In vielen Kulturen überall auf der Welt findet man alte Geschichten über wunderbare, wohlhabende Städte, die im Ozean untergegangen sind und niemals wieder gesehen wurden.

Zu den berühmtesten Mythen und Sagen dieser Art gehört sicherlich Atlantis, aber es gibt noch viele andere. Ist es also möglich, dass einige dieser Städte wirklich existieren?
„Sie merkten, dass die Menschen rebellierten und entschieden sich, sie auszulöschen. Tausende Pumas sprangen aus der Höhle und verschlangen die Menschen, die den Teufel um Hilfe anflehten. Aber der Teufel blieb von ihren Bitten unberührt. Als Inti, der Sonnengott, dies sah, weinte er. Seine Tränen waren so reichlich, dass das Tal nach 40 Tagen überflutet war.“ (Inka-Legende vom Titicacasee)
Wenn man die bekannten uralten Fundstücke, Artefakte und Überlieferungen aus heiligen Schriften betrachtet und das technologische Wissen bedenkt, das zu ihrer Anfertigung nötig war, führt dies zu anthropologischen Hypothesen, die unter anderem die Möglichkeit einer vorgeschichtlichen Menschheit einräumen.

Einige Funde lassen vermuten, dass vorgeschichtliche Zivilisationen Technologien beherrschten, die weit entwickelter waren als unsere heutigen.

Im Folgenden werden wir Ihnen einige der überraschendsten mysteriösen »Bauwerke« vorstellen, die in allen Teilen der Welt auf dem Meeresboden gefunden wurden. Sind diese mysteriösen Strukturen tatsächlich als Hinweise auf sehr entwickelte antike Zivilisationen zu werten?

Und wenn wir mehr über diese antiken Zivilisationen erfahren, wird dieses Wissen die traditionell vorherrschende Auffassung der menschlichen Geschichte, mit der wir alle in der Schule vertraut gemacht wurden, auf den Kopf stellen? (Rätselhafte Anlage: Riesige versunkene Städte in Kambodscha gefunden (Videos))

Die antike Unterwasserstadt von Yonaguni-Jima vor der japanischen Küste

So lange die Erinnerung zurückreicht, haben die Bewohner der japanischen Insel Okinawa ihren Kindern und Kindeskindern Geschichten über eine sagenhafte Unterwasserstadt erzählt. Die meisten hielten diese Geschichten einfach für Märchen. Aber was dann 1986 geschah, änderte alles:
»1986 stieß ein Taucher in der Nähe der Insel Yonaguni-Jima, vor der Südspitze Japans nahe Okinawa, in einer Wassertiefe von etwa 25 Metern auf einige seltsame Bauten. Es schien sich dabei um treppenartige Anlagen mit Terrassen und Rampen zu handeln. Einer der größten pyramidenähnlichen Bauten ist etwas mehr als 80 Meter lang und knapp 28 Meter hoch. Es lassen sich fünf unterschiedliche Ebenen sowie offenbar eine Straße, die das Bauwerk umgibt, erkennen.

Auf den Steinen wurden Werkzeugspuren und Reliefs entdeckt (und auch dokumentiert), was darauf hindeutet, dass es sich hier nicht um natürliche Steinformationen, sondern um ein künstlich errichtetes Bauwerk handelt

Masaaki Kimura, ein Meeresgeologe der Universität Ryūkyū in Japan, untersucht diese Anlage seit mehr als 15 Jahren und ist überzeugt, dass diese Bauwerke mehr als 5000 Jahre alt sind, aber aufgrund eines Erdbebens vor 2000 Jahren im Meer versanken.«
Die von einigen Wissenschaftlern als archäologischer Fund des Jahrhunderts bezeichneten Strukturen vor Yonaguni an der japanischen Küste zeigen uralte Bauwerke mit Pfeilern, Hexagons und Treppen sowie Alleen, Arkaden und sogar eine Stufenpyramide.

Obwohl sehr konservative Hypothesen postulieren, dass die Yonaguni-Strukturen das Produkt seismischer Aktivitäten sind, lassen die präzisen Winkel der Steine und ihre Anordnung darauf schließen, dass sie Überreste einer untergegangenen Stadt sind.

Für diese Vermutung spricht auch die chemische Zusammensetzung der Kreidefelsbrocken, die in dieser Gegend nicht auf natürliche Weise vorkommen. Angrenzend an die Strukturen sind zwei Öffnungen mit ca. zwei Metern Tiefe zu sehen - kein Archäologe würde es wagen, sie als natürlich entstanden zu bezeichnen - und ein Felsen mit ovaler Form, der nicht dorthin zu gehören scheint, aber eindeutig nordwärts ausgerichtet ist.

Vor der indischen Küste: Dwaraka
Eine ebenfalls höchst bemerkenswerte Unterwasserstadt wurde vor der Westküste Indiens gefunden. Sie ist unter dem Namen »Dwaraka« bekannt und weist an ihrer breitesten Stelle einen Durchmesser von etwas mehr als acht Kilometern auf (Versunkene Städte Indiens: Dwaraka - Die goldene Stadt (Videos)).

Auch diese Stadt liefert zahlreiche Hinweise auf eine sehr fortgeschrittene Zivilisation in der antiken Welt:
»Die Bucht von Cambay wurde von Meereswissenschaftlern Anfang 2002 entdeckt. Die Stadt befindet sich in einer Tiefe von etwa 37 Metern im Golf von Cambay vor der Westküste Indiens. Die Stadt ist etwas mehr als acht Kilometer lang und 3,2 Kilometer breit. Aufgrund der Kohlenstoffdatierung wird das Alter der Stadt auf überraschende 9500 Jahre geschätzt. Viele architektonische und menschliche Artefakte sind immer noch intakt.

Die Entdeckung hat viele Wissenschaftler verblüfft, weil sie 5000 Jahre weiter in die Vergangenheit zurückreichen als andere Funde, was eine sehr viel längere Geschichte der Zivilisation nahelegt, als bisher angenommen wurde. Die Meereswissenschaftler [vom indischen Nationalen Institut für Ozean-Technologie (NIOT)] benutzten Solarbilder und erstellten umfangreiche Bodenprofile, um die versunkenen Ruinen zu lokalisieren.

Man geht davon aus, dass das Gebiet unterging, als die Eiskappen nach der letzten Eiszeit schmolzen. Die Inder bezeichnen die Stadt in Anlehnung an eine alte untergegangene Stadt, die mit dem Hindugott Krishna in Verbindung stand, als ›Dwaraka‹, ›die goldene Stadt‹.« (Indien: Golf von Khambhat - Unterwasser-Ruinen einer untergegangenen Zivilisation (Video))

Einer der sauber bearbeiteten Granitblöcke aus dem Trümmerfeld der versunkenen Metropole Mahabalipuram
Uralte Stadt von Tsunami freigespült

Bei einer aktuelleren Entdeckung dieser Art im Jahr 2004 spülte derselbe Tsunami, der die Küsten Südostasiens so zerstörerisch heimsuchte, tonnenweise Sand von der Küste vor Tamil Nadu, Indien, fort, was zur Entdeckung der mythologischen Stadt Mahabalipuram an der südlichen Ostküste Indiens führte.

Laut einer Legende wurde Mahabalipuram vor 1.000 Jahren von einer großen Flut getroffen, die sie an nur einem Tag verschwinden ließ, weil die Götter eifersüchtig auf ihre Schönheit waren. Die Einwohner erzählen, dass sechs Tempel vom Wasser bedeckt wurden und dass Teile eines siebenten Tempels noch immer nahe der Küste zu sehen sind.

Ein Team aus 25 Tauchern des indischen Amtes für archäologische Erkundungen erforschte das ausgedehnte und dicht bebaute Gebiet in einer Tiefe zwischen vier und sieben Metern.

Die gesamte bebaute Fläche beträgt mehrere Quadratkilometer mit Bauten, die bis zu 1,5 Kilometer von der Küste entfernt liegen. Das Alter der Bauten wird zwischen 1.200 und 6.000 Jahren geschätzt.

Unterwasserstadt vor Kuba
Im Jahr 2001 berichtete die britische BBC über die Entdeckung einer »untergegangenen Stadt« in kubanischen Gewässern (Titelbild):
»Ein Team von Forschern stieß bei seiner Arbeit vor der Westküste Kubas auf etwas, bei dem es sich ihrer Meinung nach um die Ruinen einer untergegangenen Stadt handelt, die vor Tausenden von Jahren errichtet wurde. Forscher eines kanadischen Unternehmens setzten hochmoderne Sonargeräte ein, um etwa 650 Meter unter der Meeresoberfläche Steinstrukturen zu finden und zu filmen.«

Einige vermuten, dass es sich bei dem Fund um die mythische Stadt Atlantis handeln könnte, aber seit 2001 haben die Folgearbeiten beträchtlich nachgelassen. Im englischsprachigen Wikipedia-Eintrag zur »versunkenen Stadt« heißt es:

»Die Bezeichnung ›kubanische Unterwasserstadt‹ bezieht sich auf eine Fundstelle vor der Küste der Halbinsel Guanahacabibes in der kubanischen Provinz Pinar del Río, von der manche behaupten, dass es sich um untergegangene, aus Granit erstellte Bauwerke und Anlagen handelt.

Die ersten Sonarbilder wurden Anfang 2001 aufgenommen und zeigen ein Gebiet von zwei Quadratkilometern Größe in einer Wassertiefe von 600 Metern bis 750 Metern. Die Bilder sollen symmetrische und geometrische Steinstrukturen zeigen, die an eine städtische Anlage erinnern. Die Entdeckung wurde von der Meeresingenieurin Pauline Zalitzki und ihrem Ehemann Paul Weinzweig, Eigentümer eines kanadischen Unternehmens mit dem Namen ›Advanced Digital Communications‹, gemeldet.

Beide waren mit Explorations- und Untersuchungsaufgaben in Verbindung mit der kubanischen Regierung befasst. Die Arbeitsgruppe kehrte ein zweites Mal, diesmal mit einem Tauchroboter, der Video- und Sonaraufzeichnungen erstellen konnte, zu der Fundstelle zurück. Die aufgezeichneten Sonarbilder wurden als Darstellung verschiedener Pyramiden und kreisförmige Strukturen interpretiert, die aus massiven, glatten Steinblöcken erstellt worden waren, die behauenem Granit ähneln. Zalitzki erklärte:

›Es handelt sich um wirklich wunderbare Bauwerke, die tatsächlich so aussehen, als habe es sich hier einmal um ein größeres städtisches Zentrum gehandelt. Aber es wäre völlig unverantwortlich, Behauptungen aufzustellen, bevor wir eindeutige Beweise haben.‹«
Lake Huron
Wussten Sie, dass sich tief unten im Huronsee antike Ruinen befinden? Sie wurden auch gerade erst entdeckt. Wie die Zeitung USA Today berichtet, wurde dort in der Tiefe »ein komplexes Netzwerk von Jagdunterständen und stallähnlichen Bauwerken« entdeckt, die möglicherweise Tausende von Jahren alt sind:
»Tief unter der Oberfläche des Huronsees sind gerätetauchende Forscher auf ein ausgeklügeltes Netzwerk von Jagdunterständen und stallähnlichen Strukturen gestoßen, die möglicherweise 9000 Jahre alt sind.

Die Wasseroberfläche des Sees lag damals mehr als 75 Meter tiefer als heute, und so gab es eine schmale Landbrücke, die von einer Seite des Huronsees zur anderen reichte. Die Menschen der Vorzeit hielten diesen Isthmus offenbar für eine günstige Örtlichkeit, um die Karibus bei ihrer alljährlichen Wanderung abzufangen. Die jetzt überfluteten Jagdunterstände, die sie damals errichteten, erlauben wertvolle Einsichten in das prähistorische Amerika in einer Region, in der bisher solche Artefakte kaum gefunden worden waren.«
Eine Unterwasser-Straße in 900 Meter Tiefe
1967 tauchte die Aluminaut, ein Forschungs-U-Boot, das zu dieser Zeit Rekordhalter war, auf ca. 900 Meter Tiefe, als eine Straße entdeckt wurde, die sich vor der Küstenregion von Florida, Georgia und South Carolina über eine Länge von 24 Kilometern erstreckte.

Zur Überraschung der Forscher war diese Straße aus einem kompliziert zusammengesetzten Zement gefertigt, der Aluminium, Silizium, Eisen und Magnesium enthielt. Aufgrund einer Unterwasserströmung war sie trotz ihres Alters frei von Ablagerungen geblieben.

Diese lange in Vergessenheit geratene Straße war noch immer als Rollstrecke nutzbar, sodass die Aluminaut mit Hilfe ihrer speziellen Räder auf der rätselhaften Autobahn entlangfahren konnte.

Später fanden Wissenschaftler bei der Erkundung der Gegend an einem Ende der Straße monolithische Konstruktionen, vermutlich ein Wellenbrecher. Was für eine Technologie konnte eine Straße erschaffen, die 10.000 Jahre unter Wasser überdauerte? (Die erste Zivilisation waren pyramidenbauende Südafrikaner vor 16.000 Jahren - war das auch Atlantis? (Videos))

Weltweit über 500 versunkene Siedlungen

Durch die Entwicklung der Tauchtechnik konnte sich die Meeresarchäologie in den letzten 50 Jahren wissenschaftlich etablieren. Bis heute sind laut dem Meeresarchäologen Dr. Nick Flemming weltweit mindestens 500 versunkene Siedlungen mit von Menschenhand geschaffenen Strukturen bekannt. Ein Fünftel davon soll älter als 3.000 Jahre sein.

Mit Sicherheit sind mache dieser Stellen von Fluten überspült worden. Andere werden durch tektonische Verschiebungen auf den Meeresboden gesunken sein (Prähistorischer Nuklearkrieg: Rama Empire versus Atlantis?).

Da viele dieser Siedlungen auf festem trockenem Land gebaut wurden, hat sich wahrscheinlich die Geographie der Erde in der Vergangenheit von der heutigen sehr stark unterschieden. So könnten die Erbauer aus einer Ära stammen, die weit vor den Beginn unserer heutigen Zivilisation zurückreicht.

Ist dann unsere heutige Zivilisation die größte, die die Menschheit je hervorbrachte, oder ist sie nur ein winziger Zeitabschnitt innerhalb vieler Zyklen menschlicher Zivilisation? Die Antwort auf diese Frage könnte auf dem Boden unserer Ozeane zu finden sein.