Nun wollen wir uns damit beschäftigen, wie eine Gruppe von Individuen sich miteinander 'verbinden' und mit der Realität interagieren könnte.
© Sott.net/Myriam Kieffer
Beginnen wir damit uns darauf zu fokussieren, wie sich zwei Geister miteinander verbinden können. Das ist die eigentliche Essenz der Telepathie, die auch als ASW bekannt ist. Telepathie wird folgendermaßen definiert:
[...] die Übertragung von Informationen934 von einer Person zur anderen ohne die Verwendung eine der uns bekannten Sinneskanäle oder physischen Interaktionen.935
Telepathie war das Thema bei 6 Metaanalysen936 und einer kürzlich durchgeführten 'Meta-Metaanalyse'.937Dieser enorme Datensatz war erforderlich, damit die Wissenschaftsgemeinde endlich anerkannte, dass Telepathie tatsächlich real und wissenschaftlich bewiesen ist.938

Während Telepathie Experimente zeigen, wie zwei Geister miteinander interagieren können, gingen die zuvor erwähnten939 Wissenschaftler Jahn und Dunne noch einen Schritt weiter und untersuchten, wie ein Probanden-Paar 'zufällige' Ereignisse beeinflusst:
Jahn und Dunne fragten sich, ob sich der winzige Effekt, den sie bei Individuen feststellten, vergrößern würde, wenn zwei oder mehr Menschen zusammen zur gleichen Zeit versuchen, die Maschine zu beeinflussen. Daraus enstand die "PEAR-Labor rana" Studienreihe, in denen Menschenpaare eingesetzt wurden, bei denen jedes Paar, beim Versuch die Maschinen zu beeinflussen, gemeinsam agieren sollte.

Bei den 256.500 Versuchen, die von 15 Paaren in 42 Versuchsreihen produziert wurden, erzeugten viele Paare auch ein 'Signatur'-Ergebnis, das nicht zwangsläufig alleine der Wirkung eines der beiden einzelnen Individuen für sich entsprach.

© Copy: Jeremy Walker
Abbildung 243: Telepathie wird typischer Weise mit Hilfe der ‘Ganzfeld Technik’ getestet, bei der der Empfänger in einen Zustand leichter sensorischer Deprivation gebracht wird
Das gleiche Geschlecht tendierte zu sehr geringfügigen negativen Effekten. Diese Paare hatten schlechtere Ergebnisse als sie einzeln erreichten: Bei acht Versuchspaaren waren die Ergebnisse genau das Gegenteil von dem was beabsichtigt war.

Paare, die sich alle kannten und unterschiedliche Geschlechter aufwiesen, hatten eine stark komplementäre Wirkung, die mehr als dem Dreieinhalbfachen der Wirkung von einzelnen Individuen entsprach

Jedoch hatten 'verbundene' Paare, also die Paare in einer Beziehung, die ausgeprägteste Wirkung von allen; sie war fast sechsmal so stark wie die der einzelnen Probanden.

Wenn diese Effekte von irgend einer Art von Resonanz zwischen den beiden Bewusstseinszuständen der Teilnehmer abhängen, würde es Sinn ergeben, dass stärkere Effekte unter den Personen auftreten würden, die Identitäten teilen, sowie Geschwister, Zwillinge oder Paare in einer Beziehung. Eine enge Beziehung könnte Kohärenz erzeugen. Da zwei Wellen in Phase ein Signal verstärken, könnte es sein, dass ein verbundenes Paar eine besonders starke Resonanz hat, was ihre gemeinsame Wirkung auf die Maschine verbessern würde.
Jahn und Dunne zeigten, dass die Verbundenheit den Einfluss erhöht, den ein Paar von Individuen ausübt. Da Paare den größten Einfluss ausüben, hat dieser Effekt offensichtlich nichts mit Genetik zu tun. Was jedoch Paare, Verwandte und Geschwister üblicherweise verbindet, sind Interessen, Diskussionen, kultureller Hintergrund, vergangene Erfahrungen und emotionale Bindungen. Sich nahe stehende Menschen verbindet in der Regel ein ähnliches Informations-Set (intellektuell und emotional). Also kann man die Hypothese aufstellen, dass es geteilte Informationen sind, die dazu führen, dass Menschen auf der selben Frequenz schwingen.

Übrigens könnte eine solche Schlussfolgerung dem folgenden Zitat eine neue Bedeutung geben:
Wenn zwei miteinander Frieden schließen in diesem einen Hause, werden sie zum Berg sagen: Bewege dich fort, und er wird sich fortbewegen.940
Jahn und Dunne haben eine Form der Resonanz zwischen zwei nahe stehenden Menschen bewiesen. In ähnlicher Weise schlug der Physiker David Bohm vor, dass 'Resonanz' in der Tat der Haupttreiber ist, während er versuchte psychokinetische Phänomene zu erklären:
Auf dieser Basis könnte Psychokinese enstehen, wenn die mentalen Prozesse von einer oder mehrerer Personen auf die Bedeutungen fokussiert werden, die in Harmonie mit den Bedeutungen sind, die die grundlegenden Prozesse der materiellen Systeme, aus denen Psychokinese ensteht, leitet. Es ist wichtig zu beachten, dass diese Art der Psychokinese nicht auf einen kausalen Prozess zurückzuführen wäre, d.h., auf eine Ursache-Wirkung Beziehung, die irgendeine der bekannten Kräfte der Physik beinhaltet. Stattdessen wäre es das Ergebnis einer Art nicht-lokaler 'Resonanz von Bedeutungen' oder einer Art nicht-lokaler Interaktion.941
© Princeton University
Abbildung 244: Ein REG (Zufallsgenerator)-Test im "Princeton Engineering Anomalies Research Program"
Die Resonanz durchdringt das ganze Universum und tritt in allen Formen der Vibration auf (mechanisch, akustisch, elektromagnetisch etc.), vom atomaren942 bis zum himmlischen Maßstab.943

Eine Resonance tritt auf, wenn die Signale zwischen zwei Wellen synchron sind (siehe Abbildung 245). Also könnte es letztlich einen Grund geben, warum wir den Ausdruck 'wir sind auf der gleichen Wellenlänge' verwenden, um auszudrücken, dass wir dasselbe denken/fühlen wie jemand anderes.

Abbildung 245 zeigt, dass die resultierende Welle ihre maximale Amplitude erreicht wenn zwei Primärwellen synchron sind (Fall 5 - am Ende des Bildes). Allerdings offenbart diese Analogie nur einen Teil des Prozesses. In diesem Fall addieren sich die zwei Signale lediglich, nicht mehr und nicht weniger. Wir werden im nächsten Kapitel jedoch sehen, dass Synergien auftreten können, bei der die Interaktionen zwischen zwei oder mehr Menschen einen Effekt erzeugen kann, der viel größer ist als die Summe ihrer individuellen Effekte.

Während die Experimente von Jahn und Dunne, genauso wie die meisten Telepathie-Experimente, sich auf Probandenpaare konzentrierten, entschied sich Robert D. Nelson944 dazu, den Effekt ganzer Menschenmengen auf 'zufällige' Ereignisse zu testen. Zu diesem Zweck baute er einen tragbaren REG (Zufallsgenerator) an verschiedensten Veranstaltungsorten auf (Stand-up Comedy Auftritte, Konzerte, Theateraufführungen).945 Dann beobachtete er die Abweichungen der Maschinen.

© A-level Physics tutor
Abbildung 245: Die resultierende Welle (schwarz) als Resultat der Wechselwirkung zwischen zwei primären Wellen (rosa und lila)
1995 und 1996 nutzte Nelson seine REG Maschine bei zahlreichen Shows in zehn verschiedenen Städten. Ein sehr konsistentes Muster trat auf: Jedes Mal, wenn die Show die höchste Aufmerksamkeit im Publikum auslöste, begann die REG Maschine von ihren zufälligen Ereignissen abzuweichen und zeigte eine Abweichung, die viel größer war als jene, die durch eine einzige Person ausgelöst worden wäre.946 Der Standort und die Art der Show war dabei irrelevant. Was jedoch ausschlaggebend war, war, dass jede Person im Publikum den selben Gedanken zu selben Zeit dachte.947

Einer von Nelsons Kollegen an der Princeton Universität, Dean Radin, ging noch einen Schritt weiter und beobachtete den Einfluss der Weltbevölkerung (oder zumindest einen Großteil der Weltbevölkerung). Zu diesem Zweck baute er während des Neujahres-Übergangs von 1999 auf 2000 27 REG Maschinen auf der ganzen Welt auf. Das Neujahr ist ein weltweites Ereignis, bei dem Menschen in der Regel einen ähnlichen Fokus und ähnliche Gedanken haben. Radin prognostizierte eine relevante Abweichung während einer zehnminütigen Periode um Mitternacht. Die Daten bestätigten seine Vorhersage. (Siehe Abbildung 246.)

Sheldrake theorisierte und testete diese starke und unsichtbare Verbindung innerhalb von ganzen Spezies, einschließlich des Menschen. Er hat die Morphogenese erforscht948, die höchst interessante Fragen aufwirft: Wie entwickeln sich Zellen, die genau die gleichen Gene haben, zu einem Arm auf der einen Seite des Körpers und einem Bein auf der anderen? Wie regenerieren Tiere wie der Salamander nach einer Amputation perfekt geformte Gliedmaßen? Offensichtlich muss es eine Form der Infusion von Information geben, die die spezifische Entwicklung von Zellen koordiniert und schließlich zu einem vollständig integrierten, harmonischen und operativen System aus Milliarden von Zellen führt.949

© Nelson
Abbildung 246: Eine Stunde an Daten um Mitternacht, in der Silvesternacht von 1999 auf 2000. Aufgezeichnete kumulative Abweichung von 27 REG Maschinen, die alle Zeitzonen enthält
Um dieses schwer fassbare Phänomen zu erklären, entwickelte Sheldrake den Begriff der formativen Kausalität, der besagt, dass die Form von Lebewesen - vom kleinsten Bakterium bis zu den größten Säugetieren - durch morphische Felder geprägt wird. Er präge den Begriff 'morphische Resonanz' um zu beschreiben, was zwischen diesen Feldern geschieht, d.h., 'der Einfluss von Gleichem auf Gleiches durch Raum und Zeit'.

In Bezug auf den Raum ist die morphische Resonanz nicht-lokal, was bedeutet, dass ihre Effekte nicht abgeschwächt oder verzögert werden.950 Es ist also über eine Distanz von 10.000 Meilen genauso wirkungsvoll wie bei einer Distanz von einem Zoll. Obwohl die morphische Resonanz durch die Zeit abgeschwächt wird, ist sie auch kumulativ. Das bedeutet, dass die erste Generation die zweite beeinflusst und die erste und zweite Generation die dritte beeinflusst, und so weiter.
© Whited et al., Journal of Biology, 2009
Abbildung 247: Die Schritte der Gliedmaßen-Regeneration bei Salamandern
© Whited et al., Journal of Biology, 2009
Abbildung 247: Die Schritte der Gliedmaßen-Regeneration bei Salamandern
Sheldrake behauptet, dass morphische Felder nicht nur die Form und Entwicklung beeinflussen, sondern auch das Verhalten, die Wahrnehmung, das Lernen und das Gedächtnis.951 Daher gilt das größte Interesse in seinen Forschungen der Psychologie:
Entsprechend der Hypothese der morphischen Resonanz, schöpfen Menschen aus einem kollektiven Gedächtnis: etwas das von Menschen an einem Ort gelernt wird, wird für andere Menschen auf dem ganzen Planeten leichter zu erlernen.952
Nelson, Sheldrake, Radin, um nur einige zu nennen, kamen zu demselben Ergebnis: Jedes Mitglied der menschlichen Bevölkerung ist über das was wir hier das kosmische Informationsfeld nennen, mit den anderen Mitgliedern verbunden, wobei jeder von uns seine eigenen Informationen einspeist und auf die Informationen, die durch andere gesammelt wurden, zurückgreift.

Fußnoten:

934Die üblicherweise in Telepathie-Experimenten verwendeten Informationen sind Namen, Nummern, Buchstaben, Symbole, etc.
935'Telepathy', Wikipedia. See: www.en.wikipedia.org/wiki/Telepathy
936Diese sechs Metaanalysen umfassten 108 wissenschaftliche Veröffentlichungen, die zwischen 1974 und 2008 veröffentlicht wurden.
937Tressoldi P. et al., 'Extrasensory Perception and Quantum Models of Cognition' Neuro Quantology, 2010; 4: S. 81-87
938Tressoldi, op. cit., S.84
939Siehe Kapitel 37: 'Die Rolle des 'Beobachters".
940 Das Thomas Evangelium, Stelle 48. Übersetzt von Wieland Willker.
941Bohm, D., 'A new theory of the relationship of mind and matter', Journal of the American Society for Psychical Research, 80, n°2, April 1986, S.128
942Hornak, J.P., The basics of nuclear magnetic resonance, Center for Imaging Science, Rochester Institute of Technology, New York, 1997
943Orbitalresonanz, veranschaulicht z.B. durch die Monde von Jupiter, Ganymed, Io und Europa. Siehe: Pogge, R., The moons of Jupiter, Ohio State University, 17. November 2007
944Nelson war ein Kollege von Jahn und Dunne. Er war der Koordinator der Forschung in dem "Princeton Engineering Anomalies Research" (PEAR) Labor an der Princeton Universität von 1980 bis 2000.
945Nelson, R. D., 'Field REG anomalies in group situations', Journal of Scientific Exploration, 1996, 10(1):111-41
946Radin, D., The Conscious Universe, S. 157-174
947McTaggart, L., op. cit., S. 204-205
948In der Morphogenese wird die Zelldifferenzierung studiert: wie sich z.B. ein menschliches Ei in einen erwachsenen Körper verwandelt.
949Der menschliche Körper besteht aus etwa 100 Billionen Zellen (1014 Zellen).
950Sheldrake, R., Morphic resonance, Park Street Press, 2009, S. 84-99
951Sheldrake, R., op. Cit., S. 144-188
952Sheldrake, R., op. Cit., preface S. XXV