Das Kind der Gesellschaft
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Pirates

Betrügerische Pflegedienste

Ambulante Pflegedienste in Berlin sind nach Aussagen des Berliner Staatssekretärs für Soziales an Betrug im großen Stil beteiligt. »Das sind mafiöse Strukturen«, sagte Staatssekretär Michael Büge (CDU) der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Ein Drittel der 560 ambulanten Pflegedienste allein in Berlin würde systematisch betrügen und nicht erbrachte Leistungen abrechnen. In der Summe seien dies 100 Millionen Euro in der Hauptstadt.

Laut Zeitung gebe es Pflegedienste, die verunsicherte Klienten unter Druck setzten und sie zur Bescheinigung der Leistungen nötigten. In anderen Fällen sei der Betrug zwischen Klienten und Pflegedienst abgesprochen - sie führen die Pflegekassen und Sozialamt gemeinsam hinters Licht. Die Strafverfolgung sei schwierig.

dpa

Bomb

Lynchmob will Haus eines Sexualstraftäters stürmen

Husum/Leck. Eine Spontandemonstration von Anwohnern gegen einen verurteilten Sexualstraftäter in ihrer Nachbarschaft ist in Schleswig-Holstein eskalierte. Wie die Polizei mitteilte, hatten sich am Samstag im nordfriesischen Leck bis zu 50 Menschen versammelt, um gegen die Anwesenheit des 18-Jährigen in ihrer Umgebung zu demonstrieren. Später versuchten Teilnehmer, gewaltsam in die Wohnung des jungen Mannes einzudringen. Der junge Mann musste von denBeamten vorübergehend an einen sicheren Ort gebracht. Insgesamt waren 18 Streifenwagen mit mehr als 30 Polizeibeamten an dem Einsatz beteiligt. Gegen die aufgebrachten Demonstranten wurden mehr als 40 Platzverweise erteilt, drei Demonstranten wurden in Gewahrsam genommen.

Der 18-Jährige war wegen sexuellen Missbrauchs einer Minderjährigen im Januar dieses Jahres vom Amtsgericht Niebüll zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Als der junge Mann nach Leck zog, hatten Anwohner Flugblätter verteilt und auch über soziale Netzwerke wie Facebook zu der Demonstration aufgerufen.

Nuke

Radioaktive Verseuchung: Wie sagen wir es unseren Nachfahren?

Atommüll strahlt ewig. Deshalb müssen Forscher Warnschilder ersinnen, die auch in 10 000 Jahren noch unmissverständlich sind. Ein Jahr nach der Katastrophe von Fukushima wird dieses Problem wichtiger denn je.
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Der Anruf kam ohne Ankündigung, wie in einem Thriller: Eine Vertreterin der Regierung meldete sich, man müsse reden. Das war Anfang der Achtzigerjahre, Ronald Reagan hatte gerade die Macht übernommen. Thomas Sebeok, Professor für Semiotik an der Universität von Indiana, in Fachkreisen berühmt für seine Forschung über Symbole und Zeichen, fragte sich, was die Regierung von einem Wissenschaftler wie ihm wollte. Die Frau am anderen Ende der Leitung erklärte, es gehe um Abfall. Radioaktiven Abfall. Sebeok erwiderte, davon habe er keine Ahnung. Aber er sei doch Zeichentheoretiker, fragte die Anruferin. Sebeok bejahte. Dann solle er schleunigst bei der Regierung vorsprechen. Man wolle von ihm wissen, wie man vor Atommüll warnt, sodass es auch spätere Generationen noch verstehen - in Hunderten, Tausenden, ja sogar Zehntausenden Jahren.

Heute, ein Jahr nach der Nuklearkatastrophe von Fukushima und Deutschlands Ausstieg aus der Kernenergie, beschäftigt diese Frage wieder die Experten: Wie geht man mit den Hinterlassenschaften der Atomenergie um, deren Halbwertszeiten schon die Dimension der menschlichen Vorstellungskraft sprengen? Dass diese Frage nicht allein technischer, sondern auch philosophischer Natur ist, zeigte der Semiotiker Thomas Sebeok bereits lange vor Fukushima.

Sherlock

Natürliche Todesursache von Andrew Breitbart?

Keinem Menschen bleibt es erspart, zu sterben. Und manche Menschen sterben eben jünger. So wie Andrew Breitbart, ein in Deutschland zwar wenig, in den USA dafür umso bekannterer unabhängiger Journalist - oft auch als Blogger bezeichnet. In der Nacht vom 29. Februar auf den 1. März brach Breitbart plötzlich auf der Straße zusammen. Er starb - eines natürlichen Todes - im Alter von 43 Jahren. Am 9. Februar hatte Andrew in einem Gespräch gegenüber Sinclair-News erklärt: „Wartet ab, bis sie sehen werden, was am 1. März passiert!“

Andrew Breitbart betrieb mehrere Webseiten, u. a. breitbart.com. In einem Nachruf werden seine eigenen Worte, aus seinem Buch Righteous Indignation, zitiert. Worte, die beschreiben, wie er sich selbst sah:
Ich liebe meine Arbeit. Ich liebe es, für das zu kämpfen, woran ich glaube. Es gefällt mir, Spaß an dem zu haben, was ich tue. Ich liebe es, über jene Storys zu berichten, über die der Medienkomplex sich zu berichten weigert. Ich liebe es, zurückzuschlagen. Ich liebe es, Verbündete zu finden und - bekannterweise - freut es mich, mir Feinde zu schaffen!

Bomb

Munitionsdepot explodiert

Ein Feuer in einem Munitionsdepot führt nach Behördenangaben zu mehreren Explosionen in Brazzaville, der Hauptstadt der Republik Kongo. Die Polizei spricht von 150, ander Behörden gehen von bis zu 200 Toten und 1500 Verletzten aus. Mehrere Häuser stürzen ein. Die Detonationen sind bis ins benachbarte Kinshasa zu spüren.
© AP
Von Kinshasa aus ist das Feuer in Brazzaville zu sehen.

Bei einer Serie von Explosionen in einem Waffenlager in der Republik Kongo sind nach Polizeiangaben mindestens 150 Menschen getötet worden, andere Behörden sprechen von rund 200 Opfern. Hunderte weitere Menschen seien bei den Detonationen auf einem Militärstützpunkt in der Hauptstadt Brazzaville verletzt worden, sagte ein Mitarbeiter des Präsidialamts unter Berufung auf Krankenhausangaben. Ein europäischer Diplomat spricht von rund 1500 Verletzten. Weitere Menschen seien in ihren Häusern eingeschlossen worden.

Weitere Opfer, darunter viele Männer in Militäruniform, erhielten erste Hilfe auf der Straße. Durch die Detonationen wurden mehrere Häuser zerstört, berichteten Augenzeugen. Bei anderen Gebäuden waren die Fenster zersprungen oder die Dächer eingestürzt.

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© AP
Rauchsäulen steigen auf.
Ein Diplomat in Brazzaville sagte, die Detonationen hätten sich in einem Munitionsdepot im östlichen Stadtteil Mpila ereignet. Nach Angaben aus Armeekreisen wurden die Explosionen durch ein Feuer im Munitionslager der Kaserne ausgelöst. Verteidigungsminister Charles Zacharie Bowao trat Spekulationen entgegen, Ursache der Detonation sei ein Putschversuch oder eine Meuterei.

War Whore

Kriegshetze: Bewaffnet die syrische Opposition!

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© GIANLUIGI GUERCIA/AFP/Getty Images
Ein Kämpfer der Freien Syrischen Armee (FSA) in der Nähe von Homs
Damals Srebrenica, heute Homs. Die Welt darf nicht mehr zuschauen, wie ein Volk massakriert wird.

Tag für Tag betrachten wir nun die Bilder von der Belagerung und Bombardierung der Stadt Homs durch die Armee und die Sicherheitskräfte des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad. Sie rufen bei denjenigen besonders lebhafte Erinnerungen hervor, die diese Kriege im ehemaligen Jugoslawien miterlebt haben. Gerade Bosniern ist das grauenvolle Gemetzel des modernen Belagerungskrieges nur allzu gut vertraut. Die gnadenlosen Angriffe auf das syrische Volk können nicht länger hingenommen werden.

Wie schon im Fall von Bosnien und Herzegowina vor zwei Jahrzehnten bestand auch in Syrien angesichts der anschwellenden Katastrophe einer der ersten Schritte der Europäischen Union darin, dass sie ein Waffenembargo verhängte. Aber die Vorstellung, dass umso weniger Tote zu beklagen sein werden, je weniger Waffen sich im Umlauf befinden, hat bereits die bosnische Erfahrung widerlegt. Sogar Douglas Hurd, damals britischer Außenminister und wichtigster Befürworter des Waffenembargos der Vereinten Nationen, hat sich über seine Bemühungen, auf dem Schlachtfeld Chancengleichheit herzustellen, nachträglich mit Reue geäußert. Aufseiten der Jugoslawischen Volksarmee und ihrem bosnisch-serbischen Arm herrschte für den Einsatz gegen ihren de facto unbewaffneten Gegner, die Armee der Republik Bosnien und Herzegowina, niemals ein Mangel. Auch ohne die Unterstützung, die Baschar al-Assad aus Russland und dem Iran erhält, würde er heute in Syrien ein faktisches Monopol auf todbringende Waffen besitzen - nicht anders als seinerzeit der mit seinem Vater Hafis al-Assad verbündete Slobodan Milošević.

Kommentar: Der Vergleich zwischen Bosnien und Syrien scheint sehr weit hergeholt. Eine Aufforderung zur westlichen Beteiligung ebenso, wenn in Betracht gezogen wird, was zum Beispiel in Libyen geschehen ist.

ARD nutzt verfälschtes Video über Syrien
Geheimdienste, Operationen und die Destabilisierung Syriens


Ambulance

Viele Tote nach Frontalkollision zweier Züge in Polen

© Reuters
In Schlesien sind zwei Züge auf der Strecke von Warschau nach Krakau frontal zusammengestoßen. 15 Menschen starben, einige sind noch immer in den Zügen eingeklemmt. Überlebende berichten von furchtbaren Szenen nach dem Aufprall.

Beim Frontalzusammenstoß zweier Züge im Süden Polens im Ort Szczekociny sind am Samstagabend 15 Menschen getötet worden. Nach Angaben der Rettungskräfte wurden bei der Kollision gegen 21 Uhr rund 60 Menschen verletzt, die Hälfte davon schwer. Unter den Verletzten waren auch mehrere ukrainische Reisende. An Bord befanden sich auch französische und spanische Passagiere. Sie wurden nicht verletzt.

Der Bahn zufolge war der eine Zug mit vier Wagen auf der Strecke von Warschau nach Krakau unterwegs, während der andere mit sechs Waggons in der entgegengesetzten Richtung von Przemysl nach Warschau fuhr. Aus noch ungeklärten Gründen waren sie auf demselben Gleis unterwegs. Die Behörden leiteten ein Ermittlungsverfahren ein, um die genauen Umstände und Ursachen des Unglücks zu klären. Szczekociny liegt rund 80 Kilometer nördlich von Krakau im Bezirk Schlesien.

Heart - Black

Der Arzt und die verstrahlten Kinder von Basra

Der Film begleitet den deutschen Tropenarzt und Epidemiologe Dr. Siegwart-Horst Günther und seine amerikanischen Kollegen bei ihren Untersuchungen im Kosovo, in Bosnien und im Irak. Überall dort hatten amerikanische Truppen die gefährliche Uran-Munition eingesetzt. Der Film zeigt bislang wenig bekannte Langzeitfolgen unter denen besonders die Kinder in den Kriegsgebieten zu leiden haben. Nach Ende des jüngsten Irak-Krieges entdeckten die Experten in der Umgebung von Basra kontaminierte Kriegsschauplätze, deren radioaktive Verseuchung die natürliche Erdstrahlung um das 20.000-fache übertrifft.


Nuke

Uran-Munition im Krieg ist ein Verbrechen an der Menschheit!

© unbekannt
In diesen Tagen feierte Dr. Siegwart-Horst Günther seinen 87. Geburtstag. Ein Name und ein Tag, mit dem man vielleicht im ersten Moment nichts Besonderes verbindet. Doch Dr. Günther hat bleibende Verdienste im Wirken für die Friedensbewegung und gegen die imperialistischen Kriege der letzten fast 25 Jahre errungen, weil er den Einsatz von Uran-Munition in den Kriegen der USA gegen den Irak und gegen Serbien aufdeckte. In einem rückblickenden Interview mit Brigitte Queck (Erstveröffentlichung auf TELAXCALA), werden einige Facetten seines mit erheblichen Gefährdungen und Bedrohungen verbundenen Einsatzes lebendig.

Herr Professor, man nennt Sie weltweit den Entdecker des Golfkriegssyndroms, sprich denjenigen, der den Einsatz von Depleted Uranium-Waffen im Krieg der USA und Großbritanniens gegen den Irak nachgewiesen hat. Wie kam es dazu?

1990 erhielt ich eine Berufung als Professor an der Universität in Bagdad zu arbeiten. Es war die Zeit des Wirtschaftsembargos gegen den Irak. Über Weihnachten war ich zu Hause. Kurz danach wurde Irak von den USA und Großbritannien bombardiert. Nach dem 2. Golfkrieg bin ich in den Irak zurückgekehrt.

Ambulance

Norovirus legt halbes Krankenhaus lahm

Im Krankenhaus Maria-Hilf in Bergheim ist das Norovirus ausgebrochen. Auch 44 Mitarbeiter sind erkrankt. Patienten können daher nicht mehr aufgenommen werden. Nun weichen viele auf die Hospitale in Frechen, Bedburg und Erftstadt aus.
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RHEIN-ERFT-KREIS - „Isolierstation“ - ein großes Schild an der Glastür zur Station 4C warnt die Besucher vor dem Betreten. Das Norovirus hat das Maria-Hilf-Krankenhaus zum Teil lahmgelegt. Weil 44 Mitarbeiter an der schweren Durchfallerkrankung und auch an grippalen Infekten leiden, hat das Bergheimer Krankenhaus seit der Nacht zu Mittwoch in einigen Abteilungen die Patientenaufnahme gestoppt. Kranke und Verletzte werden von den Rettungswagen der Kreisleitstelle in die umliegenden Krankenhäuser in Bedburg, Frechen und Erftstadt gebracht.
Und da auch viele Patienten an Durchfall erkrankt sind, hat das Maria-Hilf-Krankenhaus in der Inneren Abteilungeine Infektionsstation eingerichtet. „Wir haben 15 Patienten mit Durchfall, bei elf ist das Norovirus nachgewiesen“, sagt der Ärztliche Direktor, Dr. Tomas Zvolsky. Auf der Station 4C gelten strengere Hygienestandards, und die Besucherströme sind reduziert. „Die Zimmer dürfen nur nach Rücksprache mit dem Pflegepersonal betreten werden.“