© Foto: ScanPyramids/Google Earth
Ein Team bestehend aus japanischen, französischen und ägyptischen Wissenschaftlern hat die vermeintliche Entdeckung einer möglicherweise großen verborgenen Kammer in der Cheops-Pyramide in Gizeh bekannt gegeben.

Wie die BBC News schreibt, gelang den Forschern der sensationelle Fund im Rahmen des »Scan-Pyramids-Projekt«, als sie neue Scans unter Verwendung der Myonentomografie an der Cheops-Pyramide durchführten - einer Scantechnik, die Dichteänderungen in Gesteinsbauten wahrnehmen kann. Nachdem ihre Scans im vergangenen Jahr direkt hinter der Nordfassade der Cheops-Pyramide einen bis zu drei Meter hohen und bis zwei Meter breiten Korridor offenbart hatten, wollten sie nun nach weiteren Spuren von geheimen Räumen in der Großen Pyramide suchen.

Und nach eigenen Angaben sollen sie auch tatsächlich Glück gehabt haben, denn sie entdeckten offenbar einen Hohlraum, der sich oberhalb der Großen Galerie befindet und rund 30 Meter lang sein soll. Der von ihnen auf den Namen »Big Void« getaufte Hohlraum muss dem Myonen-Überschuss nach zu urteilen über ein ähnliches Volumen verfügen wie die Große Galerie.

"Wir wissen nicht, ob dieser große Hohlraum horizontal oder geneigt ist; wir wissen auch nicht, ob dieser Hohlraum aus einer oder mehrerer aufeinanderfolgenden Strukturen besteht", erklärte Mehdi Tayoubi vom HIP-Institut in Paris. "Wir sind uns aber sicher, dass dieser große Hohlraum da ist, dass er beeindruckend ist und dass er in keiner Theorie erwähnt wurde, soweit ich weiß." Was sich genau in diesem rätselhaften Raum befinden könnte, bleibt zumindest im Moment unklar.

"Es könnte sich um eine Art Raum handeln, den die Baumeister errichtet haben, um das sehr schmale Dach der großen Galerie vor dem Gewicht der Pyramide zu schützen", spekuliert der Archäologe Mark Lehner. Es besteht aber auch die Möglichkeit, dass es sich um eine völlig neue Kammer mit alten Schätzen handelt. "Wir versuchen zu ergründen, wie die innere Struktur der Pyramiden aufgebaut ist und wie diese Pyramide gebaut wurde", sagte Hany Helal von der Kairoer Universität. Letztendlich geht es darum, ein winziges Loch in die angrenzende Wand zu bohren, damit ein kleiner Roboter in den verborgenen Bereich geschickt werden kann, um herauszufinden, was im Inneren liegen könnte.

Dazu bedarf es jedoch der Erlaubnis der ägyptischen Behörden, die noch erteilt werden muss, bevor dies geschehen kann.