Die Wissenschaft des Geistes
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Studie belegt: Wachkomapatienten erkennen Freunde und Angehörige

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© NHS.uk
Wachkomapatienten sind wach, atmen selbstständig, schlafen ein und wachen auf - aber sie reagieren offenbar in keinster Weise auf ihr Umfeld und zeigen keine Anzeichen für ein waches Bewusstsein. Ohne die Möglichkeit der Kommunikation stellt sich besonders für Freunde und Angehörige immer wieder die Frage, ob die Patienten überhaupt ihre Anwesenheit wahrnehmen. Mit Hilfe funktioneller Magnetresonanztomographie (fMRT) sind israelische Wissenschaftler dieser Frage nun auf den Grund gegangen und können zeigen, dass die Patienten angesichts von Fotos ihrer Lieben tatsächlich emotionale Hirnaktivität aufweisen, die jener gesunder Personen gleicht.

Tel Aviv (Israel) - Wie die Forscher um Dr. Haggai Sharon und Dr. Yotam Pasternak von der Tel Aviv University und vom Tel Aviv Sourasky Medical Center aktuell im Fachjournal PLoS One (DOI: 10.1371/journal.pone.0074711) berichten, zeigen die fMRT-Scans von Wachkomapatienten im Angesicht von Fotos ihrer Freunde und Angehörigen, emotionale Reaktionen ganz so, als würden sie diese erkennen.

"Wir können zeigen, dass Wachkomapatienten auf unterschiedliche Art und Weise auf unterschiedliche Stimuli in ihrer Umgebung und abhängig von deren emotionalem Wert reagieren", so Sharon.
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Schnellerer Wissenserwerb: Lern-Geschwindigkeit lässt sich trainieren

Mäuse-Studien am IMP in Wien liefern Erklärung für unterschiedlich schnelles Lernen von Individuen

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© Nicolle Rager Fuller, National Science Foundation
Wien - Manche Individuen lernen schneller, andere langsamer. Aktuelle Untersuchungen lieferten Hinweise, woran das liegen könnte: Wissenschafter rund um Simon Rumpel am Wiener Institut für Molekulare Pathologie (IMP) in Wien stellten bei Mäusen fest, dass Lernprozesse mit den Verbindungsstellen im Gehirn in Zusammenhang stehen. Die gute Nachricht: Langsamlerner können ihre Fähigkeiten durch Training steigern.

Zusammen mit Post-Doc Brice Bathellier wurde bei der Studie das Lernverhalten von Mäusen untersucht und theoretische Modelle entwickelt, um die Unterschiede im Lernen zwischen individuellen Mäusen besser zu verstehen. Die beiden Wissenschafter wollten einen Konnex zwischen den im Verhalten der Mäuse nachweisbaren Lernprozessen und strukturellen Änderungen im Gehirn untersuchen. Die Ergebnisse einer aktuellen Studie sind jetzt in PNAS erschienen.
Syringe

Fernsehschauer auf Entzug reagieren ähnlich wie Heroinsüchtige

Macht der Konsum von TV-Serien süchtig? Psychologen wollen im Auftrag des US-Senders Fox herausgefunden haben, dass Fernsehzuschauer auf Entzug ähnlich reagieren wie Heroinsüchtige. Andere Forscher halten den Vergleich für weit überzogen.

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© FOX/ Sebastian Berger
Sebastian Berger
Book 2

Studie: Erinnerungsfotos können das Vergessen befördern

Wer fotografiert schaut oft weniger genau hin.

Erinnerungsfotos können laut einer Studie das Vergessen befördern. Wer etwa im Museum Objekte fotografiert, um sich besser zu erinnern, erreiche oft genau das Gegenteil, hieß es in einer Studie, die am Dienstag in der Zeitschrift Pyschological Science veröffentlicht wurde. "Die Leute zücken so schnell ihren Fotoapparat, fast ohne daran zu denken", erklärte die Autorin Linda Henkel von der Fairfield University. Dabei entgehe ihnen, was gerade vor ihnen geschieht".
Blackbox

Wahrsager liegen auch 2013 daneben

pendel tarot
© picture alliance / dpa
Pendel und Tarotkarten gehören für viele Auguren zur Grundausstattung - oft würde jedoch auch eine Münze reichen
Oft angekündigt, nie passiert: Ereignisse wie der Weltuntergang werden jedes Jahr aufs Neue von einer Schar von Wahrsagern prognostiziert. Eine Gruppe von Wissenschaftlern will dem Treiben nicht tatenlos zusehen und entlarvt die Ankündigungen als Schwindel - zumindest meistens.
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Ein Psychopath liebt sein Kind nicht mehr als sein Auto

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© dpa/reuters
Marc Dutroux (l.) und der "Maskenmann" sind verurteilte Straftäter mit psychopathischen Persönlichkeitszügen
Was ist ein Psychopath? Warum begehen manche von ihnen grausame Verbrechen? Warum ermorden sie Kinder, vergewaltigen Frauen, prügeln Zufallsopfer zu Tode? Werden Sie böse und gewissenlos geboren oder entscheiden Sie sich, böse zu sein? t-online.de hat mit der Kriminalpsychologin und Beststeller-Autorin Lydia Benecke über Psychopathen und ihre Persönlichkeitsmerkmale gesprochen. Wir alle, sagt sie, bewegen uns "auf dünnem Eis".

Frage: Mirkos Mörder Olaf H., der „Maskenmann“, Marc Dutroux oder Josef Fritzl - sie alle sind Psychopathen, verurteilt für Mord und Vergewaltigung. Wie können solche Menschen jahrelang unbemerkt in unserer Gesellschaft leben?

Lydia Benecke: Psychopathen haben ein stark vermindertes Gefühlsleben, dennoch können sie häufig ein nach Außen völlig normales Leben führen. Sie sind nicht nur Monster. Es ist gruselig, aber Psychopathen haben völlig normale und nette Persönlichkeitsanteile, die neben den bösen stehen.

Kommentar:

Politische Ponerologie
© Sott.net
Politische Ponerologie
Um zu erfahren, welche makrosozialen Phänomene die Psychopathie in der Politik hervorruft, empfehlen wir unseren Lesen die Studie des Buches Politische Ponerologie des Psychologen Dr. Andrzej Lobazewski. Ein Thema, das uns alle auf Innigste betrifft.

Linksammlung zum Thema:

Der Psychopath - Teil 1: Die Maske der Vernunft
Der Psychopath - Teil 2: Psychopathen in der New Age Bewegung
Der Psychopath - Teil 3: Was ist ein Psychopath?
Der Psychopath - Teil 4: Wie Psychopathen die Welt sehen
Der Psychopath - Teil 5: Psychopathen und Beziehungen
Der Psychopath - Teil 6: Wie man mit Psychopathen umgeht
Der Psychopath - Teil 7: Symptome/Checklisten für Psychopathie
Der Trick Des Psychopathen: Uns glauben machen, dass Böses von anderswo kommt

Info

Wiederholung neuronaler Muster fördert Festigung von Erinnerungen

Phänomen erstmals für den Menschen belegt

Befindet sich das menschliche Gehirn im Ruhezustand, können neuronale Erregungsmuster, die mit bestimmten Gedächtnisinhalten in Zusammenhang stehen, spontan wiederkehren. Diese Wiederholungen tragen dazu bei, dass sich Erinnerungen verfestigen und dauerhaft abgespeichert werden, wie nun Wissenschafter des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) und der Universität Bonn berichten.
Synapsen, Gehirn, Nervenzellen
© NIMS
Die gängige Theorie der Gedächtnisbildung geht davon aus, dass Erinnerungen schrittweise abgespeichert werden: Zunächst legt das Gehirn neue Informationen nur vorübergehend an. Damit diese langfristig erhalten bleiben, ist ein weiterer Prozess erforderlich. "Wir sprechen von Konsolidierung", erläutert Nikolai Axmacher von der Universität Bonn. "Wir wissen nicht genau, wie dieser Vorgang abläuft. Untersuchungen legen jedoch nahe, dass dafür eine sogenannte Reaktivierung von Bedeutung ist. Dabei wiederholen sich im Gehirn Aktivitätsmuster, die mit einer bestimmten Erinnerung zusammenhängen. Das ist im Grundsatz ein vertrautes Konzept. Es ist eine Tatsache, dass Dinge, die aktiv eingeübt werden, sich besser einprägen und länger im Gedächtnis bleiben. Wir gehen allerdings davon aus, dass eine Reaktivierung von Gedächtnisinhalten auch spontan geschehen kann. Also ohne, dass es einen äußeren Anlass dafür gibt."
Sherlock

Psychologen der Universität Bonn suchen Probanden für Studie zu übersinnlichen Erfahrungen

Wer hat Erfahrungen mit Geistern gemacht? Wer glaubt an Gedankenübertragung? Haben Sie Kontakt zum Jenseits? Wissenschaftler des Instituts für Psychologie der Universität Bonn führen eine Studie durch, die die Denkprozesse von Menschen mit übersinnlichen Erfahrungen untersucht. Hierfür suchen die Wissenschaftler Probanden mit außersinnlichen Wahrnehmungen. Für die Kontrollgruppe sind Personen gefragt, die solche Erfahrungen nicht gemacht haben.
optische Täuschung, Doppelbild
© grewi.de
Bonn (Deutschland) - Telepathie, Hellsehen und das Voraussehen von zukünftigen Ereignissen zählen zu sogenannten außersinnlichen Wahrnehmungen. Unter diesem Sammelbegriff werden Erfahrungen zusammengefasst, die wissenschaftlich nur schwer erklärbar sind. "Wir möchten untersuchen, wie sich die logischen Denkprozesse von Menschen mit außersinnlichen Wahrnehmungen von einer Kontrollgruppe unterscheiden, die diese Erfahrungen nicht gemacht hat", erläutert Prof. Dr. Ulrich Ettinger von der Abteilung Allgemeine Psychologie I des Instituts für Psychologie der Universität Bonn.
Apple Red

"Psychopathen-Experte" Kevin Dutton - Selber Psychopath oder nützlicher Idiot?

kevin dutton
Kevin Dutton ist ein Mainstream-"Psychopathen-Experte" und forscht an der Universität Oxford. Und was das Thema Psychopathie in Deutschland betrifft, ist er ein sehr gut gelesener "Rockstar", bis hin zu vorderen Plätzen bei einer Bestsellerliste und die Buchrezensionen sind überwältigend. Doch was denkt dieser "Experte" über Psychopathen? Das soll in diesem Artikel beantwortet werden.

Bestseller, Professor und super Rezensionen. Das sind doch die besten Voraussetzungen, dass man Kevin Dutton glauben kann, richtig? Eher das Gegenteil trifft zu, denn der Autor verursacht mit seinen Werken mehr Schadenskontrolle über die wahre Natur der Psychopathie.

Vor zwei Jahren veröffentlichte er sein erstes Buch Gehirnflüsterer, ein Jahr später Psychopathen - was man von Heiligen, Anwälten und Serienmördern lernen kann und beide Werke stellen Psychopathen in ein positives Licht - und verharmlosen somit das Thema.

Ein Spiegel-Interview dient als Vorlage, um ein paar Gedanken des Autors aufzugreifen.
KarriereSPIEGEL: Was zeichnet Psychopathen aus?

Dutton:
Sie sind selbstsicher, schieben nichts auf, fokussieren sich aufs Positive, nehmen Dinge nicht persönlich und machen sich keine Vorwürfe, wenn etwas nicht geklappt hat. Sie bleiben cool, wenn sie unter Druck stehen. Sie sind furchtlos, charmant und gewissenlos. Es gibt Situationen im Leben, wo das eine oder andere Merkmal durchaus nützlich sein kann.
Diese Beschreibung von psychopathischen Merkmalen ist sehr selektiv und lässt den Kontext und die Auswirkung psychopathischen Verhaltens völlig unerwähnt, und ist zudem Teil der Maskerade von psychopathischem Verhalten. Unsicherheiten, negative Emotionen, Dinge persönlich zu nehmen, Selbstvorwürfe, Stressreaktionen, Furcht, etc., sind normale menschliche Erfahrungen, die dazu genutzt werden können, innerlich zu wachsen und sich weiter zu entwickeln. Das offensichtliche Fehlen dieser menschlichen "Schwächen" ist ein Teil der Ursache und Wirkung, die psychopathisches Verhalten auf uns haben. Wer wünscht sich nicht des Öfteren unbeeinflusst zu sein von Unsicherheiten, Selbstzweifeln und diversen neurotischen Reaktionen, bei denen wir uns oft selbst im Weg stehen? So können bei fehlendem Wissen über Psychopathie Merkmale wie die oben beschriebenen leicht dazu führen - oder von Autoren durch Artikel wie diese dazu genutzt werden -, einzelne psychopathische Verhaltensweisen als positiv anzusehen und dabei zu vergessen wie gefährlich und destruktiv Psychopathie sich auf unser individuelles sowie auch kollektives Leben auswirkt.
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Vererbte Emotionen? Nachkommen zeigen die Ängste ihrer Väter - ohne diese jemals gesehen zu haben

Eine aktuelle, bislang jedoch noch nicht veröffentlichte Studie belegt, dass Eltern auch die Emotionen aus traumatischen Erlebnissen an ihre Nachkommen vererben können. Die Entdeckung scheint zunächst der traditionellen Vererbungslehre zu widersprechen, nach der eigentlich nur physische Merkmale durch biologische Vererbung von einer Generation an die nächste weitergegeben werden dürften.
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© Monty Pelerin's World
San Diego (USA) - Wie Virginia Hughes in der "Phenomena"-Kolumne auf "nationalgeographic.com" berichtet, wurden die ersten Ergebnisse der Untersuchungen an Mäusen durch Brian Dias vom Ressler Lab auf dem Jahrestreffen der Society for Neuroscience in San Diego vorgestellt.

Während bislang bereits bekannt war, dass Mütter traumatische und posttraumatische Syndrome auf biochemischem Wege, etwa über Stresshormone an Ungeborene und Säuglinge weitergeben können, zeigen Dias' Untersuchungen, dass es alleine die biochemische Verbindung zwischen Mutter und Kind nicht sein kann, durch die Emotionen an die Nachkommen weitergegeben werden.
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