Die Wissenschaft des Geistes
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Mentale Ablenkung dämpft Schmerzen schon im Rückenmark und basiert auf physiologischem Mechanismus

Geistige Anstrengung setzt körpereigene Hemmstoffe frei

Rückenschmerzen
© SXC
Rückenschmerzen
Dass Schmerzen bei Ablenkungen schwächer werden, ist keine Einbildung: Bei intensiver geistiger Anstrengung kommen tatsächlich weniger Schmerzsignale in unserem Gehirn an. Ein körpereigenes Hemmsystem blockiert schon im Rückenmark die Weiterleitung der Schmerzen. Das haben Forscher des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) bei einem Experiment festgestellt. Sie fanden auch erste Hinweise darauf, dass Opioide, körpereigene Schmerzmittel, für diesen Effekt eine wichtige Rolle spielen. Blockierten sie die Wirkung dieser Opioide bei ihren Versuchsteilnehmern mit einem Gegenmittel, fiel der schmerzlindernde Effekt der Ablenkung deutlich geringer aus, wie die Wissenschaftler im Fachmagazin "Current Biology" berichten.

"Das geringere Schmerzempfinden während einer Ablenkung ist somit kein rein psychologisches Phänomen, sondern basiert auf einem aktiven Mechanismus, der bereits auf der frühsten Stufe der zentralen Schmerzverarbeitung einsetzt", sagt Studienleiter Christian Sprenger vom Institut für Systemische Neurowissenschaften am UKE. Nach Ansicht der Forscher haben diese Ergebnisse auch unmittelbare Bedeutung für die Behandlung von Schmerzpatienten. Denn sie zeigen, dass geistige Faktoren das Schmerzempfinden nicht nur auf psychologischer Ebene, sondern auch rein körperlich beeinflussen. "Dies stärkt die Rolle therapeutischer Ansätze wie beispielsweise der Verhaltenstherapie bei der Behandlung und Vorbeugung von Schmerzerkrankungen", meinen die Wissenschaftler.
Question

Aurasichtigkeit ein Fall von Synästhesie?

Menschliche Aura
© grewi.de
Grafische Interpretation der menschlichen Aura (Illu.).

Granada/ Spanien - Die sogenannte Aura und damit einen wissenschaftlich noch nicht beschriebener Energiekörper des Menschen sehen und psychologisch wie physiologisch deuten zu können, ist eine Fähigkeit, die in spirituellen und esoterischen Lehren tiefverwurzelt ist. Viele Heiler und Medien behaupten von sich, über diese Fähigkeit zu verfügen. Spanische Neuropsychologen haben nun einige dieser spirituellen Heiler untersucht und glauben, eine Erklärung für deren Aurasichtigkeit gefunden zu haben.


Diese Fähigkeit, so berichten die Forscher um Óscar Iborra, Luis Pastor and Emilio Gómez Milán von der Universidad de Granada aktuell im Fachmagazin Consciousness and Cognition, lasse sich durch die Kopplung zweier oder mehrerer physisch getrennter Wahrnehmungsbereiche im Hirn vieler derart begabter Personen erklären. Menschen, die Wahrnehmungen derart verknüpft erfahren, werden als "Synästhetiker", das Phänomens selbst als "Synästhesie" bezeichnet.

Durch die Koppelung der normalerweise getrennten Wahrnehmungsbereiche, beispielsweise jene für Farbe und Temperatur, kommt es dazu, dass Synästhetiker etwa bestimmten Buchstaben automatisch eine Farbe zuordnen. Neben der Verknüpfung visueller oder akustischer (Musik) Eindrücke mit Farben, Gerüchen und Geschmäckern, gibt es auch das Phänomen der Gefühlssynästhesie, wenn Menschen mit dieser Kondition Emotionen mit bestimmten Bildern und Formen gleichsetzten und diese auch derart bildhaft wahrnehmen.
Bulb

Haben wir einen freien Willen? Schnelle Informationsaufnahme wichtiger für das Gehirn

free will illusion
© unknown
Psychologen beobachten bei Steuerung von Augenbewegungen einen Wettstreit von Auffälligkeit und Belohnung

Wir bewegen unsere Augen mehrmals pro Sekunde, um verschiedene Bereiche unserer Umgebung zu betrachten. Einerseits können diese Augenbewegungen unwillkürlich von auffälligen Objekten in der Umgebung wie zum Beispiel einem blinkenden Licht ausgelöst werden. Andererseits können diese Augenbewegungen auch willkürlich gesteuert werden, etwa wenn man einen Stift betrachtet, bevor man nach ihm greift. Der primäre Nutzen dieser Augenbewegungen ist der Informationsgewinn durch die neue Blickrichtung. Unbekannt war bisher, ob Augenbewegungen auch durch Belohnung gesteuert werden können und wie unser Gehirn unwillkürliche Steuerung und willkürliche Steuerung miteinander verrechnet. Ein internationales Forscherteam konnte nun diese Frage klären.

Kommentar:
Verknüpfen wir diese Studienergebnisse mit den 'neuesten' Forschungen der kognitiven Psychologie:

Die schnelle Informationsaufnahme und -interpretation wird durch das adaptive Unterbewusstsein gesteuert - also außerhalb unserer bewussten Kontrolle. Erklärungen für unsere Motive, Gefühle, Handlungen werden erst im Nachhinein konstruiert, und auf diese Weise schaffen wir uns subjektive Selbst-Erzählungen darüber, wie unser Leben verlief und aus welchen Gründen, und auch darüber wer wir sind. Diese Selbst-Erzählungen sind eine Mixtur aus verschiedensten 'Botschaften', die uns in unserem Leben über uns selbst aufgeprägt wurden, und oftmals decken sich diese Selbst-Erzählungen nicht mit der Person, die wir wirklich sind.

Entgegen der allgemeinen Annahme, dass Selbst-Reflektion der Weg zur objektiven Selbstkenntnis ist, weisen Studien darauf hin, dass Selbstreflektionen die eigenen subjektiven Selbst-Erzählungen im Gegenteil verstärken können, während ein sicherer -obgleich immer noch schwieriger - Weg darin besteht, dass Adaptive Unterbewusste durch Rückschlüsse aus dem eigenen Verhalten abzuleiten, in Zusammenarbeit mit anderen, die einen meist objektiver sehen als man sich selbst sieht.

Dem interessierten Leser sei das Buch Gestatten, mein Name ist Ich: Das adaptive Unterbewusste - eine psychologische Entdeckungsreise von Timothy D. Wilson empfohlen.

Desweiteren das Buch Schnelles Denken, langsames Denken von Daniel Kahneman, der darauf eingeht, wie wir unsere Entscheidungen und Urteile treffen, wie wir denken: Er trifft die Unterscheidung zwischen System 1, das automatisch und schnell arbeitet, mit keinem oder wenig Aufwand und ohne willentliche Kontrolle; und System 2, welches die Aufmerksamkeit auf die mühevollen mentalen Aktivitäten lenkt, die solche erfordern, einschließlich komplexer Berechnungen. Die Tätigkeiten von System 2 werden oft mit der subjektiven Erfahrung von Handlungsmacht, Wahlfreiheit und Konzentration in Verbindung gebracht.

Kurzum, wir sind alles andere als so frei wie wir denken, weder in unseren Handlungen noch in unseren Gedanken, und kennen uns selbst objektiv so gut wie gar nicht - bis wir anfangen sehr genau hinzuschauen und mit überraschend leichten Methoden schädigende Selbst-Erzählungen (die bspw. in Selbstsabotage resultieren) zu verändern - und auf diese Weise in den Autopilot System 1 unseres Lebens einzugreifen.

Evil Rays

Priming: Schon kleine unterschwellige Signale können das Denken verändern

Der Denker
© AP (David Eulitt)
Das Gehirn arbeitet analytisch und intuitiv, Letzteres tut es gerne bei religiösen Menschen. Aber schon kleine unterschwellige Signale - „priming“ - können das ändern.

Wir sind nicht immer gleich, schon unterschwellige Umwelteinflüsse modulieren unser Empfinden und Denken. Wer sich sozial isoliert fühlt, weil ihm kalte Schultern gezeigt werden, der fröstelt auch am Körper, und wer eine Tasse warmen Kaffee in der Hand hat, dem rückt sich alles in ein warmes Licht. Diese Kraft des Subliminalen zeigt sich allerorten, auch dort, wo es gar nicht um Soziales geht: Allein der Anblick einer Kirche stimmt Menschen konservativ, Jordan Labouff (Baylor University) hat es im Vorjahr gezeigt, er hat Straßenpassanten um ihre politische Meinung zu verschiedenen Minderheiten gebeten, und die Antworten fielen neben Westminster Abbey in London anders aus als neben dem Rathaus von Maastricht (Int. J. Psych. Rel, 19. 1.).

Eine ähnliche Macht des Orts hatte man früher schon in Wahllokalen in den USA bemerkt: Wurde über die Erhöhung einer Steuer - und die Widmung des Betrags für Bildung - abgestimmt, war die Zustimmung in Schulen höher als in Kirchen.
Sheriff

Selbstgespräche helfen bei der Konzentration

Berlin - Menschen, die mit sich selbst sprechen, wirken zwar seltsam, können sich Sachverhalte jedoch besser merken. Psychologen der Universitäten Wisconsin-Madison http://wisc.edu und Pennsylvania http://www.upenn.edu haben belegt, dass das Reden mit sich selbst gut für das Wiederfinden von Dingen ist. Die Psychologen Gary Lupyan und Daniel Swingley führten dazu eine Reihe von Experimenten durch und beobachteten Menschen, die zu sich selbst murmeln, wenn sie versuchen etwas zu finden.

Auch innerer Dialog hilfreich

Ob man den Dialog laut oder nur innerlich führt, ist unerheblich. "Auch der innere Dialog kann uns unterstützen", sagt Anja Vehrenkamp, Lehrtrainerin am Institut für angewandte Positive Psychologie in Berlin http://ifapp.de, gegenüber pressetext. "Wenn es um das Wiederfinden oder auch um das Auswendiglernen geht, macht es sehr viel Sinn, etwas auszusprechen", so die Fachfrau. Bei Erwachsenen wirkt der Selbstdialog irrational, bei Kindern kann man sehr häufig beobachten, dass sie ihre eigenen Schritte für sich kommentieren.
Question

Ist Mimik kulturabhängig? Asiaten formen und verstehen Gefühlsausdrücke anders

Ein Lachen ist nicht gleich ein Lachen: Eine neue Studie zeigt, dass Asiaten Mimik anders einsetzen und lesen als Menschen westlicher Länder.

Japanerin
© Archivbild, Keystone
In den Augen offenbart sich die gesamt Emotion: Japanische Frau in einem Kimono.
Europäer und Asiaten formen und verstehen Gesichtsausdrücke deutlich unterschiedlich. Dies berichtet ein Forscherteam aus Freiburg und Glasgow. Ihre Studie widerlegt die lang gehegte Annahme, dass die Mimik der Gefühle universell sei.

Schon Charles Darwin hatte erklärt, dass die Mimik der sechs fundamentalen Emotionen - Freude, Überraschung, Angst, Ekel, Wut und Trauer - für den Menschen lebensnotwendig und somit biologisch begründet sei. Lange Zeit galt deshalb als gesichert, dass alle Menschen weltweit diese Emotionen gleich ausdrücken und verstehen.

Doch nun zeigt eine Studie, an der Roberto Caldara von der Universität Freiburg beteiligt war, dass Asiaten Mimik anders einsetzen und lesen als Menschen westlicher Länder. Während die europäischen Testpersonen die sechs Gefühlskategorien klar unterschieden, war die Definition bei Chinesen viel unschärfer, wie die Forscher am Montag im Fachblatt Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS) berichteten.
Chalkboard

Neuer Ansatz gegen Drogensucht: Erinnerungen in spezifischem Zeitfenster formen und umschreiben

Peking - Die Manipulation von Erinnerungen an den Drogenkonsum könnte ehemaligen Drogenabhängigen dabei helfen, einen Rückfall zu verhindern.

Wissenschaftler der Peking University gehen davon aus, dass Einnerungen an bestimmte Signale wie Nadeln oder Zigaretten und die angenehmen Wirkungen der Drogen zu einem Verlangen und damit auch zu einem Rückfall führen.
Drogen
© Archiv
Die aktuelle Studie basiert auf der Annahme, dass Erinnerungen in einem ganz bestimmten, kurzen Zeitraum formbar sind und umgeschrieben werden können.
Neuer Behandlungsansatz

Die Wissenschaftler haben für die in Science veröffentlichte Studie diese Erinnerungen umgeschrieben, um das Verlangen nach der Droge zu verringern. Experten wie Amy Milton von der University of Cambridge betont, dass sich der Eingriff in die Erinnerungen als ein neuer Ansatz zur Behandlung von Sucht etablieren könnte, berichtet die BBC.
Eye 2

Sind Psychopathen heilbar?

Psychopathen regieren unsere welt, Politiker, Bevölkerung
© sott.net
Psychopathen regieren unsere Welt. 6% der Menschen werden genetisch Bedingt als Psychopathen geboren. Wissen Sie, was das für den Rest von uns bedeutet?
Ein deutscher Psychologe will notorische Gewalttäter mittels Neurofeedback heilen.

Gnadenlos tötete der Norweger Anders Breivik im Sommer 2011 genau 77 Menschen. Am 16. April 2012 nun beginnt in Oslo der Prozess gegen den Mann. Ob Leute wie er oder andere schwere Gewalt- und Sexualverbrecher jemals zu therapieren sind, wird immer wieder kontrovers diskutiert. Nicht minder heftig streiten Wissenschaftler darüber, welche Ursachen hinter «dem Bösen» stecken. Schwierige Lebensläufe mit komplexen sozialen Problemen von Kindheit an und/oder biologische Phänomene im Gehirn? Niels Birbaumer von der Universität Tübingen hat dazu eine dezidierte Meinung: Warum auch immer, «aber Verhalten hat stets auch Wurzeln im Gehirn.»

Seit einiger Zeit interessiert sich der 66-Jährige für psychopathische Gewaltverbrecher - Menschen, die eiskalt und angstfrei sind, narzisstisch, ohne Mitgefühl, Gewissen und soziale Verantwortung, dafür häufig mit einem manipulativen Charme. Nach psychiatrischen Kriterien lässt sich diese schwere Persönlichkeitsstörung klar diagnostizieren. Birbaumers erste Probanden waren Schwerstverbrecher, die er bei der Entlassung am Gefängnisausgang gefragt hat, ob sie an einer Studie teilnehmen wollen. Für «irrsinnig viel Geld», wie der Psychologe sagt, «200 oder 300 Euro für zwei oder drei Stunden, sonst würden die das gar nicht machen.»

Kommentar: Passend zur Ursachenforschung, ob es Erziehung oder Vererbung ist, ein Auszug von Sandra L. Brown.
Das ist auf keinen Fall eine Entschuldigung für das Verhalten von Psychopathen. Es gibt keine Entschuldigung für die zugerichteten Seelen von den Opfern, wegen den Missbrauch oder Verhaltensmanipulationen, die vielfach absichtlich geschehen sind. Das bedeutet nicht, dass Menschen Psychopathen bedauern und in der Beziehung bleiben sollen, weil er sich nicht ändern kann. Was er nicht ändern kann, macht ihn nicht weniger gefährlich. Es geht darum, dass sie ihn weder “kaputt gemacht hat, noch ihn reparieren kann”. Was in seinem oder nicht in seinem Gehirn vorgeht, legt seine Zukunft fest. Nicht ihre. Es gibt einen Unterschied zwischen jemanden für sein Verhalten zu entschuldigen und zu verstehen, was hinter diesem Verhalten steckt.

Brown, Sandra L. (2009): Women Who Love Psychopaths: Inside the Relationships of Inevitable Harm with Psychopaths, Sociopaths, and Narcissists. S. 44
Und über die Thematik des Bösen, empfehlen wir das Buch von Lobaczewski:
Politische Ponerologie, link
© de.pilulerouge.com
Politische Ponerologie: Eine Wissenschaft über das Wesen des Bösen und ihre Anwendung für politische Zwecke
Der Psychopath - Teil 1: Die Maske der Vernunft
Der Psychopath - Teil 2: Psychopathen in der New Age Bewegung
Der Psychopath - Teil 3: Was ist ein Psychopath?
Der Psychopath - Teil 4: Wie Psychopathen die Welt sehen
Der Psychopath - Teil 5: Psychopathen und Beziehungen
Der Psychopath - Teil 6: Wie man mit Psychopathen umgeht
Der Psychopath - Teil 7: Symptome/Checklisten für Psychopathie

Fish

Psychische Störungen, wo liegen die Ursachen?

In einem Interview mit G&G (Heft 12/2011) bekräftigte der Direktor des Münchener Max-Planck-Instituts für Psychiatrie, Florian Holsboer, seine Auffassung, dass psychische Störungen selbstverständlich Hirnerkrankungen seien. Sie sollten daher in Zukunft auf der Hirnebene festgestellt und ursächlich durch therapeutische Manipulationen des Gehirns behandelt werden. Der Bonner Neuropsychologe und Theologe Christian Hoppe fragt, was mit diesem Ansatz gemeint sein könnte - und wo mögliche Missverständnisse lauern.

Wenn ein Mensch (oder auch ein Tier) leidet, dann richten sich alle Überlegungen sinnvollerweise auf die Frage, wie ihm am besten geholfen werden kann. Die Medizin steht im Dienst der Vorbeugung (z.B. durch Impfungen) und der Heilung von Krankheiten und Verletzungen beziehungsweise der Linderung von krankheitsbedingtem Leiden, falls Heilung nicht möglich ist. Damit ist zugleich gesagt, dass die Medizin nicht für alle menschlichen Leiden zuständig ist. Allerdings fällt die Abgrenzung in manchen Fällen schwer, und nirgendwo ist sie wohl so schwierig wie im Bereich der so genannten psychischen Störungen.

Gestört?

Der Begriff "Störung" ersetzt in der klinischen Psychologie beziehungsweise Psychiatrie seit einigen Jahrzehnten den Begriff der Krankheit. Dies geschah unter anderem in der Absicht, eine Stigmatisierung Betroffener zu vermeiden: Über Jahrhunderte gebräuchliche Begriffe wie Geisteskrankheit, Verrücktsein, Idiotie oder auch Irrenanstalt sind jedenfalls weit gehend aus unserem Wortschatz verschwunden zugunsten einer nüchtern-wissenschaftlichen und funktionellen Betrachtung dieser Phänomene. Während das englische Wort "disorder" einfach etwas bezeichnet, das durcheinander geraten ist, hat das deutsche Wort "Störung" eine stark technisch-maschinelle Konnotation. Zudem wird die Ursache der Störung nicht irgendwo im System gesucht, sondern in der Psyche des Betroffenen lokalisiert: "psychische Störung".

Die psychischen Störungen imponieren durch ihre ungeheure Vielgestaltigkeit: von Essstörungen bis Depression, von Phobien bis Suizidalität, von Alkoholsucht bis Demenz, von ADHS bis Psychopathie, von Schizophrenie bis Kleptomanie, von Autismus bis posttraumatische Belastungsreaktion - ein erstaunliches Panoptikum leidvoller menschlicher Erlebens- und Verhaltensmöglichkeiten. Durchweg handelt es sich um Extreme im Verhalten und Erleben, denen ein "vernünftiges Maß" abhanden gekommen ist, so dass ein "normales Leben" nicht mehr möglich ist.
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Größeres Gehirn des Menschen durch Teamwork

Mit Teamwork lassen sich nicht nur Aufgaben leichter bewältigen. Die Fähigkeit zur Zusammenarbeit mit anderen führte offenbar auch zur Vergrösserung des Gehirns, berichteten irische und schottische Wissenschaftler am Mittwoch.

Paris. - Das Gehirn des modernen Menschen sei deutlich entwickelter als das seiner Vorfahren, weil er auf Zusammenarbeit setzt. «Der Übergang zu einer komplexeren Gemeinschaft, die zusammenarbeitet, kann zur Entwicklung eines grösseren Gehirns führen», sagte Luke McNally vom Trinity College in Dublin der Nachrichtenagentur AFP.

McNally hatte zusammen mit anderen Wissenschaftlern im Computer-Modell zwei Situationen untersucht, in denen Menschen in Problemen steckten und die Wahl hatten, ob sie zusammenarbeiten oder nicht.

Das Ergebnis, das die Forscher in der Fachzeitschrift Proceedings of the Royal Society B veröffentlichten, zeigt: Je stärker das Gehirn entwickelt war, desto eher waren die Testpersonen bereit, sich gegenseitig zu helfen.
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