Der Einsatz gegen den Klimawandel kann sich finanziell lohnen. Der frühere US-Vizepräsident Al Gore verdient dank seinen Investitionen in «grüne» Energieunternehmen angeblich viel Geld.

Al Gore
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Klimapapst Al Gore
Seit acht Jahren reist Al Gore, der beinahe US-Präsident geworden wäre, um die Welt und verkündet unbequeme Wahrheiten - Wahrheiten über die Folgen der Erderwärmung und des Klimawandels. «Unbequeme Wahrheit» («An Inconvenient Truth») heisst auch seine Dokumentation, mit der er einen Oscar für den besten Dokumentarfilm erhielt. Der Umweltschützer und Friedensnobelpreisträger von 2007 predigt nicht nur mehr Umweltschutz, um zum Beispiel die CO2-Emissionen markant zu senken. Er investiert offensichtlich auch Geld in Unternehmen, die energiesparende und alternative Technologien entwickeln.

Al Gores Venture-Capital-Gesellschaft stellte letztes Jahr einem kalifornischen Unternehmen 75 Millionen Dollar zur Verfügung. Die Firma Silver Spring Networks produziert Software und Hardware, die die Energieeffizienz von Stromnetzen erhöhen sollen. Und diese Investition scheint sich auszuzahlen, wie amerikanische und britische Medien berichten. Silver Spring Networks erhält nämlich staatliche Gelder in der Höhe von mehr als 560 Millionen Dollar. Die Medien rechnen vor, dass Kleiner Perkins, die Venture-Capital-Gesellschaft von Gore und Partnern, ein Vielfaches der Investition von 75 Millionen Dollar verdienen wird. Dies sei nur eines von vielen Geschäften des Öko-Aktivisten und früheren US-Vizepräsidenten.

Kritik aus dem rechten Lager

Al Gores Geschäftserfolg ruft seine Kritiker auf den Plan und andere Leute, die die Existenz der Klimakrise nicht wahrhaben wollen. Gore profitiere von den Staatsgeldern, die in Unternehmen fliessen, an denen er beteiligt sei, heisst es aus dem Lager der Republikaner. Gore sei auf dem Weg, der erste CO2-Milliardär der Welt zu werden. Die Kritik an seiner Person wird umso lauter, als dass er in diesen Tagen ein neues Buch veröffentlicht. Unsere Wahl: Ein Plan, um die Klimakrise zu lösen, heisst der Titel des Werks, mit dem Gore weiter an der Rettung der Welt arbeitet.

In einem Interview mit dem TV-Sender ABC verteidigte Gore seine geschäftlichen Aktivitäten. Und er verneinte, dass er mit seinem Einsatz gegen den Klimawandel ein Milliardenvermögen anhäufe. "Ich mache nur, was ich seit 30 Jahren fordere." Er investiere gemäss seinen Überzeugungen und Werten. "Es ist bestimmt nicht falsch, in unserem Land Geschäfte zu machen", sagte er dem amerikanischen Fernsehpublikum. "Ich bin stolz darauf. Ich bin stolz darauf."