Die Wissenschaft des Geistes
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Health

Hirnscans: Kognitive Verhaltenstherapie verändert das Gehirn

© Hemera
Übersteigerte Hirnaktivität von Patienten mit Panikstörungen geht auf Normalmaß zurück

Psychotherapie ist mehr als nur Blabla: Kognitive Verhaltenstherapie kann bei Panik-Patienten sogar konkrete, mittels Hirnscan messbare Veränderungen im Gehirn verursachen. Sie regelt zuvor übererregte Hirnareale herunter und stutzt zuvor anormal verstärkte Verknüpfungen auf ein Normalmaß zurück. Das zeigt die Studie eines internationalen Forscherteams. Die neuen Erkenntnisse könnten auch dazu beitragen, psychotherapeutische Verfahren künftig noch effektiver zu machen, berichten die Wissenschaftler im Fachmagazin „Biological Psychiatry“.

Bandaid

Traurigkeit und Trübsinn verleiten zu sofortiger Belohnung und somit kurzsichtigen Handlungen und Entscheidungen

Den meisten Menschen fällt es schwer, auf einen größeren Profit in der Zukunft zu warten, wenn sie stattdessen sofort einen kleineren Vorteil nutzen können. In gedämpfter Stimmung ist diese Neigung noch deutlich stärker.
© iStockphoto/Peter Brutsch
Wer traurig gestimmt ist, wartet nicht gern auf eine größere Belohnung, wenn stattdessen ein kleinerer Trost sofort verfügbar ist.
Es ist das ewige Taube-oder-Spatz-Problem: Schnappt man sich die schnelle Belohnung, oder wartet man auf eine größere Prämie? Den meisten Menschen fällt es schwer, sich zu disziplinieren, obwohl das meist die vernünftige Wahl wäre. Und wer traurig gestimmt ist, wie nun Psychologen um Jennifer Lerner von der Universität Harvard berichten, den drängt es noch mehr drauf, sich für die schnelle Belohnung zu entscheiden - selbst wenn diese mit Kosten verbunden ist. Trübsinn verleite zu kurzsichtigen Handlungen und Entscheidungen, fassen die Forscher zusammen (Psychological Science, online).

Books

Placebo-Effekt in Wissenstests: Der Glaube an die eigenen Fähigkeiten lässt Wissen besser abrufen

Eine aktuelle Studie an der Universität Witten/Herdecke belegt: Der Glaube an die eigenen Fähigkeiten macht Wissen besser abrufbar. Die Wissenschaftler vergleichen den in Experimenten nachgewiesenen Effekt mit dem aus der Medizin bekannten Placebo-Effekt.
© Public Domain
Symbolbild: "Der Denker" (Auguste Rodin)
Witten (Deutschland) - "Wer Angst vor Prüfungen hat, schneidet schlecht ab - wer entspannt Fragen beantworten kann, schneidet besser ab." Auf diese, allen Prüflingen aus der Praxis wohl bestens bekannte kurze Form kann man die Ergebnisse einer Studie von Prof. Dr. Ulrich Weger.

Pharoah

Der Maya Kalender und die 2012-Kommerzialisierung

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"Deswegen wird sicher mal jemand ausflippen ..."
Während der Maya-Kalender und das berüchtige Datum 2012 in New Age Kreisen weitgehend bekannt ist, wissen die wenigsten, dass die relative Datierung zwischen dem Maya-Kalender und unserem westlichen Kalender auf dünnen Beinen steht. Nach einem Artikel von Dr. Antoon Leon Vollemaere (International Scientific Institute for Ancient American Cultures) gibt es über 50 verschiedene Berechnungsmöglichkeiten, die beiden Kalender miteinander in Verbindung zu bringen. Es kann sogar sein, dass das mysteriöse Verschwinden der Maya Kultur lediglich durch eine falsche Zuordnung der beiden Kalender entstanden ist. Die jahrhundertelange Lücke müsste gar nicht existieren.

People 2

Ein Körnchen Wahrheit? "Untreue kann im Gesicht abgelesen werden", sagen Forscher

© redOrbit
Laut Forschern der University of Western Australia (UWA) liegt tatsächlich ein Körnchen Wahrheit in der Behauptung, man könne Untreue im Gesicht eines Menschen lesen. Vor allem Frauen könnten dies laut der Studie besonders gut. Die Teilnehmer der Untersuchung sollten das Gesicht fremder Menschen drei Sekunden lang betrachten und daraufhin urteilen, ob es sich um eine treue und vertrauenswürdige Person handelt.

People 2

Körpersprache, nicht Mimik, zeigt Unterschied zwischen intensiven positiven und negativen Gefühlen

Psychologen stellen fest: Je stärker eine Gefühlsregung ausfällt, desto unklarer wird die Mimik - bei großen Emotionen gilt: "Read my hips!"

Washington/Wien - Die meisten Muskeln haben wir im Gesicht. Entsprechend scheint es nur logisch, davon auszugehen, dass die Gesichtsmuskulatur Gefühle besonders gut zum Ausdruck bringt. Doch genau diese Annahme scheint zumindest bei starken Emotionen völlig falsch zu sein, wie Psychologen um Hillel Aviezer von der Princeton University (US-Staat New Jersey) herausgefunden haben.

Music

Erforschung von Musik als bewusst eingesetztes Instrument zur Manipulation und Propaganda in der Geschichte

Wissenschaftler untersuchen die von Musik ausgelösten Emotionen im Wandel der Zeiten
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Musik spricht das Gefühl an und erfüllt unterschiedliche Funktionen. Sie kann Menschen verbinden, Grenzen überwinden, aber ebenso gut solche schaffen. Wenn sich beispielsweise Punkfans über Freunde der Volksmusik lustig machen, ist das noch vergleichsweise harmlos. Anders sieht es aus, wenn Musik zu politischen Zwecken instrumentalisiert wird. Am Berliner Max-Planck-Institut für Bildungsforschung erforscht eine Wissenschaftlergruppe um den Historiker Sven Oliver Müller die von Musik ausgelösten Emotionen im Wandel der Zeit. Zusammen mit der Politologin Sarah Zalfen hat er einen Sammelband erstellt, der diese Gefühlswelt im frühen 20. Jahrhundert in den Fokus rückt. Darin geht es darum, welche Rolle musikalische Emotionen in Zeiten von Krieg und Besatzung als Kommunikationsformen verwendet wurden und wie sie wirkten: als Teil der Propaganda, als Instrument der Besatzung und als Strategie des Widerstandes.

Sherlock

Wer erkrankt durch traumatische Erlebnisse an Posttraumatischer Belastungsstörung? REM-Schlaf gibt Hinweise

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Eine Vorhersage ist möglich: Denn wie jemand nach einem belastenden Erlebnis schläft, verrät viel über sein Risiko, an einer Posttraumatischen Belastungsstörung zu erkranken

Feuerwehrmänner, Sanitäter und Soldaten werden bei Unfällen, im Katastrophen- oder Auslandseinsatz, häufig erschütternden Situationen ausgesetzt. Ob sie aufgrund traumatischer Erlebnisse, später selbst an einer Posttraumatischen Belastungsstörung leiden, verrät eine einfache Messung des REM-Schlafs nach einer Angstkoordinierung. Dies haben Wissenschaftler des Max-Planck-Institutes für Psychiatrie in München nun herausgefunden. (Journal of Psychiatric Research, 13. Mai 2010)

Video

Kindheitstrauma verursacht lebenslange genetische Veränderungen

Gen-Umwelt-Interaktion bewirkt lebenslange Fehlregulation der Stresshormone
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Misshandelte Kinder leiden oft ihr Leben lang unter ihrem Trauma. In Zeichnungen drücken Betroffene ihre Ängste aus.
Misshandelte Kinder sind erheblich gefährdet, angst- oder gemütskrank zu werden, weil der einwirkende hohe Stress die Regulation ihrer Gene dauerhaft verändern kann. Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Psychiatrie in München dokumentieren nun erstmals, dass manche Varianten des FKBP5-Gens durch ein frühes Trauma epigenetisch verändert werden. Bei Menschen mit dieser genetischen Veranlagung verursacht das Trauma eine dauerhafte Fehlregulation des Stresshormonssystems. Die Folge ist eine lebenslange Behinderung im Umgang mit belastenden Situationen für den Betroffenen, welche häufig zu Depression oder Angsterkrankungen im Erwachsenenalter führt. Die Ärzte und Wissenschaftler erwarten sich von ihren aktuellen Erkenntnissen neue, auf den einzelnen Patienten zugeschnittene Behandlungsmöglichkeiten, aber auch eine verstärkte gesellschaftliche Aufmerksamkeit, um Kinder vor einem Trauma und dessen Folgen zu schützen.

Kommentar: Erschreckende Gehirnscans, die die wahren Auswirkungen von Liebe aufzeigen


Info

Fehlendes Bauchgefühl lässt Ältere leichter auf Betrüger hereinfallen

Wichtiges Bewertungszentrum im Gehirn ist bei Senioren weniger aktiv

© AP Photo/Bebeto Matthews
Ältere Menschen fallen häufiger auf Betrüger herein als jüngere. Warum, das haben US-amerikanische Forscher jetzt herausgefunden: Ältere erkennen die Anzeichen für Unehrlichkeit und mangelnde Vertrauenswürdigkeit im Gesicht anderer Menschen nicht mehr so gut. Zudem reagiert auch ein für die instinktive Risikoabschätzung wichtiges Zentrum ihres Gehirns weniger stark als bei jüngeren, wie Hirnscans ergaben. Den älteren Menschen fehle dadurch das warnende Bauchgefühl, das normalerweise dabei helfe, Verstellung und böse Absichten bei anderen zu erkennen, berichten die Wissenschaftler im Fachmagazin "Proceedings of the National Academy of Sciences". Zusammen genommen könnten beide Effekte erklären, weshalb ältere Menschen weniger misstrauisch seien und daher für Betrüger häufig eine leichte Beute.