Die Wissenschaft des Geistes
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Sitz des Meta-Bewusstseins durch Studium luzider Träume im Gehirn sichtbar gemacht

© MPI für Psychiatrie
Grafische Darstellung jener Hirnregionen, die während eines luziden Traumes stärker als in einem normalen Traum aktiviert sind.
München (Deutschland) - Untersuchungen an "luziden Träumern", Personen also, die sich während sogenannter Klarträume darüber bewusst sind, dass und was sie träumen, machen erstmals sichtbar, welche Gehirnzentren beim Erlangen unseres Ich-Bewusstseins aktiv werden.

"Welche Gehirnareale dazu beitragen, unsere Welt in einer selbstreflektorischen Art und Weise wahrzunehmen, lässt sich schwer messen", erläutern Wissenschaftler um Dr. Michael Czisch und Dr. Barbara Meyer vom Max-Planck-Institut für Psychiatrie (MPIPSYKL). "Im Wachen ist unser Ich-Bewusstsein immer vorhanden, und im Schlaf erleben wir diesen Zustand nicht bewusst mit. Es gibt allerdings Personen, sogenannte luzide Träumer, die sich im Schlaf bewusst werden können, dass sie träumen.

Untersuchungen im Magnet-Resonanz-Tomografen (MRT) konnten nun zeigen, dass beim Erlangen dieses luziden Bewusstseins die Aktivierung eines spezifischen kortikalen Netzwerkes nachweisbar wird, bestehend aus dem rechten dorsolateralen präfrontalen Kortex, den frontopolaren Regionen und dem Precuneus. Alle diese Regionen werden mit selbstreflektorischen Funktionen in Zusammenhang gebracht.

Magic Wand

Wie das Lernen im Schlaf wirklich funktioniert

Während der Körper sich im Schlaf entspannt, ist das Gehirn hochaktiv. Es verarbeitet Informationen und speichert sie - aber es kann noch mehr.
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Das Gehirn, das tagsüber permanent damit beschäftigt ist, Dinge aufzunehmen, hat nachts die Aufgabe, die Informationen zu verarbeiten und abzuspeichern. Dabei erfolgt eine Selektion, die das Gehirn vornimmt, bevor es Informationen in den Langzeitspeicher des Gedächtnisses schiebt. Emotionsgeladene Erlebnisse haben eine größere Wahrscheinlichkeit in die Erinnerung einzugehen als nüchterne Fakten. Auch wenn die neue Information an ein bereits gespeichertes Vorwissen andocken kann, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sie in unsere Erinnerung Einzug hält.

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Warum wir bei neuen Aufgaben mehr Fehler machen

Umgang mit neuer Aufgabenstellung zieht Leistung aus jenem Gehirnareal ab, das für Fehlerkorrektur verantwortlich ist

© reuters
Das Lernen neuer Regeln verschiebt Denk-Kapazitäten im Gehirn, wie nun US-Forscher herausgefunden haben.
Ein englisches Sprichwort besagt, einem alten Hund kann man keine neuen Kunststücke beibringen. Das stimmt zwar nicht, doch aus eigener Erfahrung weiß man, dass es Zeit, Übung und harte Arbeit erfordert, bis man eine neue Aufgabe fehlerfrei beherrscht. Warum das so ist, haben nun Hans Schroder und seine Kollegen von der Michigan State University in den USA genauer untersucht. Die Forscher stellten fest, dass wir beim Versuch, unsere Handlungen an neue Regeln anzupassen, den Details weniger Aufmerksamkeit schenken.

Damit wir uns neuen Bedingungen anpassen können, müssen wir in der Lage sein, unser Verhalten erfolgreich zu ändern. Um mit den Regeln zu brechen, an die wir uns täglich halten, ist ein beträchtliches Maß an Aufmerksamkeit und Anstrengung erforderlich und trotzdem unterlaufen uns beim ersten Mal manchmal noch Fehler. Wenn wir zwischen zwei oder mehr Aufgaben wechseln, sind wir langsamer und Fehler werden wahrscheinlicher. Dies ist ein Zeichen dafür, dass der Wechsel zwischen Aufgaben anstrengend ist und könnte eine Erklärung dafür sein, warum es für uns so schwer ist, aus unseren Fehlern zu lernen, wenn es neue Regeln gibt.

Eye 1

Blickrichtung der Augen kein Hinweis aufs Lügen

Wir senden ständig unbewusst Signale aus, die ein gewitzter Beobachter interpretieren kann. Die Blickrichtung eines Menschen soll zum Beispiel verraten, ob er lügt. Doch darauf sollte man sich besser nicht verlassen.

Der Verdächtige schwitzt. Er rutscht auf seinem Stuhl hin und her, verhaspelt sich, stockt und strengt sich in seinen Ausführungen offensichtlich an. Sind das zuverlässige Zeichen, dass der Mann lügt? Oder versetzt die Verhörsituation nur einen Unschuldigen in Angst?
© dpa
Manche Menschen sind überzeugt davon, dass sich Lügen an den Augenbewegungen ablesen lassen. Wissenschaftler haben das nun widerlegt.
Trotz unzähliger Versuche bleibt es schwer bis unmöglich, an der Körpersprache abzulesen, ob ein Mensch lügt. In starkem Kontrast dazu steht die Gewissheit, mit der manche Menschen behaupten und einige Methoden versprechen, sie könnten mit großer Zuverlässigkeit Lügen entlarven.

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Unser Wahrnehmen und Denken wird ohne unser Wissen sehr leicht manipuliert

Betrunken ohne Alkohol, gefördert dank Vorurteilen, erfolgreich mit Glücksbringern: Es ist erstaunlich einfach, unsere Wahrnehmung und unser Denken zu beeinflussen. Wieso nur?
© picture alliance / dpa
Kann eine schwarze Katze das Leben eines Menschen beeinträchtigen? Die Vorstellungen und Erwartungen von Menschen, die von der Macht solcher Unglücksbringer überzeugt sind, entfalten in deren Kopf tatsächlich Wirkung.
Ganz einfach: Diese Marotten verleihen den Sportlern Sicherheit. Aus irgendeinem Grund betrachten sie die Kleidungsstücke als Erfolgsgaranten - und tatsächlich beeinflussen Stinkesocken mitunter die Leistung von Spitzensportlern.

Die Psychologen Robert Michael und Maryanne Garry von der Universität Wellington in Neuseeland sowie Irving Kirsch von der Harvard Medical School haben für einen Überblicksartikel Studien über ähnliche Formen der Suggestion und Autosuggestion zusammengetragen (Current Directions in Psychological Science, Bd. 21, S. 151, 2012).

Nicht alle Beispiele sind derart offensichtlich wie die von den Glücksbringern im Spitzensport. Oft handelt es sich um subtile Signale, die suggestive Kraft entfalten - und zwar ohne dass der Mehrzahl der Menschen bewusst wird, was da mit ihnen geschieht.

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Bluff beim Poker ist im Gehirn sichtbar und vorhersehbar

Blufft mein Gegenüber oder nicht? Die Frage aller Pokerspieler können Forscher mit einem Blick ins Gehirn beantworten. Die verräterischen Aktivitäten zeigten sich in einem bestimmten Areal.

Mit einem Blick ins Gehirn können Forscher vorhersagen, ob ein Pokerspieler seinen menschlichen Gegner bluffen wird. Das berichtet ein Team um Scott Huettel von der amerikanischen Duke-University in Durham (US-Staat North Carolina). Wenn die Probanden gegen einen Computer antraten, gelang die Prognose allerdings nicht, schreibt die Gruppe im Fachjournal Science. Nur bei einem menschlichen Gegner zeigten sich verräterische Aktivitäten in einem bestimmten Gehirnareal, die die Vorhersage ermöglichten.

Control Panel

Gedankenlesen technisch immer greifbarer? Neurologen identifizieren Erinnerungsmuster

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Philadelphia (USA) - Neurologen in den USA ist es mittels Hirnscans gelungen, aus den elektrischen Signalen im Hirn spezielle Erinnerungs- bzw. Gedankenmuster herauszulesen, die mit unterschiedlichen erinnerten Worten übereinstimmen. Nachdem es Forschern zuvor schon gelungen war, Bilder, Klänge und kurze Filmsequenzen anhand der Hirnaktivitätsmuster korrekt zu rekonstruieren (...wir berichteten, s. Links), stellt auch der neue Forschungserfolg einen weiteren Schritt hin zum erfolgreichen Gedankenlesen dar.

Wie die Forscher um Professor Michael J. Kahana und Jeremy R. Manning von der University of Pennsylvania gemeinsam mit Kollegen der Thomas Jefferson University aktuell im Fachmagazin "Journal of Neuroscience." berichten, gelang ihnen die genaue Messung der Hirnaktivität durch die Mithilfe von Epilepsiepatienten, denen kurz vor einer bevorstehenden Operation winzige Überwachungselektroden ins Gehirn implantiert worden waren. Mit diesen sind Messungen elektrischer Hirnsignale mit einer Präzision möglich, wie sie durch Elektroden außerhalb des Schädels nicht erreicht werden kann.

Während diese Signale aufgezeichnet wurden, sollten die Testpersonen eine Liste mit 15 zufällig ausgewählten Wörtern erlernen und diese dann eine Minute später in beliebiger Reihenfolge - gerade so, wie sie ihnen in den Sinn kamen - wieder aufsagen.

Bulb

Einfache Hilfe bei Legasthenie: Umformatierung des Textes

Weniger Fehler und höheres Lesetempo durch vergrößerten Buchstaben- und Wortabstand


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Lesendes Kind
Eine simple Maßnahme erleichtert Kindern mit Legasthenie das Lesen: wenn die Buchstaben eines Textes weiter auseinander stehen als normal. Diese einfache Anpassung in der Textformatierung genügt bereits, damit Kinder mit Lese-Rechtschreib-Schwäche schneller und fehlerfreier lesen als zuvor. Das hat ein internationales Forscherteam in Tests mit italienischen und französischen Kindern festgestellt. Offenbar verhindere der besonders große Buchstabenabstand, dass die Legastheniker durch die benachbarten Lettern abgelenkt und in ihrer Worterkennung gestört werden. Diese einfache Anpassung könne daher entscheidend dazu beitragen, den Kindern beim Lesen zu helfen, berichten die Wissenschaftler im Fachmagazin "Proceedings of the National Academy of Sciences". 

"Unsere Ergebnisse eröffnen einen praktischen Weg, um die Lesefähigkeit von Legasthenikern zu verbessern", schreiben Marco Zorzi von der Universität von Padua und seine Kollegen. Das sei wichtig, denn der Schlüssel um diesen Kindern langfristig zu helfen, liege auch darin, sie so viel wie möglich zum Lesenüben zu animieren.

Red Flag

Wie man einen Psychopathen erkennt: Achten Sie auf diese Warnzeichen

Zu den unangenehmsten Pflichten eines investigativen Journalisten gehört es, den Müll rauszubringen - Lügner, Schwindler, Hochstapler und Betrüger als das zu entlarven, was sie wirklich sind. Jedes Mal, wenn wir einen Soziopathen untersuchen, stoßen wir auf eine kleine Sekte von faszinierten Anhängern, die ihn als »Guru« oder gar »Propheten« regelrecht anbeten.

Soziopathen sind wahre Meister der Beeinflussung und Irreführung. Nur wenig von dem, was sie von sich geben, entspricht der Wahrheit oder der Wirklichkeit, aber sie sind extrem geschickt darin, alles, was sie sagen, glaubwürdig klingen zu lassen, auch wenn sie es einfach erfinden. Ich möchte Ihnen Zitate und Videos von einigen legendären Soziopathen präsentieren, die ganz normale Menschen zum Massenselbstmord überredet haben. Und dann werde ich Ihnen zeigen, wie und warum ähnliche Soziopathen auch heute aktiv sind.

Warum ich mich mit dem Thema beschäftige? Weil ich erlebt habe, wie Menschen von Soziopathen getäuscht, betrogen und sogar zu Schaden gebracht worden sind, und weil es mich aufregt, dass Menschen so leicht unter ihren zerstörerischen Einfluss geraten können. Ich möchte meinen Lesern die Warnzeichen präsentieren, durch die man Soziopathen erkennen kann, und ihnen zeigen, wie man ihnen aus dem Weg geht - und sich dadurch den Ärger erspart, von ihnen vereinnahmt zu werden.

Viele dieser Informationen habe ich dem faszinierenden Buch Der Soziopath von nebenan entnommen. Laut der Autorin sind vier Prozent der Bevölkerung Soziopathen. Eine hochinteressante Lektüre!


Kommentar: Während Mike Adams den Begriff 'Soziopath' verwendet, ist 'Psychopath' eine genauere Bezeichnung. Obwohl es Gemeinsamkeiten zwischen beiden gibt, ist Psychopathie den im Artikel beschriebenen Charakteristiken gegenüber relevanter. Für mehr Informationen verweisen wir auf Robert Hares Buch Gewissenlos. Die Psychopathen unter uns oder Menschenschinder oder Manager: Psychopathen bei der Arbeit, sowie auch Der Soziopath von nebenan. Die Skrupellosen: ihre Lügen, Taktiken und Tricks von Martha Stout.


Magic Wand

Meditation beeinflusst Körper positiv

Bloß einige Stunden der Meditation können das Gehirn zum Besseren verändern. So lautet die Schlussfolgerung einer neuen Studie. Wissenschaftler benutzten die Visualisierungstechnologien und entdeckten, dass nach einer meditativen Übung im weißen Stoff des Gehirns gewisse positive Änderungen erfolgen.
© RIA Novosti
Dank dieser Studie kamen die Wissenschaftler zur Schlussfolgerung, dass die kurzzeitige Meditation die Selbstkontrolle, die Stimmung, Reaktionen auf Stress und immune Antwort verbessern sowie einige psychologische Probleme lösen kann.

Diese Studie wurde im Magazin Proceedings von der Nationalen Akademie der Wissenschaften veröffentlicht.