Seit einigen Tagen fahren zwei weiße Lkw mit einer für den Wahlkampf ungewöhnlichen Botschaft durch Berlin, wie Die Zeit berichtet. Das Plakat stammt von der AfD und wendet sich an ganz neue mögliche Wählergruppen.
AfD-Werbung
© AfD Berlin
Das AfD-Plakat der Berliner
​„Mein marokkanischer Dealer kriegt sein Leben komplett vom Staat finanziert. Irgendwas ist in Deutschland oberfaul und deshalb wähle ich die Alternative“, steht auf den Transportern.

Auf den ersten Blick wäre man nur schwerlich auf den Gedanken gekommen, dass dies eine AfD-Werbung sei: Da fehlten sowohl der rote Pfeil als auch der blaue Hintergrund. Nur das Wort „Alternative“ am Satzende gebe einen Hinweis darauf, wer dahinter stehen könnte.

Der Pressesprecher der Berliner AfD, Ronald Gläser, hat der Zeitung zufolge bereits bestätigt, dass das Plakat tatsächlich von seiner Partei stamme.

Dass sich die AfD auf dem Plakat nicht offen zu ihrer Werbung bekennt, hat laut der Zeitung zwei Gründe. Zum einen versuchten die Rechtskonservativen auf diese Weise, ihre Inhalte an Wähler zu bringen, ohne gleich auf die doch nicht unumstrittene Partei zu verweisen. Zum anderen wolle die AfD auch in die Köpfe derjenigen Berliner vordringen, die sich zwar nicht als rechts begriffen, aber rechts denken würden.
Daher also das Kiffer-Plakat, das vor allem Jugendliche ansprechen soll. Die AfD wolle offenbar weg von ihrem älteren, vorwiegend männlichen und provinziellen Klischee-Wähler hin zu jungen Unzufriedenen, die den sozialen Abstieg fürchten. Die Berliner AfD soll dazu Meinungsstudien durchgeführt haben, um neue potentielle Wählerschichten auszumachen.

Doch das sei längst nicht alles: Die AfD sei schon wieder drei Schritte weiter. Man denke, so Gläser, gerade darüber nach, in Zukunft auch türkisch- und arabischstämmige Berliner mit deutschem Pass anzusprechen. "Da werden sich die Altparteien noch gehörig umschauen", so Gläser weiter.