In Dresden überschattet eine tödliche Krankheit bei Pinguinen die Tierwelt. Seit Frühjahr hat der Dresdner Zoo mehr als die Hälfte seiner Humboldt-Pinguine verloren.
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© ZB/DPAIm Dresdner Zoo sind zahlreiche Pinguine einer Infektion zum Opfer gefallen

Im Dresdner Zoo sind zahlreiche Pinguine einer Infektion zum Opfer gefallen. Über die rätselhafte Todesserie berichtete die „Dresdner Morgenpost“. Demnach sind seit dem Frühjahr 19 von insgesamt 32 Humboldt-Pinguinen verendet. Die Ursache sei eine bakterielle Infektion in Verbindung mit einer Pilzinfektion, erklärte Tierärztin Eva Ziemssen. „Woher diese Keime allerdings genau kommen, ob etwa der Futterfisch, das Poolwasser oder die Umgebungsluft dafür verantwortlich sind, kann ich zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht sagen.“

Im März hatte der Zoo sechs Pinguine mit einem Tierpark in Frankreich getauscht. „Es wäre auch denkbar, dass der Stress des Transportes und die Konfrontation mit der neuen Pinguingruppe zu den Ursachen zählen.“ Demnach könnte der Tausch der Gruppen die einheimische Keimflora sowohl der französischen Neuankömmlinge als auch die der Dresdner Artgenossen negativ beeinflusst haben. Dass die Tiere zudem kurz vor der Brutzeit standen, gilt als weiterer Stressfaktor.

Der massenhafte Tod von Pinguinen war bisher nur ein Phänomen aus arktischen Gefilden und der Küstenregion Lateinamerikas. In Dresden werden vor allem Bakterien für den Tod der Seevögel verantwortlich gemacht.

Die Pinguine, die durch eine bakterielle Infektion ohnehin schon sehr geschwächt waren, wurden zusätzlich vom sogenannten Aspergillus-Pilz befallen. Der Schimmelpilz, von dem es verschiedenste Arten in nahezu jeder Umgebung gibt, vermag unter bestimmten Bedingungen auch Infektionen auszulösen, die bis zur Zerstörung von gesundem Gewebe führen können.

Seit 1972 zählen die Humboldt-Pinguine zum Bestand des Dresdner Zoos und zählen neben Elefanten, Giraffen und Orang-Utans zu den Publikumsmagneten. Der Humboldt-Pinguin, der zur Gattung der Brillenpinguine gehört, wurde 1799 von Alexander von Humboldt, während seiner Amerikareise im heutigen Peru entdeckt.

dpa/cor