den letzten Jahren ergeben. Demnach könnten drei bis fünf Meter hohe Wellen auf die Küste schlagen. «Aufgrund unserer Ergebnisse wissen wir, dass sich die Ereignisse wiederholen. Es sind keine singulären Ereignisse», sagte der Experte für Georisiken aus Anfrage der Nachrichtenagentur dpa. Er präsentierte seine Studie auf der Jahrestagung der «Seismological Society of America» in San Diego (US-Staat Kalifornien).
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Ein lebendgebärendes Huhn bringt Küken zur Welt und stirbt

Küken
© RIA Novosti
Ein Huhn auf Sri Lanka gebar ein Küken, ohne das Ei gelegt zu haben. Das Küken wurde gesund und völlig geformt geboren, das Huhn aber starb vor internen Traumen infolge der Geburt. Nach Worten der Tierärzte entwickelte sich die befruchtete Eizelle binnen 21 Tage in ein vollwertiges Küken.

Die Neuheit über das lebendgebärende Huhn gab den örtlichen Massenmedien den Anlass zur Ironie über das Thema des philosophischen Paradoxons über das Ei und das Huhn. „Das Huhn ist früher als das Ei erschienen“, - solch eine Phrase stand in der Schlagzeile einer der lokalen Zeitungen.
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Extrakt aus der Süßholzwurzel gegen Diabetes Typ 2

süssholz
© Fotolia/Lsantilli
Pflanzenstoff aus der Süßholzwurzel hilft bei Mäusen gegen Diabetes

Ein Team aus deutschen und US-amerikanischen Wissenschaftlern fand heraus, dass ein Naturstoff aus der Süßholzwurzel übergewichtige Mäuse vor Diabetes schützt. Sogenannte Amorfrutine sollen die Sensibilität des Gewebes für Insulin stärken und so den Blutzuckerspiegel senken. Zudem werde der Gehalt an Fettsäuren im Blut reduziert. Amorfrutine seien insgesamt gutverträglich und sollen zudem entzündungshemmend wirken.

Pflanzenstoff hat keine unerwünschten Nebenwirkungen

Wie die Wissenschaftler in Proceedings of the National Academy of Science of the United States of America berichten, gebe es keine unerwünschten Nebenwirkungen wie beispielsweise eine Gewichtszunahme durch die Amorfrutine. Dies sei ein entscheidender Vorteil zu synthetischen Stoffen mit vergleichbarer Wirkung, die häufig Nebenwirkungen wie Leberschäden verursachen würden. Laut Forschern könnte der Naturstoff in Form eines Nahrungsergänzungsmittels angeboten werden.

Kommentar: Die Ernährungsgewohnheiten bei Typ 2 Diabetes sind ein entscheidener Faktor, dass es überhaupt zu einer Krankheitsmanifestation kommen kann. Gesättigte Fettsäuren sind an sich kein Problem, sondern die Kombination von Kohlenhydraten und evtl. Trans-Fetten.

Reduktions-Diät heilt Typ-2-Diabetes mellitus
Milch, Zucker und Getreide: Die wahren Risikofaktoren für Diabetes Typ 1 und 2
Propaganda-Alarm: Rotes Fleisch soll das Risiko für Diabetes-Typ 2 erhöhen
Fett ist der Feind - von wegen!

Yoda

Pädophilie mittels Hirnscan sichtbar machen

Zwei Millionen Euro investiert allein das Forschungsministerium in den nächsten zwei Jahren in ein Projekt, mit dem Experten mehr über Pädophilie herausfinden wollen. Einige der Wissenschaftler legen bereits handfeste Ergebnisse vor. So wollen Forscher an der Universität Kiel mit Hirnscans ermitteln, ob jemand pädophil veranlagt ist.

Auf der Wissenschaftsseite spektrum.de vermeldet Arbeitsgruppenleiter Jorge Ponseti, sein Team habe Pädophile mit “erstaunlicher Genauigkeit” an ihrer Hirntätigkeit erkannt:
Bei der Studie im fMRT-Labor täuschten wir uns nur bei drei der 24 untersuchten Pädophilen und hielten sie fälschlicherweise für nicht pädophil. An sämtlichen Gehirnen der 35 gesunden Kontrollprobanden erkannten wir richtigerweise, dass diese sexuell nicht an Kindern interessiert waren.
Die Forscher zeigen Probanden Bilder von nackten Kindern. Mit der funktionellen Magnetresonanztomografie (fMRT) messen sie, wie sich die Hirnaktivität verändert. Sie gehen dabei von der Prämisse aus, dass die Aktivität in gewissen Hirnteilen - insbesondere Nucleus caudatus und in der Substantia nigra - größer ist, “wenn die abgebildeten Genitalien der sexuellen Orientierung des Probanden entsprachen”. Hierbei stützen sie sich auch auf Studien, die ähnliche Ergebnisse bereits bei homo- und heterosexuellen Frauen und Männern ergaben.

Die Forscher betonen zwar, ihre Methode sei längst nicht ausgereift und ausreichend erprobt. Dennoch sehen sie bereits praktischen Nutzen, sollte die fMRT tatsächlich zuverlässig pädophile Neigungen nachweisen können.
Telescope

Einzelgängerplaneten werden von fernen Sternen eingefangen

Einzelgängerplanet
© Christine Pulliam (CfA)
Künstlerische Darstellung eines von einem Stern auf einer weit entfernten Umlaufbahn eingefangenen Einzelgängerplaneten.
Cambridge/ USA - Vom Zwischenspiel der Kräfte in ihrem ursprünglichen Planetensystem aus ihrer einstigen Bahn geworfen, können Planeten sogar aus ihrem System herausgeschleudert werden, um dann als Einzelgängerplaneten durch den interstellaren Raum zu treiben. Dass Milliarden ferner Sterne solche Planeten eingefangen haben, ergibt sich nun aus einer Studie von US-Astrophysikern. Auf diese Weise könnten einige bislang entdeckte Planeten mit merkwürdigen Bahneigenschaften in fernen Planetensystemen erklärt werden. Auch in unserem Sonnensystem könnte ein derart fremder Planet noch auf seine Entdeckung warten.

Wie das Team um Hagai Perets vom Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics (CfA) gemeinsam mit Kollegen um Thijs Kouwenhoven von der chinesischen Peking University aktuell im Fachmagazin The Astrophysical Journal berichten, simulierten sie das Verhalten solcher Planeten im Innern junger Sternhaufen.

Gesetz dem Falle, dass die Anzahl entsprechender Einzelgänger gleich hoch ist wie die Anzahl der Sterne in einer solchen Gruppe, so sollten 3 bis 6 Prozent der Sterne einen dieser Einzelgängerplaneten einfangen haben. Ein weiteres, wenn auch nicht wirklich verwunderliches Ergebnis der Simulationen: Je massereicher der Stern, desto größer ist die Chance, dass er einen vorbeiziehenden Planeten an sich bindet.
Telescope

Zahlreiche Blazare entdeckt

Blazar
© NASA/JPL-Caltech
Blazare sind aktive Galaxienkerne, deren Jet direkt auf die Erde gerichtet ist.
Astronomen suchen in den Daten des Infrarot-Surveyteleskops WISE nach einer bestimmten Klasse von aktiven Galaxienkernen, nach sogenannten Blazaren. Obwohl WISE eigentlich gar nicht dafür ausgelegt war, diese energiereichen Objekte aufzuspüren, haben die Wissenschaftler schon mehr als 200 Blazare entdeckt. Tausende könnten sich noch in den Daten verbergen.

Blazare gehören mit zu den energiereichsten Objekten im Universum. Sie zählen zur Klasse der aktiven Galaxienkerne, bestehen also aus einem supermassereichen Schwarzen Loch, das gerade mit einer hohen Rate Material verschlingt. Dieses sammelt sich - bevor es in der Schwerkraftfalle verschwindet - in einer riesigen Scheibe um das Schwarze Loch, heizt sich auf extreme Temperaturen auf und sendet daher eine intensive Strahlung aus. Senkrecht zu dieser Scheibe schießen oft eng gebündelte Teilchenstrahlen mit hoher Geschwindigkeit ins All, sogenannte Jets. Sind diese Jets genau auf die Erde gerichtet, spricht man von einem Blazar.

"Blazare sind ausgesprochen selten, da es nicht häufig vorkommt, dass der Jet aus der Umgebung eines supermassereichen Schwarzen Lochs direkt in Richtung Erde zeigt", erläutert Francesco Massaro vom Kavli Institute for Particle Astrophysics and Cosmology in Kalifornien. "Wir hatten die verrückte Idee, die Infrarotbeobachtungen von WISE, die man normalerweise mit Phänomenen deutlich niedrigerer Energie in Verbindung bringt, zu nutzen, um hochenergetische Blazare zu finden. Und das hat besser funktioniert, als wir gehofft hatten."
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Staubteufel: Ein Wirbelsturm fegt über den Mars

Wirbelsturm auf Mars
© NASA / JPL-Caltech / University of Arizona
Ein Staubteufel in der Ebene Amazonis Planitia.
Die NASA-Sonde Mars Reconnaissance Orbiter hat mit ihrem Kamerasystem HiRISE einen rund 20 Kilometer hohen Staubteufel aufgenommen, der über die Ebene Amazonis Planitia auf der Nordhalbkugel des Mars zieht. Trotz seiner beachtlichen Höhe hatte der Wirbelwind nur einen Durchmesser von 70 Metern.

Das Bild, das die amerikanische Raumfahrtbehörde NASA in der vergangenen Woche veröffentlichte, zeigt einen etwa 20 Kilometer hohen Staubteufel in der Ebene Amazonis Planitia auf der Nordhalbkugel des Mars. Trotz seiner eindrucksvollen Höhe hat der Wirbelwind nur einen Durchmesser von rund 70 Metern. Das Bild entstand mit Hilfe des Kamerasystems High Resolution Imaging Science Experiment (HiRISE) an Bord der NASA-Sonde Mars Reconnaissance Orbiter.

Staubteufel, die in der Fachsprache als Kleintromben bezeichnet werden, kommen auch auf der Erde vor. Es handelt sich um wirbelnde Luftmassen, die dadurch sichtbar werden, dass sie Staub von der Oberfläche mitreißen. Im Gegensatz zu einem Tornado bilden sich Staubteufel vor allem an Schönwettertagen, wenn der Untergrund von der Sonne aufgeheizt wird und somit auch die Luft direkt über dem Boden. Unter bestimmten Bedingungen kann dann die durch kältere Luftmassen aufsteigende warme Luft in Rotation geraten.
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