Die Wissenschaft des Geistes
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People 2

Negative Wirkung von Vorurteilen wird unterschätzt: Frauen schneiden schlechter in Tests ab wenn sie mit Rollenklischees konfrontiert wurden

Frauen schneiden in Tests tatsächlich schlechter ab, wenn sie mit Vorurteilen konfrontiert wurden

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Frauen sind nicht per se schlechter in Mathe - sie werden schlechter gemacht
Leistungsbremse Vorurteil: Werden Frauen mit dem Klischee konfrontiert, dass sie ohnehin schlechter in Mathe sind, dann erfüllen sie das Vorurteil prompt. Denn sie schneiden dann in Mathematik-Tests messbar schlechter ab als unter neutralen Voraussetzungen. Trotzdem glauben sowohl Frauen als auch Männer fälschlicherweise daran, dass Frauen diese Hürden überwinden und durch die Klischees sogar noch zu besseren Leistungen angestachelt werden, wie eine Studie nun enthüllt.

Rollenklischees gibt es zuhauf - und die meisten von ihnen sind schlicht falsch. So sind Frauen keineswegs begabter im Multitasking, wie Studien zeigen. Auch ihre größere Gesprächigkeit stimmt nur zum Teil. Besonders hartnäckig hält sich auch das Vorurteil, Frauen seien per se weniger begabt in Mathematik, Physik und Technik. Das solche negativen Annahmen oft erst das hervorrufen, was sie besagen, zeigte sich schon vor einigen Jahren. Kathrin Boucher von der Indiana University und ihre Kollegen haben nun genauer überprüft, wie sich die Vorurteile auf die mathematischen Leistungen von Frauen auswirken - und ob sich Männer und Frauen dieser Auswirkungen bewusst sind.

Briefcase

Wahnsinnige Erkenntnis: Babys empfinden Schmerzen - und sogar noch stärker als Erwachsene

Erstmals konnte nachgewiesen werden, wie Babyhirne Schmerz verarbeiten.
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Babys empfinden Schmerzen wie Erwachsene, sogar etwas stärker, zeigte jetzt eine erstmalige Studie an der Universität Oxford. Zehn einwöchige Babys und zehn Erwachsene wurden dabei in einem Magnetresonanz-Tomografen beobachtet. Die Babys schliefen dabei ein, weil eine so junge Zielgruppe ausgewählt wurde. Ihre Fußsohlen wurden dabei gepiekst, "vergleichbar mit einem Bleistift", erklärten die Studienautoren. "Sie wachten davon nicht einmal auf", betonten sie.

18 von 20 Hirnregionen, die bei Erwachsenen durch das Schmerzgefühl aktiviert wurden, arbeiteten auch bei den Babys. Die Kleinen reagierten auf eine schwache Stimulierung so wie Erwachsene bei einem vier Mal stärkeren Stoß. Das deutet darauf hin, dass Babys nicht nur Schmerzen gleich empfinden wie Erwachsene, sondern dass sie eine niedrigere Schmerzgrenze haben.

Kommentar: Eigentlich sollten die Wissenschaftler für diese Erkenntnis den Nobel-Preis bekommen...


Crusader

Kommentar: Fördert Religion Narzissmus?

Kommt es Ihnen auch oft vor, dass heutzutage in unserer westlichen Gesellschaft das menschliche Verhalten oftmals auf Nutzen, Vorteil und Optimierung des eigenen Selbst ausgerichtet ist? Wollen Menschen alle möglichen Mittel verwenden, um Anerkennung und Bestätigung, Bedeutung zu erlangen, sich abzusetzen von anderen? Seit Darwin und auch der Psychoanalyse von Freud hat der Glaube an den Individualismus in allen gesellschaftlichen Bereichen zugenommen und spielt negativerweise auch gerade bei der Konsumwerbung und der Kaufanimation eine entscheidende Rolle. Man wähnt sich als Individualist, gerade dieses Auto zu fahren, gerade jenen Urlaubsort zu wählen, gerade solche Kleidung zu tragen, obwohl, wenn man ehrlich ist, dieses viele andere genauso tun. Wie gerne möchte man sich abheben von den anderen in seiner eigenen Einzigartigkeit, sucht nach Ansehen und Bestätigung, da man glaubt, dies führe zum Glück. Die Mittel, die man einsetzt und braucht, sind unterschiedlich, doch haben sie zu einer Gesellschaft der Konkurrenz und Rivalität geführt, sowohl im beruflichen als auch im privaten Bereich.
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Zu diesem Denken trugen die Religionen erheblich bei. Sie gaben den Menschen nicht nur eine sinnerfüllende Hoffnung auf Unsterblichkeit und nahmen ihnen somit die Angst vor dem Tod, sondern bestätigtem auch einem jedem eine eigene Großartigkeit, als ein Geschöpf Gottes, als Gottes Ebenbild usw. Ob im Christentum für eine gute Ewigkeit gelitten wurde oder im Buddhismus versucht wurde, Karma anzusammeln, immer werteten gläubige Menschen ihr eigenes Bemühen als außerordentliches Dogma, wurden im Laufe der Geschichte unterschiedliche religiöse Betrachtungen und Vorgehensweisen propagiert, je nach Kultur und kulturellem Stand. Doch keine führte jemals zu dem Glück, das die Religionen versprachen, denn...

Kommentar: Einen sehr ausführlichen Artikel über Narzissmus können Sie hier lesen:


Hearts

Oxytocin - ein Hormon der Freundschaft, auch über Artengrenzen hinweg

Das Kuschelhormon Oxytocin sorgt bekanntlich für Liebe und Treue. Angeblich sogar zwischen Mensch und Hund. Aber das ist nicht die ganze Geschichte.

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„Und dass du mir bloß nicht zu den Bergwühlmäusen gehst“, sagt der große Kuschelbär.
Die ganze Welt ist wie verhext, Veronika, der Spargel wächst“, heißt es im Schlager der Comedian Harmonists aus dem Jahre 1930. In aller damals opportunen Deutlichkeit beschreibt der Text die Effekte des Lenzes auf den menschlichen Fortpflanzungstrieb. Ob es Frühlingsgefühle als wissenschaftlich untersuchbares Phänomen wirklich gibt und wenn ja, was genau sie hervorruft, ist aus wissenschaftlicher Sicht bis heute nicht geklärt. Neuroendokrinologen vermuten dahinter ein lichtbedingtes Anfluten anregender Hormone, darunter auch des sogenannten Kuschelhormons Oxytocin.

Das aus neun Aminosäuren bestehende Neurohormon wird von der Hirnanhangsdrüse ins Blut ausgeschüttet und ist der Medizin schon seit mehr als hundert Jahren als Auslöser von Geburtswehen und Milcheinschuss bei der werdenden beziehungsweise frischgebackenen Mutter bekannt. Im Laufe der Zeit zeigte sich, dass Oxytocin nicht nur die Physiologie, sondern auch die Psychologie der jungen Mutter steuert, indem es nach der Geburt eine entscheidende Rolle beim Aufbau der emotionalen Bindung zu ihrem Neugeborenen spielt. Verantwortlich für solche Effekte ist aber nicht das im Blut zirkulierende, sondern das parallel im Gehirn freigesetzte Oxytocin. Dort wirkt es als sogenannter Neuromodulator, der die Aktivität bestimmter Gruppen von Nervenzellen gezielt verändert.

Kommentar: Oxytocin, ein vielseitiges Hormon:


Bell

Schlangen in Anzügen: "Psychopathen rauben keine Bank aus, sie werden Bankenvorstand"

Sie sind charmant und überzeugend, angstfrei und manipulativ: Oft kommen Psychopathen weit in der Karriere - und doch nie ans Ziel. Ihre innere Leere bleibt, ihre Unternehmen ruinieren sie.


Kommentar: Nicht unbedingt, da Psychopathen nicht aus Fehlern lernen können, da sie sich selbst als makellos einschätzen.


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Immerzu mit dem Ich beschäftigt: "Psychopathen rauben keine Bank aus, sie werden Bankenvorstand
Schon mal "Versagen im Vorstand und Aufsichtsrat" gegoogelt? Da gibt es viel zu lesen. Über die peinlichste Baustelle Europas zum Beispiel - den neuen Berliner Flughafen. Der wird und wird nicht fertig, doch der Aufsichtsrat weist jede Verantwortung von sich (Handelsblatt). Oder über den größten österreichischen Industriekonzern OMV, der mangels Entscheidungskompetenz im Aufsichtsrat fast ein Jahr lang von einem "General" geführt wird, den auch keiner recht ernst nimmt (Die Presse). Oder vom Nürburgring, wo das offensichtliche Misslingen eines "Zukunftskonzepts" von allen Beteiligten ignoriert wurde (Rhein-Zeitung). Und das ist nur eine kleine Auswahl aus der jüngeren Vergangenheit.

Mein früherer Kollege Florian Schilling hat sich die Mühe gemacht und für die Frankfurter Allgemeine Zeitung in tapferer Fleißarbeit zusammengetragen, was im Kontrollgremium eines Unternehmens so alles schiefgehen kann. Da...
  • mangelt es am guten Geschäftsverständnis,
  • werden schwache Vorsitzende herumgeschubst,
  • lassen starke Vorsitzende keinen Widerspruch zu,
  • verstehen Beiräte ihre Aufgabe nicht wirklich,
  • ist die Zusammensetzung zu homogen oder nicht homogen genug,
  • wird vor lauter Compliance die Governance vergessen,
  • verteilt der Vorstandsvorsitzende zu viel, zu wenig oder die falsche Information,
  • traut sich in einer Atmosphäre der Angst keiner, etwas vermeintlich Dummes zu sagen,
  • verlassen sich die Räte auf einen erfolgreichen CEO zu sehr und zu lange und vertrauen dabei ihrer Intuition mehr als den Fakten.

Kommentar: Um zu sehen, wie Psychopathen die (politische) Gesellschaft beeinflussen, empfehlen wir folgendes Buch:

© de.pilulerouge.com
Politische Ponerologie: Eine Wissenschaft über das Wesen des Bösen und ihre Anwendung für politische Zwecke



Butterfly

"Schau mir in die Augen" - Augenkontakt zwischen Mensch und Hund führt zur Hormonausschüttung

Tiefe Blicke funktionieren auch zwischen Menschen und Hunden. Bei Augenkontakt schütten beide Seiten vermehrt Hormone aus, die Fürsorglicheit auslösen.
© dpa
Blickkontakte zwischen Hunden und ihren Besitzern stärken die Bindung zwischen beiden. Schaut ein Herrchen oder Frauchen seinem Hund in die Augen, steigt in seinem Körper der Gehalt des Hormons Oxytocin. Und auch beim Hund wird dieses Bindungshormon vermehrt ausgeschüttet. Zu diesem Ergebnis kommen japanische Wissenschaftler um Miho Nagasawa im Fachmagazin Science. Zwischen Wölfen und Menschen gebe es diesen hormonellen Bindungsverstärker nicht, vermutlich hat sich das In-die-Augen-Schauen als soziales Kommunikationsprinzip während der Domestizierung der Tiere entwickelt.

Jeweils eine halbe Stunde lang beobachteten die Forscher insgesamt 30 Hundebesitzer und deren Interaktion mit ihren Hunden - wie sie mit ihnen sprachen, sie anschauten oder berührten. Eine Gruppe von Hundehaltern bekam die Anweisung, möglichst intensiven Blickkontakt zu ihren Tieren zu suchen. Vor und nach dieser Zeit bestimmten die Wissenschaftler den Oxytocin-Gehalt im Urin von Hund und Mensch. Es zeigte sich, dass der intensive Augenkontakt den Oxytocin-Spiegel beider ansteigen ließ. Brachten die Forscher zahme Wölfe mit Menschen zusammen, fanden sie keinen solchen Zusammenhang - obwohl die Menschen die Wölfe aufgezogen hatten, beide also sehr vertraut miteinander waren.

Kommentar:


2 + 2 = 4

Das irrsinnige Ausmaß der Korruption in Wissenschaft und Religion und warum es uns alle betrifft

Die Korruption der Wissenschaft ist eines der größten Probleme, mit der die Welt je zu tun hatte; sie könnte sogar zur Auslöschung der menschlichen Rasse führen. Diese Vorstellung erschreckt mich, und sie sollte Sie ebenfalls erschrecken. Aber ich bin mehr als bloß erschreckt; mein Herz wurde gebrochen durch der Erkenntnis dass die größte Hoffnung für die Menschheit - die Wahrheit, schöne Wahrheit - schonungslos zerrissen und verdorben wurde von den Wächtern des Tempels: den Wissenschaftlern selbst, unter dem Einfluss eines weitverzweigten Netzwerks von einvernehmlichen pathologischen Verschwörungen, die vollkommen losgelöst von der Masse der normalen Menschheit sind.
Ich war noch recht jung als ich zum ersten Mal lernte, dass die Wissenschaft Fehler machen konnte; ich wuchs neben einem Kind auf, dessen Mutter während der Schwangerschaft Thalidomide einnahm. Als ich 14 war, verschrieb mir unser Hausarzt "Diätpillen": Methamphetamine. Fast zerstörten sie meine Gesundheit für immer. In späteren Jahren lernte ich durch das Nachrichten Magazin 20/20, dass die empfohlenen Medikamente für den Bluthochdruck meines Großvaters, welche die Veteran's Administration ihm besorgte, für seinen Tod verantwortlich waren. Das sind nur einige Highlights aus einer Lebenszeit voller Erfahrungen mit Ärzten und anderen Medizinern, welche 75 % der Zeit falsch lagen, und bei den anderen 25 %, wo sie recht hatten, handelte es sich um Belanglosigkeiten. Hätte ich mich bei den wichtigen Sachen an den Rat der Ärzte gehalten, für mich selbst und meine Kinder, so hätte das schwerwiegende negative Konsequenzen zur Folge gehabt.

Dies ist eine entmutigende Aussicht, keine Frage, aber so ist es nun einmal: Ärzte werden nicht dazu ausgebildet um Ihnen dabei zu helfen ein gesünderes Leben zu leben; sie werden in medizinischen Schulen ausgebildet, welche von Pharmakonzernen finanziert werden, um die Pharmakonzerne durch Medikamentenverkäufe zu bereichern. Ich habe einmal gehört, dass die Mediziner im alten China ein Schild über ihre Tür hängen mussten, welches anzeigte, wie viele ihrer Patienten gestorben waren. Verständlicherweise wurden sie dadurch hochmotiviert heraus zu finden, was wirklich funktioniert, weil sonst niemand sie aufsuchen würde, wenn ihre Anweisungen und Tränke nicht wirksam waren. Es wäre schön, wenn unsere Zivilisation ein ähnliches System einführen würde.

Kommentar:




Eye 1

Warum fahren Frauen auf Narzissten ab und lernen nicht daraus?

Aus Schaden wird man klug? Mitnichten! Frauen, die bereits schlechte Erfahrungen mit Narzissten gemacht haben, stehen auch weiterhin auf solche Typen. Wäre Schauspieler James Franco tatsächlich so drauf wie in diesem Video, würden gemäss der Studie noch viel mehr Frauen auf ihn stehen.
Schon seit Längerem ist bekannt, dass sich Frauen von äusserst selbstbewussten Männern angezogen fühlen. Entpuppt sich deren Selbstliebe jedoch als Narzissmus (siehe Box), sind die Frauen aber genauso schnell wieder weg.

© Unknown
Caravaggio's Narcissus
Übersteigerte Selbstliebe

Narzissmus meint eine auffällige Selbstbewunderung oder Selbstverliebtheit und übersteigerte Eitelkeit gemeint. Der Begriff leitet sich ab von Narkissos/Narziss, einem Jüngling der griechischen Mythologie. Er wurde von Männern und Frauen gleichermassen umworben, war aber von trotzigem Stolz auf seine eigene Schönheit erfüllt und wies all seine Verehrer und Verehrerinnen herzlos zurück. Seine Selbstliebe führte der Sage nach sogar zum Tod: Als sich Narziss am See mit seinem Spiegelbild vereinigen wollte, ertrank er.

Kommentar:


Book 2

Sprachanalyse entlarvt Shakespeare als "gesellig und recht gebildet"

Mit einer raffinierten Textanalyse haben Forscher ein Persönlichkeitsprofil des großen Dramatikers erstellt. So lässt sich klären, wer hinter einem umstrittenen Werk steckt.

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Stich von Benjamin Holl, nach einem Porträt von Jacobus Houbraken
Seit Jahren entwickelt der Psychologe James Pennebaker von der University of Texas in Austin raffinierte Analysetools, um anhand von sprachlichen Eigenheiten eines Verfassers auf dessen Persönlichkeit zurückzuschließen. Nun hat er gemeinsam mit seinem Kollegen Ryan Boyd diese Technologie auf das Gesamtwerk William Shakespeare angewandt und ein Persönlichkeitsprofil des großen englischen Literaten erstellt.

Die Ergebnisse zeigten eindeutig, dass ein umstrittenes Werk tatsächlich aus Shakespeares Feder stammt. "Double Falsehood" wurde über hundert Jahre nach seinem Tod im Jahr 1728 von Lewis Theobald veröffentlicht. Der behauptete, das Stück aus drei Manuskripten kompiliert zu haben, die Shakespeare gemeinsam mit dem Dramatiker John Fletcher verfasst habe - eine Behauptung, die seither von Fachleuten angezweifelt wurde, zumal die genannten Schriften zwischenzeitlich verloren gingen.

Pennebaker und Boyd analysierten nun 33 Stücke von Shakespeare, 12 von Theobald und 9 von John Fletcher und ermittelten die Persönlichkeitseigenschaften der drei Verfasser. Die Auswertung zeigte, dass "Double Falsehood" sowohl Züge von Shakespeare als auch von Fletcher zeigte, nicht aber von Theobald. Die ersten Akte des Stücks entsprachen dabei am ehesten dem prominenteren der beiden Autoren, die späteren scheinen hingegen maßgeblich auf Fletcher zurückzugehen.

Heart - Black

Missbrauch und Gewalt an Kindern: Die Täter sind nicht immer nur die armen Opfer, die selbst misshandelt wurden

Geschlagen, missbraucht, ignoriert: Kinder gewalttätiger Eltern werden später oft selbst übergriffig - das bestätigen Statistiken von US-Kinderschutzbehörden. Doch die Zusammenhänge sind weniger eindeutig, als es scheint.
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Mütter, die ihre Kinder schlagen; Väter, die sich sexuell an ihnen vergreifen; Eltern, die ihrem Nachwuchs kein schützendes Zuhause bieten können. Immer wieder hört man diese Geschichten und immer wieder berichten die Täter, selbst nicht anders groß geworden zu sein. Eltern, die misshandelt wurden, geben ihr Leid an die eigenen Kinder weiter. So scheint es zu sein. Aber stimmt das wirklich?

Eine neue Studie aus den USA hat 900 misshandelte Kinder als Erwachsene mehrfach zu ihrem eigenen Erziehungsverhalten befragt sowie deren Akten der Kinderschutzbehörden (Child Protective Services) gewälzt. Betrachtet man nur die Daten aus den Behörden, lautet das Fazit der Psychologen von der City University of New York zunächst wie vermutet: Wer als Kind von den Eltern geschlagen, sexuell missbraucht oder stark vernachlässigt wurde, hat ein höheres Risiko, selbst einmal die eigenen Kinder zu misshandeln. Bei genauerem Hinsehen ist das Bild jedoch weniger eindeutig.

Kommentar: Durch die psychoanalytische Bewegung hat sich seit Jahrzehnten das Mantra durchgesetzt, dass ein Täter nur deshalb zum Täter wird, weil er in der Kindheit selbst missbraucht wurde. Leider stimmt das nicht: Forschungen an Psychopathen haben das sehr deutlich gemacht. Worauf diese "Opfer-Erklärung" der Täter hinausläuft ist eine Vermeidung von Verwantwortung und das Nähren von Narrativen des Selbstmitleids - all dies zu Gunsten der Personen, die Kindern schaden, und zum Schaden der wirklichen Opfer, der Kinder, selbst. Natürlich gibt es Menschen, die den selbst erlebten Missbrauch über die Generationen weitergeben, doch der springende Punkt sind die gemeingefährlichen pathologischen Täter: Pädophile und Psychopathen. Beide "Spezies" sind alles andere als Opfer, dennoch entkommen sie fast immer der Strafverfolgung, und die Gefahr, die von ihnen ausgeht, wird so gut wie gar nicht diskutiert. Im Gegensatz dazu werden die Medien jedoch vor der so genannten "Terrorgefahr" überschwemmt, so dass alle - nicht denkende - Welt von den wirklichen Gefahren um uns herum abgelenkt wird.