Die Welle 3
Erdveränderungen
Reuters
Frankfurt am Main - Das Gewitter sei durch die An- und Abflugrouten des größten deutschen Flughafens gezogen. Auch Verspätungen habe es deshalb gegeben, sagte ein Sprecher des Flughafenbetreibers Fraport.
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte zuvor vor örtlichen Gewittern mit Starkregen gewarnt. Die Gefahr örtlich starker Niederschläge bestehe auch in der Nacht zum Montag.
Das Unwetter beeinträchtigte auch die Veranstaltung "Tag der Luftfahrt". Er musste in Frankfurt früher abgebrochen werden. Die Veranstalter sagten am Sonntagmorgen Aktionen auf dem Freigelände im Süden des Flughafens ab. Das zentrale Festgelände mit einem Airbus A380 als Hauptattraktion wurde geschlossen. Wegen des nahenden Gewitters sei die Sicherheit der Gäste nicht mehr gewährleistet gewesen, sagte ein Fraport-Sprecher.
Die rund 600 Reisenden kamen zwar mit dem Schrecken davon, mussten aber teils die halbe Nacht im Zug verbringen. Die Strecke zwischen Frankfurt und Mannheim wurde in beide Richtungen gesperrt, wie ein Sprecher der Deutschen Bahn am Freitag sagte. Dadurch kam es zu Behinderungen. Kräftige Böen hatten am späten Donnerstagabend bei Biblis den Baum umknicken lassen.
Weil sich der Zug in den heruntergerissenen Oberleitungen verfangen hatte, konnten die Helfer die letzten Fahrgäste erst nach knapp sieben Stunden befreien. "Die Rettungstrupps konnten erst an den Zug 'ran, als wir völlig sicher waren, dass der Strom weg war", sagte der Bahnsprecher. Dazu mussten die 15 000 Volt führenden Kabel erst geerdet werden. "Im Zug waren die Gäste am sichersten." Dort wurden sie mit Getränken versorgt.
Am frühen Freitagnachmittag gab die Bahn das erste der beiden Gleise wieder frei. "Seit 13.20 Uhr fahren wir wieder", sagte der Sprecher. Das zweite Gleis werde voraussichtlich zum Wochenende wieder befahrbar sein. Regionalzüge und S-Bahnen fuhren zunächst nur auf Teilstrecken, Fernzüge wurden umgeleitet.
Der Verband der Familienbetriebe (Coldiretti) berichtete in der vergangenen Woche von vorläufigen Schadensschätzungen in einer Höhe von 1 Mrd. Euro. Die Ernten zahlreicher Kulturen wie Industrietomaten, Reis, Weizen, Gerste, Hafer, Kartoffeln, Obst, Soja, Mais dürften mindestens um ein Drittel kleiner ausfallen. In einzelnen Lagen geht Coldiretti sogar von einem Verlust von 50 Prozent aus.
Schlechte Heuernten würden zudem die Versorgung der Tiere gefährden. Die Gefahr von Pilzinfektionen der Pflanzen steige. Fällige Feldarbeiten, wie die Rübenaussaat könnten nicht getätigt werden, Tomatenjungpflanzen würden abgeschwemmt, Kartoffelpflanzungen seien eingestellt worden. Der Blütenansatz der Obstbäume habe sich ebenfalls um ein Drittel reduziert.
Die Weinreben wüchsen nur langsam, erklärte Coldiretti weiter. Aufgrund des Regens flögen die Bienen kaum, dabei werde ihre Bestäubungsleistung derzeit dringend benötigt. Wegen der niedrigen Temperaturen müssten die Ställe zudemnlänger und stärker beheizt werden, was die Energiekosten erhöhe.
Das Beben könnte in der näheren Umgebung des Epizentrums leicht verspürt worden sein, hieß es in einer Aussendung. Derzeit lägen noch keine Wahrnehmungsberichte vor. Schäden dürften keine zu erwarten sein.
Erdbebendienst bittet um Meldungen
Der Österreichische Erdbebendienst ersucht die Bevölkerung, das Wahrnehmungsformular auf der Homepage www.zamg.ac.at auszufüllen oder schriftliche Meldungen an folgende Adresse (Porto zahlt Empfänger) zu senden:
Österreichischer Erdbebendienst
Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG)
Hohe Warte 38
A-1190 Wien
Fax: +43-1-368 66 21
Sangerhausen. Dramatische Minuten haben sich am Sonnabendabend an der Hochwasser führenden Wipper bei Wippra abgespielt. Ein Mitte 60-jähriger Mann war gegen 18 Uhr gestürzt und in die Wipper gefallen. Nach Angaben der Feuerwehr konnte er sich zwar an einem Baum festhalten, erreichte das Ufer aber nicht aus eigener Kraft. Auch ein herbeigeeilter Spaziergänger konnte ihn nicht aus dem reißen Strom ziehen.
Erst durch die Alarmierung der Feuerwehr und die Hilfe der Rettungskräfte wurde er ans sichere Ufer gebracht. Seine Körpertemperatur war da bereits auf 33 Grad abgesunken. Ein Rettungswagen transportierte ihn in das Sangerhäuser Klinikum, wo er auf der Intensivstation behandelt wurde.
Grund für die Korrektur der Produktion ist die schleppende Aussaat von Sommerweizen in Sibirien und im Ural. Dort war es bislang zu kalt und zu nass und der Aussaatfortschritt liegt deutlich zurück. Dies hat auch Einfluss auf die Erträge und Gesamtproduktion. Allerdings haben die betroffenen Regionen keine große Bedeutung für den Weizenexport.
Dagegen hat das russische Landwirtschaftsministerium den Zustand der Wintersaaten Ende Mai als sehr gut und besser als im langjährigen Durchschnitt bezeichnet. Nach den Angaben hat das sehr gute Wetter in den südrussischen Hauptanbaugebieten für Winterweisen zu einem deutlichen Wachstumsvorsprung bei Winterweizen geführt. Die Folge ist, dass wichtigste Produktions- und bis zu zwei Wochen früher mit der Weizenernte beginnen können.
Wegen des Jahrhundert-Hochwassers kann es im Herbst zu Engpässen bei Kartoffelprodukten kommen. Wie die Bild-Zeitung (Dienstagausgabe) schreibt, rechnet der Bundesverband der obst-, gemüse- und kartoffelverarbeitenden Industrie (BOGK) mit deutlichen Einbußen bei der Kartoffelernte.
Der Storch bringt die Babys, heißt es in einer Redensart. Doch mit dem eigenen Nachwuchs hat das Federvieh in diesem Jahr ziemliche Probleme: „Das Jahr ist ein Katastrophenjahr, ganz klar“, stellt Ute Reinhard fest. Die Beauftragte des Regierungspräsidiums Tübingen für Weißstörche koordiniert deren Schutz in Baden-Württemberg und muss es wissen. „Insgesamt sind bis zu 80 Prozent der Jungstörche umgekommen“, sagt sie. Schuld sei meist das nasskalte Wetter der vergangenen Wochen. Die Situation um Friedrichshafen sei zwar weniger dramatisch, jedoch auch alles andere als positiv.
Friedrichshafen - Auf dem Lettenhof in Kluftern starben zwei von vier Jungstörchen. Während der Älteste wegen einer Missbildung aus dem Horst fiel, kam der Jüngste aufgrund des schlechten Wetters ums Leben. „Wenn die jungen Störche zwischen vier und fünf Wochen alt sind, dann wird’s gefährlich“, schildert Rudolf Moser, der im Jahr 2004 den Horst auf einer Streuobstwiese gebaut hat und seitdem die Störche zusammen mit seiner Frau betreut. Statt Federn haben die Jungstörche noch Daunen, sind allerdings schon zu groß, um komplett von den Flügeln der Eltern bedeckt zu werden. Ohne wärmende Federn überlebt kaum ein Storch die lang anhaltende Kälte und die heftigen Niederschläge der vergangenen Wochen.










