Wissenschaft und Technologie
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Telescope

Eislawinen auf dem Saturnmond

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© Singer et al. /Nature
Überblicks-Aufnahme des 48 Kilometer großen Inktomi-Kraters auf Iapetus mit farblich gekennzeichneten Höhenunterschieden (links) und Foto eines Kraterausschnitts, in dem zwei 12,5 Kilometer breite Rutschungen zu sehen sind (Pfeile).
Der Saturnmond Iapetus erweist sich erneut als äußerst ungewöhnlicher Himmelskörper: Auf seiner eisigen Oberfläche haben Forscher mehr als 30 teilweise extrem lange Rutschungen entdeckt. Bis zu 80 Kilometer weit erstrecken sich die gewaltigen Eislawinen. Sie seien die größten und zahlreichsten, die man je auf einem eisbedeckten Himmelskörper gefunden habe. Ihre Länge sei angesichts der nur geringen Größe des Mondes erstaunlich. Zudem sorge die extreme Schnelligkeit der Lawinen dafür, dass sie viel weiter fließen als normalerweise üblich, berichten die Wissenschaftler im Fachmagazin "Nature Geoscience". Iapetus ist mit 1.470 Kilometer Durchmesser nur rund ein Drittel so groß wie unser Erdmond.

Ein Grund für die große Zahl der Eislawinen sei die stark zerklüftete Oberfläche des Mondes: "Iapetus hat in Relation zu seiner geringen Größe die Landschaft mit den extremsten Höhenunterschieden im gesamten Sonnensystem", erklären die Forscher. Die Spanne reiche von zehn Kilometer tiefen Kratern bis zu 20 Kilometer hohen Bergen.

Sun

Sonneneruption oder anderes Himmelsobjekt?

© Sebastian Voltmer, weltraum.com
Standbild aus dem Video: Ein aus der Sonne austretendes Objekt?
Bei Aufnahmen des Sonnenaufgangs machte der Astrofotograf Sebastian Voltmer am 27. Juli 2012 vom französischen Spicheren, nahe Saarbrücken, eine ungewöhnliche Entdeckung: Aus der Sonne heraus scheint eine Art Auswurf geschleudert zu werden. Da derartige Eruptionen jedoch bislang noch nie über den gesamten sichtbaren Spektralbereich hinweg beobachtet wurden, wäre die Aufnahme ein Filmbeweis hierfür bislang einmalig. Für den Fotografen ergeben sich jedoch zunächst alternative Erklärungsmöglichkeiten.

Spicheren (Frankreich) - "Beim Betrachten der Videosequenz kommt einem sofort in den Sinn: Wow, was für eine Eruption!", erläutert Voltmer seine Beobachtung gegenüber "grenzwissenschaft-aktuell.de". "Doch bisher wurde niemals ein Ausbruch auf der Sonne in solch einer Geschwindigkeit beobachtet - und schon gar nicht über den gesamten sichtbaren Spektralbereich hinweg. Auch ein extrem heller Flare oder ein koronaler Massenauswurf wären nur in bestimmten Wellenlängenbereichen - meist über mehrere Minuten/Stunden hinweg - zu verfolgen."

Telescope

Fernes Planetensystem entdeckt, das ähnlich aufgebaut ist wie unseres

© Cristina Sanchis Ojeda
Künstlerische Darstellung des Planetensystems um den fernen, sonnenähnlichen Stern "Kepler-30", dessen Planeten ihren Stern auf einer gemeinsamen Ebene parallel zur Rotationsachse ihres Zentralgestirns umkreisen.
Cambridge (USA) - Mit Hilfe des Weltraumteleskops "Kepler" haben Astronomen erstmals ein Planetensystem um einen fernen Stern entdeckt, in dem die Planeten - ähnlich wie in unserem Sonnensystem - sehr regelmäßig auf annähernden Kreisbahnen und auf einer gemeinsamen Ebene angeordnet. In allen anderen bislang bekannten extrasolaren Planetensystemen finden sich vornehmlich elliptische Umlaufbahnen und zueinander geneigte Bahnebenen der Planeten.

Wie das Team um Forscher des Massachusetts Institute of Technology (MIT), der University of California at Santa Cruz und anderer Institutionen aktuell im Fachmagazin Nature berichten, ist das System um den sonnenähnlichen Stern "Kepler-30" rund 10.000 Lichtjahre von der Erde entfernt und beinhaltet drei bislang bekannte Planeten. Ähnlich wie unsere Sonne, so rotiert auch "Kepler-30" um eine vertikale Achse, deren Ebene in etwa auch der Bahnebene seiner Planeten entspricht.

"Auch in unserem Sonnensystem verlaufen die Bahnebenen parallel zur Rotationsachse der Sonne, woraus geschlussfolgert werden kann, dass alle diese Planeten aus der einstigen protoplanetaren Scheibe um die Sonne herum entstanden sind", erläutert Roberto Sanchis-Ojeda vom MIT. "Im System um 'Kepler-30' ist dies ganz ähnlich."

Hardhat

Hunderte Millionen Menschen ohne Strom in Indien

Züge stehen still, Krankenhäuser arbeiten im Notbetrieb: In Indien haben Hunderte Millionen Menschen keinen Strom. Experten sprechen vom größten Blackout seit einem Jahrzehnt - es könnte bis zu zwölf Stunden dauern, die Versorgung wiederherzustellen.
© AP
Zugpassagiere in Neu-Delhi: Haben manche Bundesstaaten zu viel Strom abgerufen?
Hamburg - In Indien sind am frühen Montag Hunderte Millionen Menschen von der Stromversorgung abgeschnitten. Das gesamte Netz im Norden Indiens sei ausgefallen, teilte der zuständige Energieversorger mit.

Insgesamt waren neun Bundesstaaten betroffen. In der Region leben etwa 28 Prozent der rund 1,2 Milliarden Menschen starken Bevölkerung. Als Notmaßnahme seien Stromnetze im Westen und Osten Indiens angezapft worden, hieß es.

Eye 1

Gelähmte sollen mit Augen schreiben können

© dpa
Der Mensch kann lernen, mit den Augen zu schreiben. Grundlage der Technik ist eine bestimmte optische Täuschung. Besonders für Gelähmte ist die Technik interessant.

Menschen können lernen, mit den Augen in Schreibschrift zu schreiben. Wie ein französischer Wissenschaftler zeigte, ist es mit ein wenig Übung möglich, die Augen kontrolliert und fließend in alle Richtungen zu bewegen. Die Bewegungen können aufgezeichnet und am Bildschirm dargestellt werden.

Calculator

Systemausfälle bei Google Talk und Twitter

© Twitter
Am Donnerstag kam es sowohl bei Google Talk als auch bei Twitter zu einem Systemausfall, der die beiden Dienste lahmlegte. Mittlerweile stehen Google Talk und Twitter wieder zur Verfügung, trotzdem zeigen sich viele Nutzer verärgert.

Am Donnerstag kam es bei Google Talk und Twitter zu Systemausfällen. Sowohl bei Google Talks als auch bei Twitter kam es am Donnerstag zu einem Systemausfall. Twitter erlitt einen Totalausfall, während Google Talk laut Angaben von Google wohl nicht für alle Nutzer, aber doch immerhin für einen Großteil ausfiel. Mittlerweile stehen die Services wieder zur Verfügung, zahlreiche Nutzer dürften trotzdem verärgert sein.

Als erstes System fiel Google Talks aus. Ironischerweise entwickelte sich der Ausfall von Google Talks zu einem Hauptthema bei Twitter. So schaffte es der Hashtag Google Talk vorübergehend in die Top Ten der Twitter-Trends. Gegen Abend fiel dann allerdings auch Twitter weltweit wegen Überlastung aus. Selten ist das nicht, Twitter leidet häufiger unter vorübergehenden Ausfällen wegen zu viel Traffic.

Better Earth

Komet Biela und die Kuh von Frau O’Leary

© unbekannt
Ruinen eines Kometenfeuers, aus dem Blickwinkel Ecke Dearborn und Monroe Strasse, Chicago, 1871
Letze Nacht haben wir uns Super Comet - After the Impact [Superkomet - Nach dem Einschlag] angeschaut, einem Discovery Channel Spezial, welcher den Kometen, der die Dinosaurier ausradiert hat, in unsere Zeit transportiert. Sie haben einige kitschige Szenen hinzugefügt, in denen sie die Schwierigkeiten einiger Individuen oder Gruppen vor, während und nach einem Einschlag darstellten, um zu zeigen, wie Menschen auf eine solche globale Katastrophe reagieren würden. Sie benutzten denselben Kometenkörper, von dem angenommen wird, dass er das Verschwinden der Dinosaurier verursachte, dieselbe Größe, derselbe Einschlagsort, und sie benutzten ein Computermodell, welches sie in der Vergangenheit dazu verwendet haben, um aufzuzeigen, was geschehen könnte (und was sie annehmen, danach geschah). Nicht sonderlich kreativ, kann man davon ausgehen, dass sie nicht alle Auswirkungen eines solchen Einschlags kennen und dass sie einfach die Dinge zusammenreimen, ausgehend davon, was sie von diesem einen Einschlag vermuten. Einiges davon (oder vieles davon) mag reine Spekulation sein, obwohl ich davon überzeugt bin, dass dahinter einiges an guter Wissenschaft steckt.

Diese Sendung wirft ein Schlaglicht auf das, was wir in dieser Artikelserie schon bemerkt haben: Dem Unterschied zwischen der amerikanischen Schule der Asteroideneinschläge, die bloß in Abständen von Millionen von Jahren geschehen, und der englischen Schule, die davon ausgeht, dass Schauer von sehr viel kleineren Objekten mit weit höherer Frequenz innerhalb dieser Jahrmillionen-Ereignissen auftreten.

Der kitschigste Teil dieses Doku-Dramas war natürlich die Darstellung der Schwächen der Menschen, die dieses Ereignis durchlebten. Doch auf eine Weise waren sogar diese Darstellungen hilfreich. Einer dieser Typen konnte die Natur dieses Ereignisses einfach nicht fassen, und versuchte immer wieder „nach Hause“ zurückzukehren, obwohl klar war, dass sein Heim nicht mehr vorhanden war (es lag in der Einschlagszone). Seine Emotionen trieben ihn im Wesentlichen in den Tod.

Bulb

Licht in der Nacht begünstigt Depressionen - Zumindest bei Hamstern

Hamster, die bei Licht schlafen, sind anfälliger für Depressionen, haben US-Forscher herausgefunden. Die Lebensfreude kehrt bei den Tieren erst wieder zurück, wenn sie im Dunkeln schlummern dürfen.
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© dpa
Dieser Goldhamster befindet sich im Winterschlaf.
Columbus - Licht in der Nacht begünstigt Depressionen. Die gute Nachricht: Der Effekt ist umkehrbar. Zu diesem Schluss kommen US-Forscher nach einer Studie mit Hamstern. Diese mussten vier Wochen lang bei achtstündigem Dämmerlicht schlafen. Daraufhin zeigten sie depressionsähnliche Symptome, berichten die Wissenschaftler im Journal Molecular Psychiatry. Durften die Hamster wieder in völliger Dunkelheit schlummern, kehrte ihre Lebensfreude zurück.

Kommentar: Es könnte auch bei Menschen sehr wichtig sein, in total abgedunkelten Räumen zu schlafen:

Zuviel Licht tut nicht gut


Question

Kuss-Roboter „Kissenger“ möchte Fernbeziehung verbessern

© ROSLAN RAHMAN, AFP
Der Wissenschaftler Hooman Samani hat ein Kussgerät entwickelt, dass Liebesgrüße über das Internet übertragen soll. Silikonlippen sollen dabei für ein echts Kussgefühl sorgen.
Ein Wissenschaftler in Singapur hat ein Kussgerät entwickelt, das Liebesgrüße über das Internet übertragen soll. Silikonlippen sollen dabei für ein echts Kussgefühl sorgen.

Die Wissenschaft kennt scheinbar keine Grenzen: In Singapur hat ein Wissenschaftler ein Kussgerät entwickelt, das die Lippenbewegungen via Internet übertragen kann. "Kissenger" vermittle ziemlich genau das echte Kussgefühl, sagte sein Erfinder Hooman Samani. Der Professor für Rotobertechnik an der Staatlichen Universität von Singapur hat sein Gerät nach eigenen Angaben wiederholt auch selbst getestet.

Sun

Spektakuläres Südlicht über Antarktis-Station

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Südpol, 21.7.2012: Nein, das ist nicht der Schicksalsberg des dunklen Herrschers Sauron: Diese spektakuläre Aufnahme einer “Aurora Australis” (Südlicht) ist dem Wissenschaftler Alexander Kumar über der isolierten Antarktis-Station “Concordia” gelungen. Das grünliche Leuchten entsteht, wenn Sonnenwinde auf das Erdmagnetfeld treffen und atmosphärische Partikel ionisieren. Wegen der in jüngsten Zeit verstärkten Aktivität unseres Zentralgestirns sind derzeit besonders viele und intensive Nord- und Südlichter in Polarnähe zu sehen.