Bei einem Unfall auf der A9 bei Leipzig ist am Sonntagnachmittag mindestens eine Person tödlich und mehrere schwer verletzt worden. Ein Fernbus kippte bei der Fahrt um. Ermittler gehen derzeit von Sekundenschlaf als Unfallursache aus. Die Autobahn ist inzwischen wieder freigegeben.

Busunglück Unfall Flixmus
© Frank Schmidt
Flixbus-Unglück auf der A9 bei Leipzig: Eine Frau kam dabei ums Leben, dutzende Insassen wurden verletzt.
Nach dem Busunglück mit einer Toten und neun Schwerverletzten auf der A9 ist die Autobahn wieder freigegeben worden. Nach knapp zwölf Stunden seien die Aufräumarbeiten abgeschlossen, sagte eine Polizeisprecherin am Montagmorgen.

Bei dem Unfall am Sonntagnachmittag kam eine Frau ums Leben. Genaue Angaben zur Identität konnte die Polizeisprecherin zunächst nicht machen. Alle 75 Insassen des Busses wurden verletzt, neun davon schwer.


Leitplanke bohrt sich durch Windschutzscheibe

Der Flixbus war von Berlin nach München unterwegs und kam gerade von einem Zwischenstopp aus Leipzig. Gegen 17.30 Uhr kam das doppelstöckige Fahrzeug zwischen Leipzig-West und Bad Dürrenberg in der Nähe des Autobahnparkplatzes Bachfurt von der Fahrbahn ab. Erste Ermittlungen vor Ort weisen daraufhin, dass der Busfahrer bei der Fahrt kurz eingenickt war. Er fuhr eine Böschung hinauf, kippte um und blieb anschließend auf der Seite liegen. Bei dem Unfall bohrte sich eine Leitplanke durch die Windschutzscheibe. Ein anderes Auto war laut Polizei nicht beteiligt.

"Das ist alles relativ schnell passiert", berichtete ein 24 Jahre alter Student, der in dem Unglücksbus saß. Er habe Splitter fliegen sehen. Die Passagiere hätten dann sehr schnell zu den Nothämmern gegriffen und die Scheiben eingeschlagen, um ins Freie gelangen zu können. Er selbst habe zum Glück nur eine kleine Platzwunde am Kopf erlitten. Die Betreuung der Unfallopfer sei sehr schnell und professionell angelaufen.

Dutzende Rettungswagen im Einsatz

Bei dem Unfall waren 56 Rettungswagen, acht Rettungshubschrauber sowie zahlreiche Feuerwehrleute und Polizisten im Einsatz. Die Verletzten wurden auf insgesamt 14 Krankenhäuser verteilt - vor allem in Sachsen-Anhalt und Sachsen. Dutzende Rettungswagen eilten am frühen Sonntagabend zur Unfallstelle, die auf sachsen-anhaltischem Gebiet liegt. Der Notdienst rief verfügbare Ärzte zur Unterstützung. Die leichter Verletzten wurden in einem grauen Rettungszelt betreut, das auf der Fahrbahn aufgebaut wurde. Ein Kriseninterventionsteam war vor Ort.

Die Polizeiexperten sicherten Spuren und markierten mit grünen und orangenem Spray die letzten gefahrenen Meter des Busses. Ein rot-weißes Verkehrsschild, das die Einfahrt des Parkplatzes markierte, liegt zerknittert auf dem Boden. Es sieht aus, als habe der Bus es überfahren. Links neben der zerwühlten Böschung liegt der völlig zerstörte grüne Bus auf der Seite. Seine Warnblinker leuchten.

"Der Bus war im Auftrag von Flixbus planmäßig zwischen Berlin und München unterwegs", bestätigte das Fernbusunternehmen. "Unser Mitgefühl gilt den betroffenen Fahrgästen und Busfahrern sowie deren Familien und Freunden."

Bergungsarbeiten bis in die Morgenstunden

Die Einsatzkräfte waren mit schwerem Gerät vor Ort, um den umgestürzten Bus zu bergen. Der Tote konnte erst mehrere Stunden nach dem Unfall aus dem Wrack geholt werden. Alter und Herkunft des Opfers sowie der Verletzten waren unklar. Der Bus sollte mit einem Kran hochgehievt werden.

Die Polizei hat eine Hotline für Angehörige eingerichtet: (0345) 22 41 56 8.

thiko/dpa