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Fr, 20 Sep 2019
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Verborgene Geschichte
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Russland: Ist kürzlich entdeckter unterirdischer Sakralbau eine der ältesten Kirchen der Welt?

Kirchenfund Russland
Kirche, Wassertank oder Feuertempel - Wissenschaftler sind sich uneins, welchem Zweck das 11 Meter hohe, heute unterirdische Bauwerk erfüllt hat. Kosmische Strahlung ermöglicht einen Blick "hinter die Fassade" des denkmalgeschützten Mysteriums.

Das unbekannte Bauwerk befindet sich im nordwestlichen Teil der Festung Naryn-Kala in Derbent. Sie datiert die Kirche auf etwa 300 nach Christus. Die 11 Meter tiefe, kreuzförmige Struktur ist fast vollständig unter der Erde verborgen. Alles was heute noch aus dem Boden ragt, ist eine halb zerstörte Kuppel.

Da es sich jedoch um ein UNESCO-Kulturerbe handelt, steht das Bauwerk unter Denkmalschutz und darf nicht ausgegraben werden. Stattdessen müssen nicht-invasive Untersuchungsmethoden zur Aufklärung der Frage angewendet werden. Genau dies führte ein Forscherteam durch und präsentierte ihre Ergebnisse in der Zeitschrift Applied Sciences.

Snowflake

Verdrängte Arktisbewohner vor den Inuit haben Spuren hinterlassen

Forscherteam mit österreichischer Beteiligung rekonstruiert die komplexe Besiedlungsgeschichte Nordamerikas

Die Weiten Nordamerikas haben immer wieder Wellen von Einwanderern angezogen. Alle haben sie ihre Spuren hinterlassen.  Inuit DNA, Artisbewohner
© Kerttu Majander, Design by Michelle O'Reilly
Die Weiten Nordamerikas haben immer wieder Wellen von Einwanderern angezogen. Alle haben sie ihre Spuren hinterlassen.
Der nordamerikanische Kontinent wurde in mehreren Wellen von Einwanderung und Ausbreitung besiedelt. Und die vorletzte Welle fand gar nicht so lange vor der bis heute prägenden europäischen Einwanderung statt: Vor etwa 800 Jahren erst breiteten sich die Vorfahren der heutigen Inuit - die sogenannten "Neo-Eskimos" - von ihren Ursprungsgebieten an der Beringstraße nach Süden und Osten aus.

Die vor ihnen in der Arktis lebenden "Paläo-Eskimos" wurden von ihnen verdrängt, die von diesen aufgebaute Dorset-Kultur ist verschwunden. Ihr Erbgut jedoch ist noch vorhanden, berichtet nun ein Forscherteam mit österreichischer Beteiligung im Fachjournal "Nature" - und teilweise finden sich die Spuren dieses Erbguts erstaunlich weit südlich.

Snakes in Suits

Verschiedene Peststämme suchten das mittelalterliche Europa heim

Auf den Spuren der Justinianischen Pest: Forscher untersuchten frühmittelalterliche Gräberfelder

Tanz der Gerippe, Holzschnitt von Michael Wolgemut in Hartmann Schedels Weltchronik von 1493 (Pest, Totentanz)
© Wikimedia Commons
Tanz der Gerippe,
Holzschnitt von Michael Wolgemut in Hartmann Schedels Weltchronik von 1493
Unser Bild von den Pestwellen, die Europa im Verlauf der vergangenen zwei Jahrtausende immer wieder heimgesucht haben, konkretisiert sich stetig. Schon vor dem berühmt-berüchtigten Schwarzen Tod des 14. Jahrhunderts gab es Pandemien, die historisch als "Pest" bezeichnet werden, deren Auslöser aber zweifelhaft ist. So wird die sogenannte Antoninische Pest des 2. Jahrhunderts heute von Forschern mehrheitlich einem anderen Erreger als dem Pestbakterium Yersinia pestis zugeschrieben.

Die Justinianische Pest

Anders sieht es inzwischen mit der sogenannten Justinianischen Pest aus, die im Frühmittelalter umgezählte Todesopfer forderte. Diese Pandemie begann im Jahr 541 im Byzantinischen Reich, benannt ist sie nach dem damals regierenden Kaiser Justinian I. Die Krankheit suchte für nahezu 200 Jahre in mehreren Wellen Europa und den Mittelmeerraum heim, wie die Staatlichen Naturwissenschaftlichen Sammlungen Bayerns berichten.

Zeitzeugen hinterließen Berichte über das Ausmaß der Pandemie, die Schätzungen zufolge bis zu 25 Prozent der Bevölkerung des Mittelmeerraumes auslöschte. Auch zu dieser Pandemie waren verschiedene Hypothesen im Umlauf - bis hin zu einem hämorrhagischen Fieber ähnlich Ebola. Paläogenetische Studien an bajuwarischen Gräbern aus Aschheim und Altenerding in Bayern konnten in den letzten Jahren aber nachweisen, dass tatsächlich Yersinia pestis für die Pandemie verantwortlich war.

Kommentar: Waren Nager wirklich die Quelle des Pesterregers oder gab es andere Ursachen?


Blue Planet

Der verborgene "lunisolare Kalender" der Hethiter

Mitten in Zentralanatolien, rund 150 Kilometer östlich von Ankara, liegt eine archäologische Stätte, deren Zauber sich kaum ein Besucher entziehen möchte. Nur wenige hundert Meter außerhalb der Stadtmauern der ehemaligen hethitischen Hauptstadt Hattuša befindet sich das über dreitausend Jahre alte Felsheiligtum Yazılıkaya - seit 1986 UNESCO Weltkulturerbe und unabhängig von dieser Auszeichnung eine archäologische Fundstätte mit einzigartiger Aura. Das Heiligtum liegt gut versteckt in einer Gruppe von Kalksteinfelsen nahe dem Dorf Boğazkale und bleibt dabei fast anonym: Sein türkischer Name heißt übersetzt einfach »beschriebener Fels«. Als 1834 zum ersten Mal ein europäischer Archäologe, der Franzose Charles Texier, diese Gegend besuchte und zunächst die Ruinen der einstigen Hauptstadt sah und zeichnete, führten ihn die Dorfbewohner gezielt auch in das gut verborgene Yazılıkaya.

Yazılıkaya: Kammer A mit 12 identischen Göttern und Sonnengott des Himmels
© Luwian Studies
Wand an der westlichen Innenseite von Kammer A mit 12 identischen Göttern (Reliefs 1–12) ganz links und Relief 34, dem Sonnengott des Himmels, rechts
Wenige Jahrzehnte vor dem Untergang des hethitischen Königreichs (um 1190 v. Chr.) meißelten die Steinmetze des Großkönigs über neunzig Reliefs von Personen, Tieren und Fabelwesen in die beiden natürlichen Innenhöfe (Kammer A und B) des Felsmassivs. Die Darstellungen in Kammer A bilden Reliefbänder mit einer Art Prozession hethitischer Gottheiten. Dass es sich um Götter handelt, steht außer Frage, denn viele von ihnen sind mit luwischen Hieroglyphen namentlich gekennzeichnet. Neben Göttern treten auch mythische Wesen und Chimären auf, darunter zwei besonders markante Stiermänner, die mit weit nach oben gestreckten Armen etwas über den Kopf halten, was wie eine große Schüssel aussieht. Charles Texiers Zeichnungen dieser Figuren waren eine Sensation, denn niemand hätte in einer abgelegenen Gegend im Herzen Kleinasiens eine so ausgeprägte Reliefkunst erwartet. Sie unterscheidet sich von allem, was bis heute aus Griechenland, Ägypten und Mesopotamien bekannt ist.
Zur besonderen Ausstrahlung des Heiligtums trägt wohl bei, dass genau hier einige Jahrhunderte lang die hethitischen Großkönige vermutlich zusammen mit ihren Familien und ranghohen Repräsentanten der Gesellschaft zu besonderen Festen zusammenkamen. Auch die versteckte Lage der Kammern, ihre offensichtlich herausragende Bedeutung in der hethitischen Religion und die bildhafte Darstellung der wichtigsten Götter der damaligen Zeit faszinieren die Besucher. Yazılıkaya kann aber auch als eine Herausforderung für die Archäologie verstanden werden, denn die eigentliche Funktion des Heiligtums blieb stets verborgen. An Erklärungsversuchen für die Götterprozessionen mangelt es nicht. Der Komplex hielt aber fast zwei Jahrhunderte lang allen Interpretationsmodellen stand.

Snowflake

Klimawandel in der Zeit des Neandertalers

Wechselnde Klimaverhältnisse, Trockenheit und Dürre könnten wesentlich für das Aussterben des Neandertalers verantwortlich gewesen sein.

Schwankungen des eiszeitlichen Klimas hatten maßgeblichen Einfluss auf den Populationsrückgang der Neandertaler. Darauf deuten die Daten aus der ersten detailgenauen Rekonstruktion der Klimageschichte Mitteleuropas, die einem internationalen Forscherteam anhand von isotopischen Variationen im Kohlenstoff und Sauerstoff von Kalkstalagmiten aus zwei rumänischen Höhlen gelang.

Ausschnitt aus dem Gemälde »Snowbound« von Charles R. Knight aus dem Jahr 1911, Öl auf Leinwand
© Unbekannt
Ausschnitt aus dem Gemälde »Snowbound« von Charles R. Knight aus dem Jahr 1911, Öl auf Leinwand
Klimadaten, die ein Team internationaler Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen unter Kölner Beteiligung analysiert hat, können Aufschluss über das Aussterben des Neandertalers geben. Anhand isotopischer Variationen im Kohlenstoff und Sauerstoff von Kalkstalagmiten aus zwei rumänischen Höhlen können die Forscher und Forscherinnen die Klimageschichte Mitteleuropas erstmalig detailliert rekonstruieren. Die Daten deuten darauf hin, dass die Schwankungen des eiszeitlichen Klimas maßgeblichen Einfluss auf den Populationsrückgang der Neandertaler hatten. Erschienen ist die Studie in den »Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America« (PNAS).

Das Klima zu Beginn der letzten Eiszeit war wechselhaft und geprägt von zahlreichen Kälteperioden. Während dieser Perioden, die einige Jahrhunderte bis zu tausend Jahren andauerten, fielen die Temperaturen um bis zu zehn Grad Celsius ab. Sie gingen mit erhöhter Trockenheit und zunehmender Ausbreitung einer Steppenlandschaft einher. Dies könnte dem Neandertaler zum Verhängnis geworden sein. Der Übergang vom Neandertaler zum modernen Menschen in Europa vollzog sich dann vor etwa 45.000 bis 40.0000 Jahren, beginnend entlang der Donau. Darauf deuten archäologische Funde hin, die zeitliche Lücken zwischen abgelagerten Artefakten der Neandertaler und denen der modernen Menschen in dieser Phase aufweisen.

Kommentar:


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Alltagsleben in "Neufrankreich" um 1650 - Eine Karte als Geschichtsquelle Kanadas

1655 entstand die detaillierte Zeichnung. Auf ihr zu sehen: Geografische Verhältnisse und das Alltagsleben indigener Völker

Gesamtansicht der Karte
© Österreichische Nationalbibliothek
Gesamtansicht der Karte "Novae Franciae Accurata Delineatio 1657".
Von der Karte "Novae Franciae Accurata Delineatio" gibt es weltweit nur zwei komplette Exemplare. Sie ist eine wichtige Quelle für die Geschichte Kanadas. Besonders eindrucksvoll sind die in die Karte eingefügten Bilder zum Alltagsleben der Indigenen sowie die Darstellung der Marter der Jesuiten Jean de Brébeuf und Gabriel Lalement 1649.

Dargestellt auf der um 1655 entstandenen Karte sind die Region der großen Seen im heutigen Grenzbereich zwischen Kanada und den USA (Oberer See/Lacus Superior, Michigansee/Lacus Ozolarum, Huronsee/Mare Dulce) bis zur Mündung des Sankt-Lorenz-Stromes sowie die amerikanische Ostküste von Neufundland bis zur Chesapeake Bay. Das Gebiet des Huronsees ist so detailliert wie auf keiner anderen zeitgenössischen Karte wiedergegeben. Hier spiegelt sich die Kenntnis des Autors wider, gewonnen aus eigener Anschauung vor Ort.

Entdeckt durch den Seefahrer Jacques Cartier wurde das Gebiet 1534 als Nouvelle France für den französischen König Franz I. in Besitz genommen und von Frankreich als Kolonie beansprucht. Die systematische Erkundung und Kolonisierung erfolgte erst zu Beginn des 17. Jahrhunderts durch Samuel de Champlain, der Québec, Trois-Rivières und Montreal gründete.

Mit Vertretern der indigenen Völker der Montagnais und Algonkin vereinbarte Champlain eine Allianz. Als Gegenleistung wurde von ihnen Unterstützung im Kampf gegen die weiter südlich lebenden Irokesen gefordert. Das Problem, das alle Europäer in Kanada hatten, war, dass mit welcher indianischen Nation sie sich auch immer verbündeten, sie damit auch deren Feinde und die Verteidigung ihrer Alliierten übernehmen mussten. Im Gebiet südlich des Sankt-Lorenz-Stromes lebten die mit den Holländern verbündeten Irokesen und Mohawks, während nördlich des Flusses das Gebiet der mit Frankreich alliierten Montagnais, Algonkin und Huronen lag.

Frankreich hatte neben dem Kabeljaufang vor den Küsten vor allem am Pelzhandel großes Interesse. Parallel zur Besiedelung und wirtschaftlichen Erschließung wurde die Missionierung in Angriff genommen. Ab 1625 begannen die Jesuiten tätig zu werden: ihre ersten Schritte waren immer der Spracherwerb und die Teilnahme am täglichen Leben der Indigenen. Die Jesuiten waren sehr gut ausgebildet und besaßen umfangreiche Kenntnisse in Naturwissenschaften, Mathematik und Astronomie, sie konnten Positionen bestimmen und Karten zeichnen.

Cow

Waren grasende Herdentiere der Auslöser für Domestikation von Getreidepflanzen?

Große Säugetiere wie Bisons schufen durch die Verbreitung von Samen dichte, leicht abzuerntende Pflanzenbestände, welche Menschen zur Kultivierung anregten

Einige Eigenschaften heute bekannter Getreidearten wie Quinoa, Amarant, Hirse, Hanf und Buchweizen weisen darauf hin, dass sie sich ursprünglich entwickelt haben, um von großen grasenden Säugetieren verbreitet zu werden. Im Pleistozän prägten riesige Herden dieser Tiere die Ökologie eines Großteils der Erde und führten zu evolutionären Veränderungen bei Pflanzen. Studien zur Ökologie und zum Wachstumsverhalten bestimmter prähistorischer Verwandter von Kulturpflanzen zeigen, dass Großtierherden für die Verbreitung ihrer Samen notwendig waren, bevor der Mensch in das Geschehen eingriff. Das Verständnis dieses Prozesses ermöglicht der Wissenschaft Einblicke in die frühe Domestikation dieser Pflanzen.

grasendes Yak in der Llasaregion in Tibet
© Robert Spengler
Dieses grasende Yak in der Llasaregion in Tibet übt eine signifikante evolutionäre Kraft auf die Pflanzengemeinschaften in seiner Umgebung aus. So gehen Forschende in einer neuen Studie davon aus, dass die Weidehaltung von Yaks die Domestikation von Buchweizen im südlichen Himalaya beschleunigt haben könnte.
Die Domestikation von kleinsamigen einjährigen Pflanzen führte zu einem evolutionären Wechsel von der Verbreitung über die Aufnahme und Ausscheidung von Tieren zur Verbreitung durch den Menschen. Das zeigt eine neue Studie von Robert Spengler, dem Leiter der paleoethnobotanischen Labore am Jenaer Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte, und Natalie Mueller, Assistant Professor für Anthropologie an der Washington University in St. Louis. Anhand von Weideflächenökologien und Mustern von Herden von Pflanzenfressern zeigen Spengler und Müller, dass sich die Vorfahren kleinsamiger Pflanzen so entwickelt haben, um von großen Wiederkäuern verbreitet zu werden. Obwohl die wilden Varianten dieser Arten heute auf kleinen, isolierten Flächen wachsen, zeigt das Forschungsteam, dass die starke Beweidung dieser Pflanzen durch Herdentiere zu dicht bewachsenen Flächen in der Nähe von Flüssen und anderen von den Tieren bevorzugten Orten führt. Diese dicht bewachsenen Flächen könnten - genauso wie heutige Felder - leicht abzuernten gewesen sein. Das könnte erklären, wie und warum die Menschen sich auf diese Pflanzen fokussierten und eine Antwort auf das seit langem bestehende Rätsel der Domestikation von Pflanzen liefern.

Kommentar:


Dig

Einblicke in das Leben eines Christen im römischen Ägypten

Brief aus dem Jahr 230 gibt Einblicke in das Leben der Frühchristen im römischen Ägypten

Papyrus mit christlicher Grußformel
© Universität Basel
Die letzte Zeile dieses Papyrus aus der Zeit um 230 nach Christus enthält eine christliche Grußformel. Dies macht diesen Text zum ältesten christlichen Brief weltweit.
Die ersten Christen im römischen Reich werden üblicherweise als weltabgewandte und von Verfolgung bedrohte Sonderlinge dargestellt. Im Kontrast dazu steht der Inhalt des Basler Papyrusbrief P.Bas. 2.43. Er gibt Hinweise, dass Christen schon im frühen dritten Jahrhundert abseits der Städte im ägyptischen Hinterland zu finden waren, wo sie politische Leitungsfunktionen einnahmen und sich auch ansonsten in ihrem alltäglichen Leben nicht von ihrer heidnischen Umwelt unterschieden.

Einzigartige Rarität: Forscher haben den bisher ältesten bekannten Brief eines Christen aufgespürt - er stammt aus der Zeit um 230 nach Christus, wie Datierungen belegen. Der auf Papyrus geschriebene Brief enthält Schilderungen von Alltagsereignissen und Familienangelegenheiten, die spannende Einblicke in das Leben der frühen Christen im römischen Ägypten bieten. Schreiber und Adressat des Briefs sind zwei Brüder, die aus einem christlichen Elternhaus stammten.

Die frühen Christen lebten in einer Welt des Umbruchs. Denn im römischen Reich und seinen Provinzen waren sie als Minderheit mit völlig neuen Ansichten und religiösen Praktiken zunächst exotische Außenseiter. Später wurden sie sogar systematisch verfolgt, unter anderem vom römischen Kaiser Nero. Doch über das Alltagsleben der frühen römischen Christen ist bislang nur wenig bekannt - vor allem nicht von den Christen, die damals abseits der großen Städte lebten.

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Sherlock

Mittelalterliches "Manhattan": Eine historische Skyline in Bologna

bologna medieval towers
Während des 12. und 13. Jahrhunderts wurde aus noch nicht ganz erfindlichen Gründen eine unglaubliche Anzahl an Türmen in ganz Bologna errichtet, die eine städtische Skyline ausmachten, die beinahe an das heutige Manhattan erinnert. Heute verbleiben nur noch 22 von ihnen.

Eine der möglichen Erklärungen für diesen vertikalen Konstruktionswahnsinn mag darin liegen, dass reiche Familien diese Türme als ein Symbol für Reichtum und Status genutzt haben könnten, ebenso wie für Verteidigungszwecke zum Schutz ihrer Ländereien. Einige der kleineren Strukuren wurden als Behausungen errichtet.

Kommentar: Wiki bietet noch weitere Details über diese ungewöhnlichen Gebäude:
Die letzten Abrisse fanden während des 20. Jahrhunderts statt, entsprechend einem ambitionierten, jedoch im Nachhinein misslichen Restrukturierungsplan für die Stadt. Der Artenisi-Turm sowie der Riccadonna-Turm an der Mercato di mezzo wurden 1917 abgerissen.

Konstruktion

Die Konstruktion der Türme war ziemlich mühselig, den Einsatz von Fronarbeitern nicht mit einberechnet. Um einen typischen Turm in der Höhe von 60 Metern zu bauen, bedurfte es etwa zwischen drei und zehn Jahren an Arbeit.

Jeder Turm hatte einen quadratischen Querschnitt mit Grundmauern zwischen fünf und zehn Metern stark, verstärkt von Pfählen, die in den Boden gehämmert und mit Kies und Kalk bedeckt wurden. Die Basis der Türme wurde aus großen Blöcken von Selenit-Stein gefertigt. Die verbleibenden Mauern wurden sukzessive dünner und leichter, je mehr die Struktur in die Höhe stieg und sie wurden in einer sogenannten "a sacco" - Maurerarbeit realisiert: mit einer dicken Innenmauer und einer dünneren Außenmauer, wobei der Spalt mit Steinen und Mörtel aufgefüllt wurde.

Normalerweise wurden einige Löcher in der äußeren Mauer belassen sowie größere Hohlräume im Selenit, um Baugerüste zu unterstützen und dadurch spätere Abdeckungen und Konstruktionen, im Allgemeinen auf der Grundlage von Holz, zu gewährleisten.
Es gibt Berichte von ähnlichen Gebäuden sogar aus der Römerzeit, wie es angesprochen wurde bei der SOTT Radioshow Behind the Headlines: Julis Caesar - Evil Dictator or Messiah for Humanity?:
Jason: Also wuchs Caesar in dieser Situation auf und die andere Sache ist, dass man verstehen muss, wie die Menschen in Rom lebten. Diese Leute befanden sich in einer erbärmlichen Armut wie in der Dritten Welt, oder schlimmer. Sie lebten in diesen Dingern namens Insulae, wobei es sich im Grunde um Mietshäuser handelte, die 10 Stockwerke hoch aufgesteckt waren. Da sie ziemlich schäbig konstruiert waren, stürzten sie oftmals zusammen. Cicero, der sehr berühmt war, war an einem Punkt Besitzer von einigen dieser Häusern und zwei von ihm stürzten zusammen und er war eigentlich froh darüber. Er war sehr froh darüber, weil er dadurch neu bauen und einen höheren Preis verlangen konnte.

Laura: Ohne ein Wort für die Tausenden an Menschen, die getötet wurden.

Jason: Ja, er sagt nichts dazu. Also, all diese Menschen leben in fürchterlicher Armut, in Mietskasernen, ausgesprochen arm und die großen "Täter" in der Regierung kommen rein, von verschiedenen Parteien - und jedes Mal wenn einer von ihnen reinkommt und die Führung übernimmt, hängt er Schwarze Listen aus und jeder wird getötet. Das ist es, wo er [Caesar - AdÜ] aufwuchs.
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Millionen Jahre alt: Forscher entdecken großes Höhlensystem im Bergischen Land

Weit verzweigte unterirdische Gänge, die Millionen Jahre alt sind: Forscher haben in Deutschland eine riesige Höhle entdeckt.
höhlensystem bergisches land
© Arbeitskreis Kluterthöhle/dpa
Höhlenforscher haben im Bergischen Land eine mehrere Millionen Jahre alte, riesige Höhle entdeckt. Laut der Gemeinde und des Arbeitskreises Kluterthöhle (AKKH) handelt es sich um ein weit verzweigtes System.

"Das ist riesengroß. Wir sind zweieinhalb Stunden durchgegangen und haben kein Ende gefunden", sagte der AKKH-Chef Stefan Voigt, der die Höhle als erster Forscher betreten hatte. Bei Erkundungstouren hätten die Forscher Gänge von etwa einem Kilometer abgelaufen, so Voigt.

dpa