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Der Kopf des Höhlenlöwen
Forscher präsentierten die Überreste eines bis zu 50.000 Jahre alten Jungtiers, die Klon-Hoffnungen weiter anheizen.

Forscher vermelden einen sensationellen Fund in Sibirien: In der autonomen Teilrepublik Sacha im Nordosten Russlands wurden die ausgezeichnet erhaltenen und bis zu 50.000 Jahre alten Überreste eines jungen Höhlenlöwen entdeckt.
"Er ist perfekt erhalten, alle Gliedmaßen haben überdauert. Es gibt keine Spuren äußerer Verletzungen der Haut",
sagte der Paläontologe Albert Protopopov von der Akademie der Wissenschaften in Jakutsk zur Siberian Times.

Todesursache unklar

Der etwa 45 Zentimeter lange und vier Kilogramm schwere Kadaver wurde im Permafrostboden dauerhaft tiefgekühlt und dadurch über den langen Zeitraum konserviert. Erst jetzt gab der Boden den Körper frei: Ein Bewohner des Verwaltungsbezirks Abyjski ulus entdeckte die Eismumie am Ufer eines Flusses.

Wie das Tier ums Leben kam, ist noch unklar. Protopopov zufolge sei es zum Todeszeitpunkt vor 25.000 bis 50.000 Jahren eineinhalb bis zweieinhalb Monate alt gewesen. Da der Löwe aber bereits Zähne hatte, sollte sich das Alter noch genauer eingrenzen lassen.

Hoffnungen auf Wiederkehr

Es ist nicht das erste Mal, dass in der Region Eismumien der vor etwa 11.000 Jahren ausgestorbenen Höhlenlöwen gefunden wurden: Im Sommer 2015 war man ebenfalls in der Republik Sacha auf die Überreste zweier etwa 12.000 Jahre alter Jungtiere gestoßen (sie sind derzeit in der Sonderausstellung »Hund & Katz« im Naturhistorischen Museum Wien zu sehen). Nach Angaben Protopopovs sei das nun entdeckte Exemplar aber noch besser erhalten geblieben.

Der Fund gibt den Anstrengungen einiger Forschergruppen, prähistorische Tierarten durch Klonen wieder zum Leben zu erwecken, weiteren Auftrieb. So konnte in den vergangenen Jahren etwa ein Gutteil der Erbinformationen des Wollhaarmammuts aus Eisfunden in Sibirien rekonstruiert werden. Praktisch gibt es zwar noch einige größere Hindernisse auf dem Weg zur Wiederauferstehung. Neue Technologien wie die Gen-Schere Crispr/Cas9 nähren aber die Hoffnungen auf künftige Erfolge.