Die Wissenschaft des Geistes
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Snakes in Suits

Psychopathie im Alltag: Chefs zwischen Genie und Wahnsinn

Sie gelten als charismatisch und wortgewandt, aber auch als impulsiv und unberechenbar: Menschen mit psychopathischen Zügen. Jede zehnte Führungskraft zählt zu ihnen, sagen Experten. Für die Mitarbeiter ist die Zusammenarbeit oft schwierig. Wie mit ihnen zurechtkommen?

Gewissenlos, aber wortgewandt jubelt er ahnungsloslosen Käufern Schrottpapiere unter: Leonardo DiCaprio begeistert im Kino als Jordan Belfort die Zuschauer. Die Hauptfigur in Martin Scorseses Film "The Wolf of Wall Street" ist vor allem an Macht und Geld interessiert. Auf den ersten Blick mag es nur ein Film sein. Viele Eigenarten der Filmfigur decken sich mit den Charakterzügen von psychopathischen Menschen: impulsiv, skrupellos, aber auch charmant und eloquent. Eigenschaften, auf die man auch im realen Leben treffen kann. Häufig in der Chefetage, sagen Experten.
TV

Psychologie mit Hollywood

Filme über romantische Beziehungen anzugucken und dann darüber mit dem Partner zu diskutieren, senkt genauso effektiv die Scheidungsrate wie teure Beziehungstherapie-Workshops, so das Ergebnis einer neuen Studie.

Psychologie-Professor Ronald Rogge von der University of Rochester beobachtete für die Untersuchung drei Jahre lang 174 verlobte oder frisch verheiratete Paare. Am Ende gab es jeweils nur elf Prozent Scheidungen bei denen, die entweder bei Therapie-Workshops waren oder Filme diskutierten.
Book 2

Studie: Bonusprogramme verändern Kaufverhalten

Einer aktuellen repräsentativen Umfrage zufolge ändern Konsumenten willentlich und wissentlich ihr Kaufverhalten, um an Bonusprogrammen teilzunehmen. Der Trend geht bei Bonusprogrammen immer stärker zur Nutzung auf dem Smartphone.

Das Marktforschungsinstitut Dr. Grieger & Cie. hat im Rahmen einer repräsentativen Umfrage 2.035 Verbraucher zu Bonus- und Vorteilsprogrammen befragt. Dabei wurden 45 Programme hinsichtlich Erfolgsfaktoren, Bekanntheit, Nutzung und Teilnehmererfahrungen untersucht.
Display

Brutale Videospiele schmälern Selbstkontrolle

Gewalt-Videospiele führen bei Jugendlichen nicht nur zu einem höheren Konsum von Schokolade, sondern auch zur größeren Bereitschaft für kleinene Betrügereien wie das Stehlen von Gewinnlosen. Dies geht aus einer Studie der Ohio State University hervor. Dafür wurden 172 italienische Teenager im Alter von 13 bis 19 Jahren untersucht. Laut Co-Autor Brad Bushman, Professor für Kommunikationswissenschaft und Psychologie, setzen aggressive Games die Selbstbeherrschung der jungen Spieler herab.
Blackbox

Parapsychologische Phänomene: Dinge, die man sich nicht erklären kann

Walter von Locadou
© unbekannt
Walter von Locadou
Spuk, Gespenster, Geistererscheinungen: Walter von Locadou kennt sich aus mit dem vermeintlich Übersinnlichen. Der promovierte Physiker und Psychologe untersucht die wissenschaftlichen Hintergründe parapsychologischer Phänomene. Bei einem Vortrag im Matthias-Grünewald-Gymnasium gab er einen Einblick in seine Forschungen. In der Veranstaltungsreihe „Forum MGG“ hinterfragte und erklärte er scheinbar Unerklärliches.

Walter von Locadou leitet seit 1989 die Parapsychologische Beratungsstelle in Freiburg. Deren Aufgabe ist es, Menschen zu helfen, die durch ungewöhnliche Erfahrungen oder den Umgang mit Psychotechniken, okkulten Glaubenssystemen oder Psychogruppen Probleme bekommen haben. Die vom Land Baden-Württemberg finanziell unterstützte Beratungsstelle versteht sich nach von Locadous Angaben als „Dienstleistungszentrum“. Verunsicherte Menschen sollen in die Lage versetzt werden, ihre Probleme selbst zu lösen. Hierzu gehört auch die gezielte psychotherapeutische Beratung von „Aussteigern“ aus sogenannten Psychosekten. Rund 5000 Anfragen erreichen die Beratungsstelle im Jahr. Menschen erkundigen sich nach Hellsehern, schildern Wahrträume oder erzählen von Erscheinungen und Mitteilungen Verstorbener. Viele Phänomene lassen sich, so von Locadou, recht schnell konventionell erklären. Wie jene Stimmen aus dem Teekessel. In der Nähe war ein starker Radiosender, der den Teekessel zum Schwingen brachte.
Question

Online-Exorzist treibt den Teufel via Skype aus

In 30 Jahren hat Bob Larson angeblich 20'000 Leute von bösen Dämonen befreit - und er geht mit der Zeit: Neuerdings bietet er seine Dienste auch im Internet an.

Die Exorzisten rüsten technologisch auf - und verdienen gut damit: 295 Dollar kostet der Online-Service von Bob Larson, den Scott Bixby, Redaktor bei der US-Website The Daily Beast, im Selbstversuch in Anspruch genommen hat. Dafür erhielt er eine volle Stunde, in der Larson mit silbernem Kreuz und Bibel versuchte, Bixbys Dämonen zu vertreiben - erfolglos, allerdings. «Ihr Glaube ist nicht dort, wo er sein sollte», war das Fazit des Priesters.

People

Reinkarnationsforscher Dieter Hassler über Spontanerinnerungen kleiner Kinder an ihr ‚früheres Leben’

Der Publizist und Reinkarnationsforscher Dieter Hassler im Gespräch mit Michael Friedrich Vogt über Erinnerungen von Kindern an ihr ‚früheres Leben’.
© Himalayan Academy Publications, Kapaa, Kauai, Hawaii. Licensed for Wikipedia
Reinkarnation
Die Reinkarnationsforschung definiert die Wiedergeburt in einer Minimalversion: Ein Teil des Menschen (Seele) überlebt den Tod und wird nach Tagen oder Jahrzehnten in einem neuen Körper wiedergeboren. Dabei bleibt die Individualität der früheren Person zum Teil erhalten.


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Info

Richtig Handeln: Täglich 2 Stunden über Entscheidungen nachdenken

Phil Rosenzweig
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Phil Rosenzweig
Psychologie-Professor Anders Ericsson unterscheidet zwei Vorgehensweisen: Reflexion und Abwägen sowie schnelles Handeln. Aussuchen kann man sich das nicht.

Was unterscheidet erfolgreiche Menschen - seien es Sportler oder Geschäftsleute - von der Masse? Mit solchen Fragen beschäftigt sich Phil Rosenzweig, Professor für Strategy and International Management an der IMD Business School. Angeborenes Talent lässt Rosenzweig wenig gelten, ihn interessiert, was und wie Menschen lernen.

Stark vereinfacht, lautet seine These: Manchmal ist Handeln besser als Denken, manchmal ist es umgekehrt. Die Kunst besteht darin, den richtigen Zeitpunkt für das Eine und das Andere zu erkennen, und auch das hat eine Systematik. Rosenzweig führt diese Gedanken in dem Papier "Making better decisions over time" aus, das auf einem Portal des Beraters Booz erschienen ist.
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Trügerischer Blick ins Gehirn

© dpa/Frank Rumpenhorst
Wahrheit oder Lüge?
Kann man mittels bildgebender Verfahren feststellen, was Menschen denken?

Schon Friedrich Nietzsche klagte: »Die Menschen lügen unsäglich oft.« Viele tun es um des eigenen Vorteils willen. Manche flunkern aber auch, um andere nicht zu kränken oder zu verletzen. Eine rundum ehrliche Gesellschaft wäre deshalb vermutlich eine Gesellschaft permanenter persönlicher Spannungen. Andererseits genügt ein kurzer Blick in die Geschichte, um zu erkennen, dass ohne Lüge und Täuschung viele kriegerische Konflikte erst gar nicht stattgefunden oder einen anderen als den überlieferten Verlauf genommen hätten.

Kommentar: Lügendetektoren und Magnetresonanz-Methoden werden bei Psychopathen höchstwahrscheinlich keine Lügen anzeigen, da diese in ihren Köpfen "ihre eigene Realität erschaffen" und sie daher nicht zwischen Wirklichkeit und Lüge unterscheiden können. Für Psychopathen sind die größten Verbrechen "ganz normal", daher gibt es auch keine Stressantwort. Daher ist der Einsatz solcher Maschinen ein Nachteil für normale Menschen, die durchaus auf Konflikte zwischen Realität und Illusion ansprechen.

Snakes in Suits

Kognitive Dissonanz: Viele Chefs zeigen keinen Respekt vor ihren Mitarbeitern

Arbeitswelt
© AltoPress / Maxppp
Der Chef hat manchmal einen Blick für seine Mitarbeiter
Das Klima in deutschen Unternehmen ist vielerorts schlecht. Nur 15 Prozent der Mitarbeiter gaben bei einer Umfrage an, dass sie in ihrem Job zufrieden sind. Die Ursache dafür ist oft mangelnder Respekt voreinander.

„Eigentlich läuft alles gut. Wenn da nicht die zwischenmenschlichen Herausforderungen wären“, seufzen Führungskräfte beim Mittelständler wie beim DAX-Konzern. Und da ist eine Menge dran. Das zeigt der tagtägliche Flurfunk in den Unternehmen. Oder Untersuchungen wie aus dem Hause Gallup: demnach sind nur rund 15 Prozent der Mitarbeiter emotional wirklich zufrieden mit ihrem Job. Grund für die Unzufriedenheit des großen Rests: mangelnder Respekt.
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