Die Welle 3
Die Wissenschaft des Geistes
Witten (Deutschland) - "Wer Angst vor Prüfungen hat, schneidet schlecht ab - wer entspannt Fragen beantworten kann, schneidet besser ab." Auf diese, allen Prüflingen aus der Praxis wohl bestens bekannte kurze Form kann man die Ergebnisse einer Studie von Prof. Dr. Ulrich Weger.
Washington/Wien - Die meisten Muskeln haben wir im Gesicht. Entsprechend scheint es nur logisch, davon auszugehen, dass die Gesichtsmuskulatur Gefühle besonders gut zum Ausdruck bringt. Doch genau diese Annahme scheint zumindest bei starken Emotionen völlig falsch zu sein, wie Psychologen um Hillel Aviezer von der Princeton University (US-Staat New Jersey) herausgefunden haben.
Musik spricht das Gefühl an und erfüllt unterschiedliche Funktionen. Sie kann Menschen verbinden, Grenzen überwinden, aber ebenso gut solche schaffen. Wenn sich beispielsweise Punkfans über Freunde der Volksmusik lustig machen, ist das noch vergleichsweise harmlos. Anders sieht es aus, wenn Musik zu politischen Zwecken instrumentalisiert wird. Am Berliner Max-Planck-Institut für Bildungsforschung erforscht eine Wissenschaftlergruppe um den Historiker Sven Oliver Müller die von Musik ausgelösten Emotionen im Wandel der Zeit. Zusammen mit der Politologin Sarah Zalfen hat er einen Sammelband erstellt, der diese Gefühlswelt im frühen 20. Jahrhundert in den Fokus rückt. Darin geht es darum, welche Rolle musikalische Emotionen in Zeiten von Krieg und Besatzung als Kommunikationsformen verwendet wurden und wie sie wirkten: als Teil der Propaganda, als Instrument der Besatzung und als Strategie des Widerstandes.
Feuerwehrmänner, Sanitäter und Soldaten werden bei Unfällen, im Katastrophen- oder Auslandseinsatz, häufig erschütternden Situationen ausgesetzt. Ob sie aufgrund traumatischer Erlebnisse, später selbst an einer Posttraumatischen Belastungsstörung leiden, verrät eine einfache Messung des REM-Schlafs nach einer Angstkoordinierung. Dies haben Wissenschaftler des Max-Planck-Institutes für Psychiatrie in München nun herausgefunden. (Journal of Psychiatric Research, 13. Mai 2010)
Misshandelte Kinder sind erheblich gefährdet, angst- oder gemütskrank zu werden, weil der einwirkende hohe Stress die Regulation ihrer Gene dauerhaft verändern kann. Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Psychiatrie in München dokumentieren nun erstmals, dass manche Varianten des FKBP5-Gens durch ein frühes Trauma epigenetisch verändert werden. Bei Menschen mit dieser genetischen Veranlagung verursacht das Trauma eine dauerhafte Fehlregulation des Stresshormonssystems. Die Folge ist eine lebenslange Behinderung im Umgang mit belastenden Situationen für den Betroffenen, welche häufig zu Depression oder Angsterkrankungen im Erwachsenenalter führt. Die Ärzte und Wissenschaftler erwarten sich von ihren aktuellen Erkenntnissen neue, auf den einzelnen Patienten zugeschnittene Behandlungsmöglichkeiten, aber auch eine verstärkte gesellschaftliche Aufmerksamkeit, um Kinder vor einem Trauma und dessen Folgen zu schützen.
Ältere Menschen fallen häufiger auf Betrüger herein als jüngere. Warum, das haben US-amerikanische Forscher jetzt herausgefunden: Ältere erkennen die Anzeichen für Unehrlichkeit und mangelnde Vertrauenswürdigkeit im Gesicht anderer Menschen nicht mehr so gut. Zudem reagiert auch ein für die instinktive Risikoabschätzung wichtiges Zentrum ihres Gehirns weniger stark als bei jüngeren, wie Hirnscans ergaben. Den älteren Menschen fehle dadurch das warnende Bauchgefühl, das normalerweise dabei helfe, Verstellung und böse Absichten bei anderen zu erkennen, berichten die Wissenschaftler im Fachmagazin "Proceedings of the National Academy of Sciences". Zusammen genommen könnten beide Effekte erklären, weshalb ältere Menschen weniger misstrauisch seien und daher für Betrüger häufig eine leichte Beute.
Wenn wir das Alter eines anderen Menschen einschätzen wollen, wird in unserem Gehirn eine ganz spezielle Kombination von Hirnarealen aktiv. Sie unterscheidet sich deutlich von dem Aktivitätsmuster, mit dem wir beispielsweise Gesichtsausdrücke verarbeiten. Das hat ein internationales Forscherteam nun festgestellt. Immer, wenn wir unbewusst die Hautstruktur, Proportionen, Falten und andere Merkmale unseres Gegenübers mustern, laufen zwei spezielle Hirnbereiche im Scheitel- und Schläfenlappen auf Hochtouren, wie sie im Fachmagazin "PloS ONE" berichten. Ein Nervenstrang verbinde diese beiden Zentren dabei miteinander.
Gesichter erkennen: Darin sind Menschen ziemlich gut. Anscheinend hat es sich im Laufe der Evolution als vorteilhaft erwiesen, wenn man schnell entscheiden kann, ob Freund oder Feind vor einem steht, ob das Gegenüber freundlich lächelt oder grimmig droht. Dementsprechend gut ausgebildet sind im menschlichen Gehirn die Regionen, in denen Gesichter „erkannt“ und verarbeitet werden. Und gut erforscht sind diese Regionen mittlerweile auch. Einen Aspekt hat die Wissenschaft dabei bisher allerdings vernachlässigt: Die Frage, wo im Gehirn entschieden wird, ob ein Gesicht einem eher alten oder einem eher jungen Menschen gehört.
Chicago (USA) - Lesen, Schreiben, Brettspiele und ähnliche Beschäftigung des Kopfes helfen, den Geist im Alter fit und wach zu halten. Das spiegelt sich auch unmittelbar in einer gesunden Hirnstruktur wider: Die aus den Nervenfasern bestehende sogenannte weiße Substanz bleibt besser erhalten bei Senioren, die sich häufiger geistigen Aktivitäten widmen. Diesen Zusammenhang konnten US-Forscher nun mithilfe einer speziellen Hirnscanmethode zeigen, wie sie auf der Jahrestagung der „Radiological Society of North America (RSNA)“ in Chicago berichteten. Ihr Ergebnis vertieft das bestehende Wissen über die Verknüpfung zwischen geistiger Beschäftigung und geistiger Fitness.


















Kommentar: Erschreckende Gehirnscans, die die wahren Auswirkungen von Liebe aufzeigen