Willkommen bei SOTT.net
Mi, 18 Jan 2017
Die Welt für Menschen, die denken

Verborgene Geschichte
Karte

Footprints

Fossile Fußspuren deuten auf hochgewachsenen menschlichen Vorfahren

© Masao et al. / eLife 2016;5:e19568
Einige der 14 an Fundstelle Laetoli im nördlichen Tansania neu entdeckte großen Fußabdrücke.
Dar es Salam (Tansania) - Im nördlichen Tansania hinterließ vor rund 3,7 Millionen Jahren ein für seine Zeit ungewöhnlich hochgewachsener Vormensch seine heute versteinerten Fußabdrücke. Mit nahezu 1,65 Metern erreichte der Vertreter der Vormenschenart Australopithecus afarensis, der auch die berühmte „Lucy“ angehörte, eine Körpergröße, wie Menschen sie erst 1,5 Millionen Jahren später erst wieder erreichen sollten. Neben seiner stattlichen Statur entdeckten die Forscher noch ein weiteres Merkmal: Der „Riese“ war vermutlich in Begleitung seines Harems.

Insgesamt hinterließ der ungewöhnlich große Vormensch 14 Fußabdrücke in der einstigen Vulkanasche, die sich später dann zu Felsgestein verfestigte und so die Spuren konservierte. Aufgrund der ungewöhnlichen Fußlänge von 26 Zentimetern schließen die Forscher um Fidelis T. Masao von der University of Dar es Salaam, die ihre Auswertungen des Fundes aktuell im Fachjournal eLife (DOI:10.7554/eLife.19568) veröffentlicht haben, darauf, dass es sich um ein männliches Exemplar von rund 45 Kilogramm Gewicht gehandelt hatte.

Kommentar: Echte Riesen sowie auch Zwerge scheint es im Übrigen tatsächlich gegeben zu haben:


Map

Ältestes Landstraßen-Netzsystem in Guatemala entdeckt

© Picture Alliance
El Mirador, wie es gemäß dem LIDAR-Scan einst ausgesehen hat.
El Mirador, im heutigen Guatemala gelegen, war in der Antike nicht nur die größte Stadt der westlichen Hemisphäre und erste staatenähnliche Gesellschaft in Amerika, es besaß auch das erste Landstraßen-Netz der Welt, wie sich jetzt herausgestellt hat.

Wie Projektleiter Richard Hansen vergangenen Freitag mitteilte, konnten die Archäologen nun mit Hilfe modernster Laser-Technologie in der »Wiege der Maya-Kultur« das erste Landstraßen-Netz der Welt ausfindig machen (es sei darauf hingewiesen, dass es hier um das älteste Landstraßen-Netzsystem geht, nicht um die ältesten Wege oder Straßen, die wesentlich älter sind). In Guatemalas nördlichster Region Petén, an der Grenze zu Mexiko, konnten sie so über 80 Städte und Siedlungen kartieren, die durch insgesamt 17 Straßen mit einer Gesamtlänge von über 240 Kilometern verbunden waren und einst die Maya-Metropole El Mirador mit den umliegenden Ortschaften verbunden hatten.

Question

Kilometerlange Steinwälle in Kalifornien stellen uns vor ein Rätsel

Kilometerlange Steinwälle an der Ostküste der Vereinigten Staaten stehen in der heutigen Landschaft herum und niemand kann erklären, wozu sie einst dienten, wann sie errichtet wurden oder wer ihre Erbauer waren.

Die rätselhaften Steinwälle verlaufen in Abschnitten durch den Ed R. Levin County Park im Santa Clara County, dem Russian Ridge in den Bergen von Santa Cruz, verschiedenen Parks an der Ostküste Kaliforniens einschließlich des East Bay Regional Parks und einigen privaten Ranches in Livermore Valley. Aber auch in den Ausläufern der Sierra, hinter der Stadt El Dorado Hills entlang des Highways 50 - praktisch im gesamten Bundesstaat Kalifornien verteilt. Sie verlaufen aber nicht nur geradlinig, sondern auch schlangenförmig oder bilden zur Abwechslung rund 60 Meter breite Spiralen.

Wenn man die US-Archäologen nach diesen Wällen fragt, erhält man die Antwort, dass es keine definitive Antwort auf deren Herkunft gibt.

Bulb

Vielleicht von König Artus besucht: Ältestes Kloster Großbritanniens entdeckt

Kloster könnte vom sagenhaften König Artus besucht worden sein
© South West Heritage Trust
Das Kloster auf Beckery Island bestand vor gut 1500 Jahren aus wenig mehr als ein paar einfachen Häusern.
Hier betete vielleicht schon König Artus: Im britischen Somerset liegt das älteste Kloster Großbritanniens - es könnte schon vor dem Jahr 450 gegründet worden sein. Belege dafür liefert nun eine Datierung der Überreste von sieben toten Mönchen aus dem einstigen Klosterfriedhof. Weil angebliche Grab des König Artus in Glastonbury Abbey ganz in der Nähe liegt, könnte das Kloster auch von ihm besucht worden sein.

Die in der Nähe von Glastonbury gelegene Kapelle von Beckery war im Mittelalter berühmt. Denn dort soll hunderte Jahre zuvor der sagenhafte König Artus beim Gebet eine religiöse Vision erlebt haben. Wie William of Malmesbury im Jahr 1135 berichtet, sollen dem König dabei Maria Magdalena und das Jesuskind erschienen sein. Auch die Heilige Bridget, die im fünften Jahrhundert mehrere Klöster in Irland gründete, soll Beckery im Jahr 488 besucht haben.

Archaeology

War Goliath eine historische Person? Riesen hat es scheinbar wirklich gegeben

Homo Sapiens Giganteus Orientalis - Biblische Bösewichte, rätselhafte Reisende: Wer waren die Philister? Nach dem Fund eines großen Philisterfriedhofs stellten Forscher erste Ergebnisse vor.

Im Juli 2016 präsentierten Archäologen eine Sensation: Sie hatten in der israelischen Hafenstadt Aschkelon erstmals einen großen Friedhof des biblischen Volkes der Philister freigelegt. Noch nie zuvor war man auf eine derart umfangreiche Begräbnisstätte dieses sagenumwobenen Volkes gestoßen. Erste Zwischenergebnisse wurden nun auf einem Kongress der American Schools of Oriental Research in San Antonio, Texas, vorgestellt.

Wie Adam Aja vom Harvard Semitic Museum berichtete, sei der mehr als 3000 Jahre alte Friedhof zwar erst zu geringen Teilen erschlossen, bisher habe man aber schon die Überreste von mindestens 227 Personen freigelegt. Seiner Schätzung nach dürften dort insgesamt an die 1200 Menschen in einer Zeitspanne von etwa hundert Jahren die letzte Ruhestätte gefunden haben.

Kommentar:


Dig

Helfen Gräber dabei das Rätsel der Herkunft der Bajuwaren zu lösen?

  • In Regensburg haben Archäologen das größte Gräberfeld in Süddeutschland gefunden.
  • Auf dem Areal, auf dem Tausende Römer bestattet wurden, ruhen auch die ersten Bayern.
  • Diese Funde könnte Licht in die Übergangszeit zwischen Spätantike und frühes Mittelalter bringen - und die Frage klären, woher die Bajuwaren kamen.
© Unbekannt
Verschiedene Tongefäße und eine Gürtelschnalle aus dem 4. und 5. Jahrhundert.
Bei Bauarbeiten auf dem Areal Dörnberg in Regensburg sind Archäologen auf das größte bekannte Gräberfeld in Süddeutschland gestoßen. Seit 2015 wurden dort mehr als 1500 Gräber freigelegt, die vor allem aus der Römerzeit stammen. Es handelt sich um eines der bedeutendsten römischen Gräberfelder nördlich der Alpen.

Darüber hinaus wurden Gräber aus dem frühen Mittelalter (5. bis 7. Jahrhundert) entdeckt. Die Anfänge der bayerischen Geschichte, über die wenig bekannt ist, rücken damit in ein neues Licht. Bislang steht fest, dass der Friedhof vom Jahr 179 bis zum Jahr 670 genutzt wurde, also bis in die nachrömische Zeit hinein.

Kommentar:


Info

Protest am Standing Rock: Kapitel in der Geschichte der systematischen Entrechtung und Marginalisierung der amerikanischen Ureinwohner


Das Oberhaupt der Hunkpapa-Lakota-Sioux, Sitting Bull, und Offizier George Armstrong Custer vom 7. US-Kavallerie-Regiment.
Der aktuelle Protest der "Standing Rock Sioux" gegen die North Dakota Pipeline am Rande ihres Reservats steht in einer leidvollen Tradition des Kampfes der „First Nations“ um Land, Würde und Leben. In den vergangenen Jahrhunderten kämpften die ursprünglichen Einwohner Amerikas zahllose Schlachten.

Das 3,7 Milliarden US-Dollar teure "Dakota Access Pipeline Project" sieht vor, auf einer Länge von 1.170 Meilen Rohöl von den expandierenden Ölfeldern in North Dakota nach Illinois zu leiten. Nach Angaben von Dakota Access, einer Tochtergesellschaft der Energy Transfer Crude Oil Company, sollen während der Konstruktionsphase der Verbindung 8.000 bis 12.000 Arbeitsplätze entstehen und auf diese Weise die Unabhängigkeit der USA von ausländischen Ölimporten weiter verringert werden.

Unter der Beteiligung etwa 200 Angehörigen weiterer indigener Stämme leisten Aktivisten der "Standing Rock Sioux" jedoch aktuell erbitterten Widerstand, um die Verlegung der Öl-Pipeline unter Teilen des Missouri Rivers zu verhindern.

Auch wenn es sich bei dem beanstandeten Teilabschnitt um ein Gebiet knapp außerhalb des ihnen zugedachten Reservats in Cannon Ball, North Dakota handelt, befürchten die Aktivisten sowohl die Entweihung heiliger Stätten als auch die Kontaminierung des Trinkwassers durch den Austritt von Rohöl.

Kommentar: Die Kolonialisierung Amerikas war der Anfang der Welt-Kolonialisierung durch die USA, wie wir es heute erleben.


Dig

Ungewöhnlicher Fund: Archäologen in Israel entdecken 3.800 Jahre altes Tongefäß mit Skulptur in Denkerpose

© Israel Antiquities Authority
Die 3.800 Jahre alte Tonfigur in Denkerpose bei ihrer Ausgrabung
Einzigartige Skulptur schmückt Bronzezeit-Gefäß aus dem frühen Israel

Faszinierender Fund: In Israel haben Archäologen ein Tongefäß mit einer einzigartigen Skulptur entdeckt. Die 3.800 Jahre alte Tonfigur stellt einen sitzenden Menschen in Denkerpose dar - das Kinn auf eine Hand gestützt. Gefäß und Figur wurden in der Bronzezeit hergestellt und dienten wahrscheinlich als Grabbeigabe. Warum die Menschen damals jedoch einem ihrer Toten ein so ungewöhnliches Objekt mit ins Jenseits gaben, ist bisher rätselhaft.

Vor rund 4.000 Jahren war die Levante - der Küstenstreifen von Israel bis nach Syrien - ein begehrtes Gebiet. Denn hier verliefen wichtige Handelsrouten von Ägypten nach Mesopotamien. Trotz der kargen Landschaft entstanden in dieser Region mehrere Kleinkönigreiche und Stadtstaaten. Zeitweilig waren Teile der Levante von Ägypten besetzt, wovon bis heute Funde von altägyptischen Amuletten und einer Sphinx-Statue zeugen.

Tonfigur in klassischer Denkerpose

Jetzt jedoch sind Archäologen nahe der israelischen Stadt Yehud auf einen extrem ungewöhnlichen Fund gestoßen. Bei Ausgrabungen im Vorfeld eines Bauprojekts entdeckten die Forscher die Fragmente eines rund 18 Zentimeter hohen, bauchigen Tongefäßes. Auf dem "Hals" dieses 3.800 Jahre alten Gefäßes thronte die Tonskulptur einer menschlichen Figur. Sie wurde wahrscheinlich nachträglich auf den Krug aufmodelliert.

"Der Hals des Kruges bildet die Basis für den oberen Teil der Figur, Arme, Beine und das Gesicht wurden dann noch nachträglich ergänzt", erklärt Grabungsleiter Gilad Itach von der israelischen Antikenbehörde. "Man kann erkennen, dass der Kopf der Figur auf eine Hand gestützt ist, als wenn dieser Mensch gerade nachdenkt."

Cloud Grey

Was steckte hinter dem mysteriösen Killer-Nebel, der 1952 London heimsuchte?

© Texas A&M University
Vor 64 Jahren bedeckte eine rätselhafte dicke Nebeldecke die englische Hauptstadt London und tötete mehr als 12.000 Menschen.

Am 5. Dezember 1952 begann der sogenannte »Great Smog«, der die ganze Stadt fünf ganze Tage lang in einer dicken Schicht erstickenden Nebels verhüllte. Es handelte sich um die schlimmste Luftverschmutzung in der europäischen Geschichte, die den Himmel verdunkelte, die Sichtweite auf etwa einen Meter reduzierte, den gesamten Verkehr zusammenbrechen ließ und Zehntausende von Menschen schwere Atemprobleme bescherte. Die dunklen Nebelschwaden drangen in die Häuser und Fahrzeuge ein und fanden sogar einen Weg durch die Kleidung der Menschen bis zu der Unterwäsche. Das Leben in der Metropole kam fast zum Erliegen und selbst Kino- und Opernvorführungen mussten aufgrund der bedenklichen Luftverhältnisse abgebrochen bzw. abgesagt werden.

Als sich der Nebel am 9. Dezember endlich löste, hatte er Schätzungen zufolge mehr als 12.000 Menschen getötet und weitere 150.000 mit akuten Beschwerden ins Krankenhaus befördert. Man vermutete, dass dieser Smog wahrscheinlich durch die Emissionen aus der Kohleverbrennung verursacht wurde. Doch welche Kombination an Begleitumständen es bewerkstelligt haben könnten, dass dabei ein solcher tödlicher Rauch erzeugt wurde, blieb ein Rätsel.

Book 2

Bibelforscher: 10 Gebote gibt es erst seit dem 2. nachchristlichen Jahrhundert, und sie wurden oft verändert

© Informationsdienst Wissenschaft (idw) / Foto: Wikimedia
Bibelforscher J. Cornelis de Vos legt erste vollständige Untersuchung aller antiken Texte zum Dekalog vor - Jüdische und christliche Gruppen verschärften oder erweiterten die Verbote und Gebote, um ihre Gruppenidentität zu stärken - Sexual-ethische Normen angefügt, aber keines der Zehn Gebote wurde über Jahrhunderte je abgelehnt.

Die Zehn Gebote der Bibel waren in ihren ersten Jahrhunderten der Verschriftlichung nach neuesten Forschungen lange nicht so in Stein gemeißelt wie vermutet. „Gruppen von Juden und Christen veränderten sie zuweilen. Die eine Gruppe verschärfte das Tötungsverbot, eine andere erweiterte das Ehebruchverbot um sexualethische Normen, eine dritte fügte ein neues Gebot zum Bau eines Heiligtums hinzu“, erläutert Bibelforscher PD Dr. J. Cornelis de Vos vom Exzellenzcluster »Religion und Politik« der Uni Münster. Er hat jüngst die erste Untersuchung sämtlicher überlieferter jüdischer und christlicher Texte aus der Frühzeit der Zehn Gebote in der Antike vorgelegt, die sich auf die Normen des Dekalogs beziehen. „Die Menschen bezweifelten zwar nie, dass sich Gott mit den Zehn Geboten direkt an sie gewandt habe. Sie schreckten aber auch nicht davor zurück, den Dekalog umzuformen und eigene Normen daran zu binden. Sie schufen so feste Regeln, die ihre Gruppe nach innen stärken und nach außen abgrenzen konnten. Aber kein Gebot wurde je über die Jahrhunderte ausdrücklich abgelehnt.

Die Monografie »Rezeption und Wirkung des Dekalogs in jüdischen und christlichen Schriften bis 200 n. Chr.« ist im Verlag Brill in Leiden und Boston erschienen. Darin zeigt sich eine Bandbreite an Änderungen der Zehn Gebote, darunter vielfache Erweiterungen des Ehebruchverbots um sexualethische Normen. „Zahlreiche antike Schriftsteller - jüdische, christliche und heidnische - waren wie viele Zeitgenossen der Ansicht, die Begierde sei Wurzel allen Übels, und hegten eine gewisse Abneigung gegen Sexualität“, sagt der Forscher. „Die Texte fügten eine Reihe sexueller Praktiken hinzu, die als verwerflich galten und verboten werden sollten: Hurerei, Knabenschänderei, Homosexualität, Abtreibung oder das Töten von Neugeborenen aus Mangel an Verhütungsmitteln.“ Die frühe Kirchenordnung Didache etwa greift um das Jahr 100 nach Christus den Dekalog auf und fügt dem Verbot des Ehebruchs hinzu: „Du sollst nicht Knaben schänden.“ Dies sei eines von vielen Beispielen, wie die Zehn Gebote aktualisiert und den Werten der eigenen Kultur angepasst wurden, so de Vos.

Kommentar: Die Bibel wurde in den vergangenen Jahrtausenden immer wieder verändert und von der Katholischen Kirche sogar neu geordnet (kanonisiert). Weitere interessante Informationen: