Vergangene Woche erschien praktisch über Nacht ein rätselhaftes Muster auf dem eisbedeckten isländischen See Þingvallavatn (Thingvallavatn), der die lokalen Einwohner nicht nur in Staunen versetzte, sondern sie auch zu zahlreiche Spekulationen über dessen Bedeutung und Herkunft verleitete.

© Thingvellir National Park
Der Binnensee befindet sich im isländischen Nationalpark Þingvellir (Thingvellir) und das enorme »Muster« scheint sich über den gesamten See zu erstrecken. Auf dem ersten Blick könnte man meinen, dass es eine Botschaft von Außerirdischen sein könnte, die damit versuchen, mit uns zu Kommunizieren - ähnlich der Theorie der berühmten Kornkreise -, doch die Antwort ist, wie so oft, viel unspektakulärer.

Gemäß den Experten ist dies nämlich ein seltenes aber dennoch sehr irdisches Phänomen, das als »Fingerüberschub« (Finger-Rafting) bezeichnet wird. Dieser Prozess entsteht, wenn sich zwei unterschiedlich zusammengesetzte Eisflächen auf dem Wasser aufeinander zubewegen und sich eine davon langsam über die andere schiebt (Überschub), was an jenen Stellen eine Erhöhung der Meereisdicke bewirkt. Da es dem Muster von dem Ineinandergreifen von Fingern beim Falten der Hände ähnelt, erhielt es die Bezeichnung »Fingerüberschub«.

Für die einheimische Bevölkerung war es dennoch ein sehr rätselhaftes Ereignis, denn sie hatten sowas noch niemals zuvor auf ihrem See gesehen.
© Thingvellir National Park