Die Wissenschaft des Geistes
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Heart

Oxytocin: Monogam durch Bindungshormone?

Hormone steuern die Entwicklung der geschlechtsspezifischen Merkmale, den sexuellen Antrieb und die Fruchtbarkeit, aber sie beeinflussen auch das Bindungsverhalten von Paaren. So gelten beispielsweise Oxytocin und Prolaktin als so genannte Bindungshormone, die bei sexuellen Aktivitäten ausgeschüttet werden und die Paarbindung fördern. Als Kitt für unbefriedigende Partnerschaften reichen sie aber nicht aus.

Sexualität ist ein zutiefst natürlicher Trieb, Partnerschaften einzugehen. Sie stellt einen wichtigen Bindungsfaktor dar, denn sie führt zu einer Annäherung der Geschlechter und damit zu körperlicher und oft auch seelischer Nähe. Begleitend findet eine Ausschüttung von Botenstoffen statt. Einige davon begünstigen die Bindung an den Intimpartner.

Hormone steuern Sexualreaktionen...

Die Zahl der Botenstoffe, die unsere Sexualität beeinflussen, ist groß. Einige fördern sexuelle Reaktionen, andere hemmen sie eher und wieder andere können beides.
Bulb

Auf der perfekten Welle der Erinnerung

Hirnwellen
© Unbekannt
Hirnwellen - elektrische Impulse auf den Nervenbahnen - könnten eine größere Bedeutung für die Organisation von Wissen haben als angenommen.

Seit Jahren fahnden Neurowissenschafter nach dem "Ordnungssinn" des Gehirns - Nun stellen sie fest: Die Hirnwellen sorgen dafür, dass Nervenzellen sinnvoll miteinander kommunizieren

Kaja ist knapp über zwei Jahre alt. Mit Begeisterung ruft sie: "Da - ein blauer Mini. Fährt er nach Hause?" Während die Eltern noch sekundenlang mit den Blicken nach dem Gefährt suchen, das dem eigenen gleicht, hat Kaja es längst ausgemacht.

"So funktioniert selektive Wahrnehmung", sagt Wolfgang Klimesch, Leiter der Abteilung für Physiologische Psychologie an der Universität Salzburg. Er widmet sich einem der größten Rätsel des menschlichen Körpers: der Ordnung des Gehirns. Warum kann es arbeiten, ohne sich dabei in der Vielfalt seines gespeicherten Wissens zu verlieren? Oder, wie es Klimesch ausdrückt: "Wie bewältigt es die alles entscheidende Aufgabe, gezielt das Wissen abzurufen, das gerade notwendig ist?"
Cowboy Hat

„Wir brauchen ein gehirnkompatibles Rechtssystem“ Gehirnentwicklung und Moral

Wie viel freien Willen hat ein Verbrecher? Lars Mensel sprach mit dem Neurowissenschaftler David Eagleman über die Vorhersage von kriminellem Verhalten, attraktive Psychopathen und das Gehirn von Anders Behring Breivik.
brandon eagleman
© BRANDON THIBODEAUX

The European: In Ihrem Buch beschreiben Sie, wie das bewusst Erlebte tatsächlich nur ein winziger Teil der Prozesse ist, die in unserem Gehirn ablaufen. Daraus schließen Sie, dass auch die Fähigkeit einer Person, bewusste Entscheidungen zu treffen, von vielen Faktoren abhängt, auf die wir nicht unbedingt Einfluss haben. Treffen wir unsere Entscheidungen also alle nach anderen Kriterien?

Kommentar: Psychosen haben aber nichts mit Psychopathie zu tun, zumindest wäre das eine nicht vollständig gestellte Diagnose. Ein Psychopath ist ein Psychopath und verläuft nicht in Episoden, von weniger psychopathisch bis voll psychopathisch. Das heißt, Wahnvorstellung und Verwirrtheit, wie sie bei Psychosen vorkommen können, treffen nicht vollkommen zu und wenn die Diagnose dennoch gestellt wird, sollte sie folgendermaßen beschrieben werden: paranoide Psychose, mit psychopathischer Störung (Cleckley 1988. The Mask of Sanity).

Psychopathie ist angeboren - doch es ist ein Tabu-Thema in der Wissenschaft: weder die Genetik wird untersucht, noch werden die Auswirkungen von Psychopathie auf die Menschheit untersucht. Gerade die eingehenden Studien über dieses Thema sind jedoch zwingend erforderlich, denn nur so können die wichtigen Schritte erstens zum Verständnis dieses Raubtiers und zweitens zum Schutz vor den Schäden durch ihr abnormes Verhalten unternommen werden. Wie Robert Hare es in seinem Buch: Menschenschinder oder Manager beschrieb, kann nur eine geringe Menge an Psychopathen untersucht werden, die, die im Gefängnis landeten und nach Hare als gescheiterte Psychopathen bezeichnet werden.
psychopath, 6%
© sott.net
Psychopathen regieren unsere Welt. Sechs Prozent der Weltbevölkerung sind genetisch geborene Psychopathen. Wissen sie, was das für den Rest von uns bedeutet?

Lesen Sie auch die Artikelserie über Psychopathie:

Der Psychopath - Teil 1: Die Maske der Vernunft

Pharoah

Das Geheimnis der großen Charismatiker

Was entscheidet darüber, ob ein Mensch als charismatisch wahrgenommen wird? Forschern ist es endlich gelungen, das Geheimnis zu entschlüsseln.

Marilyn Monroe hatte es, ebenso Gandhi oder John F. Kennedy: Charisma. Wenn man Menschen darum bittet, bekannte charismatische Persönlichkeiten aufzuzählen, fallen ihnen oft die selben Namen ein. Wer es hat, darauf scheint man sich also recht schnell einigen zu können.

Wenn man jedoch fragt, was es denn genau ist, dieses Charisma, blickt man meist in ziemlich ratlose Gesichter. „Dann wird es sehr vage: Einige sagen, es sei etwas Magisches, eine Gabe.

Andere bezeichnen es als Aufgeschlossenheit oder meinen, es hänge von der Situation ab“, erklärt der US-Psychologe Ronald Riggio vom Kravis Leadership Institute am Claremont McKenna College.

Auch die Psychologen haben sich lange Zeit schwer damit getan, diese beinahe magische Anziehungskraft mancher Menschen genauer zu beschreiben. Auch Riggio hat schon vieles ausprobiert, und in den vergangenen Jahren schließlich den „Social Skill Inventory“ entwickelt.

Kommentar: Ohne zu implizieren, dass alle Menschen die Charisma besitzen, charaktergestört sind, gehört dennoch die souveräne Haltung oder auch eine Maske davon, zu den Eigenschaften von Narzissten und Psychopathen

Heart

Studie: Verliebtsein ist nicht gleich Liebe

Beide Gefühle, Verliebtsein und Liebe, zeichnen sich durch eine starke Zuneigung zum Partner aus und dennoch gibt es Unterschiede. Forscher der Universität Oldenburg fanden heraus, dass Verliebtsein wesentlich durch das Verspüren körperlicher Empfindungen gekennzeichnet ist, was sich in Herzklopfen oder Zittern äußert. Dieses Merkmal ist jedoch bei der Liebe nur gering ausgeprägt.

Zudem denken Verliebte sehr oft an die Person, in die sie sich verliebt haben und empfinden eine starke Sehnsucht nach ihr. Dagegen hat ein Verliebter kein Vertrauen in die geliebte Person, ist zu ihr nicht offen und will keine Verantwortung für sie übernehmen. Gerade diese Merkmale sind nun aber zentrale Bestandteile der Liebe. Zusätzlich ist Liebe gekennzeichnet durch Wertschätzung des Partners, Trauer bei Ende der Liebe, Mitfreude, sehr gutes Verständnis, enge Verbundenheit und Akzeptieren von Schwächen.
Alarm Clock

Schlafforschung: Unser Nachtleben

Lange verachtete die Wissenschaft die Träume. Jetzt erkennt sie deren Wert: Im Traum legen wir das Fundament unseres Bewusstseins.
Schlafen
© Jan von Holleben
Träume in Szene gesetzt: Der Berliner Fotograf Jan von Holleben hat mit der Kamera "geträumt".

Die Renaissance der Traumforschung begann mit heftigem Schwindel. Am 1. Februar 2001 saß Allan Hobson, der einflussreichste Schlafforscher der letzten Jahrzehnte, mit seiner Frau Lia beim Frühstück. Plötzlich drehte sich alles um ihn. Hobson, damals 68, presste seinen Kopf auf den Tisch, um das Gleichgewicht zu halten. Lia, eine Neurologin, erkannte die Symptome eines Schlaganfalls und brachte ihren Mann ins Krankenhaus. Eine Arterie in seinem Hirnstamm war geplatzt.

Der Schlaganfall brachte auch Hobsons Schlaf durcheinander. In den ersten zehn Tagen schlief er überhaupt nicht. Seine Träume blieben noch länger aus. Stattdessen hatte er im Wachen furchtbare Halluzinationen - so als wollte sein Gehirn dringend träumen. Sein erster Traum, 38 Tage nach dem Schlaganfall, kam just in jener Phase, in der er auch das Gehen wieder lernte. Das war kein Zufall, davon ist Hobson überzeugt - erst träumend habe sein Gehirn die grundlegenden Fähigkeiten wiedererlangt. Mittlerweile glaubt er sogar: »Ohne Träume gibt es kein Bewusstsein.«
Cowboy Hat

Suizidalität: Neuron verursacht möglicherweise zu starke Gefühle

Gibt es einen Zusammenhang zwischen einem bestimmten Nervenzelltyp (dem „von Economo Neuron“) im limbischen System des Gehirns und sehr starken Emotionen, die letztlich sogar zu Selbstmord führen können? Dieser spannenden Frage widmet sich ein Forscherteam der Ruhr-Universität Bochum. Zu ihm gehören Wissenschaftler des LWL-Universitätsklinikums Bochum und des Instituts für Neuroanatomie (Medizinische Fakultät der RUB). Erste Ergebnisse haben die Forscher im Fachmagazin PLoS One veröffentlicht.

Wichtige Schnittstelle bei der Verarbeitung komplexer Emotionen

Im Fokus der Forschung steht der anteriorer cingulärer Cortex (ACC), eine phylogenetisch alte Struktur des Gehirns, die dem limbischen System zugerechnet wird. Der ACC ist eine wichtige Schnittstelle bei der Verarbeitung komplexer Emotionen wie Scham, Schuld oder Unfairness, bei der Entscheidungsfindung und bei der Einfühlung (Empathie) und Verarbeitung körperlicher und seelischer Schmerzen. Anatomische und funktionell-bildgebende Untersuchungen mittels Kernspintomografie haben gezeigt, dass der ACC bei psychotischen Erkrankungen wie etwa Schizophrenien und bipolaren Erkrankungen betroffen ist. Vergleichende Untersuchungen beim Menschen und bei anderen Primaten haben ergeben, dass sich im ACC (und der vorderen Inselregion) ein besonderer Zelltyp wiederfindet, der nach ihrem Erstbeschreiber „von Economo Neuron“ genannt wird. Diese Zellen haben im Laufe der menschlichen Evolution an Größe und Zahl zugenommen. Interessanterweise finden sich die Zellen auch bei Walen und Elefanten - Tierarten, die ebenfalls in hoch komplexen Sozialstrukturen leben. Obwohl die genaue Funktion dieser Nervenzellen nicht bekannt ist, ist angesichts ihrer Lokalisation und Evolutionsgeschichte anzunehmen, dass sie an der Verarbeitung komplexer Informationen einschließlich emotionaler Vorgänge beteiligt sind.
Bandaid

Erfolgreiches Erinnern: Wie ehemalige Kindersoldaten ihre PTSD überwinden

Bielefeld - Eine von Psycho­logen in Deutschland entwickelte Therapie kann ehemaligen Kinder­soldaten helfen, ihre traumatischen Erleb­nisse zu verarbeiten. Die narrative Expositions­therapie linderte in einer Studie im US-amerikanischen Ärzteblatt (JAMA 2011; 306: 503-512) die Symptome der post­trauma­tischen Belastungs­störung (PTSD).

Man nimmt an, dass derzeit in 14 Krisen­gebieten etwa 250.000 Kinder als Soldaten eingesetzt werden. Sofern sie überleben, werden die Erlebnisse sie auch nach dem Ende des Kriegs lebenslang begleiten.

Typisch für diese posttraumatische Belastungsstörung sind plötzliche Erinnerungen, die ein 18-jähriger ehemaliger Kindersoldat aus Anaka/Uganda der Psychologin Verena Ertl von der Universität Bielefeld gegenüber so beschrieb: „Wenn ich heute mit einem Buschmesser hantiere, zum Beispiel, um das Dach meiner Hütte zu reparieren, macht es manchmal ‘klick‘ und ich bin plötzlich nicht mehr ich selbst.

Ich schlage wild um mich und glaube, zurück bei den Rebellen im Busch zu sein. Wenn ich unsere Felder bestelle, und ich höre ein verdächtiges Geräusch, lasse ich alles stehen und liegen und renne um mein Leben zurück zum Lager, auch wenn das Geräusch nur ein Tier oder der Wind verursacht hat.“

Kommentar: Traumata, oder Ereignisse die zu einer posttraumatischen Belastungsstörung führen können, können auch durch simpel erscheinende Ereignisse entstehen, wie z.B. einem Unfall, einem Arztbesuch, einer extrem stressbeladenen Situation, etc.

Ein sehr interessantes und hilfreiches Buch zu diesem Thema ist Sprache ohne Worte: Wie unser Körper Trauma verarbeitet und uns in die innere Balance zurückführt von Peter A. Levine:
Dr. Peter A. Levine, soeben für sein Lebenswerk ausgezeichnet vom amerikanischen Verband der Körpertherapeuten, ist einer der bedeutendsten Traumaforscher unserer Zeit. Seine Bücher sind internationale Bestseller.

Sprache ohne Worte ist der Höhepunkt von Peter A. Levines Lebenswerk. Es vereint seine bahnbrechenden Forschungen über Stress und Trauma und seine immense therapeutische Erfahrung mit den neuesten Erkenntnissen aus Gehirnforschung, Neurobiologie und integrativer Body/Mind-Medizin. Anhand eindringlicher Fallbeispiele und mittels extrem wertvoller therapeutischer Werkzeuge bietet der Autor sowohl eine konkrete Landkarte für die erfolgreiche Traumabehandlung als auch die Vision eines menschlichen Lebens, in dem Verstand und Instinkt sich zu einer neuen Ganzheit verbinden.

Trauma ist weder eine Krankheit noch eine Störung, betont Peter A. Levine in seinem international viel gepriesenen neuen Buch. Vielmehr handelt es sich dabei um eine Verletzung, verursacht durch lähmende Furcht und Gefühle von Hilflosigkeit und Verlust. Traumatische Reaktionen sind Teil eines hochintelligenten psychosomatischen Selbstschutzsystems, das Fachleute ebenso wie Laien oft unbeabsichtigt blockieren. Wenn wir jedoch lernen, auf die Weisheit des Körpers zu hören, der sich in einer Sprache ohne Worte ausdrückt, kann ein Trauma transformiert und aufgelöst werden. Entscheidend dabei ist, unsere innewohnende Fähigkeit zur Selbstregulation von hohen Aktivierungszuständen und intensiven Emotionen wieder nutzen zu lernen. Dabei leitet uns Peter A. Levine Schritt für Schritt an.

Zugleich öffnet er den Raum für ein neues Verständnis von Trauma als außergewöhnliche Chance im menschlichen Leben - vom evolutionären Verständnis der Quelle eines Traumas bis hin zu einer spirituellen Dimension, die uns erkennen lässt, dass wir als menschliche Wesen durch die Heilung eines Traumas enorm gestärkt werden können.
Auch das Éiriú Eolas - Atem- und Meditationsprogramm hilft durch die bionenergetische Atmung (entwickelt von C.G. Jung), Traumata sanft an die Oberfläche zu bringen und aufzulösen, ohne sie bewusst wieder durchleben zu müssen. Doch bei Menschen mit schweren Traumata, ist es dennoch zu empfehlen, dies mit einem Therapeuten vorher zu besprechen. Sie können das gesamte Atemprogramm kostenfrei ausprobieren.

Eye 2

Psychopathie - Was bedeutet das wirklich?

© unbekannt
Das Wort “Psychopath” hat als stark negativ besetztes Schimpfwort Eingang in die Alltagssprache gefunden. Wer als Psychopath tituliert wird, gilt als herzlos, gefühlskalt und grausam. Leider hat der Volksmund der wissenschaftlichen Psychologie hier nicht mit der notwendigen Exaktheit aufs gelehrte Maul geschaut. Denn der Begriff der Psychopathie meint zunächst etwas absolut wertneutral Beschreibendes. Doch wie kam es dann zu diesem umgangssprachlichen Missverständnis? Und mit welcher klinisch korrekten Wortwahl kann man sein psychiatrisches Fachwissen souverän demonstrieren?

Kommentar: Lesen Sie hier weiter, um mehr über Psychopathen zu erfahren.

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Kinder spielen wissenschaftlich

Stanford, Kalifornien - Wissenschaftliche Prinzipien dürften kleinen Kindern helfen, die Welt zu begreifen. Das zeigt eine Studie des MIT und der Universität Stanford. Im Umgang mit einem speziellen Spielzeug bewiesen die Vorschüler methodisches Vorgehen, das jenem bei wissenschaftlichen Experimenten entspricht, berichtet Nature.

Murmelspiel

"Das Kind als Forscher" - eine in der Psychologie gängige These zur kognitiven Entwicklung erhält durch die Untersuchung neuen Auftrieb. 60 Kinder wurden in zwei Gruppen aufgeteilt und erhielten ein Spielzeug, dass erst dann leuchtete und Musik spielte, wenn bestimmte Murmeln darauf gelegt wurden.

Einer Gruppe wurde gezeigt, dass vier verschiedene Murmeln das Spielzeug aktivieren, die Kontrollgruppe erhielt lediglich die Information, dass "manche Murmeln die Maschine einschalten und manche nicht". Die Kinder in letzterem Team bekamen die Steine in zwei Paaren ausgehändigt - ein trennbares und ein nicht trennbares. Wichtig war den Forschern der Umgang der Kinder mit dem nicht teilbaren Duo.
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