Die Kultstätte Temehea Tohua befindet sich auf Nucu Hiva, der größten der Marquesas-Inseln in Französisch-Polynesien. Diese Insel ist nicht nur paradiesisch schön, sondern auch die Heimat einiger der seltsamsten Steinskulpturen auf unserem Planeten. Manche Statuen scheinen Wesen darzustellen, die nicht von der Erde zu stammen scheinen. War es nur eine freie künstlerische Entfaltung früherer Phantasien oder steckt doch etwas mehr dahinter?
Die Marquesas-Inseln wurden um 200 v. Chr. von den Polynesiern besiedelt und haben kulturelle und sprachliche Verbindungen zu anderen polynesischen Völkern im Pazifik. In einer Bucht von Nucu Hiva gelegen, befindet sich die heilige Stätte Temehea Tohua. Es soll der Regierungssitz von Vaekehu gewesen sein, der letzten Königin oder Stammesführerin der Taiohae. Sie heiratete einst einen anderen Stammesführer und erreichte so die Wiedervereinigung zweier Stämme, die sich gespaltet hatten. Ein Tohua war ein großer rechteckiger Platz mit flachem Gelände, der von Plattformen umgeben war. Er wurde sowohl für zeremonielle als auch zu Versammlungs- oder Tagungszwecke verwendet.

© Drew Parsons
Doch warum errichteten die Ureinwohner derart seltsame Steinskulpturen in Temehea Tohua? Handelt es sich bei den Figuren um reine Phantasiegeschöpfe oder stellen sie Wesen dar, die einst die Insel aufgesucht haben? Ihr Aussehen würde dann nahe legen, dass sie nicht irdischen Ursprungs waren, denn die Skulpturen haben seltsam aussehende Körper. Sie wurden mit riesigen Augen, großen länglichen Köpfen, mal mit geringer Körpergröße, dann aber mit einer übergroßen Körperstatur dargestellt. Insgesamt ähneln sie sehr stark Reptilien mit hominiden Zügen.
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