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So, 23 Jul 2017
Die Welt für Menschen, die denken

Wissenschaft und Technologie
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Sogar Videos: Lebende Zellen als Datenspeicher für Bilder und Filme verwendet

Forscher machen lebende Zellen zu Datenspeichern für Bilder und Filme

Zellen als Datenspeicher: US-Forscher haben erstmals ein Foto und sogar einen Film im Erbgut lebender Bakterien gespeichert. Dafür kodierten sie die Bildinformationen in DNA-Stücken, die von den Zellen in ihr Erbgut eingebaut wurden. Durch DNA-Sequenzierung der Zellen ließen sich die Daten wieder abrufen, wie die Forscher im Fachmagazin
Nature berichten. Dies eröffne ganz neue Möglichkeiten der biologischen Datenspeicherung.


Dieses Bild eines galoppierenden Pferdes haben US-Forscher in lebenden Bakterien gespeichert - sogar als Video.
Schon länger experimentieren Forscher damit, das Erbmolekül DNA als Datenspeicher zu nutzen. Denn als Basen kodiert, sind Speicher mit erheblich höheren Datendichten möglich als in herkömmlichen Computern - und sie wären erheblich haltbarer als übliche Datenträger. Bisher wurden solche DNA-Speicher allerdings meist in vitro erzeugt und auch wieder abgelesen - sozusagen im Reagenzglas.

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Spinnen, die sich als Ameisen tarnen

Forscher haben erstmals den Gang der Ameisenspringspinne analysiert und dabei Erstaunliches festgestellt
© sarefo
Eine Ameisenspringspinne in Nichtameisenhaltung: Deutlich zu sehen ist aber, wie der Körper der Spinne die drei Segmente der Insekten (Kopf, Thorax und Abdomen) auch durch Färbung nachahmt.
Cambridge/Wien - Der wissenschaftliche Name dieser auch in Mitteleuropa verbreiteten Springspinne weist gleich doppelt auf ihre Haupteigenschaft hin: Myrmarachne setzt sich aus den griechischen Bezeichnungen für Ameise und Spinne zusammen, formicaria bedeutet ameisenartig.

Tatsächlich ist die achtbeinige Ameisenspringspinne von sechsbeinigen Ameisen auf den ersten Blick nur schwer zu unterscheiden: Die Spinne imitiert unter anderem die Wespentaille von Insekten, und auch durch ihre Färbung ahmt die Spinne die drei Segmente von Ameisen nach. Zudem verwendet sie drei Beinpaare, während das vorderste in die Höhe gestreckt wird, um die Fühler der Insekten zu imitieren.

Bulb

Ohne Akku: US-Forscher entwickeln batterieloses Mobiltelefon

US-Forscher der University of Washington in Seattle haben den Prototypen eines Mobiltelefons entwickelt, das keinerlei Batterien oder Akkus mehr benötigt.

© University of Washington
Der Prototyp besteht lediglich aus einer Platine und sieht wenig ansprechend aus, doch er dient auch nur zur Demonstration, welche faszinierenden Leistungen es bereits vollbringen kann. Das Gerät benötigt nur 3,5 Mikrowatt an Strom und bezieht seine Energie sowohl aus dem Licht als auch durch Radiosignale in seiner Umgebung. Dazu besitzt es ein nur reiskorngroßen Solarmodul und einen Mini-Empfänger für die Funksignale seiner Basisstation, die das Telefonieren in einem Radius von bislang max. 15 Metern ermöglichen.


Der Energiebedarf des Mobiltelefons ist deshalb so gering, weil die Forscher nicht den konventionellen Weg gewählt haben und das analoge Sprachsignal in ein digitales umwandeln, bevor sie es übertragen, sondern die Worte mit Hilfe des Mikros und einer kleinen Antenne als Vibrationen erfassen und sie anschließend in Radiosignale umgewandelt mittels Skype an die Basisstation übertragen. Wie Yahoo News schreibt, soll sich die Technologie für die Basisstation problemlos in jede handelsübliche Mobilfunkbasisstation oder WLAN-Router einbauen lassen können, was die Stromversorgung der Handys auch großflächig gewährleistet.

Comet

165 Meteoriten-Trümmer von Meteoriteneinschlägen vor mehr als 400 Millionen Jahren entdeckt

Geologen entdeckten in Gestein aus dem Gailtal außerirdische Spuren. Sie stammen von Meteoriteneinschlägen vor mehr als 400 Millionen Jahren.

© Universität Lund
Einer der Mikrometeoriten in einer stark vergrößerten Darstellung. Das Korn ist nur etwa 0,2 Millimeter groß
Aller Anfang ist schwer. Für die Forschung des schwedischen Geologen Birger Schmitz gilt das ganz besonders. Sage und schreibe 350 Kilo Gestein schleppte er mithilfe seiner drei Assistenten im Herbst 2015 von der Cellon-Rinne auf dem Kärntner Plöckenpass einige hundert Höhenmeter tiefer bis zur Straße. Sinn und Zweck der schweißtreibenden Aktion: Birger war auf der Suche nach den Überresten von Minimeteoriten, die vor mehr als 400 Millionen Jahren möglicherweise auch im Gailtal eingeschlagen haben.

Nun steht das Ergebnis fest. „Im Gestein sind tatsächlich insgesamt 165 extraterrestrische Körner nachgewiesen worden“, sagt Hans Peter Schönlaub vom Geopark Karnische Alpen. „Man hat sie eindeutig als Rest von Asteroiden oder Kleinplaneten identifiziert.“ Die außerirdischen Trümmer sind maximal 63 Mikrometer groß (ein Mikrometer entspricht einem tausendstel Millimeter). Sie wurden unter dem Mikroskop entdeckt, nachdem man das Gestein aus dem Gailtal an der Universität im südschwedischen Lund monatelang in Salzsäure-Wannen aufgelöst hatte.

Bizarro Earth

Forschern zufolge steht die Erde vor einem sechsten Aussterben

Für viele Forscher ist klar, dass die Erde auf ein sechstes Massensterben zusteuert. Renommierte Forscher haben nun herausgefunden, dass ein solches Massensterben schlimmer ausfallen dürfte, als bisher angenommen - doch noch bleibt Zeit, diese Katastrophe zu verhindern.
Die Welt steht kurz vor ihrem sechsten Massen-Aussterben, davon gehen zumindest Forscher der nationalen autonomen Universität von Mexiko und der Stanford Universität aus. Die Wissenschaftler glauben, dass 75 Prozent aller Spezies in den nächsten Jahrhunderten vom Angesicht der Erde verschwinden werden. Schuld daran sei der Mensch - und zwar in einem bislang ungeahnten Ausmaß.

In einer Studie fanden die Forscher heraus, dass die Populationen von beinahe 27.600 Arten von Landsäugetieren, Vögeln, Amphibien und Reptilien kontinuierlich abnehmen. Die Wissenschaftler um Ökologie-Professor Gerardo Ceballos, nannten das „eine extrem hohe Rate an Populations-Verfall.“ Die Forschungsergebnisse lassen nur eine Schlussfolgerung zu: „Das sechste Massenaussterben der Erde ist ernster als anfangs gedacht. Es geht etwas Großes vor sich.“, heißt es in der Studie.


Kommentar: Gesellschaftlich, politisch und wenn man die Erdveränderungen betrachtet, geht wirklich etwas Großes vor sich.


Kommentar: Eine sehr große Gefahr stellen Himmelskörper dar. Es handelt sich um eine Gefahr, die teilweise von den Medien ignoriert wird, indem uns vermittelt wird, dass diese Gefahr nicht wirklich existiere. Allgemein betrachtet, besteht ein Zusammenhang zwischen dem Verhalten von Menschen und dem Universum: es hat immer wieder historische Zeitpunkte gegeben, wo beide Faktoren einander bedingten und damalige Zivilisationen ausgelöscht wurden.


Moon

Mondschein bringt unbekannte Gravuren auf Megalithen zum Vorschein

© Dr. Andy Jones
Zahlreiche Gravuren auf dem Deckstein des Dolmen Hendraburnick Quoit in Cornwall sind nur im Mondlicht zu sehen.
Truro (Großbritannien) - Auf den Steinen des Hendraburnick Quoit, einem Dolmengrab nahe Davidstow in Cornwall, haben Archäologen zusätzlich zu den bereits bekannten 13 Gravuren 105 weitere Steinzeichnungen entdeckt, die auf fast schon magische Weise nur bei Mond- und Fackelschein zu erkennen sind. Die Forscher vermuten, dass auch andere Steinmonumente, wie etwa der ebenfalls für seine Gravuren bekannte Steinkreis von Stonehenge, solche Zeichnungen tragen, die auf nächtliche Zeremonien hindeuten.

Wie Dr. Andy Jones und Thomas Goskar von der Cornwall Archaeological Unit aktuell im Fachjournal Time and Mind (DOI: 10.1080/1751696X.2017.1341241) berichten, entdeckten sie die bislang unbekannten Gravuren in der Oberfläche der Steine des rund 4.500 Jahre alten Hendraburnick Quoit erst im Mond- oder sehr tiefstehenden Sonnenlicht aus südöstlicher Richtung.

Archaeology

Teotihuacán: Scans offenbaren unbekannten Tunnel unter der Mondpyramide

© Melitón Tapia, INAH
Die Mondpyramide von Teotihuacán.
Teotihuacán (Mexiko) - Nachdem bereits Tunnelsysteme unterhalb der Pyramide des „Raumfahrers von Palenque“ und der Tempelpyramide des Quetzalcoatl entdeckt wurden (...GreWi berichtete 1, 2), sind sich mexikanische Archäologen nun auch sicher, unter der sogenannten Mondpyramide der Pyramidenstadt Teotihuacán einen Tunnel entdeckt zu haben. Hierbei könnte es sich, so vermuten die Forscher, um den symbolischen Eingang in die Unterwelt der prä-kolumbischen Glaubensvorstellungen handeln.

Wie die Archäologen um Verónica Ortega vom mexikanischen Nationalinstitut für Anthropologie und Geschichte (INAH) berichten, geht die Existenz des Tunnels unter der zweitgrößten der rund 2.000 Jahre alten Teotihuacán-Pyramiden und dem angrenzenden Platz des Mondes aus geoelektrischen Scans hervor, die im Juni vor Ort durchgeführt worden waren. Dieser Tunnel führt in rund 10 Metern Tiefe offenbar von der Mitte des Platzes bis unter die Pyramide.

Kommentar:


Calculator

Studie: Maschinen sollen bald moralisches Verhalten von Menschen imitieren können

© Gemeinfrei
Symbolbild
Osnabrück (Deutschland) - In einer aktuellen Studie zeigen Osnabrücker Kognitionswissenschaftler, dass menschlich-ethische Entscheidungen in Maschinen implementiert werden können. Auf diese Weise sollen unter anderem autonome Fahrzeuge bald moralische Dilemmata im Straßenverkehr bewältigen.

Wie das Team um Leon Sütfeld und Prof. Dr. Gordon Pipa aktuell im Fachjournal Frontiers in Behavioral Neuroscience (DOI: 10.3389/fnbeh.2017.00122) berichtet, wurden die Untersuchungen der Wissenschaftler sowie die Debatte zur Modellierbarkeit von moralischen Entscheidungen durch eine Initiative des Bundesministeriums für Transport und Digitale Infrastruktur (BMVI) begleitet. Diese hat 20 ethische Prinzipien formuliert, zu denen die neue Studie nun erste empirische wissenschaftliche Daten geliefert hat.

Um Regeln oder Empfehlungen definieren zu können sind zwei Schritte notwendig. Als Erstes muss man menschliche moralische Entscheidungen in kritischen Situationen analysieren und verstehen. Als zweiten Schritt muss man das menschliche Verhalten statistisch beschreiben, um Regeln ableiten zu können, die dann in Maschinen genutzt werden können“, erklärt Prof Pipa.

Info

Biologen lösen Geheimnis der leuchtenden Korallen in der Tiefe

Warum fluoreszieren einige Arten, die in größerer Tiefe vorkommen? Die Nesseltiere ernähren damit ihre Symbionten, wie sich zeigte
© apa/afp/royal society/joerg wiedmann
Eine türkis und orange fluoreszierende Blastomussa merletti cora. In größeren Meerestiefen dient das farbenfrohe Leuchten der optimalen Lichtnutzung.
Southampton - Dass einige Flachwasserkorallen fluoreszieren können, war schon länger bekannt. Das abgegebene Licht fungiert dabei für die Nesseltiere als eine Art Puffer gegen die starke tropische Sonne. Zur Überraschung von Meeresbiologen wurden vor einigen Jahren derartige Leuchtkorallen auch in 50 Metern Tiefe entdeckt - in einer Region also, die nur mehr von wenig Sonnenlicht erreicht wird. Die Spezies aus dem Roten Meer muss also aus einem anderen Grund leuchten, vermuten Jörg Wiedenmann und sein Team von der University of Southampton.

Rötliches Glühen

Blue Planet

Der mit der Dürre tanzt: Kalifornischer Landwirt hat wohl die wirksamste Methode gefunden, Nutzpflanzen in Dürregebieten anzubauen

© Christopher D. Cook
Eine andere Welt ist pflanzbar - Another world is plantable - Mit Landwirtschaft Geld zu verdienen war immer schon sehr hart. Wenn das nicht stimmte, hätte es nicht diese weltweiten Wanderungsbewegungen vom Land in die Städte seit dem Beginn der Zivilisation gegeben. In den letzten Jahren jedoch hat die Landwirtschaft so etwas wie einen romantischen Glanz bekommen (zumindest in den USA), was teilweise der wachsenden Beliebtheit der Regional- bzw. der Von-der-Farm-auf-den-Tisch-Bewegung und ihrem Widerhall in entsprechenden Lifestyle-Veröffentlichungen geschuldet ist.

Paul Kaiser zeigt mit seinem kleinen Hof, wie er trotz der Dürre reichlich erntet. Wir haben Ihnen diesen sehr langen Artikel aus dem CRAFTSMANSHIP Magazine übersetzt, denn Landwirtschaft geht auch anders, ohne GVO und Pestizide!

Der mit der Dürre tanzt - Könnte es sein, dass ein umstrittener kalifornischer Landwirt die wirksamste Methode gefunden hat, Nutzpflanzen in einem sich erwärmenden Klima anzubauen?

Eines Nachmittags im vergangenen März [Anm.: 2014] versammelte sich eine Gruppe von Landwirtschaftsexperten um einen 1,20 m hohen stählernen Pfosten auf einem kleinen Hof, den Paul Kaiser in einem besonders kühlen Tal in Sebastopol betreibt. Die Experten waren gekommen, um Tiefe und Qualität von Kaisers oberster Erdschicht zu testen. Einer von ihnen, der altgediente Landwirt Tom Willey, lehnte sich auf den Pfosten, um ihn so tief in die Erde zu stoßen wie möglich. Normalerweise stößt man mit dem Pfosten nach weniger als 30 cm auf harten unfruchtbaren Untergrund. Aber auf Kaisers Feld ließ sich der gesamte Pfosten in die Erde drücken, wobei Willey fast hinfiel. „Wow, das ist unglaublich“, sagte er und überlegte, ob er vielleicht das Loch eines Erdhörnchens erwischt hatte. „Noch mal! Noch mal!“, sagte Jeff Mitchell, langjähriger Professor für Landwirtschaft an der der kalifornischen Universität in Davis.

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