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So, 12 Jul 2020
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Fireball

Experte: "Russlands neues S-500 System kann Meteoriten abwehren" - Unwahrscheinlich!

Das neueste Flugabwehrsystem der Russen mit dem Namen S-500 ist nicht nur weltweit mit Abstand das effektivste System mit einem geschätzten technologischen Vorsprung von bis zu 20 Jahren im Vergleich zur Konkurrenz, sondern kann laut einem Rüstungsexperten sogar Meteoriten abwehren.
S-500

S-500 in Aktion
Russlands neustes Flugabwehrsystem S-500 kann im Grunde alles bekämpfen, was fliegt. Aber auch Meteoriten? - "Focus Online" vermutet bei der russischen Technik auch solche Fähigkeiten. "Warum denn nicht?" sagt ein Rüstungsexperte im Sputnik-Gespräch.

Aerodynamische Ziele - Flugzeuge, Drohnen, Lenkraketen - sind für das System S-500 so etwas wie Routineaufgaben. Natürlich ist das Abwehrsystem auch auf ballistische Flugobjekte eingestellt, auf Interkontinental- oder Mittelstreckenraketen. "Aber einmalig ist, dass diese Technik dazu befähigt ist, was kein anderes System in der Welt kann: Hyperschallziele bekämpfen", sagt der Militärexperte und ehemalige Flugabwehroffizier Juri Knutow im Sputnik-Gespräch. "Kein anderes Abwehrsystem in der Welt kann das; viele dieser Systeme erkennen Hyperschallziele nicht einmal."

~ Sputnik
Das unübertroffene System könnte nicht nur laut Focus auch für die Meteoriten-Abwehr einsatzfähig sein.
Überhaupt: Das S-500 (Codename: "Prometheus") ist westlichen Systemen der gleichen Kategorie um 15 bis 20 Jahre voraus, schreibt "Focus Online": "Auch Stealth Jets, also sogenannte Tarnkappenflugzeuge, sollen ein leichtes Ziel für das neuartige System sein", so das Nachrichtenmagazin. Und: Die Reichweite des "Prometheus" von bis zu 600 Kilometern lasse die Vermutung zu, "dass das S-500 auch zur Abwehr von Meteoriten oder anderweitigen Himmelskörpern verwendet werden kann."
"Da das Abwehrsystem auch Hyperschallziele orten und treffen kann, ist das in der Tat möglich", sagt der Rüstungsexperte Knutow in Bezug auf den "Focus"-Artikel. "Ein Meteorit ist allerdings kein leichtes Ziel. Himmelskörper treffen in unterschiedlichsten Winkeln auf die Erdatmosphäre auf, viele fliegen mit enormer Geschwindigkeit und sind nur unter bestimmten Voraussetzungen zu treffen. Aber es gibt Meteoriten, die das S-500 mit Leichtigkeit bekämpfen kann."
~ Sputnik
Schon bald soll das System erstmalig in Russland in Dienst gestellt werden.
Die Nutzungseinführung des S-500 ist in Planung", erklärte General Sergej Babakow, Chef der russischen Flugabwehrstreitkräfte, gegenüber Journalisten.

Das Abwehrsystem bleibe in seinen Fähigkeiten auf längere Sicht unübertroffen und solle die Basis legen für einen nationaleinheitlichen Flugabwehrverbund. Das stärke die Fähigkeit der russischen Streitkräfte zur Bewältigung strategischer Aufgaben nicht nur im Luft- sondern auch im Weltraum.
"Das S-500 kann als Knotenpunkt einer netzzentrischen Struktur funktionieren, an die sich weitere Abwehrsysteme anschließen: das S-400 oder S-350 zum Beispiel und andere", erklärt Militärexperte Knutow.
Zur Erprobung des S-500 gibt es in Russland bisher kaum amtliche Angaben. Dafür berichten amerikanische Medien mit Verweis auf US-Geheimdienste darüber. Bei einem Testschuss habe das Abwehrsystem ein Ziel in über 480 Kilometern Höhe getroffen - 80 Kilometer höher als bei den vorherigen Testversuchen, hieß es.

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Auch das amerikanische Fachportal "The National Interest" hat das russische S-500-Abwehrsystem analysiert: "Diese Waffe der neuen Generation ist dafür bestimmt, Moskaus ohnehin leistungsstarkes Abwehrsystem S-400 abzurunden und das Raketenabwehrsystem A-135 zu ersetzen." Mit dem S-500 könnten Ziele in bisher unerreichten Höhen abgewehrt und Tarnkappenflugzeuge bekämpft werden. Nach Angaben des amerikanischen Magazins hat eine S-500-Rakete bei einem Schusstest eine größere Höhe erreicht als bisher gemeldet: 553 Kilometer.

~ Sputnik
Ob das System tatsächlich Meteoriten abwehren kann, ist jedoch bisher nur Spekulation und eher fraglich: Denn Meteoriten können mit einer Geschwindigkeit von bis zu 72 Kilometer pro Sekunde auf die Erde einschlagen und treffen nicht selten in Schwärmen auf (viele Objekte). Währenddessen ist das S-500 nur dazu in der Lage, maximal 10 Raketen gleichzeitig auf verschiedene Objekte abzufeuern. Ein Treffer auf einen Meteoriten könnte ebenfalls dazu führen, dass das Objekt in der Atmosphäre in viele kleine Brocken zerfallen würde und dadurch noch mehr Schaden auf einer womöglich größeren Fläche anrichtet.

Die Beschaffenheit des Meteoriten (Masse und Material) spielt auch eine große Rolle. Sollte zum Beispiel ein Meteorit mit einem Durchmesser von 100 Metern, der hauptsächlich aus Eisen besteht (sehr viel Masse), mit 72 km/s auf die Erdoberfläche zurasen, und das Objekt vom System im besten Fall bereits in der Thermosphäre (85-600km von der Erdoberfläche entfernt) entdeckt werden, bliebe dem System nur zwischen knapp über einer Sekunde und im besten Fall ca. 8 Sekunden Zeit, das Objekt mit den Raketen "abzuwehren", die mit einer Geschwindigkeit von lediglich 5 km/s fliegen. Es ist also praktisch unmöglich. Wenn das Objekt jedoch "nur" mit 12 km/s (unteres Geschwindigkeitslimit für Meteoriten) auf die Erde auftrifft, könnte es zumindest theoretisch möglich sein (unter den besten Voraussetzungen), aber selbst dann wäre es immer noch sehr schwer bis praktisch unmöglich.

Darüber hinaus werden die meisten dieser Objekte erst nach ihrer Nahbegegnung (und somit nachdem die Kollision bereits stattgefunden hätte) praktisch aus dem Nichts entdeckt. Hierzu unser Bericht aus dem letzten Monat:

Jupiter

Schwarzes Loch "frisst" eine Sonne pro Tag

Astronomen haben ein schwarzes Loch mit Rekorddimensionen vermessen: Es ist das gefräßigste und das am schnellsten wachsende seiner Art, das bisher gefunden wurde.
schwarzes loch
© JPL-Caltech/ NASA
In den Fünfzigerjahren gaben außergewöhnlich helle Objekte im All den Astronomen Rätsel auf. Radioteleskope, die damals einen rasanten technischen Fortschritt durchmachten, hatten sie sichtbar gemacht. Nun fragten sich die Forscher, was sie da eigentlich für ein mächtiges Leuchten wahrnahmen, das mal punktförmig, mal länglich erschien und noch dazu die Helligkeit änderte. Ein Stern war es wohl nicht. Weil kein Name so richtig passte, fiel die Wahl auf "quasi-stellare Radioquelle", QSR. Daraus wurde der Begriff Quasar.

Heute wissen wir, dass das Licht von Quasaren auf der Reise zur Erde Milliarden Lichtjahre im Universum zurücklegt und sie nahe an den Urknall heranreichen. Quasare sind die aktiven Kerne von Galaxien. Ihre Leuchtkraft rührt wohl aus der fast Lichtgeschwindigkeit-schnellen Rotation von Gas und Staub um ein riesiges schwarzes Loch, wenn Gravitationsenergie, Drehimpuls und Reibung die Materie aufheizen.


Fireball 5

Neowise C/2020 F3 ist in diesem Monat mit bloßem Auge beobachtbar

Dieser Sommermonat bringt für passionierte Sterngucker ein tolles Himmelspektakel mit sich. Ein neuer Schweifstern namens "Neowise" wird uns im Juli mit seiner Helligkeit begeistern. Wann ist er besonders gut zu sehen?
neowise C/2020 F3
© imago images/MiS
Eine Ewigkeit ist er durch die Tiefen des Sonnensystems gezogen, nun taucht der uralte kosmische Brocken an unserem Nachthimmel auf: Hobby-Sterngucker dürfen sich auf einen neuen Kometen freuen, der spannende Beobachtungsnächte verspricht. Der Komet "Neowise" mit der nüchternen Bezeichnung C/2020 F3 ist bis etwa zum Monatsende am Himmel zu sehen - erst mit bloßem Auge und später per Feldstecher.

Dann sehen Sie den Kometen am besten

"Für ungeübte Beobachter liegt der beste Beobachtungszeitraum zwischen dem 15. und dem 25. Juli", sagt Manfred Gaida, Astronom und wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Derzeit taucht der helle Schweifstern - bei optimalen Beobachtungsbedingungen - kurz vor der Morgendämmerung auf, ganz, ganz tief am Horizont im Sternbild Fuhrmann.

In den kommenden Wochen wird es jedoch leichter, ihn am Sternenhimmel aufzufinden: Der Schweifstern gewinnt an Höhe über dem Horizont und wandert in Richtung des Großen Wagens - wobei er allerdings zugleich an Leuchtkraft verliert. Dafür geht er immer früher auf, sodass aus dem Beobachtungsobjekt in der Dämmerung eines für die tiefe Nacht und später für den Abendhimmel wird.

Kommentar: Hier sind ein paar Amateuraufnahmen von dem Kometen:








Better Earth

Überraschung: Neuausrichtung des Erdmagnetfeldes kann zehnmal schneller vonstattengehen

Anhand einer Computersimulation haben Wissenschaftler jetzt festgestellt, dass sich die Ausrichtung des Erdmagnetfeldes 10 Mal schnell verändern kann als man bisher vermutete.
Earth’s magnetic field
© Aubert et al./IPGP/CNRS Photo library
Anstatt sich auf Satellitendaten zu beziehen, griffen die Wissenschaftler bei ihrer Studie auf eine vor kurzem veröffentlichte Rekonstruktion zurück sowie auf Computersimulationen der Entstehung des Erdmagnetfeldes:

Galaxy

Wissenschaftler entdecken rätselhafte Kreise aus Radiowellen im All

Astronomen haben rätselhafte Kreise aus schwachen Radiowellen entdeckt, deren Herkunft, Entstehung, genaue Größe und Entfernung bislang noch unbekannt sind.
Radio Kreise
© R. Norris et al., ArXiv.org 2020
Einer von vier entdeckten Radio-Kreisen.
Nur eines ist sicher: Vergleichbares wurde bislang noch nicht beobachtet.

Wie das Team um Ray Norris von der University of Western Sydney vorab via ArXiv.org berichtet, entdeckten sie die als "Odd Radio Circles" (ORCs) bezeichneten Radiokreise bereits 2018 mit den neuen Teleskopen der "Australian Square Kilometer Array Pathfinder" (ASKAP) im Rahmen eines Projekts zur Identifizierung von Funkquellen am Himmel.

~ Grenzwissenschaft Aktuell
Insgesamt wurden vier dieser Kreise entdeckt, während die Forscher davon ausgehen:

Bulb

Studie beweist: Tiere können Erdbeben vorab wahrnehmen

In einer neuen Studie, in der Bewegungsdaten von Tieren ausgewertet wurden, wurde jetzt bestätigt, was viele Menschen rund um den Globus schon seit langem festgestellt haben: Tiere können Erdbeben, noch bevor sie auftreten, wahrnehmen und reagieren darauf.
Cow Kuh
© Copyright: MPI f. Verhaltensbiologie / MacCine
Mit Bewegungssensoren ausgerüstete Tiere in einem Bauernhof in einer norditalienischen Erdbebenregion.
Berichte über die Fähigkeit von Tieren, Erdbeben vorweg spüren zu können und diese durch ungewöhnliches Verhalten vorab anzuzeigen, gehen bis in die Antike zurück. In einem internationalen Kooperationsprojekt haben Verhaltensbiologn untersucht, ob Kühe, Schafe und Hunde tatsächlich frühe Anzeichen von Erdbeben wahrnehmen könnten.

~ Grenzwissenschaft Aktuell
Die Ergebnisse könnten zur Implementierung von Frühwarnsystemen eingesetzt werden und bestätigen bereits zuvor durchgeführte Experimente. Die Studie wurde über Monate hinweg an Tieren in einer Erdbebenregion in Italien durchgeführt.
Wie das Team aus Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Max-Planck-Instituts für Verhaltensbiologie in Radolfzell/Konstanz und des Exzellenzclusters Centre for the Advanced Study of Collective Behaviour der Universität Konstanz aktuell im Fachjournal "Ethology" (DOI: 10.1111/eth.13078) berichtet, haben sie in einer Erdbebenregion in Norditalien Tiere mit Sensoren ausgestattet und so deren Bewegungen über Monate hinweg aufgezeichnet.

~ Grenzwissenschaft Aktuell
Interessanterweise verhielten sich die Tiere umso früher unruhiger, je näher sie sich am Epizentrum befanden. Die Daten verschiedener Tierarten könnten sogar die genaue Lokalisierung und den Zeitpunkt des bevorstehenden Erdbebens ermöglichen.

Bulb

Studie versucht die heutige Existenz eines "verborgenen Ozeans" auf Pluto zu erklären

Seit Jahren wird über die Existenz eines Ozeans auf Pluto diskutiert. Jetzt präsentieren Wissenschaftler in einer neuen Studie die Mechanismen, die zur Entstehung dieses Meeres geführt haben könnten.
pluton
Wie das Team um Carver Bierson von der University of Santa Cruz aktuell im Fachjournal "Nature Geoscience" (DOI: 10.1038/s41561-020-0595-0) berichtet, sei durch die Anreicherung von neuem Material während der Entstehung des Pluto möglicherweise genug Wärme erzeugt worden, dass ein flüssiger Ozean entstehen konnte, der bis heute trotz der gewaltigen Distanz zur Sonne, unter einer eisigen Kruste bestehen kann.

~ Grenzwissenschaft Aktuell
Der Vorschlag der Wissenschaftler widerspricht der genauso hypothetischen traditionellen Ansicht:

Meteor

Asteroid 2010 NY65 fliegt morgen an der Erde vorbei

Der Asteroid mit der Bezeichnung 441987 (2010 NY65) soll laut NASA morgen Mittag die Erde passieren. Der Asteroid hat einen Durchmesser von ca. 177 Metern und bewegt sich mit einer Geschwindigkeit von knapp 13 Kilometern pro Sekunde fort, was ungefähr 46.400 km/h entspricht. Bei der Passage soll er sich 3,75 Millionen Kilometer weit von der Erde befinden und zählt deshalb zu den Near Earth Objects.

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Eine direkte Gefahr soll der Asteroid nicht darstellen, doch es ist zu beobachten, dass immer mehr Himmelskörper sich in unserem Sonnensystem bewegen und teilweise erst zu spät entdeckt werden:

Aus dem Nichts: Großer Asteroid schrammt gefährlich nah an der Erde vorbei

Fireball

Aus dem Nichts: Großer Asteroid schrammt gefährlich nah an der Erde vorbei

Am 7. Juni wurde ein Asteroid entdeckt, der bereits zwei Tage zuvor am 5. Juni die Erde in einer Entfernung von lediglich 0,8 Monddistanzen nur knapp verfehlte. Die Größe des Asteroiden, der auf den Namen "2020 LD" getauft wurde, wird zwischen 89 und 200 Meter eingeschätzt.

asteroid earth impact
© Shutterstock
Der Asteroid wurde also zwei Tage zu spät entdeckt und hätte bei einer Kollision mit der Erde verheerende Schäden anrichten können. 2020 LD ist jedoch bei Weitem nicht das einzige erdnahe Objekt, das in diesem Jahr der Erde gefährlich nahe gekommen ist. Darüber hinaus ist die Anzahl solcher Objekte in den letzten Jahren dramatisch angestiegen. 2019 war in Bezug darauf das Rekordjahr:

NEO Moon Close Approach
© Sott.net
Wie Sie oben sehen können, gab es letztes Jahr 82 Nahbegegnungen mit solchen Objekten. Das bedeutet, dass im Jahr 2019 im Durchschnitt etwa alle 4,5 Tage ein solches Objekt sehr nahe an der Erde vorbeigeschossen ist! Vergleichen Sie nun diese Zahl beispielsweise mit dem Jahr 1991, in dem übrigens zum ersten Mal in der Geschichte überhaupt ein Objekt dieser Art entdeckt wurde. Im Jahr 1991 kamen "nur" 2 Objekte dieser Art der Erde sehr nahe. Das bedeutet, dass im Jahr 1991 ein solches Objekt im Durchschnitt "nur" etwa alle 182,5 Tage an der Erde vorbeiflog. Oder schauen Sie sich zum Vergleich das Jahr 2006 oben an; es wurden zum damaligen Zeitpunkt immer noch "nur" 6 solcher Objekte entdeckt.

Wie viele dieser 82 Objekte im Jahr 2019 wurden vorzeitig entdeckt, und wie viele wurden erst entdeckt, nachdem sie sich der Erde angenähert hatten?

Mars

Satellit entdeckt grünes Polarlicht auf dem Mars

Zum ersten Mal wurden auf dem Mars durch den russisch-europäischen ExoMars-Satelliten grüne Polarlichter nachgewiesen. Über die Existenz dieser Polarlichter auf dem roten Planeten war bis dato nichts bekannt.
Mars Polarlicht
Diese Beobachtung gibt einen besseren Einblick in die Mars-Atmosphäre und könnte nicht nur der Planetenforschung sondern auch künftigen Mars-Missionen nutzen.

Grünes Glühen am Himmel nennt man auf dem Planeten Erde Polarlicht. Es entsteht, wenn hochenergetische Elektronen aus dem Weltall in die obere Atmosphäre dringen und dort auf Sauerstoffmoleküle treffen.

Ein solches grünes Licht ist aber nicht auf unseren Heimatplaneten beschränkt, wie neue Daten des russisch-europäischen "ExoMars Trace Gas Orbiters" zeigen, der seit Oktober 2016 die Atmosphäre des Roten Planeten untersucht.

~ Sputnik
In der neuen Studie, die in der Fachzeitschrift Nature Astronomy erschienen ist, schreibt der Hauptautor:
"Eine der hellsten Leuchterscheinungen auf der Erde ist das nächtliche Polarlicht. Konkreter gesprochen Sauerstoffatome, die eine bestimmte Wellenlänge des Lichts ausstrahlen, was bislang an keinem anderen Planeten beobachtet worden war", erklärt Jean-Claude Gérard, Hauptautor der Studie, in einer ESA-Pressemitteilung. "Allerdings werden solche Emissionen bereits seit 40 Jahren für den Mars vorhergesagt. Dank des Trace Gas Orbiters haben wir sie nun nachgewiesen."

~ Sputnik
Das Licht wurde in allen Höhenlagen zwischen 20 und 400 Kilometern über dem Planeten entdeckt, wobei es in einer Höhe von 80 Kilometern am stärksten leuchtete.
Die entsprechenden Daten wurden im Zeitraum 24. April bis 1. Dezember 2019 mithilfe der Instrumente NOMAD und UVIS an Bord des Orbiters gesammelt. Die Instrumente wurden dabei so kalibriert, dass sie auf den äußersten Rand des Planeten gerichtet waren, in etwa so, wie die Aufnahmen von der internationalen Raumstation ISS, auf denen das grüne Leuchten eingefangen wurde.

~ Sputnik
Das Glühen wird anscheinend überwiegend durch CO2 hervorgerufen.
Weitere Untersuchungen zeigten, dass das Glühen überwiegend von CO2 herrührt, das von den kosmischen Teilchen in Kohlenstoffmonoxid und Sauerstoff aufgetrennt wird. Zudem stellten sie fest, dass die Sauerstoffmoleküle neben grünem auch ultraviolettes Licht aussenden.

~ Sputnik
Das Polarlicht des Mars unterscheidet sich jedoch in einem Punkt deutlich von dem auf der Erde:
Das grüne Licht ist allerdings 16,5 Mal intensiver als das ultraviolette - worin sich das Mars-Leuchten vom Polarlicht auf der Erde deutlich unterscheidet, denn das irdische Licht ist deutlich schwächer. Daraus schließen die Forscher, dass es noch viel über das Verhalten von Sauerstoffmolekülen zu lernen gibt.

~ Sputnik