Die Wissenschaft des Geistes
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Frauen erscheinen als Sexobjekte

Der Begriff Sexobjekt enthält einer aktuellen Studie zufolge einen wahren Kern: Menschen nehmen halbnackte Frauen auf Fotos tatsächlich mehr als Objekt wahr und weniger als Mensch. Leichtbekleidete Männer behalten dagegen den Status als Person.
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© Corbis
Mann und Frau in Unterwäsche: Wer auf dem Foto wird eher als Person wahrgenommen?
Was sieht jemand beim Blick auf das Foto einer kaum bekleideten oder nackten Frau: einen Menschen oder ein Objekt? Und werden Männer in Badehose oder Unterwäsche anders wahrgenommen? Diesen Fragen sind belgische und US-amerikanische Psychologen in einem Experiment nachgegangen.

Im Fachmagazin Psychological Science berichten sie, dass sie einen deutlichen Unterschied feststellen konnten, und Frauen wortwörtlich als Sexobjekte wahrgenommen werden. Die Forscher um Philippe Bernard von der Université Libre in Brüssel nutzten einen bekannten psychologischen Effekt, um dies zu ermitteln: Werden Fotos auf den Kopf gestellt gezeigt, haben Menschen Probleme, Gesichter oder ganze Personen wiederzuerkennen. Bei Objekten, beispielsweise Gebäuden, tritt der sogenannten Inversionseffekt dagegen nicht auf.

Kommentar: Lesen Sie dazu auch den folgenden Artikel:

Der "ermächtigte" Archetyp der Hure zerstört das Weibliche

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Lionel Messi mit sechstem Sinn?

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© Dolce & Gabbana
Lionel Messi ist drei Mal der weltbeste Fußballer geworden. Forscher glauben, er habe einen Sechsten Sinn
Wissenschaftler untersuchen den außergewöhnlichen Spürsinn des Wunderstürmers Messi vom FC Barcelona und wollen künftig dessen Gedanken lesen.

Der israelisch-amerikanische Psychologe und Verhaltensforscher Daniel Kahnemann befasst sich mit Entscheidungsfindung und Kreativität beim Menschen. Er erhielt für seine Forschung 2002 den Nobelpreis. Nun hat der renommierte Wissenschaftler einen Fußballer und dessen Denkweise im Visier. Dabei geht es nicht um irgendwen, sondern um einen gemeinhin als Meister der Ballkunst anerkannten Kicker, den dreifachen Weltfußballer Lionel Messi.

Der 24-jährige Argentinier in den Diensten des FC Barcelona gilt als Wunderfußballer. Er verblüfft durch seine blitzschnelle Auffassungsgabe, das richtige Beurteilen von Situationen und Finden von Auswegen. Wenn er selbst nicht Tore schießen kann, bereitet er diese unnachahmbar vor. Sein Gehirn - so die Annahme des Forschers - scheint besonders fix bei der Signalübertragung auf Situationen zu reagieren und die Befehle an den Körper weiterzugeben.

Kommentar: Daniel Kahnemans Buch, Schnelles Denken, langsames Denken, erscheint Ende Mai in Deutsch, wo es auch ein Kapitel zu der "Experten-Intuition" gibt, jedoch ohne das Beispiel von Lionel Messi.

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Gewohnheiten zu überwinden ist schwer

© Desconocido
Wir alle haben unsere Routinen, nicht nur am Frühstückstisch. Es ist ein Trick des Gehirns, denn Gewohnheiten erleichtern unser Leben enorm.

Der kleine Paul muss immer auf der linken Seite einschlafen. Seine ältere Schwester Julia sortiert alle Bücher alphabetisch. Mutter Anna kann ohne Kaffee morgens nicht aufwachen. Und Vater Markus legt seine Hausschlüssel immer auf das Fensterbrett, statt sie an das Schlüsselbrett zu hängen.

Wir alle haben unsere Routine. Sie entsteht, wenn eine Handlung, ein Gefühl oder ein Gedanke sich oft wiederholt und zur Gewohnheit wird - zur Handlung, die ohne bewusstes Steuern automatisch abläuft.

Psychologen unterscheiden Denkgewohnheiten, Gefühlgewohnheiten und Verhaltensgewohnheiten. Wie man sein Frühstücksbrot bestreicht, das Auto einparkt oder durch die Regalreihen im Supermarkt geht, all das zählt zu den Verhaltensgewohnheiten. Auch Rituale gehören dazu, etwa der Espresso nach dem Essen oder die 20-Uhr-Nachrichten im Fernsehen.
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Kartierung des Gehirns enthüllt dreidimensional geordnete Gitterstruktur

gehirn, faser
© MGH-UCLA Human Connectome Project
Nervenfasern in der linken Gehirnhälfte eines Menschen: Zu sehen ist ein Hauptbündel von Fasern, die von vorne nach hinten ziehen (violett), sie werden fast rechtwinklig von Faserschichten gekreuzt, die aus der Großhirnrinde nach innen ziehen (orange und gelb).
Die Verschaltung unseres Gehirns gleicht eher einem säuberlich gewebten Stoff als einem Kabelgewirr: Die Nervenfasern sind erstaunlich geometrisch geordnet. Statt eines Durcheinanders von Leitungen durchzieht ein regelmäßiges Gitter von parallel und senkrecht zueinander angeordneten Faserschichten das Denkorgan. Das hat ein internationales Forscherteam herausgefunden. Zum Erstaunen der Wissenschaftler stießen sie weder bei vier Affenarten noch beim Menschen auf diagonale Verbindungen - alle Fasern folgten einem einfachen, dreidimensionalen Gittermuster. Die Entdeckung dieses Musters führe zu einem völlig neuen Verständnis darüber, wie das Gehirn funktioniere und wie es organisiert sei, berichten die Forscher im Fachmagazin Science.

"Ich glaube nicht, dass zuvor irgendjemand auch nur den Verdacht hatte, dass das Gehirn diese Art von konsequentem geometrischen Muster haben würde", sagt Erstautor Van Wedeen von der Harvard Medical School. Alle Nervenverbindungen folgen demnach schon in der Embryonalentwicklung simplen Vorgaben: Sie können entweder nach oben, unten, rechts oder links wachsen. Diese vorgegebenen Richtungen erleichterten es den Nervenfasern, die richtigen Bindungsstellen zu finden, meint Wedeen.

"Der neue, hochaufgelöste Schaltplan unseres Gehirns ist ein Meilenstein der menschlichen Neuroanatomie", kommentiert Thomas Insel, Direktor des National Institute of Mental Health (NIMH) die Ergebnisse der Forscher. Denn die Verschaltung bilde die Basis der Hirnfunktionen. Sie könne nun mit Hilfe der neuen Karte besser erforscht und verortet werden. "Die neue Abbildungstechnologie könnte aber auch die Diagnose und Behandlung von neurologischen Erkrankungen erleichtern", sagt Insel.
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Der Glaube an den Osterhasen regt Fantasie der Kinder an

Dürfen Eltern ihren Kindern ins Gesicht flunkern und ihnen die Mär vom Osterhasen aufbinden? Auf jeden Fall, meinen Psychologen.
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© picture alliance / dpa/dpa-Zentralbild
Die Mär vom Mümmelmann, der die Eier bringt, sollen die Kinder ruhig glauben. Laut Psychologen rege es die Fantasie an

Köln. Am 8. April ist es wieder soweit: Ostersonntag wachen Millionen deutscher Kinder auf, um sich erwartungsvoll auf die Suche nach bunten Ostereiern zu machen. „Der Osterhase kommt immer nachts, und wenn wir dann morgens aufwachen, sind im Garten ganz viele Schoko-Eier versteckt, so in den Blumen drin“, freut sich der vierjährige Lennart aus Köln schon. Warum gerade der Hase zum Eierlieferanten wurde, dafür gibt es unterschiedliche Erklärungen. So gilt das sehr fortpflanzungsfreudige Tier etwa als ein Symbol für Fruchtbarkeit, was zur erwachenden Natur passt.

Doch schon 1682 kamen dem Heidelberger Medizinprofessor Georg Franck von Franckenau arge Zweifel an diesem wunderlichen Brauch. In seinem Werk De Ovis Paschalibus - Von Oster-Eyern schrieb er:
Man macht einfältigeren Leuten und kleinen Kindern weis, diese Eier brüte der Osterhase aus und verstecke sie im Garten, im Gras, im Gebüsch und so weiter, und man will sie von den Buben suchen lassen zum erheiternden Gelächter der Älteren.
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Selbstwahrnehmung: Je mehr Alkohol desto attraktiver?

Am Spruch "sich jemanden Schöntrinken" könnte etwas dran sein: Wissenschaftler haben in einer Studie herausgefunden, dass sich Menschen umso attraktiver finden, je mehr Alkohol sie trinken - oder glauben zu trinken.
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Menschen finden sich selbst umso attraktiver, je mehr Alkohol sie trinken.

Französische Wissenschaftler fanden in einer am Donnerstag veröffentlichten Studie heraus, dass sich Menschen umso attraktiver finden, je mehr Alkohol sie trinken - oder auch nur glauben zu trinken. Denn der Effekt sei nicht Folge des Wirkstoffes Alkohol, sondern gehe auf eine Selbstwahrnehmung zurück, die vermutlich mit den sozialen Vorstellungen von Alkoholkonsum zusammenhänge.

Forscher aus dem ostfranzösischen Grenoble hatten die Studie mit dem Titel „Die Schönheit liegt im Auge des Biertrinkers“ zusammen mit zwei Pariser Universitäten und der staatlichen Universität des US-Bundesstaates Ohio erstellt. Sie soll demnächst im britischen Wissenschaftsmagazin Journal of Psychology veröffentlicht werden.
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Pubertät: Milliarden von Gehirnzellen sterben ab

Während der Pubertät sterben Milliarden von Gehirnzellen ab, um die kognitive Leistungsfähigkeit zu stärken

Die Pubertät, also genaugenommen der entwicklungsphysiologische Verlauf der Geschlechtsreifung, ist bei Jungen und Mädchen von einer hormonellen Umstellung mit dem Ziel der Fortpflanzungsfähigkeit geprägt. Während dieser Adoleszenz-Phase sterben Milliarden von Zellen im Gehirn ab, wie eine neue Studie des Max-Planck-Instituts für Hirnforschung in Frankfurt am Main ergab. Nur das was gebraucht wird, „verfestigt sich“, erläutert der Forscher für Neurowissenschaften und Studienleiter, Prof. Peter Uhlhaas, gegenüber dem Nachrichtenjournal Focus. Die höchste Anzahl von Synapsen besitzen Menschen während der Spätphase der Kindheit, erklärte der Neurowissenschaftler weiter. Das Absterben der Gehirnzellen erzeugt keine Negativeffekte, sondern begünstigt geradezu den weiteren kognitiven Entwicklungsstand. Die Zellen arbeiten im Anschluss strukturierter.

Zahl der Gehirnzellen reduiziert sich deutlich

Wenn die Kindheit vorüber ist, gehört auch eine außerordentlich hohe Anzahl von Nerven- und Gehirnzellen der Vergangenheit an. Während äußerliche Merkmale wie Pickel oder Stimmungsschwankungen im Verlauf der Pubertät den jungen Menschen zu schaffen machen, finden im Hirn weitreichende Umbauten statt. Während der pubertären Hochphase im Alter zwischen 15 und 17 Lebensjahren ist die Kommunikation zwischen den unterschiedlichen Gehirnarealen noch sehr chaotisch strukturiert. Gegen Ende des Reifungsprozesses hat sich zwar die Zahl der Hirnzellen deutlich minimiert, aber den jungen Erwachsenen gelingt es im Ergebnis nunmehr viel besser, das eigene Handeln und Planen zielführender abzustimmen. Die Konsequenzen des eigenen Tuns können von den jungen Menschen in Folge besser im Vorfeld abgeschätzt werden.
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Psychopathen, woran erkennt man sie?

In Deutschland leben rund eine Million Psychopathen, haben neue Studien ergeben. Manche von ihnen arbeiten unerkannt in hohen Führungspositionen. Und sie sind gefährlich. Wie kann man sich vor ihnen schützen?
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Gefährliche Persönlichkeitsstörungen: Die meisten Psychopathen sitzen nicht im Gefängnis, sondern führen ein freies, unerkanntes Leben
Es erscheint wie eine makabere Laune des Schicksals, dass der kundigste Experte für derlei Fragen in unmittelbarer Nachbarschaft der Vancouver-Morde lebt. Robert D. Hare ist ein zierlicher Mann mit wachen Augen. Seine Worte formt er ruhig und gelassen, ein sorgsam gestutzter grauer Bart rahmt sein schmales Gesicht. Er könnte Pastor sein oder der gütige Leiter eines humanistischen Gymnasiums. Tatsächlich ist der emeritierte Professor der University of British Columbia jedoch der renommierteste Psychopathen-Jäger der Welt. Was Robert Hare antreibt, ist mehr als Neugier. Es ist ein Verantwortungsgefühl gegenüber der Menschheit. Denn keine andere Persönlichkeitsstörung richtet einen ähnlich verheerenden Schaden an wie die Psychopathie. »Psychopathen bringen Unglück und Zerstörung über die Menschen in ihrem Umfeld«, erklärt Hare. »Deshalb ist es so wichtig, sie erkennen und ihnen begegnen zu können.« 

Doch was genau macht einen Menschen zum Psychopathen? Und woran kann man ihn erkennen? Lange Zeit haben die Wissenschaftler auf diese Fragen keine eindeutige Antwort gefunden. Im Diagnostischen und Statistischen Handbuch Psychischer Störungen, der Bibel aller Psychiater, sucht man den Begriff »Psychopath« bis heute vergeblich. Erst die Arbeiten von Robert Hare haben Klarheit in die verworrene Diskussion gebracht. Ein von ihm entwickelter Test, die sogenannte PCL (»Psychopathy Checklist«), benennt eine Reihe von Persönlichkeitsmerkmalen, die nach Meinung der Fachleute dem perfekten Psychopathen zu eigen sind. Wer mehr als 75 Prozent dieser Merkmale erfüllt, gilt offiziell als Psychopath. Die meisten Experten halten Psychopathie für angeboren. Und für unheilbar. Einmal Psychopath, immer Psychopath - dieser These folgen heute auch einige Gerichte in den USA. Längst lassen sie ihre Angeklagten mit Robert Hares PCL untersuchen. Ein hoher Score hat in Amerika schon eine Reihe von Verbrechern direkt auf den elektrischen Stuhl gebracht.

Kommentar: Leider ist das Buch von Hare und Babiak nur noch schwer erhältlich, jedoch empfiehlt die Sott.net Redaktion folgendes Buch:

Politische Ponerologie, link
© de.pilulerouge.com
Politische Ponerologie: Eine Wissenschaft über das Wesen des Bösen und ihre Anwendung für politische Zwecke
Lesen Sie auch die Artikelserie der Quantum Future Group dazu:

Der Psychopath - Teil 1: Die Maske der Vernunft

Der Psychopath - Teil 3: Was ist ein Psychopath?

Der Psychopath - Teil 4: Wie Psychopathen die Welt sehen

Der Psychopath - Teil 5: Psychopathen und Beziehungen

Der Psychopath - Teil 6: Wie man mit Psychopathen umgeht

Der Psychopath - Teil 7: Symptome/Checklisten für Psychopathie

Wall Street

Der Lorax und worauf es ankommt

© Ferd4
Wohin führt uns der Weg?
Gestern, nachdem ich mit meiner Schwester telefoniert hatte, habe ich über den Zustand der Welt nachgedacht. Sie erinnerte mich einmal mehr daran, dass obgleich sie und ihr Ehemann beide arbeiten gehen, sie die meisten Monate kaum über die Runden kommen und die Dinge einfach immer schlimmer werden. Sie sagte, dass sie sich fühlen, als ob sie keine Beziehung zu irgendetwas haben, da immer weniger Dinge irgendeinen Sinn machen - dass sie keine Kontrolle hat - egal wie hart die beiden seit so vielen Jahren arbeiten, sich die Regeln ständig verändern und die Lügner weiterhin immer mehr Geld verdienen, während normale Menschen jeden Tag immer mehr unter gehen. Sie hat recht. Die Regeln haben sich verändert und sie veränderten sich als niemand darauf achtete. Tatsächlich würde ich sagen, dass sich die Regeln geändert haben, weil niemand darauf achtete.
Megaphone

Babys verstehen Wortbedeutungen schon im Alter von sechs Monaten

baby, säugling
© gemeinfrei, Wikimedia Commons
Früher als gedacht verknüpfen Säuglinge Wortlaut und Gegenstand

Philadelphia (USA) - Bereits sechs bis neun Monate alte Babys verstehen die Bedeutung vieler alltäglich genutzter Wörter. Das fanden Psychologen in den USA heraus. Bisher waren Wissenschaftler davon ausgegangen, dass Kinder in diesem Alter zwar Klänge und Silben ihrer eigenen Sprache erkennen können, deren Bedeutung jedoch erst im Alter von etwa einem Jahr zu verstehen beginnen. Die jetzt im Fachblatt PNAS erschienenen Studienergebnisse zeigen aber, dass sich das Wortverständnis bereits sehr viel früher als angenommen entwickelt.

„Es ist überraschend wenn man bedenkt, dass Kinder diesen Alters nichts sagen können“, sagt Erstautorin Elika Bergelson von der University of Pennsylvania. „Sie zeigen auf nichts, sie können nicht laufen. Aber untergründig setzen sie sich die Welt bereits zusammen aus den Dingen, die sie sehen, und den Wörtern, die dazu gehören.“ In ihrer Studie hatte die Psychologin zusammen mit ihrem Kollegen Daniel Swingley das Wortverständnis bei 33 Babys getestet. In einem ersten Durchgang saßen die Säuglinge dafür auf dem Schoß ihrer Eltern und sahen jeweils ein Nahrungsmittel und ein Körperteil auf einem Bildschirm. Die Eltern wurden über Kopfhörer dazu angewiesen, das Baby nach einem der beiden Gegenstände auf dem Monitor zu fragen. Dabei zeichneten die Forscher die Blickbewegungen des Kindes genau auf. Danach wurde die Aufgabe wiederholt, jedoch mit tatsächlichen Gegenständen auf einem Tisch vor den Augen des Säuglings. In beiden Tests schauten die Kleinen bedeutend häufiger und länger auf das jeweils genannte Nahrungsmittel oder Körperteil - ein Hinweis darauf, dass sie den Wortlaut bereits mit dem Gegenstand verknüpften.
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