Nach neuesten Forschungsergebnissen der Genesis-Mission der NASA scheinen Sonne und Erde sowie die anderen Planeten stofflich betrachtet nicht zusammenzugehören, also nicht gemeinsam entstanden zu sein.
Sonnensystem
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Nach neuesten Forschungsergebnissen könnte unser Sonnensystem auf andere Weise entstanden sein als bisher angenommen wurde.
Die Sonne, die Erde und weitere Planeten des inneren Sonnensystems könnten sich auf andere Art gebildet haben, als bisher angenommen wurde. Das zeigen neue Studien, die am 24. Juni im Journal Science veröffentlicht wurden.

Bei der Analyse von Partikeln des Sonnenwinds, die von der NASA-Sonde Genesis zwischen 2001 und 2004 eingesammelt wurden, fanden die Forscher heraus, dass die Mischung aus Sauerstoff- und Stickstoff-Isotopen anders ist als bei uns auf der Erde oder weiteren Planeten des Sonnensystems.

Isotope sind Formen von Elementen, die sich durch die Anzahl der im Atomkern befindlichen Neutronen unterscheiden. Vom Sauerstoff kommen im Sonnensystem drei Isotope vor, das häufige O-16 und die seltenen Isotope O-17 und O-18. Stickstoff wird meistens als Isotop N-14 vorgefunden, existiert aber auch als das sehr seltene N-15.

„Wir entdeckten, dass die Erde, der Mond sowie Marsmeteorite und andere Meteorite eine niedrigere Konzentration an O-16 aufweisen als die Sonne“, schreibt Kevin McKeegan, Forscher der Universität von Kalifornien, Los Angeles und Hauptautor des Artikels in einer Pressenachricht.

Ein anderes Team von Wissenschaftlern, das sich mit der Stickstoffzusammensetzung befasste, fand Ähnliches zu diesem Element heraus. Demnach soll die Sonne etwas mehr vom Isotop N-14 und fast 40 Prozent weniger N-15 als die Erde und andere Planeten des inneren Sonnensystems enthalten.„Die Schlussfolgerung ist, dass die Erde nicht aus demselben Nebel entstand wie unsere Sonne - aber wie sie entstanden ist und warum, bleibt eine Frage der zukünftigen Forschung.“

„Diese Entdeckungen zeigen, dass die Objekte des Sonnensystems einschließlich der irdischen Himmelskörper, Meteoriten und Kometen anders zusammengesetzt sind als der Urnebel, aus dem sich das Sonnensystem bildete“, sagt Bernhard Marty, Hauptautor des zweiten Forschungsberichts in der Veröffentlichung.

„Das Verständnis über den Grund für diese Heterogenität wird Auswirkungen auf unsere Sichtweise über die Bildung des Sonnensystems haben.“

Experten glauben, dass sich die Oberfläche der Sonne seit ihrer Bildung vor einigen Milliarden Jahren nicht signifikant geändert hat. Deshalb könnte das Studium der Zusammensetzung des Sonnenwindes Hinweise über die Entstehung des Sonnensystems geben.

„Die Sonne beinhaltet mehr als 99 Prozent der Materie, die derzeit innerhalb des gesamten Sonnensystems existiert; deshalb ist es eine gute Idee, sie besser kennenzulernen“, schreibt Don Burnett, Forschungsleiter der Genesis-Mission in dem Bericht.