Willkommen bei SOTT.net
Mo, 05 Dez 2016
Die Welt für Menschen, die denken

Wissenschaft und Technologie
Karte


Nebula

Magnetsinn scheinbar auch beim Menschen nachgewiesen

Vögel, Insekten und einige Säugetieren haben die Fähigkeit, das Erdmagnetfeld wahrzunehmen. Das ermöglicht ihnen, weite Strecken zurückzulegen und sich in ihrer Umgebung zu orientieren. Der Geophysiker Dr. Joe Kirschvink vom California Institute of Technology (Caltech) hat nun verlautbart, diesen Sinn erstmals auch beim Menschen entdeckt zu haben.

Kirschvink behauptet, dass seine Ergebnisse reproduziert und verifiziert werden können. Das war bisher bei Experimenten zu unserem Magnetsinn, der sogenannten Magnetorezeption, nicht möglich.

Der biologische Vorgang der Magnetorezeption wird mit zwei konkurrierenden Hypothesen erklärt: Das eine Lager glaubt, dass erdmagnetische Felder Quantenreaktionen in „Cryptochtomen“ genannten Proteinen hervorrufen; das andere Lager erwägt die Möglichkeit, dass es im Körper Rezeptorzellen gibt, die Magnetit enthalten und sich nach dem Magnetfeld ausrichten. Allerdings kann keine der beiden Hypothesen diese Fähigkeiten schlüssig beweisen.

R2-D2

Humanoide Roboter der TH Wildau sollen für die Altenpflege eingesetzt werden

BERLIN/WILDAU. Die Studenten Mathias Lindt und Max Dellüge der Technischen Hochschule Wildau haben für ihren humanoiden Roboter "Annabell" den mit 1000 Euro dotierten Dritten Preis im Wettbewerb "Mensch und Technik 2016" des Bezirksvereins Berlin-Brandenburg des Vereins Deutscher Ingenieure erhalten.

Einsatz humanoider Roboter für das betreute Wohnen im Alter
Der Roboter könne die Gebärdensprache beibringen sowie ausgewählte gesprochene Worte und Sätze mittels Gestiken in die Gebärdensprache übersetzen. Die Lösung sei für die (Alten-)Pflege bestimmt. Sowohl Pflegebedürftige als auch das -personal erhielten so die Möglichkeit, ihre Kenntnisse in der Gebärdensprache zu vertiefen. Zudem können Betroffene bei sich abzeichnender Gehörlosigkeit die Gebärdensprache rechtzeitig erlernen.

Nebula

Astronomen finden erste Hinweise auf merkwürdige Quanteneigenschaften des leeren Raums

Milano (Italien) - Im Licht eines ungewöhnlich dichten und stark magnetisierten Neutronenstern haben Astronomen mit dem Very Large Telescope (VLT) der Europäischen Südsternwarte (ESO) möglicherweise die ersten Hinweise auf einen seltsamen Quanteneffekt gefunden, der in den 1930er Jahren zum ersten Mal vorhergesagt wurde: Die Polarisation des beobachteten Lichts legt nahe, dass der leere Raum um den Neutronenstern einem Quanteneffekt unterliegt, den man als „Vakuumdoppelbrechung“ bezeichnet.
© ESO/L. Calçado
Diese Künstlerische Darstellung zeigt, wie das Licht, das von der Oberfläche eines stark magnetisierten Neutronensterns (links) kommt, auf seinem Weg zum Beobachter auf der Erde (rechts) linear polarisiert wird, sobald es sich dem Vakuumraum nahe des Sterns nähert. Die Polarisation des beobachteten Lichts im extrem starken Magnetfeld legt nahe, dass der leere Raum um den Neutronenstern einem Quanteneffekt unterliegt, der als Vakuumdoppelbrechung bekannt ist, einer Vorhersage der Quantenelektrodynamik (QED). Die magnetischen und elektrischen Feldrichtungen der Lichtstrahlen sind durch rote und blaue Linien dargestellt. Sie richten sich entlang einer bevorzugten Richtung aus, sobald das Licht durch die Region um den Neutronenstern läuft. Indem sie sich ausrichten, wird das Licht polarisiert und diese Polarisation kann mit empfindlichen Instrumenten auf der Erde gemessen werden.
Wie das Team um Roberto Mignani vom Istituto di Astrofisica Spaziale e Fisica Cosmica Milano (INAF) und der polnischen Universität Zielona Gora aktuell im Fachjournal Monthly Notices of the Royal Astronomical Society berichten, haben sie mit dem VLT den rund 400 Lichtjahre von der Erde entfernten Neutronenstern „RXJ1856.5-3754“ beobachtet.

Monkey Wrench

Wissenschaftler des MIT konstruieren künstliche Muskeln

Mit einer Kombination aus gewöhnlichen Nylonfäden und stromleitender Tinte gelang es Forschern des Massachusetts Institute of Technology, einen künstlichen Muskel herzustellen, der viele Bewegungen natürlichen Muskelgewebes nachahmen kann. Die Forscher glauben, dass Ihre Erfindung eine ganze Reihe Anwendungsmöglichkeiten hat - von der Robotik über künstliche Gliedmaße bis hin zu flexiblen Komponenten für den Automobil- oder Flugzeugbau.
© Felice Frankel and Seyed Mohammad Mirvakili/MIT
Ein Muskel aus Nylon und stromleitender Tinte

Der Prozess, mit dem der künstliche Muskel hergestellt wird, ist relativ einfach. Die Nylonfäden werden in einem besonderen Verfahren neu geformt und auf einer Seite mit stromleitender Tinte beschichtet. Dadurch entstand ein Gewebe, das unter der Einwirkung von Hitze seinen Durchmesser erhöht und sich in der Länge zusammenzieht. Die Hitze entsteht dabei, wenn an der leitenden Tinte eine Spannung angelegt wird. Der künstliche Muskel hält mindestens 100.000 dieser Kontraktionen durch, wahrscheinlich liegt die Grenze sogar noch viel höher. Bei Bedarf kann er sich mit einer Frequenz von 17 Kontraktionen die Sekunde bewegen.

Magnify

Faktencheck: Sogenannte Pyramiden in der Antarktis sind natürliche Bergformationen

© sevzirfo (via Panoramio)
Aus dieser Perspektive hat es zunächst wirklich den Anschein, als erhebe sich eine gewaltige Pyramide aus dem Eis der Antarktis.
Saarbrücken (Deutschland) - Seit einigen Tagen kursiert wieder einmal eine Geschichte durchs Internet, laut der die schmelzende Eisdecke mindestens eine gewaltige Pyramide in der Antarktis freigelegt haben soll. Spätestens nachdem auch Focus-Online sich der Story in einem Video-Report angenommen hatte, sorgten die „mysteriösen Schneepyramiden“ auch im deutschsprachigen sozialen Web für Kontroversen - dabei ist die Story noch nicht einmal neu, sondern geistert in verschiedenen Variationen schon seit einigen Jahren durchs Netz. GreWi macht den Faktencheck...

- Die angebliche Arktis-Pyramide wurde nicht erst kürzlich entdeckt und auch die Geschichte selbst ist nicht neu. Erstmals kursierten entsprechende Videos nahezu gleichen Inhalts schon seit mindestens 2013. Die Hauptquellen gehören zu einer Reihe von Youtube-Kanälen, die schon seit Jahren für ihre Fake-Meldungen und gefälschten UFO-Videos bekannt sind.

- Doch schon damals war die Sache alles andere als neu.

- Tatsächlich benennen schon die Karten der „British Antarctic Expedition“ unter R.F. Scott von 1910 - 13 genau diesen Berg als „Pyramid Mountain“ - also als „Pyramiden-Berg“. Er befindet sich bei den Koordinaten 79°58’39.25″S 81°57’32.21″W und gehört zu der als „Quartermain Mountains“ bezeichneten Gruppe exponierter und eisfreier Berggipfel der Antarktischen Trockentäler südlich des Taylor-Gletschers im antarktischen Viktorialand. Der Pyramid Mountain ist derart bekannt, dass er „sogar“ einen eigenen Wikipedia-Eintrag hat. Dieser erläutert:

Kommentar: Drei Pyramiden in der Antarktis entdeckt? Muss die Geschichte umgeschrieben werden?


Galaxy

Überraschung für Astronomen: Hinter Milchstraße verbirgt sich einer der größten Galaxie-Haufen unseres Kosmos

© Thomas Jarrett (UCT)
Die Himmels- und Rotverschiebungsverteilung der Galaxien in der Vela- Superhaufenregion (VSC) und ihrer Umgebung. Die Farbe der Galaxien gibt die Entfernung an. Die gezeigten Galaxien haben einen Abstand von 500 bis 1000 Millionen Lichtjahren.
Verdeckt durch unsere Milchstraße bewegt sich eine der größten und massereichsten Strukturen durch den Kosmos. Der Vela-Superhaufen überrascht Astronomen.

Es war für Renée Kraan-Korteweg von der University of Cape Town und ihr Team keine leichte Übung, diese Struktur zu entdecken - denn sie »versteckt« sich hinter unserer Milchstraße. Um den Vela-Superhaufen zu beobachten und zu vermessen, mussten die Astronomen zuerst alle hellen Objekte sowie Staub in der 100 000 Lichtjahre messenden galaktischen Scheibe ausblenden, die zwischen uns und freien Weltraum liegt. „Ich konnte es zuerst nicht glauben, dass eine derart riesige Struktur so prominent vor uns auftauchen würde", beschreibt die Wissenschaftlerin ihren Fund. Der Superhaufen befindet sich im Sternbild Segel des Schiffs (Vela), nach dem er letztlich benannt wurde. Dieses befindet sich 800 Millionen Lichtjahre von uns entfernt. Durch seine Masse, die mindestens so groß ist wie des imposanten Shapley-Superhaufens, beeinflusst er wohl auch die Bewegungen in unserer galaktischen Umgebung.

Superhaufen gelten als die größten und massereichsten Strukturen im Universum. und bestehen aus Galaxienhaufen sowie ausgedehnten Dichtestrukturen, die bis zu 200 Millionen Lichtjahren groß sein können. Entdeckt haben Kraan-Korteweg und Co den Superhaufen, indem sie verschiedene Teleskope auf diese Region ausrichteten und die jeweiligen spektroskopischen Daten sammelten und kombinierten. Dabei spürten sie mindestens acht Galaxien auf, die sich gleichzeitig und mit hoher Konstanz von der Erde fortbewegen - was zugleich andeutete, dass zahlreiche Galaxien nicht gesehen werden konnten. „Es war offensichtlich, dass wir ein riesiges Netzwerk an Galaxien aufdeckten, das sich viel weiter erstreckte, als wir erwartet hatten", so die an der Studie beteiligte Astrophysikerin Michelle Cluver.

Kommentar: Der dunkle Fluss der Galaxien: Rotiert unser Universum?

Ausführlichere Informationen zur Natur unseres Kosmos gibt das bald auf Deutsch erscheinende Buch "Erdveränderungen und die Mensch-Kosmos-Verbindung", das auf de.sott.net bis hierher übersetzt wurde.


Info

Hunde sind uns ähnlicher als wir denken: Auch sie haben ein episodisches Gedächtnis

© Unsplash/Pixabay
Hunde besitzen ein episodisches Gedächtnis - und knacken damit eine weitere, vermeintlich rein menschliche Domäne.
Auch Hunde verfügen über eine Art episodisches Gedächtnis

Kluge Vierbeiner: Das Gedächtnis der Hunde ist dem menschlichen ähnlicher als gedacht. Denn die Tiere können sich gut an vergangene Ereignisse erinnern - und das sogar dann, wenn sie etwas nur beobachtet haben. Sie besitzen damit ein episodisches Gedächtnis ähnlich dem unsrigen, berichten Forscher im Fachmagazin "Current Biology". Der Hund hat damit eine weitere vermeintlich menschliche Domäne geknackt.

Hunde sind nicht nur der sprichwörtlich beste Freund des Menschen, sie verfügen auch über eine beträchtliche Intelligenz - wie wohl jeder Hundebesitzer bestätigen würde. Die schlauen Vierbeiner verstehen unsere Gesten, Blicke und Worte und können sogar zählen - wenn auch etwas schlechter als Wölfe. Die große Lernfähigkeit der Hunde demonstriert zudem, dass Hunde ein sehr gutes prozedurales Gedächtnis besitzen: Sie können sich an einmal gelernte Fertigkeiten und Abläufe erinnern.

Erinnern sich Hunde wie wir?

Offen blieb aber bisher, ob Hunde auch über ein episodisches Gedächtnis verfügen. Im Gegensatz zu antrainierten Fertigkeiten merken wir uns damit Ereignisse und Erfahrungen in unserem Leben - und dies quasi nebenbei, ohne bewusst darauf zu achten. "Diese Gedächtnisform gilt zudem als eng verknüpft mit dem Besitz eines Selbstbewusstseins", erklärt Studienleiterin Claudia Fugazza von der Eötvös Universität in Budapest.

Bisher galt das episodische Gedächtnis meist als Domäne des Menschen - auch, weil man Tiere nicht einfach fragen kann: "Erinnerst Du Dich noch?" Ob beispielsweise Menschenaffen diese Gedächtnisform besitzen, ist deshalb strittig. Die Schwierigkeit liegt darin, Experimente und Tests zu entwickeln, die das episodische Gedächtnis abfragen, ohne dass zuvor ein bewusstes Lernen oder Antrainieren stattgefunden hat.

Kommentar:


Beaker

Studie bestätigt Mythos: Junges Blut verjüngt alte Körper und Gehirne

San Carlos (USA) - In einer aktuellen Studie zeigen US-Forscher, dass Blut menschlicher Jugendlicher alte Mäuse verjüngt - deren Erinnerung, Kognition und physische Aktivität verbessert. Die Forscher vermuten darüber hinaus, dass die Methode auch auf den Menschen übertragen werden kann.
Schon zuvor hatten andere Studien zeigen können, dass die Injektion von jungem Mäuseblut bei alten Mäusen zu einer weitreichenden Verjüngung der Tiere führen kann. Wie Sakura Minami von der medizinischen Forschungsfirma Alkahest auf dem Jahrestreffen der Society for Neuroscience berichtet, scheint der Schlüssel zur Jugend im Blutplasma und damit dem flüssigen Anteil des Blutes zu liegen.

Mars

Riesiges Meer auf Mars entdeckt: Bis 170 Meter dick und ein Volumen von 14.300 Kubikkilometern

Amerikanische und kanadische Wissenschaftler haben auf dem Mars ein Meer aus gefrorenem Wasser entdeckt, meldet NASA. Die aus Wassereis, Sand und Gas bestehende Schicht liegt einen bis zehn Meter tief unter der Planetenoberfläche im westlichen Teil von Utopia Planitia - einer größeren Tiefebene auf dem Mars. Die Schicht ist 80 bis 170 Meter dick und hat ein Volumen von etwa 14.300 Kubikkilometern.

© NASA
Riesiges Meer auf rotem Planeten entdeckt
Die Wissenschaftler haben das zugefrorene Meer mit der Radaranlage SHARAD (Shallow Radar) der Raumsonde Mars Reconnaissance Orbiter (MRO) entdeckt. Der MRO wurde am 12. August 2005 in den Weltraum geschickt. Seitdem die Sonde 2006 den Mars erfolgreich erreicht hat, dient sie einer weiteren Erforschung des roten Planeten.

Im Oktober hatte das Landemodul „Schiaparelli“ der europäisch-russischen Raumsonde TGO (Trace Gas Orbiter) den Mars erreicht. Leider kam es zu einer Notfallsituation, bei der das Signal zur Raumsonde vor ihrer Landung auf der Mars-Oberfläche verloren wurde. Das NASA-Weltraumschiff Mars Reconnaissance Orbiter hat das Bild von dem vermutlichen Absturzort des Landemoduls Schiaparelli auf dem Mars geliefert.

Question

Leben wir in der Vergangenheit eines Paralleluniversums?

© Bruce Rolff / Shutterstock
Physiker haben bekanntlich ein Problem mit der Zeit. Ob Newtons Gravitationslehre, die Maxwell-Gleichungen, Einsteins spezielle und allgemeine Relativitätstheorie oder die Quantenmechanik, all diese Theorien, welche die Funktionen unseres Universums beschreiben, können wunderbar in zwei Richtungen der Zeit angewandt werden.

Die Welt, die wir erleben, ist eine ganz andere. Das Universum expandiert und zieht sich nicht zusammen. Sterne emittieren Licht anstatt es aufzunehmen. Radioaktive Atome zerfallen und bauen sich nicht wieder neu zusammen. Ein Omelett wird niemals wieder zum Ei. Wir erinnern uns an die Vergangenheit, nicht an die Zukunft und werden eines Tages alt, nicht jung. Für uns hat die Zeit also eine ganz klare und irreversible Richtung. Sie bewegt sich vorwärts, in Richtung Zukunft, ganz egal, was irgendwelche Gleichungen sagen mögen.

Wie aber wird darüber entschieden, welche Richtung die Zeit hat und worauf begründen sich diese Annahmen? Werfen wir einen Blick in die Wissenschaft.

Kommentar: Einige der hier beschriebenen Konzepte über die Natur unseres Kosmos, u.a. die Herkunft der Zeit, werden auch in der Buchserie Die Welle auf innovative Weise von Laura Knight-Jadczyk behandelt, sowie in dem bald bei uns auf Deutsch erhältlichen Buch "Erdveränderungen und die Mensch-Kosmos Verbindung".

Sonstige Links: