Die Welle 3
Die Wissenschaft des Geistes
Dank dieser Studie kamen die Wissenschaftler zur Schlussfolgerung, dass die kurzzeitige Meditation die Selbstkontrolle, die Stimmung, Reaktionen auf Stress und immune Antwort verbessern sowie einige psychologische Probleme lösen kann.
Diese Studie wurde im Magazin Proceedings von der Nationalen Akademie der Wissenschaften veröffentlicht.

Neuronen im lateralen präfrontalen Teil des Frontallappens spiegeln den Inhalt unseres Bewusstseins wieder. Die rote Linie zeigt einen Reiz, der für eine Minute wahrgenommen wird, während die grüne Linie die neuronale Aktivität zeigt, wenn ein Reiz unterdrückt wird.
Warum nur ein gewisser Teil der vorhandenen sensorischen Information unser Bewusstsein erreicht, ist eine der wichtigsten Fragen der heutigen Neurobiologie. Frühere Experimente am Gehirn von Primaten zeigten, dass die Neuronen in der primären und sekundären Sehrinde („visueller Cortex“) nicht die tatsächliche Wahrnehmung wiederspiegeln. Im Schläfenlappen dagegen ist dies der Fall. Diese Forschungen beweisen, dass nicht alle Gehirnregionen eine Rolle bei der bewussten visuellen Wahrnehmung spielen. Fraglich ist jedoch, ob lediglich die Neuronen im Schläfenlappen beteiligt sind, oder, ob noch andere Regionen eine Rolle spielen.
Wer schon tagelang an einem Problem grübelt, sollte sich besser ablenken: Nicht durch angestrengtes Nachdenken, sondern durch Zerstreuung werden Kreativität und Aha-Erlebnisse möglich. Das berichten Forscher der University of California in Santa Barbara in der Zeitschrift Psychological Science. Vermeintlich zeitverschwendende Ablenkung soll kreatives Denken ähnlich gut fördern wie der REM-Schlaf - und nicht zuletzt Geistesgrößen wie Archimedes, Newton oder Einstein zu ihren bahnbrechenden Erkenntnissen und "Heureka"-Ausrufen verholfen haben.
Verwendung eines Zahnstochers
Getestet wurden 145 Studenten, denen die Forscher Wörter von Alltagsgegenständen - Zahnstocher, Kleiderbügel oder Ziegelstein etwa - vorlegten. Ihre Aufgabe lautete, in zwei Minuten möglichst viele unübliche Verwendungsformen dafür zu notieren. Dann gab es für manche Studenten zwölf Minuten Pause, anderen stellte man eine die volle Aufmerksamkeit beanspruchende Aufgabe. Eine weitere Gruppe sah in dieser Zeit Zahlen und sollte bloß beurteilen, ob diese gerade oder ungerade warem. Man weiß, dass diese stark unterfordernde Übung Tagträume auslöst. Die vierte Gruppe machte keine Pause.
Synästheten haben bei einem Sinnesreiz mehrere Wahrnehmungen
Goethe und List wird nachgesagt, Synästheten gewesen zu sein. Die Pianistin Hélène Grimaud gehört ebenfalls zu den Menschen mit dieser speziellen Fähigkeit. Unter Synästhesie versteht man die Kopplung verschiedener Sinneseindrücke, so dass Synästheten in der Lage sind, Töne nicht nur zu hören sondern dabei beispielsweise auch Formen und Farben wahrnehmen. Häufig werden auch Buchstaben oder Zahlen bestimmten Farben zugeordnet. In einigen Fällen tritt Synästhesie auch krankheitsbedingt auf. Dies kann beispielsweise bei Schizophrenie oder Drogenmissbrauch durch Hallozinogene der Fall sein. Synästhesie tritt in der Regel familiär gehäuft auf, so dass selten nur ein Synästhetiker innerhalb einer Verwandtschaft vorkommt.
"Diese Studie bringt jahrzehntelange Überzeugungen ins Wanken. Denn lange Zeit galt, dass der größte Teil des Gehirns vor einer kritischen Phase, die vor dem frühen Erwachsenalter endet, fest verdrahtet ist", erklärt Neurowissenschaftler Marcel Oberlaender, Erstautor des Artikels. "Durch eine Änderung des Wesens der Sinneswahrnehmung konnten wir beweisen, dass das Gehirn selbst noch in fortgeschrittenem Alter neu verdrahtet werden kann. Ein großer Teil der Verbindungen innerhalb des Gehirns kann also verloren gehen, wenn man während des Alterns aufhört zu lernen oder neue Dinge zu erleben."
Die Forscher führten ihre Studie anhand der Untersuchung der Gehirne älterer Ratten durch. Sie konzentrierten sich auf einen als Thalamus bezeichneten Teil des Gehirns, der die von den Sinnesorganen erhaltenen Daten verarbeitet und an die Großhirnrinde weiterleitet. Bislang gingen Wissenschaftler davon aus, dass sich die Verbindungen zwischen dem Thalamus und der Großhirnrinde ab dem frühen Erwachsenenalter nicht mehr ändern, doch bei den untersuchten Nagetieren stellte man das Gegenteil fest.
Nach gängiger Annahme zeigen Menschen und die meisten Tierarten bei Stress eine typische Kampf-oder-Flucht-Reaktion: Sie reagieren dabei aggressiver oder ängstlicher als normal. Frauen allerdings reagieren auf Stress manchmal auch anders: Bei ihnen kann eine belastende Situation beispielsweise Freundschaften und uneigennütziges Verhalten fördern. Das zeigten Studien schon in den 1990er Jahren. Männern hingegen wurde nach wie vor unterstellt, bei Stress aggressiv zu werden.
Die neuen Ergebnisse wiederlegen dies nun. Sie stützen vielmehr die Idee, dass auch Männer in bedrohlichen Situationen eher enger zusammenrücken und sich innerhalb der Gruppe dann verstärkt gegenseitig unterstützen können. "Offenbar zeigen auch Männer soziales Annäherungsverhalten als unmittelbare Konsequenz von Stress", erklärt Erstautorin Bernadette von Dawans von der Universität Freiburg. Der akute psychosoziale Stress habe im Experiment das Vertrauen, die Vertrauenswürdigkeit und die Bereitschaft, mit anderen zu teilen, bei den Männern erhöht.
Menschen mit chronischen Rücken- oder Schulterschmerzen sehen ihre Umwelt mit anderen Augen als Gesunde: Sie beurteilen Bewegungen anderer und auch die Belastungen, die dabei entstehen, anders, wenn es um einen bei ihnen selbst betroffenen Körperteil geht. Das zeigt eine im Fachjournal "Pain" veröffentlichte Studie von Forschern aus Münster und Jena. Demnach wirken sich chronische Schmerzen nicht nur auf die Körper der betroffenen Patienten aus, sie beeinflussen auch Netzwerke im Gehirn, mit denen wir Bewegungen anderer wahrnehmen.
Für ihre Studie zeigten die Wissenschaftler Probanden mit chronischen Schulter- oder Rückenschmerzen Videos von stilisierten Menschen, die verschiedene Bewegungen durchführten.
Die Personen wurden dabei auf eine Reihe von hellen Punkten auf dunklem Grund reduziert, die beispielsweise dem Kopf, den Händen, den Füßen und den Gelenken entsprechen. Diese Lichtpunkt-Figuren bilden die Bewegungen realer Menschen daher auf eine abstrakte Weise ab. Bei diesen Übungen wurde entweder die Schulter- oder Rückenpartie der durch Lichtpunkte dargestellten Figuren durch gehobene Gewichte beansprucht. Aufgabe der Probanden war es zu schätzen, wie schwer die Gewichte waren, die die Figuren gehoben hatten.
Wissenschaftler vertraten lange Zeit die Annahme, dass ein Großteil der Verdrahtung im erwachsenen Gehirn bereits abgeschlossen ist. Eine neue Untersuchung von Forschern des Max-Planck-Instituts in Florida und der Columbia Universität in New York zeigt jetzt, dass Änderungen in der Sinneswahrnehmung zu einer umfassenden Neuverdrahtung des Gehirns führen können - auch noch in einem alternden Organismus. Diese Neuverdrahtung bezieht Fasern mit ein, die die primäre Datenweitergabe an die Großhirnrinde übernehmen, den für die Sinneswahrnehmung, die motorische Steuerung und kognitive Funktionen verantwortlichen Teil des Gehirns. Die Ergebnisse der Studie versprechen neue Ansätze für die Erforschung der Umbildung und Alterung des Gehirns.
"Diese Studie bringt jahrzehntelange Überzeugungen ins Wanken. Denn lange Zeit galt, dass der größte Teil des Gehirns vor einer kritischen Phase, die vor dem frühen Erwachsenalter endet, fest verdrahtet ist", erklärt Neurowissenschaftler Marcel Oberlaender, Erstautor des Artikels. "Durch eine Änderung des Wesens der Sinneswahrnehmung konnten wir beweisen, dass das Gehirn selbst noch in fortgeschrittenem Alter neu verdrahtet werden kann. Ein großer Teil der Verbindungen innerhalb des Gehirns kann also verloren gehen, wenn man während des Alterns aufhört zu lernen oder neue Dinge zu erleben."
Ein Bild, ein Gedanke an das Tier oder nur das Wort „Spinne“ allein reichen schon aus, um manche Menschen in Panik zu versetzen - sie leiden unter Arachnophobie. Doch gegen diese Angststörung gibt es offenbar effektive Hilfe: US-Forscher berichten von einer zweistündigen Konfrontations-Therapie, nach der die Teilnehmer Spinnen anfassen oder sogar auf die Hand nehmen konnten. Das „Verlernen der Angst“ hatte das Angstzentrum im Gehirn umprogrammiert, zeigten anschließende Hirnscans.
Spinnenangst kann eine erhebliche Beeinträchtigung der Lebensqualität bedeuten: Manche Betroffene wagen es nicht, sich in eine Wiese zu setzten oder einen Keller zu betreten, aus Furcht vor den eigentlich harmlosen Krabbeltieren. So erging es auch den 12 Probanden der Studie, berichtet Teamleiterin Katherina Hauner von der Northwestern University in Chicago. Wie sich diese Angst in der Gehirnaktivität widerspiegelt, untersuchten die Forscher vor Beginn der Therapie mittels der sogenannten funktionellen Magnetresonanztomographie (fMRT). Sie erfassten die typischen Nervenreize, wenn die Spinnenphobiker beispielsweise Bilder ihrer „Lieblingstiere“ betrachteten oder sich einem Terrarium mit Taranteln nähern sollten. Dabei zeigte ihr Gehirn starke Aktivität in Regionen, von denen man bereits weiß, dass ihnen eine Funktion im Rahmen von Angstreaktionen spielen, berichten Katherina Hauner und ihre Kollegen.

Rennstrecken, Brems- und Quengelzonen: Wie raffiniert Supermärkte ihre nichts ahnenden Kunden verführen
Rund 70 Prozent aller Kaufentscheidungen fallen nicht beim Schreiben des Einkaufszettels, sondern erst spontan vor dem Regal im Supermarkt. Fehlender Überblick ist ein Grund dafür, warum man optimistisch ohne Einkaufstasche in das Geschäft geht und mit überladenen, neuen Einkaufstüten wieder herauskommt.
"Selbst wenn man mit einem Einkaufszettel losgeht, steht da nie alles drauf - irgendetwas vergisst man immer oder ist sich unsicher, ob man es nicht womöglich doch braucht", sagt Franz-Rudolf Esch, Universitätsprofessor für Markenmanagement an der European Business School für Wirtschaft und Recht in Oestrich-Winkel, "und sicherheitshalber kauft man dann Toilettenpapier und stellt anschließend zu Hause fest, dass man noch zehn Rollen hatte."













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