Verborgene Geschichte
Karte


Footprints

Vollständig erhaltener Langschädel im Elsaß gefunden

Bei Arbeiten an einem Gewerbepark der Gemeinden des Pays de Sainte Odile haben französische Archäologen eine außergewöhnlichen Grabungsstätte entdeckt, die Einblicke Entwicklung und kulturellen Bewegungen von der Jungsteinzeit (Neolithikum), über die Gallier, Römer bis hin zu den mittelalterlichen Merowingern erlaubt. Unter den zahlreichen Funden befindet sich auch ein ungewöhnlich gut erhaltener Langschädel.
Langschädel Elsaß
© INRAP.fr
Der Langschädel von Odilienberg
Obernai (Frankreich) - In einem fast 7.000 Jahre alten Gräberfeld fanden die Archäologen zahlreiche Skelette, die mit Halsketten und Armbändern aus kleinen Perlen oder Muschelkalk geschmückt wurden. Zudem fanden sich zuhauf Werkzeuge aus Feuerstein und teilweise dekorierte Keramik.
Cow Skull

Neue Knochenfunde: Urmenschen gehörten womöglich alle zur selben Art

Es wäre eine radikale Vereinfachung unserer Ahnenreihe: Möglicherweise bildeten die frühen Vorfahren des modernen Menschen nur eine Spezies. Das jedenfalls lassen aufregende Knochenfunde aus Georgien vermuten.
© M. Ponce de León and Ch. Zollikofer/ UC of Zurich
Schädelfunde von Dmanisi (Montage): Die Fundstücke liefern einen einzigartigen Blick in die vielleicht dunkelste und geheimnisvollste Phase der Menschwerdung - jene Zeit, da aus dem Vormenschen Australopithecus der Urmensch Homo hervorging; jene Zeit mithin, in der sich der folgenschwere Wandel vom Affen zum Menschen vollzog.
Fünf Paare von Augenhöhlen starren aus fünf steinernen Schädeln. Es sind fünf Paare, die für die ganze Menschheit stehen. Präsentiert wurden die fünf 1,77 Millionen Jahre alten Fossilien jetzt von einem internationalen Forscherteam aus Georgien, den USA, Israel und der Schweiz. "Es ist eine kleine Bombe für unser Fach", erklärt der Harvard-Paläoanthropologe Philip Rightmire mit kaum verhohlener Genugtuung. "Diese Befunde könnten uns zwingen, manch liebgewonnene Vorstellung zu überdenken."

Vor allem "Schädel 5", der schönste, vollständigste, besterhaltene und zugleich ungewöhnlichste der fünf gilt als Sensation. Er schmückt in dieser Woche das Titelbild der Wissenschaftszeitschrift Science. "Ein fantastisches, wundervolles Stück", schwärmt der Urmenschforscher Fred Spoor vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig. "Eine Ikone", sekundiert der kalifornische Paläoanthropologe Tim White.
Roses

Unbekanntes Gemälde von da Vinci aufgetaucht

Es ist womöglich ein Sensationsfund: Im Tresor einer Schweizer Bank wurde ein Gemälde entdeckt, das von Leonardo da Vincis stammen könnte. Bislang war das Werk in der Kunstwelt bloß ein Mythos.

© Corriere della Sera
Bei der Frau auf dem unbekannten Gemälde von Leonardo da Vinci (l.) soll es sich um die berühmten Renaissance-Mäzenin Isabella d'Este handeln. Es gab bislang nur eine Skizze
Das Bildnis der Mona Lisa ist vielleicht das berühmteste Werk Leonardo da Vincis. Aber im Pariser Louvre gibt es noch ein zweites Frauenporträt, das die Neugier der Kunstwelt weckt. Es ist eine Profilzeichnung von Isabella d'Este, einer herausragenden Persönlichkeit der italienischen Renaissance und entstand etwa um 1500. Die Frau des Markgrafen von Mantua wünschte sich seinerzeit ein Gemälde in Farbe von Leonardo. Über Jahrhunderte rätselten Experten, ob neben der Skizze mit Kohlestift auch das "wirkliche Porträt" existiert.

Womöglich ist das Rätsel jetzt, nach einem halben Jahrtausend, gelüftet. Die italienische Tageszeitung Corriere della Sera verkündete den Sensationsfund: In einem Banktresor in der Stadt Turgi im Schweizer Kanton Aargau soll das Bildnis von Isabella d'Este aufgetaucht sein. Es befinde sich im Privatbesitz einer italienischen Familie, die in Mittelitalien und in der Deutschschweiz lebe und deren Sammlung rund 400 Kunstwerke umfasse.
Binoculars

Jahr ohne Sommer 1258: Vulkan Samalas wahrscheinlich verantwortlich

samalas vulkan
© Lavigne et al. /National Academy of Sciences
Caldera des Samalas-Vulkans heute und Rekonstruktion des Aussehens vor der Eruption.
Eruption des Samalas auf Lombok könnte die stärkste des gesamten Holozäns gewesen sein

Im Jahr 1257 hinterließ ein gewaltiger Vulkanausbruch weltweite Spuren. Welcher Vulkan aber dafür verantwortlich war, blieb ein Rätsel. Jetzt haben Forscher den Schuldigen gefunden: auf der indonesischen Insel Lombok. Ihre Untersuchung enthüllt nicht nur, dass der Vulkan Samalas damals tatsächlich ausbrach. Seine Eruption könnte sogar eine der heftigsten des gesamten Holozäns gewesen sein. Möglicherweise liegt noch heute unter seinen Aschenablagerungen eine ganze Stadt verborgen - ein Pompeji des Fernen Ostens.

Das Jahr 1258 war ein Jahr ohne Sommer: Es war ungewöhnlich nasskalt und in vielen Gegenden gab es Missernten, wie mittelalterliche Chronisten berichten. Geoforscher schließen daraus, dass es in diesem oder dem vorhergehenden Jahr einen Vulkanausbruch gegeben haben muss, dessen Asche und Aerosole sich wie ein Schleier in der Atmosphäre sammelten und so zur Klimaabkühlung führten. Tatsächlich entdeckte man in der entsprechenden Schicht von Eisbohrkernen Aschespuren, die auf eine gewaltige Eruption zu dieser Zeit hindeuten.
Map

Archäologischer Sensationsfund in Schweden: Handelt es sich um den "Heidentempel von Uppsala"?

Durch Bauarbeiten zu einer Bahntrasse sind schwedische Archäologen auf die Reste einer gewaltigen Säulenanlage in der Nähe von Alt-Uppsala (Gamla Uppsala) gestoßen. Welchen Zweck die geradlinig zueinander ausgerichteten Säulenreihen einst erfüllten, ist bislang jedoch noch unbekannt. Auch wenn die gewaltigen Ausmaße gegen die Vorstellung sprechen, dass es sich um ein einziges Gebäude gehandelt haben könnte, weckt der Fund auch neue Hoffnungen darüber, ob es sich um Teile des schon seit langem gesuchten, bislang lediglich anhand von Chroniken und Legenden überlieferten mächtigen "Heidentempels von Uppsala" handeln könnte.
© Riksantikvarieämbetets, raa.se
Eines der 144 gefundenen Pfahllöcher der rund 1000 Meter langen Hauptreihe.
Gamla Uppsala (Schweden) - Die erste Reihe der gefundenen Pfostenlöcher erstreckt sich vollkommen geradlinig einen Kilometer lang und besteht aus 144 Pfahllöchern. Eine zweite Reihe hat eine Länge von 500 Metern (s. Karte). Vermutlich reichten die Pfähle selbst bis auf 10 Meter Höhe. Eine Radiokarbonanalyse von in den Löchern gefundenen Resten einstiger Holzpfähle datiert deren Errichtung in Zeit zwischen 375 bis 550 n.Chr.
Footprints

Schamaninnen der Vorzeit? Handabdrücke bei steinzeitlichen Höhlenmalereien stammten von Frauen

Drei Viertel der steinzeitlichen Abdrücke wurden von Frauen hinterlassen

Steinzeitliche Höhenmalereien zeigen nicht nur Jagdszenen und Tierfiguren, in vielen Höhlen finden sich auch Handabdrücke. Bisher dachte man, dass vor allem Männer - Jäger oder Schamanen - diese Bilder schufen. Doch ein US-Forscher hat nun festgestellt: Drei Viertel der steinzeitlichen Handabdrücke in den Höhlen Südfrankreichs und Spaniens stammen von Frauen. Welche Rolle diese Frauen damals spielten, ob sie auch die Tierbilder malten oder vielleicht Schamaninnen waren, ist bisher rätselhaft.
Handabdruck Höhle Frankreich
© gemeinfrei
Handnegativ in der Höhle von Pech-Merle in Südrankreich
Die Chauvet-Höhle in Südfrankreich ist einer der bekanntesten und ältesten Orte mit steinzeitlicher Höhlenmalerei. Die erst 1994 entdeckte Höhle enthält mehr als 470 Tier- und Symboldarstellungen, die die Wände von vier großen Grotten bedecken. Die mit Holzkohle und Ocker gemalten Bilder stammen aus der Zeit vor 32.000 bis 35.000 Jahren. Neben Abbildungen von Mammuts, Wildpferden und anderen Wildtieren finden sich in dieser Höhle auch auffallend viele Handabdrücke und Handnegative.

Letztere entstehen, wenn die Hand an die Felswand gelegt wird und dann mit einem hohlen Halm oder einfach mit dem Mund Farbe darüber gepustet wird. Auch in andern Höhlen Südfrankreichs und Nordspaniens finden sich solche Handabdrücke. Einige von ihnen sind kleiner sind als andere. Da viele der restlichen Höhlenmalereien Jagdszenen darstellen, ging man bisher davon aus, dass die Steinzeitmenschen, die diese Bilder und auch die Handabdrücke hinterließen, vorwiegend Männer und männliche Jugendliche waren.
Cassiopaea

Erstmals Kometen-Teil auf der Erde gefunden

Er galt immer nur als "mysteriöser" Kieselstein. Jetzt sind sich Forscher sicher, dass es sich um ein Stückchen aus einem Kometen handelt, der vor 28 Millionen Jahren über Ägypten explodiert ist.

Über dem heutigen Ägypten ist nach den Erkenntnissen südafrikanischer Forscher vor 28 Millionen Jahren ein Komet explodiert - wovon ein 1996 gefundener "mysteriöser" Kieselstein Zeugnis ablegt. Nach der eingehenden Untersuchung des 30 Gramm schweren Fundes zeigten sich die Geologen um David Block von der Witwatersrand-Universität in Südafrika am Dienstag überzeugt, dass dies der erste Nachweis eines Bruchstücks aus einem Kometenkern auf der Erde ist.

"Kometen durchqueren immer wieder unseren Himmel, sie sind wie schmutzige, mit Staub vermischte Schneebälle", sagte Block. "Aber noch nie in der Geschichte ist Material eines Kometen auf der Erde gefunden worden." Die chemische Analyse des schwarzen Kieselsteins habe ergeben, dass er zu 65 Prozent aus Kohlenstoff bestehe. Dagegen liege der Kohlenstoffanteil von Meteoriten üblicherweise nur bei rund drei Prozent.


Kommentar: Die Schneeballtheorie ist nicht korrekt, sondern es handelt sich um elektrische Phänomene (Video über Kometen). Dazu ein Bild des Kometen Wild 2, wo kein Schnee vorhanden ist.

wild 2, komet

Wild 2
Sherlock

Riesige Stadt in Kambodscha, in der Gegend des Tempelkomplexes "Angkor Wat", entdeckt

Lidar-Vermessung enthüllt bisher verborgene Megacity der Khmer

Der Tempelkomplex Angkor Wat in Kambodscha war einst Teil einer gewaltigen Megacity - einer Stadt, die sich vor knapp tausend Jahren über mindestens 370 Quadratkilometer erstreckte. Das hat ein internationales Forscherteam jetzt bei Vermessungen des von Regenwald überwucherten Gebiets mittels Laser entdeckt. Sie fanden Spuren einer gezielt geplanten städtischen Anlage, in der Straßen oder Kanäle ein regelmäßiges Gitternetz bildeten, die das Gebiet in einzelne Stadtviertel aufteilte. Dieses Ausmaß der urbanen Landschaftsgestaltung sei einzigartig für die präindustrielle Welt, konstatieren die Forscher im Fachmagazin "Proceedings of the National Academy of Sciences".
© Evans et al. /PNAS
Fotoansicht von Angkor Wat und, darunter, ein Teil der mittels Lidar entdeckten Stadtstrukturen
Dass es rund um die Tempelanlagen von Angkor Wat ursprünglich noch andere Bauwerke und Siedlungen gegeben haben muss, vermuten Archäologen bereits seit langem - nicht zuletzt, weil Inschriften und Bilder in vielen Tempeln darauf hindeuten. Doch die dichte Bewaldung des Gebiets verhinderte eine umfassende Erkundung. Zudem wurden die meisten normalen Gebäude der Khmer aus Holz, Lehm und Stroh errichtet - Materialien, die nicht lange erhalten bleiben. Deswegen blieb bisher auch ungeklärt, ob die Tempelanlagen isoliert standen, oder ob sie Teil eines großen städtischen Siedlungsgebiets waren.
Sherlock

Vergessene Maya-Stadt entdeckt

Im nur schwer zugänglichen Regenwald nördlich des Biosphärenreservats Calakmul haben Archäologen auf der Halbinsel Yucatan die Ruinen einer vergessenen Stadt der Maya entdeckt. Chactún (Roter bzw. Großer Stein), so der Name der Siedlung, sei eine der größten derartigen Anlagen im Mittelland und in Umfang und Größe vergleichbar mit den Maya-Städten Becán, Nadzcaan und El Palmar.
© inah.gob.mx
Blick auf die neuentdeckten Ruinen von Chactún.
Campeche (Mexiko) - Wie das Team aus internationalen Archäologen um Ivan Sprajc von der Slowenischen Akademie der Wissenschaften auf der Seite des Nationalen Instituts für Anthropologie und Geschichte (INAH) berichtet, offenbaren Bauwerke und gefundene Inschriften, dass Chactún seinen Höhepunkt wohl zwischen 600 und 900 n. Chr. erlebte und sich über mehr als 22 Hektar erstreckte.
Bacon

Auch Jäger und Sammler aus der Steinzeit mochten Hausschwein-Steaks

Archäologen finden älteste Hauschwein-Knochen nicht bei Bauern, sondern bei Jägern und Sammlern

Bentheimer Landschwein, Hausschwein
© gemeinfrei
So gescheckt wie dieses Bentheimer Landschwein waren auch einige steinzeitliche Hausschweine
Das älteste Hausschwein unserer Region lebte nicht bei steinzeitlichen Bauern, sondern bei deren Nachbarn: Jägern und Sammlern, die nach gängiger Theorie eigentlich noch keine Nutztiere besaßen. Das zeigen die Analysen von rund 6.900 Jahre alten Schweineknochen aus Norddeutschland. Ob die Jäger und Sammler diese Schweine bei den benachbarten Bauern eintauschten oder sie einfach stahlen, ist allerdings unbekannt, wie die Forscher im Fachmagazin Nature Communications berichten.

Vor rund 7.500 Jahren bahnte sich im Norden Mitteleuropas eine Revolution an: Immer häufiger begegneten die dort lebenden Jäger und Sammler der sogenannten Ertebølle-Kultur Gruppen von Menschen, die ganz anders lebten wie sie: Sie siedelten an festen Plätzen, bauten Getreide an und züchteten Nutztiere wie Rinder, Schafe und Schweine. "Archäologische Funde aus Nordeuropa deuten auf eine lange Periode der Koexistenz von mesolithischen Jäger-und-Sammler-Gruppen und neolithischen Bauerngemeinschaften hin", erklären Ben Krause-Kyora von der Christans-Albrechts Universität Kiel und seine Kollegen.
Top