Kaum einer spricht noch von dem Ereignis, das sich am 22 September 1979 im Südatlantik zwischen der Bouvetinsel und den Prinz-Edward-Inseln abspielte: Eine mysteriöse Explosion, die bis heute ungeklärt geblieben ist.
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Der Name »Vela« bezieht sich auf das »Vela-Projekt« der USA, das zu dem Zweck entwickelte wurde, um die Einhaltung des im Jahre 1963 abgeschlossenen Moskauer Atomteststoppabkommen überwachen zu können. Die Vela-Satelliten bestanden aus einer Reihe von Überwachungssatelliten, die oberirdische Atombombentests anhand der ausgesandten Gammastrahlung vom Weltall aus auf der gesamten Erde messen konnten.

Die Detonation wurde in der Nacht vom 21. auf den 22. September 1979 gegen ein Uhr UTC von den optischen Sensoren des »Vela Satellite 6911« aufgezeichnet. Er hatte zwei kurz aufeinanderfolgende Lichtblitze registriert, wie sie typischerweise von einer Kernwaffenexplosion verursacht werden. Die Bestätigung für eine Kernwaffenexplosion will man dann auch in Südafrika gefunden haben. Dort wurden nämlich kurz nach dem Vorfall entsprechende kurzlebige Isotope gefunden, wie man sie auch nach Atomexplosionen vorfindet. Zudem sollen die Aufzeichnungen von Hydrophonen (Unterwassermikrophonen) und seismische Messungen weitere Hinweise auf die Explosion einer Atombombe mit einer Sprengkraft von einigen Kilotonnen TNT gegeben haben, die auf Meereshöhe oder wenige Kilometer darüber detoniert war. Verschiedene Wetterstationen der Antarktis vermerkten außerdem erhöhte Radioaktivität, was ebenfalls für eine Atomexplosion sprach.

Hinter dem Vela-Zwischenfall (auch »Südatlantische Explosion« genannt) wurde zunächst ein gemeinsamer Atombombentest von Israel und Südafrika vermutet. Untersuchungen der US Air Force über der vermeintlichen Explosionsregion konnten aber keine entsprechenden radioaktiven Spuren entdecken. So wurde die Theorie eingebracht, dass es sich vielleicht um den Einschlag eines Mikrometeoriten am Satelliten gehandelt haben könnte, der diese Messwerte hervorgerufen hat. Eine weitere Erklärung ging von einem starken Gammastrahlen-Ereignis im Weltraum aus.


Kommentar: Oder vielleicht ein Feuerball, der die Erde getroffen hat?


Was sich aber 1979 tatsächlich im Südatlantik abgespielt hat, konnte bis zum heutigen Tag nicht überzeugend geklärt werden. Keines der verdächtigten Staaten hat jemals zugegeben, einen Atomtest durchgeführt zu haben.