Wissenschaft und Technologie
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Better Earth

Supererde mit viel Wasser

supererde
© Nasa, Esa, D. Aguilar
Die Supererde GJ1214b umkreist einen roten Zwerg 40 Lichtjahre von der Erde entfernt
Es gibt einen neuen Planetentyp im Himmelszoo. Das Objekt GJ 1214b kannten Astronomen schon länger, doch nun haben sie spektakuläre Details entdeckt.

Den Planeten mit der Bezeichnung GJ 1214b kennen die Astronomen schon länger. Er wurde 2009 im Rahmen des „MEarth Project“ gefunden, bei dem die Himmelsforscher mit erdgebundenen Teleskopen nach Trabanten ferner Sterne suchen. Nachbeobachtungen mit dem Hubble-Weltraumteleskop ergaben jetzt aber eine Überraschung: GJ 1214b gehört einer neuen Klasse von Exoplaneten an. Vermutlich besteht er zum überwiegenden Teil aus Wasser und wird von einer dichten Atmosphäre umwabert.

Ursprünglich wurde der Trabant als Supererde klassifiziert. So nennen die Himmelsforscher Gesteinsplaneten, die deutlich größer sind als die Erde, aber eine ähnliche chemische Zusammensetzung aufweisen. Solche Schwergewichte lassen sich leichter aufspüren als leichtere und kleinere „echte“ Erdzwillinge. Den vom MEarth Project gewonnen Daten zufolge weist GJ 1214b den 2,7fachen Durchmesser unseres Heimatplaneten auf und ist etwa siebenmal so schwer. Er umkreist einen roten Zwergstern, der 40 Lichtjahre von der Erde entfernt im Sternbild Schlangenträger steht.
HAL9000

Neuer Supercomputer "Hermit" ist der schnellste Rechner Deutschlands

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© DPA /Bernd Weißbrot
Bundesforschungsministerin Anette Schavan steht mitten im Supercomputer
Über eine Billarde Rechenoperationen pro Sekunde - so schnell rechnen kann "Hermit", der neue Supercomputer der Universität Stuttgart. Es ist Deutschlands schnellster Computer und der schnellste zivil genutzte Computer in Europa.

Der schnellste Supercomputer Deutschlands hat in Stuttgart nun offiziell den Betrieb aufgenommen. Das Rechnersystem "Hermit" zählt laut Bundesforschungsministerium mit einer Leistung von mehr als einem Petaflop zu den leistungsfähigsten Supercomputern der Welt. Über eine Billiarde Rechenoperationen pro Sekunde - 20.000 mal mehr als ein gewöhnlicher PC - schafft er. "Hermit" soll am Stuttgarter Hochleistungsrechenzentrum unter anderem komplexe Fragestellungen aus den Bereichen Gesundheit, Energie, Umwelt und Mobilität beantworten.

Das Rechnersystem ist das einzige, das auch für die Nutzung in industriellen Produktionsprozessen ausgelegt ist. Als schnellster zivil genutzter Rechner Europas liegt "Hermit" in der Top-500-Liste der weltschnellsten Supercomputer auf Rang zwölf, bei den industriell genutzten Supercomputern sogar weltweit auf Platz eins.
Red Flag

Propaganda: Studie zum Treibhauseffekt Hoffnung für das Klima

klima
© DPA/Christian Charisius
Jochen Marotzke berechnete verschiedene Szenarien der Klimaentwicklung
Nach Berechnungen des Deutschen Klimarechenzentrums besteht die Chance, die Erderwärmung auf unter zwei Grad Celsius zu begrenzen. Dafür sind jedoch größere Anstrengungen nötig.

Deutsche Klimaforscher sehen nach neuesten Modellrechnungen noch Chancen, die Erderwärmung durch den Treibhauseffekt in den nächsten Jahrzehnten auf weniger als zwei Grad Celsius zu begrenzen. "Die Voraussetzung dafür wäre allerdings eine umgehende und drastische Minderung der Kohlendioxidemissionen", erklärten das Deutsche Klimarechenzentrum und das Max-Planck-Institut für Meteorologie am Donnerstag.

Die beiden Institutionen gehören zu dem weltweiten Forschungsnetzwerk, das Modelle und Prognosen für das internationale Weltklima-Forschungsprogramm anfertigt. Ihre Berechnungen werden 2013 in den nächsten Sachstandsbericht des Weltklimarats einfließen. Dessen weithin akzeptierte Expertise bildet die Basis für globale Klimaschutzverhandlungen wie zuletzt in Durban in Südafrika.
Extinguisher

Großtransformator in Flammen

brand
© unbekannt
Wallenhorst. In der Nacht zum Dienstag geriet in der Wallenhorster Umspannanlage an der Wernher-von-Braun-Straße ein Transformator in Brand. Personen wurden nicht verletzt. Die Stromversorgung war nicht unterbrochen. Das meldete die Polizei Bramsche. RWE-Sprecherin Ruth Brand bezifferte den Schaden auf voraussichtlich mehrere 100000 Euro.

Durch einen Lichtbogen hat sich am Dienstag um 1.25 Uhr Transformatorenöl entzündet, das in Trafos zur Isolierung, Kühlung und eigentlich auch zur Funkenlöschung verwendet wird, so die Polizei weiter. Der Grund für den Ausbruch des Feuers wird noch untersucht. Weitere Brandschäden entstanden nicht, das Feuer ist gelöscht. Der in Brand geratene Transformator diente dazu, die elektrische Spannung von 30000 auf 10000 Volt umzuwandeln.

Zunächst hatten die Einsatzkräfte darauf warten müssen, dass der Strom abgeschaltet und der Trafo geerdet wurde. Vorher wäre ein Löscheinsatz jedoch lebensgefährlich gewesen. In den 60 Minuten, bis abgeschaltet war, hatte der komplette Trafo Feuer gefangen. Eine dichte, übel riechende Rauchwolke von verbranntem Trafo-Öl zog Richtung B68.
Magnify

Tiefster Höhlenbewohner der Erde entdeckt

Winziges Insekt lebt 1.980 Meter unter der Erdoberfläche

In einer Höhle im Kaukasus haben Forscher das Tier mit dem tiefsten Lebensraum der Erde entdeckt. Das winzige, flügel- und augenlose Insekt lebt 1.980 Meter unter der Erdoberfläche in völliger Dunkelheit. Entdeckt wurde es, als Höhlenforscher eines internationalen Teams im Sommer 2010 die Voronya-Höhle in Abchasien bis in ihre größte Tiefe von 2.191 Metern untersuchten. Die Höhle, deren Eingang auf einem Bergmassiv liegt, gilt als die einzige Höhle weltweit, die mehr als zwei Kilometer tief ist.
Tiefste Höhle der Welt
© Dennis Provalov

Bei der Expedition entdeckten die Forscher in verschiedenen Abschnitten der Höhle vier neue Arten von Springschwänzen, urtümlichen, flügellosen Insekten, die häufig im Boden aber auch in Höhlen vorkommen. Eine der neuen Arten, Plutomurus ortobalaganensis, habe sich nun als das tiefste jemals entdeckte landlebende Tier erwiesen, berichten die Wissenschaftler im Fachmagazin Terrestrial Arthropod Reviews.
Bulb

Genom der Denisova-Menschen entschlüsselt

Nur 10 Milligramm fossiles Knochenmaterial genügten den Forschen am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig, um das gesamte Genom des vor 30.000 Jahren ausgestorbenen Denisova-Menschen zu entschlüsseln. Möglich machten dies die Entwicklung neuer hochempflindlicher Untersuchungstechniken. Das gesamte Genom ist schon vor der eigentlichen Publikation im Internet veröffentlicht worden.
Denisova-Höhle in Südsibirien
© MPI für evolutionäre Anthropologie
In der Denisova-Höhle (Südsibirien) wurde das Fragment des Fingerknochens gefunden.

Als Denisova-Menschen wird eine Population von Individuen der Gattung Homo bezeichnet, die vor rund 40.000 Jahren im Altai-Gebirge im südlichen Sibirien lebte. Belegt ist die Existenz dieser Population nur durch drei Fossilien: ein Fingerglied eines kleinen Fingers, ein Backenzahn sowie ein Zehenglied vom linken Fuß. Der Fingerknochen wurde 2008 von den Professoren der Russischen Akademie der Wissenschaften, Anatoly Derevianko und Michail Shunkov, während Ausgrabungsarbeiten in der Denisova-Höhle entdeckt. Die Denisova-Höhle ist eine einzigartige archäologische Fundstätte, die wahrscheinlich bereits vor etwa 280.000 Jahren von Menschen bewohnt wurde. Der Fingerknochen, der das untersuchte Material lieferte, wurde in einer Schicht gefunden, die auf ein Alter von 50.000 bis 30.000 Jahre datiert wurde.
Sherlock

Cern: Loses Kabel stellt Physik-Sensation in Frage

Die Meldungen der Forscher am Cern klangen spektakulär: Schneller als das Licht sollten die Neutrinos unterwegs gewesen sein. Einsteins Relativitätstheorie sollten die Messungen außer Kraft setzen. Doch nun müssen sich die Wissenschaftler die Frage gefallen lassen, ob tatsächlich die Physik in ihren Grundfesten - oder nur die Festigkeit einer Kabelverbindung erschüttert wurde.
cern
© AFP
Es gibt viele Steckverbindungen an den Computern des Cern. Möglicherweise saß eine nicht richtig.

Albert Einsteins Relativitätstheorie schien außer Kraft gesetzt zu sein. Und mit ihr das Dogma der Physik, wonach sich nichts schneller als das Licht bewegen kann. Entsprechend groß war die Aufregung unter Fachleuten wie Laien, als Elementarteilchenphysiker im vergangenen Herbst von Partikeln berichteten, die überlichtschnell unterwegs sind. Die Physiker hatten Neutrinos - elektrisch neutrale Elementarteilchen, die nahezu ungehindert durch Materie fliegen - vom Europäischen Forschungszentrum Cern bei Genf quer durch die Erdkruste bis nach Italien geschossen.

Dort, unter dem fast 3000 Meter hohen Granitberg Gran Sasso, wurden einige der Partikel in einem empfindlichen Detektor aufgefangen. Als die Physiker die Flugzeit der Neutrinos während der 730 Kilometer langen Wegstrecke präzise vermaßen, stellten sie das Ungeheuerliche fest: Der vom Cern ausgesandte Partikelstrom erreichte den Gran Sasso schneller, als ein Lichtstrahl für diese Strecke bräuchte.
Radar

Ablenkung: Schweiz will Weltall von Müll befreien

Paris - Schweizerische Forscher arbeiten an einem Programm zum Entsorgen von Weltraummüll im erdnahen Weltraum, wie die Eidgenössische polytechnische Schule (EPFL) in Lausanne am Mittwoch auf ihrer Webseite berichtet.

„Es ist höchste Zeit, die notwendigen Handlungen zu unternehmen, um den Müllberg im erdnahen Raum abzubauen“, äußerte der schweizerische ESA-Astronaut Claude Nicollier, Professor der EPFL.

Gerade diesem Ziel solle das Programm CleanSpace One dienen, das die Entwicklung einer Familie von ‚Reinigungs-Satelliten’ vorsehe. Es handle sich um Kleinapparate, die gefährliche Objekte erspähen und zerstören könnten, so Nicollier.

NASA-Mitarbeiter haben rund 16 000 Objekte von Weltraumschrott ab zehn Zentimeter Größe (Trümmerteile von Raketen und Satelliten und ähnliches) registriert, die mit einer Geschwindigkeit von mehreren Kilometern in der Sekunde um die Erde kreisen. Im erdnahen Weltraum gibt es auch Hunderttausende kleinere Objekte. All diese Rückstände stellen für die eingesetzten Satelliten sowie für die ISS - auch bei deren regelmäßigen Bahnkorrekturen - eine ernste Gefahr dar.
Chalkboard

Neue Messungen belegen: Der Mars bebt

Felsbrocken Mars
© HiRISE/NASA
Herabrollende Felsbrocken hinterlassen Spuren (s. Pfeile) im Boden der Marsregion Cerberus Fossae. (Klicken Sie auf die Bildmitte, um zu einer vergrößerten Darstellung zu gelangen.)
London/ England - Anhand von Aufnahmen von Geröll und Felsbrocken, die von Klippen und Hängen auf dem Mars herabgestürzt und -gerollt sind, schließen britische Wissenschaftler auf Oberflächenbeben auf dem Roten Planeten in vergleichsweise junger Vergangenheit. Das Studium der geologischen Aktivität des Mars könnte auch Rückschlüsse auf dessen potentielle Lebensfreundlichkeit zulassen.

Wie die Forscher um den Geologen und Erdbebenexperten Gerald Roberts von der Birkbeck Institution an der University of London (bbk.ac.uk) berichten, entdeckten sie die Hinweise auf Marsbeben in jüngerer Zeit auf Aufnahmen der HiRISE-Kamera an Bord der NASA-Sonde Mars Reconnaissance Orbiter (MRO).

"Sollte es tatsächlich Marsbeben geben", so zitiert das NASA-Onlinemagazin Astrobiology Magazine (astrobio.net) den Wissenschaftler, "so könnte unser nächster planetarer Nachbar immer noch aktiven Vulkanismus hervorbringen, die wiederum dabei behilflich sein könnte, Bedingungen auf dem Mars zu erschaffen, unter denen flüssiges Wasser möglich wäre.
Telescope

Hubble-Beobachtungen bestätigen neue Klasse von Exoplaneten

Super-Erde GJ 1214b
© ASA, ESA, and D. Aguilar (Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics)
Künstlerische Darstellung der exotischen wässrigen Super-Erde "GJ 1214b" vor ihrem Stern (Illu.).
Washington/ USA - Mit Hilfe des Weltraumteleskops Hubble haben Astronomen eine neue Analyse der Eigenschaften der bereits 2009 entdeckten fernen Super-Erde "GJ 1214b" durchgeführt und damit zugleich eine neue Klasse von Exoplaneten, eine Wasserwelt mit einer dichten Dampfhülle, beschrieben. Hauptsächlich aus Wasser und nur zu einem kleinen Teil aus Gestein bestehend, gleicht "GJ 1214b" damit keinem der bislang bekannten Planeten.

Das internationale Team aus Astronomen um Zachory Berta vom Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics (CfA), untersuchte den 2009 vom MEarth Project unter David Charbonneau, ebenfalls vom CfA, entdeckten Planeten (...wir berichteten) aktuell mit der Wide Field Camera 3 (WFC3) des Hubble-Weltraumteleskops und hat die Ergebnisse aktuell im Fachmagazin Astrophysical Journal veröffentlicht.

Zuvor wurden die Atmosphäre der Super-Erde mit dem 2,7-fachen Durchmesser der Erde und deren nahezu siebenfachen Masse, schon 2010 von CfA-Astronomen um Jacob Bean untersucht. Schon damals kamen die Wissenschaftler zu dem Schluss, dass der einen roten Zwergstern (GJ 1214) in einem Abstand von nur zwei Millionen Kilometern alle 38 Stunden umkreisende Planet hauptsächlich aus Wasser bestehe, es jedoch auch möglich sei, dass die Beobachtungswerte auch auf eine in eine dichte Dunsthülle gehüllten Planeten deuten (...wir berichteten). Anhand seines geringen Abstands zu seinem Zentralgestirn dürften auf "GJ 1214b" Temperaturen von rund 230 Grad Celsius herrschen.
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