Das Kind der Gesellschaft
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Bomb

1000 Schüler gehen wegen Bombe in Bochum-Werne früher in die Weihnachtsferien

Bochum. Früher Weihnachtsferien: Etwa 1000 Schüler der Willy-Brandt-Gesamtschule in Bochum-Werne könen einen Tag eher in die Weihnachtsferien gehen. In Schulnähe befinden sich, das legen zumindest die Luftbildauswertungen im Bereich der Wittekind-/Von-Waldthausen-Straße nahe, vermutlich drei Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg.

Der Clou: Möglicherweise muss eine der ab heute beginnenden Probebohrungen genau vom Lehrerzimmer aus in die Tiefe gehen, weil zumindest einer der Blindgänger direkt unter dem Schulgebäude liegen könnte. Das Kollegium hat bereits Platz gemacht und dem Bohrtrupp das Feld überlassen. Wie die Bezirksregierung bestätigt, sollen am Mittwoch die Sondierungen beginnen.

Der stellvertretende Schulleiter Ortwin Becker bestätigt, dass für alle Kinder der Sekundarstufe 1 (etwa 1000) aus Sicherheitsgründen die Ferien vorgezogen wurden. Obwohl, so die Stadt, keine akute Gefahr bestehe, seien die Gebäude der Gesamtschule während der Vorarbeiten komplett zu räumen.
Beer

Betrunken im Unterricht

Halle (Saale)/MZ. Große Aufregung am Mittwochmorgen am Giebichenstein-Gymnasium "Thomas Müntzer": Zwei Schüler im Alter von 13 und 14 Jahren mussten kurz vor 9 Uhr mit dem Rettungshubschrauber und dem Krankenwagen wegen des Verdachts auf Alkoholvergiftung ins Krankenhaus gebracht werden. Die Polizei ermittelt nun wegen eines Verstoßes gegen das Jugendschutzgesetz, so Polizeisprecherin Anja Koppsieker: "Wir prüfen, wo und unter welchen Umständen die Jungen Schnaps gekauft haben." Die Spurensicherung stellte mehrere Flaschen sicher.
gymnasium, schule
© MZ
Das Giebichenstein-Gymnasium

Nach Polizeiangaben sind die beiden Schüler der achten Klasse und drei weitere Klassenkameraden im Unterricht aufgefallen, weil sie betrunken waren. "Als plötzlich einer der Jungen zusammenbrach, alarmierte die Schulleitung den Rettungsdienst", sagt Gabriele Städter, Pressesprecherin des Landesverwaltungsamtes, das von der Schule informiert wurde.

Die fünf Jungen zwischen 13 und 14 Jahren wurden daraufhin einem Alkoholtest unterzogen. Das Ergebnis waren laut Koppsieker Werte bis zu einem Promille. Während Rettungskräfte die beiden stark betrunken Schüler ins Krankenhaus brachten, wurden die anderen drei von ihren Eltern abgeholt.
Dollar

Großbritannien: Kein Frieden auf den Baustellen

In Großbritannien wehren sich Gewerkschaftsaktivisten weiter gegen verschlechterte Bedingungen

In der britischen Bauindustrie wird es dieses Jahr keinen Weihnachtsfrieden geben. Seit mehr als drei Monaten gibt es Massenproteste.

Auf den britischen Baustellen ist es in den vergangenen Jahren immer wieder zu Konflikten gekommen, jetzt gibt es erstmals seit den 1970er Jahren wieder eine landesweite Streikbewegung: Wilde Streiks, Blockaden und zahlreiche Baustellenbesetzungen bestimmen das Bild. Auch am Mittwoch wurde in verschiedenen Städten demonstriert. In Glasgow versammelten sich Gewerkschafter vor der »Land Registry«, die einen weiteren Großauftrag an den umstrittenen »Balfour Beatty Konzern« vergeben hat.

Doch der Konzern steht nicht allein in der Kritik. Sieben große Baukonzerne wollen eine ganze Reihe von Verschlechterungen durchsetzen und vor dem Hintergrund einer sich verschlechternden Wirtschaftslage ihre Profite auf dem Rücken der Beschäftigten retten. Löhne sollen um bis zu 35 Prozent gesenkt werden, auch bei der Ausbildung soll gespart werden. Derzeit sehen sich besonders Elektriker am Bau mit der Drohung konfrontiert: »unterschreibt den neuen Vertrag oder werdet gefeuert«. Doch statt zu unterschreiben, gab es während der vergangenen 18 Wochen jeden Mittwoch Proteste.
Eye 1

IBM-Ankündigung: Bis 2017 sollen Maschinen Gedanken lesen können

IBM hat sich für die nächsten fünf Jahre viel vorgenommen. Wie der Technologie-Konzern in San Francisco ankündigte, sollen Handys und Computer bereits 2017 die Kunst des Gedankenlesens beherrschen.
Gehirn digital
© jim/fotolia.com

Das Wählen von Telefonnummern durch Spracherkennung ist aufgrund der rasant voranschreitenden technischen Entwicklung schon fast ein alter Hut. 2017 sollen allerdings Smartphones die Gedankengänge ihrer Besitzers lesen und umsetzen können. So zumindest stellt sich IBM die nahe Zukunft vor, wie der Konzern in einem technologischen Fünfjahresplan erklärte. IBM-Wissenschafter untersuchen Verbindungen zwischen dem Gehirn und elektronischen Geräten.

IBM erwartet zudem, dass Passwörter schon bald überlüssig sein werden. Biometrische Erkennungsmerkmale wie Stimme oder Blick könnten diese ersetzen, beispielsweise an Bankomaten. Dort müssten die Kunden dann nur noch laut ihren Namen sagen oder in einen winzigen Sensor schauen, der die Netzhaut erkennt. Das Beamen von Menschen ist leider zumindest in den nächsten Jahren noch nicht geplant.
Pistol

Freiwilliger Wehrdienst: Jeder Vierte geht vorzeitig

Die Quote der Abbrecher bei der Bundeswehr ist ziemlich hoch. Viele gehen, weil sie einen anderen Job in Aussicht haben.

Die Wehrpflicht ist ausgesetzt, die Bundeswehr eine Freiwilligenarmee, der Dienst in den Streitkräften ein Job wie jeder andere. Ein Job wie jeder andere? Nicht ganz. Immerhin geht es, im Falle eines Falles, um die Erfüllung eines militärischen Auftrags unter Einsatz der eigenen Gesundheit, wenn nicht des eigenen Lebens. Kein Job wie jeder andere also, und so findet es das Bundesverteidigungsministerium auch „nicht sonderlich überraschend“, dass mehr als jeder vierte Freiwillige nach kurzer Zeit die Truppe wieder verlässt: 23,3 Prozent der Freiwilligen haben von ihrem Recht Gebrauch gemacht, in den ersten sechs Monaten ihres Engagements bei der Bundeswehr ohne Angabe von Gründen ihren Dienst zu quittieren.

Weitere 4,4 Prozent haben auf Wunsch des Arbeitgebers Armee die Truppe verlassen, sagte Ministeriumssprecher Kai-Siegfried Schlolaut am Mittwoch dem Tagesspiegel in Berlin.
Bomb

In Neuhausen herrscht Ausnahmezustand

krater, bombe
© dpa
Nach der Explosion von zwei alten Riegelminen ist das brandenburgische Dorf Neuhausen abgeriegelt, den Bewohner droht Lebensgefahr. Ein gepanzerter Spezialbagger soll den Krater untersuchen. Darin wird ein ganzes Munitionsarsenal vermutet.

Besinnlich geht es in diesem Advent in Neuhausen nicht zu. Das kleine Dorf im Spree-Neiße-Kreis ist im Ausnahmezustand. Und das seit einer Woche. Begonnen hatte alles am vergangenen Mittwoch, kurz nach 8 Uhr. Reinhard Buder saß beim Kaffee am Küchentisch. „Da hörte ich einen Knall, die Decke schien zu schwingen, das Geschirr schepperte. Es war so, wie man sich ein Erdbeben vorstellt“, erzählt Buder. Kurz danach klingelte das Handy des Schweißers. Sein 37-jähriger Sohn Thomas war dran. „Papa, es ist was passiert!“ Thomas Buder war beim Hundeausführen soeben Zeuge einer gewaltigen Explosion geworden. Nur wenige Meter von ihm entfernt gab es einen dumpfen Knall, dann „spritzte der Dreck bis zu den Baumspitzen hoch“, schilderte er seinem Vater aufgeregt.

Riesen-Krater neben der Landstraße

Die Explosion hatte einen Riesen-Krater direkt neben der Landstraße gerissen. Ein großes Glück, dass gerade kein Auto vorbeifuhr. Auch die Bewohner der beiden Häuser direkt daneben kamen mit dem Schrecken davon. Zuerst vermutete die Polizei eine defekte Gasleitung. Dann ging man von einem Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg aus. Experten des Kampfmittelräumdienstes vermuteten, eine Bombe könnte hochgegangen sein. Erst Ende Oktober mussten die meisten Bürger des 368-Einwohner-Dorfes Neuhausen ihre Häuser und Wohnungen verlassen. Auf dem Flugplatz war eine 250-Kilogramm-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden.
Dominoes

Mehr als eine Million Christen denken über Kirchenaustritt nach

Viele Protestanten und Katholiken wollen ihre Kirche verlassen. Schätzungen zufolge könnten es sogar bis zu 5,5 Millionen sein, die aus der Kirche austreten wollen.
kirche, austritt
© dpa

Den beiden großen Kirchen in Deutschland droht einer Umfrage zufolge eine Austrittswelle.

Rund eine Million Menschen seien entschlossen, aus ihrer Religionsgemeinschaft auszutreten, berichtete die Zeit-Beilage "Christ und Welt" am Mittwoch unter Berufung auf eine Erhebung des Heidelberger Sinus-Instituts. Dies entspräche einem Anteil von 2,4 Prozent der Kirchenmitglieder ab 14 Jahren. Wenn diejenigen dazugerechnet würden, die über einen Austritt nachdenken, ergebe sich sogar ein "Schwundpotenzial von mehr als fünfeinhalb Millionen", wie es in der Studie heißt.
Heart - Black

Sex-Sklave am Flughafen befreit

München - Ungeheuerliche Vorwürfe gegen eine angebliches Berliner Hilfsprojekt: Mitglieder sollen Erdbeben-Opfer sexuell missbraucht und verschleppt haben.
Zwei Polizisten am Flughafen
© dpa (Archivbild)
Am Flughafen in München wurde ein traumatisiertes Kind aus den Fängen von Kinderschändern befreit. Auf Haiti hatte es zuvor die Hölle erlebt. (Archivbild)

Nach außen war ein Berliner Verein ein humanitäres Hilfsprojekt. Tatsächlich sollen die Mitglieder aber die Not nach dem Erdbeben auf Haiti aufs Abscheulichste ausgenutzt haben. Von den angeblichen Helfern wurden Waisen vor Ort sexuell missbraucht und später verschleppt - ein ungeheuerlicher Vorwurf.

Zwei Mitglieder des mutmaßlichen Kinderschänderrings müssen sich ab Mittwoch vor der Jugendkammer des Landshuter Landgerichts verantworten. Ihnen wird schwerer Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung und schwerer sexueller Missbrauch von Kindern vorgeworfen.

Hauptangeklagter ist der 57-jährige ehemalige „Projektmanager“ des Vereins, Hans B. aus Berlin. Neben ihm wird ein angeblicher Fußballprofi Platz nehmen: Francesco L. (27) aus Brasilien soll zwar bei den Missbrauchsfällen nicht beteiligt gewesen sein, bei Schleusungen jedoch eine wichtige Rolle gespielt haben. Der Prozess findet in Landshut statt, weil die beiden am 12. Februar am Flughafen München bei der Einreise festgenommen worden waren. Sie hatten zu dem Zeitpunkt einen verschleppten Buben (12) aus Haiti dabei, der als Sex-Sklave dienen sollte.
Heart - Black

Kindstötungen: Täter ist meistens die Mutter

Jährlich werden laut Studie des Wiener AKH in Österreich zehn bis 15 Kinder im Alter von null bis 18 Jahren von ihren Eltern getötet. Am häufigsten am ersten Tag nach der Geburt.

Zehn bis 15 Kinder im Alter von null bis 18 Jahren werden jedes Jahr in Österreich von ihren Eltern getötet, wie aus einer Studie über Kindstötungen des Wiener AKH hervorgeht. In über 70 Prozent der Fälle sind die Täter die Mütter. Am häufigsten werden solche Taten am ersten Tag nach der Geburt verübt. Danach ist die Zahl der Fälle relativ gleich verteilt bis zum 18. Lebensjahr, wobei die Taten mit steigendem Alter der Kinder weniger häufig vorkommen, berichtete Psychiaterin und Psychotherapeutin Claudia Klier von der Universitätsklinik für Kinder und Jugendheilkunde im Wiener AKH.

Die psychiatrische Evaluation von Tätern nach Kindstötungen findet in 90 Prozent der Fälle statt, "daher haben wir einen sehr guten Aufschluss darüber", berichtete Klier. Der fehlende Prozentsatz ist auf Mütter und Väter zurückzuführen, die nach der Tat Selbstmord begehen, was am häufigsten auf Männer zutrifft. Die Väter stehen bei derartigen Taten auch häufiger unter Substanzeinfluss wie Alkohol, was bei den Müttern wiederum so gut wie gar nicht vorkommt. Auch Persönlichkeitsstörungen spielen bei den Männern eine Rolle. Die Mütter sind häufiger psychotisch erkrankt und leiden an Persönlichkeitsstörungen oder Depressionen, sagte die Psychiaterin.
Bad Guys

Armut in Deutschland weiter auf hohem Niveau

Jeder siebte Deutsche ist nach wie vor von Armut bedroht. Zu diesem Ergebnis kommt der neueste Armutsbericht, den der Paritätische Gesamtverband am Mittwoch in Berlin vorstellte.

Danach hat sich die Armut in Deutschland auf hohem Niveau verfestigt: Seit dem Jahr 2005 verharrt die Armutsquote zwischen 14 und 15 Prozent - unabhängig von der wirtschaftlichen Entwicklung in diesem Zeitraum.

Damit sei auch die Behauptung widerlegt, eine gute Wirtschaftspolitik sei die beste Sozialpolitik, bilanzierte der Hauptgeschäftsführer des Paritätischen, Ulrich Schneider. „Die Krankheit Armut ist resistent geworden gegen die Hauptmedizin wirtschaftliches Wachstum.“ Allerdings gibt es einen Lichtblick: In einigen Regionen Ostdeutschlands geht es aufwärts.

Als arm gilt nach üblicher Definition, wer weniger als 60 Prozent des durchschnittlichen Nettoeinkommens zur Verfügung hat. Im Oberland im südlichen Bayern trifft dies nur auf 7,5 Prozent der Bevölkerung zu, in Vorpommern - dem bundesweiten Schlusslicht - sind es hingegen 24,6 Prozent. Doch auch wenn es in den neuen Bundesländern nach wie vor mehr Armut als im Westen gibt, sehen die Forscher besonders im südlichen Thüringen sowie im Berliner Speckgürtel eine positive Entwicklung.
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