Das indonesischen Bada-Tal der Insel Sulawesi gehört zum Lore Lindu National Park. Die Gegend ist sehr abgelegen und wurde angeblich erst im Jahr 1908 offiziell entdeckt. Sie schien vom Rest der Welt völlig isoliert zu sein. Dort befinden sich Steinfiguren und teilweise enorm große Steinbehälter, die sich in Form und Abmessung unterscheiden. Die Gegend ist nur mit Allradfahrzeugen zu erreichen.

Das Bada-Tal ist weltberühmt für seine prähistorischen Reliquien aus einer alten Megalith-Kultur. Dutzende von fein behauenen Megalithen zwischen 1.000 und 5.000 Jahren alt sind über das Tal verstreut. Ein geheimnisvolles, doch prächtiges Zeugnis für die Geschicklichkeit und das Genie einer Zivilisation, von der wir absolut nichts wissen. Die häufigste Antwort von den Bewohnern des Gebiets, wenn sie nach dem Ursprung dieser Statuen gefragt wird, ist, dass "sie immer dort waren." Die Einheimischen haben verschiedene Erklärungen für die Bedeutung dieser Statuen. Manche glauben, dass sie in der Ahnenverehrung verwendet wurden oder vielleicht etwas mit Menschenopfern zu tun haben könnten. Andere glauben, dass diese Statuen böse Geister abwehren. Eine Legende erzählt, dass es sich um Verbrecher handelt, die zu Stein verwandelt wurden. Es gibt sogar den Aberglauben, dass die Statuen verschwinden oder sich von Ort zu Ort bewegen können. Wer dem Volksmund glauben möchte: Manche wurden sogar an abweichenden unterschiedlichen Orten gesichtet. Ein weiterer interessanter Aspekt zu den Statuen: Der Stein, aus dem sie gemacht wurden, existiert dort nirgendwo in der Gegend. Geologisch ist das Ganze ein absolutes Rätsel.


Megalithenfigur im Reisfeld
Wie diese figürlichen Megalithen gemacht wurden und welche Kultur oder Zivilisation sie fertigte, bleibt unbekannt. Dennoch haben einige von ihnen Namen bekommen. Die Artefakte sind beseelt von Mythen und Geschichten, deren Inhalt dem Autor jedoch nicht genauer bekannt sind.

Der Palindo, auch "Entertainer" genannt


Der Palindo südlich vom Dorf Sepe
Die mit 4,5 Metern größte Statue der Gegend und die am meisten besuchte liegt südlich des kleinen Dorfes Sepe. Möglicherweise handelt es sich dabei um eine Darstellung von Sepes erstem mythologischen Einwohner Tosaloge. Eine lokale Legende erzählt vom Raja (ehemaligen Regenten) von Luwu, der einmal 1800 seiner Untertanen befohlen hat, die Statue von Sepe nach Palopo zu bewegen (ein sehr langer Weg nach Süden), um seine Dominanz über Bada unter Beweis zu stellen. Allerdings scheiterten die Bemühungen aus nicht weiter geklärten Gründen. Selbst beim Umsetzen der Figur mit Blickrichtung in eine ander Himmelsrichtung sollen zahlreiche Handlanger ums Leben gekommen sein. Soweit die Legende. In der Vergangenheit wurden dieser Figur stets Opfergaben gebracht, bevor sich die Bevölkerung eines wichtigen Unternehmens widmete.
Sämtliche Granit-Statuen sind über ein Gebiet neben und im Lore Lindu Nationalpark verstreut. Die von der restlichen Welt fast völlig unbekannten megalithischen Statuen wurden in verschiedenen Formen und Größen hergestellt - einige stehen; andere liegen umgestürzt oder flach am Boden. Die aufrechten Figuren wie der Palindo erinnern ein wenig an die aufrecht stehenden Figuren der Osterinsel.

Tupperware für Riesen oder Ritualbehälter?
Die sogenannten Kalambas sind megalithische Becken aus Granit, die zwischen einem und drei Metern hoch sein können und ebenfalls in dieser abgelegenen Region zu finden sind. Das ist weitaus weniger bekannt, als die sogenante Ebene der "Ton"krüge in Laos (sie sind dort auch nicht aus Ton, der Begriff hat sich lediglich so eingebürgert). Archäologen halten die Steinkrüge in Laos für Begräbnisurnen eines megalithischen, proto-malaiischen Volkes. Vielleicht wurden sie zu späteren Zwecken so eingesetzt - ob es aber der ursprüngliche Verwendungszweck war? Die Frage stellt sich auch in Indonesien.

Ähnliche Steinkrüge in Laos
Die in der Bada-Ebene gefundenen Gefäße tragen figürliche Ornamente (hier im Bild wie von einer Eule); manche verfügen über zwei Becken im Gesamtbehälter. Es existieren auch zahlreiche Deckel zu den Behältern, die sich teilweise in unmittelbarer Nähe befinden und über einige Verzierungen verfügen.

Deckel eines Riesen-Steinkrugs
In vielen Fällen nehmen die Einheimischen diese Zisterne-ähnlichen (teilweise zweigeteilten) Behälter zum Baden - eine für die Mutter und das andere für das Kind. Wofür diese Becken ursprünglich vorgesehen waren, bleibt weiter unbekannt.
Wie bei den meisten Megalithen-Artefakten rund um die Welt haben Archäologen diese Exemplare auf ein Alter von zwischen 1.000 und 5.000 Jahren datiert, aber sie sind wahrscheinlich viele Tausende von Jahren älter und bilden die Grundlage einer uralten Zivilisation. Einige der Behälter zeigen schwere Verwitterungstrukturen - vielleicht waren sie lange Zeit unter der Erde oder in andauernder Feuchtigkeit gelegen.

Angesichts der Größe und des Gewichtes ist es völlig schleierhaft, wie diese seinerzeit bewegt wurden.

Nicht alle Behälter sind auf wundersame Weise intakt geblieben. Äußere Einflüsse, der Zahn der Zeit oder der sprichwörtliche Ärger im Paradies haben auch so manche Scherben hinterlassen.