Verborgene Geschichte
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Sherlock

Das Stillen bei Neandertaler-Müttern dauerte genauso lange wie wir es heutzutage machen

Fossiler Backenzahn liefert einen Einblick in die Kinderstube unserer fernen Vettern

Die Kinder der Neandertaler wurden vermutlich genauso früh abgestillt wie unsere Babys heute: Nach rund sieben Monaten bekamen sie erste feste Nahrung zusätzlich, nach 14 Monaten war dann endgültig Schluss mit der Muttermilch. Das ist früher als bisher angenommen. Denn selbst in vielen heutigen Naturvölkern stillen Mütter ihre Kinder noch mehr als zwei Jahre lang. Diesen Einblick in das Leben unserer frühen Vettern haben US-Forscher mit Hilfe einer raffinierten Methode gewonnen, wie sie in "Nature" berichten: Sie analysierten das Verhältnis bestimmter Elemente im Zahnschmelz eines fossilen Neandertaler-Milchzahns.

© Ian Harrowell, Christine Austin und Manish Arora
Dieses Zahnmodell zeigt, wie niedrige (blau) und hohe Bariumwerte schichtweise wechseln.
Ob und wie lange ein Kind gestillt wird, ist für seine spätere Gesundheit enorm wichtig. So weiß man, dass Muttermilch viele Substanzen enthält, die das Immunsystem der Kinder stärken und vorbereiten. Gleichzeitig hat der Zeitpunkt des Abstillens auch Auswirkungen auf die Reproduktion: Stillt die Mutter früh ab, kann sie schneller wieder schwanger werden. Unter anderem deshalb sind Archäologen und Anthropologen sehr daran interessiert, mehr über die Stillgewohnheiten unserer Vorfahren zu erfahren. Die Neandertaler sind dabei von besonderem Interesse, weil immer noch nicht klar ist, wie sie so vollständig vom eingewanderten Homo sapiens verdrängt werden konnten.
Footprints

Kataklysmus in der Steinzeit verwüstete Südosteuropa - Vulkanasche verbreitete sich bis in den Balkan und russische Steppe

Die Katastrophe ereignete sich in einer entscheidenden Phase der Menschheitsgeschichte - und in einem ihrer Zentren: Vor rund 40.000 Jahren überzog ein Vulkanausbruch in Süditalien das halbe Mittelmeergebiet mit Asche und Rauch. Neue Untersuchungen von Aschenablagerungen zeigen, dass die Folgen dieser Eruption bis in den Balkan und die russische Steppe reichten. Die Frühmenschen jener Zeit wurden zum Teil vertrieben, andere wurden durch die Asche vergiftet und wurden krank, wie ein internationales Forscherteam im Fachmagazin "Plos ONE" berichtet.
Vulkanausbruch
© USGS
Ein Ausbruch vor 40.000 Jahren verteilte Asche über halb Südosteuropa
Die alten Griechen vermuteten hier den Zugang zur Unterwelt, der römische Dichter Vergil hat sie erstmals literarisch beschrieben: die "Campi Flegrei", die phlegräischen Felder. Dieses rund 20 Kilometer vom Vesuv entfernte Gebiet ist auch heute noch vulkanisch aktiv. Vor etwa 40.000 Jahren aber ereignete sich hier ein Vulkanausbruch, wie es ihn seit 200.000 Jahren in Europa nicht gegeben hat. Die ökologischen Folgen waren katastrophal. Ergebnisse von Computermodellierungen legen die Annahme nahe, dass sich wahrscheinlich dadurch die Lebensbedingungen in Europa und weltweit erheblich verschärft haben.
Sherlock

DNA-Beweis: Die Minoer kamen nicht aus Afrika?

DNA-Analysen "klären den Ursprung der ersten europäischen Hochkultur"

Sie gründeten vor etwa 5.000 Jahren "die erste europäische Hochkultur": die Minoer, benannt nach dem legendären König Minos von Kreta. Doch wo kamen sie eigentlich her? Bisher hielt man Nordafrika für den wahrscheinlichsten Ursprung, denn dort waren die Ägypter bereits weit entwickelt und auch im heutigen Libyen gab es fortgeschrittene Kulturen. Spätere Untersuchungen warfen jedoch Zweifel daran auf. Forscher haben nun erneut DNA-Proben aus minoischen Knochen analysiert. Ihr in "Nature Communications" veröffentlichtes Ergebnis: Die Minoer kamen definitiv nicht aus Afrika, sie waren Europäer.

© Lapplaender / CC-by-sa 3.0 de
Das bekannte minoische Fresco der über einen Bullen springenden Jünglinge aus dem Palast von Knossos.
"Die ersten Menschen erreichten Kreta vor etwa 9.000 Jahren" - ungefähr zu der Zeit, als sich im Nahen Osten die Landwirtschaft entwickelte und nach Europa getragen wurde. Ihre Nachfahren begründeten später, in der frühen Bronzezeit, die minoische Hochkultur. Um 1900 entdeckte der britische Archäologe Arthur Evans auf Kreta den berühmten Palast von Knossos. Er war damals ebenso wie einige seiner Kollegen überzeugt, dass diese Menschen ursprünglich Flüchtlinge aus dem Norden Ägyptens waren. Sie hätten von dort fliehen müssen, als einer der südlichen Könige vor mehr als 5.000 Jahren das Land eroberte, so seine Vorstellung.
Pyramid

Maya-Kultur Wurzeln sind verzweigter als bisher vermutet

Neue Studie widerspricht vorherrschenden Theorien der Olmeken als Vorgänger-Kultur

Monumentalbauten, Astronomie, Schrift und viele weitere beeindruckende Kulturleistungen zeugen von der hochentwickelten Maya-Zivilisation, die einst Mittelamerika dominierte. Die moderne Archäologie hat bereits einige Geheimnisse dieser Hochkultur gelüftet, doch eins blieb unklar - ihr Ursprung. Eine aktuelle Studie bringt nun mehr Licht ins Dunkel. Die Wurzeln der Maya-Kultur waren demnach verzweigter als bisher angenommen, wie Forscher im Fachmagazin "Science" berichten.

© Takeshi Inomata, University of Arizona
Ausgrabungen in der Maya-Stadt Ceibal in Guatemala
Zwei Theorien beherrschten bislang die Debatte: Die eine besagte, dass sich die Maya-Zivilisation weitgehend eigenständig, ohne äußere Einflüsse entwickelt hat. Die andere dagegen, dass sie stark durch die ältere Olmeken-Kultur beeinflusst war. Doch die neue Studie der Forscher um Takeshi Inomata von University of Arizona in Tucson widerspricht nun beiden Varianten. Ihren Untersuchungen zufolge entstanden die Bauten in Ceibal, einer besonders frühen Maya-Stätte in Guatemala, wahrscheinlich durch einen breiten kulturellen Umbruch um etwa 1.000 v. Chr., bei dem sich die frühen Maya mit mehreren anderen Kulturen austauschten.
Pyramid

Verschollen geglaubte Tempelstadt Mahendraparvata wurde in Kambodscha aufgespürt

Mit Hilfe der luftgestützten Laser-Technologie "LIDAR" haben australische und französische Archäologen im dicht bewachsenen Dschungel Kambodschas die bislang verschollen geglaubte Tempelstadt Mahendraparvata gefunden, die vor 1.200 Jahren und in unwegsamem Gelände errichtet worden war.
verschollene Tempelstadt Mahendraparvata
© Nick Moir / theage.com.au
Die Archäologen nähern sich dem Thom Dab-Tempel, der sich nun als Teil der verschollenen Tempelstadt Mahendraparvata erwiesen hat.
Sydney (Australien) - Wie die australische Tageszeitung The Saturday Age berichtet, gehen die Wissenschaftler um Damian Evans von der University of Sydney und Jean-Baptiste Chevance von der "Archaeology and Development Foundation" davon aus, dass die Tempelanlage im Gegensatz zum weltberühmten Angkor Wat nie von Schatz- und Grabräubern geplündert wurde und hoffen in den kommenden Jahren auf sensationelle Funde.

Auf einem Berg in der Region Phnom Kulen, 40 Kilometer nördlich von Angkor Wat entfernt, entdeckten die Forscher mit LIDAR das zugrunde liegende Netzwerk einer Tempelstadt, die hier in der Region Siem Reap im Jahre 802 n.Chr. von dem Kriegerkönig Jayavarman II - und damit 350 vor Angkor Wat - wohl als Gründungsmetropole des Angkor-Reiches gegründet wurde. Die LIDAR-Daten belegen nun, dass einige schon zuvor bekannte vermeintlich einzelne Tempel in Wirklichkeit Teile einer gewaltigen Stadtanlage vergleichbar mit Angkor Wat waren.
MIB

Bauten NATO, BND, Gladio die Oktoberfest-Bombe? War es eine Wahlhilfe für Franz Josef Strauß?

Da wir zur Zeit dauernd von dem Bombenattentat in Boston sprechen: Erinnert sich noch jemand an das Oktoberfest-Attentat von München? 13 Menschen wurden zerfetzt, als am 26. September 1980 eine Bombe am Eingang des Münchner Oktoberfestes hochging. Über 200 Menschen wurden zum Teil schwer verletzt, das Leben Hunderter Betroffener und Angehöriger zerstört. Was daran neu ist? Gar nichts. Neu ist nur, dass nun ein Zeuge detailliert erklärt hat, wer die Bombe gebaut hat: Bundeswehr, BND und NATO.
© picture-alliance
München, 26. September 1980. Am 5. Oktober ist Bundestagswahl. Deutschland braucht einen starken Mann: Franz Josef Strauß. Der CSU-Rechtsaußen ist Kanzlerkandidat der Union. Doch für viele Menschen ist an diesem Abend anderes wichtig: »Es war ein fröhlicher Wies‘nbummel. Die Kinder sind Karussell gefahren, Geisterbahn, Flieger und dies und das. Vor dem Heimweg haben die Eltern noch etwas zu essen gekauft. Hendl und Brez‘n. Und meine Kinder haben noch Luftballons gekriegt«, erinnert sich zum Beispiel der Münchner Ignaz P. In einem Beitrag der Süddeutschen Zeitung (nachgedruckt auf hagalil.com) an jenem Tag. »Wir kommen zum Ausgang hin. Und dann... ich kann mich bloß an eins erinnern: Da war ein greller Schein, ein Feuer, wie wenn man eine Rakete hochschießt - und dann war ich weg.«
Colosseum

Gewaltige Steinstruktur am Grunde des See "Genezareth" in Israel entdeckt

Am Grunde des See Genezareth haben israelische Archäologen eine künstlich errichtete Steinstruktur monumentaler Ausmaße entdeckt, deren Herkunft, Alter und Zweck jedoch noch unbekannt ist.
© Shmuel Marco
Sonardraufsicht auf die kreisrunde Steinstruktur am Grunde des See Genezareth.
Jerusalem (Israel) - Luft-, Sonar- und Unterwasseraufnahmen zeigen, dass die aus unzähligen aufgeschütteten Basaltbrocken Struktur 10 Meter hoch spitz zulaufende Kegelform auf einer annähernd kreisrunden Basis mit einem Durchmesser von 50 x 70 Metern besitzt. Damit ist die Kreisstruktur etwa doppelt so groß wie der berühmte Steinkreis von Stonehenge in Südengland.

Wie die Wissenschaftler um Yitzhak Paz, von der israelischen Altertumsbehörde und der Ben-Gurion University aktuell in der Fachzeitschrift International Journal of Nautical Archaeology berichten, schätzen sie das Gesamtgewicht der Steinanlage auf 60.000 Tonnen.
Pyramid

Mexikanische Ruinenstadt Teotihuacán: Aufsehenerregende Entdeckungen gehen weiter

In der mexikanischen Pyramidenstadt Teotihuacán machen Forscher derzeit aufsehenerregende Entdeckungen. Was sich dort abspielt, zeichnet deutliche Parallelen zu den spektakulären Funden verborgener Gänge und Kammern in der Großen Pyramide von Gizeh. Kürzlich stießen Ausgräber unter der Tempelpyramide der »Gefiederten Schlange« auf drei bislang unbekannte Kammern. Und nun soll es mit der Erkundung weitergehen.
Teotihuacán, Pyramide
© Jackhynes / Wikimedia
Licht am Ende des Tunnels: Bei Ausgrabungen in der mexikanischen Ruinenstadt Teotihuacán arbeitete sich ein Miniaturroboter in unerforschte Areale unterhalb der Tempelpyramide der »Gefiederten Schlange« (Quetzalcoatl) vor, um mittels Laserabtaster und Infrarotkamera verborgene Kammern aufzuspüren. Quetzalcoatl wurde auch mit dem »Abendstern« in Verbindung gebracht, daher gehen einige Fachleute davon aus, dass das Monument rituell auf die Venus zentriert war.

Im Jahr 2003 stießen Altertumsforscher erstmals auf einen langen Gang unter dem faszinierenden Tempel, in rund zwölf Metern Tiefe. Seit 2009 stellte sich zunehmend heraus, dass unterhalb des Monuments sogar ein komplettes Kammersystem verborgen liegt. Was unlängst dort gefunden wurde, führt in eine geheimnisvolle und abenteuerliche Welt.
Footprints

Tausende Höhlenmalereien von unbekannten Jäger-Sammler-Kulturen in Mexiko entdeckt

Fast 5000 Höhlenmalereien haben Archäologen im Nordosten Mexikos entdeckt: Die dargestellten Menschen, Tiere und Sternbilder zeugen von mindestens drei bislang unbekannten Kulturen - in einer Gegend, die eingentlich als unbewohnt galt.

Im Nordosten Mexikos haben Wissenschaftler fast 5000 Höhlenmalereien entdeckt. Die Bilder seien von mindestens drei bislang weitgehend unbekannten Kulturen von Jägern und Sammlern angefertigt worden, sagte die leitende Archäologin Martha García Sánchez bei der Präsentation der Ergebnisse ihrer zweijährigen Forschung am Mittwoch.
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Die "Hängenden Gärten der Semiramis" - Waren sie nicht in Babylon sondern im assyrischen Niniveh?

Sie gehören zu den sieben Weltwundern der Antike, doch wo genau sie gelegen haben sollen, weiß heute niemand mehr genau. Die Oxford-Orientologin Dr. Stephanie Dalley hat 20 Jahre alle historische Quellen zu den "Hängenden Gärten der Semiramis" zusammengetragen, selbst erforscht und ausgewertet. Die Forscherin ist sich sicher, dass sich Gärten nicht - wie schon seit der Antike selbst vermutet - in Babylon, sondern im assyrischen Niniveh befanden. Sollte ihre Theorie stimmen, müsste die Geschichte des Weltwunders neu geschrieben werden.
Hängende Gärten
© Public Domain / ox.ac.uk
Diese Darstellung eines assyrischen Gartens im Palast des Assyrerkönigs Sanherib interpretiert die Oxford-Orientologin Stephanie Dalley als Abbildung der legendären Hängenden Gärten, die sie - statt nach Babylon - ins assyrische Niniveh verortet.
Oxford (England) - Dalley ist sich sicher, dass die Hängenden Gärten im frühen siebten Jahrhundert v. Chr. von den Assyrern in oder Nahe Niniveh im Norden Mesopotamiens, im heutigen Irak, zur Krönung des Königs Sanherib errichtet wurden.
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