Das Kind der Gesellschaft
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Patient totgespritzt? Oberarzt behautet vor Gericht: „Es passierte bei einer illegalen Studie an Menschen"

Universitätsklinikum Bonn
© Mario Jüngling
Das Universitätsklinikum Bonn. Während einer klinischen Studie an 22 krebskranken Patienten starb ein Mann.
Bonn - Es schien ein normaler Arbeitsgerichts-Prozess zu sein. Chirurg Dr. Philipp Berdel (42) klagt gegen seine fristlose Kündigung durch die Universitätsklinik Bonn (UKB).

Doch dann fragt der Richter plötzlich: „Und, gab es diesen Toten?“

Welchen Toten?!

Es kommt raus: Oberarzt Berdel hat in Schreiben an das NRW-Justizministerium und NRW-Innenministerium einen ungeheuerlichen Vorwurf erhoben.

Professor Hans-Jürgen Biersack (65), Chef der Nuklearmedizin, soll im Rahmen einer illegalen klinischen Studie im UKB für den vorzeitigen Tod eines Krebskranken verantwortlich sein!

In der „Dosis-Eskalationsstudie“ (veröffentlicht im European Journal of Nuclear Medicine, liegt BILD vor) steht: Diesem Patienten (und 21 weiteren) wurde das radioaktive Mittel „RE-188“ gespritzt. Er starb an Nierenversagen.
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Nazi-Terroristen: Spur der Zwickauer Zelle führt nach Ludwigshafen

Spuren der rechtsextremistischen Zwickauer Terrorzelle führen offenbar nach Ludwigshafen. Ein dortiger Neonazi soll Kontakte zur NSU gehabt haben und wird offenbar verdächtigt, ein mörderisches Feuer gelegt zu haben.
ludwigshafen, trauer
© dpa
3. Februar: Bei einem Wohnhausbrand in Ludwigshafen kommen neun Menschen ums Leben. Alle Toten sind Türken, unter ihnen fünf Kinder. Es kommt die Vermutung auf, dass ein fremdenfeindlicher Brandanschlag verübt wurde. Die Ermittlungen können diesen Verdacht jedoch nicht bestätigen.

Die Frankfurter Rundschau berichtet, dass der Neonazi Malte R. Kontakt zu der Terrorvereinigung NSU gehabt haben soll. In Ludwigshafen habe er eine maßgebliche Rolle bei der Nazigruppe „Lunara“ gespielt und Schießübungen im Ausland organisiert. Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe bestätigte, dass Spuren nach Rheinland-Pfalz geprüft werden. Allerdings sei Malte R. bisher nicht Teil des Ermittlungsverfahrens gegen die NSU.

Dem Zeitungsbericht zufolge gibt es Ermittlungsdokumente, nach denen Malte R. auch der Brandstiftung an einem Ludwigshafener Wohnhaus verdächtigt wird. Bei dem Feuer im Februar 2008 starben neun türkische Bewohner. Ein Sprecher der Bundesanwaltschaft sagte, dass es keine „zureichend tatsächlichen Anhaltspunkte“ dafür gebe, dass die NSU etwas mit dem Feuer zu tun gehabt hätte. Dennoch werde allen Hinweisen nachgegangen.
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S-Bahn in Berlin: Zugausfälle wegen Krankheit

Nach der schweren Panne bei der Berliner S-Bahn fallen erneut Züge aus. Mehrere Fahrer seien kurzfristig erkrankt, entschuldigt sich die Bahn. Die Reisenden sind aufgebracht. Ohne Minusgrade und Schnee lässt die Bahn ihre Berliner Kunden und Tausende Touristen bereits den dritten Tag in Folge stehen.
s-bahn, ausfall, bahnhof
© dapd

"Wer Unglaubliches über die Deutsche Bahn erfahren will, der sollte mal nach Berlin reisen", ruft ein frustrierter Fahrgast auf dem Berliner Hauptbahnhof. Den dritten Tag in Folge mutet die Berliner S-Bahn ihren Kunden Zugausfälle, ständiges Umsteigen und lange Wartezeiten zu.

Die bisher größte Panne bei der Berliner S-Bahn am Donnerstag heizt derweil die Debatte um das Krisenmanagement des Unternehmens an. Dabei wird vor allem Kritik am Mutterkonzern Deutsche Bahn laut. Als erste Konsequenz kündigte die S-Bahn an, die Stromversorgung der Betriebszentrale künftig nur noch nachts zu überprüfen, wenn der Zugverkehr von 1.00 bis 4.00 Uhr ruht. Ein Stromausfall in der Leitzentrale hatte am Donnerstag zum Zusammenbruch des S-Bahn-Verkehrs geführt. Im Westteil Berlins ging drei Stunden lang nichts mehr.
Bomb

Aufatmen in Cloppenburg: Bombe entschärft

Cloppenburg - Erleichterung in Cloppenburg: Eine am Donnerstagmorgen in der Innenstadt gefundene englische Fünf-Zentner-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg ist am Freitagmittag vom Kampfmittelbeseitigungsdienst Hannover innerhalb von 17 Minuten entschärft worden.


Dabei stellte sich laut Sprengmeister Oltmann Harms heraus, dass die Bombe schon bei ihrem Abwurf im April 1945 nicht hätte explodieren können, weil der Detonator fehlte. Der 62-jährige Butjadinger geht in der nächsten Woche nach 22 Jahren und 400 Bomben-Entschärfungen in den Ruhestand.
Heart

Wikileaks-"Maulwurf" Bradley Manning spricht vor Militärgericht

Top-geheime US-Dokumente landeten massenhaft im Internet - und er soll schuld daran sein. Erstmals seit seiner Verhaftung im Mai 2010 kann sich der Obergefreite Manning vor einem Gericht zu den Anschuldigungen äußern. Doch viele befürchten ein unfaires Verfahren.
bradley manning
© William J. Hennessy Jr./DPA
Schüchtern, fast bubihaft wirkt Bradley Manning auf dem Bild des Gerichtszeichners

Amerika gegen Bradley Manning: Der größte Geheimnisverrat in der US-Geschichte durch die Internetseite Wikileaks wird seit Freitag juristisch aufgearbeitet. Vor einem Militärgericht auf dem Stützpunkt Fort Meade (US-Staat Maryland) bei Washington begann eine Anhörung des mutmaßlichen Informanten der Enthüllungsplattform. Erstmals seit seiner Verhaftung vor eineinhalb Jahren kann sich der Obergefreite Manning öffentlich zu den Vorwürfen äußern. Seine Unterstützer demonstrieren für einen Freispruch.

Der 23-Jährige zeigte sich an der Seite seiner Anwälte im Tarnanzug und mit Brille. Die voraussichtlich einwöchige Anhörung soll klären, ob die Beweise für die Eröffnung eines Militärprozesses ausreichen. Falls ja, droht Manning eine lebenslange Gefängnisstrafe.

Dem Obergefreiten wird vorgeworfen, während seiner Stationierung als Analyst der US-Armee im Irak Geheimdienstdokumente aus Computern gezogen und sie dann der Enthüllungsplattform Wikileaks zugespielt zu haben. Die Veröffentlichung der Papiere unter anderem über die Kriege im Irak und in Afghanistan hatte weltweit für Wirbel gesorgt. Die Preisgabe massenhafter Diplomaten-Depeschen hatte US-Botschafter und Politiker in aller Welt blamiert, gar Regierungen wanken lassen.
Briefcase

Rätsel um radioaktiven Koffer am Moskauer Flughafen

Atom-Alarm: Im Gepäck eines Reisenden mit Ziel Iran finden Zöllner 18 Zylinder mit radioaktivem Isotop Natrium-22. Woher es stammt, ist unklar.
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© picture alliance / dpa/dpa

Moskau. Radioaktives Natrium-22 in einem für den Iran bestimmten Koffer haben russische Sicherheitskräfte in einem Moskauer Flughafen entdeckt. Bei der Durchleuchtung des Gepäcks am Flughafen Scheremetjewo habe ein modernes Kontrollsystem eine um das 20-Fache erhöhte Radioaktivität gemessen und Alarm geschlagen. Daraufhin fanden Zöllner 18 Metallzylinder mit dem strahlendem Material, teilte die Behörde am Freitag nach Angaben der Agentur Interfax mit. Fest steht: Der Besitzer des Koffers, der nach Teheran geschickt werden sollte, sei festgenommen worden. Angaben zur Person wurden nicht gemacht.

Das Isotop Natrium-22, das in der Medizin genutzt wird, kann nach Behördenangaben nur in einem Atomreaktor hergestellt worden sein. In der Natur kommt das Material nicht vor. Die iranische Botschaft in Moskau teilte mit, sie habe keine Kenntnisse über einen aktuellen Fund von radioaktivem Material. Allerdings habe es im vergangenen Monat ein Missverständnis mit dem russischen Zoll gegeben, sagte ein namentlich nicht genannter Diplomat der iranischen Agentur ISNA. Dabei habe ein iranischer Student zahntechnisches Material mit sich geführt. Der Diplomat warf „Westmedien“ vor, mit „falschen Berichten“ die Beziehungen zwischen Russland und dem Iran belasten zu wollen.
Mr. Potato

Student in Brasilien: Adolf Hitler will seinen Namen ändern

Es gibt Namen, die will man wirklich nicht tragen. Einer davon ist ohne Zweifel Adolf Hitler. Ein Student in Brasilien führt ihn allerdings - und wird wegen einer Uni-Bewerbung zum Star im Internet.

In Brasilien ist ein angehender Student zu ungewolltem Internet-Ruhm gelangt. Der Grund ist sein Name: Der 21-Jährige heißt Adolf Hitler Souza Mendes. Der Brasilianer bewarb sich um einen Studienplatz an der Universität Rio Grande do Norte in Natal. Sein Name stand - wie mehr als 1500 andere auch - auf der Liste der Kandidaten, die den Sprung in die zweite Bewerbungsrunde schafften.

Die Hochschule stellte die Liste auf ihre Internetseite, die dann bei Facebook und Twitter die Runde machte. Seitdem wird der junge Mann in Internet-Foren gehänselt und gemobbt. Er will den Namen nun ändern lassen. Warum seine Eltern ihm diesen Namen gaben und die Behörden ihn akzeptierten, ist schleierhaft.
Cloud Lightning

Wieder Stromausfall bei der S-Bahn

Nach dem Mega-Chaos von Donnerstag blieben zwischen Friedrichshagen und Erkner wieder Züge stehen.
s-bahn, berlin
© picture alliance / ZB

Nach der bisher größten Pannen bei der S-Bahn ist es am Freitagabend wieder zu einem Stromausfall gekommen. Auf der Linie zwischen Friedrichshagen und Erkner blieben die Züge stehen. Der Schaden sei noch nicht behoben, die Ursache noch nicht klar, sagte ein Bahnsprecher am Abend. Der Stromausfall sei zudem örtlich begrenzt und betreffe eine Linie.

Es seien - anders als am Donnerstag - keine Fahrgäste in Zügen eingeschlossen gewesen, sagte der Unternehmenssprecher. Ein S-Bahn-Gleis war seiner Darstellung zufolge nach einiger Zeit auch wieder befahrbar. Der Bahnsprecher sagte zu der erneuten Panne: „Technische Fehler wird es immer geben.“
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Libyen: Neue Ermittlungen zu Gaddafis Tod

Bereits bei der Bekanntgabe des Todes von Muammar al-Gaddafi im Oktober gab es Spekulationen um die genauen Todesumstände des Diktators. Der Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag, Luis Moreno-Ocampo, gab nun bekannt, dass es sich bei der Tötung Gaddafis möglicherweise um ein Kriegsverbrechen gehandelt habe. Es bestehe der Verdacht, dass der Diktator von Rebellen misshandelt worden und anschließend vorsätzlich getötet worden ist. Moreno-Ocampo kündigte an, die Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen um Informationen zu ersuchen, die zur Klärung der Todesumstände Muammar al-Gaddafis beitragen können.


Kommentar: Möglicherweise? Es ist ein Kriegsverbrechen.


Und auch der Übergangsrat in Libyen ist bereits über die Bedenken des Chefanklägers in Den Haag informiert worden. Die neuen Machthaber in Libyen bestätigten daraufhin, sich an den Aufklärungsversuchen über den Tod Gaddafis zu beteiligen. Offenbar wird derzeit eine entsprechende Strategie entwickelt. Die Vertreter des Übergangsrates in Libyen hatten zuvor erklärt, Gaddafi sei bei einem Schusswechsel ums Leben gekommen. Die Kooperation der neuen Machthaber in Libyen ist wohl nicht zuletzt auf den zunehmenden Druck aus dem Westen zurückzuführen.

Kommentar: Lesen Sie folgenden Artikel über die wahren Lebensverhältnisse in Libyen:

So "grausam" war Gaddafi

und auch die Tatsache, dass ein Model ihren Job verlor, weil sie öffentlich aussagte, dass Gaddafis Familie nicht so ist, wie sie in den Medien dargestellt wurde.

Bad Guys

Proteste in Ägypten - Zahlreiche Verletzte bei Ausschreitungen in Kairo

In Kairo fliegen wieder Steine: Bei den schwersten Ausschreitungen seit Beginn der Parlamentswahlen sind mindestens drei Menschen ums Leben gekommen. Dutzende Menschen wurden verletzt.

Ägypten kommt nicht zur Ruhe: Bei Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften sind am Freitag in Kairo nahezu 100 Menschen verletzt worden. Das Gesundheitsministerium berichtete von Schussverletzungen, Knochenbrüchen und Prellungen. Nach den Angaben von Ärzten und Sanitätern kamen mindestens drei Menschen ums Leben.
Demonstranten in Kairo
© dpa
Demonstranten auf Kairos Straßen.

Augenzeugen erzählten, die Demonstranten, die schon seit drei Wochen vor dem Kabinettsgebäude kampieren, hätten Steine auf die Polizei geworfen, nachdem einer von ihnen von der Militärpolizei vorübergehend in Gewahrsam genommen worden sei. Die Polizei habe daraufhin Wasserwerfer eingesetzt. Einige Polizisten hätten Steine zurückgeworfen und in die Luft geschossen. Drei Autos und mehrere Zelte der Protestierenden gingen in Flammen auf. Die Straßen rund um das Parlament glichen einer mit Steinen übersäten Kampfzone, über die dicke schwarze Rauchwolken hinweg zogen.
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