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Mo, 26 Sep 2016
Die Welt für Menschen, die denken

Verborgene Geschichte
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Sherlock

Australien: 9.000 Jahre alte Häuser entdeckt

Archäologen der University of Western Australia haben die Überreste der ältesten, uns bekannten Siedlung des australischen Kontinents entdeckt. Die Strukturen werden auf ein Alter zwischen 8.000 und 9.000 Jahre datiert und stammen somit aus der Zeit kurz nach der letzten Eiszeit.
© Leptictidium/Wikipedia
Zweck der Häuser ist den Forschern noch unbekannt

Die Entdeckung gelang Professor Jo McDonald und seinem Team auf einer Insel des Dampier-Archipels, einer Inselgruppe mit 42 weitgehend unbewohnten Inseln und Felsen in der westaustralischen Region Pilbara. Eigentlich wurden die Überreste der runden Steinhäuser bereits in 2014 entdeckt, doch man konnte sie erst jetzt datieren, nachdem man in ihrem Inneren die Schalen von essbaren Mangrovenschnecken fand. Die Forscher hatten kniehohe Steinwände entdeckt und glauben, dass, wer auch immer diese Strukturen vor 9.000 Jahren gebaut haben mag, für das Dach entweder Äste, Zweige oder andere Pflanzenteile verwendeten. Sie waren auch erstaunt, dass die Häuser separate Zimmer aufweisen und es beispielsweise einen gesonderten Bereich zum Schlafen und einen anderen zum Arbeiten zu haben scheinen.

Crusader

"Engel des Todes": Das wahre Gesicht der "heiligen" Mutter Teresa und ihres Ordens

© psychologytoday.com

Kommentar: Mutter Teresa, die als "Engel der Armen" galt, wurde am 4. September 2016 von Papst Franziskus in Rom heiliggesprochen. Der folgende Artikel aus dem Jahr 1999, nur ca. zwei Jahre nach Mutter Teresas Tod entstanden, zeichnet ein anderes Bild dieses "Engels" und ihres Ordens.



Selig sind die Armen


Ihre Menschenverachtung weist Mutter Teresa einen Platz unter den Englein zu

Sie war eine hoch geachtete Persönlichkeit, nach ihrem Tod kamen anerkennende Worte aus allen Regierungspalästen, bei Umfragen unter Jugendlichen taucht sie regelmäßig unter den Top Ten der Vorbilder auf: Mutter Teresa, der “Engel der Armen”. 1997 im Alter von 87 Jahren gestorben schickt sich die weltbekannte Nonne an, in Rekordzeit zur Heiligen aufzusteigen. Der Prozess der Seligsprechung ist bereits eingeleitet und kein Beobachter zweifelt daran, dass die Prozedur schnell vonstatten gehen wird. Dabei geht es allerdings weniger um Wunder und gute Werke, sondern um knallhartes politisches Kalkül der Strategen im Vatikan.

Mutter Teresa steht geradezu synonym für praktizierte Nächstenliebe; sie gilt, weit über kirchliche Kreise hinaus, als integre Persönlichkeit, deren Orden die überwiesenen Spenden bestmöglich zur Unterstützung der Ärmsten der Armen einsetzt. Dieses Image hat die katholische Kirche immer wieder zielstrebig eingesetzt, um Sympathiepunkte und Geld einzuheimsen. Mutter Teresa, vertrauenswürdig und an den sozialen Brennpunkten der Welt aktiv, schien das genaue Gegenbild zum skandalumwitterten Vatikan wie auch zu einem (nicht nur in Sachen Verhütung) zunehmend weltfremder argumentierenden Papst. Mit ihrer Heiligsprechung würde sicherlich eine attraktivere, zeitgemäßere Identifikationsfigur geschaffen als der heilige Nikodemus oder die heilige Agathe.

Das Leben der Mutter Teresa erscheint tatsächlich als Bilderbuch-Karriere einer potentiellen Heiligen. Im Alter von 18 Jahren trat die 1910 in Skopje als Agnes Gonxha Bojaxhiu geborene Albanerin in den Loreto Orden ein. Bald ging sie nach Indien, seit 1946 hatte sie ihre Missionsstation in den Elendsvierteln von Kalkutta. Mit päpstlicher Erlaubnis gründete sie vier Jahre später ihren eigenen Orden, die “Missionarinnen der Nächstenliebe”. Das Unternehmen wuchs und gedieh, heute verfügt es über mehr als 400 Niederlassungen weltweit. In den 1970ern machten die Medien sie als “Engel der Armen” bekannt, 1979 erhielt sie den Friedensnobelpreis. Seither war ihr Orden überaus populär, die Spenden flossen reichlich.

Kommentar: Auch lesenswert zum Thema:
  • Der Todesengel von Kalkutta - Die Zerstörung des Mythos um Mutter Teresa



Pyramid

War Wasserknappheit der Grund für das Ende der Maya?

Irgendetwas Dramatisches muss passiert sein, im neunten Jahrhundert, als die klassische Periode der Maya zu Ende ging. Innerhalb kurzer Zeit erlebte die blühende Hochkultur in Mittelamerika einen Einbruch, die Bevölkerungszahl ging stark zurück, monumentale Steinbauten, wie man sie vorher auf Yucatán errichtet hatte, wurden danach keine mehr gebaut. Der Grund für diesen Niedergang ist bis heute umstritten. Eine mögliche Erklärung liefern nun Modellrechnungen der TU Wien: Gerade die Bewässerungstechnik, die den Maya in Dürrezeiten oft wichtige Dienste geleistet hat, könnte die Gesellschaft verwundbarer gegenüber großen Katastrophen gemacht haben.

© Chromolithographie von Frederick Catherwood, 1844.
Maya-Ruine »Las Monjas« in Uxmal, Yucatán, Mexiko.
Daraus können wir auch für unsere eigene Zeit wichtige Schlüsse ziehen: Man muss mit natürlichen Ressourcen sorgsam umgehen - wenn technische Maßnahmen bloß die oberflächlichen Symptome einer Ressourcenknappheit bekämpfen, ohne dass man das Verhalten anpasst, wird die Gesellschaft verwundbar.

Sozio-Hydrologie

 »Das Wasser beeinflusst die Gesellschaft und die Gesellschaft beeinflusst das Wasser«, sagt Linda Kuil, Dissertantin von Prof. Günter Blöschl im FWF-Doktoratskolleg Wasserwirtschaftliche Systeme an der TU Wien. »Der Vorrat an Wasser bestimmt, wie viel Nahrung zur Verfügung steht, und beeinflusst somit das Bevölkerungswachstum. Umgekehrt wird bei einer Bevölkerungszunahme auch in den natürlichen Wasserkreislauf eingegriffen - etwa durch den Bau von Wasserreservoirs.« 

Weil Wasser und Gesellschaft einander so unmittelbar beeinflussen, genügt es nicht, beides getrennt voneinander zu beschreiben. Daher versucht man an der TU Wien heute, die Wechselwirkungen zwischen Soziologie und Hydrologie in mathematische Modelle zu fassen. So entstand das Forschungsgebiet der Sozio-Hydrologie.

Kommentar: Der Mensch im Allgemeinen und die Maya im Besonderen haben schon immer die Ressourcen ausgenutzt - auch bis zum geht nicht mehr: In der Geschichte der Menschheit ist noch bisher jede Hochkultur früher oder später zusammengebrochen. Häufig sind weltweit alle Hochkulturen gleichzeitig kollabiert und die entsprechende Geschichte gleicht sich sehr häufig bezüglich ihrer Begleiterscheinungen: menschliche Gier, extremes Wetter, korrupte, psychopathische Eliten, Ausbeutung der Umwelt, Katastrophen. Das gleicht sehr dem, was wir jetzt erleben... Weitere Artikel über die Maya:


People 2

Entwicklung des Menschen - Asien der vergessene Kontinent

Ausgrabungen aus China stellen die gängigen Theorien zur Evolution des Menschen und unserer engsten Verwandten wieder in Frage.

© dpa
Rekonstruktion einer Peking-Frau nach einem späteren Schädelfund (rechts).
Direkt am Stadtrand von Peking erhebt sich ein kleiner Berg aus Kalkstein über die Stadt - der Drachenknochenhügel. An dessen Nordseite führt ein Pfad hoch zu ein paar umzäunten Höhlen, die jährlich von 150 000 Besuchern im Schulkind- bis Rentenalter besucht werden. Hier hatten Forscher 1929 einen fast vollständig erhaltenen Schädel gefunden, dessen Alter auf zirka eine halbe Million Jahre bestimmt wurde. Der Schädel des so genannten Peking-Menschen gehörte zu den ältesten je entdeckten menschlichen Überresten; und viele überzeugte der Fund davon, dass die Entwicklung der Menschheit von Asien ausging.

Seitdem ist die zentrale Bedeutung des Peking-Menschen allerdings verblasst. Zwar ist der Fund inzwischen mit modernen Datierungsmethoden auf ein Alter von sogar 780 000 Jahren geschätzt worden, schließlich aber übertrumpften ihn Ausgrabungen noch wesentlich älterer Verwandte des Menschen aus Afrika. Damit war Afrikas Status als Wiege der Menschheit zementiert: Von nun an galt Afrika als der Kontinent, von dem aus sich der moderne Mensch und seine Vorfahren über die Erde ausbreiteten. Asien wurde dagegen auf so etwas wie eine evolutionäre Sackgasse zurückgestuft.

Doch die Geschichte des Peking-Menschen beschäftigte weiterhin ganze Generationen chinesischer Forscher, die alle seine Beziehung zum modernen Menschen entschlüsseln wollten. "Es ist eine Geschichte ohne Ende", sagt der Paläontologe Wu Xinzhi vom Institute of Vertebrate Paleontology and Paleoanthropology (IVPP) der chinesischen Akademie der Wissenschaften in Peking. Die Forscher fragen sich, ob die Nachkommen des Peking-Menschen und die Artgenossen der Homo-erectus-Spezies tatsächlich ausstarben oder ob sie sich eher zu einer moderneren Spezies entwickelt haben und so zum Genpool des heutigen Chinas beigetragen haben.

Kommentar:
Frühmenschen: Denisova-Menschen: Neandertaler:


Rainbow

Name von etruskischer Göttin "Uni" auf 2.400 Jahre alter Stele gefunden

Ein rarer Fund: Auf einer bei Florenz entdecken Stele der Etrusker haben Archäologen den Namen der Göttin "Uni" entdeckt. Dies bestätigt, dass es sich bei der Inschrift um einen religiösen Text handelt - und macht ihn zu einem ganz besonderen Fund. Denn sowohl lange Texte als auch religiöse Inschriften aus der Etruskerzeit sind extrem selten. Die Stelen-Inschrift könnte daher wertvolle Einblicke in Religion und Kultur dieses rätselhaften Volkes liefern.

© Mugello Valley Project
Kaum zu erkennen: Eingeritzte etruskische Zeichen auf der 2.400 Jahre alten Stele
Im Mugello-Tal nordöstlich von Florenz lag vor rund 2.500 Jahren eine Siedlung der Etrusker. Dieses noch immer rätselhafte Volk lebte vor und während der Römerzeit im nördlichen Mittelitalien. Dort sind bis heute etruskische Nekropolen erhalten, deren Gräber und Grabbeigaben fast die einzigen Zeugnisse dieser Kultur sind. Längere Inschriften oder Aufzeichnungen dieser Kultur fehlen völlig.

Spannender Stelenfund im Tempel

Anfang dieses Jahres jedoch machten Archäologen im Mugello-Tal eine Aufsehen erregende Entdeckung: Sie stießen im Fundament eines etruskischen Tempels erstmals auf eine Stele mit einer längeren Inschrift darauf. Auf der Vorderseite der rund 2.400 Jahre alten Stele sind mindestens 120 eingravierte Buchstaben und Satzzeichen zu erkennen.

"Diese Inschrift könnte neue Wörter enthalten, die wir nie zuvor gesehen haben - auch weil sie nicht im Umfeld eines Grabes oder einer Nekropolis entstand", spekulierte damals Grabungsleiter Gregory Warden von der Southern Methodist University. "Wir hoffen, dass diese Stele uns den Namen der Gottheit oder Göttin verraten wird, die an diesem Ort verehrt wurde."

Kommentar:


Dig

Mysteriöse Steinstruktur unter steinzeitlicher Abfallgrube nahe dem "Ring von Brodgar"

Archäologen sind in Schottland auf eine ungewöhnliche Steinstruktur gestoßen, auf die sie sich vorerst noch keinen Reim machen können. Die Forscher von der University of the Highlands und dem Islands Archaeology Institute untersuchten in Ness of Brodgar auf den Orkney-Inseln eine neolithische Abfallgrube, als sie - am letzten Grabungstag der Saison - unter dem steinzeitlichen Müll Hinweise auf mehrere gewaltige Steinplatten entdeckten. Die bearbeiteten sogenannten Orthostaten rahmen eine Fläche von 10 Meter Mal 4 Meter ein. Nach bisheriger Datierung auf Basis der Bodenschichten könnte das Bauwerk die älteste künstliche Struktur auf dem Grabungsareal sein; demnach wurden die großen Steine dort vor rund 5.000 Jahren aneinander gereiht.

© Stevekeiretsu/CC BY SA 3.0 / James Robertson
Der Ring von Brodgar ein Steinkreis aus der Jungsteinzeit mit dem Loch of Harray im Hintergrund. Detailbild: Luftaufnahme der kürzlich ausgegrabenen Struktur.
Welchem Zweck die Struktur einst erfüllt hat, ist rätselhaft. Vergleichbares war auf den Orkneys jedenfalls bisher noch nicht entdeckt worden. Überdies beschäftigt die Archäologen um Nick Card, warum ausgerechnet über dem Bauwerk eine Abfallgrube entstand. "Ihre für Ness einzigartige Anordnung lässt vermuten, dass die Steine gleichsam wiederverwertet worden waren und davor an einer anderen Stelle standen, vielleicht als Teil eines älteren Steinkreises", meint Card. Ob es sich um die Überreste eines bisher unentdeckten Herrschergrabes handelt - so zumindest lautet eine der Theorien - , könnten weitere Ausgrabungen in der kommenden Saison verraten.

Kommentar:


Star

Geistesblitz löst archäologisches Rätsel - Tiere auf Weinbecher sind Sternbilder

Nach 25 Jahren hat ein Student ein archäologisches Rätsel gelöst, an dem zuvor zahlreiche Forscher gescheitert waren: John Barnes von der Universität Columbia in Missouri erkannte, was die Tierzeichnungen auf einem 2600 Jahre alten Weinbecher aus dem antiken Griechenland darstellen.

© John E. Coleman
Scherben der Keramik waren 1990 entdeckt und zu einem Trinkgefäß mit zwei Henkeln zusammengesetzt worden. Archäologen identifizierten zwar die abgebildeten Arten. Doch die merkwürdige Menagerie aus Land- und Meersäugetieren, einer Schlange und einem Skorpion passte zu keiner gängigen Deutung. Sie zeigt weder eine Jagdszene noch ein für die damalige Zeit typisches Ornament.

Dann sah John Barnes in einem Museum den Weinbecher und hatte eine Erleuchtung: Hier waren Sternbilder dargestellt. Und zwar (oben, von links nach rechts) Stier, Wasserschlange, Hase, Großer Hund, Skorpion, Delfin und Löwe.

Das Gefäß war wohl eine Opfergabe in einem Tempel der ehemaligen Stadt Halai gewesen. Barnes vermutet, dass die Sternbilder so gruppiert sind, dass sie zu den Feierlichkeiten des damaligen religiösen Jahreskalenders passten.

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Ötzi - Neue Erkenntnisse zur Ausrüstung und Bekleidung des Mannes aus dem Eis

© Unbekannt
Die Rekonstruktion des "Mannes aus dem Eis"
Versuche die Fellreste zu bestimmen gab es in den fast 25 Jahren Forschung rund um den Mann aus dem Eis mehrere - nicht zuletzt daran lässt sich auch die rasante Entwicklung der wissenschaftlichen Untersuchungsmöglichkeiten in den vergangenen Jahrzehnten aufzeigen. Ein Forschungsteam des Institutes für Mumien und den Iceman an der EURAC um Niall J. O'Sullivan hat in der vergangenen Woche neue Resultate der genetischen Untersuchungen einiger Lederreste aus dem Fundkomplex "Mann aus dem Eis" vorgelegt. Dabei handelt es sich um die Analyse von neun Leder- bzw. Fellproben und die Bestimmung deren mitochondrialer DNA.

© Südtiroler Archäologiemuseum/Harald Wisthaler
Köcher des Mannes aus dem Eis
Joachim Lange hatte bereits 1992 die vorläufigen Befunde zu seinen mikroskopischen Untersuchungen der Fellreste veröffentlicht. Im selben Jahr hatten auch Willy Groenmann van Waateringe Ötzis Lederreste unter dem Mikroskop untersucht und bestimmt. Auf die Bestimmungen der Tierarten aufgrund der Oberflächenstruktur der Lederreste folgte ein erster Versuch mithilfe naturwissenschaftlicher Methoden zu Resultaten zu gelangen. Eine Forschergruppe aus Saarbrücken um Klaus Hollemeyer hat 2012 anhand der Peptid-Analyse (PMFS) durch Bestimmung des Keratin- und Collagen-Gehaltes die Tierarten bestimmt. Cristina Olivieri hat 2012 erstmals genetische Untersuchungen (mitochondriale DNA) an kleinen Fellresten, die allerdings keinen Kleidungsstücken zuzuweisen sind, durchgeführt.

Neu ist nun die Erkenntnis, dass der Köcher des Mannes aus dem Eis nicht wie bisher angenommen aus Gämsenleder hergestellt worden ist, sondern aus Rehfell bzw. Rehhaut. Frank Maixner, Mitglied der Forschergruppe unterstreicht jedoch, dass sich das Ergebnis vorerst auf die entnommene Probe bezieht und es nicht ausgeschlossen ist, dass andere Komponenten des Köchers doch auch aus Gämsenleder hergestellt worden sind. Eine Probe vom Lendenschurz weist ebenfalls, entgegen der bisherigen Annahme, auf Schafsleder hin - bislang ist man von Ziegenleder ausgegangen. Nachgewiesen werden konnte auch, dass ein Schnürriemenstück eines Schuhs vom Rind stammt.

Kommentar:


Sherlock

Gottgleicher Herrscher als Auftraggeber der Himmelsscheibe von Nebra "identifiziert"

»Gottgleicher« bronzezeitlicher Herrscher aus dem heutigen Sachsen-Anhalt gilt als wahrscheinlicher Kandidat.

© Dbachmann/Wikipedia
Himmelsscheibe von Nebra
Dieskau - Ein bronzezeitlicher Fürst, der in einem als »Bornhöck« bezeichneten Grab nahe in Sachsen-Anhalt bestattet wurde, ist nach Ansicht von Experten mit hoher Wahrscheinlichkeit der Auftraggeber der Himmelsscheibe von Nebra. „Das ergaben neueste Forschungen", sagte Landesarchäologe Harald Meller am Mittwoch an der Grabungsstelle, fügte aber hinzu: „Weitere Untersuchungen laufen noch." Die Goldapplikationen auf der bronzenen Himmelsscheibe von Nebra gelten als älteste konkrete Sternenabbildung der Welt, zu sehen sollen nach Meinung von Archäologen außer Sonne und Mond unter anderem die Plejaden sein. Die Scheibe wurde vor 3.600 Jahren zusammen mit anderen bronzenen Gegenständen auf dem Mittelberg bei Nebra vergraben. Zuvor war die etwa 32 Zentimeter große, annähernd kreisrunde Scheibe an die 300 Jahre in Benutzung gewesen.

»Gottgleicher Herrscher«

Der Fürst und mögliche Auftraggeber der Scheibe hatte seinerseits ein wahres Monument hinterlassen: „Mit einem Durchmesser von rund 70 Metern und einer Höhe von 15 Metern war die als 'Bornhöck' bekannte Begräbnisstätte das größte Hügelgrab Mitteleuropas", sagt Meller. Im Zuge des Braunkohleabbaus wurde das Fürstengrab allerdings im 19. Jahrhundert fast vollständig abgetragen. Dennoch haben die Archäologen seit 2014 in drei Grabungskampagnen tausende Knochen- und Keramikfunde gemacht. Zudem wurde nachgewiesen, dass der Grabhügel in der Bronzezeit weiß gekalkt und bunt bemalt war.

Hourglass

Die Ruinenstadt Nan Madol: Zeuge einer vergangenen Hochkultur und ingenieurstechnische Meisterleistung auf einem Korallenriff

© Fernando Calvo
Die megalithische Stadt Nan Madol liegt am östlichen Ufer der Insel Pohnpei in Mikronesien und war wahrscheinlich Ritual -und Kultstätte für die herrschenden Oberhäupter der Saudeleur-Dynastie. Zwar ist dieses architektonische Wunderwerk noch nicht vollständig erforscht aber die über 1.000 Jahre alten Ruinen sind ein Beweis für uralte Ingenieurleistungen.

Ausgrabungen auf dem Gelände deuten an, dass die Besiedelung von Nan Madol möglicherweise gegen 200 v. Chr. erfolgt sein könnte und die Datierung mittels der Radiokarbonmethode ergab, dass der Bau der wichtigsten megalithischen Bauten um 1200 n. Chr. begonnen haben muss. Die gesamte monumentale Stadt besteht aus 92 kleinen künstlichen Inseln auf einem Korallenriff, die durch Kanäle begrenzt werden. Auf diesem Korallenriff wurden verschiedene Gebäude und Komplexe vor allem aus Basaltsäulen errichtet, einem vulkanischen Gestein, die sich durch Kontraktion bei der Abkühlung der Lava bilden, wobei die Längsachsen der Säulen senkrecht zu den Grenzflächen der Lavaströme stehen. Das Durchschnittsgewicht der Steine beträgt 5 Tonnen, wobei vereinzelte Steine aber bis zu 25 Tonnen wiegen und es wird geschätzt, dass das Gesamtgewicht aller Basaltsäulen, die die Konstruktion der Stadt bilden, bis zu 750.000 Tonnen beträgt. Der Name Nan Madol bedeutet »Zwischenräume« und bezieht sich auf diese Kanäle, die kreuz und quer durch die Ruinen führen. Doch der ursprünglicher Name lautete »Soun Nan-leng« (Riff des Himmels).

Es gibt zwar einige mögliche Steinbrüche rund um die Insel aber die genaue Herkunft der für den Bau von Nan Madol verwendeten Steine wurde noch nicht lokalisiert. Es wird angenommen, dass sie möglicherweise mit Flößen aus dem Norden und Nordwesten der Hauptinsel importiert wurden. Nan Madol wurde zunächst als Festungsanlage eingestuft aber aufgrund ihrer sehr offenen Architektur dürfte sie zur Verteidigung höchst ungeeignet sein. Auf Pohnpei und der Nachbarinsel Kosrae befinden sich weitere ähnliche Anlagen, die jedoch in Größe und Kunstfertigkeit der Ausführung nicht an Nan Madol heranreichen.