Es ist mal wieder soweit. Man nehme ein verschwommenes Foto, poste es bei Facebook, stelle eine verschwurbelte Frage und schon dreht die Netzgemeinde durch.
Auf dem Foto von Richard Christensen ist eine Gestalt zu sehen, die Flügel zu haben und am Straßenrand auf etwas zu warten scheint. Auf den Bus natürlich auf keinen Fall. Schon eher auf die Apokalypse, darunter machen es nur die wenigsten der zehntausenden Kommentatoren unter dem originalen Foto.

Engelserscheinungen, Dämonenjäger, Teufelsanbeter, Satansbraten, Verschwörungstheoretiker, Endzeitpropheten kommen aus ihren Löcher und auf ihre Kosten. Das Foto ist für jeden der ultimative Beweis, dass er nicht völlig durchgedreht, sondern der Wahrheit auf der Spur ist.

Lediglich die Betrachter aus dem Erzgebirge dürfte das Bild kalt lassen. Dort stellt man sich maximal die Frage: "Wo ist der Bergmann? Wenn der Engel doch schon da steht."

Wo genau die dämonische Erscheinung fotografiert wurde, ist nicht klar, muss aber in den USA gewesen sein. Der Fotograf kommt aus Arizona.

Besonders bemerkenswert, dass derart geheimnisvolle Aufnahmen grundsätzlich in einer Qualität sind, als hätte der Fotograf noch schnell eine Fotoplatte in seine Lochkamera schieben müssen, um ein Bild von der Palme am Straßenrand auch in der richtigen Stimmung hinzubekommen.