Das Kind der Gesellschaft
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Mr. Potato

Weltuntergangsindustrie 2012, mehr Rauschen als ein Signal

© Sharp Entertainment
Zwei US-amerikanische Reality-TV-Serien porträtieren Menschen, die sich für den Jüngsten Tag rüsten. Inklusive Doomsday-Nanny und Bunkerbauherren.

Schuldenkrise, der zwölfte Imam, Mayas, Sonnenstürme, Rechtsterroristen, genozidplanende Perser, israelische Zeloten - wenn es nach Hysterikern geht, schreiben wir das Jahr der Apokalypse. Nun hat auch das Reality-TV das Thema für sich entdeckt. In den USA sind diese Saison gleich zwei Untergangsserien angelaufen, Doomsday Preppers und Doomsday Bunkers - ausgerechnet bei den für zumindest semiseriöse Dokumentarfilme bekannten Sendern „National Geographic Channel“ und „Discovery Channel“. Wie schon im Kinofilm Take Shelter von Jeff Nichols geht es dabei um Vorbereitungsmaßnahmen für den Jüngsten Tag - und das so ironiefrei, dass etwa die liberale New York Times „Verachtung für die Menschheit“ diagnostizierte.

Vor allem aber machen die beiden Serien klar, dass Reality-TV und Apokalypse perfekt zusammenpassen. Schließlich wird die Reality-TV zugrunde liegende Logik der Selektion und Selbstoptimierung durch den Tag des Jüngsten Gerichts auf die Spitze getrieben. Nach amerikanischer Eschatologie war schon immer klar, dass nur die Besten die Apokalypse überleben, ganz so, als wäre sie eine ins Kosmische übertragene Castingshow.

Kommentar: Wie es Dr. Hynek in einem Schreiben an die AIAA (American Institute of Aeronautics and Astronautics) über das UFO-Phänomen metaphorisch formulierte, gibt es ein Rauschen und ein Signal. Und ähnlich wie es bei jenem Phänomen betrieben wird, dass es mehr Rauschen gibt, d.h. von der Tatsache abzulenken, ist es auch bei dem 2012 Untergangsszenario. So das am Ende jedes Signal, was Möglichkeiten betrachtet, die auf Studien und Forschungen aufgebaut sind, keine Chance mehr haben "durchzukommen".

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Apokalypse 2012 und das Ende der Welt?


Shoe

Herzversagen im Leistungssport, Schwimm Weltmeister mit 26 Jahren gestorben

© dapd
Dale Oen
Norwegens Schwimm-Weltmeister Oen (26) starb während eines Trainingslagers wohl an einer Herzstillstand.

Die Schwimm-Welt steht unter Schock: Der norwegische Weltmeister Alexander Dale Oen ist offenbar nach einer Herzattacke im Höhentrainingslager in Arizona gestorben. Das gab Verbandspräsident Per Rune Eknes bekannt.

„Wir sind alle unter Schock“, sagte Trainer Peter Lövberg: „Dies ist eine erschütternde Erfahrung für das ganze Team hier.“

Bomb

Bilanz des Kampfmittelräumdienstes vom letzen Jahr

Duisburg. Wenn die Feuerwerker des Kampfmittelbeseitigungsdienstes ihre Arbeit machen, müssen dafür freilich nicht immer Großstädte lahm gelegt und Autobahnen gesperrt werden. So gesehen waren die Entschärfungen der Blindgänger am Duisburger Hauptbahnhof am 18. April und am 21. März und die dafür notwendigen Evakuierungen in der Innenstadt sicher Ausnahmeeinsätze. Eine Seltenheit sind die brenzligen Einsätze in Nordrhein-Westfalen aber nun wirklich nicht: Zwischen Rhein und Weser machten die Experten 2011 insgesamt 862 Bomben unschädlich, im Jahr davor waren es 695.
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© Stephan Eickershoff/WAZFotoPool
In Nordrhein-Westfalen machten die Experten 2011 insgesamt 862 Bomben unschädlich. Das Archivbild zeigt die Zehn-Zentner-Bombe, die Truppführer Peter Giesecke (rechts) vom Kampfmittelbeseitigungsdienst aus Düsseldorf am 18. April am Duisburger Hauptbahnhof entschärfte.
Diese Bilanz, „eine Serie spektakulärer Bombenfunde“ in der zweiten März-Hälfte und die weitreichenden Sperrungen in der Folge nahm nun NRW-Innenminister Ralf Jäger zum Anlass, die „wichtige Daueraufgabe Kampfmittelbeseitigung“ hervorzuheben. Sein Düsseldorfer Ministerium lieferte einige Statistiken mit: 247 der im Vorjahr in Nordrhein-Westfalen entschärften 862 Bomben hatten ein Gewicht von mehr als 50 Kilogramm (2011: 230). Zum Vergleich: Die bislang 2012 in Duisburg entschärften drei Blindgänger waren Fünf- beziehungsweise Zehn-Zentner-Fliegerbomben. Insgesamt räumte der Dienst 12.208 Kampfmittel (9159), darunter 9470 Granaten und Handgranaten (6199), 26 Minen (67) und 1750 andere Sprengmittel (2198). Im Vergleich zum Vorjahr ist die Menge an Sprengstoff demnach mit 33 Tonnen nur leicht gestiegen (2010: 31,8 Tonnen).

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Verseuchung der Umwelt: Die verlassenen Erdölbrunnen in Peru

In Peru gefährden tau­sende nicht mehr genutzte Erd­öl­brunnen Mensch und Natur. Über 200 davon werden sogar als ernste Bedro­hung ein­ge­stuft. Trotz eines 2007 in Kraft getre­tenen Gesetzes hat die Regie­rung noch keine Liste aller Brunnen erstellt, um deren sys­te­ma­ti­sche Säu­be­rung und Ver­sie­ge­lung in die Wege zu leiten.

2009 hatte die für den Energie - und Berg­bau­sektor zustän­dige Kon­troll­be­hörde OSI­NERGMIN 1.821 ver­las­sene Brunnen ent­deckt, die nicht ord­nungs­gemäß gerei­nigt und ver­sie­gelt worden sind. 2010 konnte sie wei­tere 2.803 aus­findig machen.

Die meisten Brunnen befinden sich in der Region Piura im äußersten Nord­westen des Landes und in der nörd­li­chen Ama­zo­nas­re­gion Loreto, wo im Zeit­raum 1863 bis 1993 Öl und Gas geför­dert wurden. Damals waren die Kon­zes­si­ons­in­haber nicht zu einem sach­ge­rechten und ökolo­gisch nach­hal­tigen Umgang mit den nicht mehr genutzten Ölbrunnen verpflichtet.

Nach Angaben des OSINERGMIN-​Mitarbeiters Jorge Villar gehen von 269 Brunnen erheb­liche Gefahren aus, die sobald wie mög­lich besei­tigt werden sollten. Die meisten befinden sich in der Nähe der perua­ni­schen Nord­küste, und etwa 50, die bisher noch nicht in Augen­schein genommen wurden, im Amazons-​Regenwald.

Cult

Erneute Koranverbrennung von umstrittenen Pastor

Der umstrittene amerikanische Pastor Terry Jones verbrennt erneut Ausgaben des Koran. Das Pentagon ist in Sorge vor erneuten Protesten in Afghanistan.
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Bewusster Provokateur oder einfach nur ein Idiot?
US-Pastor Terry Jones hat erneut mehrere Ausgaben des Koran sowie ein Bild des Propheten Mohammed verbrannt.

Umstrittener US-Pastor verbrennt erneut Ausgaben des Koran

Wie die Zeitung The Gainesville Sun am Sonntag berichtete, wollte er mit der Aktion in Gainesville im US-Bundesstaat Florida gegen die Inhaftierung des evangelischen Pastors Jussef Nadarchani im Iran protestieren. Nadarchani droht die Todesstrafe, weil er als Muslim zum Christenum konvertiert war.

Network

Big Brother Google sammelte W-Lan Daten mit Absicht

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Ein Kamera-Auto ist im Juni 2011 in Washington, D.C., für Google Street View unterwegs. Dass für den Online-Dienst in den Vorjahren auch Wlan-Daten mitgeschnitten wurden, soll auf die Aktivitäten eines einzelnen Mitarbeiter zurückgehen.
Als die Autos von Google Street View zwischen 2008 und 2010 durch die Straßen fuhren, machten sie nicht nur Fotos. Sie zeichneten auch auf, was Internetnutzer in diesem Moment im Netz taten. Bislang stellte der Konzern dies als Panne dar. Jetzt geht aus US-Ermittlungen erstmals hervor, dass ein Mitarbeiter die Software mit Absicht so programmiert haben soll.

Die Untersuchung der amerikanischen Telekom-Behörde FCC zu den Wlan-Mitschnitten durch Googles Street-View-Autos wirft neue Fragen auf. Demnach wurde die Software dafür bewusst von einem einzelnen Google-Mitarbeiter geschrieben. Er habe gedacht, dass mit Hilfe von Informationen wie zum Beispiel Suchanfragen möglicherweise die Internet-Suche verbessert werden könne. Vorgesetzte seien informiert gewesen. Das zeigt eine neue Version des Berichts der Federal Communications Commission (FCC).

Bisher ging man davon aus, dass die Daten durch einen Fehler im Software-Code abgegriffen wurden. Die Kameraautos, die Aufnahmen für den Google-Straßenatlas Street View machten, registrierten auch die Position von Wlan-Stationen, um später den Google-Anwendern eine genauere Ortung zu ermöglichen. Dabei fing die Software allerdings von 2008 bis 2010 auch unverschlüsselte Informationen aus diesen Netzen selbst ab.

MIB

Anschlag auf Christen in Nigeria

Bei einem Anschlag auf eine christliche Versammlung im nordnigerianischen Kano sterben mindestens 15 Menschen, Dutzende werden verletzt. Zu der Tat bekennt sich noch niemand. Der Verdacht fällt auf die radikal-islamische Sekte Boko Haram.
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© AFP
Bei einem Anschlag in der nigerianischen Stadt Kano wurden 15 Menschen verletzt und Dutzende verletzt.
Bei einem Anschlag auf Christen sind in Nigeria Augenzeugen zufolge mindestens 15 Menschen getötet worden. Dutzende weitere Menschen seien verletzt, sagten Augenzeugen und Sicherheitskräfte der Nachrichtenagentur Reuters. Die Attentäter griffen Armeeangaben zufolge am Sonntag mit Waffen und Sprengsätzen eine christliche Versammlung in einem Gebäude der Universität im nordnigerianischen Kano an. Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat. In der Region hat jedoch zuletzt die radikal-islamische Sekte Boko Haram Hunderte Christen getötet. Sie will einen muslimischen Staat errichten.

Blackbox

Mehrere Flugzeugunglücke am Wochenende

Gleich mehrere Flugzeugunglücke kosteten Piloten und Passagiere das Leben. Dramatisch verlief der Fallschirmsprung einer Brandenburgerin. Ihr Schirm öffnete sich nicht.
© DAPD
Bei Abstürzen von Kleinflugzeugen in Deutschland und der Schweiz sind am Wochenende insgesamt sieben Menschen ums Leben gekommen. In Brandenburg stürzte am Sonntag eine Fallschirmspringerin zu Tode.

Bei der Bruchlandung eines Rundflug-Hubschraubers in Wuppertal wurden vier Menschen schwer verletzt. Der Pilot eines Motorseglers erlitt beim Absturz auf einem Flugplatz im hessischen Fulda ebenfalls schwere Verletzungen.

Vor dem Absturz des Kleinflugzeuges in der Schweiz hatten Augenzeugen beobachtet, wie das Flugzeug vom Typ Piper am Samstag zweimal über dem Dorf Tatroz kreiste, bevor es abstürzte. Alle sechs Insassen kamen ums Leben, wie die Nachrichtenagentur sda berichtete.

Attention

B wie Bombe, indisches Schulbuch auf Prüfstand

Die Eltern von Vorschülern in Indien haben sich im Staat Uttar Pradesh bei der Schulbehörde beschwert. Ihren Kinder bringt man die Buchstaben mit seltsamen Beispielen bei.
© Reuters
In Nordindien steht das "B" für "Bombe" und das "Ch" für "Chaku" (Messer).

So zumindest lernen es die Vorschüler im Staat Uttar Pradesh aus ihrem Hindi-Buch. Verärgerte Eltern haben sich über das Buch beschwert, das in mehr als 100 privaten Vorschulen im Unterricht für die Vier- bis Fünfjährigen verwendet wird.

Der Präsident des Elternbeirats der Schule Gurukul, Ram Authar Dixit, erklärte, die nationale Schulbehörde prüfe derzeit, wieso das Buch überhaupt eine Freigabe erhalten habe. Ein Mitarbeiter der Behörde, Javed Alam, machte den Verlag verantwortlich.

War Whore

Polizeibrutalität gegen Protestanten in Malaysia

Kuala Lumpur. Die malaysische Polizei ist am Samstag in der Hauptstadt Kuala Lumpur mit Tränengas und Wasserwerfern gegen Zehntausende Demonstranten vorgegangen. Die Anhänger des oppositionellen Bündnisses »Bersih«, das zu der Kundgebung aufgerufen hatte, forderten freie und faire Wahlen. Malaysische Medien berichteten von mehreren Verhaftungen.

(epd/nd)