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Do, 19 Jul 2018
Die Welt für Menschen, die denken

Verborgene Geschichte
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Video: RT-Doku zeigt die wahre Rolle Russlands beim Sieg über Nazi-Deutschland

Seit Jahren unternehmen westliche Staaten (allen voran die USA) den elendiglichen Versuch, die jüngste Geschichte Nazi-Deutschlands sowie die amerikanische und russische Rolle bei der Zerschlagung des Dritten Reiches neu zu schreiben. Dabei wird der Zweck verfolgt, durch Lügen und Auslassungen die wirklichen Geschehnisse zu verschleiern. Aus diesem Grund hat sich RT nun dazu entschlossen, eine kleine Auffrischung der wahren Ereignisse dieser Zeit in einer Dokumentation zu veröffentlichen.
Auschwitz
© Sputnik Valery Melnikov
Am 27. Januar 1945 wurde das Konzentrationslager Auschwitz durch die 322. Infanteriedivision der 60. Armee der I. Ukrainischen Front unter dem Oberbefehl von Generaloberst Pawel Alexejewitsch Kurotschkin befreit.
In einer Zeit, wo westliche Machthaber auf Gedeih und Verderb versuchen, die Geschichte in so ziemlich jedem Bereich unserer Welt zu fälschen, wiedersetzt sich Russland schon seit fast zwei Jahrzehnten diesem gefährlichen Trend, bei dem die Lüge als Wahrheit präsentiert wird.


Im Fall der Beendigung der Nazi-Herrschaft über Europa ist und bleibt es die Tatsache, dass Russland die Hauptverantwortung für den Sieg trägt. Es waren vor allem russische Soldaten, die von allen Beteiligten am Zweiten Weltkrieg am meisten dafür mit ihrem Leben zahlen mussten.
Spulen wir jetzt jedoch zum zweiten Weltkrieg vor. Auch hier war es wieder Europa (Deutschland), das Russland angegriffen hat. 20 Millionen Russen starben bei dem Kampf gegen die Nazis. Allein in der Stadt Leningrad kamen 2 Millionen ums Leben. Russland kämpfte vier Jahre gegen die Nazis und vernichtete dabei 70% von Hitlers Armee. Allerdings kam Amerika erst sehr spät ins Spiel, als das Kriegsende bereits absehbar war (1944) und heimste dann all das Lob und die Anerkennung für "das Besiegen der Nazis" ein.

~ Sott.net

Dig

Einstmals dicht bewohnte Kulturlandschaften in Teilen des Amazonas-Regenwaldes

Der größte Regenwald der Erde ist weitaus weniger unberührt als angenommen: Sogar im Landesinneren betrieb bis zu eine Million Menschen Ackerbau, berichten britische Archäologen.

Kreisförmige Strukturen in der Nähe von Dörfern
© Exeter University
Hunderte Dörfer, deren prosperierende Einwohner sich vom Ackerbau ernährten und sich in unterschiedlichen Sprachen verständigten: Teile des Amazonas-Regenwaldes waren einst dicht bewohnte Kulturlandschaften. Das berichtet ein Archäologenteam der britischen Universität Exeter anhand von Ausgrabungen im Bundesstaat Staat Mato Grosso im Landesinneren von Brasilien.

Der Amazonas ist der wasserreichste Fluss der Erde, der tropische Regenwald der größte verbliebene Urwald der Welt. Archäologische Untersuchungen legen nahe, dass hier seit mindestens 11.200 Jahren Menschen leben. Lange hatten Wissenschafter jedoch angenommen, dass die Region nur spärlich besiedelt war, weil die nährstoffarmen Böden keinen Ackerbau zuließen. Später entdeckte man, dass sich vor allem in Wassernähe Gemeinschaften ansiedelten, die die Region bis zur Ankunft der Europäer intensiv nutzten. Nun berichten Forscher im Fachmagazin "Nature Communications", dass die Menschen sogar im Landesinneren sesshaft wurden. Ihnen zufolge lebten einst bis zu eine Million Menschen mitten im Regenwald.

"Die weit verbreitete Annahme, dass der Regenwald in weiten Teilen unberührt war und in erster Linie Nomaden beherbergte, ist ein Missverständnis. Besonders im Landesinneren lebten viel mehr Menschen als angenommen und die Spuren ihrer Aktivitäten finden wir heute noch", erläutert der Archäologe Jonas Gregario de Souza von der Universität Exeter in einer Aussendung zur Studie.

Comet 2

Der Große Leoniden-Meteoritenschauer von 1833

Leonid Meteor Storm, as seen over North America on the night of November 12-13, 1833.
© E. Weiß: "Bilderatlas der Sternenwelt"
Illustration des Leoniden-Meteorstroms, Nordamerika am 12./13. November 1833
1799, 1833, 1867 ... - ein Rätsel wird gelöst. "Kein Teil des Himmels war nicht mit ständig aufleuchtenden Meteoren erfüllt." So beschrieb Alexander von Humboldt seinen Eindruck vom Spektakel der Leoniden, das er 1799 auf einer Reise durch Venezuela in der Nacht vom 11. auf den 12. November beobachtete. Es schien so, als gäbe es mehr Sternschnuppen als Sterne am Himmel.

1833 kam es dann zu dem bisher intensivsten Spektakel durch die Leoniden. Die Zahl der Sternschnuppen war so groß, daß religiöse Menschen vom nahenden Weltuntergang überzeugt waren. Schätzungen zufolge gingen damals bis zu 10.000 Meteore nieder. Ein Augenzeuge beschrieb die Szenerie so: "Es sah aus, als ob es Feuer regnet."

Die Ursache des Phänomens war zum damaligen Zeitpunkt noch nicht bekannt. Trotz der Vermutung des Astronomen Edmond Halley im 18. Jahrhundert, Meteore seien kosmischen Ursprungs, wurde zunächst rege spekuliert. Eine besonders stark vertretene Theorie besagte, es habe sich um elektrische Entladungen gehandelt. Andere wieder meinten, es könne sich um Gesteinsbrocken vom Mond handeln, die durch dortige Vulkane zur Erde geschleudert worden wären. Wieder andere nahmen an, es handele sich um Gesteinsbrocken, die die Erde umkreisten und schließlich von ihrer Anziehungskraft in die Atmosphäre gezogen würden.

Der überraschende Meteorschauer im Jahre 1833 versetzte viele Menschen in Nordamerika in Angst und Schrecken. Einige glaubten sogar, den nahenden Weltuntergang daraus abzulesen.

Erstes Licht ins Dunkel der Spekulationen brachte Denision Olmstedt, Astronom an der Yale Universität. Er wertete zahlreiche Beobachtungen des Leonidenschwarms von 1833 aus und kam zu folgendem Schluß: Die Meteore mußten von einem "nebelartige Körper" herrühren, der die Sonne umkreist. Zu dem Sternschnuppenschauer kam es immer dann, wenn die Erde diesen Partikelschwarm kreuzte.

People 2

Entwicklung des Menschen - Asien der vergessene Kontinent

Ausgrabungen aus China stellen die gängigen Theorien zur Evolution des Menschen und unserer engsten Verwandten wieder in Frage.

Rekonstruktion einer Peking-Frau nach einem späteren Schädelfund (rechts). Peking mensch / man
© dpa
Rekonstruktion einer Peking-Frau nach einem späteren Schädelfund (rechts).
Direkt am Stadtrand von Peking erhebt sich ein kleiner Berg aus Kalkstein über die Stadt - der Drachenknochenhügel. An dessen Nordseite führt ein Pfad hoch zu ein paar umzäunten Höhlen, die jährlich von 150 000 Besuchern im Schulkind- bis Rentenalter besucht werden. Hier hatten Forscher 1929 einen fast vollständig erhaltenen Schädel gefunden, dessen Alter auf zirka eine halbe Million Jahre bestimmt wurde. Der Schädel des so genannten Peking-Menschen gehörte zu den ältesten je entdeckten menschlichen Überresten; und viele überzeugte der Fund davon, dass die Entwicklung der Menschheit von Asien ausging.

Seitdem ist die zentrale Bedeutung des Peking-Menschen allerdings verblasst. Zwar ist der Fund inzwischen mit modernen Datierungsmethoden auf ein Alter von sogar 780 000 Jahren geschätzt worden, schließlich aber übertrumpften ihn Ausgrabungen noch wesentlich älterer Verwandte des Menschen aus Afrika. Damit war Afrikas Status als Wiege der Menschheit zementiert: Von nun an galt Afrika als der Kontinent, von dem aus sich der moderne Mensch und seine Vorfahren über die Erde ausbreiteten. Asien wurde dagegen auf so etwas wie eine evolutionäre Sackgasse zurückgestuft.

Doch die Geschichte des Peking-Menschen beschäftigte weiterhin ganze Generationen chinesischer Forscher, die alle seine Beziehung zum modernen Menschen entschlüsseln wollten. "Es ist eine Geschichte ohne Ende", sagt der Paläontologe Wu Xinzhi vom Institute of Vertebrate Paleontology and Paleoanthropology (IVPP) der chinesischen Akademie der Wissenschaften in Peking. Die Forscher fragen sich, ob die Nachkommen des Peking-Menschen und die Artgenossen der Homo-erectus-Spezies tatsächlich ausstarben oder ob sie sich eher zu einer moderneren Spezies entwickelt haben und so zum Genpool des heutigen Chinas beigetragen haben.

Kommentar:
Frühmenschen: Denisova-Menschen: Neandertaler:


Question

Mysteriöses Massaker löschte Dorf vor 1500 Jahren aus - Wertgegenstände blieben liegen

Archäologen gruben Spuren eines brutalen Überfalls auf eine Wallburg auf der Insel Öland aus.

Sandby borg; Vor 1.500 Jahren lebten hier mindestens 200 Menschen, ehe sie von Unbekannten umgebracht wurden.
© sebastian jakobsson
Vor 1.500 Jahren lebten hier mindestens 200 Menschen, ehe sie von Unbekannten umgebracht wurden.
Vor etwa 1.500 Jahren sahen sich die Menschen eines Dorfes auf der schwedischen Insel Öland einer vermutlich großen Zahl von Angreifern gegenüber, denen sie offensichtlich nichts entgegenzusetzen hatten. Rund um das Jahr 450 unserer Zeitrechnung stürmten die Gewalttäter die prosperierende Siedlung, meuchelten ihre Einwohner und ließen ihre Leichen liegen, wo sie zu Boden fielen.

Sandby borg, Die bei dem Angriff Getöteten blieben an Ort und Stelle liegen.
© alfsdotter et al./antiquity
Die bei dem Angriff Getöteten blieben an Ort und Stelle liegen.
Belege für diesen mörderischen Überfall hat nun die Archäologin Helena Victor von der University of Cambridge gemeinsam mit schwedischen Kollegen bei Ausgrabungen in Sandby borg entdeckt. Obwohl die Wissenschafter erst sieben Prozent der Siedlung freigelegt haben, fanden sie bereits die Überreste von mindesten 26 Opfern.

Heute ist von dem Drama auf den ersten Blick nichts erkennbar: Ein flacher grasbewachsener Hügel, umgeben von einem 66 Mal 92 Meter großen Oval aus aufgeschütteten Felsen - eine Wallburg, die in der Nähe eines Naturhafens lag. Im Frühmittelalter jedoch befanden sich im Inneren der rund fünf Meter hohen Mauer 50 Gebäude, die von mindesten 200 Menschen bewohnt wurden.

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Verheerender Ausbruch des Toba vor 74.000 Jahren - Moderne Menschen überlebten in Südafrika

Eine Gruppe von modernen Menschen trotzte dem verheerenden Toba-Ausbruch vor 74.000 Jahren.

toba lake lago volcano
© Wikipedia / Yorick
Der Tobasee im Norden der indonesischen Insel Sumatra
Vor rund 74.000 Jahren verdunkelte sich der Himmel, der Sommer fiel aus, es war kalt, die Pflanzen wurden dahingestreckt, die Tiere hatten kaum Nahrung. Die Folgen des Ausbruchs des Supervulkans Toba auf Indonesien waren eine enorme Herausforderung für Natur und Mensch. Einer Theorie zufolge wurde durch dieses Ereignis die Ausbreitung des Menschen stark eingeschränkt. Allen Widrigkeiten zum Trotz konnte sich eine Population von modernen Menschen in einem kleinen Gebiet in Südafrika dennoch gut behaupten, wie US-Forscher im Fachblatt "Nature" berichten. Die Entdeckung dieses "kleinen gallischen Dorfes" hat demnach Auswirkungen auf Klimamodelle und die Entwicklung des Menschen.

Heute hätte eine solche Eruption für die Menschen rund um den Erdball massive Folgen. Der Ascheregen würde zur Umweltkatastrophe, die in die Atmosphäre geschleuderten Aerosole könnten das Sonnlicht um bis zu 90 Prozent verdunkeln. Die damaligen Jäger und Sammler in Afrika hatten keine Ahnung über den Ursprung der Entwicklung. Abhängig davon, wo sie lebten, waren ihre Überlebenschancen gut oder schlecht. Küstenregionen zählten mit ihrem robusten Angebot an nahrhaften Meeresfrüchten zu den begünstigten Arealen. Die Eruption machte fast ausschließlich Pflanzen und Tieren des Landes zu schaffen.

Kommentar: Der Ausbruch eines Supervulkan würde das Leben auf der Erde, so wie wir es kennen, für immer ändern. Als der Tambora Anfang des 19. Jahrhunderts ausbrach gab es im darauffolgenden Jahr keinen Sommer und kaum eine Ernte. Eine Hungersnot folgte auf dem Fusse. Ähnliches geschah nach dem Ausbruch des Laki wenige Jahrzehnte zuvor. Zusätzliche Probleme bereiteten den damaligen Menschen die außergewöhnlich langen, kalten, schneereichen Winter nach diesen Vulkanausbrüchen. Bei diesen Ereignissen handelt es sich um außergewöhnliche Beispiele von extremen Ausbrüchen "normaler Vulkane". Kein Supervulkan war beteiligt. Jedoch waren die Auswirkungen solcher Ereignisse auf die Gesellschaft mit Hungersnöten, Kriegen und Seuchen extrem.


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Genforschung revolutioniert unsere Vorstellungen über die Frühgeschichte des Menschen

Genomanalysen revolutionieren die Forschung zur Frühgeschichte des Menschen, belasten aber auch die Beziehung zwischen Archäologen und Genetikern.

Megalithgrab »West Kennet Long Barrow«
© stockcam / Getty Images / iStock (Ausschnitt)
Megalithgrab »West Kennet Long Barrow«
30 Kilometer nördlich von Stonehenge liegt inmitten der Hügellandschaft im Südwesten Englands eine der größten Megalithanlagen der Jungsteinzeit, der »West Kennet Long Barrow«. Dieser von riesigen Steinplatten bedeckte Erdgrabhügel mit fünf Kammern wurde etwa 3600 v. Chr. von frühen Siedlungsgemeinschaften errichtet. Zunächst diente er wohl als Grab für rund drei Dutzend Männer, Frauen und Kinder. Aber selbst mehr als 1000 Jahre später brachten die Menschen noch Töpferwaren und Perlen hierher - Reliquien und Huldigungen an Vorfahren und Götter, so interpretieren Forscher.

Die Artefakte erlauben uns Einblicke in die Welt der damaligen Bewohner und zeigen ihre Verbindungen nach außen. Der Wandel der Töpfergefäßmoden, etwa das Auftreten der so genannten Glockenbecher, spiegelt Trends, die sich auch weit entfernt in Europa wiederfinden: Sie belegen das Eintreffen neuer Ideen und Menschen auf der britischen Insel. Laut vieler Archäologen sickern die neuen Materialien und Gegenstände so allmählich in eine grundsätzlich stabile Kultur mit jahrhundertealten Traditionen.

»Die Art und Weise, wie Menschen Dinge tun, bleibt letztlich gleich. Sie nutzen einfach nur andere Dinge - und eben auch andere Töpfe«, erläutert Neil Carlin vom University College Dublin, der die Übergangsperiode von der Jungsteinzeit ins Kupfer- und Bronzezeitalter Irlands und Großbritanniens erforscht.

Seit 2017 kursieren allerdings mehr und mehr Berichte, die das bisherige Bild von einer stabilen Kultur in Frage stellten. So werteten Forscher Genomdaten von 170 Menschen aus dem europäischen Raum der damaligen Zeit aus, darunter 100, bei denen auch Glockenbecher-Artefakte gefunden wurden. Die Wissenschaftler erkannten dabei, dass die Bevölkerungsgruppe, die das Hügelgrab gebaut und ihre Toten dort begraben hatte, bis 2000 v. Chr. bereits nahezu verschwunden war. Laut Studie wurden die genetischen Vorfahren der neolithischen Briten demnach fast vollständig verdrängt. Trotzdem schienen die Neuankömmlinge viele Traditionen der ehemals ansässigen Menschen fortgeführt zu haben. »Das passte irgendwie nicht zusammen«, erzählt Carlin - der Mühe damit hatte, seine Forschungsergebnisse mit den DNA-Daten in Einklang zu bringen.

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Evolutionstheorie in Gefahr: Unmögliche Fußabdrücke belegt

Fußspuren die vor etwa 60 Jahren in Südafrika entdeckt wurden und etwas vermeintlich unmögliches offenbaren, wurden jetzt genauer untersucht. Es wurden damals gemeinsamen Abdrücke eines pflanzenfressenden Dinosauriers und eines urtümlichen Dicynodontiers entdeckt - einer Tiergruppe, die damals als längst ausgestorben galt. Lange zeit gingen Mainstream-Wissenschaftler von einem "Phantom" oder einer Unmöglichkeit der Echtheit aus, basierend auf den traditionellen Modellen der Evolution.
Dicynodontiers

Fossil eines Dicynodontiers - diese Tiergruppe überlebte in Südafrika länger als gedacht.
Doch jetzt enthüllen Fundstücke in einer Fossilsammlung, dass diese "Phantom-Spuren" wahrscheinlich echt sind.
Dinos und Dicynodontier kamen demnach doch zur gleichen Zeit in der gleichen Gegend vor.
Vor angeblich 260 Millionen Jahren entwickelten sich die sogenannten Therapsiden:
[E]ine in vielen Merkmalen erstaunlich säugetierähnliche Reptiliengruppe. Ihre Beine waren nicht mehr seitlich abgespreizt und ihre Rippen am Hals und im Lendenbereich zurückgebildet. Einige von ihnen besaßen zudem schon ein Fell und bauten sogar Wohnhöhlen. Zu den besonders bizarren Vertretern dieser Tiergruppe gehörten die Dicynodontier - massige Pflanzenfresser mit Hornschnabel und langen Eckzähnen.

- Scinexx
Nach der gängigen Lehrmeinung glaubte man, dass die Dicynodontier bereits Ende der Trias, vor rund 210 Millionen Jahren wieder ausstarben.

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Mysterium der Langschädel in Bayern gelöst? Überraschende DNA-Ergebnisse

Sogenannte Langschädel wurden nicht nur in Lateinamerika entdeckt, sondern auch in Bayern und anderen Teilen der Welt. Einige dieser alten Schädel - wie etwa diejenigen, die in Peru von Brian Foster gesammelt und untersucht werden - weisen abnormale Veränderungen der Schädelmasse auf, zusammen mit anatomischen Details, die bei normalen Menschen nicht existieren. Nicht alle dieser Schädel scheinen also durch mechanische Einwirkung künstlich deformiert worden zu sein.

Dadurch ergibt sich die Frage: Gehörten einige Träger jener abnormalen Langschädel einer anderen Spezies an?
Langschädel
© Staatssammlung für Anthropologie und Paläoanatomie München
Künstlich deformierter Schädel einer Frau aus dem frühmittelalterlichen Fundplatz Altenerding.
München (Deutschland) - Nicht nur in fernen Ländern, auch in Mitteleuropa finden Archäologen immer wieder sogenannte Turm- oder Langschädel (...GreWi berichtete), deren Ausformung im frühen Mittelalter absichtlich mittels mechanischer Einwirkung auf den Schädel von Kleinkindern herbeigeführt wurden, um offenbar einem exotischen Schönheitsideal zu entsprechen.

Eine neue Studie über die Bevölkerungen, die in der Zeit um 500 n. Chr. auf dem ehemaligen Gebiet des Römischen Reichs in Bayern lebten, hat sich ebenfalls der Frage nach der Herkunft der Frauen mit derartig deformierten Schädeln gewidmet und verblüffende Resultate erbracht:
Wie das internationale Team um die Anthropologin Dr. Michaela Harbeck von der Staatssammlung für Anthropologie München und den Populationsgenetiker Prof. Dr. Joachim Burger von der Johannes Gutenberg-Universität Mainz aktuell im Fachjournal "Proceedings of the National Academy of Sciences" (PNAS; DOI: 10.1073/pnas.1719880115 ) berichtet, folgte auf das Ende des Römischen Reiches und die wechselvolle Phase der Völkerwanderungszeit die Üeriode des frühen Mittelalters und damit eine Epoche in der viele Siedlungen gegründet wurden, die sich in der Folge zu den Dörfern und Städten entwickeln, wie wir sie heute noch kennen: "In Mitteleuropa wird diese Epoche gemeinhin mit verschiedenen barbarischen Stämmen, wie etwa Alamannen, Franken oder Langobarden, in Verbindung gebracht. Welche Bevölkerungen populationsgenetisch tatsächlich hinter diesen Begriffen stecken, ist bislang nicht untersucht worden", erläutert die Pressemitteilung der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU).

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Wie sich der Glockenbecher in Europa verbreitete

In der bislang größten Studie zu alter DNA hat ein internationales Forschungsteam die DNA von 400 vorgeschichtlichen Skeletten aus ganz Europa untersucht. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass die großräumige Verbreitung des "Glockenbecherphänomens" am Übergang zwischen Jungsteinzeit und Bronzezeit sowohl durch die Weitergabe von Ideen als auch durch Migration erfolgte. Letzteres wird insbesondere für Großbritannien deutlich, welches einen einschneidenden Bevölkerungswandel aufweist.

Glockenbecher von Ciempozuelas, Spanien / bell beaker
© Wikipedia Commons - José-Manuel Benito Álvarez
Glockenbecher von Ciempozuelas, Spanien
Vor 4.700 - 4.400 Jahren breiteten sich in West- und Mitteleuropa Töpferwaren in einem neuen, glockenförmigen Stil aus. Ob die Verbreitung dieser "Glockenbecher" -Gefäße im Zusammenhang mit großflächiger Wanderungsbewegung von Menschen erfolgte oder lediglich auf der Weitergabe neuer Ideen beruhte, ist seit mehr als einem Jahrhundert Gegenstand intensivster archäologischer Debatte. "'Die Töpfe = Menschen'-Debatte ist eine der wichtigsten und am längsten diskutierten Fragen in der Archäologie", erläutert Ian Armit, einer der Hauptautoren der Studie und Archäologe an der Universität von Bradford in Großbritannien. Jetzt zeigt die neue Studie, die auf der Analyse der DNA von 400 vorgeschichtlichen Skeletten von Standorten in ganz Europa, dass regional betrachtet beide Seiten Unterstützung finden. "Die Studie belegt, dass die Ausbreitung von Kulturelementen nicht nur mit der Migration von Menschen einhergeht. Es sind auch die Ideen selbst, die sich verbreitet haben", sagt Professor Philipp Stockhammer vom Institut für Vor- und Frühgeschichtliche Archäologie der LMU und einer der führenden Archäologen im Team.

So belegt die Studie einerseits, dass sich die Glockenbecherkeramik zwischen Mitteleuropa und der iberischen Halbinsel zunächst ohne nennenswerte Migration von Menschen verbreitete. "Die DNA von Skeletten, die mit Bestattungen der Glockenbecherkultur auf der iberischen Halbinsel in Verbindung gebracht werden, unterschied sich sehr von der mitteleuropäischer Skelette, welche ebenfalls Glockenbecherkeramik als Grabbeigabe haben", erklärt Iñigo Olalde, Genetiker an der Harvard Medical School in Boston, USA und Erstautor der Studie.
Glockenbecher Wanderung:
© Nature, DOI: 10.1038/nature25738
Geografische Herkunft der Proben mit neuen genomweiten Daten in der Studie (Credit: From Olalde et al. The Beaker phenomenon and the genomic transformation of northwest Europe)