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Eine Maschine spuckt gelbe und blaue Bälle aus. Die Babys starrten länger auf den linken Korb, der – unwahrscheinlicherweise – mehr gelbe Bälle enthielt.
Bereits sechs Monate alte Kleinkinder dürften Wahrscheinlichkeiten abschätzen können. Das berichten Forscher rund um Ezgi Kayhan, Neurowissenschaftlerin am Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften. Im Journal Child Development schreiben die Wissenschaftler, wie die Babys zwischen zwei Ereignissen hinsichtlich ihrer relativen Wahrscheinlichkeit unterschieden.

75 Kleinkinder zwischen sechs und 18 Monaten bekamen dabei animierte Filme zu sehen, in denen eine Art Lottomaschine farbige Bälle in verschiedenen Häufigkeiten ausspuckte. Der Haken? Da es viel mehr blaue als gelbe Bälle gab, war es 625-mal unwahrscheinlicher, dass die Maschine einen gelben Ball von sich gab. Ein Behälter voll von Gelben war demnach quasi unmöglich.

Als ein solcher Behälter trotzdem in einem Video simuliert wurde, konnten die Forscher anhand er sogenannten Eyetracking-Methode beobachten, wie die Babys diesen Korb besonders lange anstarrten - ein Indiz für Skepsis.

Sechs-Monats-Schwelle aussagekräftig

Um auszuschließen, dass die Babys nur von der gelben Farbe fasziniert waren, wurde die Farbe in den Experimenten auch ausgetauscht. In einer früheren Studie mit vier-monatigen Kleinkindern, erkannten die Forscher, dass diese die Aufgabe noch nicht lösen konnten. Eine Schwelle für die Sensibilität gegenüber Wahrscheinlichkeiten dürfte sich laut ihnen deshalb erst ab der Halbjahr-Grenze einstellen.

Die Eyetracking Methode ist beliebt in der Neurowissenschaft und wird eingesetzt um unbewusste Fixationen, schnelle Augenbewegungen oder Rücksprünge im Blick zu messen.

Abstract

Child Development: Infants Distinguish Between Two Events Based on Their Relative Likelihood