Die Hölle auf Erden, der Albtraum, den der flämische Maler Pieter Breugel in seinem Werk „Der Triumpf des Todes“ in der Mitte des 16. Jahrhunderts dargestellt hat, reflektiert die sozialen Umwälzungen und den Terror, die der Pest folgten, welche das mittelalterliche Europa verwüsteten. Gab es eine kosmische Verbindung?
Ich habe gerade das Buch New Light on the Black Death: The Cosmic Connection des Dendrochronologen Mike Baillie von der Queen’s University, Belfast, Irland, fertig gelesen und kann nur sagen: Wow! Das war ein intensives Buch! Auch nicht sehr lang - gerade 208 Seiten, inklusive Anhang. Es ist dicht und ökonomisch, ohne verschwendete Worte oder nutzlosem Gefasel. Jedes Beispiel und jedes vorübergehende Ablenkungsmanöver ist entscheidend für das zentrale Argument, welches - man halte sich fest! - gemäß Mike Baillie (ein richtiger Wissenschaftler und kein Spinner) darin besteht, dass die Schwarze Pest, eine der tödlichsten Pandemien in der Geschichte der Menschheit, die angeblich zwei Drittel der gesamten Bevölkerung in Europa und Millionen andere Menschen auf dem gesamten Planeten umbrachte, vermutlich nicht durch die Beulenpest verursacht wurde, sondern der Tod durch Kometen kam!

Oh ja! Das ist ein bisschen weit hergeholt, oder doch nicht?

Neue Aspekte zum Schwarzen Tod - Die kosmische Verbindung

Vielleicht nicht. Baillie hat wissenschaftlichen Befunde, die seine Theorie unterstützen; und seine Befunde unterstützen auch das, was die Menschen dieser Zeit sagten: Erdbeben, Kometen, Regen von Tod und Feuer, eine korrumpierte Atmosphäre, und Tod in einem Ausmaß, welches schier unvorstellbar ist. Die meisten Menschen heute sind sich nicht wirklich bewusst, was sich vor nicht einmal 660 Jahren zugetragen hat. (Hmmm ... der forschende Geist wundert sich geradewegs, was wohl 666 Jahre später passieren würde - das wäre 2012)

Jedenfalls verlor China, wo angeblich der Schwarze Tod seinen Ursprung hatte, etwa die Hälfte seiner Bevölkerung (von etwa 123 Millionen reduziert auf rund 65 Millionen).

Kürzlich durchgeführte Forschung ergibt für Europa ähnliche Zahlen von 45% bis 50% der gesamten europäischen Bevölkerung, die während einer Periode von nur vier Jahren umkamen, wobei die Zahlen von Ort zu Ort variieren (was ein Problem ist, wie wir sehen werden).

Im europäischen Mittelmeerraum und Italien, Südfrankreich und Spanien, wo die Pest etwa vier Jahre lang wütete, waren es vermutlich eher 70% bis 75% der Gesamtbevölkerung. (In den Vereinigten Staaten wäre das heutzutage vergleichbar mit der Verminderung der Bevölkerung von 300 Millionen auf etwa 75 Millionen in einem Zeitraum von weniger als vier Jahren. Das würde auch bedeuten, dass man etwa 225 Millionen Leichen begraben oder entsorgen müsste!)

In Deutschland und England waren es vermutlich eher 20%. Das nordöstliche Deutschland, Böhmen, Polen und Ungarn scheinen aus irgendwelchen Gründen weniger gelitten zu haben (und dazu gibt es einige Theorien, die aber nicht allzu befriedigend sind).

Es gibt keine Schätzungen aus Russland und dem Balkan, was vermuten lässt, dass sie nur wenig, wenn überhaupt, gelitten haben. Afrika verlor rund einen Achtel seiner Bevölkerung (von etwa 80 Millionen auf etwa 70 Millionen). (Diese Zahlen heben eines der Probleme hervor, auf die Baillie hinweist: Die Variabilität der Sterberaten in verschiedenen Regionen.)

Welche Sterberaten auch immer, das Fazit ist, dass der Schwarze Tod die größte Zahl an Todesopfern von allen bis heute bekannten Pandemien forderte, und dass, wie Baillie darauf hinweist, niemand wirklich weiß, was es war! Oh, natürlich „wussten“ alle für eine lange Zeit einfach, dass es die Beulenpest war, also warum kommt es, dass Baillie diese fest etablierte Tatsache in Frage stellt? Und er ist nicht der einzige.

1984 publizierte Graham Twigg das Buch The Black Death: A Biological Reappraisal, in dem er argumentierte, dass das Klima und die Ökologie von Europa, und vor allem von England, es nahezu unmöglich machten, dass Ratten und Flöhe die Beulenpest übertragen haben könnten, und dass es für Yersinia pestis fast unmöglich gewesen wäre, der Erreger für die Pest zu sein, und dieser noch viel weniger solch eine explosionsartige Verbreitung in Europa hätte hervorrufen können. Twigg demoliert auch die gängige Theorie der Übertragung der Krankheit lediglich durch Pneumonie. Nach dem Studium der Befunde und Symptome schlägt er vor, dass der Schwarze Tod eine Epidemie von Lungenanthrax hätte sein können, welche durch Bacillus anthracis hervorgerufen wird.

Ein anderer Querschläger im Standardmodell ist Gunnar Karlsson, der im Jahr 2000 darauf hinwies, dass der Schwarze Tod zwischen der Hälfte und zwei Drittel der Bevölkerung von Island umbrachte, obwohl es zu dieser Zeit in Island keine Ratten gab. (The History of Iceland von Gunnar Karlsson).

Baillie umreißt das Problem folgendermaßen:
Es wurde vermutet, dass der Schwarze Tod von 1347 der dritte Ausbruch der Beulenpest war, eine Plage, die üblicherweise durch Ratten und Flöhe verbreitet wird. Die vorhergehenden Ausbrüche waren die Pest von Athen im Jahre 430 v. Chr. und die Pest zur Zeit von Justinian, die im Jahre 542 in Konstantinopel ankam. Die Pest von Athen wurde von Thucydides beschrieben, während die justinianische Pest unter anderen von Procopius beschrieben wurde. [...]

Die Pest soll angeblich in Zentralasien ihren Ursprung haben, oder irgendwo in Afrika, wo sie in einigen Nagetierpopulationen endemisch ist. Es wird angenommen, dass ein bestimmter Umwelteinfluss die infizierten Nagetiere dazu veranlasste, ihren normalen Lebensraum zu verlassen und die Rattenpopulation ansteckte. Dies führte im Endeffekt angeblich zur Ansteckung der menschlichen Population in Gebieten, wo keine natürliche Immunität vorhanden war. Es wird angenommen, dass der Übertragungsvektor aus infizierten Flöhen bestand, die die Kadaver der toten Ratten verließen und auf den menschlichen Wirt übersiedelten, welcher wiederum durch die infizierten Flöhe angesteckt wurde. Es wird ferner vermutet, dass der Handel spät im Jahre 1347 die Krankheit in die Schwarzmeerregion brachte und von dort in den zentralen Mittelmeerraum. Sie wurde dann durch Norditalien und Südfrankreich nach Europa verschleppt. Sie begann sofort Menschen in großer Zahl umzubringen und verbreitete sich mit einer Geschwindigkeit von etwa 1,5 km pro Tag weiter. Zwischen Januar und dem Spätsommer von 1348 war die Pest bis zu den Britischen Inseln vorgedrungen, und am Ende von 1350 bis nach Skandinavien und schlussendlich bis nach Island. Die Verbreitung scheint durch Frankreich, dann Belgien, nach Deutschland erfolgt zu sein und weiter ins zentrale Südeuropa. Die erste Welle lief sich gegen Ende von 1351 aus, es trat jedoch eine zweite Welle im Jahre 1361 auf.

Es wird gemeinhin angenommen, dass die Pest eine bereits geschwächte Bevölkerung in Europa heimsuchte. [...]

Das Grundproblem liegt bei den Ratten und Flöhen. Damit die gängige Meinung hier funktionieren kann, müssen Legionen von infizierten Ratten vorhanden gewesen sein, und diese müssten mit unglaublicher Geschwindigkeit sich verbreitet haben - man müsste sich infizierte Ratten vorstellen, die immerzu weiterkrabbeln (mehrheitlich nach Norden) und eine massive Anzahl von Flöhen freisetzten, als sie verendeten. Die Probleme mit dieser Theorie sind mehrfach. Es gibt zum Beispiel keine Beschreibungen von toten Ratten, die überall herumlagen. (Das wird dadurch erklärt, dass angenommen wird, dass die Ratten in den Häusern lebten, oder dass die Menschen derart an die Ratten gewohnt waren, dass sie sie nicht mehr erwähnten. Wenn aber die Ratten mehrheitlich in den Häusern lebten, wie konnten sie sich dann so rasch ausbreiten?) Es schien keine Rolle zu spielen, ob man ein Schäfer auf dem Lande, ein Mitglied des Klerus, oder ein Stadtbewohner war, alle wurden infiziert. Doch seltsamerweise wurden bei dieser Infektionskrankheit einige Städte in Europa verschont. Überdies mussten die Ratten keine Probleme damit gehabt haben, in kühlere nördliche Gebiete zu ziehen, obwohl die Beulenpest eine Krankheit ist, welche relativ warme Temperaturen bedarf. Und wenn es Hindernisse in Form von Wasser gab, gingen die Ratten an Bord von Schiffen, um das Moment aufrechtzuerhalten. [Baillie]
Benedictow, ein Vertreter des Ratten-und-Flöhe-Szenario, der von Baillie zitiert wird, beschreibt diese kleinen Krabbeltiere folgendermaßen:
Das strategische Genie des Schwarzen Todes produzierte ein weiteres Meisterstück, welches die Geschwindigkeit seiner Eroberung der Iberischen Halbinsel erhöhte. Kurz nach seiner mehrfachen Invasion von wichtigen städtischen Zentren entlang der Küste des Königreiches von Aragon, vollführte er einen bemerkenswerten metastatischen Sprung und zog triumphierend in die Stadt von Santiago de Compostela in der entgegengesetzten Ecke der Iberischen Halbinsel ein. (Benedictow, O.J. 2004, The Black Dath 1346 - 1353: The Complete History. The Boydell Press, Woodbridge.)
Im Jahr 2001 schlugen die Epidemiologen Susan Scott und Christopher Duncan von der Liverpool University die Theorie vor, dass der Schwarze Tod durch ein Ebola-ähnliches Virus hervorgerufen worden sei, und nicht durch ein Bakterium. Ihre Forschung und Resultate sind in Biology of Plagues genau dokumentiert. In jüngerer Zeit haben diese Forscher Computermodelle veröffentlicht, die zeigen, wie der Schwarze Tod rund 10% aller Europäer resistent gegenüber HIV gemacht haben. (Return of the Black Death: The World's Greatest Serial Killer von Susan Scott, Christopher Duncan, und Biology of Plagues: Evidence from Historical Populations von Susan Scott, Christopher Duncan).

In ähnlichem Sinne schlägt der Historiker Norman F. Cantor in seinem in 2001 veröffentlichten Buch In the Wake of the Plague vor, dass der Schwarze Tod eine Kombination von Pandemien, einschließlich einer Form von Anthrax und einer Form von Rinderpest, hätte sein können. Er zitiert viele verschiedenen Belege, unter anderem: die gemeldeten Krankheitssymptome waren mit den bekannten Auswirkungen sowohl der Beulenpest, wie auch der Lungenpest, nicht vereinbar; der Entdeckung von Anthrax-Sporen in einer Pestgrube in Schottland; und die Tatsache, dass bekannt war, dass Fleisch von infiziertem Vieh in vielen ländlichen Gegenden in England vor dem Einsetzen der Pest verkauft worden war.

Samuel K. Cohn, der von Baillie ausgiebig zitiert wird, widerlegt ebenfalls die Theorie (und das ist auch alles was sie ist, und eine schwache Theorie überdies!), dass der Schwarze Tod gleichzusetzen mit der Beulenpest ist. In der Encyclopedia of Population, listet er fünf hauptsächliche Schwachpunkte in dieser Theorie auf:
  • Sehr unterschiedliche Verbreitungsgeschwindigkeiten - Es wurde berichtet, dass der Schwarze Tod im Jahre 664 sich 385 Kilometer in 91 Tagen ausbreitete, im Vergleich zu 12 - 15 Kilometern pro Jahr für die moderne Beulenpest, die die Unterstützung von Zügen und Autos hat.
  • Schwierigkeiten beim Versuch, die rasche Verbreitung des Schwarzen Todes damit zu erklären, dass er durch die seltene Lungenform dieser Krankheit verbreitet worden sei - tatsächlich brachte diese Form weniger als 0,3% der infizierten Bevölkerung während seines schlimmsten Ausbruchs 1911 in der Mandschurei um.
  • Unterschiedliche Saisonabhängigkeit - Die moderne Pest kann nur zwischen Temperaturen von 10 und 26 Grad Celsius weiterbestehen und braucht überdies eine hohe Luftfeuchtigkeit, während der Schwarze Tod sogar in Norwegen in der Mitte des Winters und im Mittelmeerraum in der Mitte des heißen und trockenen Sommers auftrat.
  • Sehr unterschiedliche Todesraten - An verschiedenen Orten (einschließlich Florenz in 1348) scheint es so zu sein, dass über 75% der Bevölkerung verstarben; im Gegensatz dazu war die höchste Todesrate für die moderne Beulenpest 3% in Mumbai im Jahre 1903.
  • Die Zyklen und Trends der Infektion waren sehr verschieden zwischen den beiden Krankheiten - Menschen haben keine Resistenz zur modernen Krankheit entwickelt, während Resistenz gegen den Schwarzen Tod massiv anstieg, so dass er am Ende vorwiegend zu einer Kinderkrankheit wurde.
Der Kernpunkt von Cohn’s Argument ist: Was auch immer den Schwarzen Tod auslöste, es war nicht die Beulenpest. (Siehe auch: Samuel K. Cohn 2002, The Black Death and the Transformation of the West (European History Series) von David Herlihy und Samuel K. Cohn Jr.)

Wenn wir uns tiefer in dieses Thema vergraben, finden wir, dass es eine Studie gab, die behauptete, dass Gewebe von der Zahnpulpa aus einem Pestgrab aus dem 14. Jahrhundert in Montpellier positive Testresultate für Moleküle ergab, die mit Y. pestis (Beulenpest) verwandt sind. Ähnliche Resultate wurden in einer Studie in 2007 berichtet, andere Studien haben diesen Befund jedoch nicht unterstützt. Tatsächlich testeten im September 2003 ein Team von Wissenschaftlern von der Oxford University 121 Zähne von 66 Skeletten, die in einem Massengrab des 14. Jahrhunderts gefunden worden waren. Die Überreste zeigten keinerlei genetische Spuren von Y. pestis auf, und die Forscher vermuten, dass die Studie von Montpellier fehlerhaft war.

Was diese Studien auslassen ist das Problem, dass die angebliche Art und Weise der Infektion und dessen Übertragungsweise sehr unterschiedlich war: Von Mensch-zu-Mensch Übertragung wie in Island (was für Pest und kutane Form von Bacillus anthracis eine Seltenheit ist) zu einer Infektion ohne lebende oder vor kurzem verstorbenen Menschen wie in Sizilien (was gegen die meisten Viren spricht).

Zu all den obengenannten Problemen mit der Beulenpest müssen wir das, was die zeitgenössischen Autoren aufgezeichnet haben, hinzufügen. Philip Ziegler hat viele dieser Elemente in seinem Buch The Black Death zusammengefasst, obwohl er diese als „Metapher“ abtut. Wir werden etwas weiter unten uns einige davon genauer ansehen.

Mike Baillie begann nicht damit, ein Buch über Kometeneinschläge als Einfluss bei den großen Pandemien der Vergangenheit zu schreiben; er hatte lediglich einige seltsame Baumring-Muster beobachtet, die zufälligerweise mit dieser historischen Katastrophe zusammenfielen und dachte, dass vielleicht eine Umweltverschlimmerung zur Schwächung der menschlichen Bevölkerung geführt haben könnte, die die Menschheit auf viralen oder bakteriellen Tod in großem Ausmaße anfällig machte. Doch was er fand war ein loser Faden, und als er begann, daran zu ziehen, zerfiel die ganze „anerkannte Weisheit“ über den Schwarzen Tod und schickte ihn auf eine Suche, die zu völlig erstaunlichen Schlüssen führte.

Wie bereits erwähnt lieferten Baumringe die ersten Hinweise - das ist natürlich deshalb, weil Baillie ein Dendrochronologe ist. Er verglich diese Baumringe mit datierten Eiskernen, die analysiert worden waren und entdeckte etwas sehr seltsames: Ammonium. Es gibt zufälligerweise vier Ereignisse in den letzten 1500 Jahren, bei denen Wissenschaftler mit einiger Gewissheit datierte Schichten von Ammonium in grönländischem Eis mit hochenergetischen atmosphärischen Interaktionen von Objekten aus dem All verbinden können: 539, 626, 1014, und dem Tunguska-Ereignis im Jahr 1908. Kurz gesagt, es gibt eine Verbindung zwischen dem Ammonium in den Eiskernen und extraterrestrischem Beschuss der Erdoberfläche.

Man beachte, dass das obengenannte Zitat von vier Ereignissen spricht, die definitiv mit einer hochenergetischen Interaktion in Verbindung gebracht werden können; Baillie stellte seine Forschungsresultate in seinem Buch vor, in dem er zeigt, dass die genau gleiche Signatur zur Zeit des Schwarzen Todes sowohl in den Baumringen, als auch in den Eiskernen vorhanden ist, UND zu anderen Zeiten von sogenannten „Plagen und Epidemien“.

Zufälligerweise ist das Ammoniumsignal in den Eiskernen direkt mit einem Erdbeben verbunden, welches sich am 25. Januar 1348 ereignete - und Baillie entdeckte, dass es einen Autor aus dem 14. Jahrhundert gab, der schrieb, dass die Pest eine „Korruption der Atmosphäre“ war, die von diesem Erdbeben herstammte!

Wie kann es sein, dass eine Plage von einem Erdbeben herstammt, fragen Sie?

Baillie weist darauf hin, dass wir nicht immer wissen, ob Erdbeben durch tektonischen Bewegungen hervorgerufen werden; sie könnten auch durch eine Kometenexplosion in der Atmosphäre herrühren oder sogar von einem Einschlag in die Oberfläche der Erde.

In Rain of Iron and Ice von John Lewis, Professor für Planetenwissenschaften am Lunar and Planetary Laboratory, Co-Direktor des NASA/University of Arizona Space Engineering Research Centre, und Commissioner der Arizona State Space Commission, sagt uns, dass die Erde regelmäßig von extraterrestrischen Objekten getroffen wird, und dass viele dieser einfallenden Objekte in der Atmosphäre explodieren, wie dies in Tunguska geschah, was keinerlei Krater oder länger bestehende Hinweise auf ein Objekt aus dem All hinterlässt.

Doch nur weil es keine länger bestehenden Hinweise dafür gibt, heißt dies noch lange nicht, dass dies keinerlei signifikanten Effekte auf den Planeten und/oder deren Bewohner hätte! Diese Einschläge oder atmosphärischen Explosionen könnten Erdbeben oder Tsunamis produzieren, ohne dass die Augenzeugen eines solchen Ereignisses sich der Ursache bewusst wären. Schließlich ist 75% der Welt Wasser und ein Augenzeuge eines solchen Ereignisses würde wahrscheinlich verbraten werden und niemals in der Lage sein, davon zu berichten. Somit haben wir keine Chance zu wissen, ob alle Erdbeben auf unserem Planeten tektonischer Natur sind oder nicht.

Lewis weist darauf hin:
In einem durchschnittlichen Jahr gibt es eine atmosphärische Explosion mit einer Wucht von 100 Kilotonnen oder mehr. Die große Mehrheit findet in derart abgelegenen Gegenden statt, oder dermaßen hoch in der Atmosphäre, dass sie nicht beobachtet werden. Sogar wenn sie beobachtet würden, könnten die Augenzeugen vielleicht nur einen Lichtblitz in der Ferne wahrnehmen, oder ein „fernes Donnergrollen“ hören, das vom Meer her kommt. Dadurch werden diese Ereignisse, sogar wenn sie beobachtet werden, meist nicht erkannt. [Lewis, Rain of Iron and Ice]
Wie Baillie darauf hinweist, spricht Lewis von einem „typischen“ Jahr, doch ist es eindeutig, wie andere Studien gezeigt haben, dass nicht alle Jahre gleich sind - einige sind typischer als andere!

Baillie schreibt:
Wie Lewis darauf hinweist, wissen wir von vielen verschiedenen Hinweisen ungefähr, was die Einschlagrate über eine gewisse Zeit sein sollte. Die Tatsache, dass Einschläge nicht in den historischen Aufzeichnungen zu finden sind [oder von den Historikern oder Archäologen nicht zugegeben oder diskutiert werden] heißt nicht, dass keine stattfanden. Schließlich gibt es diese gut dokumentierten Kraterfelder, die in den letzten Millennien in Estland, Polen, Deutschland und Italien gebildet wurden - welche historisch nicht aufgezeichnet wurden; deren Existenz wurde nur von Löchern im Boden abgeleitet. Somit wissen wir, dass der Aufzeichnungsmechanismus fehlerhaft ist! Und was man hier noch hinzufügen muss ... ist ein Hauptbestandteil von intuitivem Denken. Hier ist ein Zitat von Lewis’ Scenario D:

1946 explodiert ein 25.000 Tonnen schwerer achondritischer Feuerball um 4 Uhr morgens Lokalzeit in einer Höhe von 11 Kilometer über Fergana in Usbekistan. Diese 1-Megatonnen-Explosion beschädigt Gebäude in einem Gebiet von mehreren Kilometern im Umkreis, versengt die Gegend mit intensiver Hitze und löst Tausende von Feuern aus. Die Feuer geraten außer Kontrolle und töten 4.146 Menschen. Mehr als 20.000 Bewohner werden durch das gleißende Blitzlicht und die Hitze geweckt und finden ihre Stadt in Flammen vor. Die Überlebenden berichten von einem „Erdbeben“. Mehrere Tonnen von Trümmerstücken des Meteoriten sind mit den Trümmern von 2000 ausgebrannten und kollabierten Gebäuden vermischt, wo sie von den geschwärzten Bruchstücken von Mauerwerk und Steinen nicht zu unterscheiden sind. [Lewis, zitiert von Baillie]
Der Punkt ist, dass es fast gar keine Möglichkeit gibt festzustellen, ob ein gewisses Unglück oder eine gewisse Katastrophe definitiv ein Einschlag ist, im Gegensatz zu einem gewaltigen Erdbeben. Das Endergebnis ist, dass Jahrhunderte vorbeigehen könnten, mit einander folgenden zahlreichen Kometeneinschlägen, und niemand erahnt die wahre Gefahr aus dem All! Wie Baillie darauf hinweist: Viele Erdbeben sind in der Geschichte aufgezeichnet worden, aber KEINE Einschläge! Dennoch gibt es Hinweise, dass diese Einschläge stattgefunden HABEN - am Boden, in den Eiskernen. Und dann gibt es Tunguska.

Berichte von Tunguska sagen uns sogar, dass der Boden um die Einschlags- oder Explosionszone in einem Radius von 900 Kilometern bebte. Bei einem größeren Einschlag wäre das Erdbeben proportional schwerer. Jeder Überlebende eines solchen Ereignis, der genügend weit entfernt ist, um zu überleben, würde nur einen Blitz gesehen, ein Beben verspürt und ein lautes Grollen vernommen haben. Wenn sie zu weit weg gewesen wären, um den Blitz zu sehen, oder in einem Gebäude drin, würden sie nur von einem Erdbeben berichten.

Kurzgesagt, was die Arbeit von Lewis beiträgt ist die Idee, dass einige gut bekannte historische Erdbeben sehr wohl Einschlagsereignisse hätten sein können. Baillie erwähnt, dass ein offensichtlicher Kandidat das große Erdbeben von Antiochia aus dem Jahre 526 n. Chr. ist, das von Johannes Malalas beschrieben wurde:
... diejenigen, die in der Erde unter den Gebäuden gefangen waren, wurden verbrannt, und Feuerfunken traten aus der Luft heraus und verbrannten jeden, den sie trafen, wie durch einen Blitz. Die Oberfläche der Erde kochte und die Grundmauern der Gebäude wurden von Blitzen getroffen und brannten durch Feuer zu Asche nieder ... es war ein ungeheures und unglaubliches Schauspiel, mit Feuer, das aus dem Regen hinausschoss, Regen der von gewaltigen Öfen fiel, Flammen, die sich in Schauer teilten ... das Resultat war, dass Antiochia verwüstet wurde ... in diesem schrecklichen Ereignis kamen bis zu 250.000 Menschen um. (Jeffreys, E., Jeffreys, M. and Scott, R. 1986, The Chronicle of John Malalas, Byzantina Australiensia, Australian Assoc. Byzantine Studies 4, Melbourne)

Mittelalterliche Malerei, datiert 1456 n. Chr., die die Passage des Kometen Halley aufzeichnet, zusammen mit dem Auftreten des Schwarzen Todes.
Baillie weist auch darauf hin, dass eine Serie von solchen Einschlägen bzw. atmosphärischen Explosionen auch die lange bestehenden Probleme des Ende des Bronzezeitalters im östlichen Mittelmeer im 12. Jahrhundert wesentlich adäquater beschreiben würden. Zu dieser Zeit wurden viele - unzählige - wichtigen Städte zerstört und vollständig abgebrannt, und dies alles ist diesen übernatürlichen „Meeresvölkern“ in die Schuhe geschoben worden. Wenn dem so wäre, wenn es Invasionen und Eroberungen gewesen wären, müssten wenigstens einige Hinweise darauf zu finden sein, wie tote Krieger oder Zeichen des Krieges ... aber zum größten Teil ist dies nicht der Fall. Es konnten meist fast keine Kadaver gefunden werden, und keine wertvollen Objekte, abgesehen von einigen, die versteckt worden waren, als ob jemand erwartete, zu ihnen zurückzukehren, oder aber keine Zeit hatte, sie zu bergen. Die Menschen, die flüchteten (extraterrestrische Ereignisse haben oftmals Vorläufer und Warnungen, weil ein Komet für einige Zeit sichtbar sein kann, wenn er sich nähert) wurden vermutlich auf der Flucht ebenfalls getötet, und das Resultat war, dass diese bestimmten Städte vollständig aufgegeben und zerstört wurden.

Und damit begann das finstere Mittelalter.

Nun, die Möglichkeit, dass viele der Zerstörungen der Vergangenheit mit Einschlagsereignissen verbunden sein könnten, ist niemals wirklich ernst genommen oder untersucht worden, und das könnte ein gravierender Irrtum sein.

Die Frage, die Baillie stellt, aber niemals wirklich beantwortet ist: Was war es, das die Menschen derart erfolgreich daran gehindert hat zu fragen, warum es eine traditionelle und tief verwurzelte Angst vor Kometen in der Psyche der Menschheit gibt? Er weist darauf hin, dass es sehr wohl Menschen außerhalb der etablierten Wissenschaften gibt, die diese Frage stellen. Aber warum wird dieses Thema entgegen jeglicher Vernunft dermaßen weitreichend und systematisch ignoriert, an den Rand gedrängt und lächerlich gemacht?

Das Seltsame daran ist, wie Baillie darauf hinweist, dass viele hochrangige Wissenschaftler und Regierungsbehörden diese Dinge ernst nehmen (Lewis, zum Beispiel), sie dem gemeinen Volk gegenüber jedoch trotzdem in den Massenmedien ignoriert, an den Rand gedrängt und lächerlich gemacht werden! Baillie schreibt:
Im Falle, dass der Leser denkt, das alles sei bloße Rhetorik, kann an dieser Stelle ebensogut wie an einer anderen auf ein zukünftiges Ereignis hingewiesen werden. Am 13. April 2029 wird ein Asteroid mit dem Namen Apophis die Erde in einer Entfernung von weniger als 50.000 Kilometer passieren. Wenn Sie zu dieser Zeit noch leben und es nicht bewölkt ist, werden sie den Vorbeiflug von nacktem Auge beobachten können. Apophis hat einen Durchmesser von über 300 Metern. Wenn er zufälligerweise durch einen eng begrenzten Bereich im Weltall hindurchfliegt, wird er 2036 zurückkommen und die Erde treffen. Dieser enge Bereich entspricht einem Punkt, an dem die Schwerkraft der Erde die Bahn von Apophis gerade genügend beeinflusst, damit er 2036 in die Erde schlägt. Wenn Apophis in die Erde schlägt, wird der Einschlag die Größenordnung von 3000 Megatonnen haben. Es ist durchaus vernünftig anzunehmen, dass ein solcher Einschlag, der irgendwo auf dem Planeten stattfinden würde, unsere derzeitige Zivilisation zerstören und die Überlebenden - bildlich gesprochen - ins finstere Mittelalter zurückwerfen würde. Es wird angenommen, dass bei solch einem Ereignis die globalen Institutionen, wie die Finanz- und Versicherungsmärkte, zusammenbrechen würden und damit die gesamten miteinander verflochtenen Finanz-, Handels- und Transportsysteme. Einschläge aus dem Weltall sind nicht fiktiv, und höchstwahrscheinlich haben eine gewisse Anzahl in den letzten paar Millennien stattgefunden (neben den bereits erwähnten kleinen krater-formenden Beispielen). Es ist einfach so, dass aus irgend einem Grunde, die meisten Menschen, die die Vergangenheit studieren, es gewählt haben, dieses Thema zu vermeiden oder zu ignorieren. [Baillie]
Neben den wissenschaftlichen Fakten zitiert Baillie auch zeitgenössische Quellen - einige dieser Quellen sind als „Mythos“ deklariert worden - aus aller Welt, die darauf hinweisen, dass die Erde tatsächlich während dem 14. Jahrhundert einem Beschuss aus dem All ausgesetzt war und dass dies sehr wohl nicht nur die Ursache für das Erdbeben vom 25. Januar 1348 war, sondern ebenfalls für den Schwarzen Tod. Baillie zitiert eine große Auswahl an Material aus zeitgenössischen Berichten, einschließlich das obenerwähnte Werk von Ziegler:
Dürren, Fluten, Erdbeben, Heuschrecken, unterirdisches Donnern, Stürme von nie gesehener Intensität, Blitze, Feuerwände, Hagelkörner von erstaunlicher Größe, Feuer vom Himmel, stinkender Rauch, eine korrumpierte Atmosphäre, ein ausgedehnter Feuerregen, Rauchmassen. [Ziegler]
Ziegler ignoriert vollständig Berichte von einem schwarzen Kometen, der vor dem Eintreffen der Epidemie gesehen worden war, vermeldet aber: dichte Nebel und Wolken, fallende Sterne, heiße Windstöße, eine Feuersäule, ein Feuerball, ein heftiges Erdbeben, in Italien zunehmendes Unheil in Zusammenhang mit Erdbeben, nach denen die Pest einzog. (Baillie)

Zufälligerweise gab es in den 1340er Jahren eine Unmenge von Erdbeben. Im Buch von Rosemary Horrox, The Black Death, das von Baillie zitiert wird, finden wir nicht nur, dass ein zeitgenössischer Autor aus Padua berichtet, dass das große Erdbeben am 24. Januar 1348 stattfand, sondern zusätzlich noch zur 23. Stunde.
Im 31. Jahr des Kaisers Louis, um das Fest der Bekehrung des Heiligen Paulus (25. Januar) gab es ein Erdbeben im gesamten Kärnten und in der Krain, das dermaßen heftig war, dass jedermann um sein Leben fürchtete. Es gab wiederholte Beben, und in einer Nacht bebte die Erde 20 Mal. Sechzehn Städte wurden zerstört und ihre Bewohner getötet ... Sechsunddreißig Bergfestungen und deren Bewohner wurden zerstört und es wurde berechnet, dass mehr als 40.000 Menschen verschwanden oder überwältigt wurden.
(Der Autor erwähnt darauf hin, dass er die Informationen von einem „Brief vom Hause Friesach an den Prior der deutschen Provinz“ erhalten habe):
Im selben Brief wird erwähnt, dass in diesem Jahre [1348] Feuer vom Himmel fiel und das Land der Türken während 16 Tagen verzehrte; dass es während einiger Tage Schlangen und Kröten vom Himmel regnete, die mehrere Menschen umbrachten; dass eine Pestilenz in vielen Teilen der Welt an Stärke zugenommen habe. [Horrox]
Aus dem Buch von Samuel Cohn:
... ein Drache in Jerusalem wie derjenige des heiligen Georg, der alles verzehrte, was in seinem Wege stand ... Eine Stadt von 40.000 ... vollständig von einer großen Menge von Würmern zerstört, die vom Himmel fielen, groß wie eine Faust mit acht Beinen, welche durch ihren Gestank und ihre Giftschwaden alle umbrachte. [Cohn]
Eine Geschichte des dominikanischen Mönches Bartolomeo:
... massive Regen von Würmern und Schlangen in Teilen von China, welche eine große Zahl von Menschen verschlangen. In diesen Teilen fiel ebenfalls Feuer vom Himmel in der Form von Schnee (Asche), welcher Berge verbrannte, das Land, und die Menschen. Und von diesem Feuer erhob sich ein verpesteter Rauch, der alle innerhalb von zwölf Stunden tötete, die ihn einatmeten, wie auch diejenigen, die nur das Gift dieses verpesteten Rauches sahen. [Cohn]
Cohn schreibt:
Diese Geschichten waren auch nicht bloße Schauermärchen von naiven Handelsleuten oder allfälligen verrückten Mönchen ... [sogar] ... der enge Freund von Petrach, Louis Sanctus, behauptete vor seinem sorgfältigen Bericht über die Pest ... dass in Septemberfluten Frösche und Schlagen im gesamten Indien die Ankunft der drei pestverseuchten Genueser Galeeren in Europa angekündigt hatten ... [sogar] ... der Englische Chronist Henry Knighton ... [berichtete, wie] ... in Neapel die gesamte Stadt durch ein Erdbeben und einen Sturm zerstört wurde. Zahlreiche Chronisten berichteten von Erdbeben in der ganzen Welt, welche dieser beispiellosen Seuche vorauseilten. Die meisten grenzen dieses Ereignis auf den Vesper des 25. Januar 1348 ein. [...]

Von diesen Erdbeben, die „manche Städte, Dörfer, Kirchen, Klöster, Burgen zusammen mit ihren Bewohnern und dem Vieh zerstörten, war Villach im Süden von Österreich am schwersten betroffen. Chronisten in Italien, Deutschland, Österreich, Slowenien und Polen berichteten, dass dieser Ort durch das Beben vollständig überflutet wurde und dass nur einer von 10 überlebte.“ [Cohn]
Ein weiterer Text mit Datum vom 27. April 1348 stellt fest:
Sie berichteten, dass in den drei Monaten seit dem 25. Januar 1348 bis heute, insgesamt 62.000 Leichen in Avignon begraben wurden. [Horrox]
Ein deutsches Traktat, welches von Horrox entdeckt wurde, berichtete:
Soweit die Sterblichkeit von natürlichen Ursachen herrührte, war ihre unmittelbare Ursache eine korrumpierende und vergiftete Ausdünstung der Erde, welche die Luft in verschiedenen Gegenden der Welt infizierte ... Ich sage, es war der Dampf und die korrupte Luft, die bei den Erdbeben, welche am Tage des Heiligen Paulus [1348] stattfanden, entwich - oder sozusagen gereinigt - wurde, zusammen mit korrupter Luft, die in anderen Erdbeben und Eruptionen entwich, die die Luft über der Erde infizierte und Menschen in verschiedenen Teilen der Welt tötete. [Horrox]
Wie Baillie anmerkt, wenn dieses oft zitierte Erdbeben in Wirklichkeit das Resultat von Kometeneinschlägen war, könnte die korrupte Luft von einer oder zwei Ursachen herrühren: hochenergetische chemische Umwandlungen in der Atmosphäre oder Gasausstoß aus der Erde selber.

Der deutsche Historiker Hecker teilt uns folgendes mit:
Auf der Insel von Zypern war die Pest aus dem Osten bereits ausgebrochen; als ein Erdbeben die Grundmauern der Insel zum Erschüttern brachte, und von einem derart beängstigenden Hurrikan begleitet wurde, dass die Bewohner ... in Schrecken flüchteten ... Quoll das Meer über ... Vor dem Erdbeben verbreitete ein pesttragender Wind einen derart giftigen Gestank, dass viele, die davon überwältigt wurden, plötzlich darniederfielen und in schrecklichen Todeskämpfen verendeten. ... und da zu dieser Zeit natürliche Begebenheiten in Wunder verwandelt wurden, wurde berichtet, dass ein feuriger Meteor, welcher von Osten her auf die Erde niederfiel, im Umkreis von mehr als Hundert Wegstunden alles zerstörte und die Luft nah wie fern infizierte. [Cohn]
In einem Versuch zu verstehen, was gebildete Menschen über den Schwarzen Tod aussagten, während er wütete, stellte Jon Arrizabalaga eine Auswahl von Schriftstücken zusammen. Im Bezug auf die Ausdrücke, die Ärzte und andere medizinische Personen 1348 verwendeten, um die Pest zu beschreiben, schreibt er:
Einer ... Jacme d’Agramont, beschreibt sie in den Worten einer „Epidemie oder Pestilenz und Sterblichkeiten der Menschen“, welche Lerida von „einigen Teilen und Regionen in unserer Nachbarschaft“ bedrohte ... Agramont sagte nichts weiteres über den Begriff Epidemie, aber er handelte extensiv ab, was er unter Pestilenz verstand. Er gab diesem Ausdruck eine sehr seltsame Etymologie, in Übereinstimmung mit einer Form von Wissen, die von Isidor von Sevilla (570 - 636) in seinem Werk Etymologiae entwickelt worden war, welche während des Mittelalters im gesamten Europa weit herum akzeptiert worden war. Er trennte den Begriff pestilencia in drei Silben, jede mit einer bestimmten Bedeutung: pes = tempesta: „Sturm“; te = temps (franz.) = „Zeit“; lencia = clardat: „Helligkeit, Licht“; somit ergab sich folgender Schluss: Die Pestilenz war „die Zeit des Sturmes, der vom Licht der Sterne hervorgerufen worden war“.
Zufälligerweise lebte Isidor von Sevilla nicht lange nach einer Periode von Kometeneinschlägen über Europa, welche ebenfalls in den Baumringen und Eiskernen nachgewiesen werden kann. Am 7. August 1999 publizierte das Night Ridder Washington Bureau einen Artikel von Robert S. Boyd mit dem Titel: Comets may have caused Earth's great empires to fall (lose übersetzt: Kometen sind möglicherweise für den Untergang der großen Reiche der Welt verantwortlich), welcher die folgende Passage enthält:
Die Analyse von Baumringen zeigt, dass im Jahre 540 n. Chr. das Klima in verschiedenen Teilen der Welt sich veränderte. Temperaturen fielen genügend weit ab, um das Wachstum von Bäumen in einer Gegend, welche Nordeuropa, Sibirien, das westliche Nordamerika und das südliche Südamerika umfasste, zu hemmen.

Es wird behauptet, dass eine Durchsicht von historischen Dokumenten und mythischen Geschichten auf ein katastrophales Ereignis aus dem Himmel während derselben Periode hinweist. Es gab eine Referenz „auf einen Kometen in Gallien, der im Jahre 540-541 so groß war, dass der ganze Himmel in Flammen zu stehen schien“.

Gemäß der Legende, verstarb König Artus in dieser Zeitspanne, und keltische Mythen in Zusammenhang mit der Artus-Sage weisen auf helle Himmelsgötter und Feuerblitze hin.

In den 530er Jahren wurde ein ungewöhnlicher Meteorschauer aufgezeichnet, sowohl von Beobachtern im Mittelmeerraum, als auch in China. Meteore entstehen durch die Verbrennung von sehr feinem Kometenstaub in der Atmosphäre. Des weiteren hat ein Team von Astronomen des Armagh Observatory in Nordirland 1990 Forschungsresultate veröffentlicht, nach denen hervorgeht, dass die Erde vermutlich zwischen den Jahren 400 und 600 n. Chr. einem Risiko von Kometenbeschüssen ausgesetzt war. [...]

Eine Hungersnot folgte den Missernten, und kurz darauf folgte die Beulenpest, die in der Mitte des 6. Jahrhunderts über Europa hinwegfegte.

Zur jener Zeit versuchte der römische Kaiser Justinian das verfallende Römische Reich zu regenerieren. Doch der Plan schlug 540 fehl und wurde durch das finstere Mittelalter und dem Aufstieg des Islam gefolgt.
Es gibt eine große Anzahl Quellen aus dieser Periode, welche durchgehend auf eine „korrupte Atmosphäre“ hinweisen, darauf, „dass man die Luft einatmet und stirbt“, und irgendwie war das Meer darin verwickelt, wie auch Erdbeben und Kometen und Feuerbälle aus dem All. Ein Bericht der Medizinischen Fakultät von Paris welcher im Oktober von 1348 vorbereitet worden war, sagt:
Eine andere mögliche Art der Korruption, welche berücksichtigt werden muss, ist das Entweichen der Fäulnis aus dem Inneren der Erde als Ergebnis von Erdbeben - etwas, das tatsächlich vor kurzem sich ereignet hat. [von Baillie zitiert]
Kurz gesagt war den Franzosen bewusst, dass eine Reihe von Erdbeben zu jener Zeit von Kometen hätten ausgelöst werden können. Ein zeitgenössischer Bericht gibt an, dass ein Erdbeben während sechs Tagen andauerte, und ein anderer behauptete, dass es zehn Tage waren. Solche Ereignisse könnten ebenfalls zum Ausweichen von allerlei unangenehmen Chemikalien führen, die tödlich sein könnten. Man beachte das folgende:
Nyos-See Gasexplosion, Kamerun 1986

Obwohl ein plötzlicher CO2-Ausstoss im Monoun-See in 1984 stattfand und 37 lokale Bewohner dabei umkamen, wurde eine ähnliche Gefahr vom Nyos-See nicht vermutet. Am 21. August 1986 jedoch löste eine limnische Eruption im Nyos-See das plötzliche Entweichen von 1.6 Millionen Tonnen CO2 aus. Das Gas rauschte zwei naheliegende Täler hinunter, was alle Luft verdrängte und bis zu 1800 Menschen, meist ländliche Dorfbewohner, und zusätzlich dazu noch 3500 Stück Vieh, im Umkreis von 20 Kilometer erstickte. Etwa 4000 Bewohner flohen aus der Gegend und viele von ihnen entwickelten Atemprobleme, Verbrennungen und Lähmungserscheinungen als Folge des Gases.

Es ist nicht bekannt, was diesen Gasausstoß ausgelöst hat. Die meisten Geologen vermuten einen Erdrutsch, doch andere glauben, dass ein kleiner Vulkanausbruch auf dem Seebett stattgefunden haben könnte. [...]

Man vermutet, dass bis zu einem Kubikkilometer Gas freigesetzt wurde. Weil CO2 dichter ist als Luft, floss das Gas in einer Schicht von mehreren Dutzenden Metern Dicke von den Bergflanken, an denen der Nyos-See liegt, zwei naheliegende Täler hinunter und erstickte alle Menschen und Vieh bevor es sich auflöste. Das normalerweise blaue Wasser des Sees färbte sich aufgrund von eisenreichem Wasser aus der Tiefe, das an die Oberfläche aufstieg und dort von der Luft oxidiert wurde, nach dem Gasausstoß in tiefes Rot. Der Seespiegel sank um etwa einen Meter, was dem Volumen des entwichenen Gases entsprach. Dieses Ereignis führte auch zu einem Übertreten der Ufer des Sees. Bäume in der Nähe des Sees wurden umgeworfen.
Hmmm ... man wundert sich, ob ähnliche Ereignisse durch einen Kometeneinschlag ausgelöst werden könnten, und ob Gasausstoß aus den Ozeanen gefährlich und tödlich sein könnten? Man wundert sich ebenfalls - angesichts der Tatsache, dass „Bäume umgeworfen wurden“, ob dieser Gasausstoß nicht das Resultat eines Einschlagereignisses hätte sein können?

Baillie bringt uns die Forschung mit harten Zahlen und Diagrammen nahe und zeigt uns, wie diejenigen, die Zeugen des Schwarzen Todes waren, unverblümt über dieses Ereignis sprachen. Doch aus irgend einem Grunde denken moderne Historiker, dass diese Bemerkungen über Regen und Feuer und Luft, die töten kann, nur Metaphern einer schrecklichen Krankheit waren. Am Ende ist es die Wissenschaft, die dieses Argument beweisen muss, weil vollständig unabhängige Personen, die Kometen, Tsunamis, Kohlendioxid, Eiskerne und Baumringe studieren, alle in ihren Daten etwas sehr Seltsames beobachten, das weltweit um die Zeit des Schwarzen Todes herum passierte, als dieser die menschliche Bevölkerung dieser Erde dezimierte.

Baillie erwähnt Schlußbemerkungen, die es wert sind, wiederholt zu werden:
Es ist zunehmend augenscheinlich, dass die Welt intellektuell zweigeteilt ist. Es gibt diejenigen in den Disziplinen der Geschichte und der Archäologie, die die Vergangenheit studieren, und keinerlei Anzeichen sehen, dass die menschliche Bevölkerung jemals von Einschlägen aus dem All betroffen war. Dem diametral entgegengesetzt sind diejenigen, die Objekte studieren, die diesem Planeten nahe kommen, und manchmal mit ihm kollidieren. Einige ernstzunehmende Mitglieder von letzteren hegen keinerlei Zweifel, dass in den letzten fünf Millennien - der Periode der menschlichen Zivilisation - zahlreiche verheerende Einschläge stattgefunden haben müssen.
Doch niemand spricht darüber.

Es gibt wirklich genügend Daten in Baillies Buch, die die Theorie unterstützen, dass der Schwarze Tod durch einen Einschlag von Kometentrümmern hervorgerufen wurde - ähnlich zu den Einschlägen in Jupiter von Bruchstücken des Kometen Shoemaker-Levy im Jahr 1994. Es gibt eine Anzahl von Möglichkeiten wie genau diese Todesfälle geschahen: Erdbeben, Fluten (Tsunamis), Feuerregen, Chemikalien, die durch die hochenergetische Explosion in der Atmosphäre freigesetzt wurden, einschließlich Ammonium und Cyanwasserstoff (Blausäure), und möglicherweise sogar Krankheitserreger von Kometen.

Wenn es so häufig geschehen ist, wie Baillie nahelegt, kann es wieder geschehen. Und wenn die Erde, wie wir vermuten, in nicht allzu ferner Zukunft für einen Beschuss aus dem All vorgesehen ist, scheint es so zu sein, dass es bei einem solchen Ereignis mehr als nur die Art zu Sterben gibt, als von einem Kometenbruchstück getroffen zu werden.

© Jason Engle
Der Schwarze Tod: Die Legende des feuerspeienden Drachens könnte von Kometenkatastrophen herstammen.