Tigerfell
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Zum Verkauf angebotenes Tigerfell in Birma (Archiv- und Symbolbild, Adam Oswell, Traffic). Birmanische Umweltschützer im Exil berichten von verheerender Umweltausbeutung in ihrem Heimatland.

In Birma wird die Natur nach einer neuen Studie ohne Rücksicht auf Umweltschutz und Menschenrechte ausgebeutet. Das Regime räume den Menschen kein Mitspracherecht ein und habe keine Gesetze, die Umwelt- und Sozialstudien zu den Folgen großer Projekte verlangen.

Das berichtete die „Burma Umwelt-Arbeitsgruppe“ (BEWG), ein Zusammenschluss aus birmanischen Umweltschützern im Exil, am Montag in Bangkok. „Das Regime hat UN-Konventionen wie die über die Rechte indigener Völker nur unterschrieben, um internationale Anerkennung zu bekommen“, sagte Paul Sein Twa. „Es gibt aber kein Geld und keine Beamten, um die Einhaltung der Bestimmungen sicherzustellen.“

Das vom Militär gestützte Regime generiere sein Einkommen vor allem aus dem Verkauf von Naturressourcen, heißt es in dem Bericht. Die größten Kunden seien China, Indien, Thailand, Malaysia, Singapur, Japan, Vietnam und Südkorea. Allein China habe im März vergangenen Jahres 8,2 Milliarden Dollar in Wasserkraft-, Öl- und Gas- sowie Bergwerksprojekte gesteckt. Einheimische Firmen rodeten große Waldflächen für Plantagen. Die Arbeitsgruppe zitiert Schätzungen des „Rainforest Action Network“, wonach in Birma schätzungsweise 800 000 bis eine Million Hektar Wald im Jahr verloren gehen.

Die Umweltschützer schätzen weiter, dass 48 Staudammprojekte in Arbeit sind. Am Zusammenfluss von Mali und N´Mai, wo der mächtige Fluss Irrawaddy entsteht, breche die Armee den Widerstand des Kachin-Volkes gegen den geplanten Myitsone-Damm gewaltsam, sagte ein anderer Sprecher der Arbeitsgruppe, Naw La. Die Armee wolle die Baustelle sichern. 15 000 Menschen seien bereits vertrieben worden. „Das ist das kulturelle Herzland der Kachin“, sagte er. Der dort entstehende Strom werde fast ausschließlich nach China verkauft.
Die Umweltschützer riefen ausländische Investoren auf, Projekte zu stoppen, bis die Bevölkerung Birmas Mitspracherechte bekomme. Sie müssten zudem international akzeptable Richtlinien wie Studien zur Umweltverträglichkeit einhalten und dürften nicht zulassen, dass Einheimische vertrieben werden.

dpa