Die Wissenschaft des Geistes
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Red Flag

Mehr Narzissten, mehr Depressive

Emotionale Störungen nehmen "dramatisch" zu, Depressionen und Angststörungen sind auf dem Vormarsch, sagen Psychologen

In Industrieländern wird eine "dramatische Zunahme der behandelten Fälle im Bereich der emotionalen Störungen beobachtet", erklärte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Psychologie, Jürgen Margraf, am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Wien. Depression und Angststörungen seien "auf dem Vormarsch", was auch stark mit veränderten gesellschaftlichen Zielvorstellungen zusammenhänge.
Butterfly

Traumbedeutung - was sagen Ihnen die Bilder im Schlaf?

Traumsymbole
© Gerd Altmann / Pixelio
Träume sind oft schwer zu deuten
Sie träumen jede Nacht, auch wenn Sie sich nicht immer daran erinnern können. Dabei verarbeiten Sie Erlebtes in Bildern und Gefühlen. Sie können versuchen, diese zu interpretieren, doch welche Wege gibt es, die Traumbedeutung herauszufinden?

Träume können wichtige Aspekte des gegenwärtigen Alltags aufgreifen und bewusst machen. Manche Konzepte versuchen auch, bestimmte konkrete Bilder zu analysieren und durch Interpretation der Traumbedeutung sogar Zukünftiges vorherzusagen. Auch in der Psychologie spielen Träume eine Rolle.
Attention

Von Eltern erlebte Traumata verändern RNA und können an nicht-traumatisierte Kinder weitervererbt werden

Baby, Säugling, Erziehung, Eltern, Trauma
© Shutterstock
Im vergangen November sorgte das Forschungsergebnis US-amerikanischer Wissenschaftler für Aufsehen und Rätselraten unter Genetikern - zeigte sich doch, dass Eltern nicht nur physiologische Eigenschaften, sondern auch Emotionen traumatischer Erlebnisse an ihre Nachkommen vererben. Dies geschieht sogar selbst dann, wenn die Nachkommen ihre traumatisierten Väter selbst überhaupt nicht kennengelernt hatten. Schweizer Wissenschaftler glauben nun, einen Puzzlestein in der Frage entlarvt zu haben, wie die Vererbung von Traumata zustande kommen könnte.

Zürich (Schweiz) - Während das Phänomen der durch traumatische Erlebnisse ausgelösten und von Generation zu Generation weitergegebenen Verhaltensauffälligkeiten in der Psychologie schon lange bekannt ist, scheint die Vererbung von Emotionen der traditionellen Vererbungslehre zunächst zu widersprechen.
Gear

Hunger lässt Paare aggressiver werden

Streit Paar
© imao / Andreas Krone
Nichts gegessen? Wenn der Blutzuckerspiegel sinkt, steigen die Aggressionen.
Eltern wissen, dass häufig Hunger der Grund ist, wenn Kinder maulig und unausstehlich werden. Auch in Paarbeziehungen kann ein leerer Magen Aggressionen hervorrufen. Das fanden Forscher mit Hilfe von Voodoo-Puppen heraus.

Schwierige Diskussionen und Auseinandersetzungen sollten Ehepaare nur gut gesättigt angehen. Einer Studie US-amerikanischer Forscher zufolge steigen die Aggressionen zwischen Partnern, wenn ihr Blutzuckerspiegel sinkt. Streit, Konflikte und vielleicht sogar häusliche Gewalt seien womöglich zum Teil Folge eines einfachen, aber oft übersehenen Zustandes: Hunger. Das schreiben die Wissenschaftler in den Proceedings der US-Nationalen Akademie der Wissenschaften.

Kommentar: Es ist unfassbar, dass -- einmal völlig abgesehen von Hunger -- diese Paare überhaupt Nadeln in die Voodoo-Puppe des Partners steckten.

Family

Was Lästern und Hochstapeln gemeinsam haben

lästern
© picture-alliance / united-archiv
Das Scheitern des anderen tröstet laut Lebensberaterin Ursula Hauer über die eigene Unvollkommenheit hinweg. Doch es gibt Wege aus dem Dilemma
Übertriebene Selbstzweifel zeigen sich bei manchem mit dem "Hochstapler-Syndrom": Sie glauben, ihre Leistungen lägen nicht an ihnen, sondern seien Zufall. Andere reagieren mit ausgiebigem Lästern.

Der Erfolg im Studium ist dem Glück oder Zufall geschuldet, aber bloß nicht der eigenen Leistung: So denken junge Menschen, die unter dem sogenannten Hochstapler-Syndrom leiden. Sie sind im Studium erfolgreich. Trotzdem zweifeln sie ihr Können permanent an und haben das Gefühl zu bluffen, erklärt Birgit Spinath. Das Phänomen sei häufig bei perfektionistischen Menschen zu beobachten, erzählt die Professorin für Pädagogische Psychologie an der Universität Heidelberg in der Zeitschrift Zeit Campus. Um die falsche Selbsteinschätzung zu relativieren, könne es helfen, Feedback von Freunden einzuholen.
Snakes in Suits

Studie: Psychopathen können Empathie lernen

Psychopathen blenden emotionale Reize aus, wenn sie ein Ziel verfolgen. Offenbar kann ihr Hirn solche Signale nicht parallel verarbeiten. Versuchen sie aber bewusst, sich in die Lage anderer Menschen zu versetzen, dann oft mit Erfolg.

Psychopathen geben uns noch immer viele Rätsel auf: Sie gelten als rücksichtslos, furchtlos und gefühlskalt - weder eine drohende Bestrafung noch das Leiden ihrer Opfer kann sie von Untaten abhalten. Angst und Empathie kochen bei ihnen auf Sparflamme, aus Strafen scheinen sie nichts zu lernen.

Studien mit funktioneller Bildgebung (fMRT) konnten bei psychopathischen Straftätern Veränderungen in Hirnnetzwerken für Empathie und Emotionen nachweisen, etwa im orbitofrontalen und im ventromedial präfrontalen Kortex.
Megaphone

“Die Männer sind Kriegstreiber” - Wie primitiv darf es denn sein?

Wie erfolgreich kann Indoktrination eigentlich sein?

weiße Feder, Indoktrination 1. Weltkrieg

Die "weiße Feder" in Großbritannien zur Zeit des 1. Weltkrieges war ein Mittel der Indoktrination, indem Männer, die nicht in den Krieg zogen, als "Feiglinge" gebrandmarkt wurden.
Diese Frage haben wir uns nicht vor dem Hintergrund der Vernunft, die Menschen nach Meinung vieler Philosophen vor Tieren auszeichnen soll, gestellt, sondern vor dem Hintergrund der folgenden Kommentare:
(1) “Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel - aber wenn ich sehe, was für eine Kriegstreiberei die Männer in den letzten 2 Jahrtausenden betreiben, ist es nicht verwunderlich, dass sie sich irgendwie unbeliebt gemacht haben, irgendwann ist dann auch mal genug. Wer sich da wundert, ist wohl etwas naiv.”
(2) “Stell dir vor es ist Krieg und keiner geht hin! Dann wären auch keine 850.000 Männer im Krieg umgekommen. Schon mal auf die Idee gekommen nicht mitzumachen im System?”
(3) “Brecht ist lange tot. Man sollte doch mal neue Konzepte entwickeln. Aber ich sehe schon, die Männer haben scheinbar nichts dazugelernt und würden auch diesmal für einen 3. Weltkrieg wieder ins Verderben rennen. Wacht mal auf!”
Die drei Kommentare, von einem Leser, der sich nicht entscheiden kann, ob er sich Florian, Sebastian oder Gerold nennen will, lassen die oben gestellte Frage virulent werden, konkret: Ist es möglich, Menschen so sehr zu indoktrinieren, dass sie entgegen allen Menschenverstands und entgegen aller Vernunft, auf die primitivste Form der Verallgemeinerung ausweichen und eine sich selbst verordnete geistige Form der Gleichschaltung betreiben, die man nur als psychotisch bezeichnen kann?

Kommentar: Um zu verstehen, woher Kriegstreiberei kommt, was die eigentliche Ursache ist, und auf welche Weise das fehlende Wissen über Ponerologie die Menschen dazu bringt, auf die Manöver der Kräfte an der Macht herein zu fallen, lesen Sie Lobaczewskis bahnbrechendes Werk: Politische Ponerologie: Eine Wissenschaft über das Böse, und ihre Anwendung für politische Zwecke.

Sun

Licht gegen Angstzustände

Deutschen Forschern ist es gelungen Rezeptoren für den Botenstoff Serotonin, dessen Ungleichgewicht unter anderem für Angstzustände und Depressionen verantwortlich ist, derart zu modifizieren, dass man sie gezielt mit Licht aktivieren kann.
© RUB/Masseck
Nervenzellen, die den lichtaktivierbaren 5-HT1A-Rezeptors (grün) und den natürlich vorkommenden 5-HT1A-Rezeptor (rot) besitzen.
Bochum (Deutschland) - Wie die Forscher um Prof. Dr. Stefan Herlitze vom Lehrstuhl Allgemeine Zoologie und Neurobiologie der Ruhr-Universität Bochum aktuell im Fachjournal Neuron (DOI: DOI: 10.1016/j.neuron.2014.01.041) berichten gehört der 5-HT1A-Rezeptor, der besonders wichtig für die Regulation des Serotoninhaushalts ist, zur Klasse der G-Protein-gekoppelten Rezeptoren, kurz GPCR. Diese Art von Rezeptoren kann verschiedene Signalwege anstoßen und somit bestimmte Prozesse in der Zelle hemmen oder fördern. "Rund die Hälfte aller Medikamente wirkt gezielt auf G-Protein-gekoppelte Rezeptoren", erläutert Herlitze. Bisher konnten diese intrazellulären Signalwege nicht gezielt untersucht werden, da es keine Möglichkeit gab, sie mit hoher zeitlicher und räumlicher Präzision anzusteuern.
Family

Sozialphobie: Wenn Menschen Angst machen

© unbekannt
Kennen Sie das auch: In einer größeren Runde sollen Sie einen Vortrag halten oder ihre Position verteidigen, alle Augen richten sich auf Sie, Sie beginnen zu schwitzen und möchten sich am liebsten verkriechen. Was uns unter normalen Umständen schon belastet ist umso schwerer zu ertragen, wenn man unter Sozialphobie leidet.Menschen, die unter einer Sozialphobie leiden, entwickeln große und anhaltende Ängste vor dem Zusammentreffen mit fremden Personen. Eine wesentliche Rolle spielt dabei, dass sich die Betroffenen ständig damit auseinandersetzen, wie andere Personen sie wohl in den unterschiedlichen Situationen wahrnehmen und bewerten könnten. Eine negative Reaktion oder Bewertung wird dabei stets gefürchtet und lässt Hemmungen und Scham entstehen, sodass ein normaler zwischenmenschlicher Umgang enorm erschwert oder gar unmöglich gemacht wird.
Bulb

Selbstüberschätzung: Menschen liegen chronisch daneben

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Wir neigen dazu, unsere eigenen Fähigkeiten größer einzuschätzen, als sie in Wahrheit sind
Menschenkenntnis, Intelligenz, Bildung: Menschen liegen chronisch daneben, wenn sie ihre eigenen Fähigkeiten einschätzen. Warum bloß?

Die Menschen befinden sich auf einer kollektiven Suche. Ständig sind sie unterwegs, immer streben sie einem Ziel entgegen: endlich zu sich selbst zu finden. Die Suche nach dem eigenen Selbst scheint die Mission der Gegenwart zu sein, und sie wird so bald nicht enden.

Denn offenbar wissen die meisten gar nicht, wonach sie da eigentlich suchen. Das Bild vom eigenen Selbst erscheint reichlich verzerrt. Das legt die Lektüre einer umfassenden Analyse nahe, die im Fachmagazin Perspectives on Psychological Science (Bd. 9, S. 111, 2014) erschienen ist. Darin fassen die beiden Psychologen Ethan Zell von der University of North Carolina und Zlatan Krizan von der Iowa State University 22 Meta-Studien mit insgesamt mehr als 200000 Teilnehmern zu der Frage zusammen, wie zutreffend Menschen sich selbst einschätzen können.
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