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So, 24 Jul 2016
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Verborgene Geschichte
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Cow Skull

Die Reste eines 6000 Jahre alten Massakers im Elsass entdeckt

Im Elsass mussten sich einst jungsteinzeitliche Bauern gegen fremde Krieger wehren. Ihr Zorn gegen die Angreifer mündete anscheinend in exzessiver Leichenschändung.

© Philippe Lefranc / Inrap
Das Ende der Linearbandkeramik im 5. Jahrtausend v. Chr. war eine unruhige Zeit. Das zeigen beispielsweise mit umlaufenden Gräben und großen Toren gesicherte Befestigungsanlagen, mit denen Ortsansässige versuchten, Eindringlinge abzuwehren. Eine solche Siedlung haben Forscher der französischen Denkmalbehörde Inrap nun im elsässischen Achenheim bei Straßburg ausgegraben - und dabei die Überreste einer grausigen Szene entdeckt.

In einer der zahlreichen Vorratshäuser fanden sie die Skelette von insgesamt sechs Individuen, nämlich von fünf Männern und einem Heranwachsenden. Alle waren dort kreuz und quer übereinandergeworfen. Und alle hatten zahllose Knochenbrüche an den Händen, Armen, Beinen, Füßen, dem Schädel und dem Kiefer. Nach Meinung des Teams um Philippe Lefranc wurden die Toten kurz nach ihrem Ableben mit Steinbeilen übel zugerichtet. Die Forscher sprechen von einem "ritualisierten Kriegerzorn".

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Keine mechanische Einwirkung: Der Langschädel des koreanischen Silla-Reichs

Seoul (Südkorea) - In einem selten gut erhaltenen Grab einer Frau aus der Zeit des koreanischen Silla-Reichs (57 v.Chr. bis 935) haben Archäologen ein Skelett mit einem ungewöhnlich verlängerten Schädel entdeckt. Während zwar auch in Teilen Koreas das mechanische Herbeiführen dieser Kopfform praktiziert wurde, sind sich die Wissenschaftler in diesem Fall jedoch sicher, dass die ungewöhnliche Schädelform- und Größe des jetzt entdeckten Skeletts nicht das Ergebnis mechanischer Einwirkungen sind.
© Woo, Shin et al. / PLoS One
Der rekonstruierte Langschädel einer Frau aus dem koreanischen Silla-Reich weist einen nicht mechanisch herbeigeführten Langschädel auf.

Wie das Team um die Anthropologen Dong Hoon Shin vom Seoul National University College of Medicine und Eun Jin Woo Seoul National University aktuell im Fachjournal PLoS One (DOI:10.1371/journal.pone.0156632) berichtet, stießen sie bereits 2013 auf einen im Vergleich zu den meisten anderen Silla-Gräber, die aufgrund der hohen Bodenfeuchtigkeit nur schlecht erhalten sind, gut erhaltenen traditionellen Sarg - einen sogenannten Mokgwakmyo Frau, die wohl mit Ende 30 verstorben war und sich - offenbar aufgrund des buddhistischen Einflusses - rein vegetarisch ernährt hatte.

Bulb

Astronomische Werkzeuge: Jungsteinzeitliche Ganggräber wurden wahrscheinlich als Sternwarte genutzt

Während die meisten Archäologen in sogenannten Ganggräbern hauptsächlich megalithische Ritual- und Grabbauten sehen, haben Archäo-Astronomen nun deren Nutzbarkeit zur astronomischen Beobachtung lichtschwacher Sterne und des Aldebaran aufgezeigt. Sollte sich seine Theorie bestätigen, könnten sich quer durch Europa unzählige dieser prähistorischen Observatorien und Vorgänger von Teleskopen finden.
© Fabio Silva
Der „Dolmen da Orca“ in Portugal.
Copyright:
Nottingham (Großbrittanien) - Charakteristisch für die sogenannten Ganggräber ist der namensgebende lange Gang, der die eigentliche, meist unterirdisch gelegene Haupt- bzw. Grabkammer durch den Eingang mit der Oberfläche verbindet. Derartig angelegte Gräber finden sich hauptsächlich in Deutschland und Skandinavien, sowie vereinzelt in Frankreich und in den Niederlanden - aber auch bis nach Portugal.

Auf dem National Astronomy Meeting in Nottingham berichteten Kieran Simcox und Fabio Silva von der University of Wales Trinity Saint David von ihren Untersuchungen zahlreicher Ganggräber und der Entdeckung, dass diese gerade zur Beobachtung lichtschwacher Sterne genutzt werden konnten (...und können), die sonst mit bloßem Auge nur schwer oder gar nicht zu erkennen sind. Silva vermutet, dass es sich bei den Anlagen um die ersten astronomischen Beobachtungsinstrumente überhaupt handeln könnte.

„Durch die Dunkelheit in der Hauptkammer und den Blick durch den ebenfalls dunklen, am Ende aber zum Horizont gerichteten Blick, gewöhnen sich die Augen schnell an die Dunkelheit und Sternenkundige Beobachter können gerade vor Sonnenaufgang dann noch lichtschwache Sterne beim erstmaligen jahreszeitlichen Aufgang beobachten“, so Silva.

Colosseum

Das antike Rom - Hauptstadt der Seuchen

Das chronisch überbevölkerte antike Rom hatte immer wieder mit verheerenden Epidemien zu kämpfen. Die tausenden Toten bestattete man auf pragmatische Art und Weise.

© fotolia / gekaskr
Der Aufstieg vom Stadtstaat zur Hauptstadt eines Weltreichs ließ Rom aus den Fugen geraten. Von der Mitte des 3. Jahrhunderts v. Chr. bis zur Hochphase des Kaiserreichs im 2. Jahrhundert n. Chr. wuchs die Bevölkerung von 250 000 auf 750 000 oder gar eine Million Einwohner an. Diese Entwicklung hatte aber ihren Preis: Überbevölkerung und Platznot zwang die Ärmeren dazu, auf engstem Raum zusammenzuleben. Diese Bedingungen begünstigten die Verbreitung von Krankheiten und dürften zumindest teilweise erklären, wieso die Stadt so häufig von Epidemien heimgesucht wurde.
Auf einen Blick
Stapelweise Leichen
  1. Mehrere Epidemien suchten Rom im Lauf der Antike heim. Eine von ihnen, die so genannte Antoninische Pest, soll tausende Menschen pro Tag das Leben gekostet haben.
  2. Eine solche Zahl von Toten ließ sich nicht mehr in Einzelgräbern bestatten. Die Katakombe von Sankt Petrus und Marcellinus zeigt, dass die Leichen stattdessen in Gemeinschaftsanlagen gestapelt wurden. Trotz Massengrab gab es Bestattungsriten: Man bestrich die Leichen mit Gips, streute Bernstein und Harze darüber und gab Vornehmen wertvolle Gegenstände mit.

Kommentar:


Bulb

China: Archäologen finden Schädelreliquie des Buddha

In einer Gruft unter dem buddhistischen Bao’en Tempel haben chinesische Archäologen einen Reliquienschrein entdeckt, in dem - glaubt man der Inschrift - ein Schädelknochen des als Buddha verehrten Siddhartha Gautama aufbewahrt wird.

© Courtesy of Chinese Cultural Relics
Diese goldene Kiste (Hintgr. l.) bewahrt angeblich einen Scheitelbeinknochen des Buddha auf.
Weitere Ansichten der jetzt beschriebenen Reliquie finden Sie HIER
Nanjing (China) - Wie das archäologische Fachjournal Chinese Cultural Relics berichtet, wird der Scheitelbeinknochen umgeben von einer Gold- und einer Silberkiste im Innern eines reich verzierten und mit Szenen aus dem Leben Buddhas dekorierten Holzmodells einer Stupa entdeckt, das selbst wiederum in einer Eisenkiste und diese wiederum in einer Steintruhe aufbewahrt wurde.

Sherlock

Borneo: 40.000 Jahre alter Schädel widerspricht Migrationstheorie

© Fernando Calvo / Cumoe
Eine neue Studie zu dem rund 40.000 Jahre alten menschlichen Schädel namens »Deep Skull« hat ergeben, dass die Überreste keine Verwandtschaft zu den indigenen Australiern aufweisen, wie man ursprünglich vermutete.

Der Schädel wurde 1958 in der Großen Höhle der Niah-Höhlen auf der Insel Borneo entdeckt und stellt den ältesten Fund eines modernen Menschen auf einer südostasiatischen Insel dar. Wissenschaftler um den Professor Darren Curnoe vom Palaeontology, Geobiology and Earth Archives Research Centre (PANGEA) haben eine detaillierte Untersuchung des Schädels vorgenommen und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass er erstens wohl zu einer Frau mittleren Alters gehörte und nicht zu einem jungen Mann und zweitens, dass sie nicht zu den Vorfahren der indigenen Australier oder Tasmanier gehörte.

„Unsere Analyse bringt die lang gehegten Ansichten über die Frühgeschichte dieser Region zum Kippen. Wir haben nämlich festgestellt, dass diese sehr alten Überreste am ehesten denen einiger indigenen Völker aus dem heutigen Borneo mit ihren zarten Zügen und kleiner Körpergröße ähneln und weniger den australischen Eingeborenen", sagt Professor Curnoe. Die Studie würde auch die Theorie der zwei Siedlungswellen auf Süd-Ost-Asien wiederlegen, nach der zuerst indigene Australier und Neuguineaner und dann chinesischen Bauern dort eingewandert wären. Sie zeigt auch, dass zumindest ein Teil der indigenen Völker von Borneo nicht durch die migrierten Bauern abgelöst wurden, sondern sie die neue landwirtschaftliche Kultur vor etwa 3.000 Jahren von ihnen übernahmen.

„Unsere Arbeit, in Verbindung mit den jüngsten genetischen Studien von Menschen aus ganz Südostasien, ist eine ernsthafte Herausforderung für die zwei Siedlungswellen-Theorie bezüglich Borneo und den weiter nördlich befindlichen Inseln. Wir müssen unsere Vorstellungen über die Vorgeschichte der Region neu überdenken, da sie viel komplizierter war, als wir sie bisher eingeschätzt hatten", erklärt Curnoe.

Map

Santorini: Baumringe stützen Zeitpunkt des Vulkanausbruchs

© Turi Humbel, WSL und Universität Zürich
Luftaufnahme des inneren Kraterrandes von Santorini. In einem davon wurde vor wenigen Jahren ein altes Stück Olivenholz gefunden, mit dessen Hilve Wissenschaftler versuchten, das Alter der Minoischen Eruption zu bestimmen.
Seit den 1980er Jahren weisen einige Forschungsarbeiten darauf hin, dass der griechische Vulkan Santorini nicht wie bisher angenommen im 16., sondern möglicherweise bereits im 17. Jahrhundert vor Christus ausgebrochen sein könnte. Würde sich diese Datierung erhärten, müsste die kulturgeschichtliche Entwicklung für den östlichen Mittelmeerraum neu geschrieben werden. Den jüngsten Anlass, den Zeitpunkt des Vulkanausbruches vorzudatieren, gab eine Studie aus Dänemark, die mit der Radiokarbonmethode (14C-Datierung) Olivenholz aus der Epoche des Vulkanausbruchs untersuchte.

Diese Methode kann allerdings keine zuverlässigen Resultate liefern, wie ein internationales Forscherteam um Paolo Cherubini von der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL in der Fachzeitschrift Antiquity nachweist. Die Wissenschaftler zeigen, dass die 14C-Datierung einzelner, von Vulkanasche eingeschlossener Olivenholzstücke zu unsicher ist, um jahresgenau zu datieren.

Ice Cube

Waren die Justinianische Pest und die Völkerwanderung Folge einer »Kleinen Eiszeit«?

Alte Bäume offenbaren »Spätantike Kleine Eiszeit« vor rund 1.500 Jahren

© onionstatic.com
Jahrringmessungen decken eine drastische Kälteperiode in Eurasien zwischen 536 und etwa 660 nach Christus auf. Sie überlagert sich zeitlich mit der Justinianischen Pest sowie mit politischen Umwälzungen und Völkerwanderungen sowohl in Europa als auch in Asien. Dies berichtet ein interdisziplinäres Team unter Leitung der Eidg. Forschungsanstalt WSL und des Oeschger-Zentrums der Universität Bern im Fachjournal »Nature Geoscience«.

Die Wissenschaftler um den Jahrringforscher Ulf Büntgen von der WSL konnten erstmals präzise die Sommertemperaturen der letzten 2.000 Jahre in Zentralasien rekonstruieren. Möglich machten dies neue Jahrringmessungen aus dem russischen Altai-Gebirge. Die Ergebnisse ergänzen die bereits 2011 im Fachjournal »Science« von Büntgen und Kollegen publizierte Klimageschichte der Alpen, welche 2.500 Jahre zurückreicht. »Der Temperaturverlauf im Altai passt erstaunlich gut mit dem der Alpen überein«, sagt Büntgen. Die Studie ermöglicht erstmals Aussagen über die Sommertemperaturen in grossen Teilen Eurasiens für die letzten 2.000 Jahre.

Aus der Breite der Jahrringe kann man die sommerlichen Klimabedingungen der Vergangenheit jahrgenau ableiten. Dabei stach den Forschenden eine Kälteperiode im 6. Jahrhundert ins Auge, die noch kälter, länger und grossräumiger war als die bisher bekannten Temperatureinbrüche innerhalb der »Kleinen Eiszeit« zwischen dem 13. und 19. Jahrhundert. »Es war die stärkste Abkühlung auf der Nordhalbkugel während der letzten 2000 Jahre«, sagt Büntgen.

© Vladimir S. Myglan
Dank alter Bäume im Altai-Gebirge können die Sommertemperaturen für die letzten 2.000 Jahre rekonstruiert werden
Klima und Kultur

Die Forschenden bezeichnen deshalb erstmals den Zeitraum von 536 bis etwa 660 nach Christus als »Spätantike Kleine Eiszeit« (Late Antique Little Ice Age, LALIA). Auslöser waren drei grosse Vulkanausbrüche in den Jahren 536, 540 und 547 nach Christus, deren Effekt auf das Klima durch die verzögernde Wirkung der Ozeane und ein Minimum der Sonnenaktivität noch verlängert wurde.

Gemäss dem Team aus Natur-, Geschichts- und Sprachforschern fällt eine ganze Reihe von gesellschaftlichen Umwälzungen in diese Periode. Nach Hungersnöten etablierte sich zwischen 541 und 543 die Justinianische Pest, die in den folgenden Jahrhunderten Millionen von Menschen dahinraffte und vermutlich zum Ende des Oströmischen Reichs beitrug.

© Ulf Büntgen
Die »Spätantike Kleine Eiszeit« (Late Antique Little Ice Age, LALIA) begann 536 n. Chr. Sie tritt in den rekonstruierten Sommertemperaturen deutlich hervor (blaue Schraffierung links).

Kommentar: Sowohl am Ende der Antike als auch im Mittelalter kam ein Großteil der Menschen wegen Seuchen wie der Pest um und zeitgleich gab es eine "Kleine Eiszeit". Sind Krankheiten wie die Pest und Klimaveränderungen vielleicht ein Warnzeichen von Mutter Natur, die unsere Aufmerksamkeit erlangen sollen? Kriege, Gerüchte von Kriegen, etc.? "Wenn man aus der Geschichte nicht lernt, muss man sie wiederholen." Nachdenklich geworden? Möglicherweise sind dann auch diese Artikel interessant:


Question

Zweiter Weltkrieg: Noch immer werden etwa 1,5 Millionen Menschen vermisst

Etwa 1,5 Millionen Menschen gelten seit dem Ende des Großen Vaterländischen Krieges (1941/45) immer noch als vermisst. Diese Zahl nannte Generalmajor a. D. Alexander Kirilin am Mittwoch in Moskau.
© AP Photo
1945 habe es rund 4,5 Millionen Vermisste gegeben, sagte der Sekretär des Forschungsrates der militär-historischen Gesellschaft auf einer Pressekonferenz.

Kommentar: Gemeinsames Projekt Deutschland und Russland: Aufklärung der Schicksale von Kriegsgefangenen


MIB

Neue Dokumente: Die CIA mischte auch eifrig in Ecuador mit

US-Geheimdienst nahm bis 2007 massiv Einfluss auf ecuadorianische Sicherheitsbehörden. Polizei und Militär sollten Zielen Washingtons
Leila Hadad Pérez, hier links im Bild. Das Foto stammt aus einem Bericht des Fernsehsenders Telesur
© Telesur
Leila Hadad Pérez, hier links im Bild. Das Foto stammt aus einem Bericht des Fernsehsenders Telesur
Quito. Der US-amerikanische Geheimdienst CIA hat offenbar versucht, gezielt auf Sicherheitsbehörden und das Militär in Ecuador Einfluss zu nehmen. Dies geht aus einem Bericht der regierungsnahen ecuadorianischen Tageszeitung El Telégrafo vom Montag hervor, der sich auf entsprechende Dokumente stützt, die dem Blatt zugespielt wurden.

Den Unterlagen zufolge hat die amerikanische CIA-Agentin Leila Hadad Pérez bis 2007 Ämtervergaben in Sicherheitsbehörden sowie beim Militär beeinflusst. Laut dem Bericht sollte vorgeblich sichergestellt werden, dass im Interesse der USA mehr gegen den Drogenhandel unternommen wird. Mit falschen Papieren ausgestattet, hatte Hadad bereits im Jahr 1984 in der Hauptstadt Quito zunächst einen Kosmetiksalon und anschließend einen Teppichladen eröffnet. Mit Hilfe dieser Tarnung nahm sie seither Einfluss auf die Politik ecuadorianischer Sicherheitsbehörden.

Kommentar: Wie im oberen Kommentar bereits genannt, ist das eine typische Strategie der USA Länder zu destabilisieren. Auch viele andere Länder (Ukraine, Syrien, Irak etc.) werden von CIA finanzierten Agenten unterwandert und unterstützt, um "Revolutionen" durchzuführen.