Das Kind der Gesellschaft
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Heart - Black

Erneute Schießerei an US-Uni Virginia Tech

Viereinhalb Jahre nach dem Blutbad an der US-Universität Virginia Tech sind auf dem Campus wieder tödliche Schüsse gefallen. Wie die Leitung der Technischen Universität in Blackburg im US-Staat Virginia auf der Webseite der Hochschule mitteilte, wurden ein Polizist und eine weitere Person getötet.

Der Schütze konnte entkommen. Die Polizei riegelte das Uni-Gelände ab, Studenten und Lehrpersonal wurden aufgerufen, sich in den Gebäuden einzuschliessen.

Der Uni-Leitung zufolge war der Polizist bei der Hochschule angestellt und hatte am Donnerstagmittag (Ortszeit) auf dem Campus bei einer Routine-Verkehrskontrolle ein Auto gestoppt. Plötzlich seien Schüsse gefallen.

Zeugen hätten den Täter danach in Richtung eines Parkplatzes flüchten sehen. Dort sei der zweite Tote gefunden worden, nach Angaben des Senders CNN vermutlich ein Student. Die Polizei beschrieb den Schützen als hellhäutigen Mann, der eine Trainingshose und einen Rucksack getragen habe.
Pills

Elsevier ließ Pseudo-Fachblätter von Pharmafirmen bezahlen

Peinliche Panne beim renommierten Wissenschafts-Verlag: Elsevier hat in Australien jahrelang im Auftrag von Pharma-Konzernen Zeitschriften herausgebracht, die wie unabhängige Fachtitel aussahen. Einer ist nun Gegenstand in einem Schadensersatz-Prozess.

Auf den ersten Blick wirkt das "Australasian Journal of Bone and Joint Medicine" wie ein respektables Fachmagazin. Auf den ersten Seiten wird das der Zeitschrift angegliederte Expertengremium vorgestellt: Das "honorary editorial board" habe 14 Mitglieder, darunter viele mit Professorentitel.
Im Innenteil finden sich Fachaufsätze von Wissenschaftlern aus aller Welt mit Zusammenfassungen, Tabellen, Diagrammen und Quellenverzeichnissen. Im Impressum sieht man unter den Abopreisen (250 australische Dollar für sechs Ausgaben) den Namen und das Logo eines der renommiertesten und größten Wissenschafts-Fachverlage der Welt: Elsevier.

Ein gravierendes Manko dieses Pseudo-Fachmagazins hat Elsevier nun in einer Stellungnahme eingeräumt. "Ich habe vor kurzem erfahren, dass unsere australische Tochter in den Jahren 2003 bis 2005 eine Reihe von bezahlten Sammelpublikationen im Auftrag von Pharma-Unternehmen veröffentlicht hat, die so gestaltet wurden, dass sie wie Fachmagazine wirkten und keinen entsprechenden Hinweis enthielten", sagte Elsevier-Manager Michael Hansen.

Es geht dabei um sechs Titel, wie ein Elsevier-Sprecher dem US-Wissenschaftsmagazin "The Scientist" bestätigte:
  • "Australasian Journal of General Practice"
  • "Australasian Journal of Neurology"
  • "Australasian Journal of Cardiology"
  • "Australasian Journal of Clinical Pharmacy"
  • "Australasian Journal of Cardiovascular Medicine"
  • "Australasian Journal of Bone & Joint Medicine"
Pills

MEDIZIN-SKANDAL: US-Pharmafirma ließ geschönte Studien von Ghostwritern schreiben

Neuer Skandal um Medizin-Fachblätter: Ein Pharmakonzern ließ positive Artikel über Hormonersatz-Therapien von Ghostwritern schreiben - und von Forschern unter ihrem Namen in den Journalen plazieren. Auch dann noch, als das Brustkrebs-Risiko für Frauen bereits bekannt war.

Jahrelang schluckten Millionen Frauen Hormone - als vermeintlich einfache, aber wirksame Therapie gegen Hitzewallungen, Herzrasen und Schweißausbrüche in den Wechseljahren. Was kaum ein Arzt und noch weniger Frauen ahnten: Indem die Patientinnen ihre Beschwerden mit Hormonpräparaten linderten, erhöhten sie das Risiko für Brustkrebs, Herz-Kreislauf-Krankheiten und Demenz.
Eine entscheidende Rolle in dieser rückblickend gefährlichen Verschreibungspraxis hat offenbar der US-amerikanische Konzern Wyeth gespielt. Die zu den zehn weltweit größten Pharmaunternehmen gehörende Firma hat auf dem US-Markt mit den Hormonersatz-Präparaten Premarin und Prempro riesige Umsätze erzielt - im Jahr 2001 allein zwei Milliarden Dollar. Wie die "New York Times" jetzt berichtet, hat der Konzern hohe Summen an PR-Firmen bezahlt, die positiv über die Vorteile der Hormon-Ersatztherapie (HRT) geschrieben und Risiken heruntergespielt haben. Anschließend hätten Mediziner ihre Namen über die bereits fertigen Berichte gesetzt.

Gerichtsdokumente belegen laut "New York Times", dass auf diese Weise 26 wissenschaftliche Veröffentlichungen in 18 medizinischen Fachmagazinen zustande kamen. Pikant daran ist, dass mehrere der betroffenen Blätter im renommierten Elsevier-Verlag erscheinen - der erst vor einigen Wochen in die Schlagzeilen geriet, weil er ganze Pseudo-Fachblätter von Pharmafirmen finanzieren ließ. Der Verlag zeigte sich offenbar bestürzt über die Vorfälle und wolle eigene Ermittlungen anstellen, so die "New York Times".

Finanzierung durch Pharmafirma blieb verdeckt

Bei den nun in die Kritik geratenen Ghostwriter-Artikel handelte es sich laut "New York Times" meist um Übersichtsarbeiten, die mehrere Studien auswerteten und zu einem positiven Fazit kamen. Publiziert wurden sie offenbar unter anderem in renommierten Fachblättern wie dem "American Journal of Obstetrics and Gynecology" und dem "International Journal of Cardiology". Aufgedeckt wurde der Schwindel dem Bericht zufolge von Rechtsanwälten, die Wyeth wegen anderer Sachverhalte bereits im Visier hatten.
Question

Rätselhaftes Kopfnicken im Südsudan: Experten ratlos bei neuer Kinderkrankheit

Im Südsudan, dem jüngsten Land der Welt, staunen Wissenschaftler über eine rätselhafte Krankheit. Tausende Kinder leiden am sogenannten Kopfnicksyndrom. Die Gesundheitsbehörden des Südsudans haben bereits die Weltgesundheitsorganisation zur Hilfe gerufen.

Das Usratuna-Krankenhaus im Zentrum von Juba, unter zwei Ventilatoren im Warteraum drängen sich knapp hundert Patienten. Sie wollen Dr. Anna Mary Otim sehen, die einzige Ärztin hier. Das kann Stunden dauern. Denn für manche Patienten wie die 13 Jahre alte Joice Kiko muss sich Dr. Otim trotz des Andrangs viel Zeit nehmen. Die Mutter Elena muss der Ärztin ausführlich berichten.

"Meine Tochter war acht, das war im Jahr 2006, und irgendwann begann sie beim Anblick von Essen, mit dem Kopf zu nicken. Also habe ich entschieden, sie einfach von den anderen Kindern zu isolieren. Sie schläft seither alleine und isst alleine."

Erst 2010 hielt Elena Kiko die Ausgrenzung und Stigmatisierung ihrer Tochter nicht mehr aus. Gegen den Willen ihres Mannes brachte sie Joice in eine kleine Klinik in ihrer Heimatprovinz Western Equatoria. Von dort wurde Joice nach Juba überwiesen, in die Hauptstadt des Südsudans. Bei Dr. Otim landen alle Patienten mit dem Kopfnicksyndrom, die es bis nach Juba schaffen.
Nuke

Tepco leitet erneut verstrahltes Wasser ins Meer

Tokio (dpa) - Der Betreiber des havarierten AKW Fukushima plant erneut, verstrahltes Wasser ins Meer abzuleiten. Doch dagegen regt sich Widerstand. Zugleich kam es in einem weiteren AKW zu Problemen.

Tepco begründete die Ableitung am Donnerstag mit einem drohenden Mangel an Tankkapazitäten in der Atomruine. Der Betreiber hatte bereits in den vergangenen Monaten absichtlich verseuchtes Wasser ins Meer fließen lassen.

Eine Entscheidung über ein erneutes Ableiten sei aber noch nicht gefallen, hieß es. Man werde versuchen, dies zu verhindern. Der Chef des Fischereiverbands, Ikuhiro Hattori, bezeichnete eine solche Maßnahme laut Medien als nicht hinnehmbar. Er hatte demnach Tepcos Planung nach einem Treffen mit dem Konzern am Donnerstag bekanntgemacht.

Ein Erdbeben und Tsunami hatte am 11. März das Atomkraftwerk in Fukushima stark beschädigt. Zwar wird ein Teil des ausgetretenen und hochgradig verseuchten Wassers dekontaminiert und zur Kühlung der beschädigten Reaktoren 1 bis 3 wiederverwendet. Doch fließen weiter täglich zusätzlich 200 bis 500 Tonnen Grundwasser in die Reaktorgebäude, wie japanische Medien meldeten.
Eye 1

Inflationsangst in Deutschland wächst

Angesichts der Euro-Schuldenkrise wächst in Deutschland die Furcht vor einer massiven Geldentwertung. Zugleich steigt laut einer Studie die Verunsicherung darüber, wo das eigene Vermögen möglichst verlustfrei angelegt werden kann.
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© dpa/dpa
Die Deutschen haben wieder verstärkt Angst vor einer massiven Geldentwertung und fragen sich, welche Anlagen langfristig das Vermögen sichern.

Immerhin 33 Prozent der Befragten haben kein oder kaum mehr Vertrauen in die Stabilität der gemeinsamen europäischen Währung, wie eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts TNS Infratest im Auftrag der AllianzBank ergab. Trotzdem sind die meisten Deutschen mit ihrer Vermögenssituation durchaus zufrieden. Noch überwiegt der Optimismus.

Bundesweit haben inzwischen 46 Prozent der Befragten Angst davor, dass ihr Vermögen durch Inflation seinen Wert verliert. Bei der ersten Umfrage im Frühjahr waren es 37 Prozent. Im gleichen Maße wuchs die Verunsicherung über die richtige Geldanlage: 45 Prozent gaben an, nicht sicher zu sein, wo ihr Geld am besten aufgehoben ist. Für die Umfrage Allianz Bank Money Trends wurden Mitte November 2277 Menschen ab 18 Jahren befragt, die in ihrem Haushalt über finanzielle Fragen entscheiden oder mitentscheiden.
Cut

Einkommen gehen immer weiter auseinander

einkaufswagen, armut
© Getty Images
Die aktuelle Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) ist alarmierend. Das Einkommen der Menschen in den Industrienationen ist in den letzten Jahren weiter auseinandergegangen.

Die Einkommens-Ungleichheit ist auf dem höchsten Stand seit 50 Jahren, wie der Nachrichtensender "Euronews" berichtet. Insgesamt gibt es 22 OECD-Mitgliedsstaaten. Nur in fünf der untersuchten Ländern näherte sich das Einkommen der Bevölkerung an. Zu diesen Ländern zählen Griechenland, die Türkei und Frankreich.

Die Reichen werden immer reicher

In 17 von 22 untersuchten Ländern öffnete sich dagegen die sogenannte Einkommensschere weiter. Das Einkommen der reichsten zehn Prozent war neun Mal größer als das der ärmsten zehn Prozent. Vor 25 Jahren war es noch sieben Mal größer gewesen. Die größten Lohnunterschiede gibt es in Israel, Mexiko, Großbritannien und in den USA.
Dollar

"Krankenkassen fast vier Milliarden Euro im Plus"

Berlin - Die gesetzlichen Kranken­kassen (GKV) haben in den ersten neun Monaten 2011 einen Überschuss von rund 3,9 Milliarden Euro erzielt.

Im ver­gan­genen Jahr lag der Über­schuss in den ersten drei Quar­talen bei lediglich 277 Millionen Euro. Das teilte das Bundes­gesund­heits­ministerium (BMG) heute mit. Entscheidend für die gute Finanzsituation sind laut BMG die gute konjun­ktu­relle Lage und die sinkenden Ausgaben bei den Arzneimitteln.

Der Rückgang der Arz­neimitte­lausgaben betrug 2011 minus 5,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Neben den Rabattvereinbarungen der Krankenkassen mit den pharmazeutischen Unternehmen haben auch neue Festbeträge und die Erhöhung des Herstellerrabatts für Arzneimittel ohne Festbetrag von sechs auf 16 Prozent zu den Einsparungen beigetragen.
Heart - Black

Das Erbe aus dem 2. Weltkrieg: Bei Senioren werden Kriegserlebnisse wach durch Bombenfund

Koblenz. „Ich habe meine älteste Tochter im Bunker in Kiel zur Welt gebracht. Vorher waren wir aus Stettin geflohen.“ Mit ruhiger, trauriger Stimme erzählt Irma Hartwig von der „schlimmen Zeit“ ihrer Jugend. Jetzt ist sie 92 Jahre alt - und dass sie heute Morgen wieder evakuiert wird, geht der alten Dame sichtlich nahe.
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© Thomas Frey/ DPA

„Natürlich kommen da Erinnerungen aus dem Krieg hoch“, sagt sie. Gemeinsam mit 74 anderen Bewohnern des Hildegard-von-Bingen-Seniorenheims in der Emser Straße muss Irma Hartwig heute nach Arenberg umziehen. Dort, im Altenheim der Caritas, ist das Ausweichquartier für die Pfaffendorfer Einrichtung.

„30 unserer Bewohner wurden schon vorab von Angehörigen abgeholt. Elf Bettlägrige wurden zudem gestern vom DRK in Krankenhäuser gefahren. Alle anderen fahren gegen 9 Uhr hoch nach Arenberg“, erklärt Pflegedienstleiterin Bärbel Beck am frühen Sonntagmorgen. Seit weit vor 6 Uhr ist sie auf den Beinen. Das gilt auch für alle anderen Mitarbeiter des Seniorenheims.
2 + 2 = 4

Komplett versagt: Eine global erstellte Studie verurteilt die Agrogentechnik

Zivilgesellschaftliche Gruppen von allen Kontinenten haben Material gesammelt und kommen darin überein, dass die Agrogentechnik nicht nur nicht die versprochenen Lösungen bringt, sondern vielmehr neue und gravierende Probleme schafft.

Zuletzt versuchte Monsanto, in Indien genmanipulierte Auberginen einzuführen, erzählt Vandana Shiva. Doch der Widerstand war schon im Vorfeld groß. »Der Minister führte sieben öffentliche Anhörungen durch und erließ dann ein Moratorium«, hält die Aktivistin sichtlich zufrieden fest. Monsanto wolle mittlerweile auch in Nepal mit manipuliertem Saatgut einsteigen, das Ganze laufe als Hilfsprojekt von USAID, der Entwicklungshilfeagentur der US-Regierung. Doch auch in dem kleinen Himalayastaat werde nun breiter Widerstand organisiert.

Für all diesen Widerstand ist Shiva mitverantwortlich. Seit Jahren kämpft die unter anderem mit dem sogenannten alternativen Nobelpreis ausgezeichnete Inderin gegen die Praktiken von Konzernen wie Monsanto, die mit patentiertem genmanipuliertem Saatgut weltweit die Märkte stürmen und mit Lügen und politischer Macht im Rücken konventionelle Landwirtschaft zunehmend unmöglich machen. Shiva, die Weltreisende in Sachen Ernährungssouveränität, gründete die Organisation Navdanya, die in Nordindien eine Saatgutbank betreibt und ökologische Bewegungen unterstützt. Navdanya ist nun Mitherausgeberin einer Studie zu den global feststellbaren Effekten der Agrogentechnik, die Shiva gestern in Berlin vorstellte.
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