Das Kind der Gesellschaft
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Demonstration gegen Agrarindustrie

Berlin - Am Berliner Hauptbahnhof hat am Samstag eine Demonstration gegen die Agrarindustrie begonnen. Mehr als 90 Organisationen haben bundesweit zu dem Protest aufgerufen. Mehrere tausend Menschen wurden zum Auftakt begleitet von Dutzenden von Traktoren. Anlässlich des Agrarministergipfels wollen Umwelt- und Tierschützer, Imker, Bauern und Entwicklungshelfer nach dem Motto «Wir haben es satt!» auf die Risiken industrieller Lebensmittelproduktion aufmerksam machen.

«Wir möchten mit der Demonstration ein Zeichen setzen für eine Neuausrichtung der Agrarpolitik», sagte im Vorfeld Mitorganisator Jochen Fritz. Die Europäische Union solle ihre Agrarsubventionen für ökologische, soziale und nachhaltige Landwirtschaft ausgeben.

Auf ihrer Route durch Berlin-Mitte wollen die Demonstranten ihren Protestzug am Nachmittag vor dem Bundeskanzleramt abschließen. Da in der Berliner Innenstadt am Nachmittag eine weitere Demonstration gegen Fluglärm beginnt, zu der ebenfalls bis zu zehntausend Menschen erwartet werden, ist über mehrere Stunden mit massiven Verkehrsbehinderungen zu rechnen.
Attention

Immer mehr Kinder in Essen leiden an Diabetes

Zu wenig Bewegung, kalorienreiches Essen: Diabetes ist bei Kindern die häufigste Stoffwechselerkrankung. Mittlerweile ist jedes fünfte Kind zu dick und steigert damit die Chance, Typ 2-Diabetiker zu werden. Doch auch beim genetisch bedingten Diabetes Typ 1 steigen die Zahlen.
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© Klaus Micke

Essen - Immer mehr Kinder erkranken an Diabetes, der bei Kindern mittlerweile häufigsten Stoffwechselerkrankung. Dabei leidet ein Großteil unter der landläufig als „Alters-Diabetes“ bekannten Erkrankung Typ 2. Denn „durch kalorienreiches Essen und zu wenig Bewegung gibt es immer mehr Kinder, die krank werden oder zumindest ein erhöhtes Risiko haben“, sagt Lisa Reuber-Menze, Diabetes-Beraterin im Elisabeth-Krankenhaus. Expertenschätzungen zufolge ist mittlerweile jedes fünfte Kind zu dick - und hat damit gute Chancen Typ 2-Diabetiker zu werden, die rund 90 Prozent der Erkrankten ausmachen.

Deutlich geringer ist - mit 10 Prozent - die Zahl der Typ 1-Diabetiker, zu der in Essen rund 200 Kinder zählen. So auch die sechsjährige Letizia Piechaczek. Nun ist das Mädchen weder zu schwer, noch bewegt sich das lebhafte Kind ungern: Sie leidet vielmehr an einer Autoimmunerkrankung - und auch hier steigen die Fallzahlen. Die Ursachen sind nicht ganz klar; neben den Genen spielen Virus-Erkrankungen eine Rolle. Forscher beschäftigen sich zudem mit den Auswirkungen von zu viel Hygiene, die das Immunsystem schwächen können.

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Rätselhafte Infektionswelle auf der Krebsstation

Zahlreiche RSV-Infektionen am Uniklinikum Heidelberg

In der Universitätsklinik Heidelberg ist eine rätselhafte Häufung von Infektionen mit dem sogenannte RS-Virus aufgetreten. Die normalerweise eher harmlosen Erreger können bei Kindern und Patienten mit geschwächten Abwehrkräften lebensbedrohliche Folgen haben. Nach Angaben der Klinik sind drei Patienten möglicherweise an einer Infektion mit dem Virus bereits verstorben.

Das RS-Virus (Respiratorisches Synzytial-Virus, RSV) verursacht bei Menschen mit intaktem Immunsystem meist nur eine harmlose Erkältung. Doch für die ohnehin geschwächten Patienten im Krankenhaus drohen weit schlimmere gesundheitliche Beeinträchtigungen. Entsprechend kritisch ist die Ausbreitung der Erreger im Uni-Klinikum Heidelberg zu beurteilen. Seit Anfang des Jahres waren hier 19 Patienten auf zwei Krebsstationen und der Intensivstation an dem RS-Virus erkrankt. Zwar betonte eine Sprecherin der Klinik, dass die Situation unter Kontrolle und keine Patienten bedroht seien, doch musste sie ebenfalls eingestehen, dass „bei drei Patienten, die in diesem Zeitraum verstorben sind, der Erreger gefunden“ wurde. Der Klinik-Sprecherin zufolge kann „ein ursächlicher Zusammenhang“ zwischen den Todesfällen und dem RS-Virus daher „nicht ausgeschlossen werden“.

RS-Virus für Kinder und bei geschwächtem Immunsystem besonders gefährlich

Die Häufung der Infektionen mit dem RS-Virus am Universitätsklinikum Heidelberg ist laut Mitteilung der Klinik-Sprecherin äußerst ungewöhnlich und lediglich „Einzelfälle wären normal“. Zu den Ursachen der Infektionswelle liegen jedoch bisher keine weiteren Erkenntnisse vor. Die RSV-Infektionen wurden gemäß den Vorschriften des Infektionsschutzgesetzes dem Gesundheitsamt gemeldet. Parallel hat das Klinikum umfassende Untersuchungen zu den möglichen Übertragungswegen eingeleitet, um weitere Infektionen zu vermeiden. Die RS-Viren sind der Familie der Paramyxoviridae zuzuordnen, der auch das Masern- und Mumpsvirus angehören. Sie verursachen in der Regel eher harmlosen Erkältungskrankheiten, gelten jedoch auch als einer der verbreitetsten Auslöser von Infektionen der unteren Atemwege sowie Pneumonien bei Säuglingen und Kleinkindern. Zudem haben die Viren insbesondere bei älteren, geschwächten Patienten nicht selten schwere Atemwegsinfekte zur Folge. Am häufigsten sind normalerweise Kinder im Alter unter zwei Jahren und Babys unter sechs Monaten betroffen. Komplikationen und schwere Krankheitsverläufe treten vor allem bei kleinen Kindern aber auch bei Patienten mit geschwächtem Immunsystem und Vorerkrankungen von Lunge oder Herz auf.
Cow Skull

Horrordroge Meth auf dem Vormarsch

Sie greift Hirn und Nerven an. Die Horrordroge „Crystal Meth“ ist noch relativ neu. Den Stoff gibt es aber seit fast 100 Jahren. Auch Soldaten, Flieger und SS-Verbrecher Hitlers wurden damit versorgt. Ein junger Salzburger wäre kürzlich daran fast gestorben.

Crystal Meth ist laut Experten brandgefährlich, weil sie das Nervensystem schädige oder zerstöre sowie dreieinhalb Mal so stark wirke wie Kokain und auch viel schneller abhängig mache.

Dealer überschwemmen Markt

Das kristalline, weiße Pulver wird schnell und einfach in illegalen Labors hergestellt. Erzeuger und Dealer-Netzwerke überschwemmen damit gerade die Drogenmärkte in Europa.

Das auch für das Gehirn sehr wirksame Gift ist vorerst auch noch billig oder manchmal sogar gratis zu haben. ORF-Redakteur Gerd Schneider hat mit einem jungen Salzburger gesprochen, der seine erste Erfahrung mit Meth auf der Lokalmeile des Salzburger Rudolfkais gemacht hat. Der Betroffene hätte das laut Medizinern beinahe nicht überlebt.
Radar

Gefahr im "Heiligtum der Wale" - Schweröl aus dem Wrack der »Costa Concordia« bedroht italienisches Schutzgebiet

Nach der Havarie der »Costa Concordia« droht jetzt eine Naturkatastrophe. Betroffen ist das Meeresschutzgebiet »Heiligtum der Wale«, das von der Toskana bis an die südfranzösische Côte d'Azur reicht. Mittendrin befindet sich die Insel Giglio.

An Bord der »Costa Concordia« befinden sich noch immer etwa 2400 Tonnen Schweröl. Wenn man bedenkt, dass vor Neuseeland schon 400 Tonnen ausgelaufener Treibstoff ausreichten, um ca. 20 000 Meeresvögel zu töten und einen langen Küstenstreifen zu verseuchen, kann man sich vorstellen, was auf die Insel Giglio zukommen kann. Nach Agenturangaben sollte bis Sonntagabend entschieden werden, wie die über zwei Millionen Liter Treibstoff - überwiegend Schweröl - abgepumpt werden können. Wenn der Wellengang nicht zu hoch wird und das Wrack weiter relativ ruhig auf dem Felsvorsprung vor dem Hafen liegen bleibt, könnte man möglicherweise innerhalb von zwei Wochen damit fertig sein.

Taucher bargen am Samstag unterdessen die Leiche einer Frau und damit das zwölfte Todesopfer. Die Bergungsarbeiten und die Suche nach den über 20 vermissten Menschen mussten am frühen Sonntagmorgen erneut unterbrochen werden, weil das Wrack sich bewegt hatte. Sollte die Concordia den Wellen nicht trotzen und auf den 90 Meter tiefen Meeresboden sinken, könnten die Tanks zerbersten und der Treibstoff ins Meer fließen. Für das »Heiligtum der Wale« und damit für einen beachtlichen Teil des westlichen Mittelmeers wäre das verheerend.
Blackbox

Costa Concordia: Lief während des Untergangs der Titanic-Song?

Eine Genfer Zeitung zitiert einen Passager, der den Song im Restaurant-Radio gehört haben wil.
titanic
© Twentieth Century Fox Film Corporation

Es gibt Zufälle, die uns einen kalten Schauer über den Rücken jagen. So berichtet ein Überlebender der Schiffskatastrophe der Costa Concordia in der Genfer Zeitung La Tribune de Genève darüber, dass während des Untergangs Celine Dions Song My Heart will go on im Restaurant-Radio des Schiffes gelaufen sei.

Es handelt sich um den Titelsong des Blockbusters Titanic mit Leonardo DiCaprio und Kate Winslet in den Hauptrollen. Der Untergang der Costa Concordia wird mit dem Unglück der Titanic verglichen.
Bomb

Mehr als 160 Tote bei Anschlägen in Nigeria

Die Lage in Nigeria ist nach einer Anschlagsserie im Norden des Landes äußerst angespannt. Die Zahl der getöteten Menschen ist mittlerweile auf über 160 gestiegen. Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) verurteilte die Attacken als „große Gefahr für den inneren Frieden“ in Nigeria.
nigeria, boko haram
© AFP
Die Residenz eines Polizeioffiziers steht in Kano nach mehreren Explosionen und einem Feuergefecht in Flammen.

Nach der koordinierten Anschlagsserie im Norden Nigerias ist die Zahl der Toten auf mehr als 160 gestiegen. Seit den Explosionen und Feuergefechten vom späten Freitag seien in die Leichenhalle der Stadt Kano mindestens 162 Opfer gebracht worden, sagte ein Mitarbeiter am Samstag. Zu den Angriffen, die sich vor allem gegen Polizeireviere und andere öffentliche Einrichtungen richteten, bekannte sich die Islamistengruppe Boko Haram.

„Seit vergangener Nacht bringen Hilfsorganisationen, die an der Bergung der Toten beteiligt sind, Leichen hierher“, sagte ein Mitarbeiter der größten Leichenhalle von Kano. Die Zahl der Opfer könne sich noch erhöhen, da weiterhin Tote in die Einrichtung gebracht würden. Einige Familien hätten ihre getöteten Angehörigen bereits abgeholt.

Das örtliche Rote Kreuz hatte zuvor von mindestens 121 Toten gesprochen. An der Bergung der zahlreichen Leichen in Kano seien „viele Stellen“ beteiligt, hieß es dort. In der Zählung des Roten Kreuzes seien daher nur die Toten berücksichtigt, von denen die Organisation Kenntnis habe.
Laptop

Anonymous attackieren FBI und Regierungsseiten... Ein schlecht gewählter Zeitpunkt

anonymous
© gulli.com
Anhänger des Hackerkollektivs Anonymous haben die Websites des US-Justizministeriums, des FBI sowie von Universal Music und dem Interessensverband der Filmindustrie MPAA angegriffen. Sie wollten damit offenbar gegen die aktuell im US-Kongress diskutierten Anti-Pirateriegesetze SOPA und PIPA protestieren und gleichzeitig ihren Unmut darüber kundtun, dass das FBI und die US-Justiz den Filehoster Megaupload vom Netz genommen haben.

"Der größte Anonymous-Angriff aller Zeiten - 5635 Leute haben bestätigt, dass sie #LOIC nutzen, um Sites offline zu bringen", heißt es in einer Twitter-Nachricht der Hacker. LOIC steht für Low Orbit Ion Cannon - ein Tool, mit dem sich DDoS-Angriffe auf Websites ausführen lassen. Zu den anderen anvisierten Zielen gehörten etwa die Websites des Weißen Hauses, BMI, Warner Music, des US-Patent- und Markenamts sowie der Belgischen Anti-Piraterievereinigung. Insgesamt standen mehr als ein Dutzend Sites unter Beschuss.

Akamais Real-time Web Monitor registrierte in den vergangenen 24 Stunden 218 Angriffe, was einem Anstieg von 24 Prozent im Vergleich zum Normallevel entspricht. Die Attacken konzentrierten sich auf Mitteleuropa und die Ostküste der USA.

Sowohl die deutsche als auch die US-Site von Universal Music sowie jene von BMI sind nach wie vor offline. In den Fehlermeldungen ist von "Wartungsarbeiten" die Rede. "#OpMegaUpload ist in vollem Gang. Justice.gov ist down, MPAA.org ist down, UniversalMusic.com ist down - ein DDoS-Massenangriff", heißt es in einer Twitter-Nachricht von LulzPirate. Angeblich wurden innerhalb von 20 Minuten zehn Websites attackiert.

Kommentar: Ein Kommentar von Michael Rivero von WhatReallyHappened:
Ich hatte meine Zweifel gegenüber "Anonymous" seitdem sie Julian Assange und seinen Erpressungsschwindel unterstützten und er vorgab eine "Whistle-Blower" Seite zu sein. In Verbindung mit den Piraten und den Angriff auf das amerikanische Justizministerium, spielte Anonymous der US-Regierung mehr Rechtfertigungen in die Hände, dass Internet mit drakonischen Mitteln zu kontrollieren.

Ich sehe eure wahre Farben durchscheinen.


Heart - Black

Deutsche Discounter: Weiter Hungerlohn für Näherinnen

Schon vor Jahren gerieten Discounter in die Kritik, weil sie Kleidung unter menschenunwürdigen Zuständen in Bangladesch produzieren ließen. Dann sollte alles besser werden, eilig wurden Trainings anberaumt. Das Ergebnis aber ist ernüchternd: Für die Näherinnen hat sich wenig geändert, zeigt eine neue Studie.
Indische Näherinnen
© AP
Schuften bis zum Umfallen: Näherinnen in Bangladesch.

In den Aldi-Filialen liegen in dieser Woche Damen-Strickwesten für 7,99 Euro zum Verkauf, "figurumspielend" und "pflegeleicht". Bei KiK gibt es Fleecejacken, "leicht zu tragen", für ebenfalls weniger als 8 Euro. Solche Preise sind nur möglich, weil Discounter wie Lidl, KiK und Aldi ihre Kleidung überwiegend in China und Bangladesch produzieren lassen - und dafür grobe Verstöße gegen grundlegende Arbeitsrechte in Kauf nehmen. Die Discounter hatten Besserung gelobt, doch die Näherinnen vor Ort merken davon nichts.
Arrow Down

Ungarns Obdachlose frieren unter dem Mantel des Vergessens

Mindestens 2000 Menschen haben in Budapest kein festes Dach über Kopf.

Budapest. Über den tatsächlichen Zustand der ungarischen Staatsfinanzen lässt sich nur spekulieren. Inwieweit die Ungarn von der Wirtschaftsmisere in Mitleidenschaft gezogen sind, lässt sich gleichfalls nur vermuten. Auf Grundlage der Arbeitslosenstatistik scheint die Situation besser als vor einem Jahr. Zuletzt waren 10,7 Prozent aller Erwerbsfähigen ohne Job, im Jänner waren es noch 11,4 Prozent. Der nationalkonservative Fidesz, die Partei von Ministerpräsident Viktor Orban, sieht sich allerdings zunehmend Vorwürfen ausgesetzt, sie verdränge sozial Schwache aus dem öffentlichen Bewusstsein. Das machen die Kritiker vor allem an den "Freiwilligenprogrammen" für Langzeitarbeitslose und dem Umgang mit Obdachlosen fest.
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