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So, 25 Sep 2016
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Verborgene Geschichte
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Sherlock

Antikythera - Antiker Computer: Taucher finden Skelett im Antikythera-Wrack

Bei dem sogenannten Mechanismus von Antikythera handelt es sich um eine komplexe, feinmechanische Apparatur, deren Überreste vor etwas mehr als hundert Jahren von Schwammtauchern aus einem römischen Schiffswrack vor der griechischen Insel Antikythera geborgen wurden. Die Komplexität des Räderwerks ist nach bisherigem Wissensstand für die Antike einzigartig und wurde erst wieder von Uhrmachern im spätmittelalterlichen Europa erreicht. Nach Jahrzehnten der intensiven Erforschung des Mechanismus selbst, haben Archäologen nun im Wrack erstmals ein menschliches Skelett entdeckt, aus dem sie sogar hoffen, analysierbare DNA extrahieren zu können.

© Brett Seymour, EUA/WHOI/ARGO
Taucher bei der Bergung der ersten im Schiffswrack von Antikythera entdeckten Skelettüberreste.
Woods Hole (USA) - Wie das internationale Team Archäologen und Experten des griechischen Kultur- und Sportministeriums und Brendan Foley von der Woods Hole Oceanographic Institution (WHOI) aktuell berichtet, gelang ihnen mit der Entdeckung des noch erstaunlich gut erhaltenen Schädels, Kiefers, Zähnen Arm- und Beinknochen, Rippen und anderen Fragmenten der erste Fund menschlicher Überreste in dem legendären Wrack überhaupt. Weitere Skelett-Teile sind immer noch in den Wrackteilen eingebettet und sollen bei weiteren Tauchgängen noch geborgen werden.

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Uralte Proteine helfen bei der Unterscheidung zwischen modernem Menschen und Neandertaler

Forscher entschlüsseln uralte Proteine von Neandertalern aus dem Châtelperronien

Für die Beantwortung der Frage, was für Fähigkeiten die Neandertaler besaßen und warum sie ausgestorben sind, nimmt die archäologische Kultur des Châtelperronien eine Schlüsselstellung ein. Trotz intensiver Forschung blieb jedoch unklar, wer die Châtelperronien-Kultur geschaffen hatte: der moderne Mensch oder der Neandertaler. Bislang gab es keine direkten molekularen Daten für Neandertaler im Zusammenhang mit dem Châtelperronien. Um dieses Problem zu lösen, hat sich ein internationales Forscherteam jetzt aktuelle Entwicklungen auf dem Gebiet der Proteinanalyse zunutze gemacht und in Kombination mit zahlreichen weiteren Belegen zeigen können, dass während des Châtelperronien Neandertaler die Grotte du Renne, eine archäologische Stätte im nördlichen Zentralfrankreich, bewohnten.

© M. Hardy
Eingang zur Grotte du Renne (rechts).
Die Forscher bestimmten mit Hilfe des "Peptide Mass Fingerprinting", einer Methode zur Analyse der für ein bestimmtes Protein typischen Masse, ob eine Probe menschliche Überreste enthielt. So konnten sie 28 zusätzliche Proben aus einer dem Châtelperronien zugeordneten Sedimentschicht als menschlich identifizieren, was zuvor anhand der Knochenfragmente nicht möglich gewesen war. Durch die Kombination von Methoden aus der Paläoproteomik und der Paläogenetik konnten sie schließlich feststellen, dass die Knochenfragmente von einem einzelnen noch nicht abgestillten Neandertalersäugling stammten. Die 14C-Daten des Babys bestätigen die Zuordnung zum Châtelperronien.

Die aktuelle Studie belegt nun erstmals, dass es allein mit Hilfe der Paläoproteomik - also anhand der Bestimmung von Protein-Aminosäure-Sequenzen - möglich ist, zwischen verschiedenen jungsteinzeitlichen Gruppen innerhalb unserer Gattung zu unterscheiden. "Die Unterscheidung zwischen modernen Menschen, Neandertalern und Denisova-Menschen anhand uralter Proteine eröffnet uns neue spannende Möglichkeiten bei der zukünftigen Erforschung der Herkunft und evolutionären Geschichte dieser Arten", sagt Erstautor Frido Welker vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie und der Universität York. "Die in den jungsteinzeitlichen Knochen enthaltenen alten menschlichen Proteine bergen wertvolle Informationen zur Stammesgeschichte und den Lebensvorgängen dieser Menschen."

Kommentar:


Sun

Rätsel um das "Mädchen von Egtved" - Sie wurde in Dänemark begraben, stammte aber aus dem Schwarzwald

Vor 3400 Jahren pendelte ein junges Mädchen zwischen Dänemark und dem Schwarzwald. Jetzt rätseln Archäologen: War es die Priesterin eines Sonnenkults?

© The National Museum of Denmark
Kleidung, Schmuck und Grabausstattung des Mädchens von Egtved
Es muss Sommer in Jütland gewesen sein, als das Mädchen nahe Egtved starb, mit nicht einmal 18 Jahren. Es war brünett, seine Haare trug es seitlich kürzer geschnitten, im Nacken halblang. Der Minirock aus einzelnen, raffiniert gedrehten Wollfäden umspielte seine Beine. Außerdem trug es eine Bluse mit halblangen Ärmeln, in einem Stück gewoben. Seine Hüfte umschlang ein gewebter Gürtel, daran hing eine Bronzescheibe mit geschwungenen Verzierungen, die vielleicht an die Sonne erinnern sollte. Ein bronzener Ohrring und zwei Armreifen dienten ihm als Schmuck.

"Sie sieht auf gewisse Weise sehr modern aus in ihrem Minirock und dieser Art T-Shirt", sagt Karin Margarita Frei, Archäologin am Dänischen Nationalmuseum. Genauer lässt sich ihr Aussehen allerdings nicht mehr rekonstruieren, denn die junge Frau starb vor 3400 Jahren. Woran genau, wissen die Forscher nicht. "Mithilfe von forensischen Methoden haben wir in ihren Haaren Spuren gefunden, die auf Stress oder auch eine Erkrankung hindeuten", sagt Frei. Sie hat die erhaltenen Überreste untersucht.

Wie Ötzi, der Mann aus dem Eis, öffnet auch das Mädchen aus Egtved ein Fenster in die Vergangenheit. Weil der Baumsarg, in dem man es aufwendig begraben hatte, ein spezielles Mikroklima schuf, blieben vor allem die Kleidung, die Haare, die Nägel und die Zähne gut über die Jahrtausende geschützt. So können Forscher heute viel über sein Leben und die damalige Zeit sagen. Zwar zerfielen die Knochen aufgrund des sauren Bodenklimas, aber Blütenpollen an der Kleidung beispielsweise verraten, dass es in einem Sommer gestorben sein muss, gerade als die Schafgarbe blühte.

Frei und ihre Kollegen vom Dänischen Nationalmuseum und vom Zentrum für Textilforschung an der Universität Kopenhagen entschlüsselten nun ein weiteres Geheimnis des mumifizierten Mädchens: Es stammte, anders als bislang angenommen, gar nicht aus dem dänischen Jütland oder der nahen Umgebung, sondern aus dem Schwarzwald. Das war für die Forscher eine Überraschung. "Das Mädchen legte in seinen letzten beiden Lebensjahren große Distanzen zurück", sagt Frei. Erstmals konnten Forscher so detailliert die letzte Zeitspanne im Leben eines Menschen aus der Bronzezeit rekonstruieren.

Kommentar: Die Gesellschaft in der Bronzezeit war globalisierter und auch anders als wir heute annehmen.


Cloud Lightning

Die Grote Manndränke 1362 und Rungholt, das Atlantis der Nordsee

Ob Atlantis oder Vineta - Legenden von Orten, die im Meer versanken, haben bis heute nichts von ihrer Faszination verloren. Eine davon, die Geschichte von Rungholt, spielte sich direkt vor unserer Haustür ab, in der Nordsee.

© historisch
Das versunkene Rungholt, eingezeichnet auf einer Karte von Johannes Blaeu, 1662
Der Sage nach wurde die reiche, aber sündige Stadt von einer gewaltigen Flut als „Gottesgericht” in den Untergang gerissen. Bis heute ist allerdings weder klar, wo Rungholt genau lag, noch ob es tatsächlich eine wohlhabende Stadt oder gar ein bedeutender Handelshafen war.

Archäologen, Historiker und jede Menge Laienforscher sind auch jetzt noch auf Spurensuche. Sie studieren alte Quellen, durchsuchen das Watt zwischen Pellworm, der Hallig Südfall und Nordstrand und streiten sich - teilweise erbittert - um die korrekte Interpretation der historischen Berichte und archäologischen Funde.

Kommentar:


Sun

Quedlinburg: Kreisgrabenanlage wurde für Beobachtungen von Sirius und Sonne verwendet

Errichtet wurde die fast 100 Meter durchmessende Kreisgrabenanlage bei Quedlinburg in der frühen Jungsteinzeit vor rund 6.800 Jahren. Genutzt wurde sie - das zeigen jetzt die Ergebnisse mehrjähriger Ausgrabungen - unter anderem für astronomische Beobachtungen des Aufgangs der Sonne und des Fixsterns Sirius.


Blick auf die Ausgrabungsarbeiten an der Kreisgrabenanlage nahe Quedlinburg.
Copyright/Quelle: Institut für Prähistorische Archäologie der Freien Universität Berlin
Berlin (Deutschland) - „Eine Lücke im äußeren Grabenring war auf den 40 Kilometer entfernten Brocken ausgerichtet, an dessen Flanke man zu den Tag- und Nachtgleichen die Sonne untergehen sah“, berichtet die Pressemitteilung der Freien Universität Berlin (FUB). „Weitere astronomische Untersuchungen legen zudem nahe, dass durch die nach Südost und Südwest ausgerichteten Tore der Auf- und Untergang des Sirius, des hellsten Fixsternes am Nachthimmel, beobachtet werden konnte.“

„Einzelne Mitglieder der jungsteinzeitlichen Gesellschaft verfügten über komplexes Wissen“, erklärt Dr. Wolfram Schier, FUB-Professor für Prähistorische Archäologie, der die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Grabungen leitete. „Sie scheinen über genug Autorität oder Überzeugungskraft verfügt zu haben, um andere zu einer beträchtlichen gemeinschaftlichen Arbeitsleistung für eine monumentale Anlage ohne erkennbaren ökonomischen Nutzen motivieren.“

Dig

Frühmittelalter: Nördlichster Teil des Karlsgrabens aus der Zeit Karls des Großen ausgegraben

© Grafik nach http://franconica.uni-wuerzburg.de/ub/fries/pages/fries/101.html.
Darstellung des Karlsgraben-Baus in der Chronik des Lorenz Fries (16. Jahrhundert
Der Karlsgraben ist das bedeutendste und ambitionierteste Infrastrukturprojekt des frühen Mittelalters in Zentraleuropa: Karl der Große wollte im Jahr 793 einen durchgehenden Schifffahrtsweg zwischen Rhein und Donau schaffen. Der etwa drei Kilometer lange Kanal ist eines der größten Bodendenkmäler Süddeutschlands. Nun liefern aktuelle Ausgrabungen einer Forschergruppe der Universitäten Jena, Leipzig und Kiel, des Leibniz-Institutes für Photonische Technologien Jena sowie des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege neue Ergebnisse.

© Lukas Werther/FSU
Flechtwerkmatte aus Ästen im Böschungsbereich der Fahrrinne des Karlsgrabens, die offenbar zur Stabilisierung des Untergrunds diente.
Die genaue Bauzeit dieses Bauwerks war lange umstritten. Erst 2013 konnte der Karlsgraben durch eine Ausgrabung und die dendrochronologische Untersuchung der Bauhölzer in das Jahr 793 datiert werden. Bislang war ungeklärt, ob der Karlsgraben jemals fertiggestellt wurde oder ob das Kanalbauprojekt unvollendet blieb. Es fehlte nicht nur der Nachweis für die mögliche Schiffbarkeit des Kanals, sondern auch der Nachweis für den Anschluss des Kanals an den Bach Rezat. Bis vor wenigen Jahren war insbesondere der nördlichste Teil des Bauwerkes der Forschung noch völlig unbekannt.

Nach den aktuellen Forschungsergebnissen ist der Kanal bis unmittelbar an den Bachlauf der Rezat ausgeschachtet und teilweise auch dort mit aufwändigen Holzeinbauten stabilisiert worden. Ein internationales Grabungsteam unter Leitung von Dr. Lukas Werther von der Friedrich-Schiller-Universität Jena dokumentierte bei der Grabung zahlreiche Bauhölzer, darunter mächtige Eichenbohlen und Flechtwerkmatten zur Stabilisierung der Kanalböschungen. Die Archäologen sicherten auch Abfälle von der Bearbeitung der Hölzer vor Ort. Dank des hohen Grundwasserstandes und der Überdeckung mit Sedimenten unmittelbar nach dem Bau sind die mittelalterlichen Holzkonstruktionen konserviert und in außergewöhnlich gutem Zustand erhalten geblieben.

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"HMS Terror": Verschollenes Schiff nach 168 Jahren wiedergefunden - Dank eines Inuit

Gjoa Haven - Fast 170 Jahre lang waren die zwei Schiffe verschollen, mit denen Sir John Franklin die Nordwestpassage finden wollte. Jetzt führte ein Inuit die Forscher zum Wrack der HMS Terror. Sie führte ihren Namen zurecht.
© Arctic Research Foundation/dpa
Am Ende kam der entscheidende Tipp von einem Inuit-Ureinwohner. Trotz jahrelanger, teurer Suche mit Satellit und Unterwasseraufnahmen hatten Forscher das britische Expeditionsschiffs HMS „Terror“ nicht aufspüren können, das im Eis der Arktis stecken blieb und 1848 aufgegeben wurde. Jetzt, rund 170 Jahre später, hat der Inuit-Jäger Sammy Kogvik die Wissenschaftler zum Wrack geführt. Und eines der großen Geheimnisse der Schifffahrt gelüftet.

Sir John Franklin hatte versucht, die Nordwestpassage zu finden, den viel kürzeren nördlichen Seeweg um Amerika. Er starb 1847 während der Expedition. Was geschah, nachdem seine Schiffe „HMS Erebus“ und „HMS Terror“ im Eis eingeschlossen wurden, ist bis heute unklar - jedenfalls kam keiner der Männer durch. Lange wurde vermutet, dass die 105 überlebenden Crewmitglieder versuchten, sich ihren Weg vom im Eis gefangenen Schiff nach Süden zu bahnen. Knochenfunde bestätigen, dass die Überlebenden am Ende in ihre Verzweiflung zu Kannibalen wurden.

Bulb

Pressekonferenz in Bozen: Ältester Schneeschuh der Welt in den Alpen gefunden

Der älteste uns bekannte Schneeschuh der Welt wurde in den italienischen Alpen, nahe der Grenze zu Österreich, gefunden.
© Südtirol News
Das 5.800 Jahre alte Artefakt wurde am vergangenen Montag auf einer Pressekonferenz im italienischen Bozen vorgestellt und wird in die Zeit des späten Neolithikums (Jungsteinzeit) datiert. Es stammt also von den Vorfahren der 5.300 Jahre alten berühmten Eismumie namens Ötzi, die man vor 25 Jahren in der Nähe eines abschmelzenden Gletschers der Ötztaler Alpen in Südtirol gefunden hat.

Der Kartograph Simone Bartolini vom Militärgeographischen Institut Florenz fand den nahezu perfekt erhaltenen Schneeschuh im Sommer 2003, als er 3.134 Meter über dem Meeresspiegel an dem südtiroler Gletscher Gurgler Eisjoch im Pfossental Vermessungen durchführte. Er hielt das Stück zunächst für einen historisch bedeutungslosen Schneeschuh, den ein Bauer vor rund 100 Jahren verloren habe. Ahnungslos über den tatsächlichen Wert seines Fundes, verwahrte er ihn über die ganzen Jahre in seinem Büro, bis er es schließlich dem italienischen Landesamt für Bodendenkmäler übergab.

Tornado1

Katastrophe in Galveston, Texas, 1900: Der schlimmste Hurrikan der US-Geschichte

Eine acht Meter hohe Flutwelle, Sturmböen von 225 Stundenkilometern - am 8. September 1900 wurde das schmucke Galveston in Texas von einem Wirbelsturm zerstört. Mindestens 6000 Menschen starben.

© Library of Congress
Erinnerung: Ein zeitgenössischer Druck stellt die tragische Sturmnacht dar. Die kleinen Bilder in den Ecken zeigen den Horror der Aufräumarbeiten: Das Einsammeln der Leichen (oben links), das Massenbegräbnis von mehr als 2600 Toten auf See (oben rechts), die Leichenverbrennung (unten rechts), die Erschießung von Plünderern und Leichenschändern (unten links) sowie die Ruinen der Sacred Heart Kirche am Broadway und der First Baptist Kirche (unten Mitte).
Als der Sturm die Außenmauern des St.-Mary-Waisenhauses abzutragen begann und das Wasser weiter stieg, fasste Mutter Oberin M. Camillus Tracy einen Entschluss: Sie und die neun Schwestern schlangen den jüngeren der 93 Kinder ein Stück Wäscheleine um den Bauch und banden sich das Ende selbst um die Taille, um sie im Chaos des Hurrikans nicht zu verlieren. Jede der Nonnen bildete eine Kette mit sechs bis acht Kindern, nur einige ältere waren auf sich allein gestellt. Um die Kleinen zu beruhigen, stimmten sie ihr Lieblingslied an: "Queen of the Waves" - Königin der Wellen.

Dann fuhren die Naturgewalten mit voller Wucht in das Gebäude und zerstörten es binnen Sekunden. Die Nonnen und die Kinder wurden weggespült. Die Wäscheleine, zur Rettung gedacht, brachte das Verhängnis: Sie verfing sich in Trümmerteilen und zog die Menschenkette unter Wasser. 90 Kinder und alle zehn Schwestern ertranken. Nur drei Jungs überlebten: Die Nonnen hatten ihnen keine Wäscheleine umgebunden.

Die Tragödie im Waisenhaus ist eine von vielen an jenem 8. September 1900, als ein Hurrikan der zweithöchsten Kategorie vier die texanische Stadt Galveston nahezu auslöschte. Mit mindestens 6000 Opfern, nach manchen Schätzungen sogar mehr als 10.000 Toten, gilt der Galveston-Hurrikan als bis heute tödlichste Naturkatastrophe in der Geschichte der USA - weit verheerender noch als der Wirbelsturm Katrina, der 2005 im Südosten rund 1800 Menschenleben forderte. Und doch ist der Hurrikan des Jahres 1900 außerhalb von Texas fast in Vergessenheit geraten.

Auf dramatische Art widerlegt wurde eine Meteorologie, die erst in den Kinderschuhen steckte und dennoch alles über das Wetter zu wissen glaubte. Galvestons Chef-Meteorologe Isaac Cline hatte ein Jahrzehnt vor der Katastrophe in einem Artikel versichert: "Kein Hurrikan könnte der Stadt Galveston etwas anhaben."

Anhand von Clines Wetteraufzeichnungen, Memoiren und Zeitzeugenberichten lassen sich die Ereignisse der Nacht rekonstruieren. Autor Erik Larson hat die Geschichte im Bestseller "Isaacs Sturm" verarbeitet.

Die modernste Stadt in Texas

Cline war 1889 mit seiner Frau Cora Mae und seinen drei Töchtern nach Galveston gezogen. Die Insel vor der Küste von Texas ist eine 43 Kilometer lange und fünf Kilometer breite Sandbank, im Norden das Wasser der Galveston Bay, im Süden der Golf von Mexiko. An ihrer höchsten Stelle erhebt die Insel sich zweieinhalb Meter über den Meeresspiegel.

Die Stadt galt Ende es 19. Jahrhunderts als New York der Golfküste. 1899 war Galveston größter Umschlagsplatz für Baumwolle und drittwichtigster Hafen der USA, angelaufen von 45 Dampfschifflinien. Die Geschäftsstraße "The Strand" galt mit ihren zahlreichen Versicherungen und Banken als "Wall Street des Südwestens".

Kommentar:


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Terroranschlag 11. September 2001

Ein Video zum Thema des Terroranschlags am 11. September 2001.