Das Kind der Gesellschaft
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Megaphone

Protest gegen SOPA-Gesetz: Amazon, Facebook, Google und Twitter drohen mit temporärer Abschaltung

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Die 'Stop Online Piracy Act' (SOPA) genannte Gesetzesinitiative der US-Regierung ist offenbar noch umstrittener, als bisher angenommen. Nachdem sich zuletzt erst Anonymous klar gegen die Maßnahme positioniert hatte, und dessen Unterstützern sogar mit Hacker-Angriffen drohte, ziehen sich nicht nur immer mehr frühere SOPA-Supporter zurück, sondern machen sogar klar Front gegen das Gesetz.

So sollen einem Bericht der englischsprachigen Webseite digitalspy.co.uk diverse US-Großkonzerne, darunter Amazon, Facebook, Google und Twitter, mit einer gleichzeitigen und temporären Abschaltung ihrer Angebote drohen, um ihrem Protest gegen die Gesetzesinitiative Ausdruck zu verleihen. Zuletzt hatte bereits Mozilla von dieser Maßnahme Gebrauch gemacht, und auch bei Wikipedia finden aktuell offenbar ähnliche Überlegungen statt. Ob die Internet-Unternehmen ihre Drohung am Ende tatsächlich wahr machen, wird sich zeigen. Bisher ist lediglich die Rede von einer 'nuklearen Option', auf die man nur als letzten Ausweg zurückgreifen werde.
Attention

«Kopfnicker-Krankheit»: Ugandische Behörden sind alarmiert

Heftiges Kopfnicken gefolgt von Ohnmacht - das die Symptome einer mysteriösen Krankheit in Uganda. Bereits 3000 junge Menschen sind im ostafrikanischen Staat infiziert. Nun wollen die Behörden der Sache auf den Grund gehen.
© Reuters

Ärzte und Regierungsbeamte konnten bisher weder die Ursache noch die Art der Ansteckung klären, teilte das Gesundheitsministerium mit.

Bei den Erkrankten handelt es sich hauptsächlich um Kinder und Jugendliche zwischen 5 und 15 Jahren, die im Norden Ugandas leben.

Eingehende Untersuchungen

In den vergangenen zwei Jahren seien bereits 60 Menschen an der seltsamen Krankheit gestorben, berichtete die Zeitung Daily Monitor. Die Hände der Patienten zitterten ständig, der Kopf beginne zu nicken und schliesslich fielen die Betroffenen in Ohnmacht.

Es würden nun eingehende Untersuchungen eingeleitet, teilten die Behörden mit. Kommende Woche sollen die Ergebnisse veröffentlicht werden.
Syringe

Weltweiter Konsum: Jeder 20. nimmt Drogen

Illegale Drogen bleiben weltweit ein Problem. Neue Studien fördern erschreckend hohe Zahlen zutage: Etwa 200 Millionen Menschen greifen zu Rauschgiften wie Cannabis, Kokain oder Heroin. In den reichen Ländern ist die Missbrauchsquote am größten.
Joint rauchen
© picture alliance/dpa
Cannabisprodukte sind besonders in Australien und Neuseeland beliebt.

Erschreckende Zahlen über den weltweiten Drogenmissbrauch: Jährlich greifen weltweit rund 200 Millionen Menschen zwischen 15 und 64 Jahren zu illegalen Drogen. Das ist etwa jeder Zwanzigste. In den hochentwickelten Industrieländern ist die Missbrauchsquote am höchsten, belegen mehrere Studien, die das britische Wissenschaftsmagazin The Lancet veröffentlicht hat. Illegale Drogen spielen für den Gesundheitszustand der Bevölkerung inzwischen eine ähnlich große Rolle wie der Missbrauch von Alkohol.

"Lancet" stützt sich auf insgesamt drei Studien. Die erste stammt von den australischen Forschern Louisa Degenhardt und Wayne Hall, eine zweite vom Briten John Strang. Die dritte Untersuchung hat der Melbourner Professor Robin Room verfasst.
Sherlock

Polizistenmord von Augsburg: Ermittler finden Tasche mit Blutspuren

Der Verdacht gegen die verhafteten Brüder erhärtet sich: Wochenlang war nach einer schwarzen Tasche gesucht worden, jetzt haben die Ermittler sie in einem Versteck gefunden - mit Blutspuren des getöteten Polizisten daran. Auch die Tatwaffe wurde möglicherweise sichergestellt.

Die Beweislage im Fall des Augsburger Polizistenmords belastet die beiden Verdächtigen zunehmend. Ermittler fanden nun eine Tasche mit Blutspuren des ermordeten Beamten in einem Haus, das den verhafteten Brüdern als Waffendepot diente, wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Mittwoch gemeinsam mitteilten. Nach der Tasche war bereits kurz nach der Tat intensiv gefahndet worden. An dieser Tasche haftet Blut, das laut einer DNA-Untersuchung vom Opfer Mathias Vieth stammt.

Zudem entdeckten sie bei einer Familienangehörigen der beiden verhafteten Brüder ein weiteres Waffenlager. Spezialisten des Landes- und Bundeskriminalamts untersuchen derzeit, ob sich in dem Versteck auch die Tatwaffe befindet. Die Verdächtigen haben dort etwa zehn scharfe Schusswaffen deponiert. Neben mehreren großkalibrigen Faustfeuerwaffen konnten auch drei funktionsfähige Schnellfeuergewehre vom Typ "Kalaschnikow" samt Magazinen und umfangreicher Munition sichergestellt werden. Das Kaliber dieser Waffen passt zu den Hülsen und Geschossen, die am Tatort aufgefunden wurden.
V

Anonymous zielen auf Unterstützer von Neonazis

Anonymous-Hacker schießen mit der "Operation Blitzkrieg" gegen Neonazis. Auf einem jetzt gestarteten Enthüllungsportal sind Listen mit angeblichen NPD-Spendern und Kunden rechter Onlinehändler veröffentlicht worden.
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© Screenshot: stern.de
Nazi-leaks.net ist eine einfache Blogplattform, auf der angebliche Sympathisanten der rechten Szene bloßgestellt werden

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte: Ein Erwachsener, der eine Guy-Fawkes-Maske trägt, versohlt einem Jungen mit Hakenkreuzbinde und Nazikleidung den Hintern. Die böse Collage macht deutlich: Das lose Hacker-Kollektiv Anonymous - erkennbar an der Maske - nimmt Nazis aufs Korn. nazi-leaks.net heißt ein gegen Neonazis gerichtetes Enthüllungsportal, auf dem das beschriebene Bild zu sehen ist.

Auf der Website ist unter anderem eine Liste mit angeblichen NPD-Spendern veröffentlicht worden. Das Portal ist nach Angaben der anonymen Betreiber Teil der "Operation Blitzkrieg", mit der Anonymous seit mehreren Monaten dazu aufruft, die Web-Auftritte rechter Organisationen anzugreifen. Die Echtheit der veröffentlichten Informationen konnte bisher nicht überprüft werden.

Bei nazi-leaks.net handelt es sich um ein simples Blog. Auf der Seite standen unter anderem Listen mit Kunden rechter Onlinehändler wie Nationales Versandhaus und Odin Versand, Autoren der Zeitschrift Junge Freiheit sowie interne E-Mails der NPD, aus denen bereits im Februar mehrere deutsche Medien berichtet hatten. Einige der Listen enthalten Personennamen und E-Mail-Adressen, andere führen auch komplette Postadressen und Telefonnummern auf. Viele der Daten sind schon einige Jahre alt und offenbar bei früheren Hackerangriffen - zum Beispiel auf den Onlineshop von thor-steinar.de - erbeutet worden.
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Tausende israelische Kreditkartendaten im Netz

Hacker haben die Nummern von 400.000 israelischen Kreditkarten ins Netz gestellt. Viele davon seien ungültig, sagt eine große Kreditkartenfirma. Trotzdem sind Tausende nutzbare Datensätze dabei - und die werden offenbar verwendet. Angeblich steckt ein saudische Gruppe hinter dem Coup.
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© AFP

Die Zahlen liegen weit auseinander: Am Montag erklärte ein Hacker, er habe die Daten von 400.000 israelischen Kreditkarten ins Netz gestellt. Die Datei, in der Kartennummern zusammen mit den Namen der Besitzer gespeichert sind, hat einen Umfang von 30 Megabyte. Die Behauptung sei total übertrieben, wetterten daraufhin israelische Banken. Nur ein paar hundert Datensätze seien tatsächlich entwendet wurden, hieß es am Montag in der Tageszeitung Haaretz. Am Dienstag aber bestätigte Dov Kotler, Chef von Isracard, der Nachrichtenagentur Reuters, es seien doch rund 14.000 gültige Datensätze in der Datei enthalten.

Der Hacker, der die Daten veröffentlichte, bezeichnet sich als Mitglied der extremistischen saudi-arabischen Hackergruppe Group-XP. Der Zusammenschluss sunnitischer Muslime ist in der Vergangenheit unter anderem durch Aktionen gegen schiitische Websites hervorgetreten. Die iranische Nachrichtenagentur Fars hatte 2008 behauptet, die Group-XP bestünde aus 250 IT-Experten und habe allein, um einen bestimmten schiitischen Webserver zu hacken, 300 Millionen Dollar ausgegeben.

Dass diese Vermutungen krass übertrieben sein dürften, legt das Statement nahe, mit dem die Kreditkartendaten nun im Web veröffentlicht worden sind. "Hi, ich bin oxOmar von der Group-XP, der größten Wahhabi Hackergruppe in Saudi-Arabien", heißt es da. Wahhabiten sind Anhänger einer besonders konservativen sunnitischen Glaubensrichtung, die in Saudi-Arabien quasi Staatsreligion ist.
Binoculars

Revolutionäre in Syrien warnen arabische Beobachter

beobachter, syrien
© Syrian Arab news agency (SANA)/dpa
Istanbul/Damaskus - Die syrische Protestbewegung hat die Beobachter der Arabischen Liga vor Täuschungsmanövern des Regimes gewarnt.

Ein Sprecher der sogenannten Revolutionskomitees sagte auf Anfrage, die Sicherheitskräfte von Präsident Baschar al-Assad hätten Namen von Dörfern und Straßen geändert, um den Beobachtern vorzugaukeln, sie hätten die Hochburgen des Aufstandes besucht. Der Sprecher sagte: «Sie haben sie in ein Dorf geführt und gesagt, dies sei die Ortschaft Daria. Doch in Wirklichkeit haben sie ein Dorf in der Nähe von Daria gezeigt, in dem vor allem regimetreue Offiziere leben.»

Derweil hat die Arabische Liga bestätigt, dass in Syrien trotz der Anwesenheit ihrer Beobachter weiter geschossen wird. «Ja, es wird noch geschossen, und ja, es gibt Heckenschützen», sagte der Generalsekretär der Liga, Nabil al-Arabi. Er betonte jedoch, die Beobachtermission der Liga, die in der vergangenen Woche begonnen hatte, sei nicht gänzlich erfolglos. «Es gibt keine militärische Präsenz mehr in den Städten und Wohnvierteln, in der Protesthochburg Homs sind die Menschen mit Lebensmitteln versorgt worden, Leichen konnten geborgen werden.»
Attention

Status der Eltern beeinflusst Größe von Kindern

Tübingen - Arbeitslosigkeit und sozialer Status der Eltern können sich erheblich auf die Körpergröße von Kindern auswirken. Das fanden Experten der Universität Tübingen und des Landesgesundheitsamts Brandenburg in einer gemeinsamen Studie heraus, wie die Universität mitteilte. Die Wissenschaftler untersuchten bei Kindern aus Brandenburg, inwiefern eine hohe Arbeitslosigkeit in einer Region oder auch die Abwanderungsrate das Wachstum von Kindern im Zeitraum von 1994 bis 2006 beeinflussten. Dabei zeigte sich, dass Kinder von arbeitslosen Eltern im Schnitt kleiner sind als andere.

Die Studie basiert auf Daten, die das Landesgesundheitsamt Brandenburg von Erstklässlern erhoben hatte. Dabei wurden nicht nur Körpergröße, Alter und Geschlecht von über mehr als 250.000 Kindern dokumentiert, sondern auch Daten zum beruflichen Status der Eltern und zu deren Ausbildungsniveau erfasst.
Bad Guys

Junge Kopten in Ägypten fürchten wachsenden Hass und Übergriffe

Seit der Despot Husni Mubarak gestürzt wurde, haben die Ägypter viele neue Freiheiten gewonnen. Während der Übergangsphase zu einer neuen politischen Ordnung leiden jedoch besonders die Kopten unter einem Klima der Unsicherheit.

»Sieh dir das an!« Aufgeregt rutscht der 18-jährige Mena auf seinem Stuhl nach vorn. Nervös tippt er mit dem Zeigefinger auf den Computerbildschirm. Zu sehen ist ein Video auf Youtube. Soldaten treten auf einen leblosen Körper ein. »Dieser Mann ist tot. Sie haben ihn umgebracht. Er ist schon tot, aber sie machen trotzdem weiter.« 

Neben Mena sitzt sein Bruder Abanoub. Auch er blickt bestürzt auf den Bildschirm: »So etwas ist während der Revolution vom 25. Januar nie passiert. Damals wusste Mubarak, dass Muslime unter den Demonstranten waren. Er wollte keine Muslime töten. Aber bei Christen geht das in Ordnung. Da gibt es eine Erlaubnis zu töten.« 

Abanoub Tharwat ist vor wenigen Tagen 20 Jahre alt geworden. Der schmächtige Mann gehört zu den jungen Ägyptern, die Präsident Husni Mubarak mit Hilfe des Internets stürzten. Aber noch wichtiger als sein politisches Engagement ist ihm der Glaube. Abanoub ist Kopte, Angehöriger der orthodoxen christlichen Kirche Ägyptens. Auch deshalb ist seine Bewertung der Entwicklung Ägyptens seit der Revolution nicht durchweg positiv.
Pistol

Unbekannte erschießen Autofahrer an Ampel

Das Opfer hatte keine Chance: Zwei Männer passten in der niedersächsischen Stadt Sarstedt einen Mann offenbar an einer roten Ampel ab und töteten ihn dann mit mehreren Schüssen. Die Hintergründe sind unklar.
spurensicherung
© dpa

Es ist eine rote Ampel, die das Schicksal des Autofahrers besiegelt. Am Neujahrsabend gegen 23.15 Uhr muss er an einer Kreuzung halten, mitten im niedersächsischen Sarstedt, südlich von Hannover. Zwei Männer treten an den Wagen heran und feuern durch die Beifahrertür mehrere Schüsse auf den Fahrer ab. So erzählen es Augenzeugen später der Polizei. Der Tatort ist mit Patronenhülsen übersät, die Täter wollten offenbar sicher gehen, dass der 35-Jährige aus dem nahen Hildesheim stirbt. Sie können fliehen, die Fahndung der Polizei bleibt zunächst erfolglos.

Das Opfer ist syrischer Staatsbürger und dies legt den Verdacht nahe, dass der Mord einen politischen Hintergrund haben könnte. Syriens Machthaber Baschar al-Assad lässt in seinem Land auf Demonstranten schießen, sein Geheimdienst beobachtet Oppositionelle im Ausland. Erst an Weihnachten war in Berlin der syrischstämmige Grünen-Politiker Ferhad Ahma, der als Mitglied im Nationalrat der syrischen Oppositionsbewegung aktiv ist, in seiner Wohnung von Unbekannten mit Schlagstöcken attackiert worden. Ahma vermutet einen Angriff des syrischen Geheimdienstes, was jedoch laut Polizei nicht belegt ist. Das Auswärtige Amt hatte daraufhin dennoch den syrischen Botschafter vor Drohungen gegen Oppositionelle in Deutschland gewarnt.
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