Hinter einem unauffälligen Loch in saftiger britischer Erde tut sich eine tempelartige Grotte auf um die sich mysteriöse Legenden ranken. Jahrelang war sie verschlossen - nun konnte ein Fotograf wieder hinunter steigen.

Am Rande eines Feldes in der Nähe des Dorfes Beckbury in Mittelengland kann man unter einem Baum ein relativ kleines Loch erkennen. Es wirkt, als sei es von einem Hasen gebuddelt worden.

Doch wer sich erst durch die Öffnung gezwängt hat, findet sich plötzlich in einer aufwendig in den Untergrund gehauenen tempelartigen Anlage wieder. Bekannt ist, dass die Grotte und ihre Gänge alt sind - wie alt, darüber wird bis heute gerätselt. Fraglich ist auch zu welchem Zweck die Höhle angelegt wurde.

Hartnäckig hält sich das Gerücht, dass die «Caynton Caves», wie die unterirdischen Stollen genannt werden, im 16. Jahrhundert von Nachfolgern des 1312 aufgelösten geheimnisumwobenen Templerordens angelegt wurden.

Allerdings sind sonst keinerlei Aktivitäten oder Besitztümer des geistlichen Ritterordens oder seiner Nachfolgeorganisationen in der Gegend bekannt, was der Templer-Geschichte immerhin etwas von ihrer Plausibilität nimmt.

Andererseits sind die Mitglieder der «armen Ritterschaft Christi vom Salomonischen Tempel», die wegen angeblicher Ketzerei und der Sodomie verfolgt wurden, so mysteriös, dass ihnen in gewissen Kreisen ohnehin alles zugetraut wird (Das Templervermächtnis von Hollywood - Gralshüter oder Grabräuber?).

Tummelplatz von Magiern, Druiden und Hexen

«Historic England», die staatliche Denkmalpflegebehörde Englands, listete die seltsame Höhle erstmals am 26. September 1984 unter der Nummer 1367600. Hier schätzt man, dass sie im späten 17. oder zu Beginn des 18 Jahrhunderts entstand, vermerkt aber auch, dass man sie nicht wirklich datieren kann.

Stilistisch hebt die Denkmalpflege im Inneren neo-normannische Dekoration und eine Tür mit Schnabelköpfen hervor. Viel mehr wissen aber selbst die Spezialisten von der Denkmalpflege nicht zu berichten.

Wohl nicht zuletzt, weil so wenig über die «Caynton Caves» bekannt ist, bieten sich die Gänge im Untergrund als Projektionsfläche für allerlei obskure Vorstellungen an. In der Vergangenheit tobten sich hier deshalb jede Menge selbsternannte Zauberer, Druiden und Hexen aus. Sie verunreinigten und beschädigten dabei das Sandstein-Kunstwerk („Der Schatz der Templer“ und andere Piraten-Legenden (Videos)).
(Im Untergrund schlummert eine tempelartige Anlage, um die sich etliche Gerüchte und Legenden ranken. Die populärste ist, dass Nachfolger des Templerordens hier im 16. oder 17. Jahrhundert ungestört ihre Rituale vollzogen - Religiöse Hintergründe von Kindesmissbrauch, Ritualmord, Transgender-Ideologie und „heiliger“ Homosexualität (Video))

Endgültig zu bunt, trieben es Anhänger dunkler Mächte jedoch im Jahr 2012: Gleich zwei Magier klopften mit hochroten Gesichtern an die Tür der Besitzer der «Caynton Caves». Sie wollten tatsächlich wissen, wo ihre Berufsbekleidung geblieben sei, die sie in der Höhle vergessen hätten. Nach diesem Ereignis wurde der Zugang zugemacht und die unterirdischen Räume hatten erst mal Ruhe vor Zauberlehrlingen und Vandalen (Mystisches Prag: ‚Heiliges Kreuz‘ - Bauten der Tempelritter - Alchemie - Jerusalem-Verbindung (Nachtrag & Videos)).

Offenbar wurden die «Caynton Caves» aber wieder geöffnet. Wenigstens gelang es Michael Scott aus Birmingham hinunter zu steigen und Fotos zu machen. Scott wollte den Ort unbedingt mit eigenen Augen sehen, nachdem ihm auf YouTube ein Video der Anlage untergekommen war (Wo ist der Heilige Gral? Mythen um die Schale, die unsterblich macht).

Dabei hätte er den unauffälligen Eingang zuletzt fast verpasst: «Ich latschte über ein Feld, um ihn zu finden. Aber wenn du nicht genau weisst, wo er ist, dann läufst du einfach vorbei», erklärte er der BBC.

Unten angekommen, musste Scott staunen: «Wenn man bedenkt, wie lange es die Grotte schon gibt, befindet sie sich wirklich in einem fantastischen Zustand. Es ist wie ein Untergrund-Tempel.» (Darum wurden die Templer überdurchschnittlich alt)
(Andere glauben, dass eine Adelsfamilie hier Sklaven hielt)

(Tatsächlich ist bis heute nicht recht klar, wer die Grotte in den Sandstein schlug und zu welchem Zweck. Möglich ist durchaus auch, dass es im 19. Jahrhundert lediglich eine Person mit einer ziemlich romantischen Ader war)
(Besonders gross darf man allerdings nicht sein: Maximal 1,80 Meter hoch sind die Räume, auf manchen kann man sich nur auf Händen und Füssen fortbewegen)



Quellen: PublicDomain/bluewin.ch am 14.03.2017

Literatur: