Das Kind der Gesellschaft
Karte

Nuke

Manuelle Abschaltung eines Reaktors in Bulgarien

Im Atomkraftwerk Kosloduj in Bulgarien ist ein Generator nach einer Panne vom Netz genommen worden. Das Problem soll inzwischen behoben sein.

Wie die Verwaltung des Meilers am Sonntag mitteilte, wurde der Tausend-Megawatt-Reaktor Nummer sechs am Vorabend nach einer automatischen Warnmeldung vom Stromnetz getrennt. Demnach liegt der betroffene Generator außerhalb des radioaktiven Kreislaufes des Reaktors. Es sei keine Radioaktivität ausgetreten, teilte das Kraftwerk mit.

Phoenix

Zwei Selbstverbrennungen in Lhasa

In Tibet haben sich zum ersten Mal zwei Menschen in der Hauptstadt Lhasa selbst verbrannt. Zwei Tibeter hatten sich vor dem Jokhang-Tempel selbst in Brand gesetzt.


Peking. Erstmals haben sich in Lhasa zwei Tibeter aus Protest gegen die chinesische Herrschaft über das tibetische Volk selbst verbrannt. Auf dem Barkor genannten Pilgerweg um den berühmten Jokhang Tempel im Herzen der tibetischen Hauptstadt übergossen sich die beiden Tibeter am Sonntag mit Benzin und zündeten sich an. Einer der beiden sei ums Leben gekommen, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua am Montag. Der andere habe verletzt überlebt und liege in stabilem Zustand im Krankenhaus.

Als Reaktion wurden die Sicherheitsmaßnahmen in Lhasa verschärft. Wegen eines wichtigen buddhistischen Festes ist Tibets Hauptstadt voller Pilger. Exiltibeter sehen in den Selbstverbrennungen einen Akt der Verzweiflung über die besonders seit den Unruhen 2008 verschärfte Unterdrückung der Tibeter. Chinas Regierung weist die Vorwürfe zurück und kritisiert vielmehr eine separatistische Verschwörung dahinter.

Che Guevara

Demonstration nach ersten Wahlgang in Ägypten

Aus Wut über das Ergebnis der ersten Wahlrunde in Ägypten haben Hunderte Menschen das Hauptquartier des Präsidentschaftskandidaten Schafik angegriffen. Auf dem Tahrir-Platz in Kairo kam es zu heftigen Protesten gegen den regierenden Militärrat.
© Reuters
Die ersten offiziellen Ergebnisse der ägyptischen Präsidentschaftswahl haben in der Nacht zum Dienstag heftige Ausschreitungen in Kairo und anderen Teilen des Landes hervorgerufen. Aus Wut über die Hochrechnungen setzten mehrere hundert Menschen das Büro des Kandidaten Ahmed Schafik in Brand. Der frühere Luftwaffenchef und letzte Ministerpräsident des gestürzten Präsidenten Hosni Mubarak wird von vielen als Vertreter des alten Regimes betrachtet.

Wie Sicherheitskräfte und Augenzeugen berichteten, warfen die Angreifer Fenster ein, schleuderten Wahlunterlagen aus dem Fenster und zerrissen Wahlplakate, bevor sie schließlich ein Feuer legten. Acht Menschen wurden festgenommen, verletzt wurde niemand.

Airplane

Flugzeugabsturz bei Parchim

Kurz nach dem Start stürzte am Flughafen Parchim ein Schweizer Flugzeug ab. Zwei Passagiere starben.
© dapd
Schlimmer Flugzeug-Absturz in Mecklenburg-Vorpormmern! Ein Schweizer Flugzeug ist am Pfingstmontag in der Nähe des Flughafens Parchim kurz nach dem Start verunglückt. Dabei kamen zwei Menschen ums Leben, zwei weitere Insassen wurden schwer verletzt, wie die Polizeiinspektion Ludwigslust mitteilte.

„Wir vermuten, dass die Opfer Schweizer Staatsbürger sind, haben aber noch keine Bestätigung“, sagte ein Polizeisprecher am Abend. Kontakt zu Schweizer Behörden sei aufgenommen worden. Bei den Toten handelt es sich um einen Mann und eine Frau, ebenso bei den beiden Schwerverletzten. Die beiden Verletzten wurden mit Hubschraubern in Krankenhäuser nach Schwerin beziehungsweise Hamburg gebracht. Bei der verunglückten Maschine handelt es sich um ein zweimotoriges Propeller-Flugzeug DA 42 des Herstellers Diamond Aircraft.

Beer

Alkoholgesetze verringern nicht Alkoholkonsum und Gewalt, aber der Preis

Mit strengeren Alkoholgesetzen soll Gewalt eingedämmt werden. Solche Regeln zeigen allerdings kaum Wirkung im Kampf gegen Trinkexzesse, wie eine Studie belegt. Dabei wäre die Lösung eigentlich ganz einfach.
© dapd
Strenge Gesetze dämmen den Alkoholkonsum nicht ein.
Köln - Es war ein eher ungemütlicher Ort für eine Party: Plastiksitze statt Plüschsessel, Neonlicht statt Kerzenschein, und Musik gab es auch keine. Trotzdem kamen im Dezember Tausende Menschen zum „Abschiedstrinken“ in die Münchener S-Bahn. Kurz danach trat ein striktes Alkoholverbot in Kraft. So will die Deutsche Bahn die Zahl der Prügeleien in Zügen und Bahnhöfen verringern.

Bringen dürfte das wenig - darauf deutet eine Studie aus den USA hin. So gut wie alle Vorschriften und Gesetze, mit denen die Politik den Alkoholkonsum drosseln und die Städte sicherer machen will, gehen ins Leere, zeigt ein Forscherteam um Erik Nesson von der Emory-Universität in Atlanta.

Die USA sind für Wissenschaftler, die die Wirkung von Anti-Alkohol-Gesetzen testen wollen, ein ideales Versuchslabor. Die Zeiten der Prohibition sind zwar lange vorbei, bis heute ist der Staat aber in Sachen Alkohol sehr streng.

Yoda

Wissenschaftsinquisition von britischen Richtern verurteilt - Arzt erhält Approbation zurück

Dr. Andrew Wakefield und seine Kollegen waren mit die ersten, die einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Auftreten von Autismus und dem MMR-Vakzin (Masern - Mumps - Röteln) vermuteten (siehe auch mein Artikel dazu: “Autismus durch Impfung?“).

Der daraufhin folgende Angriff auf Dr. Andrew Wakefield und seine Kollegen seitens des General Medical Council (GMC - die englische Ärztekammer), von dem Yamedo.de berichtete (MMR-Doktor klagt gegen Verleumdung, Mai 2012) wurde jetzt vom Obersten Gerichtshof als eine Art Hexenjagd verurteilt, der von der Führungsspitze der Ärztekammer initiiert worden war.

Das Gericht rief die Ärztekammer auf, die anliegenden Angelegenheiten im eigenen Hause zu korrigieren, nachdem einem von Dr. Wakefields Forschern die Approbation entzogen worden war. Es handelt sich hier um Prof. John Walker-Smith, der Mitglied im Forscherteam war, das den Zusammenhang zwischen Impfung und Autismus vermutete. Seine Approbation wurde von der englischen Ärztekammer im Jahr 2010 entzogen, zusammen mit der von Dr. Wakefield und einem weiteren Forscher.

Question

Nackter Mann isst vermutlich Gesicht seines Opfers

Horror-Attacke in Miami: Ein Nackter fällt einen Mann an, verbeißt sich in dessen Gesicht - und wird schließlich von der Polizei erschossen. Das Opfer der Biss-Attacke liegt im Krankenhaus, große Teile seines Gesichts wurden offenbar aufgegessen.
Bild
© DANIELA GUZMAN
Miami/Berlin - Es klingt wie eine Szene aus einem Film mit Hannibal Lecter: In Miami ist ein nackter Mann von der Polizei erschossen worden, der sich in das Gesicht eines anderen Mannes verbissen hatte.

Wie The Miami Herald berichtet, ereignete sich der erschreckende Vorfall just vor dem Gebäude der Zeitung. Etwa um zwei Uhr Nachmittags am Samstag habe ein Verkehrspolizist zwei kämpfende Männer am Straßenrand bemerkt, einer davon nackt und gerade dabei, das Gesicht des anderen zu verspeisen. Der Polizist habe den Nackten aufgefordert, das zu unterlassen. Gleichzeitig beobachtete eine Passantin den Vorfall und wandte sich an einen weiteren Polizisten, der sich gerade in der Nähe aufhielt.

Nuke

Risiko einer nuklearen Katastrophe größer als angenommen

© Daniel Kunkel, MPI für Chemie, 2011
Weltweite Wahrscheinlichkeit einer radioaktiven Kontamination: Die Karte gibt in Prozent an, wie hoch die jährliche Wahrscheinlichkeit einer radioaktiven Verseuchung von über 40 Kilobecquerel pro Quadratmeter ist. In Westeuropa liegt sie bei etwa zwei Prozent in einem Jahr.
Nukleare Katastrophen wie in Tschernobyl und Fukushima könnten zukünftig häufiger vorkommen als bislang angenommen. Etwa einmal in 10 bis 20 Jahren kann eine Kernschmelze beim momentanen Kraftwerksbestand weltweit auftreten - und damit 200 Mal häufiger als bisher geschätzt. Das zeigt jetzt eine Berechnung Mainzer Forscher. Ihre Ergebnisse zeigen, dass Westeuropa - inklusive Deutschland - wahrscheinlich einmal alle 50 Jahren mit mehr als 40 Kilobecquerel radioaktivem Cäsium-137 pro Quadratmeter belastet wird. Die Forscher fordern aufgrund ihrer Erkenntnisse eine tiefgehende Analyse und Neubetrachtung der Risiken, die von Kernkraftwerken ausgehen.

Die Reaktorkatastrophe in Fukushima hat weltweit Zweifel an der Kernenergie geschürt und in Deutschland den Ausstieg aus der Kernenergie angestoßen. Dass das Risiko einer solchen Katastrophe höher ist als bislang angenommen, belegt nun eine Studie von Forschern um Jos Lelieveld, Direktor am Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz: „Nach Fukushima habe ich mich gefragt, wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, dass ein solcher Unfall wieder passiert, und ob wir die Verbreitung der Radioaktivität mit unseren Atmosphärenmodellen berechnen können“, erklärt der Forscher. Den Ergebnissen der Untersuchung zufolge, dürfte es einmal in 10 bis 20 Jahren zu einer Kernschmelze in einem der derzeit aktiven Reaktoren kommen. Momentan sind weltweit 440 Kernreaktoren in Betrieb, 60 weitere befinden sich in Planung.

Star of David

Israelis zündeten Feld an

Palästinenser werfen jüdischen Siedlern Angriff auf ein Dorf vor
© DAPD
Ramallah. Dutzende jüdische Siedler haben palästinensischen Angaben zufolge im Westjordanland ein Dorf angegriffen. Die israelischen Streitkräfte erklärten, der Vorfall vom Samstag nahe des Dorfes Orif werde untersucht. Die Siedler hätten sich dem Dorf genähert und dabei Felder in Brand gesteckt, berichteten palästinensische Dorfbewohner. Schließlich hätten Palästinenser und Siedler sich gegenseitig mit Steinen beworfen, hieß es. Später sei ein Dorfbewohner gefesselt in einem Feld gefunden worden. Er sei geschlagen und auf ihn sei geschossen worden, sagten Zeugen. Ein Krankenhausarzt erklärte, der Mann habe eine Schusswunde im Unterleib.

Dominoes

Opposition in Syrien möchte Rache üben

Die Aufständischen in Syrien haben den Uno-Friedensplan für gescheitert erklärt. Bei einem Massaker im Dorf Hula hatten die Truppen des Diktators Assad Dutzende Menschen getötet, darunter viele Kinder. Jetzt kündigen die Rebellen Vergeltung an: "Das Regime versteht nur die Sprache der Gewalt."
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Abu Ibrahim hielt es von Anfang an für ein gefährliches Unterfangen. Der von der syrischen Armee desertierte Offizier hatte keinerlei Vertrauen in die Uno-Friedensinitiative. Für den Rebellen war jener von den Vereinten Unionen und deren Syrien-Sondergesandten Kofi Annan erstellte Sechs-Punkte-Plan, der Syrien befrieden sollte, nichts mehr als eine willkommene Möglichkeit für das Regime, Zeit zu gewinnen - "und noch mehr Unschuldige zu töten." Abu Ibrahims schlimmste Befürchtungen sollten sich bewahrheiten: 92 Zivilisten, darunter 32 Kinder, starben in Hula bei der jüngsten Attacke des Assad Regimes gegen die Aufständischen.

Die Aufständischen können ihre Wut kaum verbergen. Mitglieder der Freien Syrischen Armee (FSA) erklärten den Uno-Friedensplan kurzerhand für "tot". Wie der US-Sender CNN berichtet, habe einer der Anführer der FSA die Mitglieder dazu aufgefordert, sich für das Massaker zu rächen: Nach einer langen Geduldsprobe sei es schlicht nicht mehr möglich, den Friedensplan aufrechtzuhalten.